[0001] Die Erfindung betrifft einen Offenend-Spinnrotor, der einen Rotorschaft, eine Rotortasse
und eine Kupplungseinrichtung, die den Rotorschaft und die Rotortasse lösbar verbindet,
umfasst. Die Kupplungseinrichtung weist Arretierungsmittel zur axialen Arretierung
der Rotortasse, Übertragungsmittel zur formschlüssigen Übertragung eines Drehmomentes
von dem Rotorschaft auf die Rotortasse und zusätzlich Zentriermittel zur Zentrierung
von Rotorschaft und Rotortasse auf. Die Zentriermittel umfassen eine zylindrische
Bohrung und einen dazu korrespondierenden Führungsansatz, der in die zylindrische
Bohrung einführbar ist.
[0002] In Offenend-Rotorspinnmaschinen eingesetzte Spinnrotoren müssen bei Bedarf, zum Beispiel
bei Verschleiß oder um einen anderen Garntyp auf der Rotorspinnmaschine zu fertigen,
gewechselt werden können. Je nach Art der Lagerung kann es den Wechsel der Offenend-Spinnrotoren
erschweren oder gar unmöglich machen, wenn die Rotortasse und der Rotorschaft unlösbar
miteinander verbunden sind. Deshalb wurden bereits eine Vielzahl von Überlegungen
angestellt, wie die Verbindung zwischen Rotortasse und Rotorschaft lösbar gestaltet
werden kann. Neben der einfachen Austauschbarkeit der Rotortasse steht die sichere
Verbindung während des Betriebes des Spinnrotors im Vordergrund. Dabei ist zu beachten,
dass der Spinnrotor bei Drehzahlen von 150.000 Umdrehungen pro Minute und mehr betrieben
wird. Es sind Rotorspinnmaschinen bekannt, die bis zu 200.000 Umdrehungen pro Minute
erreichen.
[0003] Eine Möglichkeit einer solchen lösbaren Verbindung ist in der
EP 1 156 142 B1 beschrieben. Diese wird mittels einer Kupplungsvorrichtung realisiert, die aus einer
Magnetlagerung zur axialen Arretierung von Rotorschaft und Rotortasse und einer mechanischen
Verdrehsicherung, die über Formschluss jede relative Rotations-bewegung zwischen Rotorschaft
und Rotortasse verhindert, besteht. In den Rotorschaft ist eine Aufnahmehülse mittels
einer Presspassung eingelassen. Die Aufnahmehülse weist in axialer Richtung hintereinander
einen Permanentmagneten, einen Innenmehrkant und eine zylindrische Bohrung auf. Die
Rotortasse weist einen Achsstummel beziehungsweise einen Ansatz aus ferromagnetischem
Material mit einem Außenmehrkant, der mit dem Innenmehrkant korrespondiert, und einem
Führungsansatz, der mit der zylindrischen Bohrung korrespondiert, auf.
[0004] Die zylindrische Bohrung soll den Führungsansatz spielfrei umschließen. Eine solche
spielfreie Verbindung ist aufgrund der immer vorhandenen Fertigungstoleranzen jedoch
nicht möglich. Um die Austauschbarkeit der Rotortasse zu gewährleisten, wird also
immer ein Spiel zwischen der zylindrischen Bohrung und dem Führungsansatz nötig sein.
Aber selbst bei einem geringen Spiel, dass sich im Bereich weniger hundertstel Millimeter
bewegt, können bei den hohen Drehzahlen, mit denen der Spinnrotor rotiert, Unwuchtkräfte
entstehen, die den Antrieb und/oder die Lagerung des Spinnrotors schädigen können.
Die Unwucht entsteht dabei durch den Achsversatz zwischen Rotortasse und Rotorschaft.
[0005] Die
DE 10 2009 048 295 A1 offenbart ebenfalls einen Spinnrotor mit einer Rotortasse und einem Rotorschaft.
Diese sind lösbar miteinander verbunden. Der Rotorschaft weist eine Bohrung auf und
die Rotortasse einen Wellenstumpf, der in die Bohrung einführbar ist. In einer Umfangsnut
des Wellenstumpfes oder der Bohrung ist ein Federelement angeordnet, dass beim Einführen
des Wellenstumpfes in die Bohrung so gespannt werden soll, dass ein Drehmoment von
dem Rotorschaft auf die Rotortasse übertragen wird. Es hat sich jedoch gezeigt, dass
eine solche kraftschlüssige Drehmomentübertragung nicht die erforderliche Zuverlässigkeit
aufweist. Zu Unwuchtkräften macht die Schrift keine Aussage.
[0006] Die
EP 0 808 923 A1 offenbart einen Offenend-Spinnrotor, bestehend aus einer Rotortasse und einem diese
aufnehmenden Trägerteil, über das die Rotortasse gelagert und angetrieben wird. Rotortasse
und Trägerteil sind durch eine Klipsverbindung miteinander verbunden. Ein Teil der
Klipsverbindung ist über ein elastisches Element aufgenommen. Dadurch wird die nötige
Verformbarkeit der Klipsverbindung für die Montage erreicht. Das elastische Element
soll außerdem Schwingungen, die durch eine Unwucht der Rotorasse erzeugt werden, dämpfen.
Ein Achsversatz von Rotortasse und Trägerteil beziehungsweise Rotorschaft kann durch
die offenbarte Konstruktion nicht verhindert werden.
[0007] Die
DE 38 15 182 A1 offenbart verschiedene Kupplungseinrichtungen zum lösbaren Verbinden von Rotorschaft
und Rotortasse. Es wird unter anderen eine aus elastischem Werkstoff bestehende Zentrierscheibe
vorgeschlagen, die zwischen einem an der Rotortasse angesetzten Kupplungszapfen und
einer mit dem Rotorschaft verbundenen Kupplungsschale angebracht ist. Der Durchmesser
des Kupplungszapfens ist deutlich kleiner als der Durchmesser der Kupplungsschale.
Der Zwischenraum zwischen Zapfen und Schale wird ausschließlich durch die elastische
Zentrierscheibe ausgefüllt. Es ist zu bezweifeln, dass die für moderne Rotorspinnmaschinen
erforderliche Zentriergenauigkeit auf diese Weise erreicht werden kann
[0008] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, den Spinnrotor der
EP 1 156 142 B1 so weiterzuentwickeln, dass die Rotortasse leicht ausgetauscht werden kann und gleichzeitig
eine zuverlässige Zentrierung von Rotortasse und Rotorschaft erreicht wird.
[0009] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches
1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0010] Zur Lösung der Aufgabe weist die zylindrische Bohrung und der Führungsansatz eine
Spielpassung auf und die Zentriermittel umfassen eine elastische Anordnung, die sich
zwischen der zylindrischen Bohrung und dem Führungsansatz befindet.
[0011] Als Passung wird bekanntermaßen die maßliche Beziehung zwischen zwei gepaarten, toleranzbehafteten
Teilen bezeichnet, wobei beide Teile das gleiche Nennmaß aufweisen, jedoch Lage und
Größe der Toleranzfelder unterschiedlich sein können. Wenn die vorgegebenen Toleranzen
im gesamten Toleranzfeld ein Spiel erlauben, spricht man von einer Spielpassung. Spielpassungen
sind leicht zu fertigen und in der ISO-Norm ISO 286 genormt. Definitionsgemäß haben
also die zylindrische Bohrung und der Führungsansatz das gleiche Nennmaß. Die Abweichungen
liegen in einem engen Toleranzfeld. Die elastische Anordnung, die zwischen der zylindrischen
Bohrung und dem Führungsansatz angeordnet ist, muss also nur einen geringen Abstand
überbrücken. Die elastische Anordnung kann also in Verbindung mit der Spielpassung
eine zuverlässige Zentrierung erreichen. Ein Versatz der Achsen von Rotortasse und
Rotorschaft wird weitestgehend vermieden. Die einfache Austauschbarkeit der Rotortasse
ist gewährleistet. Zum einen ist ein Spiel zwischen Bohrung und Führungsansatz vorhanden.
Zum anderen sind die von der eleatischen Anordnung ausgeübten Kräfte gering, da sie
nur der Zentrierung dienen und kein Drehmoment übertragen werden muss. Die Kräfte
können also bei einem Wechsel der Rotortasse leicht überwunden werden.
[0012] Vorzugweise ist das Spiel zwischen der zylindrischen Bohrung und dem Führungsansatz
kleiner als 0,1mm. In diesem Bereich kann man davon ausgehen, dass die Zentrierung
mittels der elastischen Anordnung zuverlässig ermöglicht werden kann.
[0013] Es versteht sich, dass die Zentrierung verbessert wird je geringer das Spiel zwischen
Bohrung und Führungsansatz ist. Zum anderen steigt der Fertigungsaufwand desto enger
die gewählten Toleranzen sind. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform werden die
Toleranzen so gewählt, dass das Spiel zwischen der zylindrischen Bohrung und dem Führungsansatz
kleiner ist als 0,01mm. Solche Toleranzen lassen sich realistisch fertigen und die
Zentrierung durch die elastische Anordnung ist optimal.
[0014] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist die Ausdehnung der elastischen
Anordnung in axialer Richtung der zylindrischen Bohrung größer als das 0,8-fache des
Durchmessers der zylindrischen Bohrung. Genau wie bei einem Versatz, bei dem die Achsen
von Rotortasse und Rotorschaft parallel zueinander verschoben sind, kann ein Winkelversatz,
bei dem sich die Achsen von Rotortasse und Rotorschaft unter einem Winkel schneiden,
Unwuchtprobleme hervorrufen. Wenn die elastische Anordnung die beschriebene Längsausdehnung
aufweist, kann außerdem ein Winkelversatz zwischen den Achsen von Rotortasse und Rotorschaft
vermieden werden.
[0015] Auch die Fertigungsgenauigkeit der elastischen Anordnung ist begrenzt. Das gilt insbesondere,
wenn die elastische Anordnung einstückig ausgebildet ist und eine größere Länge aufweist.
Deshalb ist vorteilhafterweise die Ausdehnung der elastischen Anordnung in axialer
Richtung der zylindrischen Bohrung kleiner als das 2,4-fache des Durchmessers der
zylindrischen Bohrung.
[0016] Gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst die elastische Anordnung
ein elastisches Element. Es ist möglich, nur ein einzelnes elastisches Element zu
verwenden. Das heißt, dass die elastische Anordnung einstückig ausgebildet ist.
[0017] Es ist auch möglich, dass die elastische Anordnung ein zweites elastisches Element
umfasst, das in axialer Richtung der zylindrischen Bohrung beabstandet von dem ersten
elastischen Element angeordnet ist. Durch die Verwendung von zwei Elementen kann mit
vergleichsweise kurzen elastischen Elementen eine größere Ausdehnung der elastischen
Anordnung in axialer Richtung der zylindrischen Bohrung realisiert werden. Die beiden
elastischen Elemente können identisch ausgebildet sein.
[0018] Das elastische Element kann zum Beispiel als Toleranzhülse ausgebildet sein. Die
Toleranzhülse kann als gewelltes Band ausgebildet sein und aus Federbandstahl bestehen.
[0019] Das elastische Element kann auch als O-Ring ausgebildet sein. Verzugsweise werden
zwei O-Ringe axial beabstandet zueinander verwendet. Es ist natürlich auch möglich,
zwei Toleranzhülsen in dieser Weise zu verwenden.
[0020] Die Zentrierung kann verbessert werden, wenn in der zylindrischen Bohrung oder dem
Führungsansatz ein umlaufender Einstich vorhanden ist, in dem das elastische Element
eingesetzt ist.
[0021] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
[0022] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Spinnrotor mit einer Kupplungseinrichtung gemäß dem Stand der Technik und einem
axialen Versatz von Rotortasse und Rotorschaft;
- Fig. 2
- der Spinnrotor gemäß Fig. 1 mit einem Winkelversatz zwischen Rotortasse und Rotorschaft;
- Fig. 3
- einen erfindungsgemäßen Spinnrotor mit O-Ringen;
- Fig. 4
- einen erfindungsgemäßen Spinnrotor mit einer Toleranzhülse;
- Fig. 5
- ein Schnittbild der Toleranzhülse aus Fig. 4;
- Fig. 6
- einen erfindungsgemäßen Spinnrotor mit einer alternativen Kupplungseinrichtung;
- Fig. 7
- ein Schnittbild der Kupplungseinrichtung aus Fig. 6.
[0023] Die Fig. 1 und die Fig. 2 zeigen einen Spinnrotor 1 mit einer Kupplungseinrichtung
3 wie im Stand der Technik zum Beispiel aus der eingangs zitierten
EP 1 156 142 B1 bekannt. Anhand der beiden Figuren sollen die Probleme erläutert werden, die durch
die vorliegende Erfindung behoben werden. Die Figuren 1 und 2 zeigen beide den gleichen
Spinnrotor 1, so dass dieser im Folgenden nur einmal beschrieben wird. Der Spinnrotor
1 umfasst eine Rotortasse 2 und einen Rotorschaft 4, die über eine Kupplungseinrichtung
3 miteinander verbunden sind. Der Rotorschaft 4 ist in einer geeigneten, nicht dargestellten
Lagerung gelagert und mit einem nicht dargestellten Antrieb verbunden. Der Antrieb
versetzt den Rotorschaft 4 und damit den Spinnrotor 1 in Drehung. Die Rotortasse 2
weist einen Ansatz auf. Der Ansatz ist unterteilt in einen zylindrischen Führungsansatz
7 und ein Formschlusselement 9. In der vorliegenden Darstellung ist das Formschlusselement
9 als Außenmehrkant ausgebildet. Der Rotorschaft 4 weist eine zylindrische Bohrung
8 auf, die mit dem zylindrischen Führungsansatz 7 korrespondiert. Im Anschluss an
die zylindrische Bohrung 8 weist der Rotorschaft 4 ein als Innenmehrkant ausgebildetes
Formschlusselement 10 auf, das mit dem Formschlusselement 9 korrespondiert. Die Formschlusselemente
9 und 10 schaffen eine formschlüssige Verbindung zwischen der Rotortasse 2 und dem
Rotorschaft 4, so dass ein Drehmoment übertragen werden kann. Zur axialen Arretierung
der Rotortasse 2 weist der Rotorschaft 4 einen Magneten 5, der sich an den Innenmehrkant
anschließt, auf. Der Magnet 5 übt eine Anziehungskraft auf den ferromagnetischen Ansatz
der Rotortasse 2 aus. Zur axialen Arretierung sind die magnetischen Anziehungskräfte
ausreichend.
[0024] In Fig. 1 sind außerdem die Achsen 16 und 17 eingezeichnet. Bei der Achse 16 handelt
es sich um die Symmetrieachse der Rotortasse 2. Die Achse 17 veranschaulicht die Symmetrieachse
des Rotorschaftes 4. Aufgrund des Spiels zwischen der zylindrischen Bohrung 8 und
dem Führungsansatz 7 weisen die Achsen einen Versatz e auf. Dieser Versatz e führt
zu einer Unwucht des Spinnrotors. Diese Unwucht kann bei Drehzahlen bis zu 200.000
min
-1 zu Schädigungen des Lagers oder des Antriebes führen. In Fig. 1 sind die Achsen parallel
zueinander versetzt. Fig. 2 zeigt den gleichen Spinnrotor 1 wie Fig. 1. Die Achsen
16 und 17 sind jedoch nicht parallel zueinander versetzt, sondern Rotorschaft 4 und
Rotortasse 2 sind gegeneinander gekippt. Anders ausgedrückt, die Achsen 16 und 17
von Rotortasse 2 und Rotorschaft 4 weisen einen Winkelversatz auf. Auch der Winkelversatz
entsteht durch das Spiel zwischen Rotorschaft 4 und Rotortasse 2 und führt zu einer
Unwucht des Systems mit den oben beschriebenen Nachteilen.
[0025] Die Fig. 3 zeigt einen erfindungsgemäßen Spinnrotor 1a. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel
ist die Rotortasse 2 mit der Rotortasse 2 der Figuren 1 und 2 identisch. Der Rotorschaft
4a weist entsprechend dem Rotorschaft 4 eine zylindrische Bohrung 8, einen Innenmehrkant
10 und einen Magneten 5 zur axialen Arretierung der Rotortasse 2 auf. Die Kupplungseinrichtung
3a des Spinnrotors 1a unterscheidet sich dennoch von der Kupplungseinrichtung 3 des
Spinnrotors 1. Im Bereich der zylindrischen Bohrung 8 des Rotorschaftes 4a sind zusätzlich
zwei O-Ringe 13 und 14 angeordnet. Entlang des Umfangs der zylindrischen Bohrung 8
sind zwei Einstiche 18 und 19 vorhanden, in die die O-Ringe 13 und 14 eingelegt sind.
Die beiden O-Ringe 13 und 14 sorgen in Verbindung mit einer Spielpassung zwischen
der zylindrischen Bohrung 8 und dem korrespondierenden Führungsansatz 7 für eine zuverlässige
Zentrierung von Rotortasse 2 und Rotorschaft 4a. Die beiden O-Ringe bilden eine elastische
Anordnung. Die Ausdehnung der elastischen Anordnung in axialer Richtung der zylindrischen
Bohrung ist in Fig. 3 mit l
a bezeichnet. Der Durchmesser der zylindrischen Bohrung 8 ist mit d bezeichnet. Wenn
die Ausdehnung l
a im Verhältnis zum Durchmesser d ausreichend groß ist, kann auch ein Winkelversatz
zwischen den Achsen der Rotortasse 2 und des Rotorschaftes 4a verhindert werden. Erfindungsgemäß
muss dazu die Ausdehnung l
a mindestens 80% des Durchmessers d betragen.
[0026] Die Figuren 4 und 5 zeigen eine alternative Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
Der Unterschied des Spinnrotors 1b zum Spinnrotor 1a liegt dabei darin, dass die Kupplungseinrichtung
3b eine andere elastische Anordnung aufweist. Der Rotorschaft 4b weist am Umfang der
zylindrischen Bohrung 8 einen Einstich 20b auf. An dem Einstich 20b ist eine Toleranzhülse
15b angelegt. Um den Aufbau der Toleranzhülse 15b zu verdeutlichen, zeigt Fig. 5 einen
Schnitt durch die Toleranzhülse entlang der Schnittlinie A-A. Die Fig. 5 zeigt, dass
die Toleranzhülse 15b als gewelltes Band ausgebildet ist. Das gewellte Band kann aus
Federbandstahl gefertigt sein. Im Ausführungsbeispiel der Fig. 4 besteht die elastische
Anordnung aus dem elastischen Element, nämlich der Toleranzhülse 15b. Die Länge l
b der Toleranzhülse 15b entspricht hier der Ausdehnung der elastischen Anordnung in
axialer Richtung der zylindrischen Bohrung. Die Länge l
b ist auch hier im Verhältnis zum Durchmesser d der zylindrischen Bohrung 8 so gewählt,
dass ein Winkelversatz vermieden wird. Alternativ ist es auch möglich, statt der einen
Toleranzhülse 15b zwei entsprechend kürzere Toleranzhülsen zu verwenden, die beabstandet
zueinander angeordnet sind.
[0027] Für die vorliegende Erfindung ist es im Prinzip unerheblich, wie die Rotortasse in
axialer Richtung arretiert wird und wie die formschlüssige Verbindung zur Übertragung
des Drehmoments realisiert ist. Zur Veranschaulichung zeigt die Fig. 6 eine alternative
Ausführung der vorliegenden Erfindung. Der Spinnrotor 1c umfasst eine Rotortasse 2c,
eine Kupplungseinrichtung 3c und einen Rotorschaft 4c. Anders als in den vorherigen
Ausführungsbeispielen weist nicht der Rotorschaft 4 eine zylindrische Bohrung 8 auf,
sondern die Rotortasse 2c weist eine zylindrische Bohrung 8c auf. Der Rotorschaft
4c weist einen dazu korrespondierenden Führungsansatz 7c auf. In dem Führungsansatz
7c ist ein umlaufender Einstich 20c eingebracht. So kann zwischen dem Führungsansatz
7c und der zylindrischen Bohrung 8c die Toleranzhülse 15c angeordnet werden, um Rotortasse
2c und Rotorschaft 4c zu zentrieren. Im Anschluss an den Führungsansatz 7c weist der
Rotorschaft 4c ein Formschlusselement 11 auf. Die Rotortasse 2c umfasst ein dazu korrespondierendes
Formschlusselement 12. Die Fig. 7 zeigt den Schnitt B-B mit den beiden Formschlusselementen
11 und 12. Die Formschlusselemente 11 und 12 haben eine kreiszylindrische Form mit
zwei ebenen Flächen auf dem Umfang. Andere Formen sind möglich.
[0028] Zur axialen Arretierung weist der Rotorschaft 4c zwei Verriegelungskörper 6 auf,
die mittels des elastischen Elementes 21 und bei Drehung des Spinnrotors durch die
Fliehkraft in die umlaufende v-förmige Nut 22 der Rotortasse 4c gedrückt werden. Die
axiale Arretierung ist in der nicht vorveröffentlichten
DE 10 2012 008 693.8 genauer beschrieben.
1. Offenend-Spinnrotor (1a, 1b, 1c), umfassend einen Rotorschaft (4a, 4b, 4c), eine Rotortasse
(2, 2c) und eine Kupplungseinrichtung (3a, 3b, 3c), die den Rotorschaft (4a, 4b, 4c)
und die Rotortasse (2, 2c) lösbar verbindet, wobei die Kupplungseinrichtung (3a, 3b,
3c) Arretierungsmittel (5, 6) zur axialen Arretierung der Rotortasse (2, 2c), Übertragungsmittel
(9, 10, 11, 12) zur formschlüssigen Übertragung eines Drehmomentes von dem Rotorschaft
(4a, 4b, 4c) auf die Rotortasse (2, 2c) und zusätzlich Zentriermittel zur Zentrierung
von Rotorschaft (4a, 4b, 4c) und Rotortasse (2, 2c) aufweist, wobei die Zentriermittel
eine zylindrische Bohrung (8, 8c) und einen dazu korrespondierenden Führungsansatz
(7, 7c), der in die zylindrische Bohrung (8, 8c) einführbar ist, umfassen, dadurch gekennzeichnet, dass
die zylindrische Bohrung (8, 8c) und der Führungsansatz (7, 7c) eine Spielpassung
aufweisen und die Zentriermittel eine elastische Anordnung (13, 14, 15b, 15c) umfassen,
die sich zwischen der zylindrischen Bohrung (8, 8c) und dem Führungsansatz (7, 7c)
befindet.
2. Offenend-Spinnrotor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Spiel zwischen der zylindrischen Bohrung (8, 8c) und dem Führungsansatz (7, 7c)
kleiner ist als 0,1 mm.
3. Offenend-Spinnrotor nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Spiel zwischen der zylindrischen Bohrung (8, 8c) und dem Führungsansatz (7, 7c)
kleiner ist als 0,01mm.
4. Offenend-Spinnrotor nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausdehnung (la, lb) der elastischen Anordnung (13, 14, 15b, 15c) in axialer Richtung der zylindrischen
Bohrung (8, 8c) größer ist als das 0,8-fache des Durchmessers (d) der zylindrischen
Bohrung (8, 8c).
5. Offenend-Spinnrotor nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausdehnung (la, lb) der elastischen Anordnung in axialer Richtung der zylindrischen Bohrung (8, 8c)
kleiner ist als das 2,4-fache des Durchmessers (d) der zylindrischen Bohrung (8, 8c).
6. Offenend-Spinnrotor nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die elastische Anordnung ein elastisches Element (13, 15b, 15c) umfasst.
7. Offenend-Spinnrotor nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das elastische Element als Toleranzhülse (15b, 15c) ausgebildet ist.
8. Offenend-Spinnrotor nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Toleranzhülse (15b, 15c) als gewelltes Band ausgebildet ist.
9. Offenend-Spinnrotor nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das gewellte Band aus Federbandstahl besteht.
10. Offenend-Spinnrotor nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das elastische Element als O-Ring (13, 14) ausgebildet ist.
11. Offenend-Spinnrotor nach einem der Ansprüche 6 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass in der zylindrischen Bohrung (8, 8c) und/oder dem Führungsansatz (7, 7c) ein umlaufender
Einstich (18, 19, 20) vorhanden ist, in den das elastische Element (13, 14, 15b, 15c)
eingesetzt ist.
12. Offenend-Spinnrotor nach einem der Ansprüche 6 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die elastische Anordnung ein zweites elastisches Elemente (14) umfasst, das in axialer
Richtung der zylindrischen Bohrung beabstandet von dem ersten elastischen Element
(13) angeordnet ist.
13. Offenend-Spinnrotor nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das erste elastische Element (13) und das zweite elastische Element (14) identisch
ausgebildet sind.