[0001] Die Erfindung betrifft einen Leitschaufelkranz nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1 sowie eine Strömungsmaschine.
[0002] Strömungsmaschinen, wie Flugtriebwerke und stationäre Gasturbinen, haben zur Einstellung
optimaler Betriebsbedingungen regelmäßig zumindest eine verdichterseitige verstellbare
Leitschaufelreihe mit einer Vielzahl von um ihre Hauptachse bzw. Schaufelachse verschwenkbaren
Leitschaufeln. Die verstellbare Leitschaufelreihe bildet mit einem einen Rotorabschnitt
umgreifenden Innenring einen Leitschaufelkranz. Der Innenring dient zur inneren Stabilisierung
und Lagerung der Leitschaufeln. Er kann wie in der
EP 0 947 668 B1 gezeigt, eine Vielzahl von radialen Lagerbohrungen zur Aufnahme jeweils eines schaufelseitigen
Lagerzapfens aufweisen. Der Innenring besteht aus mehreren Ringsegmenten, die über
einen radial inneren Dichtungsträger miteinander verbunden sind. Der Dichtungsträger
besteht aus halbkreisartigen Trägersegmenten, die bei der Montage in Umfangsrichtung
auf die Ringsegmente aufgeschoben werden. Die Trägersegmente werden nach der Positionierung
an den Innenring über in Umfangsrichtung orientierte und im Heißgaspfad liegende Spannschrauben
miteinander verspannt. Zum Abdichten eines Radialspaltes zum Rotorabschnitt ist der
Dichtungsträger an seiner von den Leitschaufeln abgewandten Innenumfangsfläche mit
einer Vielzahl von Einlaufbelägen versehen, in die rotorseitige Dichtfins bzw. Dichtspitzen
einlaufen. Die Montage der Spannschrauben ist jedoch sehr aufwändig. Zudem erfordern
die Spannschrauben einen großen Platzbedarf und können im versehentlich gelösten Zustand
in den Heißgaspfad eingesaugt werden.
[0003] In der
DE 10 2006 024 085 A1 wird alternativ vorgeschlagen, den Innenring aus zwei in axialer Richtung ungeteilten
Halbringen zusammenzusetzen. Die Halbringe sind derart elastisch verformbar, dass
sie über den Lagerzapfen der in den Gehäusehälften montierten Leitschaufeln abgerollt
werden können. Hierzu werden die Halbringe auf einen konstanten Spannradius vorgespannt,
im Bereich der Lagerzapfen positioniert und dann entspannt.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Leitschaufelkranz für eine Strömungsmaschine
zu schaffen, der die vorgenannten Nachteile beseitigt, eine gegenseitig Zentrierung
von benachbarten Dichtungsträgersegmenten bewirkt und relative Radialverschiebungen
von derartigen Dichtungsträgersegmenten verhindert. Zudem ist es Aufgabe der Erfindung,
eine Strömungsmaschine zu schaffen, die zumindest einen hohen Verdichterwirkungsgrad
aufweist.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Leitschaufelkranz mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 und durch eine Strömungsmaschine mit den Merkmalen des Patentanspruchs 8.
[0006] Ein erfindungsgemäßer Leitschaufelkranz für eine Strömungsmaschine hat eine Vielzahl
von verdrehbaren Leitschaufeln, einen statischen Innenring zur radial inneren Stabilisierung
der Leitschaufeln, der aus zumindest zwei Ringsegmenten zusammengesetzt ist, und einen
Dichtungsträger, der zumindest zwei auf die Ringsegmente aufschiebbare Trägersegmente
aufweist und der mit Dichtelementen zum Abdichten eines Radialspaltes zwischen dem
Innenring und einem gegenüberliegenden Rotorabschnitt versehen ist. Erfindungsgemäß
sind Verbindungseinrichtungen zum selbsttätigen Verbinden von benachbarten Trägersegmenten
im Bereich von Trennfugen vorgesehen, die jeweils zumindest zwei zusammenwirkende
Verbindungselemente aufweisen, von denen das eine Verbindungselement jeweils endseitig
an dem einen Trägersegment und das korrespondierende Verbindungselement jeweils endseitig
an dem benachbarten Trägersegment ausgebildet ist.
[0007] Mittels der endseitigen Verbindungseinrichtungen werden die Trägersegmente gegenseitig
zentriert und ein Montagspiel zwischen dem Innenring und dem Dichtungsträger eliminiert.
Hierdurch werden zumindest relative radiale Verschiebungen der Trägersegmente und
somit der Ringsegmente verhindert, so dass ein derartiger Leitschaufelkranz eine hohe
Konzentrizität und somit einen exakt eingestellten Radialspalt aufweist. Radiale Stufen
zwischen den benachbarten Trägersegmenten und somit zwischen den Dichtelementen werden
wirkungsvoll verhindert. Zudem wird die Montage im Vergleich zur bekannten vorbeschriebenen
Lösung nach der
EP 0 947 668 B1 wesentlich vereinfacht, da die Verbindung zum einen selbsttätig beim Aufschieben
der Trägersegmente oder beim Positionieren der jeweils beschaufelten Gehäusehalbschalen
zueinander beim Schließen des Maschinengehäuses erfolgt. Ein zusätzlicher Arbeitsschritt
zur Verbindung der Trägersegmente nach deren Positionierung auf bzw. an den Ringsegmenten
entfällt.
[0008] Bei einem fertigungstechnisch einfach herzustellenden und montagetechnisch einfach
zu fügenden Ausführungsbeispiel sind die einen Verbindungselemente ein in Umfangsrichtung
des Leitschaufelkranzes von dem einen Trägersegment hervorstehende Verbindungszungen
und die korrespondierenden Verbindungselemente jeweils eine umfangsseitige Anlagefläche
des benachbarten Trägersegmentes zur Anlage der Verbindungszunge.
[0009] Die Verbindungen der Trägersegmente in Radialrichtung lassen sich zusätzlich stabilisieren,
wenn die Verbindungszungen im nicht montierten Zustand von benachbarten Trägersegmenten
radial innen zu den Anlageflächen liegen. Hierdurch verspannen die Verbindungszungen
die Trägersegmente im montierten Zustand in Radialrichtung.
[0010] Um einen Leckagestrom zwischen den benachbarten Trägersegmenten in Radialrichtung
zu verhindern, kann die jeweilige Verbindungszunge zusätzlich als Dichtungselement
ausgebildet ist. Eine wirkungsvolle Abdichtung der jeweiligen Trennfuge lässt sich
dadurch erreichen, dass die Verbindungszungen plattenartig sind und sich im Wesentlichen
jeweils über eine gesamte axiale Länge der Trennfuge erstrecken.
[0011] Bei einem Ausführungsbeispiel sind die Verbindungszungen ein an den Trägersegmenten
befestigtes Metallblech. Die Verbindungszungen werden bei diesem Ausführungsbeispiel
getrennt von dem Trägersegment hergestellt und nachträglich beispielsweise durch eine
stoffflüssige Verbindung wie Schweißen oder Löten mit dem jeweiligen Trägerelement
verbunden. Durch die getrennte Herstellung wird zum einem verhindert, dass die Geometrie
und Fertigung der Trägersegmente geändert werden muss. Zum anderen können durch die
getrennte Herstellung die Verbindungseinrichtungen als Nachrüstsatz bei bereits bestehenden
Leitschaufelkränzen nachgerüstet werden. Alternativ können die Verbindungszungen jedoch
auch als ein integraler Bauteilabschnitt des jeweiligen Trägersegmentes ausgebildet
sein.
[0012] Um zu verhindern, dass im unwahrscheinlichen Fall eines Loslösens der Verbindungszungen
von dem jeweiligen Trägersegment diese in die Strömungsmaschine eingesaugt werden
und dort Folgeschäden verursachen, sind die Verbindungseinrichtungen im montierten
Zustand des Leitschaufelkranzes bevorzugterweise jeweils in einem in axialer und radialer
Richtung des Leitschaufelkranzes geschlossenen Hohlraum zwischen dem Innenring und
dem Dichtungsträger angeordnet.
[0013] Ein Einfädeln der Verbindungszungen in die Hohlräume und somit eine Montage des Dichtungsträgers
lässt sich vereinfachen, wenn die Verbindungszungen an ihrem freien Ende in Querrichtung
querschnittsverjüngt sind.
[0014] Eine erfindungsgemäße Strömungsmaschine weist zumindest einen erfindungsgemäßen Leitschaufelkranz
auf. Aufgrund der konzentrischen Lage der Dichtelemente zum gegenüberliegenden Rotorabschnitt
zeichnet sich eine derartige Strömungsmaschine durch einen höheren Verdichterwirkungsgrad
und eine nach oben verschobene Pumpgrenze als eine Strömungsmaschine mit einem herkömmlichen
Leitschaufelkranz aus. Zudem wird, wenn die Verbindungseinrichtungen gleichzeitig
als Radialdichtungen wirken, ein Leckagestrom durch Trennfugen zwischen benachbarten
Dichtungsträgersegmenten hindurch verhindert, was sich zudem positiv auf den Verdichterwirkungsgrad
und auf die Pumpgrenze auswirkt.
[0015] Sonstige vorteilhafte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind Gegenstand weiterer
Unteransprüche.
[0016] Im Folgenden wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand stark
vereinfachter schematischer Darstellungen näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- einen Axialschnitt durch ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Leitschaufelkranzes, und
- Figur 2
- einen Schnitt entlang der Linie AA aus Figur 1.
[0017] Gemäß Figur 1 hat ein erfindungsgemäßer Leitschaufelkranz 1 einer Strömungsmaschine
wie ein Flugtriebwerk zumindest eine Vielzahl von Leitschaufeln 2, einen Innenring
4, einen Dichtungsträger 6 und in einem Trennfugenbereich der Dichtungsträger 6 jeweils
eine Verbindungseinrichtung 8. Der Leitschaufelkranz 1 ist statorseitig im Verdichter
der Strömungsmaschine angeordnet und umgreift einen Rotorabschnitt 10 eines Rotors,
der um eine sich in Strömungsrichtung x eines Hauptstroms erstreckende Maschinenachse
m rotiert.
[0018] Die Leitschaufeln 2 sind um ihre sich radial zur Maschinenachse m erstreckende Hauptachse
h verstellbar und haben jeweils ein Schaufelblatt 12, einen inneren Schaufelteller
14 und einen sich von dem Schaufelteller 14 radial nach innen erstreckenden Lagerzapfen
16. Zudem haben die Leitschaufeln 2 jeweils einen nicht gezeigten äußeren Schaufelteller
sowie einen sich radial nach außen von dem äußeren Schaufelteller erstreckenden Verstellzapfen,
der mit einer gehäuseseitigen Verstelleinrichtung zusammenwirkt.
[0019] Die inneren Schaufelteller 12 sind jeweils in einem radialen äußeren Senkabschnitt
18 einer den Innenring 4 durchsetzenden Lagerbohrung 20 angeordnet. Sie haben eine
radial innere und sich entlang der Maschinenachse m erstreckende Unterseite 22 und
eine zur Unterseite 22 entgegengesetzte Oberseite 24. Die Oberseite 24 ist schräg
zur Maschinenachse m angeordnet, wobei sie sich in Strömungsrichtung x radial von
innen nach außen erstreckt. Sie bildet in nicht verstellter Stellung mit einer Innenringfläche
26 einen stufenfrei bzw. nahezu stufenfreien radial inneren Seitenwandabschnitt eines
von dem Hauptstrom durchströmten Ringraums.
[0020] Der Innenring 4 dient zur radial inneren Stabilisierung bzw. Stützung der Leitschaufeln
2. Er weist die Lagerbohrungen 20 und die Innenringfläche 26 auf und ist über einen
Radialspalt von dem Rotorabschnitt 10 beabstandet. Er besteht aus zwei Halbringen
mit jeweils einem Bogenabschnitt von 180°, die im Bereich einer horizontalen Trennebene
eines Maschinengehäuses der Strömungsmaschine zum Innenring 4 zusammengesetzt sind.
Selbstverständlich ist auch eine stärke Segmentierung des Innenrings 4 beispielsweie
in vier Ringsegmente möglich.
[0021] Die Lagerbohrungen 20 durchsetzen jeweils die Innenringfläche 26 in radialer Richtung.
Sie haben jeweils einen radial inneren Lagerabschnitt 28 zur Aufnahme von Lagerbuchsen
30 und den radial äußeren Senkabschnitt 18 zur Aufnahme der inneren Schaufelteller
14.
[0022] Die Lagerbuchsen 30 sind radial von innen nach außen in die Lagerabschnitte 28 eingesetzt.
Sie haben jeweils einen T-förmigen Querschnitt mit einem radial erweiterten äußeren
Kragen 32, mittels dem sie jeweils an einer radial inneren Umfangsfläche 34 der Halbringe
anliegen.
[0023] Die Leitschaufel 2 tauchen mit ihren Lagerzapfen 16 in die Lagerbuchsen 30 ein und
sind somit bezogen auf ihre Hauptachse h in radialer Richtung drehbar geführt. Zusätzlich
kann auf den Lagerzapfen 16 jeweils eine nicht gezeigte Gleitscheibe aufgeschraubt
sein, die im montierten Zustand zwischen den Lagerbuchsen 30 und den inneren Schaufeltellern
14 angeordnet ist und eine Gleitfläche für die Leitschaufeln 2 definiert.
[0024] Die Innenringfläche 26 erstreckt sich stromab der Lagerbohrungen 20 über einen hinteren
und schräg zur Maschinenachse m radial von innen nach außen angestellten Axialvorsprung
36 des Innenrings 4. Zwischen dem Axialvorsprung 36 und den Schaufelblättern 12 ist
jeweils ein radialer sogenannter Fahnenspalt 38 gebildet, der zur Erzielung eines
hohen Wirkungsgrades der Strömungsmaschine und einer hohen Pumpgrenze minimiert ist.
Zur Einstellung des Fahnenspaltes 38 sind zumindest einige der Leitschaufeln 2 mit
dem Innenring 4 bzw. den Halbringen in radialer Richtung mechanisch gekoppelt. Die
mechanische Kopplung kann bzw. mittels axialen Sicherungsstiften erfolgen, die in
Innenring 4 zumindest einseitig durchsetzen und in eine entsprechende Ringnut der
Lagerzapfen 16 eingreifen.
[0025] Zur Aufnahme des Dichtungsträgers 6 hat der Innenring 4 eine vordere stirnseitige
Führungsnut 40 sowie einen hinteren axialen Führungsvorsprung 42, die jeweils radial
innenliegend zur Innenringfläche 26 angeordnet sind.
[0026] Der Dichtungsträger 6 dient zur Positionierung von Einlaufbelegen 44, 46 zur Abdichtung
des Radialspaltes zwischen dem Rotorabschnitt 10 und dem Innenring 4. Er ist radial
innenliegend an dem Innenring 4 formschlüssig angeordnet. Er hat, wie in Figur 2 gezeigt,
vorzugsweise zwei halbkreisförmige Trägersegmente 48, 50, die in Umfangsrichtung auf
die Ringsegmente geschoben werden. Die Trägersegmente 48, 50 begrenzen im zum Dichtungsträger
6 zusammengesetzten Zustand Trennfugen 52, die bei lediglich zwei Trägersegmenten
48, 50 bevorzugterweise in der horizontalen Trennebene des Maschinengehäuses liegen.
Die Trägersegmente 48, 50 haben jeweils ein U-förmiges Profil mit einer in Strömungsrichtung
x betrachtet vorderen Wandung 54, einer hinteren Wandung 56 und einer die beiden Wandungen
54, 56 miteinander verbindenden Umfangswandung 58.
[0027] Zur Fixierung des Dichtungsträgers 6 an den Innenring 4 weisen die vorderen Wandungen
54 der Trägersegmente 48, 50 jeweils einen vorderen stromabwärts gerichteten Umfangsvorsprung
60 und die hinteren Wandungen 56 jeweils eine seitlich und stromaufwärts geöffnete
Umfangsnut 62 auf. Im montierten Zustand greifen die Umfangsvorsprünge 60 formschlüssig
in die vorderen Führungsnuten 40 der Halbringe des Innenrings 4 ein. In die Umfangsnuten
58 greifen formschlüssig die hintere Führungsvorsprünge 42 der Halbringe des Innenrings
4 ein. Zur Ermöglichung einer Montage sind diese Formschlussverbindungen spielbehaftet.
[0028] Die Einlaufbelege 44, 46 sind unter anderem innenumfangsseitig an der Umfangswandung
58 und zum anderen innenumfangsseitig an einem radial inneren und hinteren Umfangsfortsatz
64 gegenüber von rotorseitigen Dichtspitzen bzw. Dichtfins 66 an der Umfangswandung
58 angeordnet.
[0029] Die Verbindungseinrichtungen 8 sind jeweils endseitig der Trägersegmente 48, 50 und
somit im montierten Zustand im Bereich der Trennfugen 52 angeordnet. Sie sind in Hohlraum
68 zwischen dem Innenring 4 und dem Dichtungsträger 6 positioniert. Der Hohlraum 68
ist in radialer Richtung von den Halbringen und der Umfangswandung 58 der Trägersegmente
48, 50 und in axialer Richtung von der vorderen Wandung 54 und der hinteren Wandung
56 der Trägersegmente 48, 50 begrenzt.
[0030] Die Verbindungseinrichtungen 8 weisen jeweils zwei selbsttätig zusammenwirkende Verbindungselemente
70, 72 auf. "Selbsttätig bzw. automatisch" bedeutet im Sinne der Erfindung, dass beim
Montieren der Trägersegmente 48, 50 oder beim Montieren bzw. Schließen des Maschinengehäuses
die zusammenwirkenden Verbindungselemente 70, 72 der Verbindungseinrichtungen 8 jeweils
ohne weitere Maßnahmen miteinander in Verbindung treten. In dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel
ist das eine Verbindungselement jeweils eine Verbindungszunge 70 und das mit diesem
korrespondierende Verbindungselement eine Anlagefläche 72. Die Verbindungszungen 70
und die Anlageflächen 72 sind jeweils an gegenüberliegenden Endabschnitten der benachbarten
Trägersegmente 48, 50 ausgebildet. Bei lediglich zwei Trägersegmenten 48, 50 können
diese an ihrem einen Endabschnitt mit einer Verbindungszunge 70 und an ihrem anderen
Endabschnitt mit einer Anlagefläche 72 versehen sein. Alternativ kann bei zwei Trägersegmenten
48, 50 das eine Trägersegment 48 an seinen beiden Endabschnitten jeweils eine Verbindungszunge
70 und das andere Trägersegment 50 an seinen beiden Endabschnitten jeweils eine Anlagefläche
72 haben. In dem in Figur 2 gezeigten Ausführungsbeispiel ist eine Verbindungszunge
70 an einem Endabschnitt des Trägersegmentes 48 und eine Anlagefläche 72 am gegenüberliegenden
Endabschnitt des benachbarten Trägersegmentes 50 angeordnet.
[0031] Die Verbindungszunge 70 ist in dem gezeigten Ausführungsbeispiel ein plattenartiges
Metallblech, das zwischen den Wandungen 54, 56 außenumfangsseitig an der Umfangswandung
58 angeordnet ist. Sie erstreckt sich über die gesamte Erstreckung der Umfangswandung
58 in Richtung der Maschinenachse m und somit im Wesentlichen über die gesamte axiale
Länge der jeweiligen Trennfuge 52. Hierdurch wird die Trennfuge 52 radial verschlossen,
so dass die Bildung eines radialen Leckagestroms wirkungsvoll verhindert wird. Gleichzeitig
werden hierdurch die Trägersegmente 48, 50 in axialer Richtung des Leitschaufelkranzes
1 stabilisiert bzw. relative Axialverschiebungen der Trägersegmente 48, 50 zueinander
unterbunden, da die Verbindungszunge 70 seitlich an den Wandungen 54, 56 anliegt bzw.
in lediglich in einem minimalen Montageabstand von diesen beabstandet ist.
[0032] Die Verbindungszunge 70 hat einen Befestigungsabschnitt 74, mittels dem sie an einer
im montierten Zustand dem Innenring 4 zugewandten Umfangsfläche der Umfangswandung
58 befestigt ist und einen Verbindungsabschnitt 78 zur Anlage an der Anlagefläche
72 des benachbarten Trägersegmentes 50. Der Verbindungsabschnitt 78 kragt hierzu in
Umfangsrichtung über das Trägersegment 50 heraus und erstreckt sich somit über die
die Trennfuge 52 auf das benachbarte Trägersegment 50. Zur Stabilisierung der Verbindung
der Trägersegmente 48, 50 kann alternativ oder zusätzlich die Verbindungszunge 70
im nicht montierten Zustand des Leitschaufelkranzes radial innen zur Anlagefläche
72 liegen.
[0033] Die Anlagefläche 72 ist außenumfangsseitig an der Umfangswandung 58 des benachbarten
Trägersegmentes 50 angeordnet. Sie erstreckt sich über die gesamte Axialerstreckung
der Umfangswandung 58 und führt eine Außenkontur der Umfangswandung 58 unverändert
fort. Alternativ kann die Anlagefläche 72 beispielsweise in Umfangsrichtung tangential
oder keilförmig ausgebildet sein, wobei sich die radiale Dicke der Umfangswandung
in Richtung der Trennfuge 52 verringert.
[0034] Um eine Behinderung der Trägersegmente 48, 50 beim Zusammenschieben der jeweiligen
Verbindungseinrichtung 8 zu vermeiden, können die Verbindungszungen 70, wie in Figur
2 gezeigt, jeweils zwei in Schieberichtung bzw. in Montagerichtung entgegengesetzt
zueinander angestellte Führungsflächen 82, 84 haben, so dass die Verbindungszungen
72 kopfseitig in Querrichtung, d. h. in Richtung der Maschinenachse m, querschnittsverjüngt
sind.
[0035] Um zu verhindern, dass die Verbindungszungen 70 mit ihren Verbindungsabschnitten
78 beim Montieren auf die Kragen 32 der Lagerbuchsen 30 auflaufen und um zu verhindern,
dass die Verbindungszungen 70 mit ihren Befestigungsabschnitten 74 die Lagerbohrungen
20 zumindest abschnittsweise verschließen, weisen die Verbindungsabschnitte 78 jeweils
an ihren sich in Querrichtung erstreckenden Seiten konkave Aussparungen 86, 88 auf,
die jeweils einen Freiraum zur Aufnahme der Kragen 32 der Lagerbuchsen 30 bilden.
[0036] In montierten Zustand liegen die Verbindungszungen 70 flächig an den Anlageflächen
72 an und bewirken somit eine Zentrierung der benachbarten Trägersegmente 48, 50 zueinander,
eine Beseitigung von Montagespiel, eine konzentrische Anordnung des Dichtungsträgers
6 und des Innenrings 4 zum Rotor und verhindern eine Radialverschiebung und Axialverschiebung
der Trägersegmente 48, 50 relativ zueinander. Gleichzeitig werden die Trennfugen 52
durch die Verbindungszungen 70 radial abgedichtet, so dass die Bildung eines Leckagestroms
zwischen den benachbarten Trägersegmenten 48, 50 hindurch wirkungsvoll verhindert
wird.
[0037] Zusätzlich können, wie in Figur 1 gezeigt, die Trägersegmente 48, 50 des Dichtungsträgers
6 mit den Halbringen des Innenrings 4 durch Radialschrauben 90 miteinander verbunden
sein, die durch die hinteren Führungsvorsprünge 42 geführt sind und in Bohrungen 92
der hinteren Wandung 56 eingeschraubt sind.
[0038] Offenbar ist ein Leitschaufelkranz für eine Strömungsmaschine, der eine Verbindungseinrichtung
zum selbsttätigen Verbinden von benachbarten Trägersegmente hat, die zumindest zwei
zusammenwirkende Verbindungselemente aufweist, von denen das eine Verbindungselementendseitig
an dem einen Trägersegment und das korrespondierende Verbindungselementendseitig an
dem benachbarten Trägersegment ausgebildet ist, sowie eine Strömungsmaschine mit einem
derartigen Leitschaufelkranz.
Bezugszeichenliste
[0039]
- 1
- Leitschaufelkranz
- 2
- Leitschaufeln
- 4
- Innenring
- 6
- Dichtungsträger
- 8
- Verbindungseinrichtung
- 10
- Rotorabschnitt
- 12
- Schaufelblatt
- 14
- innerer Schaufelteller
- 16
- Lagerzapfen
- 18
- Senkabschnitt
- 20
- Lagerbohrung
- 22
- Unterseite
- 24
- Oberseite
- 26
- Innenringfläche
- 28
- Lagerabschnitt
- 30
- Lagerbuchsen
- 32
- Kragen
- 34
- Umfangsfläche
- 36
- Axialvorsprung
- 38
- Fahnenspalt
- 40
- vordere Führungsnut
- 42
- hinterer Führungsvorsprung
- 44
- Einlaufbelag
- 46
- Einlaufbelag
- 48
- Trägersegment
- 50
- Trägersegment
- 52
- Trennfuge
- 54
- vordere Wandung
- 56
- hintere Wandung
- 58
- Umfangswandung
- 60
- Umfangsvorsprung
- 62
- Umfangsnut
- 64
- Umfangsfortsatz
- 66
- Dichtfin
- 68
- Hohlraum
- 70
- Verbindungselement
- 72
- korrespondierendes Verbindungselement
- 74
- Befestigungsabschnitt
- 78
- Verbindungsabschnitt
- 82
- Führungsfläche
- 84
- Führungsfläche
- 86
- Aussparungen
- 88
- Aussparungen
- 90
- Radialschrauben
- 92
- hinterer Flansch
- h
- Hauptachse/Schaufelachse
- m
- Maschinenachse
- x
- Strömungsrichtung/Axialrichtung
1. Leitschaufelkranz (1) für eine Strömungsmaschine, mit einer Vielzahl von verdrehbaren
Leitschaufeln (2), mit einem statischen Innenring (4) zur radial inneren Stabilisierung
der Leitschaufeln (2), der aus zumindest zwei Ringsegmenten zusammengesetzt ist, und
mit einem Dichtungsträger (6), der zumindest zwei auf die Ringsegmente aufschiebbare
Trägersegmente (48, 50) aufweist und mit Dichtelementen (44, 46) zum Abdichten eines
Radialspaltes zwischen dem Innenring (4) und einem gegenüberliegenden Rotorabschnitt
(10) versehen ist, gekennzeichnet durch jeweils eine Verbindungseinrichtung (8) zum selbsttätigen Verbinden von benachbarten
Trägersegmenten (48, 50) im Bereich von Trennfugen (52), die zumindest zwei zusammenwirkende
Verbindungselemente (70, 72) aufweist, von denen das eine Verbindungselement (70,
72) endseitig an dem einen Trägersegment (48, 50) und das korrespondierende Verbindungselement
(72, 70) endseitig an dem benachbarten Trägersegment (50, 48) ausgebildet ist.
2. Leitschaufelkranz nach Anspruch 1, wobei die einen Verbindungselemente (70, 72) jeweils
ein in Umfangsrichtung des Leitschaufelkranzes (1) von dem einen Trägersegment (48,
50) hervorstehende Verbindungszunge (70) und die korrespondierenden Verbindungselemente
jeweils eine umfangsseitige Anlagefläche (72) des benachbarten Trägersegment (50,
48) zur Anlage des Verbindungszunge (70) sind.
3. Leitschaufelkranz nach Anspruch 2, wobei die Verbindungszungen (70) im nicht montierten
Zustand von benachbarten Trägersegmenten (48, 50) radial innen zu den Anlageflächen
(72) liegen.
4. Leitschaufelkranz nach Anspruch 2 oder 3, wobei die Verbindungszungen (70) plattenartig
sind und sich im Wesentlichen jeweils über eine gesamte axiale Länge der Trennfuge
(52) erstrecken.
5. Leitschaufelkranz nach einem der Ansprüche 2, 3 oder 4, wobei die Verbindungszungen
(70) jeweils ein an dem einen Trägersegment (48, 50) befestigtes Metallblech sind.
6. Leitschaufelkranz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Verbindungseinrichtungen
(8) im montierten Zustand des Leitschaufelkranzes (1) in einem in axialer und radialer
Richtung des Leitschaufelkranzes (1) geschlossenen Hohlraum (68) zwischen dem Innenring
(4) und dem Dichtungsträger (6) angeordnet sind.
7. Leitschaufelkranz nach einem der Ansprüche 2 bis 6, wobei die Verbindungszungen (70)
an ihrem freien Ende in Querrichtung querschnittsverjüngt sind.
8. Strömungsmaschine mit zumindest einem Leitschaufelkranz (1) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche.