[0001] Die Erfindung betrifft eine Faltschachtel, einen aus einer Faltschachtel hergestellten
Behälter und ein Verfahren zum Herstellen der Faltschachtel und des Behälters.
[0002] Faltschachteln sind in mannigfaltiger Weise bekannt, zum Beispiel in Form eines handelsüblichen
Umzugskartons. Die Herstellung des Umzugskartons erfolgt dadurch, dass ein einstückiger
Stanzzuschnitt hergestellt wird. Dieser enthält vier Seitenwände. Zwei benachbarte
Seitenwände werden an einer Seitennaht verklebt und der Umzugskarton danach zu einem
Quader aufgefaltet. Für Boden und Deckel sind an den Seitenwänden entlang von Verbindungslinien
Kartonstreifen angebracht, die ebenfalls aufgefaltet werden. Durch Verschränken bzw.
Verfalten mehrerer Boden- und Deckelelemente werden Boden und Deckel jeweils mehrteilig
gebildet. Der bekannte Umzugskarton bildet hierbei einen Behälter, da dieser neben
einem quaderförmigen Grundkörper - umfassend Boden und Seitewände - auch einen zugehörigen
Deckel aufweist.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine verbesserte Faltschachtel, einen
verbesserten Behälter und verbesserte Herstellungsverfahren für diese anzugeben.
[0004] Hinsichtlich der Faltschachtel wird die Aufgabe gelöst durch eine Faltschachtel gemäß
Patentanspruch 1. Diese umfasst eine Bodenwand und Seitenwände. Jede Seitenwand ist
an je einer Verbindungslinie mit der Bodenwand verbunden und in eine Auffaltposition
auffaltbar. In der Auffaltposition verlaufen dann jeweils benachbarte Randbereiche
zweier benachbarter Seitenwände entlang einer Kante der Faltschachtel. Die Faltschachtel
enthält ein Anschlagelement, welches derart ausgebildet ist, dass es eine Bewegung
der Seitenwände, ausgehend von der Auffaltposition, zum Inneren der Faltschachtel
hin verhindert. Das Anschlagelement verhindert die Bewegung anhand eines Formschlusses,
der in den Randbereichen zwischen zwei benachbarten Seitenwänden wirkt. In der Regel
sind die Verbindungslinien Geraden und die aneinander gereihten Verbindungslinien
ergeben eine die Bodenwand umfassende Gesamtlinie. Eine im aufgefalteten Zustand quaderförmige
Faltschachtel weist beispielsweise vier rechteckig und eben verlaufende Verbindungsgeraden
für vier rechteckige Seitenwände und eine rechteckige Bodenwand auf.
[0005] Durch das Anschlagelement erhält die Faltschachtel zumindest dahingehend mechanische
Stabilität, dass die Seitenwände aus der Auffaltposition nicht weiter zum Inneren
der Faltschachtel hin bewegbar sind und so die Faltschachtel nicht nach innen zusammenfallen
kann. Da das Anschlagelement formschlüssig wirkt, ist bei der Faltschachtel bezüglich
der o.g. Fixierung der Seitenwände in der Auffaltposition z.B. eine Verklebung zweier
Seitenwände nicht mehr erforderlich.
[0006] Die Faltschachtel lässt sich auch sehr einfach herstellen. Zunächst werden die Seitenwände
in die Auffaltposition aufgefaltet, wobei dann benachbarte Randbereiche entlang der
Kante der Faltschachtel verlaufen. Ein Anschlagelement verhindert dann die Bewegung
der Seitenwände aus der Auffaltposition zum Inneren der Faltschachtel hin durch den
oben genannten Formschluss.
[0007] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Anschlagelement dadurch gebildet, dass
in der Auffaltposition die Randbereiche zweier benachbarter Seitenwände Längsabschnitte
aufweisen, wobei der Längsabschnitt der einen Seitenwand demjenigen der anderen Seitenwand
gegenüberliegt, d.h. entlang der gemeinsamen Kante entlang des selben Kantenabschnitts
verläuft. Die Längsabschnitte müssen sich hierbei entlang der Kante aber nicht lückenlos
aneinander schließen. Das Anschlagelement ist dadurch gebildet, dass - in der Auffaltposition
- in entlang der Kante direkt aufeinanderfolgenden, also benachbarten Längsabschnitten
wechselweise der Randbereich der einen Seitenwand die Stirnseite des Randbereiches
der anderen Seitenwand überdeckt und umgekehrt. "Wechselweise" bedeutet also, dass
in Richtung entlang der Kante zunächst in einem ersten Längsabschnitt der Randbereich
der ersten Seitenwand die Stirnseite des Randbereichs der zweiten Seitenwand überdeckt,
und dann in einem sich entlang der Kante anschließenden Längsabschnitt der Randbereich
der zweiten Seitenwand die Stirnseite des Randbereichs der ersten Seitenwand überdeckt.
Entlang einer Kante sind die Seitenwände also wechselweise gegeneinander versetzt.
Es bildet sich eine Art Verzapfung. Bei mehreren aufeinanderfolgenden Längsabschnitten
entlang der Kante ergibt sich eine Art Zickzack-Form. Durch den wechselweisen Versatz
der Randbereiche ergibt sich eine Statik bzw. Eigenstatik in Form einer gegenseitigen
Abstützung der Seitenwände im Randbereich gegeneinander, welche eine Bewegung zum
Inneren der Faltschachtel hin verhindert.
[0008] Auch diese Ausführungsform lässt sich leicht herstellen, indem an den Randbereichen
benachbarter Seitenwände jeweils gegenüberliegende Längsabschnitte gebildet werden,
wobei in benachbarten Längsabschnitten wechselweise der eine Randbereich die Stirnseite
des anderen Randbereichs überdeckt.
[0009] In einer bevorzugten Variante dieser Ausführungsform weisen zumindest zwei der -
bevorzugt alle - Längsabschnitte entlang der gemeinsamen Kante zumindest annähernd
gleiche Längen auf. Insbesondere bei geradzahliger Anzahl von Längsabschnitten ergibt
sich so eine symmetrische Abstützung der Seitenwände zueinander. Dieser Effekt ergibt
sich zumindest immer dann, wenn sich die Seitenwände auf jeweils in der Summe gleichlangen
Längsabschnitten gegeneinander abstützen. Die Längsabschnitte werden also bevorzugt
mit annähernd gleicher Länge hergestellt.
[0010] In einer weiteren Variante der genannten Ausführungsform schließen sich die Längsabschnitte
entlang der gemeinsamen Kante lückenlos aneinander an bzw. werden derart hergestellt.
Mit anderen Worten überdeckt entlang der Kante stets die erste Seitenwand die Stirnseite
der zweiten Seitenwand oder umgekehrt. Es ergeben sich keine nicht abgestützten Bereiche
entlang der Kante.
[0011] In einer bevorzugten Ausführungsform sind bzw. werden die Bodenwand und/oder ein
oder mehrere oder alle Seitenwände jeweils für sich einstückig ausgeführt. Entsprechende
Boden- und Seitenwände sind besonders stabil, da diese nicht aus mehreren Elementen
zusammengesetzt sind. Alternativ oder zusätzlich können Bodenwand und mindestens eine
der Seitenwände auch gemeinsam einstückig ausgeführt sein, d.h. insgesamt aus einem
Materialstück bestehen. Somit ist auch an der Verbindungslinie zwischen Bodenwand
und Seitenwand eine Fügung, z.B. durch Kleben, nicht erforderlich. Insbesondere sind
alle Wände, d.h. Bodenwand und sämtliche Seitenwände jeweils für sich und gemeinsam
einstückig ausgeführt. Die gesamte Faltschachtel ist dann als Rohling in Form eines
Stanzkreuzes bzw. einstückigen Zuschnitts herstellbar.
[0012] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist die Faltschachtel ein Haltemittel
auf, welches vom Anschlagelement verschieden ist. Das Haltemittel ist derart ausgebildet,
dass es eine Bewegung der Seitenwände aus der Auffaltposition vom Inneren der Faltschachtel
weg verhindert. Das Haltemittel verhindert also eine Bewegung der Seitenwände aus
der Auffaltposition vom Inneren der Faltschachtel weg bzw. sichert mit anderen Worten
ausgehend von der Auffaltposition gegenüber dem Anschlagelement die Gegenbewegung
der Seitenwände. In Kombination mit dem Anschlagelement sind dann die Seitenwände
in der Auffaltposition vollständig arretiert, d.h. können sich weder zum Schachtelinneren
hin noch von diesem weg bewegen. Die Faltschachtel ist dann mechanisch gänzlich stabil
ausgebildet.
[0013] In einer Variante dieser Ausführungsform ist das Haltemittel derart ausgebildet,
dass es auf jeweils zwei benachbarte Seitenwände einwirkt, um deren Bewegung zu verhindern.
Mit anderen Worten wirkt das Haltemittel zwischen jeweils zwei benachbarten Seitenwänden.
Hierbei spielt es keine Rolle, ob es auch auf die anderen Seitenwände einwirkt oder
nicht.
[0014] In einer bevorzugten Variante dieser Ausführungsform ist bzw. wird das Haltemittel
durch die Randbereiche benachbarter Seitenwände gebildet. Die Haltewirkung bzw. -kraft
wird also durch die Ausgestaltung der Randbereiche verursacht.
[0015] In einer alternativen Ausführungsform ist das Haltemittel derart ausgebildet, dass
es auf alle Seitenwände gemeinsam einwirkt, um deren entsprechende Bewegung zu verhindern.
Es ist dann nur ein einziges Haltemittel nötig, um sämtliche Seitenwände zu arretieren.
[0016] In einer bevorzugten Ausführungsform enthält das Haltemittel ein die Bewegung verhinderndes
Reibschlusselement und/oder Formschlusselement und/oder Verbindungselement. Ein Reibschlusselement
wird beispielsweise dadurch gebildet, dass der vorstehende, die Stirnseite einer zweiten
Seitenwand überdeckende Randbereich einer ersten Seitenwand entlang der Kante etwas
länger ausgeführt ist, als eine stirnseitig überdeckte Lücke im Randbereich der zweiten
Seitenwand. Durch das geringe Übermaß verklemmt sich der so gebildete Vorsprung des
ersten Randbereiches in der Lücke und bildet gleichzeitig mit dem formschlüssig wirkenden
Anschlagelement das Haltemittel. Ein entsprechender Reibschluss entsteht hierbei durch
die elastische Verformung der Randbereiche beim Zusammenfügen der Seitenwände. Das
Haltemittel verhindert also die Bewegung durch ein in ihm enthaltenes Reibschlusselement
und/oder Formschlusselement und/oder Verbindungselement.
[0017] Ein Formschlusselement kann beispielsweise ein die Seitenwände umlaufendes, nicht
dehnbares Halteband sein, welches dann alle Seitenwände formschlüssig umgreift. Ein
solches Halteband kann aber auch elastisch ausgeführt sein. Ein solches hält dann
die Seitenwände zumindest bis zum Überschreiten seiner Federkraft formschlüssig zusammen,
wobei hier auch von einem Kraftschluss gesprochen werden könnte. Für die Seitenwände
umlaufende Haltemittel können die Seitenwände, insbesondere deren Randbereiche auch
Führungsmittel aufweisen. z.B. ist dies eine Einkerbung an der Außenseite der Faltschachtel
im Bereich der Kante, in der das Halteband dann einliegt. So ergibt sich eine Führung
des Haltebandes bezüglich der Erstreckungsrichtung der Kante, d.h. das Halteband kann
entlang der Kanten nicht verrutschen. Ein Verbindungselement ist beispielsweise Klebstoff.
Zu beachten ist, dass der Klebstoff dann nur als Haltemittel gegen die Bewegung der
Seitenwände nach außen wirkt. Die Bewegung nach innen wird nach wie vor vom formschlüssig
wirkenden Anschlagelement verhindert.
[0018] Hinsichtlich des Behälters wird die Aufgabe gelöst durch einen Behälter gemäß Anspruch
8, dessen Grundkörper und/oder dessen Deckel eine Faltschachtel gemäß der Erfindung
ist. Da bereits die Faltschachtel besonders einfach herzustellen ist und die oben
genannten Vorteile aufweist, gilt dies auch entsprechend für den Behälter.
[0019] Hinsichtlich des Verfahrens zum Herstellen einer Faltschachtel wird die Aufgabe gelöst
durch ein Verfahren gemäß Patentanspruch 9. Das Verfahren zusammen mit seinen Vorteilen
und Weiterbildungen wurde bereits im Zusammenhang mit der oben genannten Faltschachtel
erläutert.
[0020] Hinsichtlich eines Herstellungsverfahrens für einen Behälter wird die Aufgabe durch
ein Verfahren gemäß Anspruch 15 gelöst, bei dem der Grundkörper und/oder der Deckel
des Behälters als Faltschachtel nach dem oben erläuterten Verfahren hergestellt wird.
[0021] Für eine weitere Beschreibung der Erfindung wird auf die Ausführungsbeispiele der
Zeichnungen verwiesen.
[0022] Es zeigen, jeweils in schematischen Prinzipskizzen:
- Fig. 1
- einen Zuschnitt für eine erfindungsgemäße Faltschachtel,
- Fig. 2
- einen Zuschnitt gemäß Fig. 1 während des Auffaltvorgangs,
- Fig. 3a
- den aufgefalteten Zuschnitt aus Fig. 1,
- Fig. 3b
- eine alternative Faltschachtel im aufgefalteten Zustand,
- Fig. 4
- einen Zuschnitt für eine weitere alternative Faltschachtel,
- Fig. 5
- den Zuschnitt aus Fig. 4 im aufgefalteten Zustand,
- Fig. 6
- ein Haltemittel in Form eines Gummibandes,
- Fig. 7
- die Faltschachtel aus Fig. 5 mit angelegtem Haltemittel,
- Fig. 8
- die Faltschachtel aus Fig. 7 in Draufsicht,
- Fig. 9
- den Behälter mit Grundkörper gemäß Fig. 1 und Deckel gemäß Fig. 4.
[0023] Die Figuren 1 bis 3 zeigen eine Faltschachtel 2, die sowohl eine Bodenwand 4 als
auch vier Seitenwände 6 umfasst. Fig. 1 zeigt den Zuschnitt der Faltschachtel 2. Jede
Seitenwand 6 ist an einer Verbindungslinie 8 mit der Bodenwand 4 verbunden. Die Faltschachtel
2 ist als Stanzkreuz einstückig hergestellt, d.h. sämtliche Seitenwände 6 sind einstückig
mit der Bodenwand 4 ausgeführt. Überdies sind auch alle Seitenwände 6 sowie die Bodenwand
4 selbst einstückig gestaltet, d.h. selbst nicht aus mehreren Teilen zusammengesetzt.
Die Verbindungslinien 8 sind Geraden, schließen lückenlos aneinander an und umlaufen
die Bodenwand 4 randseitig vollständig. Jede der Seitenwände 6 weist jeweils zwei
Randbereiche 10a,b auf. Wie in Fig. 3a,b zu sehen ist, verlaufen in einer später erläuterten
Auffaltposition A jeweils benachbarte Randbereiche 10a,b zweier benachbarter Seitenwände
6 entlang einer von vier Kanten 12 der Faltschachtel 2. Die Faltschachtel 2 weist
außerdem Anschlagelemente 14 auf, die in Verbindung mit Fig. 3a,b erläutert werden.
[0024] Fig. 2 zeigt für einen vergleichbaren Zuschnitt, wie ausgehend von Fig. 1 die Seitenwände
6 entlang der Pfeile 16 um die Verbindungslinien 8 verschwenkt werden, um in Richtung
zur Auffaltposition A hin bewegt zu werden. Die jeweiligen Randbereiche 10a einer
ersten Seitenwand 6 und 10b einer benachbarten Seitenwand 6 nähern sich hierbei aneinander
an.
[0025] Fig. 3a schließlich zeigt einen Ausschnitt der Faltschachtel 2, wobei die im Bild
linke Seitenwand 6 sich bereits in der Auffaltposition A befindet, d.h. ausgehend
von der ebenen Ausrichtung in Fig. 1 in Richtung des Pfeils 16 um 90° Grad verschwenkt
wurde. Die in Fig. 3 sichtbare rechte Seitenwand 6 befindet sich kurz vor der Auffaltposition
A, in welcher diese dann ebenfalls ausgehend von Fig. 1 um insgesamt 90° Grad verschwenkt
sein wird. Die vollständige Auffaltposition A der in Fig. 3 rechten Seitenwand 6 ist
dabei gestrichelt angedeutet. In ihrer jeweiligen Auffaltposition A schließen die
Seitenwände 6 und die Bodenwand 4 ein Inneres 18 der Faltschachtel 2, welches in Fig.
3 in Blickrichtung hinter den Seitenwänden 6 liegt, ein bzw. umgrenzen dieses. In
der Auffaltposition A verhindert das Anschlagelement 14 eine weitere Bewegung der
Seitenwände 6 in Richtung der Pfeile 16, d.h. zum Inneren 18 hin. Die Seitenwände
6 liegen nämlich mit ihren Randbereichen 10a,b jeweils gegenseitig aneinander an,
so dass das Anschlagelement 14 im Wesentlichen durch die Randbereiche 10a,b gebildet
ist. Es entsteht ein Formschluss F zwischen den jeweiligen benachbarten Seitenwänden
6.
[0026] Fig. 3 zeigt, wie das Anschlagelement 14 dadurch gebildet ist, dass die Randbereiche
10a,b der benachbarten Seitenwände 6 jeweils in Fig. 3a zwei und in Fig. 3b drei Längsabschnitte
20a-c aufweisen. In der Auffaltposition A liegen sich die jeweils benachbarten Längsabschnitte
20a-c der benachbarten Seitenwände 6 gegenüber, d.h. verlaufen auf dem selben Axialabschnitt
der Kante 12. Entlang der Kante 12 der Faltschachtel 2 überdeckt in einem ersten Längsabschnitt
20a der Randbereich 10a der rechts dargestellten Seitenwand 6 eine Stirnseite 24 des
Randbereichs 10b der links dargestellten Seitenwand 6. Im benachbarten bzw. anschließenden
Längsabschnitt 20b dagegen überdeckt der Randbereich 10b der linken Seitenwand 6 die
Stirnseite 24 des Randbereichs 10a der rechten Seitenwand 6. In Fig. 3b folgt dann
noch ein dritter Längsabschnitt 20c gemäß Längsabschnitt 20a. In Fig. 3a schließen
die Längsabschnitte 20a, b entlang der Kante 12 nicht lückenlos aneinander, sondern
zwischen diesen ist eine Aussparung 26 gebildet, die später näher erläutert wird.
Allerdings weisen die Längsabschnitte 20a, b gleiche Längen L entlang der Kante 12
auf.
[0027] Fig. 3b zeigt also eine alternative Ausführungsform einer Faltschachtel, bei der
die Seitenwände 6 bzw. deren Randbereiche 10a,b drei Längsabschnitte 20a-c aufweisen,
die sich entlang der Kante 12 sowohl lückenlos aneinander schließen als auch unterschiedliche
Längen L aufweisen. Fig. 3b zeigt beide Seitenwände 6 in der Auffaltposition A und
nochmals verdeutlicht, wie in den Längsabschnitten 20a-c sich jeweils wechselweise
die Randbereiche 10a bzw. 10b die Stirnseiten 24 der jeweils anderen Randbereiche
10b, a überdecken. Zur Verdeutlichung sind in Figur 3b die zur linken Seitenwand 6
gehörigen Flächen mit einer eingekreisten Ziffer Eins die zur rechten Seitenwand 6
gehörigen Flächen mit einer eingekreisten Ziffer Zwei gekennzeichnet, sowie durch
unterschiedliche Schraffuren dargestellt.
[0028] Die in Figuren 1-3 dargestellte Faltschachtel 2 bildet einen Grundkörper 28 eines
später gezeigten Behälters 30.
[0029] Fig. 4 zeigt eine weitere Faltschachtel 2, deren Bodenwand 4 etwas größer dimensioniert
ist als die Bodenwand der Faltschachtel 2 gemäß der Figuren 1-3. Die Seitenwände 6
dagegen sind kleiner dimensioniert. Die Faltschachtel 2 bildet daher einen Deckel
32, welcher den Grundkörper 28 zu einem Behälter 30 ergänzt, wie weiter unten erläutert
wird. Fig. 4 zeigt wieder die Faltschachtel 2 als Stanzzuschnitt, Fig. 5 die Faltschachtel
2 aus Fig. 4 mit ihren Seitenwänden 6 in Auffaltposition A. Insbesondere ist hier
nochmals die Aussparung 26 an der Kante 12 zu erkennen. Diese dient zur Aufnahme eines
in Fig. 6 gezeigten Haltemittels 34, hier in Form eines Gummibandes. Das Haltemittel
34 wird entlang der gestrichelt angedeuteten Linie 36 in Fig. 5 um die sich in Auffaltposition
A befindlichen Seitenwände 6, vollständig die Faltschachtel 2 umlaufend, aufgebracht.
Im entlasteten Zustand gemäß Fig. 6 ist hierbei der Umfang U1 des Haltemittels 34,
also die Länge des Gummibandes der zwischen dem dargestellten Knoten gebildeten Schleife,
kleiner als der Umfang U2 der Linie 36. Das Haltemittel 34 übt daher im montierten
Zustand durch seine durch Gummimaterial bewirkte Federkraft eine Kraft aus, die die
Seitenwände 6 in der Auffaltposition A hält und zum Inneren 18 hin wirkt. So ergibt
sich ein Formschluss um die Seitenwände 6 herum.
[0030] Fig. 7 zeigt das auf den Seitenwänden 6 montierte Haltemittel 34, welches nun auf
die Länge U2 der umlaufenden Linie 36 unter Federkraft gedehnt ist.
[0031] Fig. 8 zeigt die Faltschachtel 2 aus Fig. 7 in Richtung des Pfeils VIII. Zu erkennen
ist hier insbesondere, die künstlerische Ausgestaltung der Faltschachtel 2 durch eine
andersfarbige Innenseite 38, welche zum Inneren 18 hinweist und die Bodenwand 4 sowie
die Seitenwände 6 betrifft. Die Außenseite 40 ist dagegen in einer anderen Farbe gestaltet.
[0032] Fig. 9 zeigt einen Behälter 30, gebildet aus einem Grundkörper 28 und einem Deckel
32, wobei hier auch am Grundkörper 28 ein entsprechendes Haltemittel 34 angebracht
ist, welches entlang der Kanten 12 dadurch arretiert ist, dass es in Aussparungen
26 einliegt.
[0033] Fig. 3b zeigt ein alternatives Haltemittel 34, welches folgendermaßen gebildet ist:
Zwischen den Längsabschnitten 20a und 20c ergibt sich im Längsabschnitt 20b eine Lücke
42 in der rechten Seitenwand 6 zwischen den vorstehenden Längsabschnitten 20a und
20c. Im Längsabschnitt 20b ist der mit einer eingekreisten Ziffer Eins bezeichnete
Randbereich 10b der linken Seitenwand 6 bezüglich seiner Länge L + ΔL mit geringem
Übermaß zur Länge L der Lücke 42 ausgeführt. So entsteht nach dem Fügen eine Klemmwirkung
nach Art eines Reibschlusses, welche beide Seitenwände 6 zueinander verklemmt und
eine Bewegung der beiden Seitenwände 6 vom Inneren 18 weg verhindert. Alternativ kann
die entsprechende Halterung im Längsabschnitt 20b auch in nicht dargestellter Weise
nach Art einer Schwalbenschwanzverkeilung der Seitenwand linken 6 mit der Lücke 42
ausgeführt werden, so dass sich hier auch ein Formschluss ergeben kann, mit welchem
das Haltemittel 34 wirkt. Als alternatives oder zusätzliches Haltemittel 34 kann auch
in Fig. 3b nicht dargestellter Klebstoff vorgesehen werden, welcher in den Längsabschnitten
20a und 20c auf die Stirnseiten 24 der linken Seitenwand 6 und im Längsabschnitt 20b
auf die Stirnseite 24 der rechten Seitenwand 6 aufgetragen wird und diese jeweils
mit den gegenüberliegenden Randbereichen 10a, b der gegenüberliegenden Seitenwände
6 verbindet.
Bezugszeichenliste
[0034]
- 2
- Faltschachtel
- 4
- Bodenwand
- 6
- Seitenwände
- 8
- Verbindungslinie
- 10a,b
- Randbereich
- 12
- Kante
- 14
- Anschlagelement
- 16
- Pfeil
- 18
- Inneres
- 20 a,b
- Längsabschnitt
- 24
- Stirnseite
- 26
- Aussparung
- 28
- Grundkörper
- 30
- Behälter
- 32
- Deckel
- 34
- Haltemittel
- 36
- Linie
- 38
- Innenseite
- 40
- Außenseite
- 42
- Lücke
- A
- Aufifaltposition
- F
- Formschluss
- L
- Länge
1. Faltschachtel (2),
dadurch gekennzeichnet, dass sie umfasst:
- eine Bodenwand (4)
- Seitenwände (6), wobei jede Seitenwand (6) an je einer Verbindungslinie (8) mit
der Bodenwand (4) verbunden und in eine Auffaltposition (A) auffaltbar ist,
- wobei in der Auffaltposition (A) benachbarte Randbereiche (10a, b) zweier benachbarter
Seitenwände (6) entlang einer Kante (12) der Faltschachtel (2) verlaufen,
- ein Anschlagelement (14), das derart ausgebildet ist, dass es eine Bewegung der
Seitenwände (6) aus der Auffaltposition (A) zum Inneren (18) der Faltschachtel (2)
hin anhand eines in den Randbereichen (10a, b) wirkenden Formschlusses (F) zwischen
zwei benachbarten Seitenwänden (6) verhindert.
2. Faltschachtel (2) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Anschlagelement (14) dadurch gebildet ist, dass die Randbereiche (10a, b) benachbarter
Seitenwände (6) jeweils gegenüberliegende Längsabschnitte (20a, b) aufweisen, wobei
in der Auffaltposition (A) in benachbarten Längsabschnitten (20a, b) wechselweise
der eine Randbereich (10a, b) die Stirnseite (24) des anderen Randbereichs (10a, b)
überdeckt.
3. Faltschachtel (2) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Längsabschnitte (20a, b) entlang der gemeinsamen Kante (12) lückenlos aneinander
anschließen.
4. Faltschachtel (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
Bodenwand (4) und/oder mindestens eine Seitenwand (6) jeweils für sich und/oder gemeinsam
einstückig ausgeführt sind.
5. Faltschachtel (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
ein vom Anschlagelement (14) verschiedenes Haltemittel (34), das derart ausgebildet
ist, dass es eine Bewegung der Seitenwände (6) aus der Auffaltposition (A) vom Inneren
(18) der Faltschachtel (2) weg verhindert.
6. Faltschachtel (2) nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Haltemittel (34) durch die Randbereiche (10a, b) benachbarter Seitenwände (6)
gebildet ist.
7. Faltschachtel (2) nach einem der Ansprüche 5 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Haltemittel (34) ein die Bewegung verhinderndes Reibschlusselement und/oder Formschlusselement
und/oder Verbindungselement enthält.
8. Behälter (30),
dadurch gekennzeichnet, dass
dessen Grundkörper (28) und/oder dessen Deckel (32) eine Faltschachtel (2) nach einem
der Ansprüche 1 bis 10 ist.
9. Verfahren zum Herstellen einer Faltschachtel (2),
dadurch gekennzeichnet, dass
- Seitenwände (6), wobei jede Seitenwand (6) an je einer Verbindungslinie (8) mit
einer Bodenwand (4) verbunden sind, in eine Auffaltposition (A) aufgefaltet werden,
- wobei in der Auffaltposition (A) benachbarte Randbereiche (10a, b) zweier benachbarter
Seitenwände (6) entlang einer Kante (12) der Faltschachtel (2) verlaufen,
- ein Anschlagelement (14) eine Bewegung der Seitenwände (6) aus der Auffaltposition
(A) zum Inneren (18) der Faltschachtel (2) hin anhand eines in den Randbereichen (10a,
b) wirkenden Formschlusses (F) zwischen zwei benachbarten Seitenwänden (6) verhindert.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Anschlagelement (14) dadurch gebildet wird, dass an den Randbereichen (10a, b)
benachbarter Seitenwände (6) jeweils gegenüberliegende Längsabschnitte (20a, b) gebildet
werden, wobei in benachbarten Längsabschnitten (20a, b) wechselweise der eine Randbereich
(10a, b) die Stirnseite (24) des anderen Randbereichs (10a, b) überdeckt.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein vom Anschlagelement (14) verschiedenes Haltemittel (34), eine Bewegung der Seitenwände
(6) aus der Auffaltposition (A) vom Inneren (18) der Faltschachtel (2) weg verhindert.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Haltemittel (34) auf jeweils zwei benachbarte Seitenwände (6) einwirkt, um deren
Bewegung zu verhindern.
13. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Haltemittel (34) auf alle Seitenwände (6) gemeinsam einwirkt, um deren Bewegung
zu verhindern.
14. Faltschachtel (2) nach einem der Ansprüche 11 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Haltemittel (34) die Bewegung durch ein in ihm enthaltenes Reibschlusselement
und/oder Formschlusselement und/oder Verbindungselement verhindert.
15. Verfahren zum Herstellen eines Behälters (30),
dadurch gekennzeichnet, dass
dessen Grundkörper (28) und/oder dessen Deckel (32) als Faltschachtel (2) nach einem
der Ansprüche 12 bis 21 hergestellt wird.