[0001] Die Erfindung betrifft ein System zum Verbinden einer ersten Komponente und einer
zweiten Komponente zur Ausbildung eines biegesteifen Rahmenecks. Das System ist insbesondere
zur Anwendung an oder in Gebäuden vorgesehen, insbesondere Gebäuden, die in Erdbebengebieten
stehen.
[0002] Die
DD 290 464 A5 betrifft ein mechanisches Dämpfungselement für Schwingungen, die in erdbebengefährdeten
Gebieten zwischen einem Fundament und einem darauf befindlichen Objekt auftreten.
Dazu ist eine Grundplatte vorhanden, auf der sich an den Eckpunkten des Objektes angeordnete
Stahlkugeln horizontal bewegen können, die in den Bewegungsrichtungen von federndem
Material umgeben sind. Auf der Seite der Lauffläche sind die Stahlkugeln von dem elastisch-plastischen
Material frei.
[0003] Die
DE 34 02 449 C2 betrifft eine Vorrichtung zur Schwingungsdämpfung an turmartigen Bauwerken mit einem
an einer Kragstütze des Bauwerks zur Durchführung räumlicher Schwingungen aufgehängten
Pendel mit einer Pendelstange, deren unteres Ende lose in einem nach oben offenen
Hohlraum eines Reibgewichts einsticht. Das Reibgewicht ist aus mehreren, unverbundenen,
aufeinander gestapelten, kreisscheibenförmigen Reibplatten zusammengesetzt, deren
Außendurchmesser von der oberen zur unteren Platte zunimmt. Die unterste Platte ist
verschieblich auf einem Boden gelagert, der Hohlraum wird durch zentrische Löcher
in den Reibplatten gebildet, wobei der Lochdurchmesser von der oberen zur unteren
Reibplatte zunehmend größer wird. Die
DE 43 05 132 C1 betrifft einen Reibungsdämpfer zur Sicherung von Tragwerken gegen dynamische Einwirkungen
mit zumindest zwei übereinander angeordneten, sich an gekrümmten Kontaktflächen berührenden
Reibscheiben, die in abwechselnder Folge mit einem ersten oder zweiten von zwei Reibungsdämpferanschlüssen
in Verbindung stehen. Ein Vorspannmittel für die übereinander angeordneten Reibscheiben
ist vorgesehen.
[0004] Die
DE 10 2007 051 285 A1 betrifft einen Befestigungswinkel mit einem ersten und einem zweiten Befestigungsschenkel,
die über ein Verformungselement miteinander verbunden sind, so dass der erste Befestigungsschenkel
zu dem zweiten Befestigungsschenkel unter Verformung des Verformungselementes verschiebbar
ist.
[0005] Die
EP 1 170 429 A1 betrifft einen Verstärkungshalter gegen Vibrationen mit einem Basisteil, das durch
Verdrehen und Biegen beider Endteile einer Platte in einer Richtung ausgebildet ist.
An dem Verstärkungshalter werden dadurch Befestigungsstücke ausgebildet. Absorberteilen,
die eine Gummielastizität aufweisen, sind vorgesehen, über die das Basisteil an Strukturbauteilen
fixiert ist.
[0006] Die
EP 1 164 225 A1 betrifft einen Metallbeschlag gegen Schwingungen mit einem L-förmigen Basisteil,
das durch Biegen einer Platte ausgebildet ist und mit gebogenen und vorspringenden
Teilen ausgebildet ist, die in Zwischenbereichen beider Teile nach innen gebogen sind.
Ein Verstärkungsteil ist durch Biegen einer Platte ausgebildet und in Kontakt mit
einem gebogenen Teil des L-förmigen Basisteils gesetzt. Absorptionsteile aus einem
Gummimaterial sind an verschiedenen Stellen des L-förmigen Basisteils angeordnet.
[0007] Bei Rahmen mit sogenannten biegesteifen Rahmenecken in den Rahmenecken müssen sämtliche
horizontale Lasten aufgenommen und weitergeleitet werden. Die Verbindung zwischen
den sogenannten Pfosten und Riegeln müssen somit einerseits eine sehr hohe Steifigkeit
aufweisen, damit das Bauwerk nicht schon bei Wind übermäßig in Schwingungen versetzt
werden kann, andererseits muss die Verbindung auch so große Verformungen ermöglichen,
dass im Erdbebenfall kein Versagen eintritt, also die biegesteife Rahmenecke nicht
kollabiert. Werden biegesteife Rahmenecken eingesetzt, haben diese gegenüber aussteifenden
Scheiben den großen Vorteil, dass eine freie und variable Grundrissnutzung ermöglicht
wird.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein System bereitzustellen, mit dem es
möglich ist, bei einfacher Montage eine hohe Sicherheit und Effektivität für Bauwerke
bereitzustellen.
[0009] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein System mit den Merkmalen des Haupanspruches
gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den
Unteransprüchen, der Beschreibung sowie den Figuren aufgeführt.
[0010] Das erfindungsgemäße System zum Verbinden einer ersten Komponente und einer zweiten
Komponente zur Ausbildung eines biegesteifen Rahmenecks mit einer an der ersten Komponente
angeordneten ersten Verbindungsplatte und einer an der zweiten Komponente angeordneten
zweiten Verbindungsplatte sieht vor, dass in den Verbindungsplatten jeweils eine erste
Bohrung ausgebildet ist, in der ein Bolzenelement zur Ausbildung einer definierten
Drehachse eingeführt ist, dass in den Verbindungsplatten weitere, korrespondierend
angeordnete Ausnehmungen ausgebildet sind, in denen zumindest eine Schraube angeordnet
ist, die die Verbindungsplatten gegeneinander verspannt und dass die weiteren Ausnehmungen
und die zumindest eine Schraube so dimensioniert sind, dass eine Verdrehung um die
Drehachse um einen definierten Drehwinkel möglich ist.
[0011] Strukturbauteile in Gebäuden wie Pfosten und Riegel werden häufig aus Holz oder Metall
gefertigt. Holz hat bezogen auf seine Masse eine außerordentlich hohe Tragfähigkeit,
so dass Tragstrukturen mit einem geringen Eigengewicht möglich sind. Dieses geringe
Eigengewicht ist insbesondere dann von Vorteil, wenn das Gebäude bei Erdbeben durch
Anregungen aus dem Baugrund zum Schwingen gebracht wird. Ist die Konstruktion von
Bauwerken dann mit einer sehr hohen Steifigkeit versehen und verfügt das Gebäude noch
über eine große Masse, treten sehr große Beanspruchungen auf, die bei einem geringen
Dissipationspotenzial der Materialien häufig zu einem Versagen der Konstruktion führen.
Das Dissipationspotential bei Holzkonstruktionen liegt aufgrund der geringen plastischen
Verformbarkeit weniger im Holz selbst als vielmehr in den Knotenpunkten, also in den
Verbindungen der einzelnen Komponenten. Erfindungsgemäß ist es vorgesehen, dass Verbindungsplatten
an den einzelnen Komponenten ausgebildet sind, vorzugsweise als Stahlplatten ausgeführt
und an den Enden der jeweiligen Komponenten angeordnet sind und dass in diesen Verbindungsplatten
zur Sicherstellung einer exakten Positionierung der Komponenten zueinander und einer
ausreichenden Übertragbarkeit statischer Belastungen jeweils eine erste Bohrung ausgebildet
ist, in die ein passendes Bolzenelement eingeführt ist. Das Bolzenelement dient zur
sicheren und exakten Positionierung der Verbindungsplatten zueinander und dient gleichzeitig
als Drehachse, um die die Komponenten verschwenken können. In den Verbindungsplatten
sind weitere oder zweite, korrespondierend angeordnete Ausnehmungen angeordnet, beispielsweise
Ausfräsungen, Ausstanzungen oder dergleichen, die im montierten Zustand, also in dem
Zustand, in dem die beiden Verbindungsplatten aneinander anliegen, zumindest teilweise
einander überdecken, so dass durch beide Ausnehmungen oder weitere Ausnehmungen hindurch
zumindest eine Schraube angeordnet werden kann, über die die beiden Verbindungsplatten
gegeneinander verspannt werden können. Diese zweiten oder weiteren Ausnehmungen sind
dabei so dimensioniert, dass eine Verdrehung um die Drehachse, die durch das Bolzenelement
in den ersten Bohrungen definiert wird, um einen definierten Drehwinkel möglich ist.
Das Verbindungsprinzip des Systems beruht somit zunächst auf einer drehbaren Koppelung
zweier Komponenten und deren Festlegung zueinander zunächst über Reibung, die durch
die vorgespannten, vorzugsweise hochfesten Schrauben zwischen den beiden Verbindungsplatten,
die vorzugsweise aus Stahl bestehen, erzeugt wird, Die Kraft- und Momentenübertragung
der vorwiegend ruhenden Lasten erfolgt somit zunächst über die Reibung zwischen den
beiden Verbindungsplatten, wobei eine linear-elastische Verformung bei einer Kraft-
oder Momentenerhöhung vorhanden ist. Die Energiedissipation findet innerhalb der Komponenten
und der Verbindungsplatten statt, eine Verlagerung der Verbindungsplatten zueinander
findet noch nicht statt. Erst wenn die Belastung so groß wird, dass die Haftreibung
überschritten wird, erfolgt die Energiedissipation durch Gleitreibung, bei der die
Verbindungsplatten gegeneinander um die durch das Bolzenelement definierte Drehachse
verdreht werden. Die Verdrehung ist dabei nur in dem durch die Abmessungen oder Formgebung
der weiteren Ausnehmungen definiert. Je größer die Ausnehmung im Vergleich zu den
Spannschrauben sind, desto größer kann die Verlagerung sein, bis die Verbindungsplatten
und die Spannschrauben an den Rändern der weiteren Ausnehmungen in unmittelbaren Kontakt
treten. Bis zu diesem Kontakt ist die Verbindung der beiden Komponenten noch frei
von plastischen Materialverformungen oder plastischen Schädigungen. Werden die Verformungen
weiterhin größer, werden zusätzlich Lochleibungskräfte aktiviert, um die Verbindung
aufrecht zu erhalten, die Lochleibungskräfte werden durch das Bolzenelement ebenso
wie die Spannschrauben in den jeweiligen Ausnehmungen aufgenommen.
[0012] Um eine möglichst exakte Führung der Verbindungsplatten relativ zueinander zu ermöglichen,
entsprechen der Innendurchmesser der ersten Bohrungen und der Außendurchmesser des
Bolzenelementes einander, eine Übergangspassung, eine Passung mit einem geringen Spiel
oder ein Passsitz des Bolzenelementes innerhalb der ersten Ausnehmungen ist anzustreben.
Die Abmessungen des Bolzenelementes und der ersten Bohrungen sind dabei so zu wählen,
dass eine Montage der Komponenten vor Ort, also auf der Baustelle, und eine grundsätzliche
Verdrehbarkeit um die durch das Bolzenelement gebildete Drehachse möglich ist. Dazu
kann ein geringes Spiel, das sich nach den Abmessungen der Bohrungen und des Bolzenelementes
richtet, vorhanden sein, eine relevante seitliche Verschiebung in der Ebene der Verbindungsplatten
soll nicht möglich sein. Das Spiel kann bei großen Bolzen- und Bohrungsdurchmessern
durchaus bis zu 1mm betragen. Vorteilhafterweise sind die erste Bohrung ebenso wie
das Bolzenelement rund ausgebildet.
[0013] Die Innendurchmesser der korrespondierenden weiteren Ausnehmungen sind vorteilhafterweise
größer als der Außendurchmesser der Schrauben, durch die die Verbindungsplatten gegeneinander
verspannt werden, um eine Verdrehung der Verbindungsplatten relativ zueinander bei
Überschreiten der Haftreibung zuzulassen. Dabei ist es nicht notwendig, dass der Innendurchmesser
von beiden weiteren oder zweiten Ausnehmungen größer als der Außendurchmesser der
Schrauben ist, vielmehr kann auch in einer Verbindungsplatte eine weitere Ausnehmung
im Innendurchmesser korrespondierend oder passend zu dem Außendurchmesser der Schraube
ausgebildet sein, während nur die korrespondierende Ausnehmung in der zweiten Verbindungsplatte
größer ist.
[0014] Ebenso ist es möglich, dass eine oder beide weitere Ausnehmungen eine Langlochausgestaltung
und dabei beispielsweise eine gebogene Form aufweisen, die dem vorgesehenen Verdrehweg
der beiden Komponenten zueinander entspricht. Dadurch ist es möglich, eine Art Führung
der Verdrehung beider Komponenten durch die Spannschrauben zu gewährleisten. Durch
die Dimensionierung und/oder Formgebung der weiteren Ausnehmungen wird der maximale
Verdrehwinkel der beiden Komponenten zueinander definiert, bis die Materialverformung
aufgrund des unmittelbaren Kontaktes der Ränder der Ausnehmungen mit den Schrauben
auftritt. Dadurch wird der Bereich und Weg der Gleitreibung zwischen den Verbindungsplatten
zur Energiedissipation definiert.
[0015] Die Verbindungsplatten sind vorteilhafterweise mit einem definierten, über die Nutuzngsdauer
des Systems möglichst konstanten Reibkoeffizienzen versehen, um die auftretenden Reibkräfte
nach der Montage im Vorfeld bestimmen zu können. Die Verbindungsplatten können auf
den einander zugewandten Oberflächen aufgeraut oder mit regelmäßigen Unebenheiten
versehen sein, so dass im montierten Zustand ein definierter Reibkoeffizient zwischen
den beiden aufeinanderliegenden Oberflächen realisiert wird. Ziel ist es, dass die
Kontaktflächen der Verbindungsplatten einen dauerhaft definierten Reibkoeffizienten
aufweisen, damit über die Lebensdauer des Bauwerkes eine sichere Konstruktion und
ein stabiler Aufbau realisiert werden können. Die Spannschrauben werden vorzugsweise
mit einem solch hohen Drehmoment angezogen, dass die Haftreibung zwischen den Verbindungsplatten
ausreichend groß ist, um die statischen und dynamischen Kräfte während der üblichen
Nutzung eines Gebäudes aufzufangen. Erst bei außerordentlich hohen Belastungen, beispielsweise
bei Stürmen oder Erdbeben, werden die Haftreibungskräfte überschritten. Die Materialfestigkeit
der Schrauben sowie der Bolzenelemente gegenüber Scherkräften ist dabei größer als
die aufgebrachte Haftreibung, so dass es möglich ist, nach der Phase der Gleitreibung
noch eine Sicherheitsreserve in der Verbindung der beiden Komponenten bereitzustellen
[0016] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass eine Sensoreinrichtung zur Überwachung
der Druckbelastung zwischen den Verbindungsplatten vorgesehen ist, so dass der Druck
auf die Kontaktflächen der Verbindungsplatten dauerhaft kontrolliert werden kann und
dass über die Nutzungsdauer der Verbindung die ausreichende und definierte Haftreibung
zwischen den Verbindungsplatten vorhanden ist.
[0017] Die Sensoreinrichtungen können als Scheiben, beispielsweise als Unterlegscheiben
zwischen den Verbindungsplatten oder unter den Schrauben ausgebildet sein. Weiterhin
ist es möglich, dass ein Übertragungselement der Sensoreinrichtung bzw. den Scheiben
zugeordnet sein kann, mit dem es möglich ist, ohne aufwendige Apparaturen die Druckkraft
zwischen den Verbindungsplatten zu messen und erst im Falle des Unterschreitens eines
Grenzwertes die Schrauben nachzuziehen. Die Übermittlungseinrichtung kann drahtlos,
beispielsweise über ein Funkelement oder eine RFID-Übertragung oder über ein Kabel
oder einen anderen Signalleiter erfolgen. Ein Transponder kann in der Sensoreinrichtung
angeordnet sein, so dass bei und nach der Verschraubung der Verbindungsplatten einerseits
möglich ist, eine genau definierte Vorspannung zu erreichen und darüber hinaus im
Verlauf der Nutzung des Verbindungssystems kontrollieren zu können, ob die Vorspannung
weiterhin vorhanden ist.
[0018] Den einzelnen Scheiben oder Sensoreinrichtungen können Kennungen zugeordnet werden,
so dass exakt bestimmt werden kann, welche Schraubenverbindung welches Drehmoment
aufweist und welche Haftreibung an welcher Stelle zwischen den Verbindungsplatten
realisiert wird.
[0019] Grundsätzlich ist es möglich, mehrere Verbindungsplatten alternierend in Axialrichtung
hintereinander anzuordnen, um hohe Belastungen aufnehmen zu können.
[0020] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der beigefügten Figuren
näher erläutert. Gleiche Bezugszeichen bezeichnen gleiche Bauteile. Es zeigen:
- Figur 1 -
- eine schematische Darstellung zweier Komponenten in Draufsicht;
- Figur 2 -
- eine Figur 1 in Seitenansicht;
- Figur 3 -
- die Komponenten gemäß Figur 1 im montierten Zustand in Draufsicht;
- Figur 4 -
- die Figur 3 in Seitenansicht;
- Figuren 5a - 5d -
- Einzeldarstellungen von Verbindungsplatten;
- Figuren 6a - 6d -
- montierte Komponenten mit Verbindungsplatten gemäß Figuren 5a bis 5d; sowie
- Figur 7 -
- schematische Darstellung eines Moment-Verdrehungsdiagramms.
[0021] In der Figur 1 ist eine erste Komponente 1 aus einem Holzbalken 11 mit einer darin
eingelassenen Verbindungsplatte 12 dargestellt. Der Holzbalken 11 und die Verbindungsplatte
12 können miteinander verschraubt sein, die Verbindungsplatte 12 besteht vorzugsweise
aus einem Stahl oder einem anderen hochfesten Material, das mit dem Balken 11 verbindbar
Ist. Zur Verbindung der Verbindungsplatte 12 mit dem Holzbalken 11 ist in dem Holzbalken
11 vorzugsweise ein Schlitz eingearbeitet, in den die Verbindungsplatte 12 eingeschoben
wird, über herkömmliche Stabdübel, gegebenenfalls in Verbindung mit Klebern oder anderen
Befestigungselementen, wird die Verbindungsplatte 12 fest und dauerhaft mit dem Balken
11 verbunden. Eine korrespondierende Befestigung findet an einer zweiten Komponente
2 statt, die ebenfalls einen Holzbalken 21 mit einer darin oder daran befestigten
zweiten Verbindungsplatte 22 aufweist. Statt eines Holzbalkens können als Pfosten
und Riegel auch andere Materialien verwendet werden, beispielsweise Metall, Kunststoff,
Beton oder dergleichen. Eine Befestigung der Verbindungsplatten 12, 22 an den jeweiligen
Trägern 11, 21 erfolgt nach Maßgabe der Materialien und der geeigneten Verbindungstechnik.
Grundsätzlich ist es auch möglich, mehrere Verbindungsplatten 12, 22 an den jeweiligen
Trägern 11, 21 anzuordnen, auch ist es möglich, mehrere Verbindungsplatten 12, 22
hintereinander anzuordnen, wobei die Abstände zwischen den hintereinander angeordneten
Verbindungsplatten 12, 22 so bemessen sind, dass zwischen zwei Verbindungsplatten
eine korrespondierende Verbindungsplatte der anderen Komponente angeordnet werden
kann.
[0022] In der ersten Verbindungsplatte 11 ist im dargestellten Ausführungsbeispiel eine
erste Bohrung 13 ausgebildet, die mittig zwischen zwei ersten Ausnehmungen 14 positioniert
ist. Die erste Bohrung 13 weist einen Durchmesser auf, der geringer als die Durchmesser
der kreisförmig ausgebildeten Ausnehmungen 14 ist.
[0023] In der zweiten Verbindungsplatte 22 sind eine korrespondierende erste Bohrung 23
und korrespondierend angeordnete zweite oder weitere Ausnehmungen 24 angeordnet.
[0024] In der Figur 2 ist zu erkennen, dass die beiden Verbindungsplatten 12, 22 über die
jeweiligen Träger 11, 21 hinausstehen, so dass die Verbindungsplatten 12, 22 zur Montage
übereinander gelegt und in Deckung gebracht werden können. Die zweite Verbindungsplatte
22 ist dabei größer ausgebildet als die erste Verbindungsplatte 12, die stirnseitig
über die Längserstreckung des ersten Trägers 11 hinaussteht.
[0025] In der Figur 3 sind die beiden Komponenten 1, 2 im montierten Zustand dargestellt.
Der Figur 3 ist zu entnehmen, dass im montierten Zustand die beiden ersten Bohrungen
13, 23 zueinander fluchtend ausgerichtet sind. Durch beide Bohrungen 13, 23 hindurch
ist ein Bolzenelement 3 hindurchgeführt, dessen Außendurchmesser dem Innendurchmesser
der Bohrungen 13, 23 im Wesentlichen entspricht, wobei die Abmessungen so gewählt
sind, dass eine Montierbarkeit, Verdrehbarkeit und gleichzeitige exakte Positionierbarkeit
der Verbindungsplatten zueinander gegeben ist. Dadurch wird um das Bolzenelement 3
herum eine definierte Drehachse für die beiden Verbindungsplatten 12, 22 und damit
auch für die beiden Komponenten 1, 2 relativ zueinander ausgebildet.
[0026] Durch die beiden neben der jeweils ersten Bohrung 13, 23 angeordneten weitere Ausnehmungen
24 sind Spannschrauben 4 hindurchgeführt, über die die Verbindungsplatten 12, 22 gegeneinander
verspannt werden. Der montierte Zustand mit der durchgeführten Schraube 4 ist in der
Figur 4 gezeigt. Der Außendurchmesser der Schraube 4 ist dabei geringer als der Innendurchmesser
der Ausnehmungen 14, 24, so dass nach Überschreiten der Haftreibung bei einem aufgebrachten
Moment um die Drehachse des Bolzenelementes 3 eine Verlagerung der beiden Komponenten
1, 2 zueinander möglich ist.
[0027] Unter dem Schraubenkopf der Schraube 4 und gegebenenfalls unter der Mutter ist eine
Sensoreinrichtung 5 zur Ermittlung der Druckkraft angeordnet, so dass dauerhaft überwacht
werden kann, mit welcher Kraft die beiden Verbindungsplatten 12, 22 gegeneinander
verspannt sind.
[0028] Die in Kontakt befindlichen Oberflächen der Verbindungsplatten 11, 12 sind mit einer
Oberfläche versehen, die einen definierten Reibkoeffizienten aufweist. Dies kann durch
eine besondere Beschichtung oder Formgebung der Oberfläche erreicht werden, beispielsweise
durch eine Oberflächenbearbeitung durch Umformen oder Trennen, beispielsweise durch
spanende Verfahren. Die Oberflächen der Verbindungsplatten 12, 22 können mit regelmäßigen
Unebenheiten ausgestattet sein, um einen definierten Reibkoeffizienten bereitstellen
zu können. Ebenfalls ist es möglich, dass die Oberflächengestalt so ist, dass mit
zunehmendem Verdrehwinkel um die Drehachse, die mit der Mittelachse des Bolzenelementes
3 zusammenfällt, der Reibkoeffizient zunimmt, so dass bei geringen Belastungen eine
Verdrehung der beiden Komponenten 1, 2 zueinander nach Überschreiten einer Grenzbelastung,
bis zu der die Haftreibung die beiden Komponenten 1, 2 in Position hält, ermöglicht
wird, bei einer sich vergrößernden Belastung jenseits des Grenzwertes das Widerstandsmoment
ansteigt und erst bei Erreichen der maximalen Auslenkung über den Gleitreibungsbereich
eine Materialverformung im Bereich der Schrauben 4 und des Bolzenelementes 3 auftritt.
[0029] Die Sensorelemente 5 sind im dargestellten Ausführungsbeispiel als Unterlegscheiben
unter den Schraubenkopf und die Mutter der Spannschrauben 4 ausgebildet und können
mit einem Transponder oder einer anderen Übertragungseinrichtung ausgestattet sein,
so dass eine drahtlose Überwachung der aufgebrachten Druckkraft an der jeweiligen
Verschraubungsstelle möglich ist, grundsätzlich ist es auch möglich, die Scheiben
zwischen den Verbindungsplatten 12, 22 anzuordnen. Sollte im Verlauf der Zeit die
Druckkraft nachlassen oder aufgrund von Erschütterungen oder Setzbewegungen reduziert
werden, kann die Spannschraube 4 weiter vorgespannt werden, um den gewünschten Druck
der Kontaktflächen der Verbindungsplatten 12, 22 gegeneinander dauerhaft und definiert
aufrecht zu erhalten.
[0030] Durch die Geometrie der Verbindung der beiden Komponenten 1, 2 über die Verbindungsplatten
12, 22 mit den Bohrungen 13, 23 mit gleichem Innendurchmesser und den passenden Durchmesser
für das Bolzenelement 3 ist es möglich, dass das System Verformungen zulässt, ohne
dass sich plastische Verformungen an den Komponenten einstellen. Diese Verformungen
innerhalb der Verbindung führen nicht zum Versagen des biegesteifen Rahmenecks, das
durch die Verbindung der beiden Komponenten 1, 2 miteinander ausgebildet wird. Die
ersten Bohrungen 13, 23 definieren die Drehachse und die Position der Komponenten
1, 2 zueinander, die weiteren Ausnehmungen 14, 24 ermöglichen eine Verlagerung um
die Drehachse und eine Verspannung der Verbindungsplatten 12, 22 aufeinander zu über
Spannschrauben 4, so dass eine sichere Verbindung der Komponente 1, 2 bei normaler
Belastung erreicht werden kann, bei Erdbeben jedoch einer Verlagerung relativ zueinander
um die Drehachse ermöglicht wird, ohne dass die Verbindung kollabiert.
[0031] In den Figuren 5a bis 5d sind unterschiedliche Verbindungsplatten 12, 22 gezeigt,
wobei nur diejenigen Teile der Verbindungsplatten 12, 22 dargestellt sind, die aus
den Trägern 11, 21 herausragen. Die Verbindungsplatte 12 der ersten Komponente 1 weist
neben der Bohrung 13 zwei runde Ausnehmungen 14 mit einem gegenüber der Bohrung 13
vergrößerten Durchmesser auf, die zweite Verbindungsplatte 22 weist eine erste Bohrung
23 mit einem Durchmesser auf, der identisch zu dem Durchmesser der ersten Bohrung
13 der ersten Verbindungsplatte 12 ist, die beiden weiteren Ausnehmungen 24 sind als
Langlöcher ausgebildet, wobei die mittlere Ausnehmung 24 eine geringere Länge als
die linke Ausnehmung 24 aufweist.
[0032] Bei der Figur 5b sind die Bohrungen 13, 23 und Ausnehmungen 14, 24 spiegelverkehrt
zu der Anordnung gemäß Figur 5a ausgebildet, so dass die korrespondierend ausgebildeten
Bohrungen 13, 23 am linken Ende der Reihe der Ausnehmungen 14 angeordnet sind.
[0033] In der Figur 5c ist die Bohrung 13 zentral zwischen symmetrisch dazu angeordneten
Ausnehmungen 14, 24 angeordnet, die Ausnehmungen 14 der ersten Verbindungsplatte 12
sind als kreisrunde Bohrungen ausgeführt, die Ausnehmungen 24 der zweiten Verbindungsplatte
als Langlöcher gleicher Länge.
[0034] Die Ausführungsform der Figur 5d entspricht der der Figur 5c, wobei die Ausnehmungen
24 der zweiten Verbindungsplatte 22 als kreisrunde Ausnehmungen ausgebildet sind,
deren Größe denen der ersten Verbindungsplatte 13 entspricht.
[0035] In den Figuren 6a bis 6d sind die unterschiedlichen Verlagerungsmöglichkeiten der
Komponenten 1, 2 dargestellt, wobei die Ausgestaltung der Verbindungsplatten 12, 22
denen der Figuren 5 mit der gleichen Nummerierung entspricht.
[0036] In der Figur 6a ist zu erkennen, dass ausgehend von der Grundposition, bei der die
Träger 11, 21 der Komponenten 1, 2 senkrecht aufeinander stehen, relativ weit nach
oben verschwenkt werden kann, da die linke Ausnehmung 24 als Langloch eine entsprechend
große Verlagerung der zweiten Komponente 2 nach oben zulässt. In der Figur 6b ist
die Verlagerungsmöglichkeit in entsprechend anderer Richtung gegeben.
[0037] In der Figur 6c ist eine symmetrische Verlagerungsmöglichkeit in einem relativ großen
Bereich möglich, da die Bohrung 13, 23 mittig zwischen den Langlöchern 24 und dort
auf der Mitte der Längserstreckung angeordnet ist, so dass die Komponenten 1, 2 gleichmäßig
in einem festgelegten Winkelbereich um die Drehachse, die im Zentrum der Bohrungen
13, 23 liegt, verschwenkt werden kann.
[0038] In der Figur 6d ist aufgrund der symmetrischen Ausgestaltung der runden Ausnehmungen
14, 24 und der mittigen Anordnung der Bohrungen 13, 23 ebenfalls eine symmetrische
Verlagerung um die Ausgangsposition möglich, allerdings im Vergleich zur Figur 6c
in einem geringeren Maß.
[0039] In der Figur 7 ist ein Diagramm dargestellt, das das übertragbare Moment über die
Verdrehung zeigt. In einer ersten Phase 1 ist die Verbindung der beiden Komponenten
1, 2 linear-elastisch steif, bis die Haftreibung überschritten ist. Danach tritt in
der Phase II ein ausgeprägter Bereich mit Gleitreibung auf, der nahezu linear verläuft.
Bei einer Abstufung des Reibkoeffizienten über den Verdrehwinkel ist es möglich, dass
in dem Bereich der Phase II ein Anstieg vorhanden ist, der linear, progressiv oder
degressiv sein kann. Am Ende der Gleitreibungsphase II ist die Verdrehung um die Drehachse
der Bohrungen so groß, dass die Spannschrauben in Kontakt mit den Rändern der Ausnehmungen
14, 24 treten, so dass nach der Verdrehung um die durch die Form und Abmessung der
Ausnehmungen festgelegten Drehwinkel Lochleibungskräfte aktiviert werden, die dann
wiederum dazu führen, dass nach anfänglich elastischen Verdrehungen ein Fließen des
Materials der Bolzenelemente 3 und Schrauben 4, insbesondere Stahl, eintritt, was
letztendlich zum Bruch der Schrauben 4 und gegebenenfalls der Bolzenelemente 3 führt.
Die Bruchgrenze der Schrauben 4 ist dabei so bemessen, dass diese unterhalb der Festigkeit
des Trägermaterials liegt, die Bruchfestigkeit der Bolzenelemente 3 kann größer als
die der Schrauben 4 sein, so dass nach dem Bruch der Schrauben 4 eine weitere Verformung
des Bauwerkes und des Rahmeneckes möglich ist, um ohne Verlust der strukturellen Integrität
eine weitere Energiedissipation vornehmen zu können.
1. System zum Verbinden einer ersten lasttragenden Komponente (1) mit einer zweiten lasttragenden
Komponente (2) zur Ausbildung eines biegesteifen Rahmenecks mit einer an der ersten
Komponente (1) angeordneten ersten Verbindungsplatte (12) und einer an der zweiten
Komponente (2) angeordneten zweiten Verbindungsplatte (22), wobei
a. in den Verbindungsplatten (12, 22) jeweils eine erste Bohrung ausgebildet ist,
in der ein Bolzenelement (3) zur Ausbildung einer definierten Drehachse eingeführt
ist,
b. in den Verbindungsplatten (12, 22) weitere, zueinander korrespondierend angeordnete
Ausnehmungen (14, 24) ausgebildet sind, in denen zumindest eine Schraube (4) angeordnet
ist, die die Verbindungsplatten (12, 22) gegeneinander verspannt und
c. die weiteren Ausnehmungen (14, 24) und die zumindest eine Schraube (4) dergestalt
dimensioniert sind, dass eine Verdrehung um einen definierten Drehwinkel um die Drehachse
möglich ist.
2. System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Innendurchmesser der ersten Bohrung (13, 23) und der Außendurchmesser des Bolzenelementes
(3) einander entsprechen.
3. System nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass bei den korrespondierend angeordneten Ausnehmungen (14, 24) der Innendurchmesser
der weiteren Ausnehmung größer als der Außendurchmesser der Schrauben (4) ist.
4. System nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die weiteren Ausnehmungen (14, 24) als Langlöcher ausgebildet sind.
5. System nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsplatten (12, 22) auf den im montierten Zustand einander zugewandten
Oberflächen einen definierten Reibkoeffizienten aufweisen.
6. System nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsplatten (12, 22) auf den im montierten Zustand einander zugewandten
Oberflächen aufgeraut oder mit regelmäßigen Unebenheiten versehen sind.
7. System nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Sensoreinrichtung (5) zur Überwachung der Druckkräfte zwischen den Verbindungsplatten
(12, 22) vorgesehen ist
8. System nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinrichtung (5) mit einer drahtlosen Übertragungseinrichtung ausgebildet
ist.
9. System nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehre Verbindungsplatten (12, 22) alternierend in Axialrichtung des Bolzenelementes
(3) hintereinander angeordnet sind.
10. System nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsplatten (12, 22) eine von der Ebene abweichende Form aufweisen.