[0001] Die Erfindung liegt auf dem Gebiet der gasisolierten Hochspannungsschaltanlagen (GIS)
und betrifft insbesondere einen Lasttrenner, im Englischen auch "on-load disconnector"
genannt, mit einem beweglichen ersten Kontaktelement und einem feststehenden zweiten
Kontaktelement.
[0002] Unter Hochspannungsschaltanlagen werden Schaltanlagen verstanden, die für Nennspannungen
von 1 kV oder höher, insbesondere von 75 kV oder höher konfiguriert sind.
[0003] Bei Lasttrennern werden zwei Lastfälle unterschieden, nämlich der sogenannte "bus-charging"-Betrieb
und der sogenannte "bus-transfer"-Betrieb. Während beim "bus-charging" die Unterbrechung
kapazitiver Ströme im Vordergrund steht, richtet sich der "bus-transfer" auf Trennsituationen
bei Schaltfällen, bei denen ein Wechsel von einer ersten Sammelschiene auf eine zweite
Sammelschiene im Nennbetrieb durchgeführt werden soll. Trenner, insbesondere Lasttrenner,
werden sowohl im Falle von "Bus-transfer" Schalthandlungen als auch von "Bus-charging"
Schalthandlungen eingesetzt. Für die nachstehende Offenbarung steht der "bus-transfer"-Fall
im Vordergrund.
[0004] Wird beispielsweise bei gasisolierten (GIS-) Schaltanlagen mit einer Doppelsammelschiene
die Sammelschiene gewechselt, so treten im Nominalbetrieb (Nennbetrieb) induzierte
Spannungen und Ausgleichsstöme auf, welche eine gewisse Abschaltleitung des (Last-)Trenners
erfordern. Im Nennbetrieb treten bei einer gegebenen Nennspannung und einem gegebenen
Nennstrom bedingt durch ein sogenanntes Kuppelfeld beim Öffnen des Lasttrenners allein
aufgrund der Impedanzen der zwischen den beiden Sammelschienen gebildeten Stromschleife
nicht zu vernachlässigbaren Ausgleichsströme auf.
[0005] Beim Öffnen des (Last-)Trenners entsteht zwischen dem beweglichen Kontakt und dem
feststehenden Kontakt ein Lichtbogen. Je nach Schaltfall entstehen zudem vorübergehende
Überspannungen (VFTs) mit sehr hoher Frequenz in der Grössenordnung MHz, die für die
angeschlossenen Einrichtungen der Schaltanlage schädlich sein können. Je schneller
ein Lasttrenner arbeitet, desto weniger Lichtbogenzündungen treten auf. Daher wird
ein mit hoher Geschwindigkeit bewegbarer beweglicher Lichtbogenkontakt angestrebt,
um einen feststehenden Lichtbogenkontakt zu kontaktieren bzw. zu dekontaktieren. Unmittelbar
nach der Verbindung dieser Lichtbogenkontakte können die Dauerstromkontakte (Nennstromkontakte)
des beweglichen Trennerkontakts und des stationären Trennerkontakts ohne Zünden von
Lichtbögen und daher verschleissfrei aneinander angenähert und elektrisch miteinander
verbunden werden.
[0006] Im Fall eines Lasttrenners müssen die für das Trennen bzw. Verbinden der Sammelschienen
verwendeten jeweiligen Trennschalter je nach Anforderungen an die Schaltanlage auch
in Gegenwart dieser induzierten Spannungen und Ausgleichsströme wiederholt zuverlässig
und verschleissfrei schalten können. Bei gasisolierten Schaltanlagen liegen diese
induzierten Spannungen normalerweise nicht über 20 Volt. Die Ströme werden dabei auf
maximal 80% des Nennstroms geschätzt. In besonderen Fällen, bei denen die Sammelschienen
oder die Schaltfelder stärker voneinander beabstandet beziehungsweise entfernt sind
und/oder je nach Ausgestaltung und Anzahl der Kuppelfelder, können die Stromschleifen
- und entsprechend auch die induzierten Spannungen - grösser als allgemein für Lasttrennschalter
üblich werden. Diese induzierte Spannung im Nennbetrieb kann beispielsweise bei gasisolierten
Schaltfeldern, die mit einer Freiluftanlage kombiniert sind, je nach Schaltanlage
beispielsweise bis auf 300 V ansteigen. Daher besteht ein Bedarf an einem Lasttrennschalter,
der auch unter erhöhten Anforderungen zuverlässig und verschleissfrei schaltet.
[0007] Zu diesem Zweck sind Hochspannungs-Lasttrenner bekannt, welche einen Festkontakt
und ein Trennerrohr als beweglichen Kontakt aufweisen. Bei diesen Trennschaltern ist
ein Nachlaufkontakt im Festkontakt integriert, der einen Lichtbogen zu tragen vermag.
Beim Öffnen des Schalters kann sich ein Lichtbogen zwischen dem Trennerrohr und dem
Nachlaufkontakt bilden. Dadurch, dass solche Trenner zum Tragen eines Lichtbogens
ausgelegt sind, vermögen sie unter einer gewissen Last zu trennen, beispielsweise
bei einer Spannung von 20 V und einem Strom von 1600 A. Solche Trenner sind für viele
Situationen völlig ausreichend. Allerdings treten auch Situationen auf, in denen eine
rasche, zuverlässige und verschleissarme Trennung auch unter höherer Last gewünscht
wird.
[0008] Aus der
DE 60030032 T2 ist ein gasisolierter Hochspannungs-Trennschalter mit schnellbeweglichem Kontakt
bekannt. Der Trennschalter weist einen Festkontakt und einen beweglichen Kontakt auf.
Innerhalb des beweglichen Kontakts befindet sich ein Kolben, der von einer Betätigungsstange
betätigt wird. Zwischen jeweiligen Enden des beweglichen Kontakts und dem Kolben sind
zwei Federn angeordnet. Weiter sind zwei Verriegelungssysteme vorgesehen, um den beweglichen
Kontakt in einer axialen Richtung gegenüber dem Kolben festzulegen. Dadurch kann der
bewegliche Kontakt unabhängig von der Betätigungsstange und vom Kolben verschoben
werden.
[0009] Weiter ist aus der
EP 0 066 533 ein gasisolierter elektrischer Hochspannungstrenner bekannt, dieser umfasst eine
erste Kontaktgruppe mit einem Führungselement und einem entlang einer Trennachse beweglich
angeordneten ersten Kontaktelement, das ein erstes Nominalleiter-Kontaktelement und
einen ersten Lichtbogen-Kontakt umfasst und ein Antriebssystem zum Bewegen des ersten
Kontaktelements entlang der Trennachse relativ zu einer zweiten Kontaktgruppe, um
den Trenner zu öffnen und zu schliessen, wobei die zweite Kontaktgruppe ein zweites
Nominalleiter-Kontaktelement und einen zweiten Lichtbogen-Kontakt umfasst und wobei
beim Öffnen des Trenners das erste Kontaktelement nach dem Öffnen eines Nominalstrompfades
innerhalb eines ersten Positionsbereichs des ersten Kontaktelements relativ zum Führungselement
und zur Trennachse in einer Öffnungsrichtung weiterbewegbar ist, während das Haltemittel
derart am Gegenhaltemittel gehalten wird, dass der erste Lichtbogen-Kontakt am zweiten
Lichtbogen-Kontakt gehalten bleibt, während das Rückholsystem vorgespannt wird und
eine Vorspannkraft aufbaut, undwobei beim Übertritt des ersten Kontaktelements in
einen an den ersten Positionsbereich anschliessenden zweiten Positionsbereich das
Rückholsystem entklinkt wird, so dass die zweite Kontaktgruppe von der ersten Kontaktgruppe
elektrisch getrennt wird.
[0010] Vor diesem Hintergrund wird daher der elektrische Hochspannungstrenner gemäss Patentanspruch
1 sowie ein Verfahren gemäss Patentanspruch 13 vorgeschlagen. Weitere vorteilhafte
Aspekte sind aus den abhängigen Ansprüchen, der folgenden Beschreibung und den Figuren
ersichtlich.
[0011] Ein erster Aspekt der Erfindung umfasst einen elektrischen Hochspannungstrenner.
Der Hochspannungstrenner umfasst eine erste Kontaktgruppe mit einem Führungselement
und einem entlang einer Trennachse beweglichen ersten Kontaktelement. Das erste Kontaktelement
selber umfasst ein erstes Nominalleiter-Kontaktelement und einen ersten Lichtbogen-Kontakt.
Im ersten Lichtbogen-Kontakt ist ein entlang der Trennachse beweglich angeordneter,
dritter Lichtbogen-Kontakt angeordnet. Das erste Kontaktelement beinhaltet ein Rückholsystem
zum Rückholen des dritten Lichtbogen-Kontakts in einer Öffnungsrichtung. Dabei ist
der erste Lichtbogen-Kontakt über das Rückholsystem derart mit dem dritten Lichtbogen-Kontakt
wirkverbunden, dass der erste Lichtbogen-Kontakt relativ zum dritten Lichtbogen-Kontakt
bewegbar ist. Der Hochspannungstrenner weist zudem ein Antriebssystem zum Bewegen
des ersten Kontaktelements entlang der Trennachse relativ zu einer zweiten Kontaktgruppe
auf, um den Trenner zu öffnen und zu schliessen. Die zweite Kontaktgruppe umfasst
ein zweites Nominalleiter-Kontaktelement und einen zweiten Lichtbogen-Kontakt. Das
zweite Lichtbogen-Kontaktelement weist ein Haltemittel zum Zusammenwirken mit einem
Gegenhaltemittel des dritten Lichtbogen-Kontakts auf. Bei einer Betrachtung, bei welcher
der Trenner zunächst geschlossen ist, wird klar, dass der dritte Lichtbogen-Kontakt
zunächst in mechanischem und elektrischem Kontakt mit dem zweiten Lichtbogen-Kontakt
steht. Gleichzeitig steht der dritte Lichtbogen-Kontakt in elektrischer Verbindung
mit dem ersten Lichtbogen-Kontakt. Beim Öffnen des Hochspannungstrenners wird das
erste Kontaktelement in Öffnungsrichtung entlang einer Trennachse durch einen ersten
Positionsbereich des ersten Kontaktelements relativ zur Trennachse hindurch verschoben.
Innerhalb des ersten Positionsbereichs hält das zweite Lichtbogen-Kontaktelement den
dritten Lichtbogen-Kontakt vorerst zurück, so dass der dritte Lichtbogen-Kontakt relativ
zum ersten Kontaktelement entgegen einer Federkraft des Rückholsystems verschoben
wird und der elektrische Kontakt zwischen zweitem Lichtbogen-Kontaktelement und dritten
Lichtbogen-Kontakt unterbrochen wird. Beim Weiterbewegen des Antriebs wird das erste
Kontaktelement in einen an den ersten Positionsbereich anschliessenden zweiten Positionsbereich
des ersten Kontaktelements verschoben. Beim Eintritt in diesen zweiten Positionsbereich
wird eine maximale Haltekraft der Haltemittel bewusst überschritten. Mit anderen Worten
ist deren Haltekraft zu jenem Zeitpunkt geringer, als eine Rückholkraft des Rückholsystems,
beispielsweise in Form einer Rückholfeder. Beim Auflösen der Haltekraft der Haltemittel
löst sich der dritte Lichtbogen-Kontakt vom zweiten Lichtbogen-Kontakt ab und wird
vom Rückholsystem blitzschnell in Öffnungsrichtung vom zweiten Lichtbogen-Kontakt
weggeführt, so dass der zweite Lichtbogen-Kontakt (also die zweite Kontaktgruppe)
im Betrieb des Hochspannungstrenners zeitlich rasch und zuverlässig vom dritten Lichtbogen-Kontakt
(also der ersten Kontaktgruppe) elektrisch getrennt wird.
[0012] Nebst dem Hochspannungstrenners ist in diesem Dokument ein Verfahren zum Öffnen eines
elektrischen Hochspannungstrenners offenbart.
[0013] Der Begriff 'Haften' wird im Folgenden nicht eng interpretiert, sondern im Sinn von
'Halten' oder 'Festhalten' und umfasst jegliches Phänomen, bei dem zwei Elemente zueinander
eine fixe Position entgegen einer auf sie wirkenden Kraft behalten, die auf ein Lösen
des Haftens/Haltens hinwirkt. Dies kann beispielsweise durch mechanische Mittel geschehen,
etwa einen Einrastmechanismus mit entsprechend gewählter, komplementärer Geometrie,
etwa in Form eines mechanischen Widerstandes, den ein Objekt mit grösserem Durchmesser,
das jedoch mindestens teil-verformbar ist, bei Durchgang durch eine Öffnung mit kleinerem
Durchmesser erfährt. Ferner kann haften auch ein magnetisches Anhaften sein.
[0014] Ein Vorteil der Trenner gemäss Ausführungsbeispielen dieser Erfindung liegt darin,
dass beim Trennen der beiden Kontaktgruppen schnell eine hohe Relativgeschwindigkeit
zwischen den Kontaktelementen erreicht werden kann, sobald beim Öffnen der Abbrandstrompfad
elektrisch unterbrochen wird. Dadurch wird ein rasches Löschen eines sich ausbildenden
Lichtbogens begünstigt. In der Folge lassen sich mit dem Trenner auch grössere Lasten
im Nennbetrieb, beispielsweise Leistungen von 500 bis 1500 kW oder mehr, wiederholt
rasch, zuverlässig und verschleissarm schalten.
[0015] Im Weiteren soll die Erfindung anhand von in Figuren dargestellten Ausführungsbeispielen
erläutert werden, aus denen sich weitere Vorteile und Abwandlungen ergeben. Dazu zeigen,
jeweils in einer schematischen seitlichen Querschnittsansicht:
Figur 1 zeigt einen Hochspannungstrenner gemäss Ausführungsformen in geöffnetem Zustand;
Figur 2 zeigt den Hochspannungstrenner aus Figur 1 in geschlossenem Zustand;
Figur 3 zeigt den Hochspannungstrenner aus Figur 1 während einer Anfangs-Phase des
Trennens;
Figur 4 zeigt den Hochspannungstrenner aus Figur 1 während einer mittleren Phase des
Trennens;
Figur 5 zeigt den Hochspannungstrenner aus Figur 1 während einer Endphase des Trennens.
Figur 6 zeigt ein Trenner-Modul einer Hochspannungs-Schaltanlage (GIS) mit einem Trenner
gemäss Ausführungsformen.
[0016] Figur 1 zeigt einen Hochspannungs-Lasttrenner 1 - nachfolgend vereinfachend lediglich
Hochspannungstrenner 1 oder auch schlicht Trenner 1 genannt - gemäss Ausführungsformen
der Erfindung im geöffneten Zustand. Er umfasst eine erste Kontaktgruppe 66 mit einem
typischerweise ortsfest angeordneten Führungselement 88 und einem entlang einer Trennachse
8 dazu beweglich gelagerten ersten Kontaktelement 22. Dieses erste Kontaktelement
22 umfasst ein erstes Nominalleiter-Kontaktelement 20 und einen ersten Lichtbogen-Kontakt
25. Der erste Lichtbogen-Kontakt 25 ist über mindestens einen dritten Kontakt 87 permanent
elektrisch mit dem Führungselement 88 verbunden. In der gezeigten Ausführungsform
ist der dritte Kontakt 87 ein Schleifkontakt. Im ersten Lichtbogen-Kontakt 25 ist
ein dritter Lichtbogen-Kontakt 40 entlang der Trennerachse 8 beweglich angeordnet.
Die erste Kontaktgruppe 66 umfasst weiter ein Rückholsystem 80, das zum Rückholen
des dritten Lichtbogen-Kontakts 40 in einer Öffnungsrichtung 7 dient. Dabei ist der
erste Lichtbogen-Kontakt 25 und das erste Nominalleiter-Kontaktelement 20 über das
Rückholsystem 80 mit dem dritten Lichtbogen-Kontakt 40 derart wirkverbunden, dass
der erste Lichtbogen-Kontakt 25 relativ zum dritten Lichtbogen-Kontakt 40 bewegbar
ist. Ein Antriebssystem 30, typischerweise umfassend eine Spindel, die an dem Nominalleiter-Kontaktelement
20 mittels eines Mitnehmers drehbar gelagert ist, versetzt das erste Nominalleiter-Kontaktelement
20 bei Drehung im Betrieb des Trenners 1 in eine Längsbewegung um die Trennerachse
8. Das Antriebssystem 30 dient zum Bewegen des ersten Kontaktelements 22 und des damit
verbundenen ersten Nominalleiter-Kontaktelements 20 entlang der Trennerachse 8 relativ
zu einer feststehenden zweiten Kontaktgruppe 55, um den Trenner 1 öffnen und schliessen
zu können. Die zweite Kontaktgruppe 55 ist hier als Festkontakt ausgelegt. Die zweite
Kontaktgruppe 55 umfasst ein zweites Nominalleiter-Kontaktelement 90 und einen zweiten
Lichtbogen-Kontakt 60. Der zweite Lichtbogen-Kontakt 60 weist an einer der ersten
Kontaktgruppe 66 zugewandten Seite ein Haltemittel 71 zum Zusammenwirken mit einem
Gegenhaltemittel 41 des dritten Lichtbogen-Kontakts 40 der ersten Kontaktgruppe 66
auf. Das Führungselement 88 der ersten Kontaktgruppe 66 ist ortsfest im Trenner 1
angeordnet und mittels eines Isoliergases elektrisch isoliert mit einem Gehäuse verbunden.
Das Gehäuse ist ein Gehäuse einer Hochspannungs-Schaltanlage.
[0017] Gemäss Ausführungsformen, die im Folgenden mit Bezug auf die Figuren 1 bis 5 beschrieben
sind, ist beim Öffnen des Trenners 1 im Betrieb des Trenners 1 das erste Kontaktelement
22 nach dem Öffnen eines Nominalstrompfades 5 innerhalb eines ersten Positionsbereichs
44 des ersten Kontaktelements 22 relativ zum Führungselement 88 und zur Trennachse
8 in einer Öffnungsrichtung 7 weiter bewegbar bzw. verschiebbar. Während dem Öffnen
des Trenners 1 bleibt dabei in einer Haltephase das Haltemittel 71 am Gegenhaltemittel
41 gehalten, so dass der dritte Lichtbogen-Kontakt 40 am zweiten Lichtbogen-Kontakt
60 gehalten bleibt, während das Rückholsystem 80 vorgespannt wird und eine Vorspannkraft
aufgebaut wird. Beim Übertritt des ersten Kontaktelements 22 in einen an den ersten
Positionsbereich 44 anschliessenden zweiten Positionsbereich 46 wird die durch das
Rückholsystem 80 ausgeübte Vorspannkraft grösser als eine in Richtung der Trennachse
8 wirkende, konstruktiv vordefinierbare Haltekraft des Haltemittels 71 am Gegenhaltemittel
41. In der Folge wird in einer folgenden Trenn-Phase der dritte Lichtbogen-Kontakt
40 von dem Rückholsystem 80 in Öffnungsrichtung 7 rückgeholt und dabei beschleunigt.
Auf diese Weise ist die zweite Kontaktgruppe 55 von der ersten Kontaktgruppe 66 elektrisch
abtrennbar.
[0018] Als Teil des Antriebssystems 30 ist ein Motor oder eine Handkurbel vorgesehen (nicht
dargestellt). Ein an dem beweglichen ersten Kontaktelement 20 befestigter Mitnehmer
wirkt mit einer Spindel derart zusammen, dass eine Drehung der Spindel um die Achse
8 des Trenners in eine Längsbewegung des beweglichen ersten Kontaktelements 20 entlang
der Achse 8 des Trenners umgewandelt wird.
[0019] Die Figur 2 zeigt den Trenner 1 aus Figur 1 im geschlossenen Zustand. Das erste Kontaktelement
22 wurde durch das Antriebssystem 30 soweit in Richtung der zweiten Kontaktgruppe
55 bewegt (in der Figur 2 nach rechts), dass das erste Nominalleiter-Kontaktelement
20 in den Zwischenraum zwischen dem zweiten Nominalleiter-Kontaktelement 90 und dem
zweiten Lichtbogen-Kontakt 60 der zweiten Kontaktgruppe 55 eingetreten ist. Während
dieses Eintretens wurde der erste Lichtbogen-Kontakt 25 gegen den ortsfesten zweiten
Lichtbogen-Kontakt 60 der zweiten Kontaktgruppe 55 gedrückt. Das erste Nominalleiter-Kontaktelement
20 wurde dann vom Antriebssystem 30 weiter bewegt, wodurch der erste Lichtbogen-Kontakt
25 gegen die Spannung der Feder 24, die sich an ihrem anderen Ende gegen das erste
Nominalleiter-Kontaktelement 20 abstützt, ortsfest blieb und sich damit relativ zum
weiter bewegten ersten Nominalleiter-Kontaktelement 20 verschob. Im geschlossenen
Zustand des Trenners ist, wie in Figur 2 gezeigt, die Feder 24 gespannt und der erste
Lichtbogen-Kontakt 25 relativ zum ersten Nominalleiter-Kontaktelement 20 in Öffnungsrichtung
7 verschoben. Während des Schliessens tritt ein Abschnitt des dritten Lichtbogen-Kontakts
40 in einen entsprechend geformten Hohlraum 72 in der zweiten Kontaktgruppe 55 ein,
wobei das Gegenhaltemittel 41 im gezeigten Ausführungsbeispiel vom Haltemittel 71
der zweiten Kontaktgruppe 55 teilweise zusammengedrückt wird, so dass dessen Durchmesser
verringert wird.
[0020] Der Nominalstrompfad 5 führt im geschlossenen Zustand des Trenners 1 vom Führungselement
88 über erste Kontakte 89, welche hier als Schleifkontakte ausgeführt sind, über das
erste Nominalleiter-Kontaktelement 20, um über die zweiten Kontakte 56 in das zweite
Nominalleiter-Kontaktelement 90 der zweiten Kontaktgruppe 55 einzutreten. Theoretisch
könnte der Strompfad auch vom Führungselement 88 über die ersten Kontakte 89, das
erste Nominalleiter-Kontaktelement 20, über den dritten Kontakt 87 weiter zum ersten
Lichtbogen-Kontakt 25 und von dort auf den zweiten Lichtbogen-Kontakt 60 führen. In
Praxis sind jedoch der ohmsche Widerstand grösser und die Wegstrecke eines solchen
Strompfades länger als über den Nominalstrompfad 5, so dass im geschlossenen Zustand
des Trenners 1 de facto kein Strom über das Lichtbogen-Kontaktsystem 25, 60 fliesst.
[0021] Die Figur 3 zeigt den Trenner 1 in einer Anfangsphase des Trennens. Durch Drehen
der Spindel des Antriebs 30 mit der Spindel-Mutterkombination wurde das erste Kontaktelement
22 soweit in Öffnungsrichtung 7 bewegt, dass der Nominal-Strompfad 5 zwischen dem
ersten Nominalleiter-Kontaktelement 20 und dem zweiten Nominalleiter-Kontaktelement
90 (wie in Figur 1 dargestellt) elektrisch unterbrochen ist. In der in Figur 3 gezeigten
Situation führt der Strompfad 5b bei geöffnetem Nominalstrompfad 5 deshalb nun von
der ersten Kontaktgruppe 66 vom Führungselement 88 her gesehen über die erste Kontakte
89 zum ersten Nominalleiter-Kontaktelement 20 und von dort über den dritten Kontakt
87 via den ersten Lichtbogen-Kontakt 25 weiter zum Haltemittel 71 des zweiten Lichtbogen-Kontakts
60 der zweiten Kontaktgruppe 55. Zwischen dem dritten Lichtbogen-Kontakt 40 und der
zentrischen Öffnung des ersten Lichtbogen-Kontakts 25 ist ein ringförmiger Spalt angeordnet
ist, worin sich im Betrieb des Trenners 1 auch Isoliergas befindet. Da der elektrische
Widerstand aufgrund des gasgefüllten Spalts zwischen dem dritten Lichtbogen-Kontakt
40 und der zentrischen Öffnung des ersten Lichtbogen-Kontakts 25 höher ist, als zwischen
dem ersten Lichtbogen-Kontakt 25 und dem Haltemittel 71 des zweiten Lichtbogen-Kontakts
60, führt der Strompfad 5b direkt vom ersten Lichtbogen-Kontakt 25 zum Haltemittel
71 des zweiten Lichtbogen-Kontakts 60, ohne dabei über den dritten Lichtbogen-Kontakt
40 zu gehen.
[0022] In Figur 4 ist der Trenner 1 noch weiter als in Figur 3 geöffnet. Kurz nach dem in
Figur 3 dargestellten Zustand wurde durch ein Weiterbewegen des ersten Kontaktelements
22 in Öffnungsrichtung 7 der elektrische Kontakt zwischen dem ersten Lichtbogen-Kontakt
25 und dem zweiten Nominalleiter-Kontaktelement 90 getrennt, so dass in Figur 4 der
Strompfad 5c zwischen der ersten Kontaktgruppe 66 und der zweiten Kontaktgruppe 55
nun ausschliesslich über den dritten Lichtbogen-Kontakt 40 führt. Da der ringförmige
Spalt zwischen dem dritten Lichtbogen-Kontakt 40 und der zentrischen Öffnung des ersten
Lichtbogen-Kontakts 25 elektrisch einen hohen Widerstandswert bildet, führt der Strompfad
5c nun über eine Altemativroute mit geringerem Widerstandswert. Diese in Figur 4 gezeigte
Alternativroute des Strompfads 5c führt bei immer noch geöffnetem Nominalstrompfad
5 von der ersten Kontaktgruppe 66 vom Führungselement 88 her gesehen zuerst nach wie
vor über die erste Kontakte 89 zum ersten Nominalleiter-Kontaktelement 20. Im Unterschied
zum anhand Figur 3 beschriebenen Strompfad 5b führt die Alternativroute gemäss Figur
4 vom ersten Nominalleiter-Kontaktelement 20 aus jedoch neu nicht mehr über den dritten
Kontakt 87 zum ersten Lichtbogen-Kontakt 25, sondern über einen Trägerflansch 85 des
ersten Nominalleiter-Kontaktelements 20 via das Rückholsystem 80 zum dritten Lichtbogen-Kontakt
40. Vom dritten Lichtbogen-Kontakt 40 führt der Strompfad 5c über das Haltemittel
71 schliesslich zum zweiten Lichtbogen-Kontakt 60 der zweiten Kontaktgruppe 55.
[0023] Diese eben genannte Alternativroute des Strompfads 5c existiert auch bereits im in
Figur 3 gezeigten Zustand des Trenners 1. Da jedoch der Strompfad 5b, welcher vom
Führungselement 88 her gesehen über die erste Kontakte 89 zum ersten Nominalleiter-Kontaktelement
20 und von dort über den dritten Kontakt 87 via den ersten LichtbogenKontakt 25 weiter
zum zweiten Lichtbogen-Kontakts 60 führt, streckenmässig kürzer und alles in allem
niederohmiger ausgeführt ist, als die Alternativroute des Strompfads 5c vom Führungselement
88 über die erste Kontakte 89 zum ersten Nominalleiter-Kontaktelement 20 und von dort
über den Trägerflansch 85 des ersten Nominalleiter-Kontaktelements 20 via das Rückholsystem
80 zum dritten Lichtbogen-Kontakt 40 zum zweiten Lichtbogen-Kontakt 60, fliesst der
Strom im in Figur 3 gezeigten Zustand des Trenners 1 de facto über den Strompfad 5b
und nicht über die Alternativroute des Strompfads 5c.
[0024] Zwischen den Zuständen in Figur 3 und dem in Figur 4, also während des Bewegens des
ersten Kontaktelements 22 in Öffnungsrichtung 7 durch einen ersten Positionsbereich
44 des ersten Kontaktelements 22 hindurch (hier exemplarisch definiert als die Position
des Endes 21 des ersten Nominalleiter-Kontaktelements 20 relativ zum ersten Positionsbereich
44), wird das der dritte Lichtbogen-Kontakt 40 vom zweiten Lichtbogen-Kontakt 60 gehalten.
Der erste Positionsbereich 44 ist demnach als Haltebereich des dritten Lichtbogen-Kontakts
40 definiert. Dabei verschiebt sich der dritte Lichtbogen-Kontakt 40 im Betrieb des
Trenners 1 relativ zum ersten Kontaktelement 22 entgegen einer Federkraft des Rückholsystems
80 in Richtung der zweiten Kontaktgruppe 55. Durch die Verschiebung wird die in dieser
Ausführungsform als Zugfeder ausgebildete Spiralfeder 81 gespannt. In Figur 4 ist
die Feder 81 bereits in komplett gespanntem, das heisst im in Richtung der Trennerachse
langgezogenen, gedehnten Zustand gezeigt. In den Figuren konnten die Abstände der
Federwindungen nicht wirklichkeitsgetreu wiedergegeben werden. In Figur 4 ist das
Ende 21 des ersten Nominalleiter-Kontaktelements 20 stellvertretend für das erste
Kontaktelement 22 an einer Grenze zwischen dem ersten Positionsbereich 44 (Haltebereich)
und einem zweiten Positionsbereich 46 positioniert. Der zweite Positionsbereich 46
wird nachfolgend auch Lösebereich genannt.
[0025] Wird das erste Kontaktelement 22 durch das Antriebssystem 30 noch weiter in Öffnungsrichtung
7 bewegt, geschieht Folgendes: Beim Übertritt des ersten Kontaktelements 22 vom in
einen an den ersten Positionsbereich 44 (Haltebereich) anschliessenden zweiten Positionsbereich
46 (Lösebereich) wird die Vorspannkraft des Rückholsystems 80 grösser als eine in
Richtung der Trennachse 8 wirkende, konstruktiv definierte Haltekraft des Haltemittels
71 am Gegenhaltemittel 41 des dritten Lichtbogen-Kontakts 40. In Folge wird der dritte
Lichtbogen-Kontakt 40 vom Rückholsystem 80 in Öffnungsrichtung 7 beschleunigt, beziehungsweise
rückgeholt, so dass der Strompfad 5c durch das Auflösen der elektrischen Verbindung
zwischen dem dritten Lichtbogen-Kontakts 40 und dem zweiten Lichtbogen-Kontakt 60
quasi schlagartig aufgebrochen wird, worauf die zweite Kontaktgruppe 55 von der ersten
Kontaktgruppe 66 zeitlich schnell, zuverlässig und vollständig elektrisch trennbar
ist. Der Positionsbereich 46 ist also als Lösebereich des dritten Lichtbogen-Kontakts
40 definiert. Dieser Rückhol-Vorgang ist in Fig. 5 gezeigt, wobei der dritte Lichtbogen-Kontakt
40 in der Beschleunigungsphase gezeigt ist, d.h. kurz nachdem die Federkraft der Feder
81 die Haltekraft zwischen dem Haltemittel 71 und dem Gegenhaltemittel 41 überschritten
hat.
[0026] In Ausführungsbeispielen sind die erste Kontaktgruppe 66 und die zweite Kontaktgruppe
55 bei geschlossenem Trenner elektrisch miteinander verbunden und bei geöffnetem Trenner
durch eine Trennstrecke voneinander getrennt, die der Summe der Positionsbereiche
44 und 46 entspricht. Gemäss Ausführungsbeispielen umfassen der ersten Lichtbogen-Kontakt
25, der dritten Lichtbogen-Kontakt 40 und der zweite Lichtbogen-Kontakt 60 jeweils
ein Abbrandkontaktelement, um im Betrieb des Trenners 1 einen sich zwischen den Elementen
ausbildenden Lichtbogen zu tragen und den Trenner 1 vor übermässigem Verschleiss durch
Abbrand zu schützen.
[0027] Wie etwa in Figur 2 zu sehen ist, ist in dem geschlossenen Schaltzustand des dritten
Lichtbogen-Kontakts 40 typischerweise in einem Hohlraum 72 in der zweiten Kontaktgruppe
55 verstaut. Das Haltemittel 71 der zweiten Kontaktgruppe 55 ist typischerweise ganz
oder teilweise in dem Hohlraum 72 angeordnet. Sobald die Trennung eingeleitet wird,
wird der dritte Lichtbogen-Kontakt 40 in Öffnungsrichtung bewegt und stösst, wie in
Figur 3 dargestellt, aus Richtung des Inneren des Hohlraums 72 an das Haltemittel
71 der zweiten Kontaktgruppe 55, von dem es während der weiteren Öffnungsbewegung
(bis zur Lösung und Beschleunigung durch Feder 81, wie oben beschrieben) gehalten
wird beziehungsweise an diesem haften bleibt. Dabei ist in Ausführungsbeispielen der
dritte Lichtbogen-Kontakt 40 typischerweise als gleitbeweglicher Kolben im Nominalleiter-Kontaktelement
20 angeordnet. Der Lichtbogen- Kontakt 40 ist dabei bevorzugt als Rohrkörper ausgeführt,
der in Richtung der Trennachse 8 gesehen, einen kreisringförmigen Querschnitt aufweist.
Der Rohrkörper kann Aussparungen oder Fenster in seiner Mantelfläche aufweisen, um
dessen Gesamtmassenbilanz zu verringern. Die vorgenannten Merkmale dienen einer Massen-
bzw. der Gewichtserleichterung des dritten Lichtbogen-Kontakts 40. Bei vorgegebener
Stärke der Feder 81 des Rückholsystems 80, die durch konstruktive Beschränkungen in
ihrer Grösse/Stärke beschränkt ist, kann durch die Massenverringerung die Beschleunigung
des dritten Lichtbogen-Kontakts 40 verbessert werden, wodurch eine höhere Trenngeschwindigkeit
erzielbar ist. Wenn der dritte Lichtbogen-Kontakt 40 also hülsenförmig oder zumindest
teilweise hohl ist, so ist dies aufgrund der Massenverringerung vorteilhaft, da zur
Beschleunigung des dritte Lichtbogen-Kontakts 40 beim Öffnen des Trenners weniger
Kraft erforderlich ist, als bei einem schwereren dritten Lichtbogen-Kontakt. Als Folge
davon kann das Rückholsystem 80 schwächer und damit kompakter ausgebildet werden,
als bei einem schwereren dritten Lichtbogen-Kontakt.
[0028] Die Rückholfeder 81 ist in Ausführungsbeispielen in Bezug auf die Trennerachse 8
typischerweise zwischen einem ersten Ende 21 des Nominalleiter-Kontaktelements 20
und einem ersten Ende 42 des dritten Lichtbogen-Kontakts 40 angeordnet. Dabei ist
das Zusammenspiel der konstruktiven Elemente der Feder 81, der Stärke des Zusammenwirkens
bzw. "festgehalten seins" des Haltemittels 71 mit dem Gegenhaltemittel 41, sowie die
Masse des dritten Lichtbogen-Kontakts 40 so ausgelegt, dass nach Lösen der gehaltenen
Verbindung während der Öffnungsbewegung der dritte Lichtbogen-Kontakt 40 von der Feder
auf eine Geschwindigkeit von mindestens 1 m/s relativ zum zweiten Lichtbogen-Kontakt
60 beschleunigt wird. Bevorzugt beträgt die Geschwindigkeit mehr als 2 m/s, noch bevorzugter
mehr als 4 m/s, damit die Lichtbogendauer möglichst gering ist. Das Gegenhaltemittel
41 kann, wie etwa in den Figuren 1 bis 5 skizziert, in Form eines spannzangenartig
ausgeführten Endes mit mindestens einer radial federnden Kontaktzunge ausgeführt sein.
[0029] Die so erzielte hohe Trenngeschwindigkeit kann in Ausführungsbeispielen konstruktiv
während oder am Ende der Öffnungs- beziehungsweise Trenn-Bewegung, das heisst, wenn
sich der dritte Lichtbogen-Kontakt 40 seiner Ruheposition im getrennten Zustand (siehe
Figur 1) nähert, abgebremst werden, um beispielsweise Schäden am Rückholsystem 80
und/oder am dritten Lichtbogen-Kontakt 40 zu vermeiden. Dazu kann im Rückholsystem
80 ein gasdichtes Gehäuse 2 vorgesehen sein. Dieses Dämpfungselement dient dazu, die
Geschwindigkeit des dritten Lichtbogen-Kontakts 40 nach erfolgter Beschleunigung durch
das Rückholsystem 80 wieder abzubremsen; andernfalls könnte - je nach konkreter konstruktiver
Auslegung - am Ende der Bewegung gar ein Zurückprellen des dritten Lichtbogen-Kontakts
40 entgegen der Öffnungsrichtung 7 stattfinden, was eine unerwünschte, erneute Lichtbogenbildung
(re-arcing) hervorrufen könnte. In der vorliegenden Ausführungsform des Hochspannungstrenners
bildet das Innenvolumen des hülsenförmigen Teils des Rückholsystems 80 einen Kolbenraums
83, während ein Flansch 84 beim ersten Ende 42 des dritten Lichtbogen-Kontakts 40
einen Kolben bildet, der im Kolbenraum 83 verschiebbar laufend angeordnet ist. In
dem in Richtung Antrieb 30 gerichteten Trägerflansch 85 des ersten Nominalleiter-Kontaktelements
20 ist eine kleine Öffnung 86 angeordnet. Diese Öffnung 86 bildet durch seine geometrische
Ausgestaltung bezüglich Länge, Grösse und Form ein Ventil des Kolbenraums 83. Wenn
beim Öffnen des Hochspannungstrenners der dritte Lichtbogen-Kontakt 40 mit seinem
Kolben 84 in Richtung des Antriebs 30 bewegt wird, wird das Gas im Kolbenraum 83 komprimiert
und kann lediglich gezielt und vordefinierbar über die Öffnung 86 entweichen, so dass
im Betrieb des Hochspannungstrenners 1 mit einfachen Mitteln eine Dämpfungswirkung
realisierbar ist.
[0030] In Ausführungsformen kann der dritte Lichtbogen-Kontakt 40 und/oder der zweite Lichtbogen-Kontakt
60 einen Magneten aufweisen, etwa einen Dauermagneten. Durch den Magneten kann die
definierte Haltekraft/Haftkraft zwischen dem Haltemittel 71 und dem Gegenhaltemittel
41 definiert werden, wobei dies alternativ oder ergänzend zu der in den Figuren gezeigten
mechanischen Lösung ausgeführt werden kann.
[0031] Beim illustrierten Hochspannungstrenner sind die Leitfähigkeit und Geometrie des
ersten Lichtbogen-Kontakts 25 und des dritten Lichtbogen-Kontakts 40 so ausgelegt,
dass beim Öffnen des Trenners im Betrieb in einen Zustand zwischen den Figuren 3 und
4, ein Lichtbogen seinen ersten Fusspunkt zuerst auf dem ersten Lichtbogen-Kontakt
25 hat, und dieser Fusspunkt nachfolgend auf den dritten Lichtbogen-Kontakt 40 kommutiert,
während sein anderer Fusspunkt am zweiten Lichtbogen-Kontakt (60) bleibt.
[0032] In Ausführungsbeispielen ist das Nominalleiter-Kontaktelement 90 in radialer Richtung
relativ zur Trennachse 8 ausserhalb des zweiten Lichtbogen-Kontakts 60 angeordnet.
Gemäss einem allgemeinen Aspekt der Erfindung sind die in den Figuren im Querschnitt
dargestellten Elemente im allgemeinen rotationssymmetrisch zur Trennerachse 8 ausgebildet.
Insbesondere sind das erste Kontaktelement 22 mit seinen Bestandteilen und der zweiten
Kontaktgruppe 55 im Wesentlichen rotationssymmetrisch zur Trennerachse 8 angeordnet.
[0033] In alternativen Ausführungsbeispielen kann der dritte Lichtbogen-Kontakt 40 einen
Hohlraum entlang der Trennachse 8 umfassen (etwa statt des Gegenhaltemittels 41 der
Figuren 1 bis 5), um im geschlossenen Zustand des Trenners 1 einen Abschnitt des zweiten
Lichtbogen-Kontakts 60 aufzunehmen zu können. In dieser Ausführungsform kann das Rückholsystem
dann entsprechend im zweiten Lichtbogen-Kontakt untergebracht werden. Diese Variante
stellt eine mechanische Alternative für die Haltemittel 41 und 71 dar, um das Halten
des dritten Lichtbogen-Kontakts 40 durch den zweiten Lichtbogen-Kontakt 60 während
der Haltephase (wie etwa in Figur 4 dargestellt) zu ermöglichen.
[0034] Zurück zur illustrierten ausführungsform des Trenners 1. Ein Vorteil des im wesentlichen
stiftförmigen dritten Lichtbogen-Kontakts 40 im Vergleich zum Trenner gemäss der
DE 60030032 T2 liegt darin, dass das Rückholsystem 80 radial um den stiftförmigen dritten Lichtbogen-Kontakts
40 angeordnet werden kann, während das Rückholsystem radial innerhalb des hülsenförmigen
Lichtbogen-Kontakts des Trenners gemäss der
DE 60030032 T2 angeordnet ist und damit eine radiale Mindestgrösse aufweisen muss, die deutlich
über derjenigen eines dritten Lichtbogen-Kontakts 40 gemäss der vorliegenden Offenbarung
liegt. Aufgrund dieser minimalgrössen-bedingten Masse des hülsenförmigen Lichtbogen-Kontakts
des Trenners gemäss der
DE 60030032 T2 ist die zum Bewegen des Lichtbogen-Kontakts erforderliche Kraft grösser als bei einer
Ausführungsform eines dritten Lichtbogen-Kontakts 40 gemäss der vorliegenden Offenbarung.
Je grösser die erforderliche Kraft, desto grösser und weniger kompakt sich ein Trenner
realisieren lässt. Da der Trend zur Miniaturisierung von gasisolierten Schaltanlagen
und daher auch seinen Komponenten anhält, ist es wichtig, dass der Lasttrenner dimensionsmässig
möglichst klein und kompakt ist.
[0035] Bei Bedarf können im dritten Lichtbogen-Kontakt 40 auch zusätzliche Widerstands-
und/oder Impedanzelemente integriert werden. Widerstandselemente sind vorteilhaft,
da sie beim Öffnen der Kontaktgruppen eine Stromsenkung bewirken, welche Stromsenkung
dazu führt, dass der Abbrand der Lichtbogen-Kontakt geringer gehalten werden kann,
als bei einem vergleichbaren Trenner ohne Widerstandselemente. Impedanzelemente können
zum Glätten von VFT-Spannungsspitzen eingesetzt werden.
[0036] Bei Bedarf kann der dritte Lichtbogen-Kontakt 40 in Umfangsrichtung frei drehbar
angeordnet werden.
[0037] Ausführungsbeispiele umfassen auch gasisolierte Schaltanlagen, die einen oder mehrere
Trenner gemäss beschriebenen Ausführungsformen umfassen, wie beispielsweise in Figur
6 schematisch und ausschnittartig gezeigt. Ein Trenner-Modul 100 für eine GIS umfasst
einen Trenner 1 gemäss beschriebenen Ausführungsformen in einem gasdichten Metallgehäuse
106. Die erste Kontaktgruppe 66 und die zweite Kontaktgruppe 55 sind jeweils mit einem
oder mehreren Nominalleitern 103, 104, 105 verbunden. Auf der Seite der zweiten Kontaktgruppe
55 ist der Nominalleiter 104 mit einem Isolator 102 mit dem Gehäuse 106 des Trenner-Moduls
100 verbunden. Eine gasdichte Durchführung 110 (nur schematisch dargestellt) für den
Antrieb 30 ist in einer Wand des Moduls 100 vorgesehen.
[0038] Die Erfindung wurde beispielhaft anhand eines gasisolierten Trenners erläutert. Sie
eignet sich jedoch auch für andere Trenner für Hoch- und Mittelspannungsanwendungen,
insbesondere von Unterstationen, z.B. für Vakuum-Trennschalter, Selbstblas-Leistungstrennschalter,
usw.
1. Elektrischer Hochspannungstrenner (1), umfassend
- eine erste Kontaktgruppe (66) mit einem Führungselement (88) und einem entlang einer
Trennachse (8) beweglich angeordneten ersten Kontaktelement (22), das ein erstes Nominalleiter-Kontaktelement
(20) und einen ersten Lichtbogen-Kontakt (25) umfasst;
- einen im ersten Lichtbogen-Kontakt (25) entlang der Trennachse (8) beweglich angeordneten
dritten Lichtbogen-Kontakt (40),
- ein Rückholsystem (80) zum Rückholen des dritten Lichtbogen-Kontakts (40) in einer
Öffnungsrichtung (7), wobei der erste Lichtbogen-Kontakt (25) über das Rückholsystem
(80) mit dem dritten Lichtbogen-Kontakt (40) derart wirkverbunden ist, dass der erste
Lichtbogen-Kontakt (25) in Richtung der Trennachse (8) relativ zum dritten Lichtbogen-Kontakt
(40) bewegbar ist;
- ein Antriebssystem (30) zum Bewegen des ersten Kontaktelements (22) entlang der
Trennachse (8) relativ zu einer zweiten Kontaktgruppe (55), um den Trenner (1) zu
öffnen und zu schliessen, wobei die zweite Kontaktgruppe (55) ein zweites Nominalleiter-Kontaktelement
(90) und einen zweiten Lichtbogen-Kontakt (60) umfasst;
- wobei der zweite Lichtbogen-Kontakt (60) ein Haltemittel (71) zum Zusammenwirken
mit einem Gegenhaltemittel (41) des dritten Lichtbogen-Kontakts (40) aufweist; und
- wobei beim Öffnen des Trenners das erste Kontaktelement (22) nach dem Öffnen eines
Nominalstrompfades (5) innerhalb eines ersten Positionsbereichs (44) des ersten Kontaktelements
(22) relativ zum Führungselement (88) und zur Trennachse (8) in einer Öffnungsrichtung
(7) weiterbewegbar ist, während das Haltemittel (71) derart am Gegenhaltemittel (41)
gehalten wird, dass der dritte Lichtbogen-Kontakt (40) am zweiten Lichtbogen-Kontakt
(60) gehalten bleibt, während das Rückholsystem (80) vorgespannt wird und eine Vorspannkraft
aufbaut, und
- wobei beim Übertritt des ersten Kontaktelements (22) in einen an den ersten Positionsbereich
(44) anschliessenden zweiten Positionsbereich (46) die Vorspannkraft des Rückholsystems
(80) grösser ist als eine in Richtung der Trennachse (8) wirkende, vordefinierbare
Haltekraft des Haltemittels (71) am Gegenhaltemittel (41), so dass der dritte Lichtbogen-Kontakt
(40) von dem Rückholsystem (80) in Öffnungsrichtung (7) rückgeholt wird, so dass die
zweite Kontaktgruppe (55) von der ersten Kontaktgruppe (66) elektrisch getrennt wird.
2. Elektrischer Hochspannungstrenner (1) gemäss Anspruch 1, wobei der dritte Lichtbogen-Kontakt
(40) als gleitbeweglicher Kolben im Nominalleiter-Kontaktelement (20) angeordnet ist.
3. Elektrischer Hochspannungstrenner (1) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
der dritte Lichtbogen-Kontakt (40) als Rohrkörper ausgeführt ist, welcher bevorzugt
Aussparungen oder Fenster aufweist, wobei der Rohrkörper in Richtung der Trennachse
(8) gesehen vorzugsweise einen kreisringförmigen Querschnitt aufweist.
4. Elektrischer Hochspannungstrenner (1) gemäss einem der vorangehenden Ansprüche, wobei
das Rückholsystem (80) eine Rückholfeder (81) umfasst.
5. Elektrischer Hochspannungstrenner (1) gemäss Anspruch 4, wobei die Rückholfeder (81)
in Bezug auf die Längsachse (8) zwischen einem ersten Ende (21) des Nominalleiter-Kontaktelements
(20) und einem ersten Ende (42) des dritten Lichtbogen-Kontakts (40) angeordnet ist.
6. Elektrischer Hochspannungstrenner (1) gemäss einem der vorangehenden Ansprüche, wobei
der zweite Lichtbogen-Kontakt (60) einen Hohlraum (72) entlang der Trennachse (8)
umfasst, der ausgelegt ist, um im geschlossenen Zustand des Trenners (1) einen Abschnitt
des dritten Lichtbogen-Kontakts (40) aufzunehmen.
7. Elektrischer Hochspannungstrenner (1) gemäss Anspruch 6, wobei das Haltemittel (71)
im Hohlraum (72) angeordnet ist.
8. Elektrischer Hochspannungstrenner (1) gemäss einem der Ansprüche 4 bis 7, wobei die
Stärke der durch Zusammenwirken des Haltemittels (71) und des Gegenhaltemittels (41)
zurückhaltbaren Rückholfeder (81), und die Masse des dritten Lichtbogen-Kontakts (40)
so ausgelegt sind, dass nach Lösen der gehaltenen Verbindung während der Öffnungsbewegung
der dritte Lichtbogen-Kontakt (40) von der Feder auf eine Geschwindigkeit von mindestens
1 m/s relativ zum zweiten Lichtbogen-Kontakt (60) beschleunigt wird.
9. Elektrischer Hochspannungstrenner (1) gemäss einem der vorangehenden Ansprüche, weiter
aufweisend ein gasdichtes Gehäuse (2), wobei das Rückholsystem (80) ein innerhalb
eines Innenvolumens des Gehäuses (2) angeordnetes Dämpfungselement aufweist, um die
Geschwindigkeit des dritten Lichtbogen-Kontakts (40) nach erfolgter Beschleunigung
durch das Rückholsystem (80) abzubremsen.
10. Elektrischer Hochspannungstrenner (1) gemäss einem der vorangehenden Ansprüche, wobei
der dritte Lichtbogen-Kontakt (40) und der zweite Lichtbogen-Kontakt (60) derart ausgebildet
sind, dass beim Rückholen des ersten Kontaktelements (22) der dritte Lichtbogen-Kontakt
(40) im ersten Positionsbereich (44) vom zweiten Lichtbogen-Kontakt (60) lösbar gehalten
wird,
bevorzugt durch ein mechanisches Eingreifen ineinander durch ein System aus einem
Haltemittel (71) in Form eines Vorsprungs am zweiten Lichtbogen-Kontakt (60) und mindestens
einem Gegenhaltemittel (41) an dem dritten Lichtbogen-Kontakt (40), in Form eines
spannzangenartig ausgeführten Endes mit mindestens einer radial federnden Kontaktzunge.
11. Elektrischer Hochspannungstrenner (1) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
Leitfähigkeit und Geometrie des ersten Lichtbogen-Kontakts (25) und des dritten Lichtbogen-Kontakts
(40) derart ausgelegt sind, dass beim Öffnen des Trenners im Betrieb ein Lichtbogen
seinen Fusspunkt zuerst auf dem ersten Lichtbogen-Kontakt (25) hat, und dieser im
Verlauf des weiteren Öffnens dann auf den dritten Lichtbogen-Kontakt (40) kommutiert,
während sein anderer Fusspunkt am zweiten Lichtbogen-Kontakt (60) bleibt.
12. Elektrischer Hochspannungstrenner (1) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
das Nominalleiter-Kontaktelement (90) in radialer Richtung relativ zur Trennachse
(8) ausserhalb des zweiten Lichtbogen-Kontakts (60) angeordnet ist.
13. Verfahren zum Öffnen eines elektrischen Hochspannungstrenners (1), der Hochspannungstrenner
umfassend:
- eine erste Kontaktgruppe (66) mit einem Führungselement (88) und einem entlang einer
Trennachse (8) beweglich angeordneten ersten Kontaktelement (22), das ein erstes Nominalleiter-Kontaktelement
(20) und einen ersten Lichtbogen-Kontakt (25) umfasst;
- einen im ersten Lichtbogen-Kontakt (25) entlang der Trennachse (8) beweglich angeordneten
dritten Lichtbogen-Kontakt (40),
- ein Rückholsystem (80) zum Rückholen des dritten Lichtbogen-Kontakts (40) in einer
Öffnungsrichtung (7), wobei der erste Lichtbogen-Kontakt (25) über das Rückholsystem
(80) mit dem dritten Lichtbogen-Kontakt (40) derart wirkverbunden ist, dass der erste
Lichtbogen-Kontakt (25) in Richtung der Trennachse (8) relativ zum dritten Lichtbogen-Kontakt
(40) bewegbar ist;
- ein Antriebssystem (30) zum Bewegen des ersten Kontaktelements (22) entlang der
Trennachse (8) relativ zu einer zweiten Kontaktgruppe (55), um den Trenner (1) zu
öffnen und zu schliessen, wobei die zweite Kontaktgruppe (55) ein zweites Nominalleiter-Kontaktelement
(90) und einen zweiten Lichtbogen-Kontakt (60) umfasst;
- wobei der zweite Lichtbogen-Kontakt (60) ein Haltemittel (71) zum Zusammenwirken
mit einem Gegenhaltemittel (41) des dritten Lichtbogen-Kontakts (40) aufweist; und
wobei der Trenner (1) zunächst geschlossen ist, so dass der dritte Lichtbogen-Kontakt
(40) in Kontakt mit dem zweiten Lichtbogen-Kontakt (60) und gleichzeitig dieses in
elektrischer Verbindung mit dem ersten Lichtbogen-Kontakt (25) ist, und wobei zum
Öffnen des Trenners folgende Schritte ausgeführt werden:
- Bewegen des ersten Kontaktelements (22) in Öffnungsrichtung (7) entlang einer Trennachse
durch einen ersten Positionsbereich (44) des ersten Kontaktelements (22) relativ zur
Trennachse hindurch, wobei innerhalb des ersten Positionsbereichs der zweite Lichtbogen-Kontakt
(60) den dritten Lichtbogen-Kontakt (40) hält, und sich dabei der dritte Lichtbogen-Kontakt
(40) im Verhältnis zum ersten Kontaktelement (22) entgegen einer Federkraft des Rückholsystems
(80) verschiebt, und
- Überschreiten einer Haltekraft und Lösen des dritten Lichtbogen-Kontakt (40) vom
zweiten Lichtbogen-Kontakt (60) in einem an den ersten Positionsbereich (44) anschliessenden
zweiten Positionsbereich (46) des ersten Kontaktelements (22), und
- Zurückholen des dritten Lichtbogen-Kontakts (40) von dem Rückholsystem (80) in der
Öffnungsrichtung (7), so dass der zweite Lichtbogen-Kontakt (60) von dem ersten Kontaktelement
(20) elektrisch getrennt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, wobei nach Lösung der gehaltenen Verbindung ein zuvor
entstandener Lichtbogen zwischen dem ersten Lichtbogen-Kontakt (25) und dem zweiten
Lichtbogen-Kontakt (60) vom ersten Lichtbogen-Kontakt (25) in einer Trennphase auf
den dritten Lichtbogen-Kontakt (40) kommutiert, während der dritte Lichtbogen-Kontakt
(40) zurückgeholt wird.
15. Verfahren nach Anspruch 13 oder 14, wobei die Stärke der durch Zusammenwirken des
Haltemittels (71) und des Gegenhaltemittels (41) zurückhaltbaren Rückholfeder (81),
und die Masse des dritten Lichtbogen-Kontakts (40) so ausgelegt sind, dass nach Lösen
der gehaltenen Verbindung während der Öffnungsbewegung der dritte Lichtbogen-Kontakt
(40) von der Feder auf eine Geschwindigkeit von mindestens 1 m/s relativ zum zweiten
Lichtbogen-Kontakt (60) beschleunigt wird.
16. Trenner-Modul (100) für eine gasisolierte Schaltanlage, umfassend:
- einen Trenner gemäss einem der Ansprüche 1 bis 12,
- ein Metallgehäuse (106),
- mindestens zwei Nominalleiter (103, 104, 105),
- ein Isolator (102),
wobei die erste Kontaktgruppe (66) und die zweite Kontaktgruppe (55) des Trenners
(1) jeweils mit einem oder mehreren Nominalleitern (103, 104, 105) verbunden sind.
1. Electrical high-voltage disconnector (1), comprising
- a first contact group (66) comprising a guide element (88) and a first contact element
(22), which is arranged movably along a disconnection axis (8) and comprises a first
nominal conductor contact element (20) and a first arc contact (25);
- a third arc contact (40) which is arranged movably along the disconnection axis
(8) in the first arc contact (25),
- a retracting system (80) for retracting the third arc contact (40) in an opening
direction (7), wherein the first arc contact (25) is operatively connected to the
third arc contact (40) via the retracting system (80) in such a way that the first
arc contact (25) is movable in the direction of the disconnection axis (8) relative
to the third arc contact (40);
- a drive system (30) for moving the first contact element (22) along the disconnection
axis (8) relative to a second contact group (55) in order to open and to close the
disconnector (1), wherein the second contact group (55) comprises a second nominal
conductor contact element (90) and a second arc contact (60);
- wherein the second arc contact (60) has a holding means (71) for interacting with
a mating holding means (41) of the third arc contact (40); and
- wherein, during opening of the disconnector once a nominal current path (5) has
opened, the first contact element (22) is capable of moving further relative to the
guide element (88) and to the disconnection axis (8) in an opening direction (7) within
a first position region (44) of the first contact element (22), while the holding
means (71) is held on the mating holding means (41) in such a way that the third arc
contact (40) remains held on the second arc contact (60), while the retracting system
(80) is prestressed and builds up a prestressing force, and
- wherein, when the first contact element (22) passes over to a second position region
(46) adjoining the first position region (44), the prestressing force of the restoring
system (80) is higher than a predefinable holding force of the holding means (71)
on the mating holding means (41), which holding force acts in the direction of the
disconnection axis (8), with the result that the third arc contact (40) is retracted
by the retracting system (80) in the opening direction (7), with the result that the
second contact group (55) is electrically disconnected from the first contact group
(66).
2. Electrical high-voltage disconnector (1) according to Claim 1, wherein the third arc
contact (40) is arranged as a piston capable of performing a sliding movement in the
nominal conductor contact element (20).
3. Electrical high-voltage disconnector (1) according to either of the preceding claims,
wherein the third arc contact (40) is in the form of a tubular body, which preferably
has cut-outs or windows, wherein the tubular body, when viewed in the direction of
the disconnection axis (8), preferably has a cross section in the form of a circular
ring.
4. Electrical high-voltage disconnector (1) according to either of the preceding claims,
wherein the retracting system (80) comprises a return spring (81).
5. Electrical high-voltage disconnector (1) according to Claim 4, wherein the return
spring (81) is arranged, in relation to the longitudinal axis (8), between a first
end (21) of the nominal conductor contact element (20) and a first end (42) of the
third arc contact (40).
6. Electrical high-voltage disconnector (1) according to one of the preceding claims,
wherein the second arc contact (60) comprises a cavity (72) along the disconnection
axis (8), which cavity is designed to accommodate a section of the third arc contact
(40) in the closed state of the disconnector (1).
7. Electrical high-voltage disconnector (1) according to Claim 6, wherein the holding
means (71) is arranged in the cavity (72).
8. Electrical high-voltage disconnector (1) according to one of Claims 4 to 7, wherein
the strength of the return spring (81) which can be held back by interaction of the
holding means (71) and the mating holding means (41), and the mass of the third arc
contact (40) are configured in such a way that, once the held connection is released
during the opening movement, the third arc contact (40) is accelerated by the spring
to a speed of at least 1 m/s relative to the second arc contact (60).
9. Electrical high-voltage disconnector (1) according to one of the preceding claims,
further having a gas-tight housing (2), wherein the retracting system (80) has a damping
element arranged within an internal volume of the housing (2) in order to decelerate
the speed of the third arc contact (40) once acceleration has taken place by means
of the retracting system (80).
10. Electrical high-voltage disconnector (1) according to one of the preceding claims,
wherein the third arc contact (40) and the second arc contact (60) are designed in
such a way that, during restoring of the first contact element (22), the third arc
contact (40) is held in the first position region (44) releasably by the second arc
contact (60),
preferably by means of a mechanical engagement one inside the other owing to a system
comprising a holding means (71) in the form of a protrusion on the second arc contact
(60) and at least one mating holding means (41) on the third arc contact (40), in
the form of a collet-like end with at least one radially sprung contact tongue.
11. Electrical high-voltage disconnector (1) according to one of the preceding claims,
wherein the conductivity and geometry of the first arc contact (25) and the third
arc contact (40) are configured in such a way that, during opening of the disconnector
during operation, an arc has its root initially on the first arc contact (25), and
this root then commutates to the third arc contact (40) as the opening process continues,
while its other root remains on the second arc contact (60).
12. Electrical high-voltage disconnector (1) according to one of the preceding claims,
wherein the nominal conductor contact element (90) is arranged outside the second
arc contact (60) in the radial direction relative to the disconnection axis (8).
13. Method for opening an electrical high-voltage disconnector (1), said high-voltage
disconnector comprising:
- a first contact group (66) comprising a guide element (88) and a first contact element
(22), which is arranged movably along a disconnection axis (8) and comprises a first
nominal conductor contact element (20) and a first arc contact (25);
- a third arc contact (40) which is arranged movably along the disconnection axis
(8) in the first arc contact (25),
- a retracting system (80) for retracting the third arc contact (40) in an opening
direction (7), wherein the first arc contact (25) is operatively connected to the
third arc contact (40) via the retracting system (80) in such a way that the first
arc contact (25) is movable in the direction of the disconnection axis (8) relative
to the third arc contact (40);
- a drive system (30) for moving the first contact element (22) along the disconnection
axis (8) relative to a second contact group (55) in order to open and to close the
disconnector (1), wherein the second contact group (55) comprises a second nominal
conductor contact element (90) and a second arc contact (60);
- wherein the second arc contact (60) has a holding means (71) for interacting with
a mating holding means (41) of the third arc contact (40); and
wherein the disconnector (1) is first closed, so that the third arc contact (40) is
in contact with the second arc contact (60) and at the same time said second arc contact
is electrically connected to the first arc contact (25), and wherein, for opening
of the disconnector, the following steps are implemented:
- moving the first contact element (22) in the opening direction (7) along a disconnection
axis through a first position region (44) of the first contact element (22) relative
to the disconnection axis, wherein, within the first position region, the second arc
contact (60) holds the third arc contact (40) and, in the process, the third arc contact
(40) is shifted counter to a spring force of the retracting system (80) in relation
to the first contact element (22), and
- exceeding a holding force and releasing the third arc contact (40) from the second
arc contact (60) in a second position region (46), adjoining the first position region
(44), of the first contact element (22), and
- retracting the third arc contact (40) by means of the retracting system (80) in
the opening direction (7), with the result that the second arc contact (60) is electrically
disconnected from the first contact element (22).
14. Method according to Claim 13, wherein, once the held connection has been released,
a previously produced arc between the first arc contact (25) and the second arc contact
(60) commutates from the first arc contact (25) in a disconnection phase to the third
arc contact (40), while the third arc contact (40) is retracted.
15. Method according to Claim 13 or 14, wherein the strength of the return spring (81)
which can be held back by interaction of the holding means (71) and the mating holding
means (41), and the mass of the third arc contact (40) are configured in such a way
that, once the held connection is released during the opening movement, the third
arc contact (40) is accelerated by the spring to a speed of at least 1 m/s relative
to the second arc contact (60).
16. Disconnector module (100) for a gas-insulated switchgear assembly, comprising:
- a disconnector according to one of Claims 1 to 12,
- a metal housing (106),
- at least two nominal conductors (103, 104, 105),
- an insulator (102),
wherein the first contact group (66) and the second contact group (55) of the disconnector
(1) are each connected to one or more nominal conductors (103, 104, 105).
1. Sectionneur électrique à haute tension (1) comprenant
- un premier groupe de contacts (66) muni d'un élément de guidage (88) et d'un premier
élément de contact (22) disposé de manière mobile le long d'un axe de séparation (8),
lequel inclut un premier élément de contact de conducteur nominal (20) et un premier
contact d'arc électrique (25) ;
- un troisième contact d'arc électrique (40) disposé de manière mobile dans le premier
contact d'arc électrique (25) le long de l'axe de séparation (8),
- un système de rappel (80) pour rappeler le troisième contact d'arc électrique (40)
dans une direction d'ouverture (7), le premier contact d'arc électrique (25) étant
en liaison active avec le troisième contact d'arc électrique (40) par le biais du
système de rappel (80) de telle sorte que le premier contact d'arc électrique (25)
peut être déplacé dans la direction de l'axe de séparation (8) par rapport au troisième
contact d'arc électrique (40) ;
- un système d'entraînement (30) pour déplacer le premier élément de contact (22)
le long de l'axe de séparation (8) par rapport à un deuxième groupe de contacts (55)
afin d'ouvrir et de fermer le sectionneur (1), le deuxième groupe de contacts (55)
incluant un deuxième élément de contact de conducteur nominal (90) et un deuxième
contact d'arc électrique (60) ;
- le deuxième contact d'arc électrique (60) présentant un moyen de maintien (71) destiné
à coopérer avec un moyen de maintien homologue (41) du troisième contact d'arc électrique
(40) ; et
- lors de l'ouverture du sectionneur, le premier élément de contact (22) pouvant poursuivre
son mouvement dans une direction d'ouverture (7) après l'ouverture d'un chemin de
courant nominal (5) à l'intérieur d'une première zone de positions (44) du premier
élément de contact (22) par rapport à l'élément de guidage (88) et par rapport à l'axe
de séparation (8), alors que le moyen de maintien (71) est maintenu contre le moyen
de maintien homologue (41) de telle sorte que le troisième contact d'arc électrique
(40) reste maintenu contre le deuxième contact d'arc électrique (60), alors que le
système de rappel (80) est précontraint et établit une force de précontrainte, et
- lors de l'empiètement du premier élément de contact (22) dans une deuxième zone
de positions (46) rattachée à la première zone de positions (44), la force de précontrainte
du système de rappel (80) étant supérieure à une force de maintien du moyen de maintien
(71) contre le moyen de maintien homologue (41), laquelle peut être prédéfinie et
agit dans la direction de l'axe de séparation (8), de sorte que le troisième contact
d'arc électrique (40) est rappelé par le système de rappel (80) dans la direction
d'ouverture (7), de sorte que le deuxième groupe de contacts (55) est séparé électriquement
du premier groupe de contacts (66).
2. Sectionneur électrique à haute tension (1) selon la revendication 1, avec lequel le
troisième contact d'arc électrique (40) est disposé dans l'élément de contact de conducteur
nominal (20) sous la forme d'un piston à mobilité coulissante.
3. Sectionneur électrique à haute tension (1) selon l'une des revendications précédentes,
avec lequel le troisième contact d'arc électrique (40) est réalisé sous la forme d'un
corps tubulaire qui présente de préférence des évidements ou des lucarnes, le corps
tubulaire, vu dans la direction de l'axe de séparation (8), présentant de préférence
une section transversale en forme de couronne.
4. Sectionneur électrique à haute tension (1) selon l'une des revendications précédentes,
avec lequel le système de rappel (80) inclut un ressort de rappel (81).
5. Sectionneur électrique à haute tension (1) selon la revendication 4, avec lequel le
ressort de rappel (81) est disposé, en référence à l'axe longitudinal (8), entre une
première extrémité (21) de l'élément de contact de conducteur nominal (20) et une
première extrémité (42) du troisième contact d'arc électrique (40).
6. Sectionneur électrique à haute tension (1) selon l'une des revendications précédentes,
avec lequel le deuxième contact d'arc électrique (60) comprend un espace creux (72)
le long de l'axe de séparation (8), lequel est conçu pour, dans fermé l'état du sectionneur
(1), accueillir une portion du troisième contact d'arc électrique (40).
7. Sectionneur électrique à haute tension (1) selon la revendication 6, avec lequel le
moyen de maintien (71) est disposé dans l'espace creux (72).
8. Sectionneur électrique à haute tension (1) selon l'une des revendications 4 à 7, avec
lequel la puissance du ressort de rappel (81), qui peut être retenu par la coopération
du moyen de maintien (71) et du moyen de maintien homologue (41), et la masse du troisième
contact d'arc électrique (40) sont conçues de telle sorte qu'après le détachement
de la liaison maintenue, pendant le mouvement d'ouverture, le troisième contact d'arc
électrique (40) est accéléré par le ressort à une vitesse minimale de 1 m/s par rapport
au deuxième contact d'arc électrique (60).
9. Sectionneur électrique à haute tension (1) selon l'une des revendications précédentes,
présentant en outre un boîtier (2) hermétique au gaz, le système de rappel (80) présentant
un élément d'amortissement disposé à l'intérieur d'un volume intérieur du boîtier
(2) pour freiner la vitesse du troisième contact d'arc électrique (40) après l'application
de l'accélération par le système de rappel (80).
10. Sectionneur électrique à haute tension (1) selon l'une des revendications précédentes,
selon lequel le troisième contact d'arc électrique (40) et le deuxième contact d'arc
électrique (60) sont configurés de telle sorte que lors du rappel du premier élément
de contact (22), le troisième contact d'arc électrique (40) est maintenu de manière
amovible dans la première zone de positions (44) par le deuxième contact d'arc électrique
(60),
de préférence par une prise mécanique l'un dans l'autre par un système constitué d'un
moyen de maintien (71) sous la forme d'un élément en saillie sur le deuxième contact
d'arc électrique (60) et d'au moins un moyen de maintien homologue (41) sur le troisième
contact d'arc électrique (40), sous la forme d'une extrémité réalisée à la manière
d'une pince de serrage munie d'au moins une languette de contact à flexibilité radiale.
11. Sectionneur électrique à haute tension (1) selon l'une des revendications précédentes,
avec lequel la conductivité et la géométrie du premier contact d'arc électrique (25)
et du troisième contact d'arc électrique (40) sont conçues de telle sorte que lors
de l'ouverture du sectionneur en fonctionnement, un arc électrique a tout d'abord
sa racine sur le premier contact d'arc électrique (25), et celle-ci commute ensuite
sur le troisième contact d'arc électrique (40) au cours de la poursuite de l'ouverture,
alors que son autre racine demeure sur le deuxième contact d'arc électrique (60).
12. Sectionneur électrique à haute tension (1) selon l'une des revendications précédentes,
avec lequel l'élément de contact de conducteur nominal (90) est disposé en dehors
du deuxième contact d'arc électrique (60) dans le sens radial par rapport à l'axe
de séparation (8).
13. Procédé pour ouvrir un sectionneur électrique à haute tension (1), le sectionneur
à haute tension comprenant :
- un premier groupe de contacts (66) muni d'un élément de guidage (88) et d'un premier
élément de contact (22) disposé de manière mobile le long d'un axe de séparation (8),
lequel inclut un premier élément de contact de conducteur nominal (20) et un premier
contact d'arc électrique (25) ;
- un troisième contact d'arc électrique (40) disposé de manière mobile dans le premier
contact d'arc électrique (25) le long de l'axe de séparation (8),
- un système de rappel (80) pour rappeler le troisième contact d'arc électrique (40)
dans une direction d'ouverture (7), le premier contact d'arc électrique (25) étant
en liaison active avec le troisième contact d'arc électrique (40) par le biais du
système de rappel (80) de telle sorte que le premier contact d'arc électrique (25)
peut être déplacé dans la direction de l'axe de séparation (8) par rapport au troisième
contact d'arc électrique (40) ;
- un système d'entraînement (30) pour déplacer le premier élément de contact (22)
le long de l'axe de séparation (8) par rapport à un deuxième groupe de contacts (55)
afin d'ouvrir et de fermer le sectionneur (1), le deuxième groupe de contacts (55)
incluant un deuxième élément de contact de conducteur nominal (90) et un deuxième
contact d'arc électrique (60) ;
- le deuxième contact d'arc électrique (60) présentant un moyen de maintien (71) destiné
à coopérer avec un moyen de maintien homologue (41) du troisième contact d'arc électrique
(40) ; et
le sectionneur (1) étant tout d'abord fermé, de sorte que le troisième contact d'arc
électrique (40) est en contact avec le deuxième contact d'arc électrique (60), et
celuici simultanément en liaison électrique avec le premier contact d'arc électrique
(25), et les étapes suivantes étant exécutées pour l'ouverture du sectionneur :
- déplacer le premier élément de contact (22) dans la direction d'ouverture (7) le
long d'un axe de séparation à travers une première zone de positions (44) du premier
élément de contact (22) par rapport à l'axe de séparation, le deuxième contact d'arc
électrique (60) maintenant le troisième contact d'arc électrique (40) à l'intérieur
de la première zone de positions, et le troisième contact d'arc électrique (40) se
déplaçant ici par rapport au premier élément de contact (22) contre une force de ressort
du système de rappel (80), et
- surmonter une force de maintien et détacher le troisième contact d'arc électrique
(40) du deuxième contact d'arc électrique (60) dans une deuxième zone de positions
(46) du premier élément de contact (22) rattachée à la première zone de positions
(44), et
- rappel du troisième contact d'arc électrique (40) par le système de rappel (80)
dans la direction d'ouverture (7), de sorte que le deuxième contact d'arc électrique
(60) est séparé électriquement du premier élément de contact (22).
14. Procédé selon la revendication 13, avec lequel, après le détachement de la liaison
maintenue, un arc électrique qui s'était précédemment produit entre le premier contact
d'arc électrique (25) et le deuxième contact d'arc électrique (60) commute du premier
contact d'arc électrique (25) sur le troisième contact d'arc électrique (40) dans
une phase de séparation, pendant que le troisième contact d'arc électrique (40) est
rappelé.
15. Procédé selon la revendication 13 ou 14, avec lequel la puissance du ressort de rappel
(81), qui peut être retenu par la coopération du moyen de maintien (71) et du moyen
de maintien homologue (41), et la masse du troisième contact d'arc électrique (40)
sont conçues de telle sorte qu'après le détachement de la liaison maintenue, pendant
le mouvement d'ouverture, le troisième contact d'arc électrique (40) est accéléré
par le ressort à une vitesse minimale de 1 m/s par rapport au deuxième contact d'arc
électrique (60).
16. Module sectionneur (100) pour un équipement de commutation à isolement gazeux, comprenant
:
- un sectionneur selon l'une des revendications 1 à 12,
- un boîtier métallique (106),
- au moins deux conducteurs nominaux (103, 104, 105),
- un isolateur (102),
le premier groupe de contacts (66) et le deuxième groupe de contacts (55) du sectionneur
(1) étant respectivement reliés avec un ou plusieurs conducteurs nominaux (103, 104,
105).