[0001] Im Bereich des schienengebundenen Personennahverkehrs, beispielsweise beim U-Bahn-
und S-Bahn-Personennahverkehr, werden Fahrgäste auf fahrplanmäßig vorgegebenen Linien
von Bahnhof zu Bahnhof befördert. Der Zustrom der Fahrgäste in die Bahnhöfe erfolgt
zumindest näherungsweise gleichmäßig, und die Züge verkehren demgemäß in einem möglichst
identischen Abstand zueinander. Kommt es - aus welchen Gründen auch immer - zu einer
Verspätung eines Zuges und damit einhergehend zu einer verzögerten Einfahrt des Zuges
in einen Bahnhof, so werden in diesem Bahnhof - sowie im Weiteren auch in allen darauf
folgenden Bahnhöfen - mehr Fahrgäste auf den Zug warten, als dies ohne Verspätung
der Fall gewesen wäre. Infolge dessen wird dieser Zug proportional zu seiner Verspätung
eine erhöhte Anzahl an Fahrgästen aufnehmen müssen. Dies hat wiederum zur Konsequenz,
dass der nachfolgende, fahrplanmäßige Zug weniger Personen aufnehmen wird, da der
vorausfahrende, verspätete Zug bereits einen Teil der Fahrgäste mitgenommen hat, die
eigentlich vom nachfolgenden Zug hätten befördert werden sollen.
[0002] Aus der veröffentlichten internationalen Patentanmeldung
WO 97/9217 A2 ist ein Verfahren zur Regelung spurgebundener Fahrzeuge bekannt, bei dem ausgehend
von einem nichtlinearen stochastischen Modell Verspätungszeiten prognostiziert werden
und eine sowohl Verspätungszeiten als auch andere, die Regelung beeinflussende Parameter
berücksichtigende Zielfunktion mit einem Gradientenabstiegsverfahren, das neue Regelungswerte
zur Regelung der Fahrzeuge ermittelt, minimiert wird.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung anzugeben, mit der sich
die nachteiligen Folgen einer Fahrzeugverspätung so gering wie möglich halten lassen.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Haltezeitberechnungsmodul mit den Merkmalen
gemäß Patentanspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen
Haltezeitberechnungsmoduls sind in Unteransprüchen angegeben.
[0005] Danach ist erfindungsgemäß ein Haltezeitberechnungsmodul eines Fahrzeugs vorgesehen,
mit einer Kommunikationseinrichtung, die eine Kommunikation mit einem oder mehreren
anderen Fahrzeugen zur Übermittlung eigener fahrtbezogener Daten und/oder zum Empfang
fahrtbezogener Daten des oder der anderen Fahrzeuge ermöglicht, und einer mit der
Kommunikationseinrichtung in Verbindung stehenden Auswerteinrichtung, die ausgestaltet
ist, im Falle einer von den fahrtbezogenen Daten eines auf einer gemeinsamen, mit
Haltestellen ausgestatteten Strecke voraus- oder hinterherfahrenden Fahrzeugs angezeigten
Verspätung für die aktuelle Haltestelle oder eine folgende Haltestelle, insbesondere
die nächste Haltestelle, eine verlängerte Haltezeit zu berechnen, die die fahrplanmäßig
vorgegebene Haltezeit überschreitet, und ein Steuersignal zu erzeugen, das die berechnete
Haltezeit angibt.
Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Haltezeitberechnungsmoduls besteht
darin, dass die Fahrzeuge über ihre Kommunikationseinrichtungen miteinander kommunizieren
können und somit selbst beziehungsweise autark verlängerte Haltezeiten in den Bahnhöfen
berechnen können. Der Einsatz einer zentralen Leitstelle, die eine Vielzahl an Fahrzeugen
überwachen und steuern muss, ist für die Berechnung verlängerter Haltezeiten somit
nicht erforderlich.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäßen Haltezeitberechnungsmodule
ist darin zu sehen, dass diese schneller als eine zentrale Leitstelle arbeiten können,
denn für jedes Fahrzeug ist eine eigene Auswerteinrichtung vorgesehen, die nur die
eigene Haltezeit beziehungsweise die eigene Haltezeitverlängerung berechnen muss.
Durch den Einsatz einer dezentralen Haltezeitberechnung lassen sich Verspätungen deutlich
schneller in den Griff bekommen als dies eine zentrale Leitstelle vermag; dies soll
anhand eines Zahlenbeispiels verdeutlicht werden: Im Falle einer Haltezeitberechnung
durch eine zentrale Leitstelle sind die Mess- und Regelzeiten - wie die Erfinder festgestellt
haben - üblicherweise so groß, dass lediglich Fahrzeugverspätungen im Minutenbereich
ausgleichbar sind. Durch den erfindungsgemäß vorgesehenen Einsatz fahrzeugeigener
Haltezeitberechnungsmodule lassen sich jedoch im Unterschied dazu bereits Verspätungen
im Sekundenbereich ausgleichen, so dass ein Aufschaukeln einzelner kleiner Verspätungen
zu einer signifikanten Betriebsstörung auf der gesamten Strecke vermieden werden kann.
[0006] Die Berechnung einer verlängerten Haltezeit wird von der Auswerteinrichtung vorzugsweise
derart durchgeführt, dass der Abstand zwischen dem eigenen Fahrzeug und dem vorausfahrenden
Fahrzeug an einen fahrplanmäßig vorgesehenen Abstand angenähert oder auf diesen gebracht
wird.
[0007] Die Kommunikation von Fahrzeug zu Fahrzeug kann auf direktem Wege, beispielsweise
durch Funksignale von Fahrzeug zu Fahrzeug, oder auf indirektem Wege, beispielsweise
unter Vermittlung eines externen Kommunikationsnetzes (z.B. eines GSM (Global System
for Mobile Communications)-Netzes, eines WLAN (Wireless Local Area Network)-Netzes
oder eines UMTS (Universal Mobile Telecommunications System)-Netzes) erfolgen. Wie
oben erläutert, erfolgt die Kommunikation vorzugsweise ohne Einbindung einer die Fahrzeuge
überwachenden zentralen Leitstelle (beziehungsweise Leitzentrale), also mit anderen
Worten vorzugsweise "unmittelbar".
[0008] Anstelle einer Kommunikation über Funk kann auch eine andere Übertragungsweise vorgesehen
werden, beispielsweise über Licht (z.B. im infraroten Bereich) oder drahtgebunden
über Drähte, die auf der Strecke implementiert sind.
[0009] Das Haltezeitberechnungsmodul wird vorzugsweise für Fahrzeuge des Personennahverkehrs
eingesetzt. Als besonders vorteilhaft wird es angesehen, wenn die Fahrzeuge Schienenfahrzeuge
sind, die dieselbe Schienenstrecke befahren und sich die von dem Haltezeitberechnungsmodul
berechnete verlängerte Haltezeit auf den aktuell befahrenen oder einen nächsten Bahnhof
auf der Schienenstrecke bezieht.
[0010] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Auswerteinrichtung ist vorgesehen,
dass diese die verlängerte Haltezeit berechnet, indem sie zu der fahrplanmäßig vorgesehenen
Haltezeit eine zu der Verspätung des voraus- oder hinterherfahrenden Fahrzeugs proportionale
Zeitspanne addiert. Der Proportionalitätsfaktor liegt vorzugsweise zwischen 0 und
1.
[0011] Als besonders vorteilhaft wird es angesehen, wenn die Auswerteinrichtung derart ausgestaltet
ist, dass sie die verlängerte Haltezeit berechnet, indem sie zu der fahrplanmäßig
vorgegebenen Haltezeit eine Zeitspanne addiert, die zwischen 30% und 70% der Verspätung
des voraus- oder hinterherfahrenden Fahrzeugs liegt. Ein Proportionalitätsfaktor zwischen
30 % und 70 % ermöglicht eine besonders effiziente Regelung der Fahrzeugabstände mit
Blick auf den fahrplanmäßig vorgesehenen Abstand.
[0012] Darüber hinaus wird es als vorteilhaft angesehen, wenn ein Fahrzeug, das eine eigene
Haltezeit neu berechnet und eine verlängerte Haltezeit ermittelt hat, dieses Ergebnis
an voraus- oder hinterherfahrende Fahrzeuge übermittelt. Demgemäß wird es als vorteilhaft
angesehen, wenn die Auswerteinrichtung derart ausgestaltet ist, dass sie im Falle
einer gegenüber der fahrplanmäßig vorgegebenen Haltezeit verlängerten Haltezeit ein
Steuersignal erzeugt, das die verlängerte Haltezeit anzeigt, und dieses Steuersignal
an zumindest eines der auf der gemeinsamen Strecke unmittelbar voraus- und hinterherfahrenden
Fahrzeuge übermittelt.
[0013] Hat das vorausfahrende Fahrzeug eine Verspätung verursacht und wird deshalb die eigene
Haltezeit verlängert, so wird von dem Haltezeitberechnungsmodul vorzugsweise das hinterherfahrende
Fahrzeug informiert. Hat hingegen das hinterherfahrende Fahrzeug die Verspätung verursacht
und wird deshalb die eigene Wartezeit verlängert, so wird von dem Haltezeitberechnungsmodul
vorzugsweise das vorausfahrende Fahrzeug entsprechend informiert.
[0014] Das Haltezeitberechnungsmodul kann darüber hinaus auch den Verkehr auf anderen Strecken
berücksichtigen, mit denen eine Umsteigemöglichkeit besteht oder fahrplanmäßig vorgesehen
ist. Diesbezüglich wird es als vorteilhaft angesehen, wenn die Auswerteinrichtung
derart ausgestaltet ist, dass sie im Falle einer Verspätung eines auf einer anderen
Strecke fahrenden Fahrzeugs, zu dem gemäß dem vorgegebenen Fahrplan eine Umsteigemöglichkeit
vorgesehen ist, eine verlängerte Haltezeit für zumindest eine vor dem Ort der Umsteigemöglichkeit
liegende Haltestelle berechnet, ein Steuersignal erzeugt, das die verlängerte Haltezeit
anzeigt, und das Steuersignal, an zumindest eines der auf der eigenen Strecke unmittelbar
voraus- und hinterherfahrenden Fahrzeuge übermittelt.
[0015] Die von dem Haltezeitberechnungsmodul berechnete verlängerte Haltezeit kann unmittelbar
zur Steuerung des Fahrzeugs herangezogen werden. Beispielsweise kann das Haltezeitberechnungsmodul
eine mit der Auswerteinrichtung in Verbindung stehende Türsteuereinheit aufweisen,
die geeignet ist, die Türen gemäß dem Steuersignal der Auswerteinrichtung anzusteuern.
Vorzugsweise wird die Türsteuereinheit die Türen des Fahrzeugs für die berechnete
verlängerte Haltezeit an der jeweiligen Haltestelle öffnen.
[0016] Alternativ kann das Haltezeitberechnungsmodul eine mit der Auswerteinrichtung in
Verbindung stehende Anzeigeeinrichtung aufweisen, auf der die Auswerteinrichtung die
verlängerte Haltezeit anzeigt.
[0017] Hinsichtlich der Realisierung des Haltezeitberechnungsmoduls wird es als vorteilhaft
angesehen, wenn die Auswerteinrichtung eine Recheneinrichtung und einen Speicher umfasst,
in dem ein Programm gespeichert ist, das bei Ausführung durch die Recheneinrichtung
eine verlängerte Haltezeit berechnet, wenn von fahrtbezogenen Daten eines auf einer
gemeinsamen Strecke voraus- oder hinterherfahrenden Fahrzeugs eine Verspätung angezeigt
wird.
[0018] Die Erfindung bezieht sich darüber hinaus auf ein Schienenfahrzeug mit einem Haltezeitberechnungsmodul,
wie es oben beschrieben ist. Bezüglich der Vorteile des erfindungsgemäßen Schienenfahrzeugs
sei auf die oben erläuterten Vorteile des erfindungsgemäßen Haltezeitberechnungsmoduls
verwiesen, da die Vorteile des erfindungsgemäßen Haltezeitberechnungsmoduls denen
des erfindungsgemäßen Schienenfahrzeugs entsprechen.
[0019] Die Erfindung bezieht sich darüber hinaus auf ein Verfahren zum Steuern eines Fahrzeugs.
Erfindungsgemäß ist dabei vorgesehen, dass durch ein Haltezeitberechnungsmodul des
Fahrzeugs fahrtbezogene Daten eines oder mehrerer anderer auf einer gemeinsamen, mit
Haltestellen ausgestatteten Strecke fahrenden Fahrzeuge empfangen werden, im Falle
einer Verspätung eines auf der Strecke voraus- oder hinterherfahrenden Fahrzeugs für
eine folgende Haltestelle, insbesondere die nächste Haltestelle, eine verlängerte
Haltezeit berechnet wird, die die fahrplanmäßig vorgegebene Haltezeit überschreitet,
und ein Steuersignal erzeugt wird, das die berechnete Haltezeit angibt.
[0020] Bezüglich der Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens sei auf die obigen Ausführungen
im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Haltezeitberechnungsmodul verwiesen, da
die Vorteile des erfindungsgemäßen Haltezeitberechnungsmoduls denen des erfindungsgemäßen
Verfahrens entsprechen.
[0021] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert;
dabei zeigen beispielhaft
- Figur 1
- ein erstes Ausführungsbeispiel für ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Steuern eines
Fahrzeugs, wobei bei diesem Ausführungsbeispiel eine fahrzeugseitige Verspätung bei
hinterherfahrenden Fahrzeugen mit einem Proportionalitätsfaktor von k berücksichtigt
wird,
- Figur 2
- ein zweites Ausführungsbeispiel für ein erfindungsgemäßes Verfahren, wobei bei diesem
Ausführungsbeispiel eine Verspätung eines vorausfahrenden Fahrzeugs zu einer Haltezeitverlängerung
der hinterherfahrenden Fahrzeuge mit einem Proportionalitätsfaktor k führt,
- Figur 3
- ein drittes Ausführungsbeispiel für ein erfindungsgemäßes Verfahren, bei dem eine
kaskadierte Berechnung von Haltezeitverlängerungen mit jeweils einem Proportionalitätsfaktor
k vorgenommen wird,
- Figur 4
- ein viertes Ausführungsbeispiel für ein erfindungsgemäßes Verfahren, bei dem die Verspätung
eines hinterherfahrenden Fahrzeugs berücksichtigt wird,
- Figur 5
- ein fünftes Ausführungsbeispiel für ein erfindungsgemäßes Verfahren, bei dem die Verspätung
eines auf einer anderen Strecke fahrenden Fahrzeugs berücksichtigt wird, und
- Figur 6
- ein Ausführungsbeispiel für ein Schienenfahrzeug mit einem erfindungsgemäßen Haltezeitberechnungsmodul.
[0022] In den Figuren werden der Übersicht halber für identische oder vergleichbare Komponenten
stets dieselben Bezugszeichen verwendet.
[0023] Die Figur 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel für ein Verfahren, bei dem im Falle einer
Verspätung eines vorausfahrenden Schienenfahrzeugs die hinterherfahrenden Schienenfahrzeuge
ihre Haltezeit im nächsten Bahnhof verlängern, um den fahrplanmäßig vorgesehenen Abstand
zwischen den Schienenfahrzeugen aufrecht zu erhalten beziehungsweise wiederherzustellen.
[0024] In der Figur 1 erkennt man drei Schienenfahrzeuge F1, F2 und F3, die zum Beispiel
jeweils durch U- oder S-Bahnzüge gebildet sind und eine gemeinsame fahrplanmäßig vorgegebene
"Linie" (Verkehrslinie, zum Beispiel U-Bahnlinie "U1") bedienen. Die Schienenfahrzeuge
F1, F2 und F3 bilden also schienengebundene Linienfahrzeuge, die eine gemeinsame Strecke
S abfahren, beziehungsweise "bedienen". Auf der Strecke befinden sich Haltestellen
in Form von Bahnhöfen H1, H2 und H3, die von den Schienenfahrzeugen F1, F2 und F3
nacheinander abgefahren werden.
[0025] Zum Zeitpunkt t=t0 fahren die drei Schienenfahrzeuge F1, F2 und F3 fahrplankonform,
so dass der Abstand zwischen den Schienenfahrzeugen zumindest näherungsweise konstant
ist.
[0026] Zum Zeitpunkt t=t1 erreicht das Schienenfahrzeug F3 den Bahnhof H2, das Schienenfahrzeug
F2 den Bahnhof H3 und das Schienenfahrzeug F1 den Bahnhof H4. Fahrplanmäßig soll die
Haltezeit in den Bahnhöfen jeweils T0 betragen.
[0027] Während die beiden Fahrzeuge F2 und F3 die fahrplanmäßig vorgesehene Sollhaltezeit
von T0 einhalten, kommt es - aus welchen Gründen auch immer - zu einer Verlängerung
der Haltezeit beim Fahrzeug F1 im Bahnhof H4. Das Fahrzeug F1 wird den Bahnhof H4
somit nicht nach der Sollhaltezeit T0, sondern mit einer Verspätung von dT1 verlassen.
[0028] Die Figur 1 zeigt, dass zum Zeitpunkt t=t1+dT1 die Fahrzeuge F2 und F3 ihre Bahnhöfe
H2 und H3 bereits verlassen haben und sich mitten auf der Strecke befinden: So befindet
sich das Fahrzeug F3 auf dem Streckenabschnitt zwischen den Bahnhöfen H2 und H3 und
das Schienenfahrzeug F2 in dem Streckenabschnitt zwischen den Bahnhöfen H3 und H4.
Das vorausfahrende Fahrzeug F1 ist zu diesem Zeitpunkt t=t1+dT1 erst beim Verlassen
des Bahnhofs H4.
[0029] Um zu vermeiden, dass es aufgrund der verspäteten Abfahrt des Fahrzeugs F1 zu einer
dauerhaften Störung des Fahrbetriebs und zu einer dauerhaften Nichteinhaltung der
vorgegebenen Fahrzeugabstände kommt, wird das vorausfahrende Fahrzeug F1 an das hinterherfahrende
Fahrzeug F2 ein Steuersignal übersenden, mit dem es seine eigene Verspätung dT1 an
das hinterherfahrende Fahrzeug F2 übermittelt.
[0030] Das hinterherfahrende Fahrzeug F2 wird das empfangene Steuersignal mit der Verspätungsangabe
dT1 an das dem Fahrzeug F2 hinterherfahrende Fahrzeug F3 weiter übermitteln, so dass
beide hinterherfahrende Fahrzeuge F2 und F3 jeweils von der Verspätung des vorausfahrenden
Fahrzeugs F1 Kenntnis erlangen.
[0031] Die beiden hinterherfahrenden Fahrzeuge F2 und F3 werden die Verspätung dT1 des vorausfahrenden
Fahrzeugs F1 berücksichtigen, indem sie ihre Haltezeit in den jeweils vorausliegenden
Bahnhöfen H3 und H4 entsprechend verlängern.
[0032] Wenn also zum Zeitpunkt t=t2 das Fahrzeug F2 den Bahnhof H4 und das Fahrzeug F3 den
Bahnhof H3 erreicht, so werden beide Fahrzeuge länger als fahrplanmäßig vorgegeben
in den Bahnhöfen verbleiben. Die Haltezeit T2 des Fahrzeugs F2 wird beispielsweise
T2=T0+dT1 und die verlängerte Haltezeit T3 des Fahrzeugs F3 T3=T0+dT1 betragen.
[0033] Augrund der Verlängerung der Haltezeit in den Bahnhöfen H3 und H4 wird der Abstand
zu dem verspäteten Fahrzeug F1 an den fahrplanmäßig vorgesehenen Abstand angepasst
beziehungsweise auf diesen gebracht.
[0034] Die Figur 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel für ein Verfahren, bei dem im Falle einer
Verspätung eines vorausfahrenden Fahrzeugs die hinterherfahrenden Fahrzeuge eine verlängerte
Haltezeit unter Berücksichtigung eines Proportionalitätsfaktors berechnen.
[0035] Zu den Zeitpunkten t=t0, t=t1 und t=t1+dT1 sei die Situation beispielsweise identisch
mit der Situation, wie sie bereits in Figur 1 erläutert worden ist. Das vorausfahrende
Fahrzeug F1 hat an Bahnhof H4 eine Verspätung dT1, die sie mittels eines entsprechenden
Steuersignals an das hinterherfahrende Fahrzeug F2 übermittelt, das wiederum die Verspätung
dT1 an das Fahrzeug F3 weiterleitet.
[0036] Im Unterschied zu dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 werden bei dem Ausführungsbeispiel
gemäß Figur 2 die verlängerten Haltezeiten T2 und T3 unter Berücksichtigung eines
Proportionalitätsfaktors k berechnet. So wird das Fahrzeug F2 im Bahnhof H4 eine verlängerte
Haltezeit T2 gemäß folgender Gleichung berechnen:

wobei k den Proportionalitätsfaktor, dT1 die Verspätung des vorausfahrenden Fahrzeugs
F1 und T0 die fahrplanmäßige Haltezeit bezeichnen.
[0037] In entsprechender Weise wird das dem Fahrzeug F2 hinterherfahrende Fahrzeug F3 eine
verlängert Haltezeit T3 im Bahnhof H3 berechnen, gemäß:

[0038] Für den Proportionalitätsfaktor k gilt vorzugsweise:

wobei ein Bereich zwischen 0,1 und 0,9, insbesondere zwischen 0,3 und 0,7, als besonders
bevorzugt angesehen wird.
[0039] Die Figur 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel für ein Verfahren, bei dem im Falle einer
Verspätung eines vorausfahrenden Fahrzeugs die hinterherfahrenden Fahrzeuge verlängerte
Haltezeiten im jeweils nächsten Bahnhof vorsehen, wobei die Haltezeitverlängerung
von Fahrzeug zu Fahrzeug unterschiedlich ist.
[0040] In der Figur 3 erkennt man, dass das vorausfahrende Fahrzeug F1 eine Verspätung von
dT1 aufweist, die sie in Form eines Steuersignals an das hinterherfahrende Fahrzeug
F2 übermittelt. Das hinterherfahrende Fahrzeug F2 errechnet unter Berücksichtigung
der Verspätung dT1 des vorausfahrenden Fahrzeugs F1 eine verlängerte Haltezeit im
vorausliegenden Bahnhof H4, und zwar gemäß folgender Gleichung:

wobei dT1 die Verspätung des vorausfahrenden Fahrzeugs F1, T0 die fahrplanmäßige
Haltezeit und k einen vorgegebenen Proportionalitätsfaktor beschreibt. Der Proportionalitätsfaktor
k liegt vorzugsweise im Bereich zwischen 30 % und 70 %.
[0041] Aufgrund der verlängerten Haltezeit des Fahrzeugs F2 im Bahnhof H4 wird es - aus
Sicht des hinterherfahrenden Fahrzeugs F3 - zu einer Verspätung des Fahrzeugs F2 auf
der Strecke S kommen. Diesen Verspätungswert übermittelt das Fahrzeug F2 an das hinterherfahrende
Fahrzeug F3 in Form eines Steuersignals, mit dem die Verspätung dT2 des Fahrzeugs
F2 gegenüber dem Fahrplan mitgeteilt wird. Die Verspätung dT2 des Fahrzeugs F2 beträgt:

[0042] Das Fahrzeug F3 wird nach Erhalt des Steuersignals bezüglich der Verspätung dT2 des
Fahrzeugs F2 eine verlängerte Haltezeit T3 im vorausliegenden Bahnhof H3 berechnen
und demgemäß länger als fahrplanmäßig vorgesehen im Bahnhof H3 anhalten. Die Haltezeit
des Fahrzeugs F3 im Bahnhof H3 beträgt beispielsweise:

[0043] Das Fahrzeug F3 berechnet also die Verlängerung dT3 der Haltezeit unter Berücksichtigung
desselben Proportionalitätsfaktors k wie auch das vorausfahrende Fahrzeug F2. Mit
anderen Worten wird die Haltezeitverlängerung des Fahrzeugs F3 das k-fache der Verspätung
dT2 des Fahrzeugs F2 betragen. Mit Bezug auf das die Verspätung hervorrufende Fahrzeug
F1 gilt für die Verlängerung dT3 der Haltezeit T3 des Fahrzeugs F3 somit:

[0044] In der Figur 4 ist ein Ausführungsbeispiel für ein Verfahren gezeigt, bei dem ein
Schienenfahrzeug F2 auf einer gemeinsamen Strecke S eine Verspätung dT3 eines hinterherfahrenden
Schienenfahrzeugs F3 berücksichtigt.
[0045] In der Figur 4 erkennt man, dass das hinterherfahrende Fahrzeug F3 zum Zeitpunkt
t=t1+dT3 eine Verspätung von dT3 aufweist, die sie in Form eines Steuersignals an
das vorausfahrende Fahrzeug F2 übermittelt. Das vorausfahrende Fahrzeug F2 errechnet
unter Berücksichtigung der Verspätung dT3 des hinterherfahrenden Fahrzeugs F3 eine
verlängerte Haltezeit T2 im vorausliegenden Bahnhof H4, und zwar gemäß folgender Gleichung:

wobei dT3 die Verspätung des hinterherfahrenden Fahrzeugs F3, T0 die fahrplanmäßige
Haltezeit und k einen vorgegebenen Proportionalitätsfaktor beschreibt. Der Proportionalitätsfaktor
k liegt vorzugsweise im Bereich zwischen 30% und 70%.
[0046] Aufgrund der verlängerten Haltezeit des Fahrzeugs F2 im Bahnhof H4 wird es - aus
Sicht des vorausfahrenden Fahrzeugs F1 - zu einer Verspätung des Fahrzeugs F2 auf
der Strecke S kommen. Diesen Verspätungswert übermittelt das Fahrzeug F2 an das vorausfahrende
Fahrzeug F1 in Form eines Steuersignals, mit dem die Verspätung dT2 des Fahrzeugs
F2 gegenüber dem Fahrplan mitgeteilt wird. Das Fahrzeug F1 wird nach Erhalt des Steuersignals
bezüglich der Verspätung dT2 des Fahrzeugs F2 eine verlängerte Haltezeit in einem
oder mehreren vorausliegenden Bahnhöfen berechnen und demgemäß länger als fahrplanmäßig
vorgesehen in diesen Bahnhöfen anhalten.
[0047] In der Figur 5 ist ein Ausführungsbeispiel für ein Verfahren gezeigt, bei dem ein
Schienenfahrzeug F1 auf einer Strecke S1 eine Verspätung dT2 eines Schienenfahrzeugs
F2 auf einer anderen Strecke S2 berücksichtigt. In der Figur 5 ist erkennbar, dass
die Verspätung dT2 vom Schienenfahrzeug F2 auf der Strecke S2 zum Zeitpunkt t=t0 zu
dem Schienenfahrzeug F1 übermittelt wird.
[0048] Das Schienenfahrzeug F1 errechnet unter Berücksichtigung der Verspätung dT2 eine
verlängerte Haltezeit T2=T0+dT2 im Bahnhof H1, der sich auf der Strecke S1 befindet.
Aufgrund der Verlängerung der Haltezeit im Bahnhof H1 wird die Verspätung des Fahrzeugs
F2 auf der Strecke S2 zumindest näherungsweise kompensiert und eine Synchronisation
der Fahrbewegungen der beiden Fahrzeuge F1 und F2 auf den beiden Strecken S1 und S2
wiederhergestellt. Fahren die Fahrzeuge F1 und F2 zum Zeitpunkt t=t2 in den Bahnhof
H2 ein, so sind sie zumindest näherungsweise synchronisiert, so dass eine fahrplanmäßig
vorgesehene Umsteigemöglichkeit zwischen den Fahrzeugen F1 und F2 im Bahnhof H2 angeboten
werden kann.
[0049] Zusammengefasst ermöglicht das Verfahren gemäß Figur 5 also, Verspätungen von Schienenfahrzeugen,
die zu unterschiedlichen Linien gehören beziehungsweise auf unterschiedlichen Strecken
fahren, zu berücksichtigen, um Umsteigemöglichkeiten zwischen den Schienenfahrzeugen
aufrechtzuerhalten.
[0050] In der Figur 6 ist ein Ausführungsbeispiel für ein erfindungsgemäßes Schienenfahrzeug
10 dargestellt, das mit einem Ausführungsbeispiel für ein erfindungsgemäßes Haltezeitberechnungsmodul
20 ausgestattet ist.
[0051] Das Haltezeitberechnungsmodul 20 umfasst eine Kommunikationseinrichtung 30, an die
beispielsweise eine Antenne 35 zur drahtlosen Kommunikation mit anderen Fahrzeugen
angeschlossen ist. Anstelle einer drahtlosen Übertragung kann auch eine drahtgebundene
Übertragung vorgesehen sein, beispielsweise über Signalübertragungsdrähte, die im
Schienennetz implementiert sind.
[0052] An die Kommunikationseinrichtung 30 des Haltezeitberechnungsmoduls 20 ist eine Auswerteinrichtung
40 angeschlossen, die eine Recheneinrichtung 41 in Form eines Computers sowie einen
Speicher 42 umfasst. In dem Speicher 42 ist ein Steuerprogramm P abgespeichert, das
von der Recheneinrichtung 41 ausgeführt wird. Bezüglich der Ausgestaltung des Computerprogramms
P und der darauf basierenden Arbeitsweise der Recheneinrichtung 41 sei auf die obigen
Ausführungsbeispiele im Zusammenhang mit den Figuren 1 bis 5 verwiesen.
[0053] Das Haltezeitberechnungsmodul 20 umfasst darüber hinaus eine Türsteuereinheit 50,
die mit einer oder mehreren Türen 60 des Schienenfahrzeugs 10 in Verbindung steht
und geeignet ist, die Türen 60 für die jeweils berechnete (und ggf. verlängerte) Haltezeit
T2=T0+dT2 zu öffnen oder zu schließen.
[0054] Darüber hinaus ist das Haltezeitberechnungsmodul 20 mit einer Anzeigeeinrichtung
70 ausgestattet, die eine Anzeige verlängerter Haltezeiten des Schienenfahrzeugs 10
ermöglicht.
[0055] Das Schienenfahrzeug 10 gemäß Figur 6 lässt sich beispielsweise wie folgt beschreiben:
1. Verspätung eines vorausfahrenden oder eines hinterherfahrenden Fahrzeugs:
[0056] Empfängt die Kommunikationseinrichtung 30 des Haltezeitberechnungsmoduls 20 eine
Verspätung dT1 eines vorausfahrenden oder hinterherfahrenden Schienenfahrzeugs, so
wird die Verspätung dT1 an die Recheneinrichtung 41 übermittelt. Die Recheneinrichtung
41 wird - gesteuert von dem Computerprogramm P im Speicher 42 - eine verlängerte Haltezeit
für den jeweils nächsten beziehungsweise vorausliegenden Bahnhof berechnen. Die sich
ergebende Haltezeitverlängerung beziehungsweise die sich daraus für das Schienenfahrzeug
10 ergebende Verspätung dT2 kann beispielsweise wie folgt berechnet werden:

wobei k einen Proportionalitätsfaktor bezeichnet.
[0057] Die Verspätung dT2 wird die Auswerteinrichtung 40 unter Heranziehung der Kommunikationseinrichtung
30 und der Antenne 35 an das jeweils vorausfahrende beziehungsweise hinterherfahrende
Fahrzeug übermitteln: Hierbei wird die Auswerteinrichtung 40 im Falle einer Verspätung
eines vorausfahrenden Fahrzeugs die Verlängerung der Wartezeit im nächsten Bahnhof
und damit die zu erwartende eigene Verspätung vorzugsweise an das jeweils hinterherfahrende
Fahrzeug übermitteln. Hat hingegen das hinterherfahrende Fahrzeug die Verspätung von
dT1 erfahren, und wird deshalb die Wartezeit des Schienenfahrzeugs 10 verlängert,
so wird die Auswerteinrichtung 40 unter Zuhilfenahme der Kommunikationseinrichtung
30 und der Antenne 40 die sich ergebene Verspätung dT2 des Schienenfahrzeugs 10 an
das vorausfahrenden Fahrzeug übermitteln.
2. Verspätung eines Fahrzeugs auf einer anderen Strecke:
[0058] In entsprechender Weise kann die Auswerteinrichtung 40 im Falle einer Verspätung
eines auf einer anderen Strecke fahrenden Fahrzeugs, zu dem gemäß einem vorgegebenen
Fahrplan eine Umsteigemöglichkeit vorgesehen ist, eine verlängerte Haltezeit in einer
der vor dem Ort der Umsteigemöglichkeit liegenden Haltestellen berechnen, die die
fahrplanmäßig vorgegebene Haltezeit für diese Haltestelle überschreitet, um eine zeitliche
und örtliche Synchronisation mit dem auf der anderen Strecke fahrenden Fahrzeug zu
ermöglichen.
[0059] Obwohl die Erfindung im Detail durch die bevorzugten Ausführungsbeispiele näher illustriert
und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele
eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden,
ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
1. Haltezeitberechnungsmodul (20) für ein Fahrzeug (F1, F2, F3, 10), mit
- einer Kommunikationseinrichtung (30), die eine Kommunikation mit einem oder mehreren
anderen Fahrzeugen (F1, F2, F3, 10) zur Übermittlung eigener fahrtbezogener Daten
und/oder zum Empfang fahrtbezogener Daten des oder der anderen Fahrzeuge (F1, F2,
F3, 10) ermöglicht, und
- einer mit der Kommunikationseinrichtung (30) in Verbindung stehenden Auswerteinrichtung
(40), die ausgestaltet ist, im Falle einer von den fahrtbezogenen Daten eines auf
einer gemeinsamen, mit Haltestellen (H1-H4) ausgestatteten Strecke (S, S1, S2) voraus-
oder hinterherfahrenden Fahrzeugs (F1, F2, F3, 10) angezeigten Verspätung
- für die aktuelle Haltestelle oder eine folgende Haltestelle, insbesondere die nächste
Haltestelle, eine verlängerte Haltezeit (T2, T3) zu berechnen, die die fahrplanmäßig
vorgegebene Haltezeit (T0) überschreitet, und
- ein Steuersignal zu erzeugen, das die berechnete Haltezeit angibt.
2. Haltezeitberechnungsmodul nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Fahrzeuge Schienenfahrzeuge (F1, F2, F3, 10) sind, die dieselbe Schienenstrecke
(S) befahren, und
- sich die von dem Haltezeitberechnungsmodul (20) berechnete verlängerte Haltezeit
auf den aktuellen oder einen nächsten Bahnhof bezieht.
3. Haltezeitberechnungsmodul nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die verlängerte Haltezeit derart bemessen ist, dass der Abstand zwischen dem eigenen
Fahrzeug (F1, F2, F3, 10) und dem vorausfahrenden Fahrzeug (F1, F2, F3, 10) an den
fahrplanmäßig vorgesehenen Abstand angenähert oder auf diesen gebracht wird.
4. Haltezeitberechnungsmodul nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerteinrichtung (40) derart ausgestaltet ist, dass sie die verlängerte Haltezeit
(T2) berechnet, indem sie zu der fahrplanmäßig vorgegebenen Haltezeit eine zu der
Verspätung (dT1) des voraus- oder hinterherfahrenden Fahrzeugs (F1, F2, F3, 10) proportionale
Zeitspanne (k*dT1) addiert.
5. Haltezeitberechnungsmodul nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerteinrichtung (40) derart ausgestaltet ist, dass sie die verlängerte Haltezeit
berechnet, indem sie zu der fahrplanmäßig vorgegebenen Haltezeit eine Zeitspanne addiert,
die zwischen 30% und 70% der Verspätung des voraus- oder hinterherfahrenden Fahrzeugs
liegt.
6. Haltezeitberechnungsmodul nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerteinrichtung (40) derart ausgestaltet ist, dass sie
- im Falle einer gegenüber der fahrplanmäßig vorgegebenen Haltezeit verlängerten Haltezeit
ein Steuersignal erzeugt, das die gegenüber der vorgegebenen Haltezeit verlängerte
Haltezeit anzeigt, und
- dieses Steuersignal an zumindest eines der auf der gemeinsamen Strecke unmittelbar
voraus- und hinterherfahrenden Fahrzeuge (F1, F2, F3, 10) übermittelt.
7. Haltezeitberechnungsmodul nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerteinrichtung (40) derart ausgestaltet ist, dass sie
- im Falle einer Verspätung eines auf einer anderen Strecke fahrenden Fahrzeugs (F2),
zu dem gemäß einem vorgegebenen Fahrplan eine Umsteigemöglichkeit vorgesehen ist,
eine verlängerte Haltezeit für zumindest eine vor dem Ort (H2) der Umsteigemöglichkeit
liegende Haltestelle (H1) berechnet, wobei die verlängerte Haltezeit die fahrplanmäßig
vorgegebene Haltezeit überschreitet,
- ein Steuersignal erzeugt, das die verlängerte Haltezeit anzeigt, und
- das Steuersignal an zumindest eines der auf der eigenen Strecke unmittelbar voraus-
und hinterherfahrenden Fahrzeuge übermittelt.
8. Haltezeitberechnungsmodul nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Haltezeitberechnungsmodul (20) eine mit der Auswerteinrichtung in Verbindung
stehende Türsteuereinheit (50) aufweist, die geeignet ist, eine oder mehrere Türen
(60) gemäß dem Steuersignal der Auswerteinrichtung anzusteuern.
9. Schienenfahrzeug (F1, F2, F3, 10) mit einem Haltezeitberechnungsmodul (20) nach einem
der voranstehenden Ansprüche.
10. Verfahren zum Steuern eines Fahrzeugs (F1, F2, F3, 10), bei dem durch ein Haltezeitberechnungsmodul
(20) des Fahrzeugs (F1, F2, F3, 10)
- fahrtbezogene Daten eines oder mehrerer anderer auf einer gemeinsamen, mit Haltestellen
ausgestatteten Strecke fahrenden Fahrzeuge (F1, F2, F3, 10) empfangen werden,
- im Falle einer Verspätung (dT1) eines auf der Strecke voraus- oder hinterherfahrenden
Fahrzeugs für eine folgende Haltestelle, insbesondere die nächste Haltestelle, eine
verlängerte Haltezeit (T2) berechnet wird, die die fahrplanmäßig vorgegebene Haltezeit
(T0) überschreitet, und
- ein Steuersignal erzeugt wird, das die berechnete Haltezeit angibt.
1. Stopping time calculation module (20) for a vehicle (F1, F2, F3, 10), with
- a communication device (30) which enables communication with one or more other vehicles
(F1, F2, F3, 10) for transmission of the vehicle's own travel-related data and/or
for receiving travel-related data of the other vehicle or vehicles (F1, F2, F3, 10),
and
- an evaluating device (40) which is connected to the communication device (30), which
is configured, in the case of a delay indicated by the travel-related data of a vehicle
(F1, F2, F3, 10) travelling ahead or behind on a shared route (S, S1, S2) equipped
with stops (H1-H4)
- for calculating an extended stopping time (T2, T3) for the current stop or for a
subsequent stop, especially the next stop, which exceeds the stopping time (T0) specified
in accordance with the timetable, and
- for creating a control signal which specifies the calculated stopping time.
2. Stopping time calculation module according to claim 1,
characterised in that
- the vehicles are rail vehicles (F1, F2, F3, 10) which are travelling on the same
railroad route (S), and
- the extended stopping time calculated by the stopping time calculation module (20)
relates to the current station or to a next station.
3. Stopping time calculation module according to one of the preceding claims,
characterised in that
the extended stopping time is dimensioned such that the spacing between the own vehicle
(F1, F2, F3, 10) and the vehicle (F1, F2, F3, 10) travelling ahead is approximated
to the spacing envisioned in the timetable or is set to said spacing.
4. Stopping time calculation module according to one of the preceding claims,
characterised in that
the evaluating device (40) is embodied so that it calculates the extended stopping
time (T2) in that it adds to the stopping time specified in accordance with the timetable a period
of time (k*dT1) proportional to the delay (dT1) of the vehicle (F1, F2, F3, 10) travelling
ahead or behind.
5. Stopping time calculation module according to one of the preceding claims,
characterised in that
the evaluating device (40) is embodied so that it calculates the extended stopping
time in that it adds to the stopping time specified in accordance with the timetable a period
of time which lies between 30% and 70% of the delay of the vehicle travelling ahead
or behind.
6. Stopping time calculation module according to one of the preceding claims,
characterised in that
the evaluating device (40) is embodied so that,
- in the event of a stopping time extended in relation to the stopping time specified
in the timetable, it creates a control signal which displays the extended stopping
time compared to the stopping time specified in the timetable, and
- it transmits this control signal to at least one of the vehicles (F1, F2, F3, 10)
travelling directly ahead or behind on the shared route.
7. Stopping time calculation module according to one of the preceding claims,
characterised in that
the evaluating device (40) is embodied such that,
- in the event of a delay of a vehicle (F2) travelling on another route to which passengers
are provided with the option of changing in accordance with a specified timetable,
it calculates an extended stopping time for at least one stop (H1) lying before the
location (H2) where the passengers are able to change trains, wherein the extended
stopping time exceeds the stopping time specified in accordance with the timetable,
- it creates a control signal which displays the extended stopping time, and
- it transmits the control signal to at least one of the vehicles travelling ahead
or behind on its own route.
8. Stopping time calculation module according to one of the preceding claims,
characterised in that
the stopping time calculation module (20) has a door control unit which is in connection
(50) with the evaluating unit, which is suitable for controlling one or more doors
(60) in accordance with the control signal of the evaluating unit.
9. Rail vehicle (F1, F2, F3, 10) with a stopping time calculation module (20) as claimed
in one of the preceding claims.
10. Method for controlling a vehicle (F1, F2, F3, 10), in which by means of a stopping
time calculation module (20) of the vehicle (F1, F2, F3, 10)
- travel-related data of one or more other vehicles (F1, F2, F3, 10) travelling on
a shared route equipped with stops is received,
- in the event of a delay (dT1) of a vehicle travelling ahead or behind on the route,
an extended stopping time (T2) is calculated for a subsequent stop, especially the
next stop, which exceeds the stopping time (T0) predetermined in accordance with the
timetable, and
- a control signal is created which specifies the calculated stopping time.
1. Module (20) de calcul de temps d'arrêt d'un véhicule (F1, F2, F3, 10 ), comportant
- un dispositif (30) de communication qui permet une communication avec un ou plusieurs
autres véhicules (F1, F2, F3, 10) pour une transmission de données se rapportant au
propre trajet du véhicule et/ou pour recevoir des données se rapportant au trajet
de l'autre véhicule ou des autres véhicules (F1, F2, F3, 10), et
- un dispositif (40) d'exploitation qui est connecté au dispositif (30) de communication,
qui est conformé, dans le cas d'un retard indiqué par les données se rapportant au
trajet d'un véhicule (F1, F2, F3, 10) se déplaçant devant ou derrière sur une voie
partagée (S, S1, S2) munie d'arrêts (H1-H4),
- pour calculer un temps d'arrêt (T2, T3) étendu pour l'arrêt en cours ou pour un
arrêt suivant, notamment l'arrêt suivant, qui dépasse le temps (T0) d'arrêt donné
à l'avance par la feuille de route, et
- pour produire un signal de commande qui donne le temps d'arrêt calculé.
2. Module de calcul de temps d'arrêt suivant la revendication 1,
caractérisé en ce que
- les véhicules sont des véhicules (F1, F2, F3, 10) ferroviaires qui se déplacent
sur la même voie (S) de chemin de fer, et
- le temps d'arrêt étendu calculé par le module (20) de calcul de temps d'arrêt se
rapporte à la station en cours ou à une station suivante.
3. Module de calcul de temps d'arrêt suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le temps d'arrêt prolongé est dimensionné de sorte que la distance entre le véhicule
(F1, F2, F3, 10) propre et le véhicule (F1, F2, F3, 10) se déplaçant devant est estimée
à la distance prévue dans la feuille de route ou est réglée à cette distance.
4. Module de calcul de temps d'arrêt suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le dispositif (40) d'exploitation est conçu de sorte qu'il calcule le temps (T2) d'arrêt
étendu en ce qu'il ajoute au temps d'arrêt donné à l'avance dans la feuille de route une durée (k*Dt1)
qui est proportionnelle au retard (dT1) du véhicule (F1,F2, F3, 10) se déplaçant devant
ou derrière.
5. Module de calcul de temps d'arrêt suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le dispositif (40) d'exploitation est conçu de sorte qu'il calcule le temps d'arrêt
étendu en ce qu'il ajoute au temps d'arrêt donné à l'avance dans la feuille de route une durée qui
est comprise entre 30% et 70% du retard du véhicule se déplaçant devant ou derrière.
6. Module de calcul de temps d'arrêt suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le dispositif (40) d'exploitation est conçu de sorte que,
- dans le cas d'un temps d'arrêt étendu par rapport au temps d'arrêt donné à l'avance
dans la feuille de route, il crée un signal de commande qui affiche le temps d'arrêt
étendu par rapport au temps d'arrêt donné à l'avance dans la feuille de route, et
- il transmet ce signal de commande à au moins l'un des véhicules (F1, F2, F3, 10)
se déplaçant directement devant ou derrière sur la voie partagée.
7. Module de calcul de temps d'arrêt suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le dispositif (40) d'exploitation est mis en oeuvre de sorte que,
- dans le cas d'un retard d'un véhicule (F2) se déplaçant sur une autre voie, et pour
lequel il existe pour les passagers la possibilité de correspondance suivant une feuille
de route donnée à l'avance, il calcule un temps d'arrêt étendu pour au moins un arrêt
(H1) se trouvant entre l'emplacement (H2) de possibilité de correspondance, dans lequel
le temps d'arrêt étendu dépasse le temps d'arrêt donné à l'avance par la feuille de
route,
- il crée un signal de commande qui affiche le temps d'arrêt étendu, et
- il transmet le signal de commande à au moins l'un des véhicules se déplaçant directement
devant ou derrière sur sa propre route.
8. Module de calcul de temps d'arrêt suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le module (20) de calcul de temps d'arrêt a une unité (50) de commande de porte qui
est en liaison avec l'unité d'exploitation, qui est adaptée pour commander une ou
plusieurs portes (60) conformément au signal de commande de l'unité d'exploitation.
9. Véhicules (F1, F2, F3, 10) sur rail ayant un module (20) de calcul de temps d'arrêt
suivant l'une des revendications précédentes.
10. Procédé pour commander un véhicule (F1, F2, F3, 10) dans lequel, par un module (20)
de calcul de temps d'arrêt du véhicule (F1, F2, F3, 10),
- des données se rapportant au trajet de l'un ou plusieurs des autres véhicules (F1,
F2, F3, 10) se déplaçant sur une voie partagée munie d'arrêts sont reçues,
- dans le cas d'un retard (Dt1) d'un véhicule se déplaçant devant ou derrière sur
la voie, un temps (T2) d'arrêt étendu est calculé pour un arrêt suivant, notamment
l'arrêt suivant, qui dépasse le temps (T0) d'arrêt déterminé à l'avance conformément
à la feuille de route, et
- un signal de commande est produit qui donne le temps d'arrêt calculé.