[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur in-situ-Bereitstellung von verabreichungsfähigen,
vorzugsweise reinen, Infusionslösungen zur Behandlung von Menschen oder Tieren. Ferner
betrifft die Erfindung eine Verwendung einer derartigen Vorrichtung sowie eine Verwendung
wenigstens eines Substanzkonzentratbehälters.
[0002] Im Stand der Technik ist bekannt, dass zur Behandlung von Menschen, beispielsweise
in Krankenhäusern, die Patienten mit Infusionslösungen versorgt bzw. behandelt werden.
Hierbei werden die wasserhaltigen Infusionslösungen in bereits verabreichungsfähiger
Form in Beuteln oder Flaschen mit einer niedrigen Konzentration zum Beispiel mit Salzen
im Wasser bzw. Kochsalzlösungen bereitgestellt, wobei die in großtechnischem Maßstab
hergestellten, fertigen Infusionslösungen aus den Behältnissen, wie z.B. Beutel oder
Flaschen schwerkraftgetrieben in die Patienten infudiert werden.
[0003] Ausgehend von diesem Stand der Technik besteht die Aufgabe der Erfindung darin, bedarfsgerecht
für die Behandlung von Patienten Infusionslösungen bereitzustellen, wobei der logistische
Aufwand signifikant reduziert werden soll.
[0004] Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Vorrichtung zur in-situ-Bereitstellung von verabreichungsfähigen,
vorzugsweise reinen, Infusionslösungen zur Behandlung von Menschen oder Tieren mit
einer Wassersterilisierungsvorrichtung, mittels der Trinkwasser zu sterilem Wasser
aufbereitbar ist oder aufbereitet wird, mit einer Aufnahmevorrichtung zur Aufnahme
von wenigstens einem Substanzkonzentratbehälter, wobei der Substanzkonzentratbehälter
mit einem wasserlöslichen Substanzkonzentrat für die Infusionslösung befüllt ist oder
befüllbar ist, und mit einer Mischeinheit zum Mischen und/oder zum Bereitstellen von
einer verabreichungsfähigen Infusionslösung aus dem von der Wassersterilisierungsvorrichtung
abgegebenen sterilem Wasser und aus einem Anteil des von dem in der Aufnahmevorrichtung
anordbaren und angeordneten Substanzkonzentratbehälters abgegebenen Substanzkonzentrats
und mit einer Abgabeleitung zur in-situ-Infudierung der Infusionslösung.
[0005] Die Erfindung beruht auf dem Gedanken, dass durch eine mobile und/oder stationäre
Vorrichtung bedarfsgerecht in Anwesenheit des Patienten eine auf diesen Patienten
angepasste Infusionslösung für eine Direkt-Infusion bereitgestellt wird, wobei die
Herstellung der Infusionslösung durch die Vorrichtung direkt vor Ort am Patienten,
d.h. in-situ, erfolgt. Da beispielsweise in Krankenhäusern oder Arztpraxen Wasser
allgemein in Form von Trinkwasser verfügbar ist, wird oder ist die Vorrichtung mit
einem Trinkwasseranschluss im Behandlungszimmer des Patienten verbunden, wodurch aus
dem durch den Trinkwasseranschluss bereitgestellten Wasser steriles Wasser aufbereitet
wird, so dass dem aufbereiteten sterilen Wasser ein Teil oder eine Menge eines Substratkonzentrats
aus einem Substanzkonzentratbehälter zugegeben und mit diesem vermischt wird. Dadurch
wird eine bedarfsgerechte Infusionslösung für eine direkte Infusion mit niedriger
Konzentration für die unmittelbare Behandlung des Patienten zeitnah bereitgestellt.
Hierbei ist beispielsweise das Substanzkonzentratbehältnis als Verpackung für ein
Substanzkonzentrat bereitgestellt, wobei zur Herstellung der fertigen verabreichungsfähigen
Infusionslösung zur in-situ Infudierung eines Patienten eine Substanzkonzentratmenge
dosiert mit einer vorbestimmten Menge an sterilem Wasser vermischt wird. Hierzu ist
eine Mischeinheit vorgesehen, die beispielsweise einen Mischbehälter bzw. einen Behälter
zum Mischen und/oder einen Mischschlauch umfasst.
[0006] Im Rahmen der Erfindung ist es dabei ebenfalls möglich, dass für die Bereitstellung
der Infusionslösung für die sofortige Verwendung das aufbereitete, sterile Wasser
durch das Substanzkonzentratbehältnis hindurchgeleitet wird, so dass ein Teil des
Substanzkonzentrats im Behälter ausgespült wird.
[0007] Der Vorteil der Erfindung besteht darin, dass sterile Substanzkonzentratbehälter
mit jeweils einem Substanzkonzentrat verwendet werden, wodurch ein hoher Lagerbedarf
gegenüber fertigen Beuteln und/oder Flaschen mit Infusionslösungen verringert wird.
Darüber hinaus wird auch die Entsorgung von nicht benötigten Infusionslösungen minimiert,
da ggf. nur die Substanzkonzentrate und ggf. deren Verpackungen zu entsorgen sind.
[0008] Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass individuell für einen Patienten
Infusionslösungen hergestellt werden und unmittelbar nach ihrer Herstellung zur Behandlung
des Patienten verabreicht werden. Hierdurch wird direkt am Ort der Nutzung bzw. Behandlung
von Patienten die Infusionslösung bereitgestellt.
[0009] Darüber hinaus zeichnet sich die Vorrichtung dadurch aus, dass die Wassersterilisierungsvorrichtung
wenigstens einen, vorzugsweise mit Umkehrosmose, UV-Licht und/oder anderen Sterilisationsverfahren
betriebenen, Sterilfilter, z.B. Umkehrosmosefilter, zur Aufbereitung von Trinkwasser
zu sterilem Wasser und/oder einen Anschluss zum Anschließen der Wassersterilisierungsvorrichtung
an einen Trinkwasservorrat, insbesondere einen Trinkwasseranschluss, aufweist. Solche
Sterilfilter sind auch unter der Bezeichnung "Sterilfilter" bekannt.
[0010] Außerdem zeichnet sich eine weitere Ausführungsform der Vorrichtung dadurch aus,
dass eine Substanzkonzentratdosierungseinrichtung vorgesehen ist, derart, dass aus
dem Substanzkonzentratbehälter dosiert Anteile des Substanzkonzentrats dem sterilen
Wasser zuführbar sind. Unter Verwendung der Substanzkonzentratdosierungseinrichtung
wird erreicht, dass ein vorbestimmter Anteil oder eine vorbestimmte Menge Substanzkonzentrat
aus dem Substanzkonzentratbehälter dem sterilen Wasser zugeführt wird, wodurch eine
vorbestimmte niedrige und einstellbare Konzentration der Substanz in dem sterilen
Wasser erreicht wird.
[0011] Des Weiteren ist es bei einer Ausgestaltung der Vorrichtung bevorzugt, wenn mehrere
Aufnahmevorrichtungen zur Aufnahme von mehreren Substanzkonzentratbehältern vorgesehen
sind. Dadurch, dass gleichzeitig mehrere Substanzkonzentratbehälter in der Vorrichtung
aufgenommen sind, können verschiedene Substanzen aus den entsprechenden Substanzkonzentratbehältern
einer Lösung bzw. dem sterilen Wasser zugeführt und mit diesem zur Herstellung der
bedarfsgerechten Infusionslösung vermischt werden, wodurch beispielsweise Salze aus
einem Konzentratbehälter und aus einem weiteren Konzentratbehälter Elektrolyte für
die Herstellung der Infusionslösung abgegeben werden. Hierzu ist es im Rahmen der
Erfindung vorgesehen, dass für mehrere Substanzkonzentratbehälter auch entsprechende
jeweilige Substanzkonzentratdosiereinrichtungen vorgesehen sind, um auf dosierte Weise
aus den mehreren aufgenommenen Substanzkonzentratbehältern entsprechende Konzentrate
dem sterilen Wasser zuzugeben und zuzumischen.
[0012] Insbesondere ist eine Regeleinrichtung oder eine Steuerungseinrichtung für die Wassersterilisierungsvorrichtung
vorgesehen, wodurch mittels der Regeleinrichtung die Wassersterilisierungsvorrichtung
geregelt wird oder mittels der Steuerungseinrichtung die Wassersterilisierungsvorrichtung
gesteuert wird.
[0013] Ferner zeichnet sich die Vorrichtung dadurch aus, dass eine Regeleinrichtung oder
eine Steuerungseinrichtung für die Substanzkonzentratdosierungseinrichtung vorgesehen
ist, wodurch zum Mischen von wenigstens einem Teil oder einer Menge eines Substanzkonzentrats
dieses mit einer vorbestimmten Menge an sterilem Wasser gemischt wird. Hierzu kann
im Rahmen der Erfindung auch eine Mischeinrichtung für die abgegebene Substanzkonzentratmenge
und der abgegebenen sterilen Wassermenge vorgesehen sein.
[0014] Außerdem wird der Betrieb einer erfindungsgemäßen Vorrichtung dadurch verbessert,
dass eine Messvorrichtung zum Messen der Konzentration der gelösten Substanz in der
Infusionslösung vorgesehen ist, wobei insbesondere die Messvorrichtung mit der Regeleinrichtung
zur Regelung der Wassersterilisierungsvorrichtung und/oder mit der Regeleinrichtung
zur Regelung der wenigstens einen Substanzkonzentratdosiereinrichtung für das im Substanzkonzentratbehälter
befindliche Substanzkonzentrat verbunden ist. Beispielsweise wird dadurch eine exakte
Konzentratmenge an im sterilen Wasser gelöster Substanz, beispielsweise durch Wiegen
oder durch einen Infusiomaten, erreicht. Eine weitere Messvorrichtung ist beispielsweise
durch eine Wiegeeinrichtung bereitgestellt.
[0015] Um einen kontinuierlichen Betrieb der Vorrichtung und ferner eine kontinuierliche
Verabreichung der zubereiteten in-situ Infusionslösung zu gewährleisten, ist eine
Pumpeneinrichtung, insbesondere eine peristaltische Pumpe, zur sofortigen Verabreichung
der Infusionslösung vorgesehen ist, wobei insbesondere die Pumpeneinrichtung mit der
Mischeinheit für die bereitgestellte (in-situ-)Infusionslösung verbunden ist. Die
Pumpeneinrichtung kann auch dazu dienen, einen Druck aufzubauen, um zu verhindern,
dass sich ein gegebenenfalls in einer Abgabeleitung angeordneter weiterer Sterilfilter
zusetzt.
[0016] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung ist außerdem vorgesehen, dass eine Eingabevorrichtung
zur Eingabe von herstellungsprozessbezogenen Daten, insbesondere Steuerparameter oder
Regelparameter, und/oder eine Anzeigeeinrichtung zur Anzeige von, insbesondere prozessbezogenen,
Daten vorgesehen ist.
[0017] Mittels der Eingabevorrichtung ist es dabei möglich, dass für eine zentrale Programmiereinheit
oder eine zentrale Regeleinheit entsprechende Parameter für den Herstellungsprozess
einer in-situ Infusionslösung mittels der Vorrichtung vorgegeben werden, so dass beispielsweise
die Flussrate des sterilen Wassers bzw. die Abgaberate einer Substanzkonzentratmenge
sowie die Konzentration der gelösten Substanz in der Infusionslösung vorgegeben wird.
Mittels der Anzeigeeinrichtung, beispielsweise eines Displays, werden die entsprechenden
Parameter bzw. Daten einem Nutzer bzw. Anwender angezeigt.
[0018] Ferner zeichnet sich eine erfindungsgemäße Ausführungsform der Vorrichtung dadurch
aus, dass die Vorrichtung als ein Kompaktgerät oder eine Baueinheit, z.B. Modul oder
dergleichen, ausgebildet ist, wobei insbesondere die Vorrichtung als eine Art Trolley
oder als Trolley ausgebildet ist, wobei das Kompaktgerät oder die Baueinheit insbesondere
stationär, voll mobil oder tragbar ausgebildet ist. Im Falle einer mobilen Vorrichtung
ist es möglich, die Vorrichtung, beispielsweise in einem Krankenhaus, von Patientenzimmer
zu einem anderen Patientenzimmer zu transportieren bzw. zu verschieben, wobei beispielsweise
bei einem Nutzerwechsel oder Nutzungswechsel die Infusionsschläuche aus Gründen der
Sterilität ausgetauscht werden. Bei einem Ortswechsel wird die Vorrichtung von einem
Trinkwasseranschluss gelöst und beispielsweise in einem anderen Zimmer an einen dort
vorhandenen Wasseranschluss entsprechend wieder angeschlossen. Durch die handhabbare,
kompakte Größe der Vorrichtung kann die Vorrichtung bei Ausgestaltung als Trolley
auf einfache Weise von einem Nutzerplatz zu einem anderen Nutzerplatz verfahren werden.
Hierzu weist der Trolley entsprechende Rollmittel bzw. Rollen auf.
[0019] Alternativ hierzu ist, beispielsweise für Intensivstationen, vorteilhafterweise eine
rein stationäre Anordnung und/oder Ausbildung der Vorrichtung vorgesehen. Ebenfalls
vorteilhaft umfasst die Vorrichtung ein, insbesondere vollmobiles, Wasserreservoir,
so dass auch temporär auf einen Festwasseranschluss verzichtet werden kann.
[0020] Darüber hinaus wird die Aufgabe gelöst durch eine Verwendung einer Vorrichtung zur
in-situ-Bereitstellung bzw. in-situ-Herstellung von verabreichungsfähigen, vorzugsweise
reinen, Infusionslösungen zur Behandlung von Menschen oder Tieren, wobei die Vorrichtung
wie voranstehend beschrieben ausgebildet ist und wobei wenigstens ein Substanzkonzentratbehälter
mit einer im Substanzkonzentratbehälter konzentriert vorliegenden Substanz bzw. Substanzkonzentrat
für die in-situ-Bereitstellung von Infusionslösungen verwendet wird.
[0021] Dabei zeichnet sich eine Weiterbildung dadurch aus, dass der für das Substanzkonzentrat
als Verpackung vorgesehene Substanzkonzentratbehälter als Kapsel oder als Pad oder
als Kartusche oder als Beutel ausgebildet ist, so dass sich eine einfache Handhabung
des Substanzkonzentratbehälters ergibt. Der Substanzkonzentratbehälter wird dabei
bei Anwendung in die dafür vorgesehene Aufnahmevorrichtung zur Aufnahme eines Substanzkonzentratbehälters
eingelegt oder darin angeordnet, so dass für die Herstellung einer in-situ-Infusionslösung
kleine dosierte Mengen des Substanzkonzentrats im Substanzkonzentratbehälter abgegeben
werden.
[0022] Eine weitere Lösung der Aufgabe erfolgt durch eine Verwendung wenigstens eines Substanzkonzentratbehälters
mit einem im Substanzkonzentratbehälter befindlichen und für die Infusionslösung vorgesehenen
Substanzkonzentrat zur in-situ-Bereitstellung von verabreichungsfähigen Infusionslösungen
für eine in-situ-Infudierung von Menschen oder Tieren für eine oder in Kombination
mit einer voranstehend beschriebenen Vorrichtung zur in-situ-Bereitstellung von verabreichungsfähigen
Infusionslösungen, wobei insbesondere der Substanzkonzentratbehälter als Kapsel oder
als Pad oder als Kartusche oder als Beutel ausgebildet ist.
[0023] Vorzugsweise weist dabei das Substanzkonzentrat in einem Substanzkonzentratbehälter
konzentrierte Elektrolyte und/oder Halbelektrolyten und/oder Nährstoffe und/oder Vitamine
und/oder Nahrungsergänzungsstoffe und/oder Inhaltsstoffe für eine enterale oder parenterale
Ernährung und/oder Medikamente, insbesondere für eine Chemotherapie, aufweist.
[0024] Weitere Merkmale der Erfindung werden aus der Beschreibung erfindungsgemäßer Ausführungsformen
zusammen mit den Ansprüchen und der beigefügten Zeichnung ersichtlich. Erfindungsgemäße
Ausführungsformen können einzelne Merkmale oder eine Kombination mehrerer Merkmale
erfüllen.
[0025] Die Erfindung wird nachstehend ohne Beschränkung des allgemeinen Erfindungsgedankens
anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben,
wobei bezüglich aller im Text nicht näher erläuterten erfindungsgemäßen Einzelheiten
ausdrücklich auf die Zeichnung verwiesen wird. Es zeigt:
- Fig. 1
- schematisch einen prinzipiellen Aufbau einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur in-situ-Bereitstellung
von Infusionslösungen.
[0026] In Fig. 1 ist schematisch der prinzipielle Aufbau einer mobilen Vorrichtung 10 zur
in-situ-Bereitstellung bzw. -Herstellung von Infusionslösungen zur Direktverabreichung
oder Sofortinfusion von Patienten dargestellt.
[0027] Die Vorrichtung 10 ist als fahrbarer Wagen bzw. als fahrbarer Trolley ausgebildet.
Die Vorrichtung 10 weist ein Gehäuse oder (Fahr-) Gestell auf, wobei im Gehäuse eine
Aufbereitungseinheit 12 zur Herstellung von sterilem Wasser angeordnet ist. In einer
stationären Version, die beispielsweise in Intensivstationen einsetzbar ist, kann
das Fahrgestell entfallen.
[0028] Die Aufbereitungseinheit 12 ist dabei beispielsweise mit einem Sterilfilter oder
einem Umkehrosmosefilter ausgebildet, wobei mittels der Aufbereitungseinheit 12 Trinkwasser
zu sterilem Wasser aufbereitet wird. Die Aufbereitungseinheit 12 weist einen eingangsseitigen
Anschluss 14 auf, so dass die Aufbereitungseinheit 12 mittels eines am Anschluss 14
angeschlossenen Schlauches 16 mit einem externen Wasseranschluss 18 z.B. eines Behandlungszimmers
verbunden wird bzw. ist.
[0029] Über den Wasseranschluss 18 wird beispielsweise Leitungswasser bzw. Trinkwasser der
Aufbereitungseinheit 12 zugefördert. Beispielsweise wird mittels der Aufbereitungseinheit
12 Leitungswasser durch osmotische Verfahren (Umkehrosmose) oder durch einen Sterilfilter
oder vergleichbare Maßnahmen zu sterilem Wasser aufbereitet. Dieses sterile Wasser
bildet damit die Basissubstanz der zu erzeugenden Infusionslösungen. Über eine ausgangsseitige
Abgabeleitung 20 wird das aufbereitete sterile Wasser für aus der Aufbereitungseinheit
12 herzustellende Infusionslösungen abgegeben.
[0030] Darüber hinaus ist die Vorrichtung 10 mit Aufnahmen 22 zur Aufnahme von sterilen
Kartuschen 30, 32 ausgebildet, so dass in den Aufnahmen 22 Kartuschen 30, 32 angeordnet
sind. Die Kartuschen 30, 32 sind mit unterschiedlichen hochkonzentrierten Substanzen
für die Infusionslösung gefüllt.
[0031] Um die Substanzkonzentrate aus den Kartuschen 30, 32 in dosierter Weise abzugeben,
ist für jede Kartusche eine steuerbare oder regelbare Dosiereinheit 40, 42 vorgesehen.
Bei Aktivierung der Dosiereinheiten 40, 42 werden dabei vorbestimmte dosierte Mengen
an Substanzkonzentraten aus den Kartuschen 30, 32 für die Herstellung der in-situ-Infusionslösungen
bereitgestellt.
[0032] Die aus den Kartuschen 30, 32 abgegebenen Substanzkonzentratmengen werden über eine
Abgabeleitung 24 dem aus der Abflussleitung 20 zugeführten sterilen Wasser zugeführt
und miteinander gemischt, so dass über eine als gemeinsame Förderleitung 26 ausgebildete
Mischeinheit das sterile Wasser und die abgegebenen Substanzkonzentratmengen miteinander
gemischt werden. Das Gemisch, also die hergestellte in-situ-Infusionslösung, wird
mittels einer peristaltischen Pumpe 28 über einen Infusionsschlauch 50 abgefördert
und beispielsweise einem Patienten infudiert.
[0033] Darüber hinaus können in einer Weiterbildung der Vorrichtung 10 Messeinrichtungen
zur Konzentration der in der im Behältnis 28 vorhandenen Infusionslösung gelösten
Substanz vorgesehen sein, um eine gewünschte Konzentration der Substanz in der Infusionslösung
einzustellen.
[0034] Die hochkonzentrierten Substanzkonzentrate in den Kartuschen 30, 32 können dabei
in flüssiger Form oder als Trockensubstanz vorliegen. Die genaue dosierte Zuführung
einer Substanzkonzentratmenge wird in einer Ausgestaltung der Vorrichtung durch eine
Wiegeeinheit, geeignete Sensortechnik oder Dosierungstechnik oder durch einen Infusiomaten
erreicht. Die Infusionslösung wird ferner durch eine Messeinrichtung hinsichtlich
der korrekten Konzentrationsverhältnisse der Substanzen in der bereitgestellten Infusionslösung
geprüft, wobei insbesondere eine Doppelprüfung hierzu durchgeführt wird. Darüber hinaus
ist es in einer Ausgestaltung der Vorrichtung 10 gemäß Fig. 1 vorgesehen, dass in
der Abförderleitung der Infusionslösung nach der peristaltischen Pumpe 28 ein weiterer
Sterilfilter 36 vorgesehen ist, um vor der Zuführung der Infusionslösung zu einem
Patienten eine Infektionsgefahr des Patienten zu vermeiden.
[0035] Um eine kontinuierliche Verabreichung der Infusionslösung zu erreichen, ist ferner
ein Schlauchpumpensystem vorgesehen, welches insbesondere als Einwegeschlauchsystem
patientenbezogen angewendet und bei einem Nutzerwechsel ausgetauscht wird. Auch andere
Pumpensysteme und Infusionssysteme sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung einsetzbar.
[0036] Darüber hinaus ist bei der Vorrichtung eine Eingabeeinheit 52 vorgesehen, um für
den Betrieb der Vorrichtung 10 entsprechende Parameter oder Programme zur Herstellung
von Infusionslösungen anzustellen. Darüber hinaus ist ferner ein Display 54 zur Kontrolle
der eingestellten Herstellungsparameter bzw. des eingestellten Infusionsprogramms
vorgesehen. Mittels der Eingabeeinheit 52, die in einer Ausgestaltung auch Teil einer
Programmiereinheit sein kann, wird die Flussrate sowie die Konzentration oder beispielsweise
das zu infudierende Volumen der Infusionsmenge usw. eingestellt.
[0037] Die Sterilität der Vorrichtung 10 wird beispielsweise dadurch erreicht, dass die
Kartuschen 30, 32 steril eingelegt und verarbeitet werden. Alternativ kann die Sterilität
auch zusätzlich durch einen weiteren Sterilfilter erreicht werden. Ferner kann die
Vorrichtung 10 einen Sterilisierungsanschluss 56 aufweisen, so dass zur Sterilisierung
der gesamten wasserführenden Einheiten der Vorrichtung 10 über den Sterilisierungsanschluss
56 eine Lösung oder Wasser zugeführt werden kann, wobei mittels einer Heizeinrichtung
die Lösung oder das Wasser zur Sterilisierung der Vorrichtung z.B. auf eine Temperatur
von wenigstens 95°C oder höher in der Vorrichtung 10 erhitzt werden. Ferner sind zur
Sterilisierung auch chemische Verfahren anwendbar, beispielsweise die Zugabe von Essigsäure
zu den wasserführenden Einheiten der Vorrichtung 10.
[0038] Alle genannten Merkmale, auch die den Zeichnungen allein zu entnehmenden sowie auch
einzelne Merkmale, die in Kombination mit anderen Merkmalen offenbart sind, werden
allein und in Kombination als erfindungswesentlich angesehen. Erfindungsgemäße Ausführungsformen
können durch einzelne Merkmale oder eine Kombination mehrerer Merkmale erfüllt sein.
Bezugszeichenliste
[0039]
- 10
- Vorrichtung
- 12
- Aufbereitungseinheit
- 14
- Anschluss
- 16
- Schlauch
- 18
- Wasseranschluss
- 20
- Leitung
- 22
- Aufnahme
- 24
- Abgabeleitung
- 26
- Förderleitung
- 28
- peristaltische Pumpe
- 30
- Kartusche
- 32
- Kartusche
- 36
- Sterilfilter
- 40
- Dosiereinheit
- 42
- Dosiereinheit
- 50
- Infusionsleitung
- 52
- Eingabeeinheit
- 54
- Display
- 56
- Sterilisierungsanschluss
1. Vorrichtung (10) zur in-situ-Bereitstellung von verabreichungsfähigen, vorzugsweise
reinen, Infusionslösungen zur Behandlung von Menschen oder Tieren mit einer Wassersterilisierungsvorrichtung
(12), mittels der Trinkwasser zu sterilem Wasser aufbereitbar ist oder aufbereitet
wird, mit einer Aufnahmevorrichtung (22) zur Aufnahme von wenigstens einem Substanzkonzentratbehälter
(30, 32), wobei der Substanzkonzentratbehälter (30, 32) mit einem wasserlöslichen
Substanzkonzentrat für die Infusionslösung befüllt ist oder befüllbar ist, und mit
einer Mischeinheit (26) zum Mischen und/oder zum Bereitstellen von einer verabreichungsfähigen
Infusionslösung aus dem von der Wassersterilisierungsvorrichtung (12) abgegebenen
sterilen Wasser und aus einem Anteil des von dem in der Aufnahmevorrichtung (22) anordbaren
und angeordneten Substanzkonzentratbehälters (30, 32) abgegebenen Substanzkonzentrats
und mit einer Abgabeleitung (50) zur in-situ-Infudierung der Infusionslösung.
2. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wassersterilisierungsvorrichtung (12) wenigstens einen, insbesondere mit Umkehrosmose,
UV-Licht und/oder anderen Sterilisationsverfahren betriebenen, Sterilfilter zur Aufbereitung
von Trinkwasser zu sterilem Wasser und/oder einen Anschluss (14) zum Anschließen der
Wassersterilisierungsvorrichtung (12) an einen Trinkwasservorrat, insbesondere einen
Trinkwasseranschluss (18), aufweist.
3. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Substanzkonzentratdosierungseinrichtung (40, 42) vorgesehen ist, derart, dass
aus dem Substanzkonzentratbehälter (30, 32) dosiert Anteile des Substanzkonzentrats
dem sterilen Wasser zuführbar sind.
4. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Aufnahmevorrichtungen (22) zur Aufnahme von mehreren Substanzkonzentratbehältern
(30, 32) vorgesehen sind.
5. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Regeleinrichtung oder eine Steuerungseinrichtung für die Wassersterilisierungsvorrichtung
(12) vorgesehen ist.
6. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine Regeleinrichtung und/oder eine Steuerungseinrichtung für die Substanzkonzentratdosierungseinrichtung
(40, 42) vorgesehen ist.
7. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Messvorrichtung zum Messen der Konzentration der gelösten Substanz in der Infusionslösung
vorgesehen ist, wobei insbesondere die Messvorrichtung mit der Regeleinrichtung zur
Regelung der Wassersterilisierungsvorrichtung (12) und/oder mit der Regeleinrichtung
zur Regelung der wenigstens einen Substanzkonzentratdosiereinrichtung (40, 42) für
das im Substanzkonzentratbehälter (30, 32) befindliche Substanzkonzentrat verbunden
ist.
8. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine Pumpeneinrichtung (28), insbesondere eine peristaltische Pumpe (28), zur Verabreichung
der Infusionslösung vorgesehen ist, wobei insbesondere die Pumpeneinrichtung (28)
mit der Mischeinheit (26) für die Infusionslösung verbunden ist.
9. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine Eingabevorrichtung (52) zur Eingabe von herstellungsprozessbezogenen Daten,
insbesondere Steuerdaten, und/oder einer Anzeigeeinrichtung (54) zur Anzeige von,
insbesondere prozessbezogene, Daten vorgesehen ist.
10. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (10) als ein Kompaktgerät oder eine Baueinheit ausgebildet ist, wobei
insbesondere die Vorrichtung als eine Art Trolley oder als Trolley ausgebildet ist,
wobei das Kompaktgerät oder die Baueinheit insbesondere stationär, voll mobil oder
tragbar ausgebildet ist.
11. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (10) ein, insbesondere vollmobiles, Wasserreservoir umfasst.
12. Verwendung einer Vorrichtung (10) zur in-situ-Bereitstellung von verabreichungsfähigen,
vorzugsweise reinen, Infusionslösungen zur Behandlung von Menschen oder Tieren, wobei
die Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11 ausgebildet ist und wobei wenigstens
ein Substanzkonzentratbehälter (30, 32) mit einer im Substanzkonzentratbehälter (30,
32) konzentriert vorliegenden Substanz für die in-situ-Bereitstellung von Infusionslösungen
verwendet wird.
13. Verwendung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Substanzkonzentratbehälter (30, 32) als Kapsel oder als Pad oder als Kartusche
oder als Beutel ausgebildet ist.
14. Verwendung wenigstens eines Substanzkonzentratbehälters (30, 32) mit einem im Substanzkonzentratbehälter
(30, 32) befindlichen und für die Infusionslösung vorgesehenen Substanzkonzentrat
zur in-situ-Bereitstellung von verabreichungsfähigen Infusionslösungen für eine in-situ-Infudierung
von Menschen oder Tieren für eine Vorrichtung (10) zur in-situ-Bereitstellung von
verabreichungsfähigen Infusionslösungen nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei insbesondere
der Substanzkonzentratbehälter (30, 32) als Kapsel oder als Pad oder als Kartusche
oder als Beutel ausgebildet ist.
15. Verwendung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Substanzkonzentrat konzentrierte Elektrolyte und/oder Halbelektrolyten und/oder
Nährstoffe und/oder Vitamine und/oder Nahrungsergänzungsstoffe und/oder Inhaltsstoffe
für eine enterale oder parenterale Ernährung und/oder Medikamente, insbesondere für
eine Chemotherapie, aufweist.