(19)
(11) EP 2 729 280 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
29.03.2017  Patentblatt  2017/13

(21) Anmeldenummer: 12728223.4

(22) Anmeldetag:  13.06.2012
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B25D 11/00(2006.01)
B25D 17/24(2006.01)
B25D 17/06(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2012/061170
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2013/004459 (10.01.2013 Gazette  2013/02)

(54)

SCHLAGWERKVORRICHTUNG

PERCUSSION MECHANISM APPARATUS

DISPOSITIF À PERCUSSION


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 05.07.2011 DE 102011078628

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
14.05.2014  Patentblatt  2014/20

(73) Patentinhaber: Robert Bosch GmbH
70442 Stuttgart (DE)

(72) Erfinder:
  • SCHMID, Lars
    72622 Nuertingen (DE)
  • SCHNITZLER, Johannes
    72768 Reutlingen (DE)
  • KOALICK, Jan
    70771 Leinfelden (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A1- 1 340 596
EP-A1- 1 992 453
EP-A2- 2 239 100
DE-A1- 2 702 128
GB-A- 2 084 917
EP-A1- 1 661 667
EP-A2- 1 872 915
WO-A1-2008/123255
DE-A1-102007 062 798
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung

    Stand der Technik



    [0001] Es sind bereits Schlagwerkvorrichtungen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1, insbesondere für Bohr- und/oder Meißelhämmer bekannt, die einen Schläger, einen Schlagbolzen, der eine dem Schläger zugewandte Führungsnase aufweist, und eine beweglich gelagerte Steuerscheibe, die um die Führungsnase angeordnet ist, umfassen.

    [0002] Solche Schlagwerkvorrichtungen sind aus der DE 10 2007 062 798 A bekannt.

    Offenbarung der Erfindung



    [0003] Die Erfindung geht aus von einer Schlagwerkvorrichtung gemäß dem Anspruch 1, insbesondere für einen Bohr- und/oder Meißelhammer, mit zumindest einem Schläger, mit zumindest einem Schlagbolzen, der zumindest eine dem Schläger zugewandte Führungsnase aufweist, und mit zumindest einer beweglich gelagerten Steuerscheibe, die um die Führungsnase angeordnet ist.

    [0004] Es wird vorgeschlagen, dass ein Ende der Führungsnase in jedem Betriebszustand über die Steuerscheibe hinausragt. Unter der Bezeichnung "Schlagwerkvorrichtung" soll hier insbesondere eine Vorrichtung verstanden werden, die zumindest ein Bauteil aufweist, das zu einer Erzeugung und/oder Übertragung eines Impulses, insbesondere eines axialen Schlagimpulses, auf ein in einer Werkzeugaufnahme angeordnetes Bearbeitungswerkzeug vorgesehen ist. Ein solches Bauteil kann insbesondere ein Schläger, ein Schlagbolzen, ein Führungselement, wie insbesondere ein Hammerrohr und/oder ein Kolben, wie insbesondere ein Topfkolben, und/oder weitere, dem Fachmann als sinnvoll erscheinende Bauteile sein. Unter "vorgesehen" soll insbesondere speziell ausgelegt und/oder speziell ausgestattet verstanden werden. Der Ausdruck "Schläger" soll hier insbesondere ein Bauteil definieren, das zur Übertragung eines Schlagimpulses auf ein weiteres Bauteil der Schlagwerkvorrichtung, insbesondere auf den Schlagbolzen, innerhalb eines Führungselements, insbesondere innerhalb eines Hammerrohrs und/oder eines Topfkolbens, bewegt wird. Bevorzugt wird der Schläger zur Erzeugung eines Schlagimpulses mittels eines Drucks, insbesondere mittels eines von einem im Hammerrohr geführten Kolben erzeugten Luftdrucks, innerhalb des Führungselements bewegt. Bevorzugt ist der Schläger entlang einer Schlagrichtung zwischen einem Kolben und dem Schlagbolzen und/oder einem Werkzeug angeordnet. Der Begriff "Schlagbolzen" soll hier insbesondere ein Bauteil definieren, das dazu vorgesehen ist, einen von dem Schläger auf das Bauteil übertragenen Schlagimpuls infolge eines direkten Kontakts an ein in einer Werkzeugaufnahme angeordnetes Bearbeitungswerkzeug zu übertragen. Unter einer "Steuerscheibe" soll hier insbesondere ein Bauteil verstanden werden, das dazu vorgesehen ist, infolge einer Bewegung des Schlagbolzens eine Steuerhülse zur Steuerung eines Drucks im Führungselement zu bewegen. Mittels einer Bewegung der Steuerhülse durch die Steuerscheibe werden vorzugsweise Steueröffnungen im Führungselement auf eine, einem Fachmann bereits bekannte Art und Weise geöffnet und/oder geschlossen. Bevorzugt weist der Schlagbolzen zur Bewegung der Steuerscheibe Steuerfortsätze auf, die dazu vorgesehen sind, die Steuerscheibe in eine entgegen einer Schlagrichtung des Schlägers gerichtete Richtung zu bewegen.

    [0005] Der Ausdruck "Führungsnase" soll hier insbesondere einen Bereich des Schlagbolzens definieren, auf dem die Steuerscheibe zumindest teilweise geführt ist. Die Steuerscheibe umfasst hierbei bevorzugt eine Ausnehmung, in der die Führungsnase des Schlagbolzens angeordnet ist, insbesondere eingreift. Vorzugsweise ist die Führungsnase zylinderförmig ausgebildet. Somit weist die Führungsnase besonders bevorzugt in einer zumindest im Wesentlichen senkrecht zu einer Schlagrichtung des Schlägers verlaufenden Ebene einen runden Querschnitt auf. Es ist jedoch auch denkbar das die Führungsnase eine andere, einem Fachmann als sinnvoll erscheinende Ausgestaltung aufweist und/oder einen anderen, einem Fachmann als sinnvoll erscheinenden Querschnitt aufweist, wie beispielsweise einen elliptischen Querschnitt, einen polygonen Querschnitt usw. Der Ausdruck "im Wesentlichen senkrecht" soll hier insbesondere eine Ausrichtung einer Richtung relativ zu einer Bezugsrichtung definieren, wobei die Richtung und die Bezugsrichtung, insbesondere in einer Ebene betrachtet, einen Winkel von 90° einschließen und der Winkel eine maximale Abweichung von insbesondere kleiner als 8°, vorteilhaft kleiner als 5° und besonders vorteilhaft kleiner als 2° aufweist. Unter "in jedem Betriebszustand hinausragen" soll hier insbesondere eine Anordnung der Führungsnase in jeglichen Betriebszuständen, die die Führungsnase in einem montierten Zustand während eines Betriebs einnehmen kann, verstanden werden, wobei die Führungsnase sich mit einem Ende, entlang einer entgegen einer Schlagrichtung des Schlägers verlaufenden Richtung betrachtet, zu jedem Zeitpunkt und/oder in jeder Position in einem montierten Zustand über zumindest eine dem Schläger zugewandte Außenfläche der Steuerscheibe hinaus erstreckt. Bevorzugt erstreckt sich die Führungsnase, entlang einer entgegen einer Schlagrichtung des Schlägers verlaufenden Richtung betrachtet, durch die Ausnehmung der Steuerscheibe hindurch und somit über die Außenfläche hinaus. Mittels der erfindungsgemäßen Schlagwerkvorrichtung kann vorteilhaft eine präzise Führung der Steuerscheibe erreicht werden. Zudem kann verhindert werden, dass über die Führungsnase Schlagimpulse auf die Steuerscheibe übertragen werden, die die Steuerscheibe beschädigen könnten. Somit können vorteilhaft Beschädigungen der Steuerscheibe verhindert werden. Es kann hierbei vorteilhaft eine lange Lebensdauer der Bauteile der erfindungsgemäßen Schlagwerkvorrichtung erreicht werden.

    [0006] Des Weiteren wird vorgeschlagen, dass die Führungsnase in jedem Betriebszustand entlang einer entgegen einer Schlagrichtung des Schlägers gerichteten Richtung mit dem Ende, das dem Schläger zugewandt ist, zumindest um mehr als 0,1 mm über die Steuerscheibe hinausragt. Bevorzugt ragt die Führungsnase mit dem Ende zumindest um mehr als 0,5 mm über die Steuerscheibe hinaus und besonders bevorzugt zumindest um mehr als 1 mm. Es kann vorteilhaft verhindert werden, dass die Führungsnase bei einer Schlagbewegung in Richtung eines in einer Werkzeugaufnahme angeordneten Bearbeitungswerkzeugs aus der Ausnehmung der Steuerscheibe hinaus bewegt wird.

    [0007] Vorzugsweise weist die Führungsnase entlang einer Schlagrichtung des Schlägers eine Axialerstreckung auf, die zumindest größer ist als 25 % einer Gesamterstreckung des Schlagbolzens. Bevorzugt weist die Führungsnase entlang einer Schlagrichtung des Schlägers eine Axialerstreckung auf, die zumindest größer ist als 30 % einer Gesamterstreckung des Schlagbolzens und besonders bevorzugt zumindest größer als 33 % einer Gesamterstreckung des Schlagbolzens. Ferner weist die Führungsnase eine Axialerstreckung auf, die vorzugsweise länger als ein Leerlaufweg des Schlagbolzens in dem Führungselement ist. Die Gesamterstreckung des Schlagbolzens verläuft in einem montierten Zustand des Schlagbolzens zumindest im Wesentlichen parallel zur Schlagrichtung des Schlägers. Unter "im Wesentlichen parallel" soll hier insbesondere eine Ausrichtung einer Richtung relativ zu einer Bezugsrichtung, insbesondere in einer Ebene, verstanden werden, wobei die Richtung gegenüber der Bezugsrichtung eine Abweichung insbesondere kleiner als 8°, vorteilhaft kleiner als 5° und besonders vorteilhaft kleiner als 2° aufweist. Mittels der erfindungsgemäßen Ausgestaltung der Führungsnase kann konstruktiv einfach gewährleistet werden, dass die Führungsnase in jedem Betriebszustand entlang einer entgegen einer Schlagrichtung des Schlägers gerichteten Richtung über die Steuerscheibe hinaus ragt.

    [0008] Ferner wird vorgeschlagen, dass der Schläger an einem der Führungsnase zugewandten Ende des Schlägers zumindest eine Eintauchausnehmung aufweist, die dazu vorgesehen ist, ein Eintauchen der Führungsnase bei einer Annäherung des Schlägers an den Schlagbolzen zu ermöglichen. Die Eintauchausnehmung weist bevorzugt in einer zumindest im Wesentlichen senkrecht zu einer Schlagrichtung des Schlägers verlaufenden Ebene einen mit einem Querschnitt der Führungsnase korrespondierenden Querschnitt auf. Die Eintauchausnehmung kann hierbei von einem Durchgangsloch gebildet werden, das beispielsweise auf einer dem Schlagbolzen abgewandten Seite des Schlägers mittels einer Membran verschlossen ist, die gewährleistet, dass der Schläger mittels eines Drucks, insbesondere mittels eines Luftdrucks, innerhalb des Führungselements bewegt werden kann. Es ist jedoch auch denkbar, dass die Eintauchausnehmung eine andere, einem Fachmann als sinnvoll erscheinende Ausgestaltung aufweist. Es kann konstruktiv einfach eine Implementierung des Schlagbolzens und des Schlägers in bereits bestehende Schlagwerkvorrichtung erreicht werden.

    [0009] Vorteilhafterweise wird die Eintauchausnehmung von einem Sackloch gebildet. Somit kann besonders vorteilhaft eine Ansteuerung des Schlägers mittels eines Drucks, insbesondere mittels eines Luftdrucks, zu einer Erzeugung und/oder einer Übertragung eines Schlagimpulses erhalten bleiben. Ferner kann konstruktiv einfach ein Eintauchen der Führungsnase in den Schläger begrenzt werden.

    [0010] Des Weiteren wird vorgeschlagen, dass die Eintauchausnehmung eine Tiefe aufweist, die entlang einer entgegen einer Schlagrichtung des Schlägers gerichteten Richtung zumindest größer ist als 10 % einer Gesamterstreckung des Schlägers. Bevorzugt weist die Eintauchausnehmung eine Tiefe auf, die entlang einer entgegen einer Schlagrichtung des Schlägers gerichteten Richtung zumindest größer ist als 15 % einer Gesamterstreckung des Schlägers und besonders bevorzugt zumindest größer ist als 20 % einer Gesamterstreckung des Schlägers. Die Gesamterstreckung des Schlägers verläuft in einem montierten Zustand vorzugsweise zumindest im Wesentlichen parallel zu einer Schlagrichtung des Schlägers. Unter einer "Tiefe" soll hier insbesondere ein maximaler Abstand entlang einer Schlagrichtung des Schlägers zwischen einer dem Schlagbolzen zugewandten Außenfläche des Schlägers und einer die Eintauchausnehmung begrenzende und zumindest im Wesentlichen senkrecht zu einer Schlagrichtung des Schlägers verlaufenden Begrenzungswand des Schlägers verstanden werden. Mittels der erfindungsgemäßen Ausgestaltung der Eintauchausnehmung kann vorteilhaft eine lange Bewegungsstrecke des Schlägers zur Erzeugung eines Schlagimpulses erreicht werden.

    [0011] Ferner geht die Erfindung aus von einer tragbaren Werkzeugmaschine, insbesondere von einem Bohr- und/oder Meißelhammer, mit einer erfindungsgemäßen Schlagwerkvorrichtung. Unter einer "tragbaren Werkzeugmaschine" soll hier insbesondere eine Werkzeugmaschine zu einer Bearbeitung von Werkstücken verstanden werden, die von einem Bediener transportmaschinenlos transportiert werden kann. Die tragbare Werkzeugmaschine weist insbesondere eine Masse auf, die kleiner ist als 40 kg, bevorzugt kleiner als 10 kg und besonders bevorzugt kleiner als 5 kg. Es kann vorteilhaft ein hoher Arbeitskomfort für einen Bediener der tragbaren Werkzeugmaschine erreicht werden.

    Zeichnung



    [0012] Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden Zeichnungsbeschreibung. In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.

    [0013] Es zeigen:
    Fig. 1
    eine erfindungsgemäße tragbare Werkzeugmaschine mit einer erfindungsgemäßen Schlagwerkvorrichtung in einer schematischen Darstellung,
    Fig. 2
    eine Detailansicht der erfindungsgemäßen Schlagwerkvorrichtung in einer schematischen Darstellung,
    Fig. 3
    eine Detailansicht eines Schlägers der erfindungsgemäßen Schlagwerkvorrichtung in einer schematischen Darstellung und
    Fig. 4
    eine Detailansicht eines Schlagbolzens der erfindungsgemäßen Schlagwerkvorrichtung in einer schematischen Darstellung.

    Beschreibung des Ausführungsbeispiels



    [0014] Figur 1 zeigt eine tragbare Werkzeugmaschine 26 mit einer Schlagwerkvorrichtung 10. Die tragbare Werkzeugmaschine 26 ist als Bohr- und/oder Meißelhammer ausgebildet. Es ist jedoch auch denkbar, dass die tragbare Werkzeugmaschine 26 eine andere, einem Fachmann als sinnvoll erscheinende Ausgestaltung aufweist, wie beispielsweise als Schlagschrauber, als Schlaghammer usw. Die tragbare Werkzeugmaschine 26 umfasst ein Werkzeugmaschinengehäuse 28, das eine Antriebseinheit 30 und eine Getriebeeinheit 32 der tragbaren Werkzeugmaschine 26 umschließt. Die Antriebseinheit 30 ist dazu vorgesehen, ein Antriebsmoment auf eine, einem Fachmann bereits bekannte Art und Weise zu erzeugen. Das Antriebsmoment der Antriebseinheit 30 wird über die Getriebeeinheit 32 zur Erzeugung eines Schlagimpulses an die Schlagwerkvorrichtung 10 übertragen und zur Erzeugung einer Rotationsbewegung eines in einer Werkzeugaufnahme 34 der tragbaren Werkzeugmaschine 26 angeordneten Bearbeitungswerkzeugs 36 über ein Führungselement 46 (Figur 2) an die Werkzeugaufnahme 34 übertragen. Der Schlagimpuls der Schlagwerkvorrichtung 10 wird hierbei auf eine, dem Fachmann bekannte Art und Weise erzeugt.

    [0015] Figur 2 zeigt die Schlagwerkvorrichtung 10 teilweise in einer hinteren Endposition eines Schlagbolzens 14 der Schlagwerkvorrichtung 10 und teilweise in einer vorderen Endposition des Schlagbolzens 14. In der hinteren Endposition stützt sich der Schlagbolzen 14 über ein Dämpfungselement 40 der Schlagwerkvorrichtung 10 an einer beweglich gelagerten Steuerscheibe 18 der Schlagwerkvorrichtung 10 ab, die an zwei der Werkzeugaufnahme 34 abgewandten und jeweils eine Ausnehmung 42, 56 begrenzende Randbereiche 44, 58 eines Führungselements 46 der Schlagwerkvorrichtung 10 anliegt. Das Dämpfungselement 40 ist dazu vorgesehen, Schlagbolzenrückprallschläge zu dämpfen. Die Ausnehmungen 42, 56 des Führungselements 46 sind zur Ermöglichung einer Axialbewegung der Steuerscheibe 18 entlang und entgegen einer Schlagrichtung 22 eines Schlägers 12 der Schlagwerkvorrichtung 10 im Führungselement 46 vorgesehen. Hierbei ist das Führungselement 46 als Hammerrohr 48 ausgebildet, das den Schlagbolzen 14 und den Schläger 12 axial bei einer Erzeugung und/oder einer Übertragung eines Schlagimpulses führt. In der vorderen Endposition liegt der Schlagbolzen 14 an einer Schrägfläche 38 der Werkzeugaufnahme 34 an, die eine Bewegungsmöglichkeit des Schlagbolzens 14 in Richtung des in der Werkzeugaufnahme 34 angeordneten Bearbeitungswerkzeugs 36 begrenzt. Die Schlagwerkvorrichtung 10 umfasst somit den Schläger 12, den Schlagbolzen 14, der eine dem Schläger 12 zugewandte Führungsnase 16 aufweist, und die beweglich gelagerte Steuerscheibe 18, die um die Führungsnase 16 angeordnet ist. Die Steuerscheibe 18 umfasst hierbei eine Ausnehmung 50, in der die Führungsnase 16 des Schlagbolzens 14 in einem montierten Zustand angeordnet ist. Die Ausnehmung 50 ist kreisförmig ausgebildet, wobei eine Mittelachse der Steuerscheibe 18 einen Mittelpunkt der Ausnehmung 50 bildet. Die Mittelachse verläuft zumindest im Wesentlichen parallel zur Schlagrichtung 22 des Schlägers 12. Die Steuerscheibe 18 weist hierbei eine kreisringförmige Ausgestaltung auf, die zwei zumindest im Wesentlichen radial verlaufende Führungsfortsätze 52, 54 umfasst. Die Führungsfortsätze 52, 54 sind dazu vorgesehen, die Steuerscheibe 18 in den Ausnehmungen 42, 56 zu führen. Es ist jedoch auch denkbar, dass die Steuerscheibe 18 eine andere, einem Fachmann als sinnvoll erscheinende Ausgestaltung aufweist, wie beispielsweise eine polygone Ausgestaltung, wobei beispielsweise Ecken zu einer Führung in den Ausnehmungen 42, 56 angeordnet sind.

    [0016] In einem montierten Zustand der Steuerscheibe 18 und des Schlagbolzens 14 ragt ein Ende 20 der Führungsnase 16 in jedem Betriebszustand entlang einer entgegen der Schlagrichtung 22 verlaufenden Richtung über die Steuerscheibe 18 hinaus. Die Führungsnase 16 erstreckt sich somit in einem montierten Zustand in jedem Betriebszustand entlang der entgegen der Schlagrichtung 22 verlaufenden Richtung durch die Ausnehmung 50 der Steuerscheibe 18 hindurch. Die Führungsnase 16 ragt hierbei in jedem Betriebszustand entlang der entgegen der Schlagrichtung 22 des Schlägers 12 gerichteten Richtung mit dem Ende 20, das dem Schläger 12 zugewandt ist, um mehr als 0,1 mm über die Steuerscheibe 18 hinaus. Um ein Hinausragen der Führungsnase 16 in jedem Betriebszustand zu ermöglichen weist die Führungsnase 16 entlang der Schlagrichtung 22 des Schlägers 12 eine Axialerstreckung auf, die zumindest größer ist als 25 % einer Gesamterstreckung des Schlagbolzens 14 entlang der Schlagrichtung 22 des Schlägers 12 (vgl. auch Figur 4). Die Führungsnase 16 weist eine zylinderförmige Ausgestaltung auf. Somit weist die Führungsnase 16 in einer zumindest im Wesentlichen senkrecht zur Schlagrichtung 22 des Schlägers 12 verlaufenden Ebene einen kreisförmigen Querschnitt auf.

    [0017] Des Weiteren weist der Schläger 12 an einem der Führungsnase 16 zugewandten Ende des Schlägers 12 eine Eintauchausnehmung 24 auf, die dazu vorgesehen ist, ein Eintauchen der Führungsnase 16 bei einer Annäherung des Schlägers 12 an den Schlagbolzen 14 zu ermöglichen. Die Eintauchausnehmung 24 wird von einem Sackloch gebildet (vgl. auch Figur 3). Hierbei weist die Eintauchausnehmung 24 eine Tiefe x auf, die entlang der entgegen der Schlagrichtung 22 des Schlägers 12 gerichteten Richtung zumindest größer ist als 10 % einer Gesamterstreckung des Schlägers 12 entlang der entgegen der Schlagrichtung 22 des Schlägers 12 gerichteten Richtung (Figur 3). Die Eintauchausnehmung 24 weist in der zumindest im Wesentlichen senkrecht zur Schlagrichtung 22 des Schlägers 12 verlaufenden Ebene einen mit dem kreisförmigen Querschnitt der Führungsnase 16 korrespondierenden Querschnitt auf. Es ist jedoch auch denkbar, dass die Eintauchausnehmung 24 einen anderen, einem Fachmann als sinnvoll erscheinenden Querschnitt aufweist. Hierbei weist die Eintauchausnehmung 24 entlang einer zumindest im Wesentlichen senkrecht zur Schlagrichtung 22 des Schlägers 12 verlaufenden Richtung eine größere Abmessung auf als die Führungsnase 16. Somit wird eine Spielpassung der Führungsnase 16 in der Eintauchausnehmung 24 ermöglicht.

    [0018] Bei einer Erzeugung eines Schlagimpulses wird der Schläger 12 mittels eines von einem Kolben 60 der Schlagwerkvorrichtung 10 im Hammerrohr 48 komprimierten Luftpolsters auf eine, einem Fachmann bereits bekannte Art und Weise im Hammerrohr 48 in Richtung des Schlagbolzens 14 bewegt. Hierbei sind Luftsteuerungsöffnungen 62, 64, 66 des Hammerrohrs 48 durch eine Steuerhülse 68 der Schlagwerkvorrichtung 10 zum Aufbau eines Drucks verschlossen (siehe oberer Teil der Figur 2). Die Steuerhülse 68 umgibt das Hammerrohr 48 entlang einer sich in der zumindest im Wesentlichen senkrecht zur Schlagrichtung 22 des Schlägers 12 verlaufenden Ebene erstreckenden Umfangsrichtung 70. Zudem wird die Steuerhülse 68 mittels eines Federelements 72 der Schlagwerkvorrichtung 10 in Richtung der Werkzeugaufnahme 34 mit einer Federkraft beaufschlagt. Der Schlagbolzen 14 befindet sich nach einem Andrücken des in der Werkzeugaufnahme 34 angeordneten Bearbeitungswerkzeugs 36 an ein Werkstück (hier nicht näher dargestellt) in der hinteren Endposition. Mittels des Andrückens des Bearbeitungswerkzeugs 36 an das Werkstück wird die Steuerhülse 68 auf eine, einem Fachmann bereits bekannte Art und Weise über den Schlagbolzen 14, das Dämpfungselement 40 und die Steuerscheibe 18 entgegen einer Federkraft des Federelements 72 über die Luftsteuerungsöffnungen 62, 64, 66 geschoben, um die Luftsteuerungsöffnungen 62, 64, 66 zu verschließen. Somit kann ein Druck zur Bewegung des Schlägers 12 im Hammerrohr 48 erzeugt werden. Der Schläger 12 wird bei der Bewegung im Hammerrohr 48 mittels des vom Kolben 60 komprimierten Luftpolsters in Richtung des Schlagbolzens 14 bewegt, bis ein die Eintauchausnehmung 24 begrenzender Grundbereich 74 des Schlägers 12 in direkten Kontakt mit der Führungsnase 16 kommt. Hierdurch wird ein Schlagimpuls an den Schlagbolzen 14 übertragen, der sich infolgedessen in Richtung der Werkzeugaufnahme 34 bewegt und den Schlagimpuls an das in der Werkzeugaufnahme 34 angeordnete Bearbeitungswerkzeug 36 überträgt. Hierbei ragt das Ende 20 der Führungsnase 16 stets über die Steuerscheibe 18 hinaus. Die Steuerhülse 68 wird mittels einer Federkraft des Federelements 72 ebenfalls in Richtung der Werkzeugaufnahme 34 bewegt. Hierdurch werden die Luftsteuerungsöffnungen 62, 64, 66 geöffnet und ein Ablauf zu einer Erzeugung eines Schlagimpulses mittels der Schlagwerkvorrichtung 10 kann erneut, wie oben beschrieben und auf eine, einem Fachmann bereits bekannte Art und Weise, beginnen.


    Ansprüche

    1. Schlagwerkvorrichtung, insbesondere für einen Bohr- und/oder Meißelhammer, mit zumindest einem Schläger (12), mit zumindest einem Schlagbolzen (14), der zumindest eine dem Schläger (12) zugewandte Führungsnase (16) aufweist, mit zumindest einer beweglich gelagerten Steuerscheibe (18), die um die Führungsnase (16) angeordnet ist, mit zumindest einem als Hammerrohr (48) ausgebildeten Führungselement (46), und mit zumindest einer Steuerhülse (68), die dazu vorgesehen ist, zu einem Aufbau eines Drucks Luftsteueröffnungen (62, 64, 66) des Hammerrohrs (48) zu verschließen, wobei ein Ende (20) der Führungsnase (16) in jedem Betriebszustand über die Steuerscheibe (18) hinausragt,
    dadurch gekennzeichnet, dass der Schläger (12) an einem der Führungsnase (16) zugewandten Ende des Schlägers (12) zumindest eine Eintauchausnehmung (24) aufweist, die dazu vorgesehen ist, ein Eintauchen der Führungsnase (16) bei einer Annäherung des Schlägers (12) an den Schlagbolzen (14) zu ermöglichen.
     
    2. Schlagwerkvorrichtung nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsnase (16) in jedem Betriebszustand entlang einer entgegen einer Schlagrichtung (22) des Schlägers (12) gerichteten Richtung mit dem Ende (20), das dem Schläger (12) zugewandt ist, zumindest um mehr als 0,1 mm über die Steuerscheibe (18) hinausragt.
     
    3. Schlagwerkvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsnase (16) entlang einer Schlagrichtung (22) des Schlägers (12) eine Axialerstreckung aufweist, die zumindest größer ist als 25 % einer Gesamterstreckung des Schlagbolzens (14).
     
    4. Schlagwerkvorrichtung zumindest nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, dass die Eintauchausnehmung (24) von einem Sackloch gebildet wird.
     
    5. Schlagwerkvorrichtung zumindest nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, dass die Eintauchausnehmung (24) eine Tiefe (x) aufweist, die entlang einer entgegen einer Schlagrichtung (22) des Schlägers (12) gerichteten Richtung zumindest größer ist als 10 % einer Gesamterstreckung des Schlägers (12).
     
    6. Tragbare Werkzeugmaschine, insbesondere Bohr- und/oder Meißelhammer, mit einer Schlagwerkvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
     


    Claims

    1. Striking mechanism device, in particular for a hammer drill and/or chipping hammer, having at least one striker (12), having at least one striking pin (14), which has at least one guide lug (16) facing toward the striker (12), having at least one movably mounted control disc (18), which is disposed around the guide lug (16), having at least one guide element (46) realized as a hammer tube (48), and having at least one control sleeve (68) which is provided for closing air control openings (62, 64, 66) of the hammer tube (48) for the purpose of building up a pressure,
    wherein one end (20) of the guide lug (16) projects beyond the control disc (18) in each operating state,
    characterized in that the striker (12), at an end of the striker (12) that faces toward the guide lug (16), has at least one insertion recess (24), which is provided to enable the guide lug (16) to be inserted as the striker (12) approaches the striking pin (14).
     
    2. Striking mechanism device according to Claim 1,
    characterized in that, in each operating state, the guide lug (16) projects, by the end (20) that faces toward the striker (12), at least by more than 0.1 mm beyond the control disc (18), along a direction oriented contrary to a striking direction (22) of the striker (12).
     
    3. Striking mechanism device according to any one of the preceding claims,
    characterized in that the guide lug (16), along a striking direction (22) of the striker (12), has an axial extent that is at least greater than 25 % of a total extent of the striking pin (14).
     
    4. Striking mechanism device at least according to Claim 1,
    characterized in that the insertion recess (24) is constituted by a blind hole.
     
    5. Striking mechanism device at least according to Claim 1,
    characterized in that the insertion recess (24) is of a depth (x) that, along a direction oriented contrary to a striking direction (22) of the striker (12), is at least greater than 10 % of a total extent of the striker (12).
     
    6. Portable power tool, in particular hammer drill and/or chipping hammer, having a striking mechanism device according to any one of the preceding claims.
     


    Revendications

    1. Dispositif de percussion, en particulier pour un marteau perforateur et/ou marteau-piqueur, avec au moins un percuteur (12), avec au moins un axe de percussion (14) qui présente au moins un ergot de guidage (16) tourné vers le percuteur (12), avec au moins un disque de commande (18) supporté de manière mobile, qui est disposé autour de l'ergot de guidage (16), avec au moins un élément de guidage (46) réalisé en tant que tube de marteau (48) et avec au moins un manchon de commande (68) qui est prévu, pour augmenter une pression, pour fermer les ouvertures de commande d'air (62, 64 66) du tube de marteau (48), une extrémité (20) de l'ergot de guidage (16) faisant saillie au-delà du disque de commande (18) dans chaque état de fonctionnement,
    caractérisé en ce que le percuteur (12) présente au niveau d'une extrémité du percuteur (12) tournée vers l'ergot de guidage (16) au moins un évidement d'enfoncement (24) qui est prévu pour permettre l'enfoncement de l'ergot de guidage (16) lors d'un rapprochement du percuteur (12) de l'axe de percussion (14).
     
    2. Dispositif de percussion selon la revendication 1,
    caractérisé en ce que l'ergot de guidage (16) fait saillie, avec l'extrémité (20) qui est tournée vers le percuteur (12), au-delà du disque de commande (18) au moins de plus de 0, 1 mm dans chaque état de fonctionnement le long d'une direction orientée à l'encontre d'une direction de percussion (22) du percuteur (12).
     
    3. Dispositif de percussion selon l'une quelconque des revendications précédentes,
    caractérisé en ce que l'ergot de guidage (16) présente, le long d'une direction de percussion (22) du percuteur (12), une étendue axiale qui est au moins supérieure à 25 % d'une étendue totale de l'axe de percussion (14).
     
    4. Dispositif de percussion selon au moins la revendication 1,
    caractérisé en ce que l'évidement d'enfoncement (24) est formé par un trou borgne.
     
    5. Dispositif de percussion selon au moins la revendication 1,
    caractérisé en ce que l'évidement d'enfoncement (24) présente une profondeur (x) qui, le long d'une direction orientée à l'opposé d'une direction de percussion (22) du percuteur (12), est au moins supérieure à 10 % d'une étendue totale du percuteur (12).
     
    6. Machine-outil portative, en particulier marteau perforateur et/ou marteau-piqueur, comprenant un dispositif de percussion selon l'une quelconque des revendications précédentes.
     




    Zeichnung











    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente