[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von beschichteten Stahlblechen
aus flexibel gewalztem Bandmaterial. Durch die Beschichtung soll das Stahlblech vor
Korrosion geschützt werden.
[0002] Es sind verschiedene Verfahren zur Beschichtung von Bauteilen aus Stahl mit einer
Zink- oder Zinklegierungsschicht bekannt, wie Feuerverzinkung (Schmelztauchverzinkung)
oder galvanische (elektrolytische) Verzinkung. Unter Feuerverzinkung wird das Überziehen
von Stahlteilen mit einem massiven, metallischen Zinküberzug durch Eintauchen der
vorbehandelten Stahlteile in eine Schmelze aus flüssigem Zink verstanden. Beim galvanischen
Verzinken werden die Werkstücke in einen Zinkelektrolyten eingetaucht. Elektroden
aus Zink wirken aufgrund ihres gegenüber dem Werkstück unedleren Metalls als "Opferanoden".
Das zu verzinkende Werkstück wirkt als Kathode, weswegen die Beschichtung auch als
kathodischer Korrosionsschutz bezeichnet wird.
[0003] Aus der
DE 10 2007 013 739 B3 ist ein Verfahren zum flexiblen Walzen von beschichteten Stahlbändern bekannt. Ein
Warm- oder Kaltband wird elektrolytisch beschichtet und anschließend einem flexiblen
Walzprozess unterzogen, wobei das beschichtete Stahlband unterschiedliche Blechdicken
über der Länge erhält. Die Beschichtung wird auf die Blechdicke nach dem flexiblen
Walzen beziehungsweise auf den Walzdruck beim flexiblen Walzen abgestimmt. Hierfür
wird die Beschichtung unterschiedlich dick ausgebildet.
[0004] Aus der
DE 10 2009 051 673 B3 ist ein Verfahren zum Herstellen von Stahlband mit einer kathodischen Korrosionsschutzbeschichtung
bekannt. Hierfür wird das Stahlband warmgewalzt, anschließend kaltgewalzt und einer
elektrolytischen Verzinkung unterzogen. Nach der elektrolytischen Verzinkung wird
das Stahlband in einem Haubenglühofen bei Temperaturen von 250°C bis 350°C für einen
Zeitraum von 4 bis 48 Stunden wärmebehandelt, wodurch eine Zink-Eisen-Schicht erzeugt
wird.
[0005] Aus der
DE 10 2007 019 196 A1 ist ein Verfahren zum Erzeugen von flexibel gewalztem Bandmaterial mit einer kathodischen
Korrosionsschicht bekannt. Das Verfahren umfasst die Schritte: Bereitstellen von Walzband
als Warm- oder Kaltband mit einer kathodischen Korrosionsschicht; und flexibles Kaltwalzen
des beschichteten Walzbandes mit während des Walzens veränderlichem Walzspalt.
[0006] Aus der
DE 601 19 826 T2 ist ein Verfahren zur Realisierung eines Werkstücks mit sehr hohen mechanischen Eigenschaften
bekannt, das ausgehend von einem Stahlblechband durch Tiefziehen umgeformt worden
ist. Das Werkstück wird warmgewalzt und mit einer metallischen Legierung aus Zink
beschichtet. Hierfür wird das Blech zugeschnitten, auf eine Temperatur von 800°C bis
1200°C erhitzt und anschließend einem Warmtiefziehvorgang unterzogen. Danach werden
durch Zuschneiden die für den Tiefziehvorgang notwendigen Blechüberschüsse entfernt.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Herstellen
von beschichteten Stahlblechen aus flexibel gewalztem Bandmaterial vorzuschlagen,
das einen besonders guten Korrosionsschutz bietet.
[0008] Eine erste Lösung besteht in einem Verfahren zum Herstellen eines Erzeugnisses aus
flexibel gewalztem Bandmaterial mit den Schritten: Bereitstellen eines Bandmaterials
aus Stahlblech; Flexibles Walzen des Bandmaterials, wobei eine variable Dicke über
der Länge des Bandmaterials erzeugt wird; Elektrolytisches Beschichten mit einem metallischen
Beschichtungsmaterial, das zumindest 93 Masseprozent Zink enthält, wobei das elektrolytische
Beschichten nach dem Flexiblen Walzen erfolgt; Wärmebehandeln bei Temperaturen größer
350 °C und unterhalb der Soliduslinie des Beschichtungsmaterials, wobei das Wärmebehandeln
nach dem elektrolytischen Beschichten erfolgt; Herausarbeiten einer Platine aus dem
flexibel gewalzten Bandmaterial; und Kalt- oder Warmumformen der Platine.
[0009] Eine zweite Lösung besteht in einem Verfahren zum Herstellen eines Erzeugnisses aus
flexibel gewalztem Bandmaterial mit den Schritten: Bereitstellen eines Bandmaterials
aus Stahlblech; Flexibles Walzen des Bandmaterials, wobei eine variable Dicke über
der Länge des Bandmaterials erzeugt wird; Elektrolytisches Beschichten mit einem metallischen
Beschichtungsmaterial, das zumindest Zink und Eisen enthält; Herausarbeiten einer
Platine aus dem flexibel gewalzten Bandmaterial; und Kalt- oder Warmumformen der Platine.
[0010] Ein Vorteil der beiden genannten Verfahren liegt darin, dass das elektrolytische
Beschichten nach dem Flexiblen Walzen erfolgt. Hiermit wird erreicht, dass die aufgebrachte
Beschichtung eine gleichmäßige Dicke über der Länge des flexibel gewalzten Bandmaterials
aufweist. Insofern haben auch die Bereiche des Bandmaterials, die stärker ausgewalzt
sind, eine Schichtdicke, die zuverlässig vor Korrosion schützt. Insgesamt kann die
Prozessdauer zum Herstellen der Erzeugnisse verkürzt werden und es wird weniger Beschichtungsmaterial
benötigt, was sich wiederum günstig auf die Herstellungskosten auswirkt.
[0011] Unter einem flexibel gewalzten Produkt werden vorliegend sowohl ein Stahlband mit
unterschiedlichen Dicken als auch Rechteckplatinen beziehungsweise Formschnitte verstanden,
die aus einem flexibel gewalzten Stahlband durch Zuschnitt wie mechanisch oder durch
Laserschneiden gewonnen werden. Als Bandmaterial für das flexible Walzen kann Warmband
oder Kaltband verwendet werden, wobei diese Begriffe im Sinne der Fachsprache zu verstehen
sind. Unter Warmband wird ein Walzstahlfertigerzeugnis (Stahlband) verstanden, das
durch Walzen nach vorherigem Erwärmen erzeugt wird. Mit Kaltband ist ein kaltgewalztes
Stahlband (Flachstahl) gemeint, bei dem die letzte Dickenabnahme durch Walzen ohne
vorhergehendes Erwärmen erfolgt.
[0012] Bei beiden der obengenannten Lösungen versteht es sich, dass zwischen den einzelnen
Verfahrensschritten noch weitere Schritte zwischengeschaltet sein können. Beispielsweise
kann nach dem Flexiblen Walzen ein Bandrichten vorgesehen sein. Das Herausarbeiten
der Platinen aus dem Bandmaterial kann vor oder nach dem elektrolytischen Beschichten
durchgeführt werden. Begrifflich ist mit Herausarbeiten sowohl gemeint, dass die Blechplatinen
aus dem Bandmaterial ausgestanzt werden, das heißt am Band verbleibt ein Rand, welcher
nicht weiterverwendet wird, als auch, dass ein einfaches Ablängen des Bandmaterials
in Teilstücke vorgenommen wird, insbesondere durch einen Schneidevorgang.
[0013] Bei der ersten Lösung wird auf dem Bandmaterial eine Beschichtung aus mindestens
93 Masseprozent Zink abgeschieden, wobei der Zinkanteil insbesondere auch größer 95,
97 oder 99 Masseprozent sein kann und auch 100 Prozent betragen kann (Reinzinkbeschichtung).
Zum elektrolytischen Beschichten werden Anoden aus Reinzink, beziehungsweise aus Zink
und anderen Legierungselementen verwendet, die bei Bestromung Metallionen an den Elektrolyten
abgeben. Die Zinkionen und gegebenenfalls Ionen der weiteren Legierungselemente werden
auf dem Bandmaterial, das als Kathode geschaltet ist, als Atome abgeschieden und bilden
eine Beschichtung. Bei Abscheidung einer Beschichtung mit hohem Zinkanteil von über
93 Masseprozent, wie es bei der ersten Lösung vorgesehen ist, führt die nachfolgende
Wärmebehandlung in vorteilhafter Weise zu einer Legierungsbildung zwischen dem abgeschiedenen
Zink und dem im Bandmaterial enthaltenen Eisen, so dass insgesamt eine Zink-Eisen-Beschichtung
entsteht.
[0014] Bei der zweiten Lösung wird von vornherein eine Zink-Eisen-Legierungsschicht durch
elektrolytische Abscheidung gewonnen. Die Anteile an Zink und Eisen sind vorzugsweise
so gewählt, dass zumindest eine der nachfolgenden Bedingungen gilt: dass die Legierungsschicht
mindestens 5 Gewichtsprozent Eisen enthält, dass die Legierungsschicht maximal 80
Gewichtsprozent Eisen enthält, dass die Legierungsschicht mindestens 20 Gewichtsprozent
Zink enthält, und/oder dass die Legierungsschicht maximal 95 Gewichtsprozent Zink
enthält. Besonders günstig ist es, wenn die die Anteile an Zink und Eisen so gewählt
werden, dass im abgeschiedenen Zustand zumindest teilweise δ1-Phase, insbesondere
δ1-Phase und Γ-Phase, oder ausschließlich intermetallische Γ-Phase, vorliegt. Dies
wird beispielweise mit einem Eisenanteil von 10 bis 30 Massprozent beziehungsweise
einem Zinkanteil von 70 bis 90 Masseprozent erreicht, wobei der Zusatz weiterer Legierungselemente
nicht ausgeschlossen ist. Bei dieser Ausgestaltung kann auf eine anschließende Wärmebehandlung
verzichtet werden, da die Beschichtung selbst schon Zink und Eisen beinhaltet. Die
Zink- und Eisenatome liegen in einem Abstand von wenigen Nanometern vor, so dass sich
besonders kurze Diffusionswege ergeben. Es versteht sich jedoch, dass auch bei elektrolytischer
Abscheidung einer Zink-Eisen-Legierung die genannte Wärmebehandlung durchgeführt werden
kann. Durch die kurzen Diffusionswege genügt eine sehr kurze Wärmebehandlung, beispielsweise
mittels Induktion. Insgesamt kann durch die genannte Verfahrensführung in vorteilhafter
Weise eine Verkürzung der Prozessdauer erreicht werden.
[0015] Das Verfahren gemäß der zweiten Lösung kann nach einer ersten Möglichkeit ohne Wärmebehandlung
nach der elektrolytischen Beschichtung und vor dem Umformen durchgeführt werden. Nach
einer zweiten Möglichkeit der zweiten Lösung kann als weiterer Schritt nach der elektrolytischen
Beschichtung eine Wärmebehandlung in einem Temperaturbereich oberhalb 350 °C und unterhalb
einer Schmelztemperatur des Beschichtungsmaterials (Soliduslinie) vorgesehen sein.
Die Solidusline markiert im Zustandsdiagramm für den Beschichtungswerkstoff die Linie,
unterhalb derer ausschließlich Festphase vorliegt. Oberhalb der Soliduslinie liegt
der Beschichtungswerkstoff zumindest teilweise in Schmelzform vor.
[0016] Mit fortschreitender Erwärmungsdauer steigt der Eisenanteil in der Beschichtung an,
da Eisenatome aus dem Grundmaterial in das Beschichtungsmaterial diffundieren. Durch
den zunehmenden Eisenanteil in der Beschichtung kann dann die Wärmebehandlungstemperatur
angehoben werden, ohne dass die Soliduslinie erreicht oder überschritten wird. Dies
ist bei geeigneter Prozessführung bis zu einer Temperatur von 781 °C möglich. Die
Möglichkeit der Temperaturerhöhung während der Wärmebehandlung gilt selbstverständlich
auch für die erste Lösung. Die Temperatur kann mit steigendem Eisenanteil schrittweise
oder kontinuierlich erhöht werden.
[0017] Die Liquiduslinie markiert im Zustandsdiagramm für den Beschichtungswerkstoff die
Linie, unterhalb derer ein Zwei- bzw. Mehrphasengebiet fest-flüssig vorliegt. Oberhalb
der Liquiduslinie liegt der Beschichtungswerkstoff in Schmelzeform vor. Die untere
Grenze des Zweiphasengebiets wird als Soliduslinie bezeichnet. Die Temperatur der
Soliduslinie hängt von der anteilsmäßigen Zusammensetzung der Legierung ab. Bei reinem
Zink liegt die Soliduslinie bei 419,5 °C, bei einer Zink-Eisen-Legierung bei maximal
782 °C, sofern noch Anteile von Γ-Phase vorhanden sind. Mit einem entsprechenden Anteil
an Eisen ist es demnach möglich, flexibel gewalztes Bandmaterial walzhart elektrolytisch
zu beschichten und anschließend einer Wärmebehandlung bei einer verhältnismäßig hohen
Temperatur von mehr als 500°C bis maximal 782 °C zu unterziehen, ohne dass Schmelzephase
entsteht.
[0018] Eine Wärmebehandlung im Temperaturbereich von 500 °C bis 782 °C ist zudem geeignet,
eine Rekristallisationsglühung durchzuführen, so dass das erzeugte Material besonders
geeignet ist für eine indirekte Warmumformung. Ein sonst notwendiges Rekristallisationsglühen
nach dem Flexiblen Walzen und vor dem Beschichten kann somit entfallen. Beispielsweise
könnte bei der erstgenannten Lösung unter Verwendung von Reinzink (Beschichtungsmaterial
100 % Zink) der Wärmebehandlungsprozess bei einer Glühtemperatur von 380°C begonnen
und, mit aufgrund von Diffusionsvorgängen zunehmendem Eisenanteil, dann stufenweise
auf eine Temperatur bis auf maximal 781 °C erhöht werden.
[0019] Für beide Lösungen gilt, dass das Beschichtungsmaterial noch weitere Legierungselemente
beinhalten kann, wie beispielsweise Mangan, Chrom, Silizium oder Molybdän. Unabhängig
von der Art und Anzahl der Legierungselemente liegt eine Besonderheit der Erfindung
in der Temperaturführung zum Zwecke der Bildung der Zink-Eisen-Legierungsschicht.
Die jeweilige Legierungstemperatur ist so gewählt, dass die Soliduslinie des Beschichtungsmaterials
in der während des Prozesses jeweils aktuell vorliegenden Zusammensetzung zu keinem
Zeitpunkt der Legierungsbildung des binären Zink-Eisen-Phasendiagramms beziehungsweise
eines aus mehr als zwei Legierungselementen bestehenden Schichtaufbaus erreicht oder
überschritten wird. Die Legierung wird also durch Festphasendiffusion gebildet.
[0020] Bei der Wärmebehandlung erfolgt ein Eindiffundieren von Eisen aus dem zu beschichtenden
Materials in die metallische Beschichtung. Dabei wandelt sich Zink aus der Beschichtung
in eine Zink-Eisen-Legierung um, die einen kathodischen Korrosionsschutz bietet. Der
angegebene Temperaturbereich oberhalb 350 °C und unterhalb der Soliduslinie ist insofern
besonders günstig, als das Diffundieren verhältnismäßig schnell erfolgt. Durch den
Eisengehalt wird die Lotrissigkeitsneigung der Beschichtung reduziert, so dass die
Dauerfestigkeit des Bauteils gesteigert wird.
[0021] Die Phasenumwandlung kann, wie oben erwähnt, nach einer ersten Möglichkeit mittels
induktiver Erwärmung erreicht werden. Diese Verfahrensführung ist insbesondere bei
elektrolytischer Abscheidung von Zink und Eisen geeignet, da hier kurze Diffusionswege
vorliegen, so dass eine kurze Wärmebehandlung bereits zur gewünschten Phasenumwandlung
führt. Nach einer zweiten Möglichkeit kann die Wärmebehandlung mittels Haubenglühen
durchgeführt werden. Das Haubenglühen eignet sich besonders bei elektrolytischer Abscheidung
von Reinzink. Vorzugsweise wird beim Haubenglühen eine Verweildauer von 10 bis 80
Stunden vorgesehen, vorzugsweise von 30 bis 60 Stunden, so dass ausreichend Zeit zur
Verfügung steht, damit durch Diffusion eine Zink-Eisen-Legierung gebildet wird. Die
Verweildauer bezeichnet vorzugsweise die gesamte Zeit, in der die Platinen bzw. das
Bandmaterial wärmebehandelt werden, und kann also eine Erwärm-, Halte- und Abkühlphase
mit umfassen. Eine weitere Möglichkeit stellt die konduktive Erwärmung dar, wobei
andere technisch mögliche Wärmebehandlungsverfahren selbstverständlich nicht ausgeschlossen
sind.
[0022] Als weiterer Verfahrensschritt kann vor dem elektrolytischen Beschichten vorgesehen
sein, dass das Bandmaterial mit einer Zwischenschicht beschichtet wird. Als Zwischenschicht
kann insbesondere eine nickel- oder aluminiumhaltige Schicht verwendet werden. Hierunter
sind Schichten zu verstehen, welche zumindest teilweise Nickel beziehungsweise Aluminium
enthalten, was eine reine Nickelschicht oder Aluminiumschicht mit einschließt. Die
Nickelschicht bildet einen zusätzlichen Schutz der Oberfläche und verbessert die Haftungsfähigkeit
der anschließend aufgebrachten Zink enthaltenden Beschichtung. Die Nickelbeschichtung
kann beispielsweise durch elektrolytisches oder fremdstromloses Abscheiden gebildet
werden. Es versteht sich, dass andere Werkstoffe für die Zwischenschicht nicht ausgeschlossen
sind. Beispielsweise kann auch eine mangan- oder chromhaltige Beschichtung verwendet
werden. Mangan und Chrom besitzen beide ein kubisches Gitter und weisen eine gute
Löslichkeit in Eisen auf, was sich günstig auf das Legierungsverhalten auswirkt.
[0023] Nach einer möglichen Ausgestaltung kann das Bandmaterial nach dem elektrolytischen
Beschichten mit einem Zunderschutz versehen werden. Dies gilt insbesondere, wenn die
Austenitisierung für ein späteres Warmformen nicht in Schutzgasatmosphäre erfolgt.
Unter Zunder werden die bei der Reaktion metallischer Werkstoffe in Luft oder anderen
sauerstoffhaltigen Gasen bei hoher Temperatur entstandenen, vorwiegend oxidischen
Korrosionsprodukte verstanden. Das Aufbringen der Zunderschutzschicht kann durch Sprühen
oder Aufwalzen geschehen. Neben dem Schutz vor Oxidation liegt ein weiterer Vorteil
der Zunderschutzschicht darin, dass die Oberfläche eine hohe Qualität hat. Insbesondere
ist vor einem späteren Lackieren des Blechs keine Reinigungsbehandlung wie Kugelstrahlen
erforderlich. Zudem kann durch den Zunderschutz der Reibwert während der Warmumformung
sowie das Wärmeabsorptionsverhalten positiv beeinflusst werden. Ein weiterer Vorteil
des Zunderschutzes besteht darin, dass die Haftung der darunterliegenden kathodischen
Korrosionsschutzschicht verbessert wird. Zudem ist eine Erweiterung des Temperatur-Zeit-Fensters
im Rahmen der Austenitisierung möglich, beispielsweise durch Legierungsbildung des
Zunderschutzmaterials mit der darunterliegenden Schicht. Der Zunderschutz kann vor
oder nach der unterhalb der Soliduslinie durchgeführten Wärmebehandlung aufgebracht
werden.
[0024] An geeigneter Stelle des Prozesses werden aus dem flexibel gewalzten Bandmaterial
Platinen oder Formschnitte erzeugt, was durch mechanischen Zuschnitt oder mittels
Laserschneiden durchgeführt werden kann. Unter Platinen werden insbesondere rechteckige
Blechtafeln verstanden, die aus dem Bandmaterial herausgetrennt worden sind. Als Formschnitte
werden aus dem Bandmaterial herausgearbeitete Blechelemente verstanden, deren Außenkontur
an die Form des Endprodukts bereits angepasst ist. Vorliegend wird die Bezeichnung
Platine einheitlich sowohl für Rechteckplatinen als auch Formschnitte verwendet. Die
Herstellung der Platinen kann vor oder nach dem elektrolytischen Beschichten erfolgen,
und gegebenenfalls vor oder nach dem Aufbringen eines Zunderschutzes.
[0025] Die Blechplatinen werden nach einer möglichen Verfahrensführung, die für beide Lösungen
gilt, warmumgeformt. Unter Warmumformung werden Umformvorgänge verstanden, bei denen
die Werkstücke vor dem Umformen auf eine Temperatur im Bereich der Warmumformung erwärmt
werden. Das Erwärmen wird in einer geeigneten Wärmeeinrichtung, beispielsweise einem
Ofen vorgenommen. Das Warmumformen kann nach einer ersten Möglichkeit als indirekter
Prozess durchgeführt werden, der die Teilschritte Kaltvorformen der Platine zu einem
vorgeformten Bauteil, anschließendes Erwärmen zumindest von Teilbereichen des kalt
vorgeformten Bauteils auf Austenitisierungstemperatur sowie anschließendes Warmumformen
zur Erzeugung der Endkontur des Erzeugnisses umfasst. Unter Austenitisierungstemperatur
ist dabei ein Temperaturbereich zu verstehen, bei dem zumindest eine Teilaustenitisierung
(Gefügestruktur im Zweiphasengebiet Ferrit und Austenit) vorliegt. Darüber hinaus
ist es auch möglich, nur Teilbereiche der Platine zu austenitisieren, um beispielsweise
ein partielles Härten zu ermöglichen. Das Warmumformen kann nach einer zweiten Möglichkeit
auch als direkter Prozess durchgeführt werden, der dadurch gekennzeichnet ist, dass
zumindest Teilbereiche der Platine direkt auf Austenitisierungstemperatur erwärmt
und anschließend zur gewünschten Endkontur in einem Schritt warmumgeformt wird. Ein
vorhergehendes (kaltes) Vorformen findet hier nicht statt. Auch beim direkten Prozess
kann durch Austenitisieren von Teilbereichen ein partielles Härten erreicht werden.
Für beide Prozesse gilt, dass ein Härten von Teilbereichen der Bauteile auch durch
unterschiedlich temperierte Werkzeuge möglich ist, beziehungsweise durch Verwendung
mehrerer Werkzeugwerkstoffe, die unterschiedliche Abkühlgeschwindigkeiten ermöglichen.
In letzterem Fall kann die ganze Platine beziehungsweise das ganze Bauteil komplett
austenitisiert werden.
[0026] In jedem Fall ist nach einer bevorzugten Verfahrensführung vorgesehen, die für beide
Warmumformprozesse gilt, dass das Beschichtungsmaterial zum Zeitpunkt der Einleitung
des Warmformens in festem Zustand ist, das heißt die Temperatur hat sich auf einen
Bereich unterhalb der Soliduslinie des Beschichtungsmaterials abgekühlt. Nach dem
Warmumformen soll der Eisengehalt in der Randschicht unterhalb 80 % liegen, vorzugsweise
unter 60 %, besonders bevorzugt unter 30 %.
[0027] Nach einer alternativen Verfahrensführung, welche prinzipiell für beide obengenannte
Lösungen gilt, können die Blechplatinen auch kaltumgeformt werden. Unter Kaltumformung
werden vorliegend Umformvorgänge verstanden, bei denen die Platinen vor dem Umformen
nicht gezielt erwärmt werden. Die Umformung findet somit bei Raumtemperatur statt;
die Platinen erwärmen sich durch Dissipation der zugeführten Energie. Kaltumformen
wird insbesondere als Prozess zum Umformen weicher Karosseriestähle verwendet.
[0028] Die Lösung der obengenannten Aufgabe besteht weiter in einer Blechplatine aus flexibel
gewalztem Stahlblech, das nach dem flexiblen Walzen mit einer metallischen Beschichtung
elektrolytisch beschichtet und nach dem Beschichten warmumgeformt ist. Hiermit ergeben
sich die obengenannten Vorteile einer konstanten Schichtdicke über der Länge des flexibel
gewalzten Bandes beziehungsweise der daraus erzeugten Platinen. Die Platine kann nach
einem oder mehreren der obengenannten Verfahrensschritte erzeugt werden, so dass bezüglich
der Schritte und der damit verbundenen Vorteile auf die obige Beschreibung Bezug genommen
wird.
[0029] Bevorzugte Ausführungsbeispiele werden nachstehend anhand der Zeichnungsfiguren erläutert.
Hierin zeigt
- Figur 1
- ein erfindungsgemäßes Verfahren als Ablaufdiagramm schematisch in einer ersten Ausführungsform;
- Figur 2
- ein erfindungsgemäßes Verfahren als Ablaufdiagramm schematisch in einer zweiten Ausführungsform;
- Figur 3
- ein erfindungsgemäßes Verfahren als Ablaufdiagramm schematisch in einer dritten Ausführungsform;
und
- Figur 4
- ein Zink-Eisen-Phasendiagramm.
[0030] Figur 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Herstellung eines Erzeugnisses
aus flexibel gewalztem Bandmaterial 2 nach einer ersten Verfahrensführung. Im Verfahrensschritt
V1 wird das Bandmaterial 2, das im Ausgangszustand auf einem Coil 3 aufgewickelt ist,
walzend bearbeitet, und zwar mittels flexiblem Walzen. Hierfür wird das Bandmaterial
2, das vor dem flexiblen Walzen eine weitestgehend konstante Blechdicke über der Länge
aufweist, mittels Walzen 4, 5 derart gewalzt, das es längs der Walzrichtung eine variable
Blechdicke erhält. Während des Walzens wird der Prozess überwacht und gesteuert, wobei
die von einer Blechdickenmessung 6 ermittelten Daten als Eingangssignal zur Steuerung
der Walzen 4, 5 verwendet werden. Nach dem flexiblen Walzen hat das Bandmaterial 2
in Walzrichtung unterschiedliche Dicken. Das Bandmaterial 2 wird nach dem flexiblen
Walzen wieder zum Coil 3 aufgewickelt, so dass es dem nächsten Verfahrensschritt zugeführt
werden kann.
[0031] Nach dem Flexiblen Walzen wird das Bandmaterial 2 im Verfahrensschritt V2 geglättet,
was in einer Bandrichtvorrichtung 7 erfolgt. Der Verfahrensschritt des Glättens ist
optional und kann auch weggelassen werden.
[0032] Nach dem Flexiblen Walzen (V1) beziehungsweise Glätten (V2) wird das Bandmaterial
2 im Verfahrensschritt V3 mit einem Korrosionsschutz versehen. Hierfür durchläuft
das Bandmaterial 2 eine elektrolytische Bandbeschichtungsvorrichtung 8. Es ist erkennbar,
dass die Bandbeschichtung im Durchlaufverfahren erfolgt, das heißt das Bandmaterial
2 wird vom Coil 3 abgewickelt, durchläuft die Beschichtungsvorrichtung 8 und wird
nach dem Beschichten wieder zum Coil 3 aufgewickelt. Diese Verfahrensführung ist besonders
günstig, da der Handhabungsaufwand für das Aufbringen des Korrosionsschutzes auf das
Bandmaterial 2 gering und die Prozessgeschwindigkeit hoch ist. Vorliegend sind von
der Bandbeschichtungsvorrichtung 8 ein Tauchbecken 9 erkennbar, das mit einer elektrolytischen
Flüssigkeit 10 gefüllt ist, welche das Bandmaterial 2 durchläuft. Die Führung des
Bandmaterials 2 erfolgt mittels Rollensätzen 11, 12.
[0033] Das elektrolytische Beschichten erfolgt bei der vorliegenden Verfahrensführung mit
einem metallischen Beschichtungsmaterial, das zumindest 93 % Zink enthält. Durch einen
hohen Zink-Anteil wird eine besonders gute Korrosionsbeständigkeit erreicht. Es versteht
sich, dass der Zink-Anteil auch höher sein kann, beispielsweise größer als 95 %, insbesondere
größer als 97%, und auch 100% (Reinzink) betragen kann. Für das Beschichten können
beispielsweise Anoden aus Zink verwendet werden, die bei Bestromung Zinkionen an den
Elektrolyten abgeben. Die Zinkionen werden auf dem Bandmaterial 2, das als Kathode
geschaltet ist, als Zinkatome abgeschieden und bilden eine Zinkschicht. Alternativ
können auch inerte Anoden und ein Zink-Elektrolyt verwendet werden.
[0034] Neben dem genannten Zink-Anteil kann die Beschichtung noch weitere Legierungselemente
beinhalten, wie beispielsweise Aluminium, Chrom, Mangan, Molybdän, Silizium. Der Anteil
der gegebenenfalls hinzugefügten Legierungselemente liegt bei weniger als 7 %. Mangan
hat eine gute Löslichkeit in Eisen, was sich günstig auf die Legierungsbildung beim
Erwärmen auswirkt.
[0035] Nach dem elektrolytischen Beschichten (V3) wird das zum Coil 3 aufgewickelte Bandmaterial
2 im Verfahrensschritt V4 einer Wärmebehandlung unterzogen. Die Wärmebehandlung kann
prinzipiell auf jede technisch geeignete Weise erfolgen, beispielsweise in einer Haubenglühe
oder auch durch induktive Erwärmung, um nur zwei Verfahren beispielhaft zu nennen.
Vorliegend ist die Wärmebehandlung in einem Ofen 13 gezeigt.
[0036] Die Wärmebehandlung wird bei Temperaturen größer 350 °C und unterhalb der Soliduslinie
des Beschichtungsmaterials durchgeführt. Der Temperaturverlauf der Soliduslinie hängt
von der anteilsmäßigen Zusammensetzung der Legierung ab. Bei der Temperatur innerhalb
des angegebenen Bereichs stellt sich eine Diffusion von Eisen in die Zinkschicht ein,
so dass mit fortschreitender Einwirkdauer der Wärmequelle eine Diffusionsschicht erzeugt
wird.
[0037] Bei der Wärmebehandlung erfolgt ein Eindiffundieren von Eisen aus dem zu beschichtenden
Bandmaterial in die metallische Beschichtung. Dabei wandelt sich Zink aus der Beschichtung
in eine Zink-Eisen-Legierung um, die einen kathodischen Korrosionsschutz bietet. Durch
den Temperaturbereich oberhalb 350 °C und unterhalb der Soliduslinie erfolgt das Diffundieren
verhältnismäßig schnell. Die Verweildauer für die Wärmebehandlung in einer Haubenglühe
beträgt vorzugsweise 10 bis 80 Stunden, vorzugsweise von 30 bis 60 Stunden, so dass
ausreichend Zeit zur Verfügung steht, damit durch Diffusion eine Zink-Eisen-Legierung
gebildet wird.
[0038] Ein weiterer Effekt der Wärmebehandlung ist, dass beim Walzen entstandene Verfestigungen
des Materials vermindert bzw. aufgelöst werden, so dass das gewalzte Bandmaterial
2 wieder einer höhere Duktilität und Dehnbarkeit erhält. Das Bandmaterial lässt sich
in anschließenden Verfahrensschritten leichter weiterverarbeiten, wobei außerdem die
Materialeigenschaften des herzustellenden Endproduktes positiv beeinflusst werden.
[0039] Nach der Wärmbehandlung (V4) wird das Bandmaterial 2 im nächsten Verfahrensschritt
V5 aus dem Bandmaterial 2 einzelne Blechplatinen 20 herausgearbeitet. Das Herausarbeiten
der Blechplatinen 20 aus dem Bandmaterial 2 erfolgt vorzugsweise mittels Stanzen oder
Schneiden. Je nach Form der zu fertigenden Blechplatinen 20 kann diese aus dem Bandmaterial
2 als Formschnitt ausgestanzt werden, wobei ein Rand am Bandmaterial stehen bleibt,
der nicht weiterverwendet wird, oder das Bandmaterial 2 kann einfach in Teilstücke
abgelängt werden. Eine aus dem Bandmaterial 2 herausgearbeitete Blechplatine 20, welche
auch als dreidimensionale Blechplatinen (3D-TRB) bezeichnet werden können, ist schematisch
gezeigt.
[0040] Nach dem Erzeugen von Platinen 20 aus dem Bandmaterial 2 erfolgt im Verfahrensschritt
V5 ein Umformen der Platine 20 zum gewünschten Endprodukt. Nach einer ersten Möglichkeit
werden die Platinen 20 warmumgeformt oder, nach einer zweiten Möglichkeit, kaltumgeformt.
[0041] Das Warmumformen kann als direkter oder indirekter Prozess durchgeführt werden. Beim
direkten Prozess werden die Platinen 20 vor dem Umformen auf Austenitisierungstemperatur
erwärmt, was beispielsweise durch Induktion oder in einem Ofen erfolgen kann. Unter
Austenitisierungstemperatur ist dabei ein Temperaturbereich zu verstehen, bei dem
zumindest eine Teilaustenitisierung (Gefügestruktur im Zweiphasengebiet Ferrit und
Austenit) vorliegt. Es können aber auch nur Teilbereiche der Platine austenitisiert
werden, um beispielsweise ein partielles Härten zu ermöglichen. Nach dem Erhitzen
auf Austenitisierungstemperatur wird die erhitzte Platine in einem formgebenden Werkzeug
14 umgeformt und gleichzeitig mit hoher Abkühlgeschwindigkeit abgekühlt, wobei das
Bauteil 20 seine Endkontur erhält und gleichzeitig gehärtet wird.
[0042] Beim indirekten Warmumformen wird die Platine 20 vor dem Austenitisieren noch einem
Vorformen unterzogen. Das Vorformen erfolgt in kaltem Zustand der Platine, das heißt
ohne vorherige Erwärmung. Beim Vorformen erhält das Bauteil ein Profil, das noch nicht
der Endform entspricht, aber an diese angenähert ist. Nach dem Vorformen findet dann,
wie beim direkten Prozess, ein Austenitisieren und Warmformen statt, wobei das Bauteil
seine Endkontur erhält und gehärtet wird.
[0043] Der Stahlwerkstoff sollte, sofern ein Warmumformen (direkt oder indirekt) vorgesehen
ist, einen Anteil an Kohlenstoff von mindestens 0,1 Masseprozent bis 0,35 Masseprozent
aufweisen.
[0044] Alternativ zum Warmumformen als formgebenden Prozess lassen sich die Platinen auch
Kaltumformen. Das Kaltumformen eignet sich insbesondere für weiche Karosseriestähle
beziehungsweise Bauteile, an die keine besonderen Anforderungen im Hinblick auf die
Festigkeit bestehen. Beim Kaltumformen werden die Platinen bei Raumtemperatur umgeformt.
[0045] Eine Besonderheit des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, dass das elektrolytische
Beschichten (V3) nach dem Flexiblen Walzen (V1) erfolgt. Die auf das Bandmaterial
2 aufgebrachte Beschichtung hat eine gleichmäßige Dicke über der Länge, und zwar unabhängig
von der jeweiligen Dicke des Bandmaterials 2. Auch die stärker ausgewalzten Bereiche
haben eine ausreichend dicke Beschichtung, die zuverlässig vor Korrosion schützt.
Eine weitere Besonderheit liegt in dem Schritt der Wärmbehandlung nach der elektrolytischen
Beschichtung in einem Temperaturbereich zwischen 350 °C und unterhalb der Soliduslinie
des Beschichtungsmaterials. Durch die Wärmebehandlung diffundiert Zink aus der Beschichtung
in das Grundmaterial und Eisen aus dem Grundmaterial in die Beschichtung. Mit steigendem
Eisenanteil in der Beschichtung kann die Temperatur im Rahmen des Wärmebehanldungsprozesses
aufgrund der Verschiebung der Soliduslinie hin zu höheren Temperaturen nach und nach
angehoben werden. Es entsteht eine Zink-Eisen-Legierung als Beschichtung, welche auch
höheren Temperaturen eines nachfolgend gegebenenfalls durchgeführten Warmformprozesses
standhält und einen zuverlässigen Korrosionsschutz bietet.
[0046] Es versteht sich, dass die erfindungsgemäße Verfahrensführung auch abgewandelt werden
kann. Beispielsweise können zwischen den genannten Schritten auch hier nicht gesondert
gezeigte Zwischenschritte vorgesehen sein. Beispielsweise kann das Bandmaterial vor
dem elektrolytischen Beschichten mit einer Zwischenschicht versehen werden, insbesondere
mit einer Nickel-, Aluminium- oder Manganschicht. Diese Zwischenschicht bildet einen
zusätzlichen Schutz der Oberfläche und verbessert die Haftungsfähigkeit der anschließend
aufgebrachten Zink enthaltenden Beschichtung. Es kann auch vorgesehen sein, dass das
Bandmaterial oder die hieraus hergestellten Platinen nach dem elektrolytischen Beschichten
(V3) und vor beziehungsweise nach der Wärmebehanldung (V4) mit einem Zunderschutz
versehen werden. Dies ist insbesondere empfehlenswert, wenn die Austenitisierung für
ein späteres Warmumformen nicht in Schutzgasatmosphäre erfolgt. Das Aufbringen der
Zunderschutzschicht kann durch Sprühen oder Aufwalzen geschehen. Neben dem Schutz
vor Oxidation liegt ein weiterer Vorteil der Zunderschutzschicht darin, dass die Oberfläche
eine hohe Qualität hat. Zudem kann durch den Zunderschutz der Reibwert während der
Warmumformung sowie das Wärmeabsorptionsverhalten positiv beeinflusst werden. Ein
weiterer Vorteil des Zunderschutzes besteht darin, dass die Haftung der darunterliegenden
kathodischen Korrosionsschutzschicht verbessert wird. Zudem ist enie Erweiterung des
Temperatur-Zeit-Fensters im Rahmen der Austenitisierung möglich, beispielsweise durch
Legierungsbildung des Zunderschutzmaterials mit der darunterliegenden Schicht. Ein
Beispiel hierfür wären Aluminiumlamellen in einem Zunderschutzlack.
[0047] Weiter versteht es sich, dass die erfindungsgemäße Prozessführung auch in der Reihenfolge
der durchgeführten Schritte abgewandelt werden kann. Beispielsweise kann das Herausarbeiten
von Platinen auch an anderer Stelle, beispielsweise vor dem elektrolytischen Beschichten
oder gegebenenfalls vor oder nach dem Aufbringen eines Zunderschutzes erfolgen.
[0048] Figur 2 zeigt ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Herstellung einer Blechplatine
aus einem Bandmaterial 2 nach einer zweiten Verfahrensführung. Diese entspricht in
weiten Teilen dem Verfahren gemäß Figur 1, so dass hinsichtlich der Gemeinsamkeiten
auf die obige Beschreibung Bezug genommen wird. Dabei sind gleiche beziehungsweise
abgewandelte Bauteile beziehungsweise Schritte mit gleichen Bezugszeichen versehen,
wie in Figur 1. Im Folgenden wird im Wesentlichen auf die Unterschiede des vorliegenden
Verfahrens eingegangen.
[0049] Die Verfahrensschritte V1 (walzende Bearbeitung), V2 (Bandrichten), V5 (Ausstanzen)
und V6 (Umformen) sind identisch mit den entsprechenden Verfahrensschritten V1, V2,
V5 und V6 gemäß Figur 1.
[0050] Ein erster Unterschied zu dem Verfahren nach Figur 1 liegt im Verfahrensschritt V3
der elektrolytischen Beschichtung. Bei der vorliegenden Verfahrensführung gemäß Figur
2 wird das Bandmaterial mit einem metallischen Beschichtungsmaterial, das zumindest
Zink und Eisen enthält, beschichtet. Die Zink-Eisen-Legierungsschicht wird durch elektrolytische
Abscheidung einer Zink-Eisen-Schicht gewonnen. Die Anteile an Zink und Eisen werden
dabei nach einer günstigen Verfahrensführung so gewählt, dass die Legierungsschicht
mindestens 5 und/oder maximal 80 Gewichtsprozent Eisen enthält, beziehungsweise, dass
die Legierungsschicht mindestens 20 und/oder maximal 95 Gewichtsprozent Zink enthält.
[0051] Besonders günstig ist es, wenn die die Anteile an Zink und Eisen so gewählt werden,
dass im abgeschiedenen Zustand zumindest teilweise δ1-Phase, insbesondere δ1-Phase
und Γ-Phase, oder ausschließlich intermetallische Γ-Phase, vorliegt. Hierfür könnte
beispielsweise ein Anteil an Eisen in der Beschichtung zwischen 10 und 30 Gewichtsprozent,
beziehungsweise ein Zinkanteil von 70 bis 90 Gewichtsprozent gewählt werden. Mit diesen
Anteilen wird im abgeschiedenen Zustand zumindest teilweise intermetallische Phase
gebildet.
[0052] Es ist für die Durchführung einer direkten Warmumformung günstig, wenn der Gehalt
an Γ-Phase relativ hoch und der Gehalt an δ1-Phase möglichst gering ist. Um Lotrissigkeit
zu vermeiden, sollte die Schmelztemperatur der Beschichtung für die Warmumformung
relativ hoch sein. Mit zunehmendem Eisengehalt und damit mit zunehmendem Anteil an
Γ-Phase wird die Soliduslinie im binären Phasendiagramm Zink-Eisen (siehe Figur 4)
zu höheren Temperaturen verschoben.
[0053] Nach dem elektrolytischen Beschichten (V3) werden im Verfahrensschritt V5 Platinen
aus dem Bandmaterial 2 herausgearbeitet, wobei es sich versteht, dass die Platinen
in einer abgewandelten Verfahrensführung auch vor dem Beschichten ausgeschnitten werden
könnten.
[0054] Eine weitere Besonderheit der vorliegenden Verfahrensführung nach Figur 2 ist, dass
zwischen dem Beschichten (V3) und dem Umformen im Verfahrensschritt V6 keine zwischengeschaltete
Wärmebehandlung unterhalb der Solidustemperatur durchgeführt wird. Das Verfahren nach
Figur 2 ist damit zeitlich besonders kurz.
[0055] Der abschließend durchgeführte Schritt des Umformens entspricht dem gemäß Figur 1,
so dass diesbezüglich auf die obige Beschreibung Bezug genommen wird. Die Platine
20 kann kalt oder warm (direkt oder indirekt) umgeformt werden.
[0056] Es versteht sich, dass auch bei der vorliegenden Verfahrensführung Abwandlungen,
insbesondere ergänzende Zwischenschritte oder nachfolgende Verfahrensschritte vorgenommen
werden können. Diesbezüglich wird zur Vermeidung von Wiederholungen auf die obige
Beschreibung verwiesen.
[0057] Figur 3 zeigt ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Herstellung einer Blechplatine
aus einem Bandmaterial 2 nach einer dritten Verfahrensführung. Diese entspricht im
Wesentlichen einer Kombination der Verfahren gemäß den Figuren 1 und 2, so dass hinsichtlich
der Gemeinsamkeiten auf die obige Beschreibung Bezug genommen wird. Dabei sind gleiche
beziehungsweise abgewandelte Bauteile beziehungsweise Schritte mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0058] Die Schritte V1 (walzende Bearbeitung), V2 (Bandrichten), V3 (elektrolytisches Beschichten),
V5 (Ausstanzen) und V6 (Umformen) sind identisch mit den entsprechenden Verfahrensschritten
gemäß Figur 2. Der einzige Unterschied zum Verfahren gemäß Figur 2 liegt darin, dass
nach der elektrolytischen Beschichtung (V3) im Verfahrensschritt V4 eine Wärmebehandlung
erfolgt, wie im Verfahren gemäß Figur 1.
[0059] Wie bei der Verfahrensführung gemäß Figur 1, liegt auch bei der vorliegenden Verfahrensführung
gemäß Figur 3 die Besonderheit in der Temperaturführung zum Zwecke der Bildung einer
Zink-Eisen-Legierungsschicht. Die jeweilige Legierungstemperatur bei der Wärmbehandlung
(V4) ist so gewählt, dass zu keinem Zeitpunkt der Legierungsbildung die Soliduslinie
des binären Zink-Eisen-Phasendiagramms (vergleiche Figur 4) beziehungsweise die Soliduslinie
eines aus mehr als zwei Legierungselementen bestehenden Schichtaufbaus erreicht oder
überschritten wird.
[0060] Ein Beispiel für einen derartigen Schichtaufbau wäre beispielsweise eine ternäre
Legierung aus Zink, Eisen und Mangan, wobei das Mangan aus dem Stahlsubstrat stammt
und durch Diffusionsprozess während der vorgenannten Erwärmung in die elektrolytisch
abgeschiedene Zinkschicht beziehungsweise Zink-Eisen-Legierungsschicht gelangt ist
und nicht etwa Bestandteil einer elektrolytischen Abscheidung ist. Anstelle des Mangans
ist es auch denkbar, dass beispielsweise Chrom oder Aluminium oder Silizium oder Molybdän
in die elektrolytisch abgeschiedene Schicht diffundiert. Es versteht sich, dass für
die Beschichtung auch Stahllegierungselemente vorgesehen sein können, welche nicht
zuvor genannt wurden und die geeignet sind, durch den vorgenannten Erwärmungsprozess
in die elektrolytisch abgeschiedene Schicht zu diffundieren.
[0061] Auch bei der vorliegenden Verfahrensführung können Abwandlungen, insbesondere ergänzende
Zwischenschritte oder nachfolgende Verfahrensschritte vorgenommen werden. Diesbezüglich
wird zur Vermeidung von Wiederholungen auf die obige Beschreibung verwiesen.
[0062] Figur 4 zeigt das Phasendiagramm für Zink-Eisen. Auf der X-Achse sind die Anteile
an Eisen (Fe) beziehungsweise Zink (Zn) angegeben. Dabei liegt am linken Rand Material
mit 100 % Eisen und 0 % Zink vor, während am rechten Rand umgekehrt 0 % Eisen und
100 % Zink vorliegt. Zwischen den Rändern ergibt sich jeweils die auf der X-Achse
angegebene prozentuale Zusammensetzung. Es steht S für Schmelze, α und γ sind Eisen-Zink-Mischkristalle
(eisenreich), ζ und δ beziehungsweise δ1 und Γ sind intermetallische Phasen, und η
ist ein Zink-Eisen-Mischkristall (zinkreich).
[0063] Im Folgenden werden anhand des Zink-Eisen-Phasendiagramms beispielhaft verschiedene
Möglichkeiten der elektrolytischen Abscheidung nach einem der erfindungsgemäßen Verfahren
beschrieben.
[0064] Bei der Abscheidung einer Reinzinkschicht, wie sie bei einer Verfahrensführung gemäß
Figur 1 erzeugt werden kann, wird zu Beginn eine Legierungstemperatur oberhalb 350
°C und unterhalb der Schmelztemperatur (Soliduslinie) von 419,5 °C gewählt, beispielsweise
400 °C. Bei dieser Temperatur stellt sich eine Diffusion von Eisen in die Zinkschicht
ein, so dass sich mit fortschreitender Einwirkdauer im Rahmen der Wärmebehandlung
(V4) eine Diffusionsschicht ausbildet, beispielsweise eine δ-Phase. Die weitere Temperaturführung
ist so gestaltet, dass sich die jeweilige Temperatur stets unterhalb der Soliduslinie
des binären Zink-Eisen-Phasendiagramms befindet.
[0065] Bei einer elektrolytischen Abscheidung einer Beschichtung, welche bereits Eisen in
der Zinkschicht enthält, wie sie bei einer Verfahrensführung gemäß Figur 3 erzeugt
werden kann, kann die Starttemperatur oberhalb der Schmelzetemperatur von Reinzink
gewählt werden. Beispielsweise könnte bei einer Zusammensetzung der elektrolytisch
abgeschiedenen Schicht von 85 % Zink und 15 % Eisen eine Starttemperatur von 600 °C
gewählt werden. Diese Temperatur liegt zwar oberhalb der Schmelzetemperatur von Zink,
jedoch unterhalb der Soliduslinie des Zweiphasengebiets Γ + δ1.
[0066] Bei elektrolytischer Abscheidung einer Zink-Eisen-Schicht, welche zu 60 % aus Zink
und zu 40 % Eisen besteht, ist eine Starttemperatur kleiner 782 °C möglich. Eine Steigerung
über diese Temperatur ist nur dann möglich, wenn dich die Schicht während einer nachfolgenden
Wärmebehandlung soweit mit Eisen anreichert, dass ausschließlich ein austenitischer
Eisenmischkristall vorliegen würde (beispielsweise 70 Masseprozent Eisen und 850 °C).
[0067] Die Art der Wärmebehandlung ist, wie oben erläutert, nicht festgelegt. Es kann sich
beispielsweise um induktive Erwärmung oder eine Erwärmung in einer Haubenglühe oder
um eine Erwärmung durch Kontakt mit einem heißen Körper, beispielsweise einer dicken
Stahlplatte handeln, die ihre Wärme an die Platine bzw. den Formschnitt abgibt.
[0068] In einer besonderen Ausführungsart der Erfindung wird eine elektrolytische Zink-Eisen-Legierung
mit einem Eisengehalt von 8 bis 12 % vorgesehen. Hierbei handelt es sich um eine Zusammensetzung,
wie sie für Stähle mit einer sogenannten "Galvannealed"-Beschichtung verwendet werden.
Der Vorteil dieser Zusammensetzung liegt darin, dass die Elemente Zink und Eisen einen
Abstand im Nanometerbereich aufweisen, wo dass es auf eine langwierige Diffusionsbehandlung
verzichtet werden kann. Vielmehr kann durch eine kurze Wärmebehandlung im Verfahrensschritt
V4 eine intermetallische δ1-Phase aus einer elektrolytisch abgeschiedenen Zink-Eisen-Legierung
mit einem Eisengehalt von 8 bis 12 % herzustellen. Eine derartige Zusammensetzung
kann sowohl für die Kaltumformung als auch für die Warmumformung verwendet werden.
[0069] In einer weiteren besonderen Ausführungsform der Erfindung wird eine elektrolytische
Zink-Eisen-Legierung abgeschieden, deren stöchiometrische Zusammensetzung der Γ-Phase
entspricht. Alternativ kann diese Zusammensetzung auch durch eine Abscheidung einer
Zink-Eisen-Schicht mit geringerem Eisengehalt und anschließender Wärmebehandlung eingestellt
werden, an deren Ende die Γ-Phase vorliegt. Diese Schicht beginnt erst bei einer Temperatur
von 782 °C zu schmelzen, so dass sich diese Schicht insbesondere für die Warmumformung
eignet, da hierbei die Bildung einer Schmelzphase eingeschränkt beziehungsweise durch
Stabilisierung der Schicht durch Elemente aus dem Stahlsubstrat wie Mangan vermieden
werden kann (ternäres System Eisen-Zink-Mangan).
[0070] In einer weiteren Ausführungsart, welche ebenfalls für die Warmumformung (V6) vorgesehen
ist, wird elektrolytisch eine Schicht abgeschieden, die selbst bei Erhitzen auf die
maximale Austenitisierungstemperatur für die Warmumformung (beispielsweise bei 900
°C) nicht schmelzflüssig vorliegt. Eine derartige Beschichtung hätte beispielsweise
eine Zusammensetzung von 20 Masseprozent Zink und 80 Masseprozent Eisen. In diesem
Fall handelt es sich um eine Eisenbasislegierung des binären Systems Eisen-Zink.
[0071] Insgesamt lassen sich mit den erfindungsgemäßen Verfahren Erzeugnisse mit einem zuverlässigen
kathodischen Korrosionsschutz herstellen, welche sehr gut für einen Warmumformprozess
geeignet sind. Durch die zumindest weitestgehende Vermeidung des Auftretens von Flüssigphase
in der Beschichtung während des Prozesses wird die Lotrissigkeitsneigung der Erzeugnisse
in vorteilhafter Weise minimiert.
Bezugszeichenliste
[0072]
- 2
- Bandmaterial
- 3
- Coil
- 4
- Walzen
- 5
- Walzen
- 6
- Dickenregelung
- 7
- Glättvorrichtung
- 8
- Beschichtungsvorrichtung
- 9
- Tauchbecken
- 10
- Elektrolyt
- 11
- Rollensatz
- 12
- Rollensatz
- 13
- Ofen
- 14
- Umformwerkzeug
- 20
- Platine
- V1-V6
- Verfahrensschritte
1. Verfahren zum Herstellen eines Erzeugnisses aus flexibel gewalztem Bandmaterial mit
den Schritten:
Bereitstellen eines Bandmaterials (2) aus Stahlblech;
Flexibles Walzen (V1) des Bandmaterials (2), wobei eine variable Dicke über der Länge
des Bandmaterials (2) erzeugt wird;
Elektrolytisches Beschichten (V3) mit einem metallischen Beschichtungsmaterial, das
zumindest 93 % Zink enthält, wobei das elektrolytische Beschichten nach dem Flexiblen
Walzen (V1) erfolgt;
Wärmebehandeln (V4) bei Temperaturen größer 350°C und unterhalb einer Soliduslinie
des Beschichtungsmaterials, wobei das Wärmebehandeln nach dem elektrolytischen Beschichten
(V3) erfolgt;
Herausarbeiten (V5) einer Platine (20) aus dem flexibel gewalzten Bandmaterial (2);
und
Kalt- oder Warmumformen (V6) der Platine.
2. Verfahren zum Herstellen eines Erzeugnisses aus flexibel gewalztem Bandmaterial (2)
mit den Schritten:
Bereitstellen eines Bandmaterials (2) aus Stahlblech;
Flexibles Walzen (V1) des Bandmaterials (2), wobei eine variable Dicke über der Länge
des Bandmaterials (2) erzeugt wird;
Elektrolytisches Beschichten (V3) mit einem metallischen Beschichtungsmaterial, das
zumindest Zink und Eisen enthält;
Herausarbeiten (V5) einer Platine (20) aus dem flexibel gewalzten Bandmaterial (2);
Kalt- oder Warmumformen (V6) der Platine (20).
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass als weiterer Verfahrensschritt nach dem elektrolytischen Beschichten (V3) eine Wärmebehandlung
(V4) vorgesehen ist, die bei einer Temperatur größer 350°C und unterhalb der Soliduslinie
des Beschichtungsmaterials durchgeführt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass Eisen mit zumindest einem der folgenden Anteile enthalten ist:
mindestens 5 % Eisen,
maximal 80 % Eisen.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anteile an Zink und Eisen so gewählt werden, dass im abgeschiedenen Zustand zumindest
teilweise δ1-Phase, insbesondere δ1-Phase und Γ-Phase, vorliegt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Temperatur während der Wärmebehandlung (V4) erhöht wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Wärmebehandlung (V4) induktiv oder mittels Haubenglühen erfolgt, wobei das Haubenglühen
insbesondere bei einer Verweildauer von 10 bis 80 Stunden erfolgt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass als weiterer Verfahrensschritt vor dem elektrolytischen Beschichten (V3) vorgesehen
ist:
Beschichten des Bandmaterials (2) mit einer Zwischenschicht, insbesondere einer nickel-
oder aluminium- oder manganhaltigen Schicht.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass als weiterer Verfahrensschritt nach dem elektrolytischen Beschichten (V3) vorgesehen
ist:
Aufbringen eines Zunderschutzes.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Warmumformen (V6) folgende Teilschritte umfasst:
Kaltvorformen der Platine (20);
Erwärmen zumindest eines Teilbereichs des aus der Platine (20) kalt vorgeformten Bauteils
auf Austenitisierungstemperatur;
Warmformen des Bauteils zur Erzeugung der Endkontur. (indirekter Prozess)
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Warmumformen (V6) folgende Teilschritte umfasst:
Erwärmen zumindest eines Teilbereichs der Platine (20) auf Austenitisierungstemperatur;
Warmformen der Platine (20) zur Erzeugung der Endkontur. (direkter Prozess)
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Beschichtungsmaterial zum Zeitpunkt der Einleitung des Warmformens (V6) in festem
Zustand ist.
13. Erzeugnis aus flexibel gewalztem Stahlblech, das nach dem flexiblen Walzen mit einer
metallischen Beschichtung elektrolytisch beschichtet und nach dem Beschichten warmumgeformt
ist, insbesondere hergestellt gemäß einem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis
12.