[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Zusammensetzung und ein Verfahren zur Ausbildung
einer chemischen Konversionsschicht.
[0002] Um Metalle wie z. B. Aluminium vor Korrosion zu schützen, gibt es verschiedene, dem
Fachmann bekannte Möglichkeiten. In diesem Zusammenhang können beispielsweise das
Abscheiden von metallischen Überzügen, anodische Oxidation, die Bildung von chemischen
Konversionsschichten oder das Aufbringen von Farben und/oder Lacken sowie Kombinationen
davon genannt werden.
[0003] Insbesondere für Aluminium oder Aluminiumlegierungen sind neben der anodischen Oxidation
in Eloxierverfahren chemisch hergestellte Konversionsschichten von besonderer Bedeutung
für den Korrosionsschutz.
[0004] Der Begriff "chemisch hergestellte Konversionsschicht" bzw. "chemische Konversionsschicht"
ist dem Fachmann bekannt und beschreibt nichtmetallische, meist anorganische Schichten
auf einer Metalloberfläche, die durch eine chemische Reaktion mit dem metallischen
Untergrund, in der Regel durch eine wässrige Behandlungslösung, insbesondere einer
Elektrolytlösung erzeugt wird, wobei die Metalloberfläche durch Ausbildung der Konversionsschicht
passiviert wird.
[0005] Neben Oberflächen aus Aluminium oder Aluminiumlegierungen lassen sich chemische Konversionsschichten
auch auf anderen Metalloberflächen ausbilden.
[0006] Üblicherweise werden Chromat-Konversionsschichten durch Chrom(VI)-haltige Elektrolyten,
insbesondere Chrom(VI)-haltige Lösungen erzeugt. Die Chrom(VI)-haltigen Elektrolyten
stellen jedoch ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Vor diesem Hintergrund wurden
Verfahren entwickelt, mit denen sich Chrom(III)-basierte Konversionsschichten herstellen
lassen, die frei von Chrom(VI)-Verbindungen sind. Für die Ausbildung von Chrom(III)-basierten
Konversionsschichten werden Chrom(III)-haltige Elektrolyten, insbesondere Chrom(III)-haltige
wässrige Lösungen verwendet. Geeignete Chrom(III)-haltige Elektrolyten für die Ausbildung
von Chrom(III)-basierten Konversionsschichten sind dem Fachmann bekannt und werden
beispielsweise in der
DE 196 38 176 A1 und
WO 2007/134152 beschrieben.
[0007] Die Bildung der chemischen Konversionsschicht und die damit verbundenen Korrosionsschutzeigenschaften
werden u.a. durch die Benetzung und Konzentration der aktiven Komponente in der Elektrolytlösung
und die Einwirkzeit auf der Metalloberfläche bestimmt. Außerdem ist eine ausreichende
Beweglichkeit der aktiven Komponente erforderlich, welche in der Regel nur in einer
flüssigen Elektrolytlösung gegeben ist.
[0008] Die bekannten Verfahren, mit denen sich chemische Konversionsschichten herstellen
lassen, haben den Nachteil, dass bei einer lokalen Applikation nur ein sehr dünner
Elektrolytfilm auf die Oberfläche aufgetragen werden kann. Es ist in der Regel erwünscht,
dass das Konversionsbeschichtungsverfahren zu einer ausreichend dicken chemischen
Konversionsschicht führt und gleichzeitig eine Ausbildung von Rissen in dieser Schicht
möglichst minimiert.
[0009] Ein weiterer Nachteil der bekannten Verfahren, mit denen sich chemische Konversionsschichten
herstellen lassen, ist darin zu sehen, dass die Dosierung des Elektrolyten bzw. der
Lösung mit den üblicherweise eingesetzten Applikationsmitteln wie einem Pinsel oder
Stift schwierig ist.
[0010] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Zusammensetzung für die
Bildung einer chemischen Konversionsschicht auf einer Metalloberfläche bereitzustellen,
mit der die Probleme der bekannten Zusammensetzungen nicht auftreten. Es ist eine
weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren für die Bildung einer chemischen
Konversionsschicht auf einer Metalloberfläche bereitzustellen, mit dem die Probleme
der bekannten Verfahren nicht auftreten.
[0011] Diese und weitere Aufgaben werden mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche gelöst,
vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0012] Gemäß eines ersten Aspekts stellt die vorliegende Erfindung eine wässrige Zusammensetzung
zur Ausbildung einer chemischen Konversionsschicht auf einer Metalloberfläche bereit,
wobei die Zusammensetzung mindestens eine aktive Komponente für die Ausbildung der
chemischen Konversionsschicht und mindestens ein Verdickungsmittel enthält und eine
Viskosität im Bereich von 10 mPa*s bis 10000 mPa*s aufweist.
[0013] Geeignete aktive Komponenten für die Ausbildung einer chemischen Konversionsschicht
sind dem Fachmann grundsätzlich bekannt. Bevorzugt wird die aktive Komponente für
die Ausbildung der chemischen Konversionsschicht aus Chrom(III)-Verbindungen, Vanadium(IV)-Verbindungen,
Phosphormolybdänsäure, Titan-Verbindungen, Zirkon-Verbindungen, Lanthan-Verbindungen,
oder deren Kombinationen oder Gemischen ausgewählt.
[0014] Die Chrom (III)-Verbindung ist vorzugsweise ein Chrom(III)-Salz oder ein Chrom(III)-Komplex.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird das Chrom (III)-Salz und/oder der Chrom(III)-Komplex
ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Chrom(III)-Oxosäuren, Chrom(III)-Halogeniden,
Chrom(III)-Aminkomplexen, Chrom(III)-Aquakomplexen, Chrom(III)-Alkoholkomplexen und
Chrom(III)-Acidkomplexen, bevorzugt CrF
3, CrCl
3, CrBr
3, CrI
3, weiter bevorzugt Cr
2(SO
4)
3, Cr(OH)SO
4 und Cr
2(SO
4)
3 ˙ 12 H
2O, CrPO
4, CrPO
4 ˙ 6H
2O, Cr
2(CO
3)
3.
[0015] Bevorzugt werden die Liganden des Chrom(III)-Komplexes ausgewählt aus der Gruppe
bestehend aus: Chelatliganden, wie Dicarbonsäuren, Tricarbonsäuren, Hydroxycarbonsäuren,
insbesondere Oxal-, Malon-, Bernstein-, Glutar-, Adipin-, Pimelin-, Kork-, Azelain-,
Sebazinsäure; Maleinsäure, Phthalsäure, Terephthalsäure, Weinsäure, Citronensäure,
Äpfelsäure, Ascorbinsäure; Acetylaceton, Harnstoff, Harnstoffderivate; Komplexliganden,
bei denen die komplexierende funktionelle Gruppe Stickstoff, Phosphor oder Schwefel
enthält, insbesondere -NR
2 und/oder-PR
2, wobei R unabhängig voneinander ein organischer, insbesondere aliphatischer Rest
und/oder H ist, und/oder -SR, wobei R ein organischer, insbesondere aliphatischer
Rest oder H, ist; Phosphinaten und Phosphinatderivaten; oder deren Mischungen.
[0016] In einer weiteren Ausführungsform umfasst die Chrom(III)-Verbindung Fluorometallat-Anionen,
bevorzugt ausgewählt aus Fluorosilicat-, Fluorotitanat- oder Fluorozirconatanionen
oder deren Gemischen.
[0017] Hinsichtlich geeigneter Titan- und/oder Zirkonverbindungen kann beispielsweise auf
die
DE 10 2008 014 465 A1 verwiesen werden.
[0018] Hinsichtlich geeigneter Lanthanverbindungen kann beispielsweise auf die
EP 2 463 399 A1 verwiesen werden.
[0019] Die Menge der aktiven Komponente in der Zusammensetzung kann über einen breiten Bereich
variiert werden. Beispielsweise kann die Zusammensetzung die aktive Komponente in
einer Menge von 10 Gew% bis 80 Gew% oder auch von 20 Gew% bis 70 Gew% enthalten.
[0020] Die erfindungsgemäße Zusammensetzung umfasst vorzugsweise keine Chrom(VI)-Verbindung.
[0021] Wie bereits erläutert, ist die Applikation der bekannten Zusammensetzungen schwierig,
insbesondere Aufgrund der geringen Viskosität und der damit geringen erreichbaren
Konzentration der aktiven Komponente in dem auf die Metalloberfläche aufgetragenen
Elektrolytfilm. Außerdem kann es aufgrund geringer Filmdicke bei der Applikation der
bekannten Zusammensetzungen durch einen Abtrocknungseffekt zu stark variierenden Ionenkonzentrationen
bei der Bildung der chemischen Konversionsschicht kommen, so dass eine Kontrolle der
Reaktion schwierig ist, was zu unbefriedigenden Korrosionsschutzeigenschaften führen
kann.
[0022] Die Viskosität der Zusammensetzung wird durch die Anwesenheit eines Verdickungsmittels
auf einen Wert im Bereich von 10 mPa*s bis 10000 mPa*s eingestellt.
[0023] Die Viskosität wird mit einem Rotationsviskosimeter mit Platte-Kegel-Messystem bei
23°C bestimmt.
[0024] Durch die Einstellung eines geeigneten Viskositätsbereichs wird es ermöglicht, dass
die Bildung der Konversionsschicht über eine diffusionskontrollierte Reaktion ablaufen
kann. Durch die diffusionskontrollierte Applikation ist die Kinetik des Schichtwachstums
durch den Antransport von reaktiven Komponenten und die Einstellung des pH-Wertes
an der Grenzfläche gesteuert. Die geeignete Einstellung der Reaktionskinetik bedingt
ein rissfreies Wachstum der Konversionsschicht. Auf diese Weise umgeht das erfmdungsgemäße
Verfahren die Problematik der Abhängigkeit von Applikationsparametern wie Elektrolytmenge,
Auffrischung des Elektrolyten, Abtrocknen des Elektrolyten mit undefinierter Aufkonzentrierung
und undefinierten Umwälzprozessen an der Grenzfläche.
[0025] Bevorzugt weist die Zusammensetzung eine Viskosität im Bereich von 20 mPa*s bis 3000
mPa*s, bevorzugter von 50 bis 2500 mPa*s auf.
[0026] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung können übliche Verdickungsmittel eingesetzt
werden. Verdickungsmittel, d.h. Additive zur Erhöhung der Viskosität von Lösungen
bzw. Flüssigkeiten, sind dem Fachmann grundsätzlich bekannt. Als bevorzugte Verdickungsmittel
können im Rahmen der vorliegenden Erfindung beispielsweise Cellulose, Celluloseether,
Stärke, oxidierte Stärke, acetylierte Stärke, oxidierte-acetylierte Stärke, Polyacrylsäure,
Polyacrylsäureester, Polyurethane, Polyether, Polyolefin genannt werden. Bevorzugte
Cellulosederivate bzw. Celluloseether umfassen beispielsweise Methylcellulose, Ethylcellulose,
Hydroxypropylcellulose, Hydroxypropylmethylcellulose, Methylethylcellulose, Natriumcarboxymethylcellulose
oder deren Gemische. Weitere bevorzugte Verdickungsmittel zur Rheologiesteuerung umfassen
z.B. Polyethylenglycol, Polypropylenglycol, Polyvinylalkohol sowie Thixotrope, z.B.
Kieselsäure.
[0027] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Zusammensetzung Celluloseether wie
z.B. Methylcellulose als Verdickungsmittel.
[0028] Alternativ oder zusätzlich zu den oben genannten Verdickungsmitteln können auch andere,
dem Fachmann geläufige Verdickungsmittel verwendet werden. In einer bevorzugten Ausführungsform
enthält die Zusammensetzung jedoch ausschließlich eines oder mehrere der oben genannten
Verdickungsmittel.
[0029] Die Menge des Verdickungsmittels in der Zusammensetzung kann über einen breiten Bereich
variiert werden. Bevorzugt enthält die Zusammensetzung das Verdickungsmittel in einer
Menge von 0,5 Gew% bis 5 Gew%, bevorzugter von 1 Gew% bis 3 Gew%.
[0030] Der Wassergehalt wird bevorzugt so gewählt, dass eine ausreichende Löslichkeit der
aktiven Komponente in der Zusammensetzung vorliegt und außerdem die Zusammensetzung
eine für die Applikation auf einer Metalloberfläche vorteilhafte Viskosität aufweist.
[0031] Optional kann die wässrige Zusammensetzung zusätzlich noch ein Lösungsmittel umfassen.
Als geeignete Lösungsmittel kommen sowohl organische als auch anorganische Lösungsmittel
sowie deren Mischungen in Betracht. Da die aktive Komponente bevorzugt gelöst werden
sollte, kommen insbesondere polare anorganische und/oder organische Lösungsmittel
in Betracht. Beispielhaft können Alkohole, Ether oder Ester genannt werden.
[0032] Die erfindungsgemäße Zusammensetzung kann Additive umfassen, insbesondere Additive,
die Konversionsreaktion unterstützen.
[0033] Die Additive werden bevorzugt so ausgewählt, dass sie die Konversionsreaktion nicht
nachteilig beeinflussen.
[0034] Zusätzlich können auch farbgebende Pigmente zugegeben werden, die allerdings bevorzugt
nur die wässrige Zusammensetzung, nicht aber die Konversionsschicht färben.
[0035] Der pH-Wert der Zusammensetzung kann über einen breiten Bereich variiert werden.
Als geeigneter pH-Wert kann beispielsweise ein Bereich von 0-8 angegeben werden.
[0036] Da manche aktiven Komponenten wie z.B. gelöste Chrom(III)-Ionen unter basischen Bedingungen
unlösliche Verbindungen ausbilden können, kann es bevorzugt sein, dass die erfindungsgemäße
Zusammensetzung einen pH-Wert in einem Bereich von 1-7, bevorzugter in einem Bereich
von 2-5 oder von 3-4 aufweist.
[0037] In einer Ausführungsform kann die Zusammensetzung deshalb mindestens eine organische
und/oder anorganische Säure umfassen.
[0038] Gemäß eines weiteren Aspekts betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur
Ausbildung einer chemischen Konversionsschicht auf einer Metalloberfläche, umfassend
die Bereitstellung der oben beschriebenen Zusammensetzung und das Aufbringen der Zusammensetzung
auf die Metalloberfläche.
[0039] Geeignete Metalle, die mit einer chemischen Konversionsschicht versehen werden können,
sind dem Fachmann grundsätzlich bekannt.
[0040] Bevorzugt handelt es sich bei dem Metall um Aluminium, Zink, Magnesium oder Legierungen
oder Kombinationen dieser Metalle. Auch Stahl, der optional verzinkt ist, kann als
Metall verwendet werden.
[0041] Die Herstellung bzw. Bereitstellung der oben beschriebenen erfindungsgemäßen Zusammensetzung
kann über herkömmliche, dem Fachmann grundsätzlich bekannte Verfahrensschritte erfolgen.
[0042] Beispielsweise kann zunächst eine wässrige Lösung der aktiven Komponente hergestellt
werden, zu der dann das Verdickungsmittel zugegeben wird, bis die erwünschte Viskosität
eingestellt ist.
[0043] Wie bereits oben erläutert, sind dem Fachmann geeignete aktive Komponenten für die
Ausbildung einer chemischen Konversionsschicht grundsätzlich bekannt.
[0044] Elektrolyten auf Chrom(III)-Basis für die Ausbildung von Chrom(VI)-freien Chromat-Konvertierungsschichten
sind dem Fachmann an sich bekannt. In diesem Zusammenhang kann beispielsweise auf
DE 196 38 176 A1 und
WO 2007/134152 verwiesen werden, die geeignete Zusammensetzungen für die Ausbildung von Chrom(III)-basierenden-Konvertierungsschichten
offenbaren. Als eine bevorzugte Flüssigkeit kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung
beispielsweise SurTec® 650 RTU bzw. ChromitAL® TCP-Fertiglösung, vertrieben von der
Surtec GmbH, genannt werden. Als weitere beispielhafte kommerziell erhältliche Flüssigkeiten
mit einer aktiven Komponente zur Ausbildung einer chemischen Konversionsschicht (d.h.
Elektrolyten) können Henkel Alodine 5923 Plus, Henkel Alodine 871 Metalast TCP-HF,
Mac Dermid Interlox 338 in den von den Herstellern vorgeschlagenen Konzentrationen
genannt werden. In diese Chrom(III)-basierten Flüssigkeiten kann dann das Verdickungsmittel
zugegeben werden.
[0045] Wie oben erwähnt, wird in einem nächsten Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens
die das Verdickungsmittel und die aktive Komponente enthaltende Zusammensetzung auf
die Metalloberfläche aufgebracht.
[0046] Das Aufbringen der Zusammensetzung auf die Metalloberfläche kann durch herkömmliche,
dem Fachmann grundsätzlich bekannte Verfahrensschritte erfolgen.
[0047] Das Aufbringen der Zusammensetzung kann beispielsweise durch Streichen (z.B. mittels
eines Pinsels oder einer Bürste oder eines geeigneten Zahnspachtels), Wischen oder
durch Tauch- oder Spritzverfahren erfolgen.
[0048] Die Menge der pro Fläche aufgebrachten Zusammensetzung oder die durchschnittliche
Dicke der in Form einer Schicht aufgebrachten Zusammensetzung kann über einen breiten
Bereich variiert werden.
[0049] Geeigneterweise kann die Zusammensetzung mit einer Flächenbelegung im Bereich von
4 mg Zusammensetzung/cm
2 Metalloberfläche bis 200 mg Zusammensetzung/cm
2 Metalloberfläche, bevorzugter von 4 mg Zusammensetzung/cm
2 Metalloberfläche bis 50 mg Zusammensetzung/cm
2 Metalloberfläche, noch bevorzugter von 9 mg Zusammensetzung/cm
2 Metalloberfläche bis 40 oder auch bis 100 mg Zusammensetzung/cm
2 Metalloberfläche aufgebracht werden.
[0050] Die durchschnittliche Schichtdicke der auf die Metalloberfläche aufgebrachten Zusammensetzung
kann z.B. 0,05 mm bis 2 mm, bevorzugter 0,1 mm bis 1,5 mm betragen.
[0051] Das Aufbringen der Zusammensetzung kann auch erfolgen, indem ein oder mehrere Tücher
mit der Zusammensetzung getränkt werden oder die Zusammensetzung auf ein oder mehrere
Tücher aufgetragen wird und anschließend das Tuch bzw. die Tücher auf die zu behandelnde
Metalloberfläche aufgelegt und in dieser Position für eine ausreichende Einwirkzeit
belassen werden. Hinsichtlich der Applikation mit Hilfe eines oder mehrerer Tücher
kann auf die
DE 10 2009 036 102 verwiesen werden.
[0052] Im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es möglich, dass die Zusammensetzung
auf die zu behandelnde Metalloberfläche nur einmal oder alternativ auch mehrmals aufgebracht
wird. Durch die Verwendung der erfindungsgemäßen Zusammensetzung ist aber üblicherweise
eine einmalige Applikation ausreichend.
[0053] Bevorzugt wird die Zusammensetzung für eine Einwirkzeit, die für die Ausbildung der
Konversionsschicht ausreichend ist, auf der Metalloberfläche belassen und dann abgespült.
[0054] Das Entfernen der Zusammensetzung nach Applikation erfolgt bevorzugt rückstandsfrei
von der Oberfläche mittels Abspülen und/oder Abwischen.
[0055] Die Einwirkzeit kann über einen breiten Bereich variiert werden und hängt unter anderem
von der Art der Metalloberfläche und der gewünschten Dicke der Konversionsschicht
ab. Die Einwirkzeit kann beispielsweise 1-30 Minuten, bevorzugter 3-15 Minuten oder
4-8 Minuten betragen.
[0056] Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren gebildete Konversionsschicht weist bevorzugt
nach dem Salzsprühtest gemäß ASTMB 117 eine Korrosionsbeständigkeit von mehr als 72
h auf, bevorzugt mehr als 168 h, weiter bevorzugt mehr als 200 h.
[0057] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren kann die Schichtdicke der erzeugten Konversionsschicht
in einem breiten Bereich variiert werden. Als beispielhafte Schichtdicke kann ein
Bereich von 20 nm bis 500 nm, noch bevorzugter 50 nm bis 150 nm angegeben werden.
[0058] Das erfindungsgemäße Verfahren ist für die Behandlung einer Vielzahl von Metallen
geeignet. Vorzugsweise werden die Metalle ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus
Aluminium, Zink, Magnesium oder Legierungen oder Kombinationen dieser Metalle. Auch
Stahl, der optional verzinkt ist, kann als Metall verwendet werden.
[0059] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei dem Metall um
im Flugzeugbau eingesetzte Aluminiumlegierungen, insbesondere aus den Klassen AA2xxx,
AA7xxx, AA5xxx, AA6xxx, AlLi und AlMgSc.
[0060] Das präzise Auftragen der erfindungsgemäßen Zusammensetzung auf eine zu behandelnde
Metalloberfläche kann durch Einstellen einer geeigneten Viskosität erheblich erleichtert
werden. Außerdem können sowohl Dicke als auch die Gleichmäßigkeit der auf die Metalloberfläche
aufgetragenen Zusammensetzung besser kontrolliert werden.
[0061] Wie bereits oben erwähnt, handelt es sich bei der Bildung der Konversionsschicht
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren bevorzugt um eine diffusionskontrollierte Reaktion.
Durch die diffusionskontrollierte Applikation ist die Kinetik des Schichtwachstums
durch den Antransport von reaktiven Komponenten und die Einstellung des pH-Wertes
an der Grenzfläche gesteuert. Die geeignete Einstellung der Reaktionskinetik bedingt
ein rissfreies Wachstum der Konversionsschicht. Auf diese Weise umgeht das erfindungsgemäße
Verfahren die Problematik der Abhängigkeit von Applikationsparametern wie Elektrolytmenge,
Auffrischung des Elektrolyten, Abtrocknen des Elektrolyten mit undefinierter Aufkonzentrierung
und undefinierten Umwälzprozessen an der Grenzfläche.
[0062] Das erfindungsgemäße Verfahren erfordert für zufrieden stellende Korrosionsschutzeigenschaften
eine lediglich einmalige Applikation und ist vom Fertigungspersonal leicht durchführbar.
[0063] Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung eine chemische Konversionsschicht auf
einer Metalloberfläche, die durch das oben beschriebene Verfahren erhältlich ist.
[0064] Außerdem betrifft die Erfindung die Verwendung der erfindungsgemäßen Zusammensetzung
bei der Ausbildung einer chemischen Konversionsschicht auf einer Metalloberfläche.
Beispiete
Beispiel 1:
[0065] Die Viskosität eines Chrom(HI)-basierten Elektrolyt (ChromitAl SurTec 650, 50 %)
wurde durch Zugabe von 1 bis 2 Gew% Methylcellulose (Methocel 65HG) auf einen Wert
von 60 mPa*s eingestellt. Die Applikation erfolgte mit einem Pinsel (etwa 10 mg Zusammensetzung/cm
2). Die Einwirkzeit auf einer geschliffenen AA2024 Oberfläche betrug 4-8 min. Anschließend
wurde der Elektrolyt von der behandelten Metalloberfläche vollständig abgespült. In
einem Salzsprühtest nach ASTMB117 zeigte sich eine Korrosionsbeständigkeit von mehr
als 168 Stunden.
1. Eine wässrige Zusammensetzung zur Ausbildung einer chemischen Konversionsschicht auf
einer Metalloberfläche, wobei die Zusammensetzung mindestens eine aktive Komponente
für die Ausbildung der chemischen Konversionsschicht und mindestens ein Verdickungsmittel
enthält und eine Viskosität im Bereich von 10 mPa*s bis 10000 mPa*s aufweist.
2. Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei die aktive Komponente für die Ausbildung der
chemischen Konversionsschicht aus Chrom(III)-Verbindungen, Vanadium(IV)-Verbindungen,
Phosphormolybdänsäure, Titan-Verbindungen, Zirkon-Verbindungen, Lanthan-Verbindungen,
oder deren Kombinationen oder Gemischen ausgewählt wird.
3. Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Zusammensetzung
keine Chrom(VI)-Verbindung enthält.
4. Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Verdickungsmittel
ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Zellulose, Zelluloseether, Stärke, oxidierte
Stärke, acetylierte Stärke, oxidierte-acetylierte Stärke, Polyacrylsäure, Polyacrylsäureester,
Polyurethane, Polyether, Polyolefin, oder Kombinationen davon.
5. Verfahren zur Ausbildung einer chemischen Konversionsschicht auf einer Metalloberfläche,
umfassend die Bereitstellung einer Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1-4 und
das Aufbringen der Zusammensetzung auf die Metalloberfläche.
6. Verfahren nach Anspruch 5, wobei das Metall ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend
aus Aluminium, Zink, Magnesium, Stahl, oder Legierungen dieser Metalle.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, wobei die Zusammensetzung durch Streichen oder Wischen
auf die Metalloberfläche aufgebracht wird, und/oder durch Auflegen eines mit der Zusammensetzung
versehenen oder getränkten Tuchs auf die Metalloberfläche aufgebracht wird, wobei
bevorzugt nur eine einmalige Applikation der Zusammensetzung erfolgt.
8. Das Verfahren nach einem der Ansprüche 5-7, wobei die Zusammensetzung in einer Menge
von 4 mg bis 200 mg pro cm2 Metalloberfläche aufgebracht wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 5-8, wobei die Zusammensetzung nach einer für die
Ausbildung der Konversionsschicht ausreichenden Einwirkzeit von der Metalloberfläche
abgespült wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 5-9, wobei die Zusammensetzung für eine Einwirkzeit
von 1-30 min auf der Metalloberfläche belassen und dann abgespült wird.
11. Chemische Konversionsschicht auf einer Metalloberfläche, erhältlich durch das Verfahren
nach einem der Ansprüche 5-10.
12. Verwendung der Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1-4 für die Ausbildung einer
chemischen Konversionsschicht auf einer Metalloberfläche.