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(11) |
EP 2 733 039 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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08.01.2020 Patentblatt 2020/02 |
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Anmeldetag: 13.11.2013 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Nahverkehrsschienenfahrzeug, vorzugsweise Niederflur-Fahrwerksfahrzeug, in Multigelenk-Bauweise
Local traffic rail vehicle, preferably low floor suspension vehicle, in multi-joint
construction
Véhicule sur rail pour le trafic de proximité, de préférence véhicule à plancher bas,
à articulations multiples
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
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Priorität: |
14.11.2012 DE 102012220806
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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21.05.2014 Patentblatt 2014/21 |
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Patentinhaber: Bombardier Transportation GmbH |
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10785 Berlin (DE) |
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Erfinder: |
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- Newesely, Gerald
1090 Wien (AT)
- Fischer, Michael
1210 Wien (AT)
- Petto, Michael
1220 Wien (AT)
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Vertreter: Patentanwälte Bressel und Partner mbB |
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Potsdamer Platz 10 10785 Berlin 10785 Berlin (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A1- 1 787 883 WO-A1-2007/074145 FR-A1- 2 734 535
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EP-A1- 2 100 789 WO-A2-00/64721 US-A- 1 130 296
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Niederflur-Fahrwerksfahrzeug in Multigelenk-Bauweise und
mit Fahrwerken mit üblichen Raddurchmessern, Achsabständen und Einstiegsbereichen
mit einer niedrigen Einstiegshöhe von bis zu 250 mm sowie einer zwischen der Fahrerkabine
und der ersten Achse des Niederflurfahrzeuges im vorderen ersten Einstiegsbereich
angeordneten für Rollstuhlfahrer geeigneten und durch den ersten Einstieg zugänglichen
sinnvoll nutzbaren Multifunktionsfläche nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, wobei
die Multifunktionsfläche aus einem horizontalen Zwischenniveau gebildet wird.
[0002] Niederflurfahrzeuge sind aus dem Stand der Technik hinlänglich bekannt. Ein derartiges
Fahrzeug wird beispielsweise in der
WO 00/64721 A2 beschrieben. Darin geht es darum, trotz Verwendung von konventionellen Radsatzfahrwerken
die Unterschiede im Niveau des Bodens (Flurs) im Bereich oberhalb der Fahrwerke und
dem Niveau im Bereich der Einstiege durch in Fahrzeuglängsrichtung verlaufende Rampen
auszugleichen. Außerdem können gegebenenfalls auch noch quer zur Fahrzeuglängsrichtung
Rampen im Bereich der Türöffnungen angeordnet sein, die vor der Fahrzeuglängsachse
enden. Eine rollstuhlfahrergerechte Fläche mit einem für Rollstuhlfahrer uneingeschränkt
nutzbaren Multifunktionsbereich wird darin nicht offenbart.
[0003] Ein übliches Schienenfahrzeug in Form einer Straßenbahn wird in der
US 1,130,296 beschreiben. Die hier beschriebenen Rampen dienen dazu, weitere Stufen im Fahrzeug
zu verhindern. Das Fahrzeug selbst kann aber nur über eine relativ hohe Stufe erreicht
werden und ist insofern für Rollstuhlfahrer völlig ungeeignet.
[0004] Seitens der Fahrgäste wird für 100% Niederflurfahrzeuge ein barrierefreier Einstieg
gewünscht. Dazu gehört auch ein moderater vertikaler Spalt am Einstiegsbereich zwischen
Einstiegskante am Fahrzeug und der Bahnsteigkante. Zusätzlich besteht der Anspruch,
rollstuhlfahrergerechte Flächen mit möglichst breitem Zugang auf möglichst flachen
Fahrwegen zu realisieren, die großzügige, lichte Platzverhältnisse und einen für diese
Zwecke empfohlenen Wendebereich bieten.
[0005] Seitens der Betreiber wird hinsichtlich Verschleißarmut und Wartungsfreundlichkeit
von Fahrzeugen eine möglichst einfache Fahrwerkstechnologie gefordert. Dazu besteht
der Wunsch nach für die Fahrgäste möglichst harmonischer Abstimmung zwischen der Fahrwegsinfrastruktur
an den Haltestellen, hauptsächlich den Bahnsteigen, und der Einstiegssituation am
Fahrzeug mittels einfacher Technologie, idealer Weise ohne die Verwendung von zusätzlichen
Hilfsmitteln wie Niveauregulierung am Fahrzeug, Hubliften oder Klapprampen für den
Einstieg von Rollstuhlfahrern an den Bahnsteigen.
[0006] Weiter wird von Betreibern die angebotene Fahrzeuggestaltung immer vom nominalen
Zustand, also mit neuem Rad (maximaler Raddurchmesser), gesehen.
[0007] Aus dem Stand der Technik sind Schienenfahrzeuge mit unmittelbar hinter der Fahrerkabine
angeordneten Mehrzweckabteilen bekannt, die über zusätzliche Hilfsmittel wie Hubplattformen
oder Klapprampen für Rollstuhlfahrer zugänglich sind. Ebenso sind Mehrzweckabteile
bekannt, die zwar ohne Hilfsmittel erreichbar sind, aber nicht uneingeschränkt rollstuhlfahrergerecht
gestaltet sind. Allerdings sind bisher keine Lösungen bekannt, nach welchen bei entsprechend
niedrigem Einstieg ohne zusätzliche Hilfsmittel ein rollstuhlfahrergerecht dimensionierter
Mehrzweckbereich erreichbar ist.
[0008] Der Begriff "rollstuhlfahrergerecht" charakterisiert dabei die Zugänglichkeit des
Multifunktionsbereiches unmittelbar angrenzend an die Fahrerkabine mittels breiter
Einstiegs- und Durchgangsbereiche am vorderen ersten Einstieg sowie die Flächen und
die Fahrwege, die zu diesem Bereich führen, die besonders geringen Neigungen mit Steigungen
weniger als 7% aufweisen und eine lichte Weite, die dem Rollstuhlfahrer ein freies
Wenden des Rollstuhles ermöglicht.
[0009] Ein Einstiegsniveau kleiner als 250 mm bei neuem Rad (maximaler Raddurchmesser) wird
derzeit weltweit nur durch ein Fahrzeugkonzept erreicht, welches nicht als Multigelenks-Architektur
mit herkömmlicher Fahrwerkstechnologie ausgeführt ist, wobei der hohe Komplexitätsgrad
der Rad- und Antriebsanordnung betriebsbedingte Verschleißnachteile sowie einen höheren
Instandhaltungsaufwand bewirkt.
[0010] Bisher ist es nicht gelungen, einen für Rollstuhlfahrer uneingeschränkt nutzbaren
Multifunktionsbereich, unmittelbar angrenzend an die Fahrerkabine und dem vorderen
ersten Einstieg, bei Einstiegshöhen < 250 mm, vorzugsweise 200 mm, zu Verfügung zu
stellen, welcher den Einstieg ohne zusätzliche Hilfsmittel wie Hublifte oder Klapprampen
ermöglicht. Insbesondere Einstiegshöhen < 250 mm, vorzugsweise 200 mm, können bislang
nur durch besonders aufwendige und extrem komplexe Sonderkonstruktionen der Räder
und Radsteuerungen bei neuem Raddurchmesser realisiert werden, die jedoch im Lebenszyklus
enorme Nachteile durch hohen Verschleiß an der Rad-Schiene-Schnittstelle und dadurch
bedingte hohe Wartungs- und Instandhaltungskosten hervorrufen.
[0011] Zur Zeit werden bei Fahrzeugkonzepten mit konventioneller Fahrwerkstechnologie mit
üblichen Achsabständen und kleinsten Raddurchmessern von 500 mm im verschlissenen,
minimal zulässigen Raddurchmesser zur Erreichung von niedrigen Einstiegshöhen in Kombination
mit rollstuhlfahrergerechten Multifunktionsflächen drei Lösungsvarianten verwendet:
Zum einen wird versucht, die Einstiegshöhen am Fahrzeug größer oder gleich 250 mm
auszuführen, wodurch eine gute Abstimmung an Bahnsteigshöhen um die 250 mm erreicht
wird, sodass der Niveauausgleich zwischen Fußbodenhöhe unmittelbar am Einstieg und
Multifunktionsbereichen zur Fußbodenhöhe über den Fahrwerken durch Rampen mit kleinen,
maximal 8% betragenden Neigungen, erfolgt.
Zum anderen wird ein vom Beladungszustand unabhängiges, weitestgehend konstantes Einstiegsniveau
mittels Niveauregulierung erreicht, womit ein Wegfall oder zumindest eine deutliche
Reduktion der Rampenlandschaft im Fahrzeuginnenraum ermöglicht wird.
[0012] Nach einem weiteren bekannten Konzept werden Rampenlandschaften in das Fahrzeug eingeführt,
die 8% bei weitem übersteigen, um die Höhendifferenz des Fußbodenniveaus im Fahrwerksmodul
zu Multifunktionsflächen, unmittelbar angrenzend an die Fahrerkabine und von dort
zur Einstiegskante, zu überwinden.
[0013] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, die aus dem Stand der Technik
bekannten Einstiegssituationen in 100% niederflurigen Multigelenksfahrzeugen insbesondere
für Rollstuhlfahrer zu verbessern sowie einen rollstuhlfahrergerechten Multifunktionsbereich
zur Verfügung zu stellen. Durch den erfindungsgemäßen Einzug eines Zwischenniveaus
in herkömmlichen Multigelenksfahrzeugen wird eine rollstuhlfahrergerechte Multifunktionsfläche
im Bereich hinter der Fahrerkabine zur Verfügung gestellt, welche durch ein niedrige
Einstiegshöhe und einem breiten Einstiegsbereich charakterisiert ist.
[0014] Das horizontale Zwischenniveau weist dabei eine horizontale Fläche von rund 1,1 m
2 auf und verfügt über Quer- und Längsrampen und einen Zwickelbereich, wobei die Rampen
und der Zwickelbereich über Neigungen vom Niveau über den physischen Achsen in Richtung
Zwischenniveau bzw. vom Zwischenniveau in Richtung Einstieg verfügen. Vorteilhaft
weist das Zwischenniveau eine Fläche für einen überwiegend horizontalen Rollstuhlwendekreis
von mindestens 1500 mm auf, wobei der Einstieg sowie der Zugangsweg zum Zwischenniveau
über eine Breite von mindestens 1000 mm verfügen. Der überwiegende, horizontale Anteil
der Fläche des Rollstuhlwendekreises an der Gesamtfläche des Wendekreises von 1500
mm Durchmesser beträgt 55,6%. Nach einem besonderen Merkmal der Erfindung ist vorgesehen,
dass die maximale Rampenneigung des Zugangsweges vom Einstieg aus, quer zur Fahrtrichtung,
d.h. der Querrampe, und in Fahrzeuglängsachse, d.h. der Längsrampe, maximal 7% bzw.
4° beträgt. Nach einem weiteren Merkmal ist vorgesehen, dass die maximale Rampenneigung
des Zugangsweges vom Einstieg aus, quer zur Fahrtrichtung, d.h. der Querrampe, 7%
bzw. 4° und in Fahrzeuglängsachse, d.h. der Längsrampe, maximal 5% bzw. 3° beträgt.
Zusammen betragen die beiden Rampen, kleiner als 7% bzw. 4° Neigung betragend, 43,8%
des Rollstuhlwendekreises von 1500 mm Durchmesser.
[0015] Weiter ist vorgesehen, dass der Rollstuhlwendekreis zu einem geringen Teil von den
Flächen für die Quer- und Längsrampen durchdrungen wird, wobei dieser Durchdringungsbereich
überwiegend Rampenneigungen von maximal 7% bzw. 4° umfasst, wobei der Durchdringungsbereich
zu einem geringen Teil Rampenneigungen von maximal 25% bzw. 14° umfasst. Der Anteil
dieser, größer als 7% aber jedenfalls kleiner 25% betragenden Teilfläche des Wendkreises
an der Gesamtfläche des Wendekreises von 1500 mm Durchmesser beträgt ca. 0,6%. Derartige
Neigungen sind dabei vorzugsweise im Einstiegsbereich vorgesehen. Vorteilhaft ist
auch vorgesehen, dass die Einstiegshöhe im Bereich des Einstiegs kleiner 250 mm, vorzugsweise
200 bis 220 mm bei neuem Rad (maximaler Raddurchmesser) beträgt.
[0016] Durch die vorliegende Erfindung wird die Einrichtung eines für Rollstuhlfahrer uneingeschränkt
nutzbaren Multifunktionsbereiches, unmittelbar angrenzend an die Fahrerkabine in 100%
niederflurigen Multigelenksfahrzeugen in modularer Bauweise, mit einem unüblich niedrigen
Einstiegsniveau unter 250 mm, vorzugsweise 200 mm, ermöglicht. Dabei wird eine völlig
neuartige Einstiegssituation für Rollstuhlfahrer in Form einer Multifunktionsfläche
vorgeschlagen, die unmittelbar hinter der Fahrerkabine eines 100% niederflurigen Gelenksfahrzeuges
mit herkömmlicher Fahrwerkstechnik mit besonders niedrigen Einstiegshöhen von kleiner
250 mm über Schienenoberkante ohne Verwendung weiterer Einstiegshilfen wie Klapprampen
oder Hubliften auskommt.
[0017] Nachfolgend wird die Erfindung anhand der in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele
näher erläutert. Die Zeichnungen zeigen schematisch und nicht maßstäblich
- Fig. 1
- eine schematische Ansicht eines 100% niederflurigen Multigelenksfahrzeuges mit herkömmlichen
Fahrwerk,
- Fig. 2
- eine schematische Ansicht einer Schnittdarstellung einer beispielhaften Anordnung
einer rollstuhlfahrergerechten Multifunktionsfläche,
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf eine schematische Ansicht einer beispielhaften Anordnung einer
rollstuhlfahrergerechten Multifunktionsfläche,
- Fig. 4
- eine schematische Ansicht einer Schnittdarstellung einer beispielhaften Anordnung
einer rollstuhlfahrergerechten Multifunktionsfläche,
- Fig. 5
- eine weitere schematische Ansicht einer Schnittdarstellung einer beispielhaften Anordnung
einer rollstuhlfahrergerechten Multifunktionsfläche,
- Fig. 6
- eine weitere schematische Ansicht einer Schnittdarstellung einer beispielhaften Anordnung
einer rollstuhlfahrergerechten Multifunktionsfläche,
- Fig. 6a
- die Multifunktionsfläche 5 in einer genauen prozentualen Aufschlüsselung.
[0018] Die Fig. 1 zeigt ein 100% niederfluriges Multigelenksfahrzeug unter Verwendung von
herkömmlichen Fahrwerken mit üblichen Achsabständen, von Achsradsätzen sowie Losrädern
auf Portalachsen mit unterschiedlichen Antriebskonzepten und Losrädern in Einzelradaufhängungen
in unterschiedlichen Antriebskonzepten, wobei die geringsten Raddurchmesser (z.B.
abgefahrener Zustand) 500 mm nicht unterschreiten und wie aus Fig. 2 ersichtlich,
eine rollstuhlfahrergerechte Multifunktionsfläche 5 plus Zutrittsmöglichkeit durch
Einstiegstüren 4 unmittelbar zwischen der erste Achse 3 und der Fahrerkabine 2 angeordnet
ist.
[0019] Die Einstiegshöhe an der Tür-Einstiegskante von ca. 200 mm, jedenfalls < 250 mm über
Schienenoberkante (üSOK), soll Rollstuhlfahrern bei 100% niederflurigen Multigelenksfahrzeugen
ein Betreten des Fahrzeuges bei besonders flachen Bahnsteigen oder sogar vom Schienenniveau
aus unter Maßgabe des Raddurchmessers im Neuzustand ermöglichen. Die Multifunktionsfläche
5 wird wie in den Fig. 2 und Fig. 3 dargestellt, durch ein horizontales Zwischenniveau
5.1 gebildet, welches eine überwiegend horizontale Fläche aufweist. Weiter sind Quer-
und Längsrampen 5.2, 5.3 vorgesehen, welche über Neigungen vom Niveau über den physischen
Achsen in Richtung Zwischenniveau 5.1 bzw. vom Zwischenniveau 5.1 in Richtung Einstiegsbereich
4 verfügen. Das Zwischenniveau (5.1) umfasst eine Fläche von rund 1,1 m
2 für einen überwiegend horizontalen Rollstuhlwendekreis von mindestens 1500 mm und
der Einstiegsbereich 4 sowie der Zugangsweg zum Zwischenniveau 5.1 weist eine Breite
von mindestens 1000 mm auf. Die maximalen Rampenneigungen des Zugangsweges vom Einstiegsbereich
4 aus, quer zur Fahrtrichtung, d.h. der Querrampe 5.2 sowie in Fahrzeuglängsachse,
d.h. der Längsrampe 5.3 betragen maximal 7% bzw. 4°. Nach einer bevorzugten Ausführung
der Erfindung gemäß den Fig.4 und 5 betragen die maximalen Rampenneigungen des Zugangsweges
vom Einstiegsbereich aus, quer zur Fahrtrichtung, d.h. der Querrampe 5.2 7% bzw. 4°
und in Fahrzeuglängsachse, d.h. der Längsrampe 5.3 maximal 5% bzw. 3°. Der Rollstuhlwendekreis
kann zu einem geringeren Teil von den Flächen für die Quer- und Längsrampen 5.2, 5.3
durchdrungen sein, wobei dieser Durchdringungsbereich überwiegend Rampenneigungen
von maximal 7% bzw. 4° umfasst. Der Durchdringungsbereich kann zu einem verschwindend
geringen Teil auch einen Zwickelbereich 5.4 mit einer Rampenneigung von maximal 25%
bzw. 14° umfassen, wobei derartige Neigungen vorzugsweise in Richtung des Einstiegsbereichs
4 vorgesehen sind, was aus der Fig. 5 deutlich wird.
[0020] In den Fig. 6 und 6a wir die Multifunktionsfläche 5 in einer genauen Aufschlüsselung
dargestellt. 55, 6% der Fläche sind als ebene Fläche 5.1 ausgeführt, 29,4 % sind als
Längsrampe 5.3 mit einer Neigung von maximal 5% bzw. 3° ausgeführt und 14,3 % der
Fläche als Querrampe 5.2 mit einer Neigung von 7% bzw. 4°.
1. Niederflur-Fahrwerksfahrzeug (1) in Multigelenk-Bauweise und mit Fahrwerken mit üblichen
Achsabständen und Einstiegsbereichen mit einer niedrigen Einstiegshöhe von bis zu
250 mm sowie mit einem zwischen der Fahrerkabine (2) und der ersten Achse (3) des
Niederflurfahrzeuges angeordneten vorderen ersten Einstiegsbereich (4), welcher über
Quer- und Längsrampen (5.2, 5.3) und einem Zwickelbereich verfügt,
dadurch gekennzeichnet, dass im vorderen ersten Einstiegsbereich eine für Rollstuhlfahrer geeignete und durch
den ersten Einstieg zugängliche sinnvoll nutzbare Multifunktionsfläche (5) angeordnet
ist, wobei die Multifunktionsfläche (5) durch ein horizontales Zwischenniveau (5.1)
gebildet wird, welches eine überwiegend horizontalen Fläche für einen überwiegend
horizontalen Rollstuhlwendekreis aufweist, wobei die Quer- und Längsrampen (5.2, 5.3)
über Neigungen vom Niveau über den physischen Achsen (3) in Richtung Zwischenniveau
(5.1) bzw. vom Zwischenniveau (5.1) in Richtung Einstiegsbereich (4) verfügen.
2. Niederflur-Fahrwerksfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Zwischenniveau (5.1) eine Fläche für einen überwiegend horizontalen Rollstuhlwendekreis
von mindestens 1500 mm bildet, wobei die horizontale Fläche ca. 1,1 m2 aufweist und der Einstiegsbereich (4) sowie der Zugangsweg zum Zwischenniveau (5.1)
eine Breite von mindestens 1000 mm aufweisen.
3. Niederflur-Fahrwerksfahrzeug nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Rollstuhlwendekreis zu einem geringen Teil von den Flächen für die Quer- und
Längsrampen (5.2, 5.3) durchdrungen wird, wobei dieser Durchdringungsbereich hauptsächlich
Rampenneigungen von maximal 7% bzw. 4° umfasst.
4. Niederflur-Fahrwerksfahrzeug nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Rollstuhlwendekreis zu einem geringen Teil von den Flächen für die Quer- und
Längsrampen (5.2, 5.3) durchdrungen wird, wobei ,die maximale Rampenneigung des Zugangsweges
vom Einstiegsbereich aus, quer zur Fahrtrichtung, d.h. der Querrampe (5.2) 7% bzw.
4° und in Fahrzeuglängsachse, d.h. der Längsrampe (5.3) maximal 5% bzw. 3° beträgt.
5. Niederflur-Fahrwerksfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchdringungsbereich zu einem besonders geringen Teil einen Zwickelbereich (5.4)
mit Rampenneigungen von maximal 25% bzw. 14° umfasst.
6. Niederflur-Fahrwerksfahrzeug nach einem der o. g. Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einstiegshöhe im Bereich des Einstiegs (4) kleiner 250 mm, vorzugsweise 200 bis
220 mm, beträgt.
1. A low-floor chassis vehicle (1) having a multi-joint design and comprising chassis
having customary axle bases and entrance regions having a low entrance height of up
to 250 mm and a front first entrance region (4), which is arranged between the driver's
cab (2) and the first axle (3) of the low-floor vehicle and comprises transverse and
longitudinal ramps (5.2, 5.3) and a wedge region, characterized in that a meaningfully usable multifunctional area (5) that is suitable for wheelchair users
and accessible by way of the first entrance is arranged in the front first entrance
region, the multifunctional area (5) being formed by a horizontal intermediate level
(5.1), which comprises a predominantly horizontal area for a predominantly horizontal
wheelchair turning radius, the transverse and longitudinal ramps (5.2, 5.3) being
inclined from the level above the physical axles (3) in the direction of the intermediate
level (5.1) or from the intermediate level (5.1) in the direction of the entrance
region (4).
2. The low-floor chassis vehicle according to claim 1, characterized in that the intermediate level (5.1) forms an area for a predominantly horizontal wheelchair
turning radius of at least 1500 mm, the horizontal area encompassing approximately
1.1 m2, and the entrance region (4) and the access path to the intermediate level (5.1)
having a width of at least 1000 mm.
3. The low-floor chassis vehicle according to claims 1 and 2, characterized in that a small portion of the wheelchair turning radius is intersected by the areas for
the transverse and longitudinal ramps (5.2, 5.3), this intersecting region primarily
having ramp inclinations of no more than 7% or 4°.
4. The low-floor chassis vehicle according to claims 1 and 2, characterized in that a small portion of the wheelchair turning radius is intersected by the areas for
the transverse and longitudinal ramps (5.2, 5.3), the maximum ramp inclination of
the access path, originating from the entrance region, transversely to the direction
of travel, that is, the transverse ramp (5.2), being 7% or 4°, and in the vehicle
longitudinal axis, that is, the longitudinal ramp (5.3), being a maximum of 5% or
3°.
5. A low-floor chassis vehicle according to any one of claims 1 to 4, characterized in that a particularly small portion of the intersecting region includes a wedge region (5.4)
having ramp inclinations of no more than 25% or 14°.
6. A low-floor chassis vehicle according to any one of the preceding claims, characterized in that the entrance height in the region of the entrance (4) is less than 250 mm, and preferably
200 to 220 mm.
1. Véhicule à plancher bas (1) à structure à articulations multiples et avec des trains
de roulement avec des empattements classiques et des zones d'accès à bord avec une
hauteur d'accès à bord basse jusqu'à 250 mm ainsi qu'avec une première zone d'accès
à bord avant (4) disposée entre la cabine de conducteur (2) et le premier essieu (3)
du véhicule à plancher bas, laquelle dispose de rampes transversales et longitudinales
(5.2, 5.3) et d'une zone de coin,
caractérisé en ce qu'une surface multifonctionnelle (5) utilisable de manière judicieuse adaptée à des
personnes en chaise roulante et accessible par le premier accès à bord est disposée
dans la première zone d'accès à bord avant, dans lequel la surface multifonctionnelle
(5) est formée par un niveau intermédiaire (5.1) horizontal, lequel présente une surface
majoritairement horizontale pour un rayon de braquage de fauteuil roulant majoritairement
horizontal, dans lequel les rampes transversales et longitudinales (5.2, 5.3) disposent
d'inclinaisons depuis le niveau au-dessus des essieux (3) physiques en direction du
niveau intermédiaire (5.1) ou depuis le niveau intermédiaire (5.1) en direction de
la zone d'accès à bord (4).
2. Véhicule à plancher bas selon la revendication 1, caractérisé en ce que le niveau intermédiaire (5.1) forme une surface pour un rayon de braquage de fauteuil
roulant majoritairement horizontal d'au moins 1500 mm, dans lequel la surface horizontale
est d'environ 1,1 m2 et la zone d'accès à bord (4) ainsi que la voie d'accès vers le niveau intermédiaire
(5.1) présentent une largeur d'au moins 1000 mm.
3. Véhicule à plancher bas selon les revendications 1 et 2, caractérisé en ce que le rayon de braquage de fauteuil roulant est traversé dans une moindre mesure par
les surfaces pour les rampes transversales et longitudinales (5.2, 5.3), dans lequel
ladite zone de passage comprend principalement des inclinaisons de rampe de 7 % respectivement
de 4° au maximum.
4. Véhicule à plancher bas selon les revendications 1 et 2, caractérisé en ce que le rayon de braquage de fauteuil roulant est traversé dans une moindre mesure par
les surfaces pour les rampes transversales et longitudinales (5.2, 5.3), dans lequel
l'inclinaison de rampe maximale de la voie d'accès depuis la zone d'accès à bord,
de manière transversale par rapport à la direction de déplacement, en d'autres termes
à la rampe transversale (5.2), est de 7 % respectivement de 4° et est dans l'axe longitudinal
de véhicule, en d'autres termes dans la rampe longitudinale (5.3), de 5 % respectivement
de 3° au maximum.
5. Véhicule à plancher bas selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la zone de passage comprend dans une mesure particulièrement moindre une zone de
coin (5.4) avec des inclinaisons de rampe de 25 % ou de 14° au maximum.
6. Véhicule à plancher bas selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la hauteur d'accès à bord est inférieure à 250 mm, de préférence 200 à 220 mm, dans
la zone de l'accès à bord (4) .
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