[0001] Die Erfindung betrifft eine Haltevorrichtung zum Aufnehmen einer vertikalen Traglast
eines Flächenelementes, ein Verfahren zum Herstellen einer Haltevor-richtung zum Aufnehmen
der vertikalen Traglast eines Flächenelementes sowie die Verwendung einer derartigen
Haltevorrichtung an einer Vorhangwand mit mindestens einem Längsträgerprofil und mindestens
einem Querträgerprofil.
[0002] Derartige Haltevorrichtungen sind prinzipiell aus der Technik bekannt. Insbesondere
in stark isolierten Vorhangwänden, welche aus Längs- und Querträgerprofilen sowie
feldweise angeordneten Flächenelementen, insbesondere Verglasungselementen ausgebildet
sind, treten durch die verhältnismäßig große Masse derartiger zum Einsatz kommender
Flächenelemente große Stützkräfte auf, welche über entsprechende Haltevorrichtungen,
in der Regel Halteleisten, in die Profile eingeleitet werden müssen. In den letzten
Jahren kommt bei derartigen Vorhangwänden zunehmend eine Dreifachverglasung zum Einsatz,
um die Isolationswirkung weiter zu erhöhen. Hierdurch ergeben sich abermals erhöhte
Traglasten, deren Stützkräfte in die Profile eingeleitet werden müssen.
[0003] Um derartig hohe Stützkräfte bewältigen zu können, kommen üblicherweise Haltevorrichtungen
aus Metall, insbesondere aus Aluminium zum Einsatz. Durch den Einsatz derartiger gut
wärmeleitender Materialien wie Aluminium wird jedoch die Isolationswirkung der verwendeten
Mehrfachverglasungen, d.h. insbesondere die Isolationswirkung der Dreifachverglasungen,
an derartigen Vorhangwänden zumindest in den Teilbereichen wieder aufgehoben, wodurch
sich bezogen auf das gesamte Gebäude eine schlechtere Energiebilanz ergibt.
[0004] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, herkömmliche Haltevorrichtungen
zum Aufnehmen einer vertikalen Traglast von Flächenelementen derart weiterzubilden,
dass die Isolationswirkung verbessert wird.
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch eine Haltevorrichtung gemäß dem unabhängigen
Anspruch 1 sowie ein Verfahren zum Herstellen einer Haltevorrichtung gemäß dem unabhängigen
Anspruch 12.
[0006] Insbesondere wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass eine Haltevorrichtung zum Aufnehmen
einer vertikalen Traglast eines Flächenelementes, insbesondere einer Verglasung in
einer Vorhangwand, aus gießbarem Kunststoff mit Verstärkungsfasern mit einem Faseranteil
von mehr als 50%, vorzugsweise von ungefähr 60% gebildet ist.
[0007] Im Hinblick auf das erfindungsgemäße Verfahren wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass
zum Herstellen einer Haltevorrichtung zum Aufnehmen der vertikalen Traglast eines
Flächenelementes ein Verfahren angegeben wird, welches den Verfahrensschritt des Bereitstellens
einer Gussmasse aus gießbarem Kunststoff mit Verstärkungsfasern mit einem Faseranteil
von mehr als 50%, vorzugsweise von ungefähr 60%, besonders vorzugsweise aus Polyamid
mit einem Glasfaseranteil von ungefähr 60%, den Verfahrensschritt des Bereitstellens
einer Gussform für mindestens ein Teil zum Einbau an mindestens einem Querträgerprofil
sowie den Verfahrensschritt des Gießens des mindestens eines Teils zum Einbau an dem
mindestens einen Querträgerprofil aus der Gussmasse in der Gussform aufweist.
[0008] Dadurch, dass die erfindungsgemäße Haltevorrichtung aus einem schlecht wärmeleitenden
Material, nämlich aus einem Kunststoff-Verstärkungsfaser-Gemisch hergestellt wird,
wird die Isolationswirkung beispielsweise einer Vorhangwand, an welcher eine derartige
erfindungsgemäße Haltevorrichtung zum Einsatz kommt, entscheidend verbessert. Insbesondere
erfolgt nunmehr im Vergleich zum Stand der Technik bei der erfindungsgemäßen Lösung
nur noch eine vernachlässigbar kleine Wärmeleitung entlang der Haltevorrichtung, so
dass insbesondere bei Mehrfachverglasungen wie beispielsweise Dreifachverglasungen
die vorteilhafte Isolationswirkung nicht mehr im Bereich der Haltevorrichtungen verschlechtert
wird.
[0009] Durch den Faseranteil von mehr als 50%, vorzugsweise von etwa 60%, in dem Kunststoff-Verstärkungsfaser-Gemisch,
ist die erfindungsgemäße Haltevorrichtung auch dahingehend ausreichend belastbar,
dass verhältnismäßig große und schwere Flächenelemente wirksam und sicher abgestützt
werden können.
[0010] Durch die Gießbarkeit des Kunststoffs kann eine derartige Haltevorrichtung besonders
leicht im Gussverfahren hergestellt werden. Insbesondere ist im Hinblick auf sonstige
Kunststoffe bzw. Kunststoff-Verstärkungsfaser-Gemische die mögliche Formgebung der
erfindungsgemäßen Haltevorrichtung nicht durch sonst notwendige Extrusionsprozesse
auf möglicherweise ungünstige Formen eingeschränkt.
[0011] In Bezug auf das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch, dass eine Gussmasse aus
Kunststoff mit einem Verstärkungsfaseranteil von mehr als 50%, vorzugsweise von etwa
60% zur Verfügung gestellt wird und anschließend ein Teil der Haltevorrichtung aus
der Gussmasse gegossen wird, eine einfache Herstellung gewährleistet. Im Vergleich
zu herkömmlichen Lösungen muss insbesondere kein aufwändiges und die Formgebung beschränkendes
Explosionsverfahren zum Einsatz kommen. Hierdurch ist es möglich, die Formgebung der
mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens erhaltenen Haltevorrichtung den erhöhten
Traglastan-forderungen anzupassen.
[0012] Vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Lösung sind in den abhängigen
Ansprüchen angegeben.
[0013] Bezogen auf die erfindungsgemäße Haltevorrichtung ist gemäß einem Aspekt der Erfindung
vorgesehen, dass der gießbare Kunststoff Polyamid ist. Hierdurch ergibt sich der besondere
Vorteil, dass ein einfach erhältliches, kostengünstiges Material mit hervorragenden
Isolationseigenschaften zum vergleichsweise einfachen Herstellen einer erfindungsgemäßen
Haltevorrichtung zum Einsatz kommen kann.
[0014] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist vorgesehen, dass die Verstärkungsfasern
Glasfasern sind. Dadurch, dass Glasfasern keinen negativen Einfluss auf die Isolationswirkung
des verwendeten Kunststoffes, beispielsweise des Polyamids, haben, kostengünstig erhältlich
sind und hervorragende traglaststeigernde Effekte aufweisen, kann auf diese Weise
einfach und kostengünstig eine hoch belastbare erfindungsgemäße Haltevorrichtung erhalten
werden.
[0015] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist vorgesehen, dass die Haltevorrichtung
mindestens ein im Einbauzustand horizontales Teil aufweist. Das horizontale Teil weist
seinerseits einen Befestigungsbereich auf, der zumindest bereichsweise mit einem Querträgerprofil
derart zusammenwirkt, dass die Haltevorrichtung in ihrem Einbauzustand eine vertikale
Traglast von mehr als 200 kg, vorzugsweise von mehr als 350 kg aufnehmen kann.
[0016] Gegenüber herkömmlichen Haltevorrichtungen weist die erfindungsgemäße Traglast somit
nicht nur eine vergleichbar große Tragkraft, sondern auch eine erheblich verbesserte
Isolationswirkung auf.
[0017] Durch das zumindest bereichsweise Zusammenwirken des Befestigungsbereiches des horizontalen
Teils mit dem Querträgerprofil ergibt sich eine optimale Einleitung der Stützkräfte,
d.h. der vertikalen Traglasten, so dass Vergleichsweise große und schwere Flächenelemente,
wie beispielsweise Mehrfachverglasungen, von der Haltevorrichtung sicher und zuverlässig
gehalten werden. Dennoch ist für Traglasten dieser Größenordnung lediglich ein horizontales
Teil vorgesehen, was die Haltevorrichtung kompakt und vergleichsweise günstig macht.
[0018] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist vorgesehen, dass die Haltevorrichtung
zusätzlich mindestens ein im Einbauzustand vertikales Teil aufweist. Das vertikale
Teil weist seinerseits einen Befestigungsbereich auf, der zumindest bereichsweise
mit einem Längsträgerprofil derart zusammenwirkt, dass die Haltevorrichtung im Einbauzustand
eine vertikale Traglast von mehr als 350 kg, vorzugsweise von mehr als 650 kg aufnehmen
kann.
[0019] Durch das zusätzlich vorgesehene vertikale Teil ergibt sich eine abermals verbesserte
Verteilung der in die gesamte Profilkonstruktion einzuleitenden Stützkräfte, wodurch
es möglich ist, eine abermals höhere Traglast der Flächenelemente in der Größenordnung
von beispielsweise etwa 700 kg aufzunehmen.
[0020] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist vorgesehen, dass das mindestens eine
vertikale Teil im Einbauzustand oberhalb von dem mindestens einen horizontalen Teil
angeordnet ist. Hierdurch ist es möglich, auch im Bodenbereich der Profilanordnungen,
an welchen die erfindungsgemäße Haltevorrichtung zum Einsatz kommt, ein zumindest
teilweises Einleiten der Stützkräfte in das Längsträgerprofil zu erreichen. Ein Einleiten
erfolgt hierbei vor allem über Zugkräfte, weshalb Längs- und/oder Querbefestigungsmittel
zum Befestigen des mindestens einen vertikalen Teils und zum Übertragen dieser Zugkräfte
zum Einsatz kommen können. Derartige Befestigungsmittel können beispielsweise an entsprechend
ausgebildeten Gegenelementen an einem Längsträgerprofil arretiert werden.
[0021] Alternativ oder zusätzlich kann es jedoch auch vorgesehen sein, dass das mindestens
eine vertikale Teil im Einbauzustand unterhalb von dem mindestens einen horizontalen
Teil angeordnet ist. Durch die hierbei im Wesentlichen auftretenden Druckkräfte -
im Gegensatz zu den Zugkräften beim Anordnen des mindestens einen vertikalen Teils
im Einbauzustand oberhalb von dem mindestens einen horizontalen Teil - ergibt sich
hierdurch ein einfacherer und im Ergebnis zuverlässigerer Aufbau. Zur Fixierung und
Positionshaltung eines unterhalb von dem mindestens einen horizontalen Teil angeordneten
vertikalen Teils können auch hier wiederum Längs- und/oder Querbefestigungsmittel
vorgesehen sein.
[0022] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist es vorgesehen, dass das mindestens
eine horizontale Teil und das mindestens eine vertikale Teil mittels eines Verbindungsteils
miteinander verbunden sind.
[0023] Hierdurch ergibt sich der besondere Vorteil, dass die Haltevorrichtung am Montageort
einfach an den Profilen einzusetzen ist. Durch das Vorsehen eines derartigen Verbindungsteils
ist zudem ein integraler Zusammenhalt zwischen dem mindestens einen horizontalen Teil
und dem mindestens einen vertikalen Teil gewährleistet, wodurch sich eine erhöhte
Zuverlässigkeit beim Aufnehmen der Traglasten ergibt.
[0024] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung weist das Verbindungsteil mindestens einen
Entwässerungskanal zum Entwässern zumindest eines Teilbereichs des horizontalen Teils
auf. Ein derartiger Entwässerungskanal führt an den Flächenelementen ablaufende Flüssigkeit,
beispielsweise Regenwasser, zunächst horizontal verlaufend von dem Flächenelement
weg und erlaubt hierdurch eine feldweise Entwässerung der einzelnen Elemente.
[0025] Gleichzeitig ist dadurch gewährleistet, dass sich keine oder nur eine vernachlässigbar
geringe Menge Feuchtigkeit an den horizontal verlaufenden Teilen sammeln kann, wodurch
Optik und Beständigkeit insbesondere der gehaltenen Flächenelemente verbessert werden.
[0026] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist vorgesehen, dass das mindestens eine
horizontale Teil, das mindestens eine vertikale Teil und das Verbindungsteil einstückig
ausgebildet sind. Es ist hierbei darauf hinzuweisen, dass es bei einer Verbindung
von zwei horizontalen Teilen mittels des Verbindungsteils auch möglich ist, kein vertikales
Teil vorzusehen und lediglich die beiden horizontalen Teile und das Verbindungsteil
einstückig auszubilden.
[0027] Ein derartiger einstückiger Aufbau reduziert die Anzahl von Verbindungsstellen in
den einzelnen Teilen, wodurch sich die mögliche Traglast abermals erhöht. Zudem ist
durch den einstückigen Aufbau eine einfache Herstellung der Haltevorrichtung im Gussverfahren
mit integraler Verbindung möglich.
[0028] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist vorgesehen, dass das Flächenelement
eine Mehrfachverglasung, vorzugsweise eine Dreifachverglasung ist. Durch die besondere
Ausbildung der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung kann auch ein vergleichsweise großes
Flächenelement mit einer sich durch die Mehrfachverglasung, insbesondere Dreifachverglasung,
ergebenden großen Masse sicher und zuverlässig gehalten werden.
[0029] In Bezug auf das erfindungsgemäße Verfahren ist gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung
vorgesehen, dass die Gussform eine Gussform für ein einstückiges Teil aus mindestens
einem horizontalen Teil, einem Verbindungsteil und wahlweise zusätzlich aus mindestens
einem vertikalen Teil ist.
[0030] Ein derartiger einstückiger Aufbau reduziert die Anzahl von erforderlichen Gussformen
für die Einzelteile sowie die Anzahl notwendiger Gussschritte. Zudem vereinfacht sich
das Gussverfahren insgesamt hierdurch.
[0031] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist vorgesehen, dass nach dem Bereitstellen
der Gussform ein für den nachfolgenden Gussvorgang unerwünschtes Teil in der Gussform
durch bereichsweises Abdichten der Gussform gegen die Gussmasse ausgespart wird. Es
ist insbesondere vorgesehen, dass bei einer Gussform mit zwei horizontalen Teilen,
mindestens einem vertikalen Teil und einem Verbindungsteil das vertikale Teil bzw.
die vertikalen Teile ausgespart werden, so dass bei einem anschließenden Gussvorgang
ein einstückiges, integrales Teil aus zwei horizontalen Teilen und dem Verbindungsteil
ergibt.
[0032] Genauso gut sind aber auch andere, fallspezifische Aussparungen möglich, beispielsweise
ein Abdichten nur eines von zwei vertikalen Teilen, um eine weitgehend T-förmige Haltevorrichtung
zu erhalten.
[0033] Hierdurch erhöht sich die Flexibilität beim Herstellen von Haltevorrichtungen mit
dem erfindungsgemäßen Verfahren ganz erheblich, da je nach Anforderungen fallweise
einzelne Teile der Gussform ausgespart werden können.
[0034] Erfindungsgemäß ist auch die Verwendung einer derartigen Haltevorrichtung an einer
Vorhangwand mit mindestens einem Längsträgerprofil und mindestens einem Querträgerprofil
vorgesehen, wobei die Haltevorrichtung zum Aufnehmen der vertikalen Traglast eines
Flächenelementes der Vorhangwand, insbesondere einer Verglasung, vorzugsweise einer
Dreifachverglasung der Vorhandwand ausgebildet ist.
[0035] Im Folgenden wird die erfindungsgemäße Haltevorrichtung anhand einer Zeichnung näher
erläutert.
[0036] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines im Einbauzustand horizontalen Teils der erfindungsgemäßen
Haltevorrichtung;
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht einer Profilanordnung mit einem Längsträgerprofil und
zwei Querträgerprofilen mit einem horizontalen Teil der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung
nach Fig. 1;
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht eines in Einbaulage vertikalen Teils der erfindungsgemäßen
Haltevorrichtung;
- Fig. 4
- eine perspektivische Ansicht zweier mittels eines Verbindungsteils verbundener horizontaler
Teile gemäß Fig. 1 der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung;
- Fig. 5
- eine perspektivische Ansicht ähnlich Fig. 2, wobei zusätzlich an der Haltevorrichtung
ein vertikales Teil gemäß Fig. 3 und ein Verbindungsteil gemäß Fig. 4 zum Einsatz
kommen;
- Fig. 6
- eine perspektivische Ansicht zweier horizontaler Teile sowie zweier vertikaler Teile
der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung, welche durch ein Verbindungsteil gemäß Fig.
4 verbunden sind.
[0037] Fig. 1 zeigt in einer perspektivischen Ansicht ein horizontales Teil 11a, 11b einer
Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Haltevorrichtung 10. In dem in Fig. 1 rechts
gezeigten Bereich ist an dem horizontalen Teil 11a, 11b ein Befestigungsbereich 23
ausgebildet, welcher dazu ausgelegt ist, mit einem (in Fig. 1 nicht gezeigten) Querträgerprofil
zum Zwecke der Einleitung von aufgenommenen Stützkräften zusammenzuwirken.
[0038] Zum Arretieren des horizontalen Teils 11a, 11b an einem derartigen Querträgerprofil
sind zusätzlich Öffnungen 21 vorgesehen, durch welche geeignete Befestigungsmittel
wie beispielsweise Schrauben oder dergleichen durchgeführt werden können.
[0039] Auf einer in Fig. 1 oben liegend gezeigten Seite des horizontalen Teils 11a, 11b
ist eine horizontale Aufstandsfläche 22 für ein Flächenelement wie beispielsweise
ein Verglasungselement, insbesondere eine Mehrfach- und vorzugsweise eine Dreifachverglasung
vorgesehen.
[0040] Fig. 2 zeigt in perspektivischer Ansicht ein Längsträgerprofil 60 sowie zwei Querträgerprofile
50a und 50b, wobei an den Querträgerprofilen 50a, 50b jeweils ein horizontales Teil
11a bzw. 11b der Haltevorrichtung 10 befestigt ist. Auf den horizontalen Aufstandsflächen
22 der jeweiligen horizontalen Teile 11a, 11b kann dann ein (in Fig. 2 nicht gezeigtes)
Flächenelement wie beispielsweise eine Mehrfachverglasung aufgesetzt werden, so dass
die sich durch die Traglastergebenden Stützkräfte, welche von dem jeweiligen aufgesetzten
Flächenelement herrühren, in das jeweilige Querträgerprofil 50a bzw. 50b eingeleitet
werden.
[0041] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Lösung kann bei einer
Haltevorrichtung 10 zusätzlich ein in Fig. 3 separat in einer perspektivischen Ansicht
gezeigtes vertikales Teil 14a, 14b zum Einsatz kommen. Der Einsatz eines derartigen
vertikalen Teils 14a, 14b wird weiter unten noch näher erläutert.
[0042] Wie in Fig. 4 in einer perspektivischen Ansicht dargestellt, ist es auch möglich,
die zwei horizontalen Teile 11a, 11b, wie im Zusammenhang mit Fig. 2 bereits oben
beschrieben wurde, mittels eines Verbindungsteils 13 zu verbinden, welches in Projektion
annähernd kreuzförmig ausgebildet ist. Das Verbindungsteil 13 weist hierbei mindestens
einen Entwässerungskanal 32 auf, welcher zum Entwässern zumindest eines Teilbereiches
des horizontalen Teils 11a, 11b, insbesondere der jeweiligen horizontalen Aufstandsflächen
22 dient. In dem in Fig. 4 dargestellten Ausführungsbeispiel sind die zwei horizontalen
Teile 11a, 11b und das Verbindungsteil 13 einstückig im Gussverfahren in einer entsprechenden
Gussform aus gießbarem Kunststoff mit einem Verstärkungsfaseranteil von etwa 60% hergestellt.
[0043] In der perspektivischen Ansicht in Fig. 5 ist nunmehr eine Kombination der mittels
des Verbindungsteils 13 verbundenen horizontalen Teile 11a, 11b und des im Zusammenhang
mit Fig. 3 beschriebenen vertikalen Teils 14a an einen Profilverbund aus einem Längsträgerprofil
60 und zwei Querträgerprofilen 50a, 50b ähnlich zu der Darstellung in Fig. 2 dargestellt.
[0044] Das vertikale Teil 14a ist im Bereich einer Öffnung 41 für ein Längsbefestigungsmittel
unter Durchführung eines derartigen Längsbefestigungsmittels in eine entsprechend
ausgebildete Öffnung 31 an dem Verbindungsteil 13 mit dem Verbindungsteil 13 verbunden.
Zusätzlich weist das vertikale Teil 14a Öffnungen 42 für Querbefestigungsmittel auf,
welche mit entsprechend ausgebildeten Öffnungen 62 in dem Längsträgerprofil 60 unter
Zuhilfenahme eines Querbefestigungsmittels zusammenwirken, so dass Stützkräfte auch
über das vertikale Teil 14a in das Längsträgerprofil 60 eingeleitet werden können.
[0045] Fig. 6 zeigt schließlich eine perspektivische Ansicht einer Kombination zweier horizontaler
Teile 11a, 11b und zweier vertikaler Teile 14a, 14b unter Zuhilfenahme eines Verbindungsteils
13. Hierbei ist zu beachten, dass jedes der vertikalen Teile 14a, 14b an einen (in
Fig. 6 nicht gezeigten) Längsträgerprofil einzeln oder auch in Kombination zum Einsatz
kommen können, um das Einleiten der Stützkräfte, d.h. der durch die Traglasten entstehenden
Kräfte in das Längsträgerprofil unter Druck- bzw. unter Zugbelastung zu unterstützen.
[0046] Im Zusammenhang mit allen beschriebenen Ausführungsbeispielen ist zu bemerken, dass
die horizontalen Teile 11a, 11b die vertikalen Teile 14a, 14b sowie das Verbindungsteil
13 insgesamt aus Polyamid mit einem Glasfaseranteil von mehr als 50%, vorzugsweise
von ungefähr 60% gebildet sind. Hierdurch ist eine gute Isolationswirkung bei gleichzeitig
hoher aufnehmbarer Tragkraft gewährleistet. Eine einstückig ausgebildete Kombination
von zwei horizontalen Teilen 11a, 11b, einem Verbindungsteil 13 und einem vertikalen
Teil 14, wie sie in Fig. 5 dargestellt ist, kann bei der dargestellten Befestigung
an den Querträgerprofilen 50a, 50b und an dem Längsträgerprofil 60 hierdurch eine
Traglast von mehr als 350 kg aufnehmen.
[0047] Außerdem lässt sich eine Haltevorrichtung 10 auf einfache Weise durch Gießen aus
einer Gussmasse aus Polyamid mit einem Glasfaseranteil von mehr als 50%, vorzugsweise
von ungefähr 60% herstellen. Die Teile 11a, 11b, 13, 14a, 14b der Haltevorrichtung
10 lassen sich einzeln in Gusstechnik herstellen und am Montageort miteinander verbinden.
Insbesondere durch den Verzicht auf Hierdurch kann auf einfache Weise eine hoch belastbare
Haltevorrichtung 10 erhalten werden, die kostengünstig und einfach transportabel ist.
[0048] Es ist anzumerken, dass die Materialkombination nicht auf Polyamid und Glasfasern
beschränkt ist. Vielmehr können andere gießfähige Kunststoffe zum Einsatz kommen und
auch andere Verstärkungsfasermaterialien. Zu beachten ist, dass zum Erhalt einer derartig
stabilen Haltevorrichtung 10, die eine sehr hohe Traglast aufnehmen kann und gleichzeitig
eine gute Isolationswirkung bietet, geeignete Materialien zum Einsatz kommen und der
Faseranteil mehr als 50%, vorzugsweise etwa 60% beträgt.
[0049] An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass alle oben beschriebenen Teile für sich
alleine gesehen und in jeder Kombination, insbesondere die in den Zeichnungen dargestellten
Details als erfindungswesentlich beansprucht werden. Abänderungen hiervon sind dem
Fachmann geläufig.
Bezugszeichenliste
[0050]
- 10
- Haltevorrichtung
- 11a, 11b
- horizontales Teil
- 13
- Verbindungsteil
- 14a, 14b
- vertikales Teil
- 21
- Öffnung für Befestigungsmittel des horizontalen Teils
- 22
- horizontale Aufstandsfläche für Flächenelement
- 23
- Befestigungsbereich des horizontalen Teils
- 31
- Öffnung für Befestigungsmittel des Verbindungsteils
- 32
- Entwässerungskanal des Verbindungsteils
- 41
- Öffnung für Längsbefestigungsmittel des vertikalen Teils
- 42
- Öffnung für Querbefestigungsmittel des vertikalen Teils
- 43
- Befestigungsbereich des vertikalen Teils
- 50a, 50b
- Querträgerprofil
- 60
- Längsträgerprofil
- 62
- Öffnung für Querbefestigungsmittels des Längsträgerprofils
1. Haltevorrichtung (10) zum Aufnehmen einer vertikalen Traglast mindestens eines Flächenelementes,
insbesondere einer Verglasung in einer Vorhangwand, wobei die Haltevorrichtung (10)
aus gießbarem Kunststoff mit Verstärkungsfasern einem Faseranteil von mehr als 50%,
vorzugsweise von ungefähr 60%, gebildet ist.
2. Haltevorrichtung (10) nach Anspruch 1,
wobei der gießbare Kunststoff Polyamid ist.
3. Haltevorrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2,
wobei die Verstärkungsfasern Glasfasern sind.
4. Haltevorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Haltevorrichtung (10) mindestens ein im Einbauzustand horizontales Teil
(11a, 11b) aufweist, wobei das horizontale Teil (11a, 11b) einen Befestigungsbereich
(23) aufweist, der zumindest bereichsweise mit einem Querträgerprofil (50a, 50b) derart
zusammenwirkt, dass die Haltevorrichtung (10) dazu ausgelegt ist, eine vertikale Traglast
von mehr als 200 kg, vorzugsweise von mehr als 350 kg aufzunehmen.
5. Haltevorrichtung (10) nach Anspruch 4,
wobei die Haltevorrichtung (10) zusätzlich mindestens ein im Einbauzustand vertikales
Teil (14a, 14b) aufweist, wobei das vertikale Teil (14a, 14b) einen Befestigungsbereich
(43) aufweist, der zumindest bereichsweise mit einem Längsträgerprofil (60) derart
zusammenwirkt, dass die Haltevorrichtung (10) dazu ausgelegt ist, eine vertikale Traglast
von mehr als 350 kg, vorzugsweise von mehr als 650 kg aufzunehmen.
6. Haltevorrichtung (10) nach Anspruch 5,
wobei das mindestens eine vertikale Teil (14a, 14b) im Einbauzustand oberhalb von
dem mindestens einen horizontalen Teil (11a, 11b) angeordnet ist.
7. Haltevorrichtung (10) nach Anspruch 5 oder 6,
wobei das mindestens eine vertikale Teil (14a, 14b) im Einbauzustand unterhalb von
dem mindestens einen horizontalen Teil (11a, 11b) angeordnet ist.
8. Haltevorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
wobei das mindestens eine horizontale Teil (11a, 11b) und das mindestens eine vertikale
Teil (14a, 14b) mittels eines Verbindungsteils (13) miteinander verbunden sind.
9. Haltevorrichtung (10) nach Anspruch 8,
wobei das mindestens eine horizontale Teil (11a, 11b), das mindestens eine vertikale
Teil (14a, 14b) und das Verbindungsteil (13) einstückig, insbesondere einstückig gegossen,
ausgebildet sind.
10. Haltevorrichtung (10) nach Anspruch 8 oder 9,
wobei das Verbindungsteil (13) mindestens einen Entwässerungskanal zum Entwässern
zumindest eines Teilbereiches des horizontalen Teils (11a, 11b) aufweist.
11. Haltevorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Flächenelement
eine Mehrfachverglasung, vorzugsweise eine Dreifachverglasung ist.
12. Verfahren zum Herstellen einer Haltevorrichtung (10) zum Aufnehmen der vertikalen
Traglast eines Flächenelementes, wobei das Verfahren die folgenden Verfahrensschritte
aufweist:
(a) Bereitstellen einer Gussmasse aus gießbarem Kunststoff mit Verstärkungsfasern
mit einem Faseranteil von mehr als 50%, vorzugsweise ungefähr 60%, besonders vorzugsweise
von Polyamid mit einem Glasfaseranteil von ungefähr 60%;
(b) Bereitstellen einer Gussform für mindestens ein Teil (11a, 11b) zum Einbau an
mindestens einem Querträgerprofil (50a, 50b); und
(c) Gießen des mindestens einen Teils (11a, 11b) zum Einbau an dem mindestens einen
Querträgerprofil (50a, 50b) aus der Gussmasse in der Gussform.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
wobei die Gussform eine Gussform für ein einstückiges Teil (11a, 11b, 13, 14a, 14b)
aus mindestens einem horizontalen Teil (11a, 11b) und/oder mindestens einem vertikalen
Teil (14a, 14b) sowie einem Verbindungsteil (13) ist.
14. Verfahren nach Anspruch 13, wobei Verfahrensschritt (b) weiterhin den folgenden Unterverfahrensschritt
aufweist:
(b.1) Bereichsweises Abdichten der Gussform zum Aussparen mindestens eines unerwünschten
Teils (11a, 11b, 13, 14a, 14b) für das einstückige Teil (11a, 11b, 13, 14a, 14b).
15. Verwendung einer Haltevorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 11 oder einer
gemäß dem Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 14 hergestellten Haltevorrichtung
(10) an einer Vorhangwand mit mindestens einem Längsträgerprofil (60) und mindestens
einem Querträgerprofil (50a, 50b) zum Aufnehmen der vertikalen Traglast eines Flächenelementes
der Vorhangwand, insbesondere einer Verglasung der Vorhangwand.