[0001] Die Erfindung betrifft ein Schuhhalteelement für einen Skischuh mit einer Basisplatte
zum Verbinden des Schuhhalteelements mit einem Ski, einem Schuhhalteelementkörper,
der mit der Basisplatte verbunden ist oder verbunden werden kann und wenigstens einen
Sohlenhalter zum lösbaren Halten eines Skischuhs auf den Ski. Schließlich umfasst
das Schuhhalteelement eine Vorrichtung, mit der eine Auslösekraft des Schuhhalteelements
eingestellt werden kann.
[0002] Schuhhalteelement für Skischuhe der beschrieben Art sind seit langem bekannt. Da
moderne Ski für den Hobby- und Profisportler für immer höhere Geschwindigkeiten ausgelegt
werden, wird zur Vermeidung von Fehlauslösungen durch z.B. kurze harte Stöße oder
extreme Belastungen bei Sprüngen und Buckelpistenfahrten die Auslösekraft der Bindung
mit zunehmendem Fahrerkönnen stärker eingestellt. Gleichzeitig werden aus Gewichts-
und Designgründen die Einzelteile der Schuhhalteelemente immer filigraner gebaut,
sodass ein Interessenkonflikt zwischen leichter Bauweise und einer Einleitung der
notwendigen hohen Auslösekräften in das Schuhhalteelementgehäuse entstehen kann.
[0003] Die Auslösekraft wird im Regelfall durch ein Federelement bestimmt, das mittels einer
verstellbaren Schraube gegen einen in Längsrichtung des Schuhhalteelements linear
verfahrbaren Schlitten drückt. Dabei muss die eingeschraubte Schraube sicher z.B.
im Schuhhalteelementkörper gehalten und gesichert sein, um ein ungewolltes Lockern
oder Lösen der Schraube während der Fahrt oder des Transports oder durch elastische
Verformungen des Schuhhalteelementgehäuses im Bereich der Einstellvorrichtung der
Auslösekraft zu verhindern.
[0004] Die
EP 0 677 308 A1 schlägt vor, ein Metallblech in dem Schuhhalteelementkörper zu integrieren, um das
aus Kunststoff hergestellte Schuhhalteelementgehäuse in dem Bereich, in dem die Kräfte
zum Einstellen der Auslösekraft wirken, zu versteifen.
[0005] Es ist eine Aufgabe der Erfindung eine Vorrichtung zum Einstellen einer Auslösekraft
an einem Schuhhalteelement zur Verfügung zu stellen, die einfach aufgebaut ist und
die eine Einstellung einer sehr hohen Auslösekraft erlaubt. Eine weitere Aufgabe ist
es, ein Schuhhalteelement zur Verfügung zu stellen, das ein gewolltes Öffnen des Schuhhalteelements
mit einem geringen Kraftaufwand ermöglicht.
[0006] Diese Aufgaben werden erfindungsgemäß durch die Gegenstände der unabhängigen Ansprüche
1 und 13 erfüllt.
[0007] Weitere, besonders vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den
anhängigen Ansprüchen sowie der nachfolgenden Beschreibung. Dabei können die abhängigen
Ansprüche der ersten Erfindung auch analog zu den abhängigen Ansprüchen der weiteren
Erfindung weitergebildet sein, und umgekehrt.
[0008] Die erste Erfindung betrifft ein Schuhhalteelement, bevorzugt einen Fersenhalter
einer Skibindung. Das Schuhhalteelement umfasst eine Basisplatte mit der das Schuhhalteelement
mit einem Ski verbunden werden kann. Dazu kann die Basisplatte z.B. auf die Oberfläche
des Skis aufgeschraubt oder in oder auf der Oberfläche des Skis vorhandene Schienen
ein- oder aufgeschoben werden. Auch andere im Stand der Technik bekannte Verbindungen
oder Befestigungen der Basisplatte mit dem Ski sind von der Erfindung mit umfasst.
[0009] Das Schuhhalteelement umfasst weiterhin einen Schuhhalteelementkörper oder ein Schuhhalteelementgehäuse,
der/das seinerseits mit der Basisplatte verbunden ist oder verbunden werden kann.
Dabei umfasst eine Verbindung mit der Basisplatte auch den Fall, dass das Schuhhalteelementgehäuse
einstückig mit der Basisplatte gebildet ist.
[0010] Das Schuhhalteelementgehäuse und/oder die Basisplatte sind bevorzugt zumindest teilweise
aus einem Kunststoff gefertigt und z.B. mittels eines Spritzgussverfahrens hergestellt.
Alternativ kann wenigstens eines der beiden Teile aus Metall gefertigt sein. Das Schuhhalteelementgehäuse
ist dabei bevorzugt als Körperskelett gebildet, sodass der Nutzer die im Schuhaltelementgehäuse
gehaltenen weiteren Bauteile des Schuhhalteelements zumindest teilweise von außen
sehen kann.
[0011] Das Schuhhalteelement umfasst wenigstens einen Sohlenhalter zum lösbaren Verbinden
eines Skischuhs auf dem Ski. Dabei kann es sich um einen bekannten Automaten handeln,
der mittels einer Feder den Sohlenhalter auf z.B. das hintere Ende einer Skischuhsohle
drückt und dadurch auf den Ski festhält, oder um zwei Sohlenhalter, die mittels einer
Feder aufeinander zugespannt sind und z.B. ein vorderes Ende einer Skischuhsohle wenigstens
seitlich umfassen und dadurch den Skischuh in diesem Bereich auf dem Ski festlegen.
Der Sohlenhalter bzw. der Automat ist mit dem Schuhhaltelementgehäuse in einem Drehgelenk
mit einer Drehachse im Wesentlichen quer zur Längsachse des Schuhhalteelements verbunden,
wobei das Drehgelenk z.B. durch eine Hohlachse gebildet wird, die mit dem Sohlenhalter
bzw. Automaten verbunden und in dem Schuhhaltelementgehäuse gelagert ist. In dem Gelenk
kann der Sohlenhalter bzw. Automat auf die Basisplatte zu geschwenkt und von der Basisplatte
weg geschwenkt werden.
[0012] Schließlich weist das Schuhhalteelement eine Vorrichtung auf, mit der eine Auslösekraft
des Schuhhalteelements eingestellt werden kann, das heißt, der Wert, bei dem das Schuhhalteelement
z.B. im Falle eines Sturzes die Verbindung zwischen dem Schuhhalteelement und dem
Skischuh löst, Die Vorrichtung kann bevorzugt vom in Laufrichtung des Skis hinteren
Ende in den Schuhhaltelementkörper eingebaut oder mit dem hinteren Ende des Schuhhaltelementkörpers
verbunden werden.
[0013] Die Vorrichtung weist einen auf Zug beanspruchbaren Anker auf, der die eingestellte
Auslösekraft aufnimmt und bevorzugt in das Schuhhalteelementgehäuse oder die Basisplatte
einleitet. Dazu kann der Anker im Schuhhalteelementgehäuse verankert sein oder verankert
werden, z.B. durch Formschluss.
[0014] Der Anker kann T-förmig sein, mit einem T-Querbalken und einer T-Säule, die im Wesentlich
zentral senkrecht von dem T-Querbalken abragt. Der T-Balken kann mit wenigstens einer
seiner Seiten zur Verankerung eine Ausnehmung, die im Schuhhalteelementgehäuse oder
in der Basis gebildet ist, eingreifen. Dabei ist die Ausnehmung bevorzugt so dimensioniert,
dass der T-Balken bzw. der Anker sich in der Ausnehmung nicht linear in Richtung einer
Längsachse des Schuhhalteelements bewegen kann.
[0015] Bevorzugt greifen die beiden längsseitigen Enden des T-Querbalkens in je eine Ausnehmung
des Schuhhalteelements oder der Basis ein und fixieren dadurch den Anker in dem Schuhhalteelement.
[0016] Statt einer T-Form kann der Anker auch pfeilförmig, schlaufenförmig, doppel-T-förmig,
hundeknochenförmig oder beliebig geformt sein. Bei einem T-förmigen Anker kann der
T-Balken z.B. wenigstens zwei halbrunde oder ovale Arme aufweisen, die in entsprechend
geformte Ausnehmungen im Schubhalteelementgehäuse oder in der Basis eingelegt werden
können, um den Anker in dem Schuhhalteelement zu verankern.
[0017] Bei einem T-förmigen Anker kann die T-Säule z.B. rechteckig, dreieckig, rund oder
oval sein, oder z.B. zwei flache Seiten aufweisen, die durch gerundete Seiten verbunden
sind. Wenn der Anker in das Schuhhalteelement eingelegt ist, kann der T-Balken einen
Schlitten der Vorrichtung durchgreifen, der entlang einer Längsachse des Schuhhalteelements
linear beweglich ist.
[0018] Der Schlitten kann durch das Federelement gegen den Sohlenhalter bzw. gegen den den
Sohlenhalter umfassenden Automaten gedrückt werden und den Sohlenhalter bzw. den Automaten
während der Fahrt festlegen. Bei z.B. einem Sturz kann der Schlitten durch auftretenden
Kräfte die größer sind, als die voreingestellte Auslösekraft des Schuhhalteelements,
in die Gegenrichtung bewegt werden, wodurch sich der Skischuh aus dem Schuhhalteelement
heraus bewegen kann.
[0019] Die T-Säule kann an ihrem vom T-Balken wegweisenden Ende eine Bohrung oder Öffnung
aufweisen, die sich bevorzugt mittig in der T-Säule entlang der Längsachse der T-Säule
erstreckt und in dem vom T-Balken wegweisenden Ende der T-Säule mündet.
[0020] Die Bohrung oder Öffnung ist bevorzugt kreisrund und weist ein Innengewinde auf,
das sich wenigstens über einen Teil der Bohrung erstreckt, bevorzugt beginnend am
vom T-Balken wegweisenden Ende der T-Säule. Die Bohrung kann auch oval sein oder runde
und gerade Innenseitenwände aufweisen. Anstatt einer Bohrung sind auch zahnförmige
Rastvorsprünge denkbar, wobei die Rastvorsprünge Dreiecksform haben können, mit jeweils
einer schiefen Ebene, die in Richtung der Öffnung mit einer Innenwand der Bohrung
plan ist und in Richtung des T-Balkens stetig an Höhe zunimmt, um plötzlich wieder
abzufallen. Bei der Verwendung von Rastvorsprüngen kann die Bohrung oder Öffnung eine
beliebige Umfangsform aufweisen.
[0021] Die Vorrichtung kann weiterhin ein Einstellelement aufweisen, zum Beispiel in Form
einer Schraube mit Schraubenkopf und Schraubenschaft, mit einem Außengewinde, das
in das Innengewinde der T-Säule eingeschraubt werden kann. Alterativ ist ein Steckelement
möglich, mit Gegenrastelementen, die mit den Rastelementen in der Öffnung oder Bohrung
zusammenwirken. Die Gegenrastelemente könne dabei beweglich in dem Steckelement gelagert
sein, sodass sie z.B. mittels eines Werkzeuges vor dem Verbinden mit dem Anker in
einer Rastposition, in der sie von einer Außenoberfläche eines Körpers des Steckelements
abragen, festgesetzt und zum Lösen der Verbindung der Gegenrastelemente mit den Rastelementen
frei gegeben werden können, sodass sie z.B. bei Lösen der Rastverbindung teilweise
in den Körper des Steckelements eingedrückt oder eingeschwenkt werden können.
[0022] Zwischen dem Anker und dem Einstellelement kann ein Federelement angeordnet sein,
das beim Einschrauben des Einstellelements in den Anker komprimiert wird. Bei dem
Federelement kann es sich um einen kompakten elastisch verformbaren Körper oder z.B.
um eine Spiralfeder oder andere Feder handeln. Die Feder ist z.B. eine Stahlfeder
oder eine Feder aus einem verstärkten Kunststoff, der die notwendige Festigkeit aufweist.
[0023] Der Anker kann dabei mit der T-Säule in das Federelement bevorzugt zentral zumindest
teilweise eingreifen und der Schlitten kann das Federelement an seiner dem Anker zugewandten
Seite gegebenenfalls zumindest teilweise radial umgeben. Auch das Einstellelement
kann mit dem z.B. Schraubenschaft bevorzugt zentral zumindest teilweise in das Federelement
eingreifen und der z.B. Schraubenkopf kann das Federelement abstützen oder zumindest
teilweise umgeben. Alternativ kann ein zusätzliches Führungselement Teil der Vorrichtung
sein, welches das dem Einstellelement zugewandten Ende des Federelements zumindest
teilweise radial umgibt, wobei das zusätzliche Führungselement beim Schrauben des
Einstellelements linear mitbewegt, bevorzugt aber relativ zum Schuhhalteelementgehäuse
nicht radial verdreht wird.
[0024] Wenigstens das Führungselement oder das Einstellelement und/oder der Schlitten können
in dem Schuhhaltelementgehäuse geführt sein, sodass sie linear in Längsrichtung des
Schuhhaltelements bewegt werden können, eine Bewegung quer zur Längsachse und eine
Drehung um die Längsachse aber nicht möglich ist. Dabei kann die Führung für das Führungselement
oder das Einstellelement einen Anschlag aufweisen, gegen den das in Längsrichtung
des Schuhhalteelements vordere Ende des Führungselements oder das dem Schraubenschaft
zugewandte Ende des Schraubenkopfes des Einstellelements stößt, wenn die maximal einstellbare
Auslösekraft eingestellt ist.
[0025] Der Anker und/oder das Einstellelement und/oder gegebenenfalls das Führungselement
bestehen bevorzugt aus einem Material, das härter ist, als das Material des Schuhhaltelementgehäuses.
Dies kann ein Metall sein oder ein Kunststoff oder anderes Material, das Metall aufweist
oder auf andere Art verstärkt ist. Als geeignete Metalle bieten sich beispielsweise
Aluminium, Kupfer, Titan oder Edelstahl an, oder Legierungen die Anteile wenigstens
eines dieser Metalle aufweisen.
[0026] Mit dem beschriebenen Schuhhaltelement können sehr hohe Auslösekräfte für den Sohlenhalter
bis zu einem Wert 20 wie sie z.B. im professionellen Skizirkus eigestellt werden,
eingestellt und sicher in das Schuhhalteelementgehäuse eingeleitet werden, ohne dass
die Gefahr einer Verformung von Teilen des Schuhhalteelementgehäuses besteht.
[0027] Die weitere Erfindung betrifft ein Schuhhalteelement für einen Skischuh, mit einer
Basisplatte zum Verbinden des Sehullhalteelements mit einem Ski, wenigstens einem
Sohlenhalter zum lösbaren Halten des Skischuhs auf den Ski und einer Vorrichtung,
die zum Halten des Skischuhs auf den Ski den Sohlenhalter gegen eine Sohle des Skischuhs
drückt und zum Lösen den Sohlenhalter freigibt, sodass er sich von der Sohle des Skischuhs
weg bewegen kann. Die Vorrichtung kann einen linear entlang der Schuhhalteelementlängsache
beweglichen Schlitten oder Kolben aufweisen, der durch ein Federelement in Richtung
auf den Sohlenhalter vorgespannt wird, wobei die Spannkraft des Federelements eingestellt
werden kann. Das Schuhhalteelement kann das Schuhhalteelement der ersten Erfindung
sein, es kann sich aber auch um ein im Stand der Technik bereits bekanntes Schuhhalteelement
handeln.
[0028] Desweiteren weist das Schuhlzalteelement der weiteren Erfindung einen Öffnungshebel,
der z.B. mit einer Spitze eines Skistocks bewegt werden kann, um den Halt des Skischuhs
durch die Vorrichtung zu lösen, und erfindungsgemäß einen Hilfshebel auf, der einen
zum Lösen der Spannungsvorrichtung am Öffnungshebel aufgewandte Kraft untersetzt,
so dass am Öffnungshebel weniger Kraft aufgewandt werden muss.
[0029] Bei dem Schuhhalteelement handelt es sich z.B. um einen Fersenhalter einer Skibindung,
der Sohlenhalter kann Bestandteil eines bekannten Fersenautomats für solch eine Bindung
sein. Der Hilfshebel ist bevorzugt als Kniehebel gebildet und mit einem Ende an dem
Öffnungshebel und dem anderen Ende an der Vorrichtung, z.B. dem Schlitten oder Kolben
der Vorrichtung, angelenkt.
[0030] Wird der Öffnungshebel betätigt, so wird über den Hilfshebel eine relativ kleine
Bewegung des Öffnungshebels in eine längere Bewegung der mit ihm verbundenen Vorrichtung
umgesetzt. Mit anderen Worten, der Skifahrer muss den Öffnungshebel einer kleineren
Weg drücken und/oder weniger Kraft aufwenden, um den Sohlenhalter zum Aussteigen aus
dem Schuhhalteelement zu öffnen.
[0031] Der Hilfshebel kann aus dem gleichen Material bestehen, wie das Schuhhalteelementgehäuse
oder aus einem festeren Material, z.B. aus Metall.
[0032] Für die gesamte Beschreibung und die Ansprüche gilt, dass der Begriff "ein" oder
"eine" nicht einschränkend zu verstehen ist. Wenn dieser Begriff als Zahlenangabe
gemeint ist, wird dies in der Beschreibung und den Ansprüchen durch Begriffe wie zum
Beispiel "einen einzigen" eineindeutig kenntlich gemacht. Das heißt, der Begriff "ein"
in dieser Beschreibung kann, muss aber nicht, als "wenigstens ein" gelesen werden.
[0033] Im Folgenden werden die Erfindungen unter Hinweis auf die beigelegten Figuren anhand
je eines Ausführungsbeispiels noch einmal erläutert. Erfindungswesentliche Merkmale
oder Merkmalskombinationen, die nur den Figuren entnommen werden können, können die
Erfindung je einzeln oder in den gezeigten Kombinationen vorteilhaft weiterbilden
und gehören zum Umfang der Erfindung. Die Figuren zeigen im Einzelnen:
- Figur 1
- Explosionszeichnung eines Schuhhalteelements mit Zuganker
- Figur 2
- Schnittseitenansicht des Schuhhalteelements der Figur 1
- Figur 3
- Schnittansicht des Schuhhalteelements der Figur 1 von oben
- Figur 4
- Explosionszeichnung von Teilen eines Schuhhalteelements mit Hilfshebel
- Figur 5
- Schnittseitenansicht des Schuhhaltelements der Figur 4 geschlossen
- Figur 6
- Schnittseitenansicht des Schuhhalteelements der Figur 4 offen
[0034] Die Figur 1 zeigt eine Explosionszeichnung eines Schuhhaltelements 1 für einen Skischuh,
in der die wesentlichen Teile einzeln dargestellt sind. Das Schuhhalteelement 1 weist
in der gezeigten Ausführungsform eine Basisplatte 2 auf, mit der das Schuhhalteelement
1 auf einem Ski befestigt werden kann, ein Schuhhalteelementgehäuse 3 und einen Sohlenhalter
4. Desweiteren weist das Schuhhaltelement eine Vorrichtung 5 auf, mit welcher der
Sohlenhalter 4 gegen eine Sohle eines Skischuhs gedrückt werden kann.
[0035] Die Vorrichtung 5 weist einen Anker 6, einen Schlitten oder Kolben 7, ein Federelement
8, ein Führungselement 9 und ein Einstellelement 10 auf, mit dem im Zusammenwirken
mit dem Anker 6 eine Auslösekraft der Vorrichtung 5 eingestellt werden kann.. Der
Anker 6 ist im Ausführungsbeispiel T-förmig ausgebildet, mit einem T-Balken 6a und
einer T-Säule 6b. Die T-Säule 6b weist an ihrem vom T-Balken 6a wegweisenden Ende
eine Öffnung oder Bohrung 6c auf. Das Einstellelement 10 ist ein Stift in Schraubenform,
mit einem Schraubenkopf 10a und einem Schraubenschaft 10b mit einem Außengewinde.
[0036] Zwischen dem Anker 6 und dem Einstellelement 10 ist der Schlitten 7 angeordnet, der
in dem Schuhhalteelementgehäuse 3 geführt wird, sodass er sich nur entlang der Längsachse
L des Schuhhalteelements 1 bewegen kann. Der Schlitten 7 weist weiterhin eine Öffnung
auf, durch die die T-Säule 6b des Ankers 6 hindurchgreifen kann. Desweiteren liegt
zwischen dem Anker 6 und dem Einstellelement 10 ein Führungselement 9, das ebenfalls
im Schuhhalteelementgehäuse 3 gelagert ist und sich im dem Gehäuse nur entlang der
Längsachse L bewegen kann. Schließlich weist die Vorrichtung 5 ein Federelement 8
in Form einer Spiralfeder auf, das mit einem seiner Enden in den Schlitten 7 eingreift
und sich dort abstützt und mit dem anderen Ende in das Führungselement 9 eingreift
und sich dort abstützt. Wird jetzt das Einstellelement 10 in den Anker 6 eingeschraubt,
wird das Federelement 8 komprimiert, und eine zunehmende Kraft in Richtung des Sohlenhalters
4 auf den Schlitten 7 ausgeübt.
[0037] Die Figur 1 zeigt als weiteres Teil des Schuhhalteelements 1 des Ausführungsbeispiels
einen Öffnungshebel 11 der über eine Hohlachse 12 mit dem Sohlenhalter 4 und dem Schuhhalteelementgehäuse
5 verbunden werden kann und mittels dem der Sohlenhalter 4 zum Ausstieg aus dem Schuhhalteelement
1 frei gegeben werden kann.
[0038] Der Anker 6 bzw. die Spannweite des T-Balkens 6a ist so groß, dass die beiden Enden
des T-Balkens 6a beim Zusammenbau des Schuhhalteelements 1 in Ausnehmungen im Schuhhalteelementgehäuse
4 eingreifen. Dadurch wird beim Spannen der Vorrichtung durch das Einschrauben des
Einstellelements 10 in den Anker 6 der Anker 6 mit einer Zugkraft belastet, die über
den T-Balken 6a in das Schuhhalteelementgehäuse 5 oder in die Basis 2 eingeleitet
werden. Der Anker 6 ist dabei aus einem festeren Material gefertigt, als das Schuhhalteelementgehäuse
5 und kann, wie gezeigt, Ausnehmungen aufweisen, um Material und Gewicht zu sparen.
Beispielsweise kann das Gehäuse aus einem Kunststoff gebildet sein, der Anker aus
einem Metall z.B. als Aluminiumguss- oder Metallsinterteil.
[0039] Die Figur 2 zeigt das zusammengebaute Schuhhalteelement 1 der Figur 1 in einer seitlichen
Schnittansicht. Die Vorrichtung 5 ist in das Schuhhalteelementgehäuse 3 eingebaut.
Der Schlitten 7 wird durch die Feder 8, die durch den Eingriff des Einstellelements
10 in den Anker 6 gespannt ist, mit einer vorderen Nase gegen den Sohlenhalter 4 gedrückt.
Der Anker 6 durchgreift dabei den Schlitten 7 und greift ebenso wie das Einstellelement
10 in das Federelement 8 ein. Das Außengewinde 10c des Einstellelements 10 ist in
das Innengewinde 6c des Ankers 6 eingeschraubt, sodass der Anker 6, der im eingebauten
Zustand relativ zu dem Schuhhalteelementgehäuse 3 nicht bewegt werden kann, in Zusammenwirkung
mit dem Einstellelement 10 das Federelement 8 spannt.
[0040] Wenn das Einstellelement 10 in den Anker 6 eingeschraubt wird, nimmt es das Führungselement
9 mit, sodass das Federelement 8, das in den Schlitten 7 und das Führungselement 9
eingreift, sich dort abstützt und gleichzeitig im Eingriffsbereich geführt wird, komprimiert
wird, wodurch die Federkraft des Federelements 8 erhöht wird.
[0041] Die Figur 3 zeigt die Einbausituation der Vorrichtung 5 in einer Draufsicht. In dieser
Ansicht ist zu erkennen, dass der Anker 6, bzw. die äußeren Enden des T-Balkens 6a
in Ausnehmungen die in dem Schuhhalteelementgehäuse 3 gebildet sind eingreift und
dadurch zumindest in Richtung der Längsachse L des Schuhhalteelements 1 festgelegt
ist. Der Schlitten 7 und das Führungselement 9 werden im Schuhhalteelementgehäuse
3 in Richtung der Längsachse L geführt, wobei das Führungselement 9 nur bis zu einem
Anschlag 13 in das Schuhhalteelementgehäuse 3 hinein bewegt werden kann. Stößt das
Führungselement 9 gegen den Anschlag 13 ist eine maximale Federkraft der Vorrichtung
5 eingestellt.
[0042] Die Figur 4 zeigt die wesentlichen Teile eines Schuhhalteelements 1 mit einem Öffnungshebel
11 und einem Hilfshebel 14, wobei der Hilfshebel 14 in einem ersten Gelenk über ein
Achse 15 mit dem Öffnungshebel 11 und in einem zweiten Gelenk über eine Achse 16 mit
dem Schlitten 7 verbunden werden kann. Der Hilfshebel 14 kann Bestandteil des in den
Figuren 1 bis 3 gezeigten Schuhhalteelements 1 mit der Vorrichtung 5 sein, kann aber
auch vorteilhaft für Schuhhaltelemente 1 mit anderen als der erfindungsgemäßen Vorrichtung
5 genutzt werden.
[0043] Durch den Hilfshebel 14 wird eine am Öffnungshebel 11 angreifende Kraft untersetzt,
weshalb der Hilfshebel 14 besonders bei Schuhhalteelementen 1 mit einer voreingestellten
großen Auslösekraft von Vorteil ist.
[0044] In der Figur 5 ist das Schuhhalteelement 1 der Figur 2 mit einem Hilfshebel 14 gezeigt.
Das Schuhhalteelement 1 befindet sich in einem geschlossenen Zustand, das heißt, in
einem Zustand, in dem z.B. der Skifahrer mit seinen Schuh in das Schuhhalteelement
1 eingestiegen und bereit zur Abfahrt ist. Der Öffnungshebel 11 ist in dieser Position
nicht betätigt, der Schlitten 7 drückt mit seinem vorderen Ende gegen den Sohlenhalter
4. Der Schlitten 7 wird, wie bereits zu den vorgehenden Figuren beschrieben, durch
die Feder 8, die zwischen dem Anker 6 bzw. dem Schlitten 7 und dem Einstellglied 10
bzw. dem Führungselement 9 angeordnet ist, in Richtung des Sohlenhalters gedrückt.
Die Kraft, mit der der Schlitten 7 gegen den Sohlenhalter 4 gedrückt wird, wird durch
das bereits beschriebene Zusammenwirken von Anker 6 und Einstellelement 10 bestimmt.
[0045] Die Figur 6 zeigt das Schuhhalteelement 1 der Figur 5 nach einer vollständigen Öffnung.
Der Öffnungshebel 11 ist jetzt in der Position, in der der Sohlenhalter 4 freigegeben
ist, sodass der Sohlenhalter 6 sich zur Freigabe des Skischuhs nach oben bewegen konnte.
Der Öffnungshebel 11 hat über die Achsen 15 und 16 den Hilfshebel 14 mitgenommen,
der wiederum den Schlitten 7 gegen die Vorspannkraft des Federelements 8 soweit bewegt
hat, dass sich der Sohlenhalter 6 öffnen konnte.
[0046] Es wird abschließend noch einmal darauf hingewiesen, dass es sich bei den vorhergehend
detailliert beschriebenen Vorrichtungen lediglich um Ausführungsbeispiele handelt,
welche vom Fachmann in verschiedenster Weise modifiziert werden können, ohne den Bereich
der Erfindung zu verlassen. Weiterhin schließt die Verwendung der unbestimmten Artikel
"ein" bzw. "eine" nicht aus, dass die betreffenden Merkmale auch mehrfach vorhanden
sein können. Ebenso schließt der Begriff "Vorrichtung" nicht aus, dass die betreffenden
Vorrichtungen aus mehreren zusammenwirkenden Teil-Komponenten bestehen, die gegebenenfalls
auch räumlich verteilt sein können.
Bezugszeichenliste
[0047]
- 1
- Schuhhalteelement
- 2
- Basis
- 3
- Schuhhalteelementgehäuse
- 4
- Sohlenhalter
- 5
- Vorrichtung
- 6
- Anker
- 6a
- T-Balken
- 6b
- T-Säule
- 6c
- Innengewinde
- 7
- Schlitten
- 8
- Federelement
- 9
- Führungselement
- 10
- Einstellelement
- 10a
- Schraubenkopf
- 10b
- Schraubenschaft
- 10c
- Außengewinde
- 11
- Öffnungshebel
- 12
- Hohlachse
- 13
- Anschlag
- 14
- Hilfshebel
- 15
- Achse
- 16
- Achse
- L
- Längsachse
1. Schuhhalteelement für einen Skischuh, umfassend
eine Basisplatte (2) mit der das Schuhhalteelement (1) mit einem Ski verbindbar ist,
ein Schuhhalteelementgehäuse (3), das mit der Basisplatte (2) verbunden oder verbindbar
ist,
wenigstens einen Sohlenhalter (4) zum lösbaren Halten eines Skischuhs auf dem Ski,
und eine Vorrichtung (5) zum Einstellen einer Auslösekraft des Schuhhalteelements
(1),
wobei die Vorrichtung (5) einen auf Zug beanspruchbaren Anker (6) und ein Einstellelement
(10) zum Einstellen einer Auslösekraft des Schuhhalteelements (1) das mit dem Anker
(6) verbindbar ist aufweist.
2. Schuhhalteelement nach Anspruch 1, wobei das Einstellelement (10) lösbar mit dem Anker
(6) verbindbar ist.
3. Schuhhalteelement nach einem der vorgehenden Ansprüche, wobei der Anker (6) im oder
am Schuhhalteelementkörper (3) verankert ist oder verankert werden kann.
4. Schuhaltelement dem vorgehenden Anspruch, wobei der Anker (6) durch Formschluss im
oder am Schuhhalteelementkörper (3) verankerbar ist.
5. Schuhhalteelement nach einem der vorgehenden Ansprüche, wobei das Schuhhalteelementgehäuse
(3) als Körperskelett ausgebildet ist, sodass im Schuhhalteelementgehäuse (3) gehaltene
weitere Bauteile von außen sichtbar sind.
6. Schuhhalteelement nach einem der vorgehenden Ansprüche, wobei der Anker (6) T-förmig
ist mit einem T-Balken (6a) und einer T-Säule (6b) und wenigstens zwei äußere Enden
des T-Balkens (6a) in Ausnehmungen, die im Schuhhalteelementgehäuse (3) gebildet sind,
eingreifen, und der Anker (6) dadurch in dem Schuhhalteelementgehäuse (3) festlegen.
7. Schuhhalteelement nach Anspruch 6, wobei die T-Säule (6b) des Ankers (6) an einem
vom T-Balken (6a) wegweisenden Ende eine Bohrung (6d) aufweist, die sich entlang einer
Längsachse der T-Säule (6b) erstreckt und in dem vom T-Balken (6a) wegweisenden Ende
des Ankers (6) mündet.
8. Schuhhalteelement nach Anspruch 7, wobei die Bohrung (6d) ein Innengewinde (6c) aufweist,
in die das Einstellelement (10) das ein Außengewinde (10c) aufweist eingeschraubt
werden kann.
9. Schuhhalteelement nach Anspruch 8, wobei zwischen dem Anker (6) und dem Einstellelement
(10) ein Federelement (8) angeordnet ist, welches beim Einschrauben des Einstellelements
(10) in den Anker (6) komprimiert wird.
10. Schuhhalteelement nach dem vorgehenden Anspruch, wobei der T-Balken (6a) in das Federelement
(8) bevorzugt zentral zumindest teilweise eingreift und der Schlitten (7) das Federelement
(8) an seinem dem T-Balken (6a) zugewandten Ende zumindest teilweise radial umgibt
und das Einstellelement (10) oder ein Führungselement (9) für das Federelement (8),
das beim Schrauben des Einstellelements (10) in den Anker (6) von dem Einstellelement
(10) mitgenommen wird, das Federelement (8) zumindest teilweise radial umgibt.
11. Schuhhalteelement nach Anspruch 7, wobei das Schuhhalteelementgehäuse (3) einen Anschlag
(13) für das Einstellelement (10) bzw. das Führungselement (9) aufweist, der eine
maximal einstellbare Auslösekraft der Vorrichtung (5) bestimmt.
12. Schuhhalteelement nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei der Anker (6) und/oder das
Einstellelement (10) aus einem Material bestehen, das härter ist, als das Material
des Schuhhalteelementgehäuses (3), zum Beispiel aus Metall.
13. Schuhhalteelement für einen Skischuh, umfassend
eine Basisplatte (2) mit der das Schuhhalteelement (1) mit einem Ski verbindbar ist,
ein Schuhhalteelementgehäuse (3), der mit der Basisplatte (2) verbunden oder verbindbar
ist,
wenigstens einen Sohlenhalter (4) zum lösbaren Halten eines Skischuhs auf dem Ski,
eine Vorrichtung (5) zum Einstellen einer Auslösekraft des Schuhhalteelements (1)
mit einem Schlitten (7),
und einen Öffnungshebel (11) zum Öffnen des Sohlenhalters (4),
wobei das Schuhhalteelement (1) zusätzlich einen Hilfshebel (14) aufweist, der eine
zum Öffnen des Sohlenhalters (4) am Öffnungshebel (11) aufgewandte Kraft untersetzt.
14. Schuhhalteelement nach Anspruch 13, wobei der Hilfshebel (14) in einem ersten Gelenk
(14) mit dem Öffnungshebel (11) und in einem zweiten Gelenk (16) mit dem Schlitten
(7) verbunden ist.
15. Schuhhalteelement nach einem der Ansprüche 1 bis 12 und einem Hilfshebel gemäß der
Ansprüche 13 oder 14.