[0001] Die Erfindung betrifft eine fahrbare Maschine mit Ladeanlage, die einen höhenverstellbaren
Lastausleger mit einer Lastaufnahme zur Aufnahme einer zu bewegenden Last aufweist,
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Derartige Maschinen sind unter der Bezeichnung Teleskoplader im Handel erhältlich.
Abhängig von der Länge sowie der Neigung des längen- und/oder höhenverstellbaren Lastauslegers
kann es dabei zu instabilen Situationen kommen, bei der die Maschine zu kippen droht.
Nicht zuletzt aufgrund entsprechender Normen sind solche Maschinen bekannt, bei denen
ein erster Notsteuermodus im Falle eines drohenden instabilen Maschinenstatus vorgesehen
ist. Der bekannte Notsteuermodus bewirkt, dass die Ladeanlage blockiert wird, sodass
kein Betrieb seitens der Bedienperson mehr möglich ist.
[0003] Ein solcher Notsteuermodus ist jedoch bedingt geeignet, instabilen Maschinensituationen
vorzubeugen, die aufgrund der Länge und/oder Neigung des Lastauslegers im Stand eintreten
können.
[0004] So können Nickschwingungen, die bei der dynamischen Bewegung der Maschine auftreten,
zu einem Ansprechen des Systems führen und ein für die Bediener störendes Stoppen
der Arbeitsbewegung auslösen. Das eigentlich Kritische an diesem System ist aber,
dass der Bediener bei einem tatsächlichen Fallen der Maschine trotz Überlastwarneinrichtung
durch den Stopp der Arbeitsfunktionen keine Möglichkeit mehr auf einen Eingriff hat.
Insbesondere durch dynamische Vorgänge wie Bremsen können solche Situationen trotz
nachgewiesener statischer Stabilität auftreten. Viel kritischer ist jedoch das seitliche
Umfallen solcher Maschinen einzuschätzen, welches durch Kurvenfahrten, Drehungen der
Ladeeinrichtung in seitliche Richtung oder durch den unsachgemäßen Betrieb mit angehängtem,
mitunter pendelnden Lasten ausgelöst werden können. In einem solchen Fall will der
Bediener schnellstmöglich in einen sicheren Zustand gelangen und die Ladeanlage durchsenken,
um die Maschine darauf abzustützen. In einer solchen Paniksituation würde die beschriebene
Überlastwarneinrichtung eine Reaktion sogar verhindern und ein Kippen der Maschine
ist unausweichlich.
[0005] Im Fahrbetrieb können also aufgrund der Fahrdynamik, beispielsweise beim Beschleunigen
oder Verzögern, beim Fahren über Gefälle oder Unebenheiten, Situationen auftreten,
bei der die Instabilität durch einen solchen Notsteuermodus nicht ausreichend vermeidbar
ist.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Maschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1
vorzuschlagen, die eine verbesserte Sicherheit für die Bedienperson gewährleistet.
[0007] Diese Aufgabe wird ausgehend vom Oberbegriff des Anspruchs 1 durch dessen kennzeichnende
Merkmale gelöst. Durch die in den Unteransprüchen genannten Maßnahmen sind vorteilhafte
Ausführungen und Weiterbildungen der Erfindung möglich.
[0008] Dementsprechend zeichnet sich eine erfindungsgemäße Maschine dadurch aus, dass eine
sensorische Erfassung der Bedienungsart eines Bedienelementes für die Ladeanlage und
eine Auswerteeinheit zur Erkennung einer Paniksituation einer die Bedieneinheit betätigenden
Bedienperson vorgesehen ist und dass bei Erkennung einer Paniksituation der Bedienperson
ein zweiter Notsteuermodus vorgesehen ist, wobei der zweite Notsteuermodus gegenüber
dem ersten Notsteuermodus Vorrang hat.
[0009] Die Erfindung hat somit zum Gegenstand, in einer besonderen Situation, nämlich der
Paniksituation einer die Bedieneinheit betätigenden Bedienperson einen den ersten
Notsteuermodus übersteuernden Notsteuermodus vorzusehen. Somit ist es möglich, bei
einer auftretenden Instabilität in Verbindung mit einer Paniksituation die Maschine
und insbesondere die Ladeanlage durch Korrekturmaßnahmen zu stabilisieren, die im
ersten Notsteuermodus blockiert und/oder im Normalbetrieb nicht vorgesehen und daher
bei Maschinen gemäß zum Stand der Technik nicht durchführbar sind.
[0010] Vorteilhafterweise wird die Paniksituation durch Erfassung einer Betätigungsgeschwindigkeit
an einem Bedienelement zur Betätigung der Ladeanlage und/oder die Erfassung der Krafteinwirkung
auf ein Bedienelement zur Betätigung der Ladeanlage vorgesehen.
[0011] Dieser Ausgestaltung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass im Falle einer instabilen
Situation die Bedienperson zunächst versuchen wird, die Maschine durch Maßnahmen an
der Ladeanlage, zum Beispiel durch schnelle Lastabsenkung zu stabilisieren. Infolgedessen
wird aufgrund der vorhandenen Paniksituation die Betätigung am Bedienelement mit entsprechender
Geschwindigkeit oder Krafteinwirkung vorgenommen werden, was erfindungsgemäß erfasst
und zum Auslösen des zweiten Notsteuermodus verwendbar ist.
[0012] Zur Erfassung der Krafteinwirkung oder der Betätigungsgeschwindigkeit an dem Bedienelement
wird bevorzugt ein Geschwindigkeitssensor und/oder ein Positionssensor und/oder ein
Beschleunigungssensor und/oder ein Kraftsensor an dem Bedienelement zur Betätigung
der Ladeanlage vorgesehen. Mit Hilfe derartiger Sensoren ist die Betätigungsgeschwindigkeit
und/oder die Krafteinwirkung auf das Bedienelement erfassbar.
[0013] In einer alternativen Ausführungsform oder als Ergänzung zu den genannten Sensoren
kann auch die Erfassung einer Auslöseposition und/oder einer Auslösekrafteinwirkung
zum Auslösen des zweiten Notsteuermodus an einem Bedienelement zur Betätigung der
Ladeanlage vorgesehen werden. So kann beispielsweise eine Auslösekraft durch Überwindung
eines Widerstandes oder einer Gegenkraft erforderlich sein, um in eine Auslöseposition
des Bedienelementes zu gelangen. Dies wäre eine Ausgestaltung, um sicherzustellen,
dass die Auslöseposition nur in Panikreaktion erreicht wird. Auch die Tatsache, dass
eine Auslösekraft, die oberhalb der üblichen Krafteinwirkung auf das Bedienelement
einwirkt, kann zum Auslösen des zweiten Notsteuermodus verwendet werden. Hierzu ist
beispielsweise ein Kraftsensor, wie zuvor beschrieben, verwendbar, wobei bei Übersteigen
eines Schwellwertes die Auslösekraft erreicht und somit der zweite Notsteuermodus
ausgelöst wird.
[0014] In einer weiteren alternativen Ausführungsform oder ergänzend zu den oben genannten
Maßnahmen zur Erkennung einer Paniksituation können auch Sensoren an Maschinenkomponenten
vorgesehen werden, die anhand der Betätigung des Bedienelementes zur Betätigung der
Ladeanlage eine sensierbare Zustandsänderung erfährt. Die Charakteristik einer solchen
Zustandsänderung kann wiederum Rückschlüsse auf die Bedienart und somit auf eine Paniksituation
zulassen.
[0015] So ist beispielsweise denkbar, dass eine für den Normalbetrieb atypische Betätigung
eines Bedienelementes sowie der Folgereaktionen an einer oder mehrerer Maschinenkomponente
einer Paniksituation zugeordnet wird und daraufhin der zweite Notsteuermodus ausgelöst
wird.
[0016] Die Erfassung wenigstens einer stabilitätsrelevanten Zustandsgröße an einer Maschinenkomponente
und/oder von Maschinenreaktionen auf die Bedienart kann somit Rückschlüsse auf eine
Paniksituation zulassen. Hierzu wird bevorzugt ein Beschleunigungssensor und/oder
ein Neigungssensor und/oder ein Ortungssensor und/oder ein Lastsensor und/oder ein
Drucksensor und/oder eine Kombination aus zwei oder mehreren solcher Sensoren an wenigstens
einer Maschinenkomponente vorgesehen, deren Zustandsänderung oder Reaktion auf Betätigung
eines Bedienelementes Rückschlüsse auf eine Paniksituation zulässt.
[0017] In einer entsprechenden Auswerteeinheit wird in dieser Ausführungsform durch eine
Auswertung der sensorisch erfassten Maschinenreaktion ein Rückschluss auf die Bedienart
des Bedienelementes vorgenommen und somit die Paniksituation erkannt.
[0018] Grundsätzlich ist es von Vorteil, wenn im zweiten Notsteuermodus Korrekturmaßnahmen
durchführbar sind, die im normalen Betriebsmodus oder im ersten Notsteuermodus nicht
durchführbar sind.
[0019] In einer vorteilhaften Ausführungsform wird weiterhin vorgesehen, dass im zweiten
Notsteuermodus eine Auslegerabsenkung und/oder eine Lastauslegerverkürzung als Korrekturmaßnahme
durchführbar ist. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn durch einen ersten
Notsteuermodus die Betätigung der Ladeanlage und somit auch eine Auslegerabsenkung
oder Lastauslegerverkürzung blockiert ist.
[0020] Weiterhin ist es von Vorteil, wenn in dem zweiten Notsteuermodus ein Lastabwurf als
Korrekturmaßnahme durchführbar ist. Ein solcher Lastabwurf ist mit gewissen Risiken
für den Raum unterhalb der Last verbunden, sodass im Normalbetrieb in der Regel sicherheitshalber
ein Lastabwurf nicht vorgesehen ist. Im Falle einer Maschineninstabilität, beispielsweise
durch große Last in Bezug auf die vorhandene Position und Länge der Ladeanlage, insbesondere
in Verbindung mit fahrdynamischen Situationen, die das Kippen des Fahrzeugs befürchten
lassen, ist jedoch ein Lastabwurf insofern akzeptabel, als auch beim Kippen des Fahrzeugs
die Last in diesem Bereich, in dem sie abgeworfen wird, gelangen kann, sodass durch
diese Maßnahme kein zusätzlicher Schaden entsteht.
[0021] Weiterhin ist es von Vorteil, wenn im zweiten Notsteuermodus durch die Maschinensteuerung
Kombinationen von Korrekturmaßnahmen durchführbar sind. Diese Maßnahme hat zur Folge,
dass Korrekturmaßnahmen, die von Hand von der Bedienperson in Kombination nur schwer
oder gar nicht zu erwarten oder durchführbar sind, durch die Maschinensteuerung übernommen
werden.
[0022] Die Maschinensteuerung der Ladeanlage kann hydraulisch, hydraulisch-mechanisch, elektrisch
oder elektro-hydraulisch ausgebildet sein. In allen diesen Ausbildungen sind die Korrekturmaßnahmen
wie vorgeschrieben möglich.
[0023] Eine besonders einfache Ausführung der Erfindung besteht darin, dass bei Erkennung
einer Paniksituation eine Betätigungsmaßnahme zur Herbeiführung eines sicheren Zustands
durch eine rein hydraulisch-mechanische Steuerung, insbesondere durch die Überwindung
eines Druckpunktes im Bedienelement oder insbesondere durch die Überwindung eines
Widerstandes an einem ein Bedienelement umfassendes Steuerventil der Steuerung vorgesehen
wird. Die rein hydraulisch-mechanische Steuerung stellt ein besonders sicheres Mittel
dar, um zum einen die Paniksituation zu erkennen und zum anderen die erforderliche
Reaktionsmöglichkeit vorzusehen.
[0024] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird anhand
der Figuren nachfolgend näher erläutert.
[0025] Im Einzelnen zeigen
- Figur 1
- eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen verfahrbaren Maschine und
- Figur 2
- ein Blockdiagramm zur schematischen Veranschaulichung der Steueranlage.
[0026] Figur 1 zeigt schematisch das als Teleskoplader 2 ausgeführte Maschinenfahrzeug 1.
In an sich bekannter Weise nimmt die als Tragrahmen 3 ausgeführte Tragstruktur 4 in
zentraler Position einen teleskopierbaren Lastausleger oder Hubarm 5 auf, dem frontseitig
ein an sich bekannter Werkzeugadapter als Lastaufnahme 6 zugeordnet ist. Der Hubarm
5 wird in seinem rückwärtigen Bereich von zumindest einer in Stützflanschen 7 quer
zur Fahrtrichtung FR angeordnete Schwenkachse 8 schwenkbeweglich gelagert, wobei zur
Realisierung der Schwenkbewegung dem Hubarm 5 untenseitig ein oder mehrere Hubzylinder
9 zugeordnet sind, die durch Druckbeaufschlagung oder Druckentlastung bzw. durch Regulierung
des Ölvolumenstroms das Verschwenken des Hubarms 5 um die besagte Schwenkachse 8 ermöglichen.
Das teleskopartige Ein- und Ausfahren des Hubarms 5 wird in an sich bekannter und
deshalb nicht näher dargestellter Weise mittels weiterer Hubzylinder realisiert.
[0027] Wie anhand des Bezugszeichens 5' dargestellt ist, ist der Hubarm 5 der Länge nach
in Richtung T ausfahrbar, das heißt er ist in wenigstens zwei teleskopierbar ineinander
verfahrbare Teilelementen aufgeteilt.
[0028] Der Hubarm 5 ist weiterhin um die Schwenkachse 8 in Richtung S verschwenkbar. Hierdurch
lässt sich ebenso wie durch den Auszug in Teleskoprichtung T die Höhe der von der
fahrbaren Maschine getragene Last verändern.
[0029] In Figur 2 ist die Steueranlage des Teleskopladers 2 schematisch dargestellt. Die
Steueranlage 10 umfasst einen Joystick 11 als Betätigungselement. Der Joystick 11
ist mit einem Sensorcontroller 12 verbunden. Weiterhin sind verschiedene Sensoren
mit dem Sensorcontroller 12 in Verbindung.
[0030] Die Betriebssteuerung wird von einer Versorgungseinheit 19 mit einem entsprechenden
Kraftmedium, beispielsweise im Falle einer hydraulischen Versorgungseinheit 19 mit
einer Hydraulikflüssigkeit versorgt. Im Falle einer elektrischen Maschinenausführung
könnte beispielsweise die Versorgung 19 auch als Stromversorgung ausgebildet sein.
[0031] Die Betriebssteuereinheit 13 ist weiterhin mit einer Ladeanlage 20 verbunden, die
durch die Betriebssteuereinheit 13 gesteuert wird. Im Normalbetrieb wird über die
Betriebssteuereinheit 13 die Ladeanlage 20 entsprechend den Betätigungssignalen des
Joysticks 11 betätigt. Die Sensoren 15 bis 18 überwachen dabei Maschinenkomponenten
und können beispielsweise dazu dienen, kritische Situationen zu erkennen. Dies kann
beispielsweise über einen Lastsensor 15 erfolgen, der eine Kraftmessung an der Hinterachse
durchführen kann. Die Sensoren 16 bis 18 können beispielsweise Drucksensoren in der
Steuerung der Ladeanlage 20 darstellen, um Aussagen über die Position und Belastung
auf die Maschine treffen zu können.
[0032] Die Sensoren 15 bis 18 oder entsprechende Sensoren an weiteren Maschinenteilen können
dazu herangezogen werden, um eine Paniksituation des Bedieners anhand von Maschinenreaktionen
zu detektieren.
[0033] In der dargestellten Ausführungsform ist hierzu ein zusätzlicher Paniksensor 21 am
Joystick 11 angebracht. Der Paniksensor 21 steht unmittelbar mit der Notsteuereinheit
14 in Verbindung.
[0034] Im Normalbetrieb bedient die Bedienperson die Ladeanlage 20 in üblicher Weise mittels
des Joysticks 11. Die Sensoren 15 bis 18 übermitteln dabei entsprechende Sensorsignale
an den Sensorcontroller 12 sowie die Betriebssteuerung 13. Die Betriebssteuerung 13
kann eine erste Notsteuereinheit 22 beinhalten, die in den Steuerungsablauf der Betriebssteuerung
13 eingreift, wenn eine lastmomentvergrößernde Bewegung in Längsrichtung des Fahrzeugs
bzw. eine Verlängerung des Hubarms 5 eine instabile Situation verursachen würde. Die
erste Notsteuereinheit 22 kann dann solche lastmomentvergrößernden Bewegungen blockieren.
[0035] Sofern die erste Notsteuereinheit 22 aktiv ist, ist ein Zugriff auf die Ladeanlage
20 über den Joystick gar nicht oder nur eingeschränkt möglich.
[0036] Mittels des Paniksensors 21, der beispielsweise die Geschwindigkeit der Betätigung
des Joysticks 11, das Überwinden eines Druckpunkts oder das Erreichen einer bestimmten
Auslöseposition, insbesondere in Verbindung mit dem Überwinden eines Druckpunktes
erfasst, wird nunmehr die zweite Notsteuereinheit 14 aktiviert, die im Diagramm 2
in einem Bypass der Verbindungen zwischen Versorgung 19 und Ladeanlage 20 veranschaulicht
ist und die Steuerung der Ladeanlage 20 übernimmt.
[0037] Hierdurch sind beispielsweise eine Lastabsenkung, ein Lastabwurf oder vergleichbare
Reaktionen möglich. Die zweite Notsteuereinheit 14 kann auch Maschinenbewegungen oder
Kombinationen von Bewegungen ermöglichen, die im Normalbetrieb durch die Betriebssteuereinheit
13 nicht vorgesehen sind. Die zweite Notsteuereinheit 14 umgeht die erste Notsteuereinheit
22, das heißt, die erste Notsteuereinheit 22 wird durch die zweite Notsteuereinheit
14 übersteuert bzw. die zweite Notsteuereinheit 14 hat Vorrang gegenüber der ersten
Notsteuereinheit 22.
[0038] Durch die erfindungsgemäße zweite Notsteuereinheit 14 in Verbindung mit der Panikerkennung,
im vorliegenden Ausführungsbeispiel mittels des Paniksensors 21, ist somit eine instabile
Situation zu vermeiden oder zu beheben, selbst wenn die erste Notsteuereinheit 22
aktiviert ist.
[0039] In einer bestimmten Ausführungsform der Erfindung wird die zweite Notsteuereinheit
14 auch dann zur Überbrückung der normalen Betriebssteuereinheit aktiviert, wenn die
erste Notsteuereinheit noch nicht aktiv ist. Dies ist insbesondere dann von Vorteil,
wenn durch die zweite Notsteuereinheit Maßnahmen oder Kombinationen von Maßnahmen
vorgesehen sind, die durch die normale Betriebssteuereinheit 13 nicht durchführbar
sind. Beispielsweise könnte ein Absenken des Hubarms 5 mit einem Einfahren des Hubarms
5 verbunden werden. Gleichzeitig könnte beispielsweise eine Bremswirkung des Fahrwerks
der fahrbaren Maschine aufgehoben oder abgeschwächt werden. Je nach Situation könnte
auch eine Beschleunigung der fahrbaren Maschine vorgesehen werden, um eine Kippbewegung
nach vorne zu vermeiden.
[0040] Wie bereits oben mehrfach angeführt, kann eine Panikerkennung auch ohne eigens dafür
vorgesehene Paniksensoren wie zum Beispiel dem am Bedienelement 11 angeordneten Paniksensor
21 vorgenommen werden. Auch die Signale der Sensoren 15 bis 18, die an Maschinenkomponenten
die Reaktionen dieser Maschinenkomponente auf Steuersignale durch den Joystick 11
erfassen, können zur Erfassung einer Paniksituation herangezogen werden.
[0041] In der dargestellten Ausführungsform kann die Paniksituation beispielsweise im Sensorcontroller
12 festgestellt werden, der anschließend ein entsprechendes Signal an die zweite Notsteuereinheit
14 zur Aktivierung abgeben kann. Der Sensorcontroller 12 kann bei entsprechender Ausführungsform
auch die normale Betriebssteuereinheit 13 außer Kraft setzen.
[0042] Neben der dargestellten Ausführungsvariante sind noch vielfältige weitere Ausführungen
denkbar. Wesentlich ist, dass bei Erkennen einer Paniksituation der Bedienperson ein
zweiter Notsteuermodus gemäß dem Anspruch 1 vorgesehen, der gegenüber dem ersten Notsteuermodus
Vorrang hat.
[0043] Die erste Notsteuereinheit muss nicht in einer Einheit mit der Betriebssteuereinheit
13 realisiert sein, sie kann auch als separate Steuereinheit und/oder in Verbindung
mit der zweiten Notsteuereinheit realisiert werden. Weder die erste noch die zweite
Notsteuereinheit müssen als separate Einheiten ausgebildet sein, sie können vielmehr
auch in die normale Betriebssteuereinheit integriert sein. Wesentlich ist nur, dass
die Maschinensteuerung insgesamt zu dem jeweiligen Notsteuermodus in der Lage ist.
Bezugszeichenliste:
[0044]
- 1
- Maschinenfahrzeug
- 2
- Teleskoplader
- 3
- Tragrahmen
- 4
- Tragstruktur
- 5
- Hubarm
- 6
- Lastaufnahme
- 7
- Stützflansch
- 8
- Schwenkachse
- 9
- Hubzylinder
- 10
- Steueranlage
- 11
- Joystick
- 12
- Sensorcontroller
- 13
- Betriebssteuereinheit
- 14
- zweite Notsteuereinheit
- 15
- Sensor
- 16
- Sensor
- 17
- Sensor
- 18
- Sensor
- 19
- Versorgungseinheit
- 20
- Ladeanlage
- 21
- Paniksensor
- 22
- erste Notsteuereinheit
1. Fahrbare Maschine mit Ladeanlage (20), die einen höhenverstellbaren Lastausleger (5)
mit einer Lastaufnahme (6) zur Aufnahme einer zu bewegenden Last aufweist, insbesondere
Teleskoplader, wobei eine Sensoreinheit (12) zur Erfassung einer oder mehrerer stabilitätsrelevanter
Zustandsgrößen der Maschine wie die aufgenommene Last, die Beschleunigung einer Maschinenkomponente,
die Kraft- oder Drehmomenteinwirkung auf eine Maschinenkomponente oder dergleichen
zur Erkennung eines durch den Betrieb der Ladeanlage (20) beeinflussbaren instabilen
Maschinenstatus anhand der sensorisch erfassten Werte und eine Maschinensteuerung
(13) vorgesehen sind, bei der ein erster Notsteuermodus im Falle eines erkannten instabilen
Maschinenstatus vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass eine sensorische Erfassung der Bedienungsart eines Bedienelementes (11) für die Ladeanlage
(20) und eine Auswerteeinheit (12) zur Erkennung einer Paniksituation einer die Bedieneinheit
betätigenden Bedienperson vorgesehen ist und dass bei Erkennung einer Paniksituation
der Bedienperson ein zweiter Notsteuermodus vorgesehen ist, wobei der zweite Notsteuermodus
gegenüber dem ersten Notsteuermodus Vorrang hat.
2. Maschine nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassung der Betätigungsgeschwindigkeit an einem Bedienelement (11) zur Betätigung
der Ladeanlage (20) und/oder die Erfassung der Krafteinwirkung auf ein Bedienelement
(11) zur Betätigung der Ladeanlage (20) vorgesehen ist.
3. Maschine nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Geschwindigkeitssensor und/oder ein Positionssensor und/oder ein Beschleunigungssensor
und/oder ein Kraftsensor an einem Bedienelement zur Betätigung der Ladeanlage (20)
vorgesehen ist.
4. Maschine nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassung einer Auslöseposition und/oder eine Auslösekrafteinwirkung an einem
Bedienelement (11) zur Betätigung der Ladeanlage (20) vorgesehen ist.
5. Maschine nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Sensoren (15, 16, 17, 18) an einer Maschinenkomponente vorgesehen sind, die anhand
der Betätigung eines Bedienelementes (11) zur Betätigung der Ladeanlage (20) eine
sensierbare Zustandsänderung erfährt, deren Charakteristik Rückschlüsse auf die Bedienart
und somit auf eine Paniksituation zulässt.
6. Maschine nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erfassung wenigstens einer stabilitätsrelevanten Zustandsgröße und/oder von Maschinenreaktionen
auf die Bedienart ein Beschleunigungssensor und/oder ein Neigungssensor und/oder ein
Ortungssensor und/oder ein Lastsensor und/oder ein Drucksensor und/oder eine Kombination
aus zwei oder mehreren solchen Sensoren an wenigstens einer Maschinenkomponente vorgesehen
ist.
7. Maschine nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Auswerteeinheit (12) die Auswertung sensorisch erfasster Maschinenreaktionen
auf die Bedienart des Bedienelementes zur Erkennung einer Paniksituation vorgesehen
ist.
8. Maschine nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im zweiten Notsteuermodus eine Auslegerabsenkung und/oder eine Lastauslegerverkürzung
als Korrekturmaßnahme durchführbar ist.
9. Maschine nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im zweiten Notsteuermodus ein Lastabwurf als Korrekturmaßnahmen durchführbar ist.
10. Maschine nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im zweiten Notsteuermodus Korrekturmaßnahmen durchführbar sind, die im normalen Betriebsmodus
und/oder im ersten Notsteuermodus nicht durchführbar sind.
11. Maschine nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Maschinensteuerung (10) im zweiten Notsteuermodus Kombinationen von Korrekturmaßnahmen
durchführbar sind.
12. Maschine nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Maschinensteuerung (10) der Ladeanlage (20) hydraulisch, hydraulisch-mechanisch,
elektrisch oder elektro-hydraulisch ausgebildet ist.
13. Maschine nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei Erkennung einer Paniksituation eine Betätigung in den sicheren Zustand durch
eine rein hydraulisch-mechanische Steuerung, insbesondere durch die Überwindung eines
Druckpunktes im Bedienelement, insbesondere durch die Überwindung eines Widerstandes
an einem ein Bedienelement umfassendes Steuerventil der Steuerung gewährleistet wird.