[0001] Die Erfindung betrifft eine Befüllvorrichtung zum Befüllen eines Behältnisses mit
Flüssigkeiten. Sie betrifft insbesondere eine Befüllvorrichtung für Behältnisse mit
nicht leicht zugänglichen Befüllöffnungen für Betriebsstoffe von Fahrzeugen und mobilen
Motorgeräten.
Stand der Technik und Hintergrund der Erfindung
[0002] Bekannt ist eine solche Befüllvorrichtung insbesondere für Kraft- und Schmierstoffe
zum Betanken von Fahrzeugen und mobilen Motorgeräten, welche im wesentlichen aus zwei
teleskopisch verschiebbaren Hülsen besteht, wobei die innere Hülse an ihrem äußeren
Ende einen Ventilteller aufweist und die andere äußere Hülse als beweglicher, federbelasteter
Ventilsitz ausgebildet ist.
[0003] Nachteilig ist daran, dass eine relativ große Axialbewegung zum Öffnen des Ventils
erforderlich ist und diese Vorrichtung relativ lang ist, was die Handhabung erschwert.
Bei einem außermittigen Aufsetzen dieser Befüllvorrichtung auf ein zu befüllendes
Behältnis können sich die Hülsen verkanten, was wiederum zu einer gesteigerten Schwergängigkeit
bei der Handhabung führt. Zur Vermeidung dieses Mangels ist zwar eine noch längere
Hülsenausführung möglich, was aber einen erhöhten Materialeinsatz erfordert und auch
die Handhabung gerade bei beengten Einbauverhältnissen von zu befüllenden Behältnissen
weiter beeinträchtigt (
DE 102 38 752 B4).
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Befüllvorrichtung, insbesondere für die Befüllung
von Flüssigkeitsbehältnissen an Kraftfahrzeugen, zu schaffen, welche mit geringem
Aufwand herstellbar ist, welche eine hohe Funktionssicherheit aufweist, welche leicht
handhabbar ist und damit auch für den unprofessionellen allgemeinen Alltagsgebrauch
geeignet ist.
Zusammenfassung der Erfindung
[0005] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Die Erfindung
geht aus von einer Befüllvorrichtung zum Befüllen eines Behältnisses mit Flüssigkeiten,
die ein rohrförmiges Ventilgehäuse mit einem Durchflusskanal sowie ein innerhalb des
Ventilgehäuses und an einem Ventilgehäuseende angeordnetes Tellerventil zur Regulierung
des Durchflusskanals umfasst. Die Vorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass das
ein Schaft des Tellerventils beweglich in einer Ventilführungshülse gelagert ist.
Eine die Ventilführungshülse umschließende, zwischen einem Federanschlag und einer
Federhaltescheibe vorgespannte Druckfeder ist so angeordnet, dass durch die angreifende
Federkraft eine Ventilscheibe des Tellerventils eine Durchflussöffnung des Ventilgehäuses
dicht verschließt. Ein Ventilhub des Tellerventils ist durch den Abstand der Federhaltescheibe
zu einem Anschlag der Ventilführungshülse vorgegeben. Der Schaft des Tellerventils
ist über eine Hebelwelle mit einer gegen die Federkraft wirkende Kraft beaufschlagbar.
Die Hebelwelle ist außerhalb des Ventilgehäuses mit einem Betätigungshebel verbunden,
wobei der Betätigungshebel beweglich gelagert ist, derart dass sich der Betätigungshebel
beim Öffnen des Tellerventils vom Ventilgehäuseende wegbewegt.
[0006] Innerhalb des Ventilgehäuses ist demnach eine Ventilführungshülse mit ihrem darin
beweglichen Schaft des Tellerventils und einer die Ventilführungshülse umschließende,
zwischen einem Federanschlag und einer Federhaltescheibe, vorgespannte Druckfeder
so angeordnet, dass die Ventilscheibe des Tellerventils die Auslauföffnung des Ventilgehäuses
dicht verschließt. Beispielsweise ist einerseits innerhalb des Ventilgehäuses ein
Hebel einer quer zum Schaft des Tellerventils angeordneten Hebelwelle an der Kontaktfläche
des Schafts des Tellerventils anliegend befindlich und andererseits außerhalb des
Ventilgehäuses die Hebelwelle mittels eines damit verdrehfest verbundenen, zweiseitig
gelagerten Betätigungshebels verbunden.
[0007] Die Hebelwelle kann zum Äußeren des Ventilgehäuses mittels einer Radialdichtung abgedichtet
sein. Ein Entlüftungsrohr reicht bis nahe an die Innenseite der Ventilscheibe des
Tellerventils heran, insbesondere ist vorzugsweise das Entlüftungsrohr innerhalb des
Ventilgehäuses angeordnet und die Ventilscheibe des Tellerventils verschließt eine
Luftdurchlassöffnung des Ventilgehäuses im geschlossenen Zustand ebenfalls dicht .
[0008] Das Befüllvorrichtungsgehäuse ist zylindrisch ausgebildet und so bemessen, dass ein
Auslaufstutzen derselben passgerecht zu den gängigen Befüllöffnungen ist.
[0009] Die erfindungsgemäße Befüllvorrichtung ist auch an schwerzugängliche Befüllöffnungen
ohne Flüssigkeitsverlust heranführbar, weil das Tellerventil erst bei Betätigung des
Betätigungshebels durch den Rand der Befüllöffnung öffnet.
[0010] Der Befüllvorgang mit dem Zufluss von Befüllflüssigkeit wird mittels der unmittelbar
am Ventilteller befindlichen Öffnung des Entlüftungsrohrs selbsttätig unterbrochen,
sobald der Flüssigkeitsspiegel des zu befüllenden Behältnisses den Ventilteller erreicht.
Infolge des dadurch unterbundenen Druckausgleichs über das Entlüftungsrohr fließt
auch bei noch geöffnetem Ventil keine weitere Flüssigkeit aus. Die erfindungsgemäße
Befüllvorrichtung besteht vorzugsweise im Wesentlichen aus Kunststoffformteilen und
ist damit kostengünstig herstellbar. Sie eignet sich aufgrund ihres geringen Gewichts,
ihrer hohen Funktionssicherheit und ihrer leichten Handhabbarkeit insbesondere zum
Befüllen von in Fahrzeugen und Motorgeräten fest installierten Behältnissen für Kühlwasser
sowie Scheiben- und Scheinwerferreinigungswasser.
[0011] Die Befüllvorrichtung ist mittels eines geeigneten Adapters und/oder einer Schlauchverbindung
variabel für die Verwendung mit unterschiedlichen Vorratsbehältern geeignet.
Kurzbeschreibung der Figuren
[0012] Nachstehend wird die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 die Befüllvorrichtung im Querschnitt in geschlossenem Zustand;
Fig. 2 die Befüllvorrichtung in perspektivischer Ansicht;
Fig. 3 die Befüllvorrichtung in Explosivdarstellung;
Fig. 4 die Befüllvorrichtung im Querschnitt um 90° versetzt bei geöffnetem Zustand;
Fig. 5 die Befüllvorrichtung im Querschnitt um 90° versetzt im geschlossenen Zustand;
und
Fig. 6 die Befüllvorrichtung im Querschnitt in geöffnetem Zustand.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung
Ausführungsbeispiel
[0013] Die Befüllvorrichtung umfasst ein rohrförmiges Ventilgehäuse 6, das einen Durchflusskanal
8 für Flüssigkeit ausbildet. Beispielsweise zum Befüllen eines im Motorraum eines
Kraftfahrzeuges an schwierig zugänglicher Position befindlichen Waschwasserbehälters
wird die Befüllvorrichtung mit einem Schlauchanschluss 11 sowie einem Schlauchanschlussendanschlag
12 über einen Schlauch mit einem Waschwasservorratskanister verbunden. Dieses Ende
des Ventilgehäuses 6 bildet somit einen Schlauchstutzen 17 aus. Ein Tellerventil 7
verschließt einen durch das Ventilgehäuse 6 vorgegebenen Durchflusskanal 8 am einem
dem Schlauchstutzen 17 gegenüberliegenden Ventilgehäuseende 16. Dazu liegt im geschlossenen
Zustand eine Ventilscheibe 30 des Tellerventils 7 dichtend an einer Durchflussöffnung
9 für die Flüssigkeit. Eine zum Verschluss der Durchflussöffnung 9 notwendige Anpresskraft
wird mittels einer Druckfeder 3 bereitgestellt.
[0014] Das Tellerventil 7 weist einen Schaft 32 auf, der beweglich in einer Ventilführungshülse
24 gelagert ist. Die vorgespannte Druckfeder 3 umschließt diese Ventilführungshülse
24 und sitzt mit einem Ende auf einem Federanschlag 19 des Ventilgehäuses 6 und findet
mit ihrem anderen Ende ihren Anschlag an einer Federhaltescheibe 2, welche sich in
einer Haltescheibennut 18 des Schafts 32 befindet. Ein Ventilhub ergibt sich durch
den Abstand zwischen Anschlag 13 der Ventilführungshülse 24 und der Federhaltescheibe
2.
[0015] Sobald der Ventilgehäusestutzen in die Befüllöffnung eingeführt ist und ein Betätigungshebel
4 den Rand der Befüllöffnung kontaktiert, wird über eine mit diesem verbundene Hebelwelle
5 und über eine Kontaktfläche 14, das Tellerventil 7 betätigt und geöffnet, so dass
die Befüllung beginnt. Mittels eines Entlüftungsrohrs 1 wird ein Druckausgleich zum
Vorratsbehälter hergestellt.
[0016] Die Hebelwelle 5 (hier eine Exzenterwelle), die im Ventilgehäuse 6 gelagert ist,
ist mit der Radialdichtung 15 nach außen abgedichtet.
[0017] Der Flüssigkeitsstrom durch den Durchflusskanal 8 endet, wenn der Flüssigkeitsspiegel
im Waschwasserbehälter eine Luftdurchlassöffnung 10 am Ventilgehäuse 6 erreicht hat
(siehe dazu insbesondere Figuren 3 bis 5). Nach Beendigung oder Abbruch der Befüllung
wird die Befüllvorrichtung mit ihrem Betätigungshebel 4 von der Einfüllöffnung weg
bewegt und damit auch das Ventil 7 durch die Druckfeder 3 in seine Ausgangsstellung
zurückgestellt.
[0018] Die Ventilscheibe 30 des Tellerventils 7 schließt sodann sowohl die Flüssigkeitsdurchflussöffnung
9 als auch die Luftdurchflussöffnung 10. Die Ventilscheibe 30 weist entsprechende
Dichtlippen 20, 23 auf.
[0019] Die Hebelwelle 5 steht mit einem Mitnehmer 21 (Vierkant) zum Betätigungshebel 4 im
formschlüssigen Kontakt (siehe Figur 3).
[0020] Mittels der Lageröffnung 22 im Betätigungshebel 4 wird dieser am Ventilgehäuse 6
gelagert.
1. Befüllvorrichtung zum Befüllen eines Behältnisses mit Flüssigkeiten, umfassend ein
rohrförmiges Ventilgehäuse (6) mit einem Durchflusskanal (8) sowie ein innerhalb des
Ventilgehäuses (6) und an einem Ventilgehäuseende (16) angeordnetes Tellerventil (7)
zur Regulierung des Durchflusskanals (8),
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Schaft (32) des Tellerventils (7) beweglich in einer Ventilführungshülse (24)
gelagert ist, und eine die Ventilführungshülse (24) umschließende, zwischen einem
Federanschlag (19) und einer Federhaltescheibe (2) vorgespannte Druckfeder (3) so
angeordnet ist, dass durch die angreifende Federkraft eine Ventilscheibe (30) des
Tellerventils (7) eine Durchflussöffnung (9) des Ventilgehäuses (6) dichtend verschließt,
ein Ventilhub des Tellerventils (7) durch den Abstand der Federhaltescheibe (2) zu
einem Anschlag (13) der Ventilführungshülse (24) vorgegeben ist und wobei der Schaft
(32) des Tellerventils (7) über eine Hebelwelle (5) mit einer gegen die Federkraft
wirkende Kraft beaufschlagbar ist und die Hebelwelle (5) außerhalb des Ventilgehäuses
(6) mit einem Betätigungshebel (4) verbunden ist, wobei der Betätigungshebel (4) beweglich
gelagert ist, derart dass sich der Betätigungshebel (4) beim Öffnen des Tellerventils
(7) vom Ventilgehäuseende (16) wegbewegt.
2. Befüllvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Entlüftungsrohr (1) innerhalb des Ventilgehäuses (6) angeordnet ist und die Ventilscheibe
(30) des Tellerventils (7) eine Luftdurchlassöffnung (10) des Ventilgehäuses (6) im
geschlossenen Zustand dicht verschließt.
3. Befüllvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Hebelwelle (5) zum Äußeren des Ventilgehäuses (6) mittels einer Radialdichtung
(15) abgedichtet ist.
4. Befüllvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventilgehäuse (6) zylindrisch ausgebildet ist.