GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Stuhl mit Synchronmechanik, insbesondere
einen Bürodrehstuhl.
TECHNISCHER HINTERGRUND
[0002] Nachfolgend wird die vorliegende Erfindung sowie die ihr zugrunde liegende Problematik
anhand eines modernen Bürodrehstuhls erläutert, ohne jedoch die Erfindung dahingehend
einzuschränken.
[0003] Bei modernen Bürodrehstühlen spielt die ergonomische Anpassbarkeit an unterschiedliche
Körpermaße, welche auch als "Personalisierung" bezeichnet wird, eine immer wichtigere
Rolle. Um diese zu gewährleisten, existiert eine Vielzahl von Verstellmöglichkeiten,
wie etwa die Einstellung der Sitzhöhe, der Sitztiefe, der Sitzneigung, der Armlehnenhöhe,
der Rückenlehne und dergleichen.
[0004] Hochwertige Bürostühle sind zudem oft auch mit einer so genannten Synchronmechanik
ausgerüstet, mittels der sich Sitz und Rückenlehne beim Zurücklehnen in einer korrelierten
Bewegung gemeinsam nach hinten und nach unten schwenken. Ein Stuhl mit Synchronmechanik
ist z.B. in der
DE 196 40 564 A1 beschrieben. Eine auf dem Sitz sitzende Person wird hier von einer vorderen Haltung
durch Gewichtsverlagerung in eine rücklehnende Haltung geführt, in der ein entspanntes
Sitzen möglich ist. In der vorderen Position nimmt die sitzende Person typischerweise
eine nahezu waagerechte Sitzposition ein, so dass der Oberkörper bezogen auf die Oberschenkel
einen im Wesentlichen rechten Winkel bildet. Das Becken weist in dieser Sitzhaltung
die Tendenz auf, nach hinten zu drehen, sodass damit aus der natürlichen S-Form der
Wirbelsäule eine so genannte "Rundrückenhaltung" wird, die vor allem die Bandscheiben
in der Lendenwirbelsäule dauerhaft belastet.
[0005] Aus diesen Gründen sind moderne Bürostühle oft mit einer Einstellbarkeit der Grundneigung
des Sitzes ausgestattet. Mittels dieser Sitzneigungsverstellung verringert sich der
Abstand zwischen Becken und Lordosenabstützpunkt, was insgesamt die Bandscheiben der
Lendenwirbelsäule entlastet. Die Sitzneigung kann auf verschiedene Weise verstellt
werden:
[0006] Die Deutschen Gebrauchsmuster
DE 75 32 885 U1 und die
DE 20 2005 010 944 U1 beschreiben Sitzneigeverstellmechanismen unter Verwendung einer Gasdruckfeder bzw.
einer von unten gegen den Sitz wirkenden Feder. Die Federn müssen hier im belasteten
Zustand permanent die gesamte Last einer auf dem Sitz befindlichen Person aufnehmen.
Diese (Gasdruck-)Federn müssen entsprechend aufwändig ausgelegt sein, damit sie für
die Lebensdauer des Bürostuhls die Belastung zuverlässig, d.h. ohne nennenswerte Materialermüdung,
aufnehmen können.
[0007] Das Deutsche Patent
DE 10 2008 042 973 B3 beschreibt einen weiteren Mechanismus zur Sitzneigeverstellung, bei dem die Rückholfunktion,
bei der der Sitz in die Ausgangslage zurückgesetzt wird, durch ein vergleichsweise
kleines federelastisches Element bereitgestellt wird. Die Aufnahme der auf den Sitz
wirkenden Kraft im belasteten Zustand wird hier nicht über das federelastische Element
aufgefangen, sondern vielmehr über in entsprechende gezahnte Schienen eingreifende
Zahnräder, welche in einer eigens dafür vorgesehenen Führungsschiene vorgesehen ist.
Diese Art der Sitzneigeverstellung hat sich als sehr effektiv, insbesondere was den
reduzierten Aufwand in Bezug auf Material und Teile sowie die dauerhafte Zuverlässigkeit
angeht, herausgestellt.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine komfortablere Sitzneigeverstellung
bereitzustellen.
[0009] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Sitzmöbel mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 gelöst.
[0010] Demgemäß ist ein Stuhl mit Synchronmechanik, insbesondere ein Bürodrehstuhl, vorgesehen,
mit einer Rückenlehne, mit einem Sitz, der eine Sitzfläche, einen Sitzträger und eine
Verstellmechanik aufweist, mit einer Vorrichtung zur Sitzneigungsverstellung, über
welche die Sitzfläche zumindest teilweise in vertikaler Richtung neigbar ist, mit
einer Synchronmechanik, die mit der Rückenlehne und dem Sitz gekoppelt ist und über
welche die Rückenlehne relativ zum Sitz in horizontaler Richtung nach hinten schwenkbar
ist, wobei die Synchronmechanik derart ausgebildet ist, dass die Vorrichtung zur Sitzneigungsverstellung
in einem nach hinten geneigten Zustand der Rückenlehne deaktiviert ist.
[0011] Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Erkenntnis besteht darin, dass bei
einem mit einer eingangs genannten Synchronmechanik ausgestatteten Bürodrehstuhl ein
nach vorne geneigter Sitz auch beim nach hinten Schwenken der Rückenlehne nach wie
vor leicht nach vorn geneigt bleibt. Dies ist für eine auf dem Bürodrehstuhl sitzende
Person bisweilen etwas unangenehm, da dann nicht mehr der gleiche vorgegebene Winkel
zwischen Oberkörper und Oberschenkel vorhanden ist. Nachdem das nach hinten Schwenken
der Rückenlehne meist der Entspannung dient, ist einer sitzenden Person eine entspannte
Sitzposition oftmals wichtiger, als ein vorgegebener Winkel der Oberschenkel, wie
er z.B. beim Lordose-entspannten aufrechten Sitzen während der Arbeit erforderlich
ist.
[0012] Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Idee besteht nun darin, die Sitzneigungsverstellung
bei einem nach hinten Schwenken der Rückenlehne zu deaktivieren bzw. zu blockieren.
Sofern eine sitzende Person sich mit dem Rücken gegen die Rückenlehne lehnt und damit
die Rückenlehne nach hinten schwenkt, bleibt der Sitz nicht mehr nach vorne geneigt,
sondern schwenkt um eine fiktive Drehachse etwas nach oben und in Richtung der Rückenlehne.
Damit verringert sich der Abstand zwischen Becken und Lordosenabstützpunkt, sodass
die Oberschenkel einen optimaleren Winkel zum Oberkörper bzw. der Wirbelsäule aufweisen.
Insgesamt sind damit die Bandscheiben der Lendenwirbelsäule entlastet, was ein entspannteres
Sitzen ermöglicht.
[0013] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen ergeben sich aus den weiteren Unteransprüchen
sowie aus der Beschreibung unter Bezugnahme auf die Figuren der Zeichnung.
[0014] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist die Synchronmechanik derart ausgebildet, dass
die Vorrichtung zur Sitzneigungsverstellung erst in einem vollständig nach hinten
geneigten Zustand der Rückenlehne deaktiviert bzw. blockiert wird, insbesondere vollständig
deaktiviert wird. Dies ist von Vorteil, da damit nicht bereits bei einem leichten
nach hinten Schwenken der Sitz nach unten und beim Zurückschwenken wieder nach oben
zurückschwingt.
[0015] In einem konstruktiv besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel enthält die Synchronmechanik
eine Schaltkulisse, welche eine Verriegelungsbohrung aufweist. Ferner ist ein auf
dem Drehgelenk vorgesehener, Federkraft beaufschlagter Verriegelungshaken vorgesehen,
der z.B. durch Federkraft in axialer Richtung einer Achse des Drehgelenks verschiebbar
ist. Schließlich ist ein starr mit dem Verriegelungshaken gekoppelter Verriegelungsbolzen
vorgesehen, welcher in fluchtender Position in die Verriegelungsbohrung verschiebbar
ist und in dieser Position die Vorrichtung zur Sitzneigungsverstellung verriegelt
und damit deaktiviert.
[0016] In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung ist dabei die Schaltkulisse starr mit
dem Drehgelenk gekoppelt und derart angeordnet, dass der in der Verriegelungsbohrung
eingeführte Verriegelungsbolzen als Mitnehmer fungiert und den Verriegelungshaken
im nicht eingehakten Zustand mitnimmt. Beim Mitnehmen hebt sich dann der Sitzträger
relativ zur Rückenlehne etwas an.
[0017] In einer bevorzugten Ausgestaltung weist der Verriegelungshaken einen Haken auf,
über den der Verriegelungshaken am Gehäuse des Sitzträgers derart einhakbar ist, dass
ein Mitnehmen des Verriegelungshakens durch die Schaltkulisse blockiert ist. In diesem
Zustand ist dann zum Beispiel die Sitzneigung aktiv und der Sitz kann nach vorne geneigt
werden.
[0018] In einer konstruktiv bevorzugten Weiterbildung weist die Synchronmechanik ferner
einen Bestätigungsmechanismus auf, der ein über ein Betätigungselement betätigbares
Federelement aufweist, welches mit dem Verriegelungshaken federelastisch gekoppelt
ist und über welches der Verriegelungshaken und damit der Verriegelungsbolzen in axialer
Richtung in die Verriegelungsbohrung verschiebbar ist.
[0019] Vorzugsweise ist das Betätigungselement über einen Bowdenzug mit einem Push-Push-Schalter
gekoppelt, welcher wiederum über einen Schaltdraht mit dem Verriegelungshaken gekoppelt
ist. Alternativ ist das Betätigungselement über einen Bowdenzug direkt mit dem Verriegelungshaken
und/oder dem Federelement gekoppelt. Denkbar wären aber auch andere Schaltelemente
mit gleichen oder ähnlichen Eigenschaften.
[0020] In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung fluchten für den Fall, dass die Synchronmechanik
aktiviert ist und damit die Rückenlehne nach hinten bewegt wird, der Verriegelungsbolzen
und die Verriegelungsbohrung zueinander, sodass der Verriegelungsbolzen zur Blockierung
der Sitzneigungsverstellung federbeaufschlagt in die Verriegelungsbohrung gleiten
kann. Die Federbeaufschlagung lässt sich montagetechnisch auf sehr elegante Weise
durch eine mit dem Verriegelungshaken und damit mit dem Verriegelungsbolzen gekoppelten
Druckfeder realisieren. Alternativ oder zusätzlich können der Verriegelungsbolzen
und die Verriegelungsbohrung auch zueinander fluchten, sofern die Sitzvorneigung aktiviert
ist.
[0021] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist der Stuhlträger mit dem Sitzträger über ein
vorderes, ortsstabil gelagertes Drehgelenk und ein hinteres, in einer Kulissenführung
ortsbeweglich gelagertes Drehgelenk gekoppelt, wobei das hintere Drehgelenk in der
geneigten Position in einem unteren Bereich der Kulissenführung fixiert ist und in
der Ausgangsposition in einer oberen Ausgangsposition der Kulissenführung befindlich
ist.
[0022] In einer ebenfalls bevorzugten Ausgestaltung ist eine Vorrichtung zur Sitzneigungsverstellung
insbesondere für Büro- und Drehstühle oder -sessel vorgesehen, mit einem federbeaufschlagten
Führungshebel, der ein federelastisches Element aufweist, welches an einem Sitz befestigbar
ist und welches im gespannten Zustand auf den Führungshebel eine im Wesentlichen vertikal
wirkende Federkraft ausübt, mit mindestens einer an dem Sitz anbringbaren, vertikal
ausgerichteten Führungsschiene, welche im Inneren eine im Wesentlichen vertikal verlaufende,
gezahnte Schiene aufweist, mit einem Zahnrad, welches über eine gelenkige Verbindung
mit dem Führungshebel derart gekoppelt ist, dass ein Zahnradabschnitt des Zahnrades
im Inneren der Führungsschiene vertikal bewegbar angeordnet ist, sodass bei jeder
Sitzneigung stets erste Zähne des Zahnradabschnitts in zweite Zähne der gezahnten
Schiene eingreifen.
[0023] Herkömmliche(Gasdruck-)Federn zur Verstellung der Sitzhöhe haben eine Doppelfunktion
inne. Diese Doppelfunktion beinhaltet einerseits eine Rückholfunktion, über welche
ein geneigter Sitz im entlasteten Zustand wieder in seine Ausgangslage zurückgeholt
wird. Darüber hinaus muss diese (Gasdruck-)Feder derart ausgebildet sein, dass sie
auch im belasteten Zustand die gesamte, auf den Sitz wirkende Kraft aufnehmen kann.
Die Idee der vorliegenden Erfindung besteht nun darin, diese beiden Funktionen voneinander
zu trennen. Erfindungsgemäß wird die Rückholfunktion weiterhin durch ein federelastisches
Element bereitgestellt. Allerdings muss für diese Funktionalität des Zurückholens
des Sitzes in seine Ausgangsposition keine sehr große, übermäßig stark dimensionierte
Feder bereitgestellt werden. Vielmehr reicht hier ein federelastisches Element mit
vergleichsweise geringer Federkraft. Die zweite Funktionalität, also die Aufnahme
der auf den Sitz wirkenden Kraft im belasteten Zustand, wird erfindungsgemäß nun nicht
mehr über das federelastische Element aufgefangen, sondern vielmehr über in entsprechende
gezahnte Schienen eingreifende Zahnräder. Diese gezahnte Schiene ist erfindungsgemäß
in einer eigens dafür vorgesehenen Führungsschiene vorgesehen. Ein jeweiliges Zahnrad
ist hier vertikal in einer ihr zugeordneten Führungsschiene beweglich angeordnet,
wobei die entsprechenden gezahnten Schienen innerhalb dieser Führungsschienen ebenfalls
eine vertikale Ausrichtung aufweisen. Auf diese Weise ist eine sehr effektive und
darüber hinaus eine mechanisch sehr stabile Sitzneigungsverstellung möglich.
[0024] Darüber hinaus ist diese erfindungsgemäße Lösung auch kostenattraktiv, da einerseits
ein federelastisches Element mit deutlich geringerer Federkraft bereitgestellt werden
kann.
[0025] Darüber hinaus lassen sich die Elemente des Verstellmechanismus, beispielsweise der
Führungshebel, das Zahnrad, die Zahnradschiene und dergleichen, z. B. aus Kunststoff
herstellen, was z. B. durch Spritzen sehr einfach und kostengünstig herstellbar ist.
Die erfindungsgemäße Lösung bietet somit einerseits eine mechanisch äußerst stabile
und sichere Sitzneigungsverstellung und andererseits einen sehr kostengünstigen Verstellmechanismus.
[0026] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist das Zahnrad als nockenartiges Zahnrad ausgebildet.
Dieses Zahnrad weist somit einen Zahnradabschnitt und einen Hebelabschnitt auf, wobei
der Hebelabschnitt in Form einer nockenförmigen Ausformung von dem Zahnrad absteht.
An diesem Hebelabschnitt ist eine eigens dafür vorgesehene Bohrung vorgesehen, an
der der Führungshebel über eine gelenkige Verbindung angelenkt ist. Darüber hinaus
wäre auch denkbar, dass dieser Führungshebel an der Achse eines kreisförmigen Zahnrades
beispielsweise über eine axiale Verbindung angekoppelt ist.
[0027] In einer ebenfalls bevorzugten Ausgestaltung weist der Führungshebel eine stabförmige
Gestalt auf. An einem Ende dieses Führungshebels ist das federelastische Element über
eine Befestigungseinrichtung, beispielsweise einen Pin, eine Öse oder dergleichen,
befestigt. An dem anderen Ende des Führungshebels weist dieser eine Bohrung auf, über
welche der Führungshebel z. B. über die gelenkige Verbindung an dem Zahnrad angekoppelbar
ist oder angekoppelt ist.
[0028] Vorzugsweise ist das federelastische Element als Spiralfeder, Schraubenfeder, Schraubenzugfeder,
Kegelfeder oder dergleichen ausgebildet. Diese Feder ist dabei vorzugsweise innerhalb
eines hülsenförmigen oder zumindest teilweise umschlossenen Abschnitts des Führungshebels
angeordnet und somit vor einer äußeren mechanischen oder sonst wie schädlichen Beeinflussung
geschützt. Denkbar wären hier natürlich auch andere Arten an federelastischen Elementen.
[0029] Die Federkraft des federelastischen Elementes ist dabei derart dimensioniert, dass
beispielsweise bei einer horizontalen Sitzstellung das federelastische Element eine
größere Federkraft aufweist als bei einer gegenüber der Horizontalen geneigten Sitzstellung.
Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass eine maximale Federkraft in der horizontalen
Sitzstellung von etwa 45 N durch das federelastische Element bewirkt wird, wohingegen
diese Federkraft bei einer z. B. um einige Grad geneigten Sitzstellung nur etwa die
Hälfte, beispielsweise um 25 N beträgt.
[0030] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist das federelastische Element derart ausbildet,
dass es bei maximaler Sitzneigung eine maximale Federspannung und damit auch eine
maximale Federkraft aufweist. Bei einer minimalen Sitzneigung, die z. B. der Ausgangslage
des Sitzes entspricht, ist das federelastische Element nicht oder lediglich minimal
gespannt. Alternativ kann das federelastische Element auch bei maximaler Sitzneigung
keine oder eine minimale Federspannung und damit auch eine minimale Federkraft aufweisen
und bei einer minimalen Sitzneigung maximal gespannt sein.
[0031] In einer typischen Ausgestaltung erfolgt die Sitzneigungseinstellung gestuft. Hierzu
weist der Führungshebel zumindest zwei Arretierbohrungen auf, in welche ein entsprechender
Stift einer Arretiervorrichtung zur Arretierung einsteckbar ist. Bei eingestecktem
Stift ist damit die Vorrichtung zur Sitzneigungsverstellung gegen den Sitz arretiert,
sodass eine Sitzneigungsverstellung nicht mehr möglich ist. Besonders bevorzugt ist
es, wenn drei oder vier Arretierbohrungen vorgesehen sind, über welche neben einer
maximalen und minimalen Sitzneigungsverstellung auch eine bzw. zwei mittlere Sitzneigungen
einstellbar sind.
[0032] In einer ebenfalls bevorzugten Ausgestaltung ist eine an dem Sitz anbringbare Betätigungseinrichtung
vorgesehen, die bei deren Betätigung eine Verstellung der Sitzneigung ermöglicht.
Die Betätigungseinrichtung weist ferner eine Arretiervorrichtung auf, die den Führungshebel
im unbetätigten Zustand gegen den Sitz fixiert und damit eine Bewegung des Führungshebels
in horizontaler Richtung verhindert. Die Betätigungseinrichtung weist typischerweise
eine Betätigungstaste auf (beispielsweise eine Taste, einen Hebel, einen Knopf, etc.).
Vorzugsweise weist die Arretierungsvorrichtung ferner einen federbeaufschlagten Stift
auf. Dieser federbeaufschlagte Stift ist z. B. über einen Bowdenzug mit der Betätigungstaste
Federkraft gekoppelt. Zur Arretierung wird bei nicht betätigter Taste dieser federbeaufschlagte
Stift in entsprechende Arretierausnehmungen des Sitzes und des Führungshebels eingeführt.
Über diese Betätigungstaste, die über einen Bowdenzug und eine Federkraftkopplung
mit dem Arretierstift verbunden ist, ist damit ein Überlastschutz realisierbar. Darüber
hinaus wäre auch denkbar, eine Arretiereinrichtung ohne einen solchen Überlastschutz
bereitzustellen, sofern auf die Federkraftkopplung zwischen Betätigungstaste und Arretierstift
verzichtet wird.
[0033] Alternativ wäre auch denkbar, eine stufenlose Verstellung der Sitzneigung vorzusehen.
Diese stufenlose Verstellung der Sitzneigung ist allerdings sehr viel aufwändiger
als die gestufte Sitzneigungsverstellung, da hier ein größerer Aufwand hinsichtlich
der Funktion der Arretiervorrichtung sowie der Zahnradfunktionalität gestellt werden
muss.
[0034] In einer ebenfalls bevorzugten Ausgestaltung ist über einen ersten Anschlag eine
maximale Verstellung der Sitzneigung vorgegeben. Darüber hinaus kann über einen zweiten
Anschlag eine minimale Verstellung der Sitzneigung vorgegeben sein. Diese Anschläge
können z. B. innerhalb einer jeweiligen Führungsschiene durch eigens dafür vorgesehene
Vorsprünge in der Wand dieser Führungsschiene bereitgestellt werden oder können auch
durch entsprechende Konstruktionselemente des Sitzes und dabei insbesondere der Sitzschale,
an der die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Sitzneigungsverstellung angebracht ist,
bereitgestellt werden. Solche Anschläge sind sinnvoll, um zu verhindern, dass der
Führungshebel und die mit dem Führungshebel gekoppelten Zahnräder sich im Inneren
des Sitzes unkontrolliert bewegen können, was unter Umständen langfristig zu einer
Beschädigung dieser Elemente führen könnte.
[0035] In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung sind zwei Führungsschienen vorgesehen.
Ferner ist neben dem Zahnrad ein weiteres Zahnrad vorgesehen, wobei die beiden Zahnräder
derart ausgebildet sind, dass sie innerhalb jeweils einer ihr zugeordneten Führungsschiene
vertikal bewegbar sind. Die beiden Zahnräder sind dabei vorzugsweise über eine Querkoppeleinrichtung
miteinander gekoppelt, um so eine synchrone Verzahnung der beiden Zahnräder mit den
jeweils ihnen zugeordneten gezahnten Schienen innerhalb der jeweiligen Führungsschienen
zu ermöglichen. Diese Querkoppeleinrichtung ist beispielsweise als Querstange ausgebildet,
welche in eigens dafür vorgesehene mittige Ausnehmungen der beiden Zahnräder eingepasst
sind. Diese Querstange stellt sicher, dass eine auf den Sitz wirkende Kraft auf beide
Seiten der Querstange von den jeweiligen Zahnrädern gleichmäßig auf die diesen jeweils
zugeordneten Führungsschienen übertragen wird.
[0036] Diese Querstange trägt zusammen mit den entsprechenden Zahnrädern im Betrieb die
gesamte Last. Aus diesem Grunde ist es vorteilhaft, wenn die Querstange aus einem
besonders bruch- und dehnungsfesten Material, beispielsweise aus einem glasverstärkten
oder glasfaserverstärkte Kunststoffmaterial besteht. Ein solcher hochwertiger Kunststoff
ist beispielsweise ein Polyamidmaterial, in welches Glas oder Glasfasermaterial beigemengt
ist. Besonders bevorzugt ist es, wenn dieser Kunststoff bzw. das Polyamid 30 bis 50
Volumenprozent Glas oder Glasfasermaterial enthält. Darüber hinaus wäre es auch denkbar,
wenn die Querstange aus einem möglichst bruch- und dehnungsfesten, Aluminium-enthaltenden
Material, Metall oder Stahl besteht.
[0037] Darüber hinaus wäre auch denkbar, wenn die Querstange aus einem metallischen Material
oder aus Stahl besteht. Besonders bevorzugt ist es, wenn auch die Zahnräder und die
Führungsschienen aus diesen Materialien hergestellt sind. Besonders bevorzugt ist
es, wenn für die Querstange und/oder die Zahnräder und die Führungsschienen ein so
genanntes Grivory-Material (z. B. GV-4H) verwendet wird. Grivory ist der Oberbegriff
einer Gruppe von technischen Thermoplasten, die hergestellt und vertrieben werden
von der Firma EMS-Grivory. Grivory HT ist z. B. ein teilkristalliner thermoplastischer
Konstruktionswerkstoff auf der Basis PPA (PPA = Polyphtalamid. Grivory zeichnet sich
durch ein leistungsstarkes Eigenschaftsprofil aus. Technische Spritzgussteile aus
diesem Material bestechen durch Formstabilität auch bei hohen Anwendungstemperaturen.
Das Eigenschaftsprofil von Grivory reicht weit in den Leistungsbereich der Hochleistungskunststoffe
hinein. Weitere Eigenschaften von Grivory sind eine hohe Steifigkeit und Festigkeit
bei erhöhten Anwendungstemperaturen, geringe Beeinflussung der Eigenschaften durch
Wasseraufnahme, gute Dimensionsstabilität und geringe Verzugsneigung, gute Chemikalienbeständigkeit,
gute Oberflächenqualität und eine kostengünstige, rationelle Herstellung.
[0038] In einer bevorzugten Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Sitzneigungsverstellung
ist diese Vorrichtung mit dem Sitz derart gekoppelt und derart bezogen auf dem Sitz
angeordnet, dass der Sitz im hinteren Drittel über die Vorrichtung zur Sitzneigungsverstellung
vertikal verstellbar ist. Alternativ wäre natürlich eine Verstellung im vorderen Drittel
des Sitzes denkbar. In einer bevorzugten Ausgestaltung weist der Sitz eine Sitzschale
auf, die aus einem Aluminiumdruckgussmaterial oder einem Kunststoffmaterial gefertigt
ist.
[0039] Die obigen Ausgestaltungen und Weiterbildungen lassen sich, sofern sinnvoll, beliebig
miteinander kombinieren. Weitere mögliche Ausgestaltungen, Weiterbildungen und Implementierungen
der Erfindung umfassen auch nicht explizit genannte Kombinationen von zuvor oder im
Folgenden bezüglich der Ausführungsbeispiele beschriebenen Merkmale der Erfindung.
Insbesondere wird dabei der Fachmann auch Einzelaspekte als Verbesserungen oder Ergänzungen
zu der jeweiligen Grundform der vorliegenden Erfindung hinzufügen.
INHALTSANGABE DER ZEICHNUNG
[0040] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in den schematischen Figuren der Zeichnung
angegebenen Ausführungsbeispiele näher beschrieben. Es zeigen dabei:
- Fig. 1
- eine Seitendarstellungen eines erfindungsgemäßen Stuhls;
- Fig. 2
- anhand einer Querschnittsdarstellung ein erstes Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung
zur Sitzneigungsverstellung;
- Fig. 3
- anhand einer perspektivische Darstellung ein zweites Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung
zur Sitzneigungsverstellung;
- Fig. 3A
- eine Ausgestaltung des Führungshebels des Verstellmechanismus entsprechend Fig. 3;
- Fig. 3B
- eine Ausgestaltung der Betätigungseinrichtung des Verstellmechanismus entsprechend
Fig. 3;
- Fig. 3C
- eine Ausgestaltung der Führungsschiene des Verstellmechanismus entsprechend Fig. 3;
- Fig. 3D, 3E
- Ausgestaltungen der Zahnräder des Verstellmechanismus entsprechend Fig. 3;
- Fig. 4A, 4B
- Querschnittsdarstellungen eines an einem Sitz angebrachten Verstellmechanismus entsprechend
Fig. 3 von hinten und von der Seite in einer ersten Verstellposition;
- Fig. 5A, 5B
- Querschnittsdarstellungen eines an einem Sitz angebrachten Verstellmechanismus entsprechend
Fig. 3 von hinten und von der Seite in einer zweiten Verstellposition;
- Fig. 6
- eine Seitendarstellung des Sitzes von außen gesehen;
- Fig. 7A, 7B
- Seitendarstellungen eines erfindungsgemäßen Stuhls mit Verstellmechanismus;
- Fig. 8
- einen erfindungsgemäßen Stuhl in einer Explosionsdarstellung zur Erläuterung der erfindungsgemäßen
Synchronmechanik;
- Fig. 9
- einen perspektivischen Ausschnitt des in Fig. 8 dargestellten Stuhls im Bereich der
Verstellmechanik im montierten Zustand;
- Fig. 9A, 9B
- eine Längsschnittdarstellung bzw. eine Querschnittdarstellung des Ausschnittes des
erfindungsgemäßen Stuhls aus Fig. 9;
- Fig. 10A-10C
- schematische Seitendarstellung des erfindungsgemäßen Stuhls zur Erläuterung der Funktion
der erfindungsgemäßen Synchronmechanik;
- Fig. 11
- einen erfindungsgemäßen Stuhl in einer Explosionsdarstellung gemäß einer weiteren
Ausführungsform;
- Fig. 12
- einen perspektivischen Ausschnitt des in Fig. 11 dargestellten Stuhls im Bereich der
Verstellmechanik im montierten Zustand;
- Fig. 12A, 12B
- eine Längsschnittdarstellung bzw. eine Querschnittdarstellung des Ausschnittes des
erfindungsgemäßen Stuhls aus Fig. 9;
[0041] Die beiliegenden Zeichnungen sollen ein weiteres Verständnis der Ausführungsformen
der Erfindung vermitteln. Sie veranschaulichen Ausführungsformen und dienen im Zusammenhang
mit der Beschreibung der Erklärung von Prinzipien und Konzepten der Erfindung. Andere
Ausführungsformen und viele der genannten Vorteile ergeben sich im Hinblick auf die
Zeichnungen. Die Elemente der Zeichnungen sind nicht notwendigerweise maßstabsgetreu
zueinander gezeigt.
[0042] In den Figuren der Zeichnung sind gleiche, funktionsgleiche und gleich wirkende Elemente,
Merkmale und Komponenten - sofern nichts Anderes ausführt ist - jeweils mit denselben
Bezugszeichen versehen.
BESCHREIBUNG VON AUSFÜHRUNGSBEISPIELEN
[0043] Fig. 1 zeigt eine Querschnittsdarstellung eines erfindungsgemäßen Stuhls mit einem
Sitzneigungsverstellmechanismus. Der hier mit Bezugszeichen 10 bezeichnete Stuhl ist
als Büro- /Drehstuhl ausgebildet. Der Stuhl 10 umfasst einen Sitzträger 14, der den
Sitz 11 trägt. Ferner ist eine Rücklehne 12 vorgesehen, die über einen Rücklehnenträger
15 an einer Verstellmechanik 16 befestigt ist. Der Sitzträger 14 und der Rücklehnenträger
15 sind jeweils an der Verstellmechanik 16 angebracht, die auf der Standsäule 13 aufsitzt.
Die Verstellmechanik 16 umfasst eine Synchronmechanik.
[0044] Der Stuhl 10 weist ferner einen z. B. mit Rollen ausgestatten Fußbereich (hier nicht
dargestellt) auf, auf dem die Standsäule 13 befestigt ist. Der Stuhl 10 weist ferner
eine Vorrichtung zur Sitzneigungsverstellung auf, die nachfolgend noch detailliert
erläutert wird.
[0045] Bevor die erfindungsgemäße Synchronmechanismus erläutert wird, werden nachfolgend
anhand der Fig. 2 -7 zunächst Beispiele für eine vorteilhafte Vorrichtung zur Sitzneigungsverstellung
erläutert.
[0046] Fig. 2 zeigt anhand einer seitlichen Querschnittsdarstellung ein erstes Ausführungsbeispiel
einer Vorrichtung zur Sitzneigungsverstellung. In Fig. 2 ist mit Bezugszeichen 20
der entsprechende Verstellmechanismus bezeichnet. Der Verstellmechanismus 20 weist
in der einfachsten Form einen Führungshebel 21, ein Zahnrad 22 und eine Führungsschiene
23 auf.
[0047] Der Führungshebel 21 wird typischerweise unter der Sitzschale eines hier nicht dargestellten
Sitzes an diesem befestigt. Der Führungshebel 21 weist ein erstes und ein zweites
Ende 24, 25 auf. An dem ersten Ende 24 ist ein federelastisches Element 26 angebracht.
Dieses federelastische Element 26 ist andererseits an der Sitzschale eines Sitzes
befestigt. Der Führungshebel 21 ist derart unter der Sitzschale angeordnet, dass ein
gerichtetes, im Wesentlichen horizontales Bewegen des Führungshebels in der horizontalen
Richtung X möglich ist. Diese horizontale Richtung X entspricht der sagittalen Richtung
einer auf dem Sitz sitzenden Person.
[0048] Das Zahnrad 22 ist hier als nockenförmiger Zahnradhebel 22 ausgebildet, welcher einen
Zahnradabschnitt 27 und einen Hebelabschnitt 28, der in Form einer nockenförmigen
Ausformung von dem Zahnrad 22 absteht, aufweist. Der Führungshebel 21 ist über eine
gelenkige Verbindung 29 mit seinem zweiten Ende 25 an diesem Hebelabschnitt 28 angelenkt.
[0049] Die Führungsschiene 23 ist über in Fig. 2 nicht gezeigte Befestigungsabschnitte,
beispielsweise Befestigungslaschen, Flansche oder dergleichen, an der Sitzschale eines
Sitzes befestigt und damit dort fixiert. Die Führungsschiene 23 ist im Wesentlichen
vertikal und senkrecht zur Ausrichtung des Führungshebels 21 und damit zur Bewegungsrichtung
X ausgerichtet. Die Führungsschiene 23 ist als eine nach oben geöffnete, sonst aber
im Wesentlichen geschlossene Führungsschiene 23 ausgebildet. Die Dimensionierung der
Führungsschiene 23 ist derart gewählt, dass das Zahnrad 22 im Inneren 30 der Führungsschiene
23 aufgenommen wird. An zumindest einer Wand der Führungsschiene 23 weist diese eine
gezahnte Schiene 31 auf, die derart ausgebildet ist, dass der Zahnradabschnitt 27
des Zahnrades 22 in diese gezahnte Schiene 31 eingreifen kann. Darüber hinaus lässt
sich das Zahnrad 22 im Inneren 30 der Führungsschiene 23 über den Führungshebel 21
vertikal in Richtung Y nach oben und unten bewegen. Die Führungsschiene 23 gibt somit
eine vertikale Bewegung in eine Richtung vor.
[0050] Im entlasteten Zustand zieht das federelastische Element 26 den Führungshebel 21
nach rechts, sodass das an diesem Führungshebel 21 angekoppelte Zahnrad 22 entlang
der Führungsschiene 23 nach oben bewegt wird. Wird nun eine Kraft F in vertikaler
Richtung von oben auf den (hier nicht gezeigten) Sitz aufgebracht, dann wird der Führungshebel
21 und damit auch das daran befestigte Zahnrad 22 in Richtung Y nach unten, also in
den unteren Bereich der Führungsschiene 23 gedrückt. Gleichzeitig spannt sich das
federelastische Element 26, sodass der Führungshebel 21 auch in horizontaler Richtung
X in die Richtung der Führungsschiene 23 bewegt wird. Damit wird eine Sitzneigung
nach unten realisiert. Wird im Anschluss daran der Sitz wieder entlastet, d. h. die
Kraft F entfällt, dann zieht das federelastische Element 26 den Führungshebel 21 selbsttätig
durch Federkraft wieder in die entgegen gesetzte horizontale Richtung X, sodass dass
Zahnrad 22 innerhalb der Führungsschiene 23 selbsttätig wieder nach oben bewegt wird
und der Sitz somit wieder in seine z. B. waagerechte Ausgangsposition gelangt.
[0051] Fig. 3 zeigt anhand einer perspektivischen Darstellung ein zweites Ausführungsbeispiel
eines Verstellmechanismus zur Verstellung der Sitzneigung. Die Vorrichtung zur Sitzneigungsverstellung
ist hier ohne daran befestigtes Sitzelement dargestellt.
[0052] Der Verstellmechanismus 20 weist hier analog zu dem ersten Ausführungsbeispiel aus
Fig. 2 einen federbeaufschlagten Führungshebel 21 auf, an dem ein Zahnradhebel 22
angekoppelt ist, welcher in einer eigens dafür vorgesehenen, im Inneren mit einer
gezahnte Schiene 31 versehenen Führungsschiene 23 vertikal bewegbar ist. Zusätzlich
weist der Verstellmechanismus 20 auch eine Betätigungseinrichtung 32, eine Querstange
33 und eine zweite Führungsschiene 23A auf.
[0053] Fig. 3A zeigt im Detail eine Ausgestaltung des Führungshebels 21 dieses Verstellmechanismus
20. Der Führungshebel 21 weist an seinem ersten Ende 24 einen im Inneren des Führungshebels
21 vorgesehenen Befestigungspin 40 auf, an dem das federelastische Element 26 z.B.
über eine Öse befestigt ist. Das federelastische Element 26, das beispielsweise als
eine Spiralfeder ausgebildet ist, ist z.B. in einer hülsenartig ausgebildeten, hohlen
Ausnehmung im Inneren des Führungshebels 21 untergebracht, um somit u. a. vor äußerer
Beschädigung geschützt zu sein. Lediglich ein Abschnitt des federelastischen Elementes
26, an dem wiederum eine Befestigungsöse 41 angebracht ist, ragt aus dem hülsenartigen
Ende 24 des Führungshebels 21 heraus, um über diese Befestigungsöse 41 z.B. an einem
eigens dafür vorgesehenen Befestigungspin an der Sitzschale befestigt zu werden. An
dem zweiten Ende 25 weist der Führungshebel 21 einen abgewinkelten Bereich auf, in
dem eine Bohrung 42 vorgesehen ist. An dieser Bohrung 42 lässt sich der Zahnradhebel
22 mittels eines drehbaren Gelenks 29 befestigen. Im mittleren Bereich des Führungshebels
21 weist dieser im gezeigten Beispiel drei weitere Bohrungen 43 - 45 auf. Diese Bohrungen
43 - 45 sind Bestandteil einer Arretiervorrichtung, die nachfolgend noch detailliert
erläutert wird. Über diese Arretierbohrungen 43 - 45 lässt sich der Führungshebel
21 bezogen auf den Sitz arretieren und damit in einer bestimmten Position fixieren.
In diese Arretierbohrungen 43 - 45 kann z.B. ein Einrastpin einer Betätigungsvorrichtung
einrasten. Jede dieser Arretierbohrungen 43 - 45 ist jeweils einer vorgegebenen Sitzneigung
zugeordnet.
[0054] Fig. 3B zeigt ein besonders bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Betätigungseinrichtung
32. Die Betätigungseinrichtung 32 weist eine Betätigungstaste 50 sowie zwei ineinander
verschiebbare Hülsen 51, 52 auf. Die innere Hülse 51 ist über einen Bowdenzug 53 mit
der Betätigungstaste 50 verbunden und wird damit bei einer Betätigung der Betätigungstaste
50 in Richtung Z, also seitlich weg vom Sitz, gezogen. Die innere Hülse 51 ist darüber
hinaus über eine Feder 55 mit der äußeren Hülse 52 verbunden. Wird die Betätigungstaste
50 betätigt, dann zieht diese gleichermaßen die innere Hülse 51 und über die Feder
55 auch die äußere Hülse 52 in die Richtung Z. An der der Taste 50 gegenüber liegenden
Seite weist die äußere Hülse 52 einen Einrastpin 56 (oder einen Arretierstift) auf,
der Bestandteil der Arretiervorrichtung ist und im arretierten Zustand in entsprechenden
Arretierbohrungen 43 - 45 des Führungshebels 21 und der Sitzschale einrasten kann.
Der Durchmesser D dieses Einrastpins 56 ist derart dimensioniert, dass er zumindest
etwas kleiner ist als der Durchmesser der Arretierbohrungen 43 - 45. Über die Federkraftkopplung
der Feder 55 wird eine Zugentlastung zwischen der inneren und der äußeren Hülse 51,
52 und damit auch der Betätigungstaste 50 realisiert. Wird z. B. die Betätigungstaste
50 betätigt und ist der Einrastpin 56 noch in einer entsprechenden Arretierbohrung
43 - 45 eingerastet, wird zunächst die Druckfeder 57 mittels einer auf die innere
Hülse 51 übertragenen Zugkraft zusammen gedrückt. Die Überlastfeder 55 wird dabei
auseinander gezogen und übt eine Zugkraft auf den Einrastpin 56 aus. Der Einrastpin
56 wird erst dann aus der Arretierbohrungen 43 - 45 gezogen, wenn die von der Überlastfeder
55 auf den Einrastpin 56 ausgeübte Federkraft größer als die Reibkraft oder Klemmkraft
zwischen dem Einrastpin 56 und der entsprechenden Arretierbohrung 43 - 45 ist. Dies
ermöglicht eine bessere, angenehmere und elegantere Betätigung durch den Benutzer
sowie einen Überlastschutz.
[0055] Fig. 3C zeigt den nockenförmigen Zahnradhebel 22, der über eine im Hebelabschnitt
28 vorgesehene Bohrung 61 an dem Führungshebel 21 befestigt werden kann. Im Zahnradabschnitt
27 weist der Zahnradhebel 22 eine sechseckige, durchgehende Ausnehmung 60 auf, in
welcher die Querstange 24, welche ebenfalls einen entsprechenden, möglichst passgenauen
sechseckförmigen Querschnitt aufweist, einsteckbar ist.
[0056] Fig. 3D zeigt ein entsprechendes Zahnrad 22A, welches ebenfalls eine sechseckförmige
Ausnehmung 60A für die Querstange 24 aufweist.
[0057] Fig. 3E zeigt eine Führungsschiene 23, 23A, wie sie sowohl für den Zahnradhebel 22
als auch das Zahnrad 22A verwendet werden kann. Diese Führungsschiene 23, 23A weist
ein Gehäuse 70 auf, an dessen oberen Bereich hakenförmige Befestigungsabschnitte 71
vorgesehen sind, über welche das Gehäuse 70 in entsprechende Ausnehmungen der Sitzschale
eingesteckt und dort eingeklipst oder auf andere Weise befestigt werden kann. Die
Führungsschiene 23, 23A weist an einer ersten Seitenwand einen Zahnabschnitt 72 in
Form einer gezahnten Schiene auf. Die Zähne (und die Zahnlücken) dieses Zahnabschnittes
72 sind derart dimensioniert, dass die dazu passenden Zähne (und die Zahnlücken) der
Zahnräder 22, 22A in diesen Zahnabschnitt 72 eingreifen können, um die von den Zahnrädern
22, 22A übertragene Kraft formschlüssig aufnehmen zu können. Vorzugsweise stehen dabei
immer mindestens zwei Zähne der Zahnräder 22, 22A mit jeweils mindestens zwei Zähnen
eines Zahnabschnittes 72 in Eingriff. Der Eingriffspunkt soll dabei möglichst gut
abrollen, damit wenig Verschleiß entsteht und die Kraft optimal aufgenommen werden
kann. Daher gleicht z.B. die Form der Zahnflanke der Zähne der Zahnräder 22, 22A und
des Zahnabschnittes 72 entweder einer Evolvente oder einer Zykloide. Vorzugsweise
wird aber eine Evolventenverzahnung verwendet.
[0058] An der dem Zahnabschnitt 72 gegenüberliegenden zweiten Wand ist im unteren Bereich
ein Anschlag 73 vorgesehen, der eine untere Begrenzung für eine vertikale Bewegung
der Zahnräder 22, 22A im Inneren 36 des Gehäuses 70 bezeichnet. Die Führungsschiene
23, 23A weist an einer rückwärtigen Seite ferner eine im Wesentlichen geschlossene
Wand 74 auf, in welcher eine längliche Ausnehmung 75 vorgesehen ist. Diese längliche
Ausnehmung dient der Durchführung der Querstange 33 in das Innere der Führungsschiene
23, 23A, um so in die jeweilige Ausnehmung 60, 60A des jeweiligen Zahnrades 22, 22A
passgenau gesteckt zu werden. Die vertikale Länge dieser länglichen Ausnehmung 75
ist derart dimensioniert, dass die Querstange 33 sowohl bei einer maximalen als auch
einer minimalen Auslenkung des Führungshebels 21 und damit des daran angekoppelten
Zahnrades 22 ungehindert vertikal auf und ab bewegbar ist.
[0059] Fig. 3 zeigt in der perspektivischen Ansicht die in den Fig. 3A - 3E gezeigten Elemente
des Verstellmechanismus 20 im montierten Zustand. Die zwischen den beiden Zahnrädern
22, 22A angeordnete Querstange 33 ermöglicht eine synchrone Verzahnung durch Querkopplung,
sodass dadurch eine Last über die Zahnräder 22, 22A und die beiden Führungsschienen
23, 23A gleichmäßig auf die linke und rechte Seite des Sitzes verteilt wird. Man verhindert
durch diese gleichmäßige Lastverteilung effektiv, dass der Sitz bei der Sitzneigungsverstellung
kippelt.
[0060] Vor allem die in Vertikalrichtung verlaufenden Zahnräder 22, 22A ermöglichen eine
mechanisch stabile Höhenverstellung. Diese Zahnräder 22, 22A nehmen dabei den größten
Teil der Last auf. Die Arretierung erfolgt über die eigens dafür vorgesehene Arretiervorrichtung.
Bei arretiertem Führungshebel 21 liegt die gesamte Last somit an den in Eingriff stehenden
Zahnrädern 22, 22A und nicht an dem federelastischen Rückholelement 26 an. Dieses
federelastische Element 26 lässt sich auf diese Weise kleiner und damit kostengünstiger
dimensionieren, als dies bei bekannten Lösungen der Fall ist.
[0061] Die Fig. 4A, 4B bzw. 5A, 5B zeigen jeweils Querschnittsdarstellungen eines Verstellmechanismus
entsprechend Fig. 3 von hinten und von der Seite zur Erläuterung zweier unterschiedlichen
Verstellpositionen. Fig. 6 zeigt eine Seitendarstellung des Sitzes von außen gesehen.
In diesen Figuren ist der Verstellmechanismus 20 in einem an Sitz 11 montierten Zustand
gezeigt. Der Sitz 11 weist hier eine Sitzschale oder Sitzplatte 80 auf, auf welcher
das Sitzpolster 81 aufgebracht ist. Die Sitzplatte 80 weist eine gehäuseartige oder
gestellartige Konstruktion auf, in deren Innerem 82 der Verstellmechanismus 20 angeordnet
ist. Lediglich die Betätigungseinrichtung 32 ragt seitlich aus dem Inneren 82 des
Sitzträgers 80 heraus (siehe Fig. 5A, 5B, 6). Diese Betätigungseinrichtung 32 steht
z. B. seitlich unter dem Sitz 11 hervor (Fig. 6) oder ist in einer eigens dafür vorgesehenen
Ausnehmung im Gehäuse des Sitzes 11 eingebettet, sodass eine auf dem Sitzträger 11
sitzende Person diese Betätigungseinrichtung 32 während der Benutzung des Stuhl einfach
und bequem betätigen kann. Eine Verstellung der Sitzneigung in der Höhe erfolgt hier
z. B. durch Sitzentlastung bei gleichzeitiger Hebelbetätigung der Betätigungseinrichtung
32. Eine Verstellung der Sitzneigung in der Tiefe erfolgt durch Betätigung der Betätigungseinrichtung
32 bei gleichzeitigem Belasten des Sitzes in vertikaler Richtung.
[0062] Im Beispiel in den Fig. 4A, 4B greift z. B. der Einrastpin 56 in die erste Arretierbohrung
43 des Führungshebels 21 ein. In diesem Zustand greift der Zahnradhebel 22 in die
im unteren Bereich der Führungsschiene 23 vorgesehenen Zähne der gezahnten Schiene
31 und liegt z.B. an dem Anschlag 73 an. Dieser Gehäuseabschnitt 73 bildet gleichermaßen
einen Anschlag 73 zur Definition einer minimalen Sitzneigungsverstellung. In dieser
in Fig. 4A gezeigten Position ist eine minimale Sitzneigung realisiert. Die Feder
26, welche an dem Pin 83 an der Sitzschale befestigt ist, ist hier minimal gedehnt.
[0063] In Beispiel in den Fig. 5A, 5B greift der Einrastpin 56 in die dritte und damit letzte
Arretierbohrung 45. Hier greifen die Zähne des Zahnradhebels 22 in die oberen Zähne
der gezahnten Schiene 31 ein. Ein Gehäuseabschnitt 84 der Sitzschale 80 bildet dabei
ebenfalls einen Anschlag für die maximale Sitzneigungsverstellung. In diesem Zustand
ist eine maximale Verstellung der Sitzneigung realisiert. Die Feder 26 ist hier maximal
gedehnt. Bei einem Lösen der Arretierung würde diese Feder 26 den Führungshebel 21
und damit den Sitz 11 wieder in die Ausgangslage, wie sie in den Fig. 4A, 4B gezeigt
ist, bringen.
[0064] Darüber hinaus wäre auch eine mittlere Sitzneigung realisierbar, beispielsweise wenn
der Einrastpin 56 in die mittlere Arretierbohrung 44 eingreift (in den Figuren nicht
gezeigt).
[0065] Die Fig. 7A, 7B zeigen Seitendarstellungen eines erfindungsgemäßen Stuhls mit Verstellmechanismus.
In der Fig. 7A ist der Verstellmechanismus 20 in seiner Ausgangsposition dargestellt,
d. h. der Sitz 11 ist hier nicht gekippt, wohingegen in dem Beispiel in Fig. 7B der
Sitz 11 über den Verstellmechanismus 20 um 4° nach vorne geneigt ist. Die Schwenkachse,
über welche der Sitz dabei geneigt ist, ist hier mit Bezugszeichen 85 bezeichnet.
Die Neigung des Sitzes 11 gegenüber der Horizontalen ist mit α bezeichnet. Der Neigungswinkel
beträgt im Beispiel in Fig. 7A α = 0°, wohingegen im Beispiel in Fig. 7B der Neigungswinkel
α = 4° beträgt.
[0066] Nachfolgend wird die erfindungsgemäße Synchronmechanik anhand der Fig. 8 bis 12 näher
erläutert. Die erfindungsgemäße Synchronmechanik ist Bestandteil der Verstellmechanik
16 und sieht ein Zusammenspiel der Vorrichtung 20 zur Sitzneigungsverstellung (siehe
Fig. 2 bis 7B) sowie der Rückenlehnenverstellung vor.
[0067] Fig. 8 zeigt zur Erläuterung der erfindungsgemäßen Synchronmechanik zunächst einen
erfindungsgemäßen Stuhl 10 in einer Explosionsdarstellung. Dieser Stuhl 10 weist in
bekannter Weise einen Sitz 11, eine Rückenlehne 12 sowie ein Stuhlgestell 17 auf.
[0068] Das Stuhlgestell 17 umfasst ein Stuhlkreuz 19, auf dem eine Standsäule 13 drehbar
befestigt ist. Die Standsäule 13 trägt den Sitz 11.
[0069] Der Sitz 11 umfasst einen Verstellmechanismus 20, einen Sitzträger 14 sowie eine
im Allgemeinen gepolsterte Sitzfläche 11A, die auf dem Sitzträger 14 aufgebracht ist.
[0070] Der Verstellmechanismus 16 umfasst, wie bereits anhand der Figuren 2 bis 7 erläutert,
die Vorrichtung 20 zur Sitzneigungsverstellung, auf die hier nicht im Detail eingegangen
wird. Darüber hinaus enthält der Verstellmechanismus 16 auch die erfindungsgemäße
Synchronmechanik, die somit auch einen Verstellmechanismus zur Rückenlehnenverstellung
umfasst. Auf diesen Verstellmechanismus zur Rückenlehnenverstellung wird nachfolgend
mit Bezug auf die Figuren 9 und 10 noch detailliert eingegangen.
[0071] Die Rückenlehne 12 umfasst ein zum Beispiel gepolstertes Rückenlehnenelement 18,
welches über den Rückenlehnenträger 15 an dem Stuhlgestell 17 bzw. dem Sitz 11 befestigbar
ist. Zum Zwecke der Verstellung der Rückenlehne 12 ist der Rückenlehnenträger 15 mit
einer eigens dafür vorgesehenen Befestigungsschnittstelle 90 an der Verstellmechanik
16 befestigt. Die Vorrichtung 20 zur Sitzneigungsverstellung, die Bestandteil des
Verstellmechanismus 20 ist, umfasst hier, wie bereits vorstehend erläutert, das federelastische
Element 26, ein Getriebegehäuse 23, Zahnräder 22A und die Sechskantquerstange 33 zur
Kopplung der in dem Getriebegehäuse 23 verlaufenden Zahnräder 22A.
[0072] Darüber hinaus weist der erfindungsgemäße Verstellmechanismus 20 auch eine Synchronmechanik
zur Rückenlehnenverstellung auf. Diese Synchronmechanik umfasst im vorliegenden Ausführungsbeispiel
einen Verriegelungshaken 91 mit daran starr befestigten Verriegelungsbolzen 92, Druckfeder
93 und eine Schaltkulisse 94. Zum Betätigen der Rückenlehnenverstellmechanik ist eine
Betätigungstaste 95 vorgesehen, die über einen Bowdenzug 97 (in Fig. 8 nicht dargestellt)
mit einem Push-Push-Schalter 96 gekoppelt ist. Der Push-Push-Schalter 96 ist über
einen vorspannbaren Schaltdraht 98 (in Fig. 8 nicht dargestellt) mit dem Verriegelungshaken
91 bzw. der Druckfeder 93 gekoppelt. Ferner sieht die Synchronmechanik eine zum Durchstecken
des Verriegelungsbolzens 92 vorgesehen Bohrung 99 auf, die in der Schaltkulisse 94
vorgesehen ist und in die der Verriegelungsbolzen 92 einführbar ist, sofern diese
miteinander fluchten.
[0073] Fig. 9 zeigt einen Ausschnitt des in Fig. 8 dargestellten erfindungsgemäßen Stuhls
im Bereich des erfindungsgemäßen Verstellmechanismus 16 mit daran angebrachtem Rückenlehnenträger
15. Fig. 9 zeigt dabei speziell den Sitz 11 aus Fig. 8 im zusammengebauten Zustand
in einer perspektivischen Ansicht, jedoch ohne die Sitzfläche 11A, um dadurch die
einzelnen Elemente des erfindungsgemäßen Verstellmechanismus 16 und deren Zusammenwirken
besser darstellen zu können. Die Fig. 9A und 9B zeigen eine Seitendarstellung bzw.
eine rückseitige Darstellung des Ausschnittes des erfindungsgemäßen Stuhls 10 aus
Fig. 9, wobei hier die Sitzfläche 11A gezeigt ist.
[0074] Der Verriegelungshaken 91 ist auf der Sechskantwelle 33 befestigt und lässt sich
damit über die Sechskantwelle 33 mitdrehen. Der Verriegelungshaken 91 weist an seiner
freien Oberseite einen Haken 91A auf. Dieser Haken ist in der Ausgangsposition des
Verriegelungshakens 91 an einer entsprechenden Stelle des Sitzträgers 14 eingehakt.
Der Verriegelungsbolzen 92 ist starr an dem Verriegelungshaken 91 angekoppelt und
dreht sich damit im Falle einer Drehung des Verriegelungshakens 91 mit diesem mit.
Auf der Sechskantwelle 33 ist ferner eine Schaltkulisse 94 mit Verriegelungsbohrung
99 starr, also fest angebracht.
[0075] Wie in Fig. 9 deutlich wird, ist die Betätigungstaste 95 zur Rückenlehnenverstellung
über einen Bowdenzug 97 mit dem Push-Push-Schalter 96 verbunden. Der Push-Push-Schalter
96 ist wiederum über einen Schaltdraht 98 mit dem Verriegelungshaken 91 mit Verriegelungsbolzen
92 gekoppelt. Der Schaltdraht 98 ist mit dem Verriegelungshaken 91 bzw. der daran
angebrachten Druckfeder derart gekoppelt, dass im Falle einer Betätigung der Betätigungstaste
95 der Verriegelungshaken 91 entlang der Sechskantwelle 33 verschoben wird. Diese
Verschiebung erfolgt im gezeigten Beispiel federelastisch unter Verwendung der Druckfeder
93. Damit wird auch der an dem Verriegelungshaken 91 befestigte und damit fest mit
diesem gekoppelte Verriegelungsbolzen 92 entlang der Sechskantwelle 33 verschoben.
Sofern der Verriegelungsbolzen 92 mit der in der Schaltkulisse 94 vorgesehenen Bohrung
99 fluchtet, wird sie durch Federkraft der Druckfeder 93 in die Verriegelungsbohrung
99 geschoben, wodurch der Sitzneigemechanismus gesperrt ist.
[0076] In den Fig. 9A und 9B bezeichnen die Bezugszeichen 100, 101 den ortsfesten vorderen
Drehpunkt bzw. den hinteren Drehpunkt. Der hintere Drehpunkt 101 ist ortsbeweglich
und kann in der Kulissenführung nach oben und unten bewegt werden. Nachfolgend wird
die Funktionsweise der in Figur 9 dargestellten Synchronmechanik anhand der Fig. 9
bis 9B erläutert:
[0077] Der Verriegelungsbolzen 92 ist im hinteren Sitzlenker (hintere Drehachse 101) gelagert
und wird mit dem Verriegelungshaken 91 seitlich verschoben. Im Falle einer Drehung
der Zahnräder 22a gegen den Uhrzeigersinn heben sich der Sitzträger 14 und die darauf
aufgebrachte Sitzfläche 11A hinten an, wodurch die Sitzneigung entsteht.
[0078] Wird die Betätigungstaste 95 betätigt, dann wird der Push-Push-Schalter 96 über den
Bowdenzug 97 betätigt, wobei der Push-Push-Schalter 96 diese Position hält. Dadurch
wird der Schaltdraht 99 ausgelöst, wodurch der Haken 91A des Verriegelungshakens 91
Druckfeder beaufschlagt auf der Achse der Sechskantwelle solange verschoben wird,
bis der Haken 91A den Sitzträger 14 freigibt. In diesem Zustand ist die über das Zahnrad
22A kinematisch mit dem Sitzträger 14 gekoppelte Sechskantwelle 33 folglich frei drehbar.
Die beiden als Zugfedern 26 ausgebildeten federelastischen Elemente 26 ziehen durch
die Drehbewegung der Zahnräder 22A den Sitzträger 14 dann in die obere Position. In
diesem Zustand drückt der Verriegelungshaken 91 und damit der an diesem angebrachte
Verriegelungsbolzen 92 gegen die Schaltkulisse 94. Sofern der Verriegelungsbolzen
92 mit einer Verriegelungsbohrung 99 in der Schaltkulisse 94 fluchtet, gleitet der
Verriegelungsbolzen 92 in die Verriegelungsbohrung der Schaltkulisse 94 und sperrt
damit eine weitere Bewegung. Dadurch sind die beiden Zahnräder 22a über die durchgehende
Sechskantwelle 33 mit der Winkelbewegung zwischen dem hinteren Mechaniklenker und
Sitzträger gekoppelt.
[0079] Die Fig. 10A bis 10C zeigen ausschnittsweise schematische Seitendarstellungen des
erfindungsgemäßen Stuhls zur Erläuterung der Funktion der erfindungsgemäßen Synchronmechanik.
[0080] Bezugszeichen 102 bezeichnet hier den (Lordose-)Abstützpunkt des Rückens einer sitzenden
Person auf dem Rückenlehnenelement 18 der Rückenlehne 12. Die Rückenlehne 12 ist über
eine hebelarmartige Befestigungsschnittstelle 90 des Rückenlehnenträgers 15 an der
Verstellmechanik 16 befestigt. Diese Verstellmechanik 16 umfasst die Kulissenführung
104, entlang der die Sechskantwelle 33, welche Bestandteil des Sitzträgers 14 ist,
bewegbar ist.
[0081] Fig. 10A zeigt den Stuhl 10 mit nicht aktivem Sitzneigungsverstellmechanismus und
nicht aktivem Rückenverstellmechanismus. Der Sitzträger 14 mit darauf vorgesehener
gepolsterter Sitzfläche 11A ist an einer vorderen Drehachse 100 ortsfest drehbar an
der Verstellmechanik 16 gelagert. Die hintere Drehachse 101 ist ortsbeweglich und
kann in der Kulissenführung 104 nach oben und unten bewegt werden. Die hintere Drehachse
101 wird im gezeigten Beispiel durch die Sechskantwelle 33 gebildet.
[0082] Im gezeigten Beispiel der Fig. 10A mit deaktiviertem Nitzneigeverstellmechanismus
und deaktiviertem Rückenverstellmechanismus befindet sich die Sitzfläche 11A in einer
im Wesentlichen nicht geneigten, waagerechten Ausgangsposition. Die hintere Drehachse
101 befindet sich im oberen Bereich der Kulissenführung 104.
[0083] Fig. 10B zeigt den Stuhl 10 in einer Situation, bei der eine Sitzneigung betätigt
ist. Im Beispiel in Fig. 10B ist die Rückenlehnenverstellung nicht betätigt. In diesem
Zustand ist die Sitzfläche 11A um einen vorgegebenen Winkel, zum Beispiel 4°, gegenüber
der Ausgangsposition geneigt. Der Sitzträger 14 wird dabei um die vordere Drehachse
100 gegen den Uhrzeigersinn gedreht, wodurch der Sitzträger 14 aufgrund des Freiheitsgrades
des Sitzträgers 14 im Bereich der hinteren Drehachse 101, d.h. bedingt durch die Kulissenführung
104, zumindest teilweise nach oben schwenkt. Dieses nach oben Schwenken ergibt sich
dadurch, dass die Kulissenführung 104 relativ zur hinteren Drehachse 101 nach oben
bewegt wird.
[0084] Im Beispiel in Fig. 10B, d.h. bei nicht betätigter Rückenlehne 12, ergibt sich ein
optimaler Winkel zwischen den Oberschenkeln und dem Oberkörper einer auf dem Stuhl
10 sitzenden Person.
[0085] Fig. 10C zeigt den Stuhl 10 in einer Situation, bei der eine Sitzneigung sowie der
Rückenlehnenverstellmechanismus (also die Synchronmechanik) betätigt sind. In diesem
Zustand wird beim Bestätigen des Mechanismus der Rückenlehnenverstellung die Sitzneigeverstellung
blockiert oder deaktiviert, beispielsweise analog wie oben anhand der Fig. 9 bis 9B
erläutert. Der Sitzträger 14 wird entlang der Kulissenführung 104 nach unten gezogen,
wodurch die Sitzfläche 11A aufgrund der Synchronmechanik etwas zur Rückenlehne 12,
oder besser gesagt näher zum Abstützpunkt 102, gelangt. Die Position der Sitzfläche
11A zum Abstützpunkt 102 des Rückenlehnenelementes 18 entspricht damit im Wesentlichen
dem Zustand ohne aktivierte Sitzneigung. Der Abstützpunkt 102 der Rückenlehne 12 ist
damit im Verhältnis zur Sitzfläche 11A optimal.
[0086] Die Figuren 11 bis 12B zeigen eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Stuhls 10. Es handelt sich dabei um eine in weiten Teilen dem Stuhl 10 gemäß den Figuren
8 bis 9B gleiche Ausführungsform, weshalb im Folgenden lediglich auf die Unterschiede
dazu eingegangen wird.
[0087] Die Ausführungsform der Figuren 11 bis 12B unterscheidet sich insbesondere dadurch,
dass die Betätigungstaste 95 über einen Bowdenzug 111 direkt mit dem Verriegelungshaken
110 gekoppelt ist, dies stellt eine vorteilhaft bauteilanzahlreduzierte Bauweise dar.
[0088] Es ist eine Abdeckung 112 vorgesehen, welche mit einem Lager 112A für die Außenhülle
des Bowdenzugs gebildet ist. Zwischen der Abdeckung und dem Verriegelungshaken 110
ist eine Druckfeder 113 vorgesehen. Der Bowdenzug 111 ist mit dem Verriegelungshaken
110 bzw. der daran angebrachten Druckfeder 113 derart gekoppelt, dass im Falle einer
Betätigung der Betätigungstaste 95 der Verriegelungshaken 110 entlang der Sechskantwelle
33 verschoben wird. Diese Verschiebung erfolgt im gezeigten Beispiel federelastisch
unter Verwendung der Druckfeder 113. Damit wird auch der an dem Verriegelungshaken
110 befestigte und damit fest mit diesem gekoppelte Verriegelungsbolzen 92 entlang
der Sechskantwelle 33 verschoben. Sofern der Verriegelungsbolzen 92 mit der in der
Schaltkulisse 94 vorgesehenen Bohrung 99 fluchtet, wird sie durch Federkraft der Druckfeder
113 in die Verriegelungsbohrung 99 geschoben, wodurch der Sitzneigemechanismus gesperrt
ist.
[0089] Zur Deaktivierung der Sitzneigung wird die Betätigungstaste 95 im entlasteten Zustand
des Sitzes 11 betätigt und der Sitz 11 bzw. dessen Sitzfläche 11A anschließend nach
unten gedrückt. Durch die Betätigung der Betätigungstaste 95 wird der Verriegelungshaken
110 über den Bowdenzug 111 aus der Sitzrichtung betrachtet bzw. in der perspektive
aus Fig. 12B nach rechts verschoben. Dadurch wird die Verriegelung des Verriegelungsbolzens
92 in der Schaltkulisse 94 gelöst. Der Sitzträger 14 und die Sitzfläche 11A sind dann
durch Belastung auf den Sitz in eine untere Position bewegbar. Dabei wird der Haken
110A über eine Einführschräge in eine Verhakungsposition mit dem Sitzträger 14 geführt.
[0090] Zum Aktivieren der Sitzneigung wird im entlasteten Zustand des Sitzes 11 die Betätigungstaste
95 kurz betätigt. Dadurch wird der Verriegelungshaken 110 über den Bowdenzug 111 in
Sitzrichtung nach rechts verschoben, wodurch der Haken 110A den Sitzträger 14 freigibt.
Die Zugfedern 26 drehen die Zahnräder 22, 22A um die innerhalb der Verstellmechanik
16 ortsfest rotierbare Sechskantwelle 33 in eine Position, in welcher die Zahnräder
22, 22A den Sitzträger 14 aufgrund des Zahneingriffs um die vordere Drehachse 100
nach oben schwenken, wodurch die Sitzneigung der Sitzoberfläche 11A erreicht wird.
Die Druckfeder 33 schiebt den Verriegelungsbolzen 92 dann in die bei dieser Position
fluchtende Verriegelungsbohrung 99 der Schaltkulisse 94. Die beiden Zahnräder 22,
22A sind über die durchgehende Sechskantwelle 33 drehfest mit der Schaltkulisse gekoppelt.
Somit ist der rotatorische Freiheitsgrad der Zahnräder 22, 22A nach Einschieben des
Verriegelungsbolzens 92 in die Verriegelungsbohrung 99 festgelegt. Aufgrund der Verzahnung
ist der Sitzträger 14 dann in dieser Position ebenfalls festgelegt.
[0091] Obwohl die vorliegende Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele vorstehend
vollständig beschrieben wurde, ist sie darauf nicht beschränkt, sondern auf vielfältige
Art und Weise modifizierbar.
[0092] Auch bezieht sich die Erfindung nicht notwendigerweise auf Drehstühle und/oder Bürosessel,
sondern lässt sich auch bei beliebig anderen Stühlen mit Synchronmechanik, Sitzneigeverstellung
und Rückenlehnenverstellung vorteilhaft einsetzen.
[0093] Die vorliegende Erfindung ist nicht notwendigerweise auf die vorstehende konkrete
Konstruktion eines Sitzneigeverstellmechanismus beschränkt. Vielmehr wäre auch denkbar,
auf die Querstange sowie das Bereitstellen einer zweiten vertikalen Führungsschiene
zu verzichten, wenngleich dies insbesondere aus Stabilitätsgründen weniger vorteilhaft
wäre.
[0094] Wenngleich die Arretierung über einen federbeaufschlagten Arretierstift mittels Betätigung
eines Bowdenzugs mit oder ohne Überlastschutz von Vorteil ist, lässt sich natürlich
auch eine andere Arretiermöglichkeit verwenden. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel
lassen sich drei verschiedene Sitzhöhen einstellen, indem über eine Arretiereinrichtung
der Führungshebel jeweils an drei verschiedenen horizontalen Positionen arretiert
wird. Denkbar wären natürlich auch lediglich zwei einstellbare Sitzneigungen oder
mehr als drei einstellbare Sitzneigungen. Darüber hinaus wäre es auch denkbar, eine
stufenlose Sitzneigeverstellung zu realisieren, sofern für die Arretierung eine andere
als die oben beschriebene, Einrastpin bezogene Arretierung verwendet wird.
[0095] Auch wenn die vorliegende Erfindung in den vorstehenden Ausführungsbeispielen im
Wesentlichen auf die Verwendung von Führungsschienen, Zahnradhebeln und lineare Führungsschienen
beschrieben wurde, wäre auch eine Variation dieser Elemente durch im Wesentlichen
gleichwirkende Elemente denkbar.
[0096] Auch die Konstruktion der Führungsschienen und der Zahnräder lässt sich natürlich
variieren, ohne vom erfindungsgemäßen Gegenstand abzuweichen. Auch müssen die Querstange
und die entsprechenden Ausnehmungen in den Zahnrädern nicht notwendigerweise sechseckig
ausgebildet sein, sondern können auch quadratisch, dreieckig, vieleckig oder etwa
auch rund oder oval sein.
[0097] Auch die angegebenen Materialien, Größenangaben und Dimensionierungen sind lediglich
beispielhaft zu verstehen.
[0098] Es versteht sich von selbst, dass das Zusammenspiel zwischen Verriegelungsbolzen
und Verriegelungsbohrung auch umgedreht werden kann, ohne vom Gegenstand der Erfindung
abzuweichen. In diesem Falle wäre z.B. die Verriegelungsbohrung an dem Verriegelungshaken
vorgesehen und der Verriegelungsbolzen an der Schaltkulisse befestigt.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0099]
- 10
- Stuhl
- 11
- Sitz
- 11A
- Sitzfläche
- 12
- Rückenlehne
- 13
- Standsäule
- 14
- Sitzträger
- 15
- Rückenlehnenträger
- 16
- Verstellmechanik, Verstellmechanismus
- 17
- Stuhlgestell
- 18
- Rückenlehnenelement
- 19
- Stuhlkreuz
- 20
- Verstellmechanismus, Vorrichtung zur Sitzneigeverstellung
- 21
- Führungshebel
- 22
- nockenförmiges Zahnrad, Zahnradhebel
- 22A
- Zahnrad
- 23
- Führungsschiene, Getriebegehäuse
- 23A
- Führungsschiene, Getriebegehäuse
- 24
- Ende des Führungshebels
- 25
- Ende des Führungshebels
- 26
- federelastisches Element, Spiralfeder
- 27
- Zahnradabschnitt
- 28
- Hebelabschnitt
- 29
- gelenkige Verbindung
- 30
- Inneres der Führungsschiene
- 31
- Rastschienen, Zahnradabschnitt
- 32
- Betätigungseinrichtung
- 33
- Querstange, Sechskantwelle
- 40
- Befestigungspin
- 41
- Befestigungsöse
- 42
- Bohrung
- 43
- Arretierbohrung
- 44
- Arretierbohrung
- 45
- Arretierbohrung
- 50
- Betätigungstaste
- 51
- (innere) Hülse
- 52
- (äußere) Hülse
- 53
- Bowdenzug
- 55
- Überlastfeder
- 56
- Einrastpin, Arretierstift
- 57
- Druckfeder
- 60
- sechseckige Ausnehmung für die Querstange
- 60A
- sechseckige Ausnehmung für die Querstange
- 61
- Bohrung
- 70
- Gehäuse der Führungsschiene
- 71
- hakenförmige Abschnitte, Befestigungsabschnitte
- 72
- Zahnabschnitt
- 73
- Anschlag
- 74
- rückwärtige Wand
- 75
- Ausnehmung für die Querstange
- 80
- Sitzschale, Sitzplatte
- 81
- Polster
- 82
- Inneres der Sitzschale
- 83
- Befestigungspin
- 84
- Anschlag
- 85
- Schwenkachse, Drehachse
- 90
- Befestigungsschnittstelle
- 91, 110
- Verriegelungshaken
- 91A, 110A
- Haken, Hakenbereich
- 92
- Verriegelungsbolzen
- 93, 113
- Druckfeder
- 94
- Schaltkulisse
- 95
- Betätigungstaste
- 96
- Push-Push-Schalter
- 97,111
- Bowdenzug
- 98
- Schaltdraht
- 99
- Verriegelungsbohrung
- 100
- vorderer Drehachse
- 101
- hintere Drehachse
- 102
- (Lordose-)Abstützpunkt
- 103
- Abstützrichtung
- 104
- Kulissenführung
- 112
- Abdeckung
- 112A
- Lager für Außenhülle des Bowdenzugs
- X
- horizontale Verstellrichtung
- Y
- vertikale Verstellrichtung
- Z
- Betätigungsrichtung
- F
- Kraft
- D
- Durchmesser des Einrastpins
- α
- Neigungswinkel
1. Stuhl (10) mit Synchronmechanik, insbesondere Bürodrehstuhl,
mit einer Rückenlehne (12),
mit einem Sitz (11), der eine Sitzfläche (11A), einen Sitzträger (14) und eine Verstellmechanik
(16) aufweist,
mit einer Vorrichtung (20) zur Sitzneigungsverstellung, über welche die Sitzfläche
(11A) zumindest teilweise in vertikaler Richtung (y) neigbar ist,
mit einer Synchronmechanik, die mit der Rückenlehne (12) und dem Sitz (11) gekoppelt
ist und über welche die Rückenlehne (12) relativ zum Sitz (11) in horizontaler Richtung
nach hinten schwenkbar ist, wobei die Synchronmechanik derart ausgebildet ist, dass
die Vorrichtung (20) zur Sitzneigungsverstellung in einem nach hinten geneigten Zustand
der Rückenlehne (12) deaktiviert ist.
2. Stuhl nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Synchronmechanik derart ausgebildet ist, dass die Vorrichtung (20) zur Sitzneigungsverstellung
erst in einem vollständig nach hinten geneigten Zustand der Rückenlehne (12) deaktiviert
ist.
3. Stuhl nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Synchronmechanik aufweist:
- eine Schaltkulisse (94), welche eine Verriegelungsbohrung (99) aufweist,
- einen auf einem Drehgelenk (100) vorgesehenen, Federkraft beaufschlagten Verriegelungshaken
(91; 110), der in axialer Richtung einer Achse des Drehgelenks (100) verschiebbar
ist,
- einen starr mit dem Verriegelungshaken (91; 110) gekoppelten Verriegelungsbolzen
(92), welcher in fluchtender Position in die Verriegelungsbohrung (99) verschiebbar
ist und in dieser Position die Vorrichtung (20) zur Sitzneigungsverstellung verriegelt
und damit deaktiviert.
4. Stuhl nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schaltkulisse (94) starr mit dem Drehgelenk (100) gekoppelt ist und derart angeordnet
ist, dass der in der Verriegelungsbohrung (99) eingeführte Verriegelungsbolzen (92)
als Mitnehmer fungiert und den Verriegelungshaken (91; 110) im nicht eingehakten Zustand
mitnimmt.
5. Stuhl nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Verriegelungshaken (91; 110) einen Hakenbereich (91A; 110A) aufweist, über den
der Verriegelungshaken (91;110) am Gehäuse des Sitzträgers (14) derart einhakbar ist,
dass ein Mitnehmen des Verriegelungshakens (91; 110) durch die Schaltkulisse (94)
blockiert ist.
6. Stuhl nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Synchronmechanik ferner einen Bestätigungsmechanismus (93, 95, 96, 97, 98; 95,
111, 113) aufweist, der ein über eine Betätigungselement (95) betätigbares Federelement
(93; 113) aufweist, welches mit dem Verriegelungshaken (91; 110) federelastisch gekoppelt
ist und über welches der Verriegelungshaken (91; 110) und damit der Verriegelungsbolzen
(92) in axialer Richtung in die Verriegelungsbohrung (99) verschiebbar ist.
7. Stuhl nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Betätigungselement (95, 111; 113) über einen Bowdenzug (111) direkt mit dem Verriegelungshaken
(91; 110) und/oder dem Federelement (93; 113) gekoppelt ist.
8. Stuhl nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Betätigungselement (93, 95, 96, 97, 98) über einen Bowdenzug mit einem Push-Push-Schalter
(96) gekoppelt ist, welcher wiederum über einen Schaltdraht (98) mit dem Verriegelungshaken
(91) und/oder dem Federelement (93) gekoppelt ist.
9. Stuhl nach einem der Ansprüche 3 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Verriegelungsbolzen (92) und die Verriegelungsbohrung (99) zueinander fluchten,
sofern die Sitzvorneigung aktiviert und/oder die Synchronmechanik aktiv ist.
10. Stuhl nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verstellmechanik (16) mit dem Sitzträger (14) über ein vorderes, ortsstabil gelagertes
Drehgelenk (100) und ein hinteres, in einer Kulissenführung (104) ortsbeweglich gelagertes
Drehgelenk (101) gekoppelt ist, wobei das hintere Drehgelenk (101) in einer geneigten
Position des Sitzes in einem unteren Bereich der Kulissenführung (104) fixiert ist
und in der Ausgangsposition in einer oberen Ausgangsposition der Kulissenführung (104)
befindlich ist.
11. Stuhl nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung (20) zur Sitzneigungsverstellung derart ausgebildet ist, dass die
Sitzfläche (11A) von einer im Wesentlichen waagerechten Ausgangsposition um einen
vorgegebenen Winkel in eine gegenüber der Rückenlehne (12) nach vorne geneigten Position
bringbar ist.
12. Stuhl nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung (20) zur Sitzneigungsverstellung aufweist:
- ein federbeaufschlagten Führungshebel (21), der ein federelastisches Element (26)
aufweist, welches an einem Sitz (11) befestigbar ist und welches im gespannten Zustand
auf den Führungshebel (21) eine im Wesentlichen horizontal wirkende Federkraft ausübt,
- mindestens eine an dem Sitz (11) anbringbare, vertikal ausgerichtete Führungsschiene
(23, 23A), welche im Inneren (30) eine im Wesentlichen vertikal verlaufende, gezahnte
Schiene (31) aufweist,
- ein Zahnrad (22), welches über eine gelenkige Verbindung (29) mit dem Führungshebel
(21) derart gekoppelt ist, dass ein Zahnradabschnitt (27) des Zahnrades (22) im Inneren
(30) der Führungsschiene (23, 23A) vertikal bewegbar angeordnet ist, sodass bei jeder
Sitzneigung stets erste Zähne des Zahnradabschnitts (27) in zweite Zähne der gezahnten
Schiene (31) eingreifen.
13. Stuhl nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Zahnrad (22) als nockenartiges Zahnrad (22) ausgebildet ist, welches einen Zahnradabschnitt
(27) und einen Hebelabschnitt (28), der in Form einer nockenförmigen Ausformung von
dem Zahnrad (22) absteht und an dem der Führungshebel (21) über die gelenkige Verbindung
(29) angelenkt ist, aufweist.
14. Stuhl nach einem der Ansprüche 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass das federelastische Element (26) bei maximaler Sitzneigung maximal gespannt ist und
bei minimaler Sitzneigung nicht oder minimal gespannt ist.
15. Stuhl nach einem der Ansprüche 12 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwei Führungsschienen (23, 23A) vorgesehen sind und dass neben dem Zahnrad (22) ein
weiteres Zahnrad (22A) vorgesehen ist, wobei die beiden Zahnräder (22, 22A) derart
ausgebildet sind, dass sie innerhalb jeweils einer ihr zugeordneten Führungsschiene
(23, 23A) vertikal bewegbar sind und/oder wobei eine Querkoppeleinrichtung (33) vorgesehen
ist, welche die beiden Zahnräder (22, 22A) miteinander koppelt.