[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Anschlussschacht eines Vakuumabwassersystems
umfassend ein eine Hohlzylindergeometrie aufweisendes bodenseitig verschlossenes Schachtunterteil,
ein Schachtoberteil mit in diesem angeordnetes Absperrventil, ein in Längsachsenrichtung
des Schachts verlaufendes und vom Bodenbereich des Schachts ausgehendes Saugrohr,
das mit der Zulauföffnung des Absperrventils verbunden ist, und ein mit der Absaugöffnung
des Absperrventils verbundenes Unterdruckanschlussrohr, wobei die Zulauföffnung und
die Absaugöffnung von gegenüberliegenden Seiten des Absperrventils ausgehen und von
der Längsachse des Absperrventils durchsetzt sind.
[0002] Ein entsprechender Hausanschlussschacht besteht aus einem aus geschleudertem Kunststoff
bestehenden Schachtunterteil und einem mit diesem verbunden aus geschleudertem Kunststoff
bestehenden Oberteil. In diesem ist das Absperrventil derart angeordnet, dass dessen
Gehäuselängsachse horizontal verläuft. Das Saugrohr und das mit dem Unterdruck des
Vakuumabwassersystems verbundene Anschlussrohr werden über 90°-Bogenstücke mit der
Zulauf- bzw. Absaugöffnung des Absperrventils verbunden, das eine Funktionsweise bzw.
Konstruktion aufweist, wie diese der
EP 0 937 926 B1 zu entnehme ist, auf deren Offenbarung ausdrücklich Bezug genommen wird.
[0003] Durch die horizontale Ausrichtung des Gehäuses muss der Schacht einen relativ großen
Durchmesser aufweisen, so dass erheblich Erdarbeiten erforderlich sind, um den Schacht
zu verlegen. Nachteilig kann auch sein, dass beim Betätigen des Abwasserventils Abwasserschläge
unmittelbar auf das in dem Gehäuse vorhandene Schlauchventil treffen, so dass Beschädigungen
auftreten können bzw. eine häufige Wartung erforderlich ist.
[0004] Der
DE 196 04 163 A1 ist ein Schutzbehälter mit Hausanschluss-Absperrventil an einer Unterdruck-Abwasserleitung
zu entnehmen. Das Absperrventil befindet sich im unteren Teil des Schutzbehälters
und ist derart ausgerichtet, dass ein horizontal verlaufender Abschnitt eines Rohres,
über das das Abwasser abgesaugt wird, verschließt oder freigibt. Die Längsachse des
Absperrventils verläuft quer zu dem absperrbaren Rohrabschnitt.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Anschlussschacht zuvor
beschriebener Art so weiterzubilden, dass dieser kostengünstig herstellbar und kompakt
ausgebildet ist, um insbesondere das Verlegen zu erleichtern. Auch soll das Ventil
vor Abwasserschlägen geschützt werden.
[0006] Zur Lösung der Aufgabe sieht die Erfindung im Wesentlichen vor, dass zumindest das
Schachtunterteil ein Rohr oder ein abgelängter Abschnitt eines solchen ist, das mit
dem Schachtoberteil verbunden oder einstückig mit diesem ausgebildet ist, und dass
das Gehäuse des Absperrventils mit seiner Längsachse in Längsachsenrichtung des Schachts
mit schachtbodenseitig verlaufender Absaugöffnung ausgerichtet angeordnet ist. Dabei
ist insbesondere vorgesehen, dass das Rohr ein Kanalgrundrohr bzw. ein abgelängter
Abschnitt eines solchen ist.
[0007] Aufgrund der erfindungsgemäßen Lehre kann der Schacht kostengünstig hergestellt werden,
da dieser ein Rohr bzw. ein Abschnitt eines solchen, insbesondere ein Kanalgrundrohr
ist. Durch die Ausrichtung des Absperrventils, d.h. dessen Gehäuses in Längsrichtung
des Schachts ergibt sich der Vorteil, dass die Nennweite des Schachts im Vergleich
zu bekannten Konstruktionen deutlich verringert werden kann. Hierdurch ist ein einfaches
Verlegen möglich, da die Erdarbeiten dem Grunde nach zusammen mit dem Verlegen der
Leitungen des Vakuumabwassersystems durchgeführt werden können, ohne dass gesonderte
Maschinen benötigt werden.
[0008] Die Ausrichtung des Gehäuses des Absperrventils erfolgt in Längsrichtung des Schachts
derart, dass Absaugöffnung dem Boden und die Zulauföffnung dem Kopfbereich des Schachts
zugewandt sind. Somit muss das über das Saugrohr abzusaugende Wasser um 180° umgelenkt
werden, um über das Absperrventil abgesaugt zu werden, so dass Abwasserschläge vermieden
werden.
[0009] Um die Umlenkung zu ermöglichen, ist vorgesehen, dass das Absaugrohr mit der Zulauföffnung
des Absperrventils über ein ein- oder mehrteiliges U-förmiges Verbindungselement verbunden
ist.
[0010] Um weitere Kostenersparnisse zu erzielen ist vorgesehen, dass das Schachtoberteil
ebenfalls ein Rohr wie Kanalgrundrohr oder ein abgelängter Abschnitt eines solchen
ist.
[0011] Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass das Schachtoberteil ein geschleudertes
Kunststoffteil insbesondere aus PE ist.
[0012] Die Abdeckung des Schachts, die auch als Haube bezeichnet wird, kann eine Kanalgrundkappe
sein, die bei Kanalgrundrohren Verwendung finden. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit,
die Kappe als gespritztes oder geschleudertes Kunststoffteil auszubilden.
[0013] Alternativ kann das Schachtoberteil mit Kappe integral als ein Teil ausgebildet sein
und insbesondere ein geschleudertes Kunststoffteil sein.
[0014] Durch die Verwendung eines geschleuderten Kunststoffteils ergibt sich der Vorteil,
dass bei der Herstellung Befestigungselemente integriert werden können.
[0015] Entsprechend üblicher Konstruktionen von Hausanschlussschächten kann zwischen dem
Schachtunterteil und dem Schachtoberteil ein Zwischenboden vorgesehen sein. Dies ist
jedoch nicht zwingend erforderlich.
[0016] Insbesondere weist der Schacht einen Durchmesser DN mit 300 mm ≤ DN ≤ 450 mm, insbesondere
DN = 400 mm auf. Somit ergeben sich Nennweiten, die erheblich kleiner als die bekannter
Hausanschlussschächte ist, die Nennweiten zwischen 700 mm und 800 mm aufweisen.
[0017] Die Erfindung wird nachstehend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele näher erläuert.
[0018] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Prinzipdarstellung einer ersten Ausführungsform eines Hausanschlussschachts,
- Fig. 2
- eine Prinzipdarstellung einer zweiten Ausführungsform eines Hausanschlussschachts,
- Fig. 3
- eine dritte Ausführungsform eines Hausanschlussschachts,
- Fig. 4
- ein der Fig. 1 entsprechendes Schachtoberteil in vergrößerter Darstellung und
- Fig. 5
- einen Längsschnitt durch ein Absperrventil.
[0019] Den Figuren, in denen grundsätzlich gleiche Elemente mit gleichen Bezugszeichen versehen
sind, sind in prinzipieller Darstellung Hausanschlussschächte zu entnehmen, die in
ein Vakuumabwassersystem integriert sind.
[0020] Unterdruck- oder Vakuumabwassersysteme oder -anlagen für die Entwässerung umfassen
üblicherweise eine Vakuum- oder Unterdruckleitung, an die einerseits zumindest eine
Vakuum- oder Unterdruckquelle und andererseits über Absaugventile Abwassersammelstellen,
wie Sammelschächte oder Hausanschlussschächte, zum schubweisen Ansaugen von Abwasser
und Luft anschließbar sind. Entsprechende Systeme werden z.B. in Bereichen eingesetzt,
in denen eine geringe Siedlungsdichte vorherrscht, kein ausreichendes Gefälle für
eine konventionelle Freigefällekanalisation zur Verfügung steht, nur zeitweilig Abwasser
anfällt, wie dies in Feriensiedlungen der Fall ist, oder wo Wasserschutzgebiete zu
durchqueren sind. Auch hat sich ein Einsatz dann bewehrt, wenn die Untergrundverhältnisse
ungünstig sind, also z.B. in Gebieten hohen Grundwasserstands.
[0021] Unterdruck- bzw. Vakuumabwasseranlagen oder -systeme werden vorwiegend als reine
Schmutzwasserkanalisation eingesetzt. In einer Unterdruckabwasseranlage fließt üblicherweise
das Abwasser im freien Gefälle von Gebäuden in Abwassersammelräume oder -schächte.
Sobald in dem Schacht sich eine vorher festgelegt Abwassercharge angesammelt hat,
wird über eine Steuerung ein zwischen dem Sammelraum, in dem das Abwasser angesammelt
ist, und der Unterdruckleitung angeordnetes Absaug- oder Absperrventil über eine Zeitspanne
geöffnet. Die Abwassercharge und eine bestimmte Menge Luft werden durch das geöffnete
Absaugventil in die Unterdruckleitung gesaugt.
[0022] Entsprechende Abwasserschächte sind in den Figuren prinzipiell dargestellt. Dabei
stimmen die unterschiedlichen Ausführungsbeispiele dahingehend überein, dass jeder
Schacht ein Schachtunterteil aufweist, der aus einem Rohr wie Kanalgrundrohr besteht,
und dass ein in dem Schachtoberteil angeordnetes Absperr- oder Absaugventil in Bezug
auf dessen Gehäuse derart auf die Längsachsenrichtung des Schachts ausgerichtet ist,
dass die Zuluftöffnung dem Boden des Schachts und die Absaugöffnung dem Kopf des Schachts
zugewandt ist, d.h., dass die Längsachse des Gehäuses des Absperrventils, die die
Ablauf- und Absaugöffnung durchsetzt, entlang der Längsachse des Schachts, grundsätzlich
parallel zu dieser verläuft.
[0023] Die benutzten Rohre zur Ausbildung der Abwasserschächte sind bevorzugterweise Kanalgrundrohre,
d.h. gezogene Rohre aus PVC, die entsprechend der Länge der Schachtteile abgelängt
werden. Sodann werden im Verbindungsbereich Erweiterungen, sogenannte Muffenenden
nachträglich durch Erwärmen des Rohrs ausgebildet. In die Muffen werden ringförmige
Vertiefungen eingeformt, in die Dichtungen eingebracht werden, um die erforderliche
Abdichtung gegenüber ein in dem entsprechenden Endbereich eingeschobenes Rohr bzw.
Abschlusstück zu erreichen.
[0024] Das Ausführungsbeispiel der Fig. 1 zeigt einen Hausanschlussschacht 10, dessen Schachtunterteil
12 erwähntermaßen ein Kanalgrundrohr bzw. ein Abschnitt eines solchen ist, das bodenseitig
von einem Kanalgrundmuffenstopfen 14 verschlossen ist. Das Schachtunterteil 12 ist
mit einem Schachtoberteil 16 verbunden, das ebenfalls ein Rohr wie Kanalgrundrohr
bzw. ein abgelängter Abschnitt eines solchen ist. Das Schachtoberteil 16 ist seinerseits
über eine Kappe 18 wie Kanalgrundklebekappe 18 verschlossen. Der Schacht 10 wird in
einem Erdreich eingelassen und ist kopfseitig von einem aus Beton bestehenden Ausgleichsring
20 umgeben, der seinerseits rückseitig über eine insbesondere aus Guss bestehende
Abdeckung 22 verschließbar ist. In dem Schachtunterteil 12 mündet ein aus einem Gebäude
führendes Abwasserrohr 24, von dem ein Belüftungsrohr 26 ausgeht. Insoweit wird auf
bekannte Konstruktionen verwiesen.
[0025] Wie die zeichnerische Darstellung verdeutlicht, weist das Schachtunterteil in seinem
Bodenbereich eine Erweiterung - ein sogenanntes Muffenende - mit einer umlaufenden
nach innen offene Sicke 13 auf, in die ein Dichtungsring eingebracht wird, um sodann
das Schachtunterteil 12 gegenüber dem Kanalgrundmuffenstopfen 14 abzudichten.
[0026] Die das Schachtoberteil 16 abdeckende Kappe 18 ist insbesondere mit dem Schachtoberteil
16 durch Kleben verbunden.
[0027] In dem Schachtoberteil 16, das entsprechend der Fig. 1 und 4 aus den Rohrschnitten
17, 19 zusammengesetzt ist, ist ein Absperrventil angeordnet, das eine Konstruktion
und eine Funktionsweise besitzen kann, wie diese der
EP 0 937 926 B1 zu entnehmen ist, auf deren Offenbarung ausdrücklich Bezug genommen wird und die
Bestandteil der vorliegenden Beschreibung ist. Das Absperrventil weist ein zylindrisches
Gehäuse 28 auf, dessen Längsachse 30 parallel zur Längsachse 32 des Hausanschlussschachts
10, also der Schachtunter- und Oberteile 12, 16 verläuft.
[0028] In dem Gehäuse 28 befindet sich z.B. ein Schlauchventil 530 (siehe Fig. 5), das in
Abhängigkeit von dem das Schlauchventil 530 umgebenden Druck geschlossen oder geöffnet
ist. Ein Öffnen erfolgt dann, wenn der das Schlauchventil 530 umgebende Raum 62 mit
Unterdruck beaufschlagt wird. Dies ist dann der Fall, wenn sich im Bodenbereich oder
Sumpf des Schachtunterteils 12 in einem Umfang Abwasser angesammelt hat, dass der
hierdurch in einem zu einer Steuerung 34 führenden Staudruckrohr 36 herrschende Staudruck
die Steuerung 34 betätigt, so dass über diese Unterdruck dem Absperrventil, d.h. den
das Schlauchventil 530 umgebenden Raum 62 zugeführt wird, so dass das Absperrventil
geöffnet wird, um über ein Saugrohr 38 das in dem Sumpf angesammelte Abwasser abzusaugen.
Die Zulauföffnung des Absperrventils befindet sich in der der Kappe 18 zugewandten
Stirnseite des Gehäuses 28. Infolgedessen muss das über das Saugrohr 38 angesaugte
Abwasser um 180° umgelenkt werden. Hierzu ist die Zulauföffnung 36 sowie das haubenseitig
verlaufende Ende des Saugrohrs 30 jeweils mit einem Bogenstück in Form des 90° Gummiwinkels
38, 40 verbunden. Durch die Umlenkung des Abwassers wird sichergestellt, dass Abwasserschläge
das Schlauchventil 530 nicht unmittelbar beaufschlagen.
[0029] Gegenüberliegend zu der Zulauföffnung 36, also bodenseitig verlaufend, ist die Absaugöffnung
42 des Absperrventils vorgesehen, die über ein insbesondere aus PVC bestehendes Winkelstück
44 mit einem Rohr 46 verbunden ist, das seinerseits mit einem Absaugrohr 48 verbunden
ist, das das Schachtoberteil 16 durchsetzt und zu der Abwasserhauptsammelstelle führt,
die mit Unterdruck beaufschlagt ist.
[0030] Wie die Prinzipdarstellung der Fig. 1 und 4 verdeutlicht, besteht das Schachtoberteil
16 aus den zwei Abschnitten 17, 19, wobei der untere Abschnitt 17 von dem Absaugrohr
48 durchsetzt ist.
[0031] Aus der zeichnerischen Darstellung ergibt sich des Weiteren, dass die zusammengesetzten
Rohre ineinandergesteckt sind, wobei im Überlappungsbereich eine entsprechende Erweiterung
in dem Schachtteil erfolgt, das ein anderes Teil aufnimmt. Auch ist die umlaufende
und nach innen offene ringförmige Erweiterung erkennbar, in die ein Dichtring eingebracht
wird, wie dies auch im Zusammenhang mit dem Schachtunterteil 12 und dem Muffenstopfen
erläutert worden ist.
[0032] In Bezug auf die Anordnung des Absperrventils und die Anordnung der Zulauf- und Absaugöffnung,
die durch die Winkelstücke erfolgte Umlenkung des abgesaugten Abwassers und das Schachtunterteil
weisen die den Fig. 2 und 3 zu entnehmenden Hausanschlussschächte 100, 200 eine gleiche
Konstruktion bzw. Anordnung wie der Hausanschlussschacht 10 gemäß Fig. 1 auf.
[0033] Abweichend von der Ausführungsform der Fig. 1 besitzt der Abwasserschacht 100 gemäß
Fig. 2 eine Haube 102, die einen Abschnitt des Schachtoberteils, und zwar den Abschnitt
19 das Hausanschlussschachts 10 gemäß Fig. 1 umfasst, und besteht aus geschleudertem
Kunststoff, insbesondere Polyethylen.
[0034] Demgegenüber ist erwähntermaßen das Schachtunterteil 12 sowie der untere Abschnitt
17 des Schachtoberteils ein aus PVC bestehendes Kanalgrundrohr bzw. ein abgelängter
Abschnitt eines solchen.
[0035] Bzgl. des Hausanschlussschachts 300 ist die Konstruktion derart gewählt, dass erfindungsgemäß
das Schachtunterteil 12 ein Kanalgrundrohr bzw. ein Abschnitt oder ein abgelängter
Abschnitt eines solchen ist, wohingegen das Schachtoberteil 316 mit der diesen verschließenden
Haube einteilig ausgebildet und aus geschleudertem Kunststoff wie Polyethylen besteht.
Ansonsten finden sich die Merkmale des Hausanschlussschachts 10 gleichfalls wieder,
so dass auf die diesbezüglichen Ausführungen verwiesen wird.
[0036] Um eine Wartung z.B. der Steuerung 34 oder des Absperrventils problemlos durchführen
zu können, ist des Weiteren zwischen dem Absaugrohr 48 und dem Verbindungsstück 46
innerhalb des Schachtoberteils 16 bzw. des Abschnitts 17 ein Schieber 50 vorgesehen,
so dass das Vakuum abgesperrt werden kann.
[0037] Die Nennweite DN, d.h. der Innendurchmesser des Schachts 10 beträgt insbesondere
350 mm bis 450 mm, bevorzugterweise 400 mm. Konstruktionsbedingt kann im Bereich der
Kappe 118 die Nennweite reduziert sein, wie sich selbsterklärend aus den Zeichnungen
ergibt.
[0038] In Fig. 5 ist detaillierter das Absperr- oder Absaugventil dargestellt, das das zylindrische
Gehäuse 28 mit der parallel zur Längsachse 32 des Hausanschlussschachtes 10 verlaufenden
Längsachse 30 aufweist.
[0039] Das Ventil arbeitet ohne mechanische Schieber, Kolben oder ähnliches und umfasst
als Verschlusselement ausschließlich einen Abschnitt eines Schlauches 510, der in
dem Gehäuse 28 derart eingespannt ist, dass dieser in axialer Richtung (Pfeil 513)
eine Druckbeaufschlagung, d. h. eine Stauchung erfährt, wodurch der Schlauch 510 einknickt
und in linien- bzw. streifenförmigen Bereichen 516, 518 dichtend aufeinanderliegt,
wie dies in Fig. 5 dargestellt ist. Der linienförmige Bereich 516, 518 weist einen
gebogenen, d. h. konvexen Verlauf auf. Dabei ist der Schlauch 510 derart vorgeformt,
dass die linien- bzw. streifenförmigen Bereiche 516, 518 vorzugsweise außermittig
verlaufen, so dass sich zwei Abschnitte 520, 522 des Schlauches 510 mit unterschiedlichen
Längen ergeben.
[0040] Wie die Schnittdarstellung in Fig. 5 zeigt, weist jeder Abschnitt 520, 522 im Längsschnitt
eine gleichschenklig dreieckförmige Geometrie (Dreiecke 524, 526) mit gemeinsamer
Spitze auf, die im Bereich 516, 518 und auf der Gehäuselängsachse 30 liegt. In Draufsicht
weisen folglich die Abschnitte 520, 522 eine gleichschenklige Trapezform auf. Dabei
weisen die Trapeze 528, 530 einen gemeinsamen Basisschenkel auf, der durch die linien-
bzw. streifenförmigen Bereiche 516, 518 gebildet wird. Die Höhen der Trapeze 528,
530 und damit auch die der gleichschenkligen Dreiecke 524, 526 sind grundsätzlich
unterschiedlich, wobei der Abschnitt 520, der unterdruckseitig verläuft, eine geringere
Länge als der zulaufseitige Abschnitt 522 aufweist. Der Abschnitt 520 ist über die
Öffnung 42 an der Unterdruckseite und der Abschnitt 522 über eine Öffnung 36 an der
Zulaufseite des Vakuumabsaugsystems angeschlossen.
[0041] Der Schlauch 510 weist im Bereich seiner beiden Enden einen umlaufenden im Schnitt
U-förmigen Rand 532, 534 auf, dessen jeweiliger in Längsrichtung des Schlauchs 510
verlaufender Außenschenkel 536, 538 in einer umlaufenden Nut 540, 542 angeordnet ist,
die von der jeweiligen Stirnfläche 544,546 des Gehäuses 28 ausgeht. Hierzu ist das
Gehäuse 28 muffenartig verstärkt. Der Rand 532, 534 verläuft mit seinem Querschenkel
548, 550 entlang der jeweiligen Stirnfläche 544, 546 des Gehäuses 28 und wird mittels
auf den jeweiligen Stirnbereich des Gehäuses 28 aufschraubbarer, verklebbarer, aufsteckbarer
oder in sonstiger geeigneter Weise aufbringbarer rohrförmiger Ansätze 556, 558 wie
Manschetten festgelegt, d. h eingespannt. Dabei ist der Abstand zwischen den Stirnflächen
544, 546 kleiner als die Länge des Schlauches 510 zwischen seinen Querschenkeln 548,
550 im entspannten Zustand. Werden folglich die Manschetten 556, 558 auf das Gehäuse
28 geschraubt, erfährt der Schlauch 510 eine Stauchung mit der Folge, dass dieser
im Bereich 516, 518 einknickt und somit eine gewünschte Dichtung hervorrufen kann.
[0042] Das Gehäuse 12 weist einen Anschluss 560 auf, der zu dem Raum 62 zwischen dem Gehäuse
28 und dem Schlauch 510 führt. Der Raum 62 kann nunmehr in erforderlichem Umfang mit
Druck beaufschlagt werden, d. h. mit Unterdruck dann, wenn das Ventil öffnen soll,
also die Bereiche 516, 518 des Schlauches 510 voneinander entfernt werden sollen,
damit das an der Zulaufseite anstehende Medium zur Unterdruckseite abgesaugt werden
kann (Pfeil 513).
1. Anschlussschacht (10, 100, 300) eines Vakuumabwassersystems umfassend einen eine Hohlzylindergeometrie
aufweisendes bodenseitig verschlossenes Schachtunterteil (12), ein Schachtoberteil
(16, 17, 19, 116, 316) mit in diesem angeordneten Absperrventil, ein in Längsachsenrichtung
des Schachts verlaufendes und vom Bodenbereich des Schachts ausgehendes Saugrohr (38),
das mit der Zulauföffnung (36) des Absperrventils verbunden ist, und ein mit der Absaugöffnung
(42) des Absperrventils verbundenes Unterdruckanschlussrohr (48), wobei von gegenüberliegenden
Seiten des Absperrventilgehäuses (28) die Zulauf- und Absaugöffnung ausgehen und von
der Längsachse (30) des Absperrventils durchsetzt sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest das Schachtunterteil (12) ein Rohr oder ein abgelängter Abschnitt eines
solchen ist, das mit dem Schachtoberteil (16, 116, 316) verbunden oder einstückig
mit diesem ausgebildet ist, dass das Gehäuse (28) des Absperrventils mit seiner Längsachse
(30) entlang der Längsachse (32) des Schachts (10, 100, 300) verläuft und dass die
Zulauföffnung (36) des Absperrventils bodenabgewandt verläuft.
2. Anschlussschacht nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Rohr ein Kanalgrundrohr oder ein abgelängter Abschnitt davon ist und insbesondere
aus PVC besteht.
3. Anschlussschacht nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Absaugrohr (38) mit der Zulauföffnung (36) des Gehäuses (28) des Absperrventils
über ein Verbindungselement oder mehrere eine U-Form bildende Verbindungselemente
(38, 40) verbunden ist.
4. Anschlussschacht nach zumindest einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schachtoberteil (16) mit einem dieses kopfseitig verschließenden Verschlusselement
in Form einer Kanalgrundkappe (18) verschlossen ist.
5. Anschlussschacht nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schachtoberteil ein dieses kopfseitig verschließendes Verschlusselement wie Haube
in Form eines geschleuderten Kunststoffteils (118), insbesondere aus Polyethylen,
aufweist.
6. Anschlussschacht nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schachtoberteil (316) mit dem dieses kopfseitig verschließenden Element einstückig
ausgebildet und insbesondere ein geschleudertes Kunststoffteil aus Polyethylen ist.
7. Anschlussschacht nach zumindest einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Absaugrohr (48) oder ein mit diesem verbundenes Rohr über ein im Schachtoberteil
(16, 116, 316) angeordnetes Schiebeelement (50) absperrbar ist.
8. Anschlussschacht nach zumindest einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schachtunterteil (12) mittels eines Muffenstopfens, insbesondere eines Kanalgrundmuffenstopfens,
verschlossen ist.
9. Anschlussschacht nach zumindest einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schacht (10, 100, 300) zumindest außerhalb des diesen kopfseitig verschließenden
Verschlusselements einen Innendurchmesser DN mit 350 mm ≤ DN ≤ 450 mm, insbesondere
DN = 400 mm aufweist.