[0001] Die Erfindung betrifft ein Sanierungselement für eine Trittstufe sowie eine Trittstufe
einer Treppe.
[0002] Bei einem Einsatz von Treppen in Gebäuden stellt sich mit zunehmender Nutzungsdauer
der Treppen das Problem ein, dass die Trittstufen, besonders im vorderen und mittleren
Bereich, durch wiederkehrendes Betreten abnutzen und so die Trittstufen in diesen
Bereichen keine ebenen Flächen mehr aufweisen. Hierdurch wird zum einen die Optik
der gesamten Treppe negativ beeinträchtigt, zum anderen kann ein sicheres Begehen
der Trittstufen nicht mehr gewährleistet werden.
[0003] Ferner kann eine Sanierung auch bereits dadurch veranlasst sein, das optische Erscheinungsbild
einer Treppe verändern zu wollen.
[0004] Aus dem Stand der Technik sind bereits Verfahren zur Sanierung abgenutzter Trittstufen
aus Holz bekannt.
[0005] Eine Möglichkeit besteht beispielsweise darin, den abgenutzten Bereich einer Trittstufe
mit einer geeigneten Ausgleichsmasse aufzufüllen und nachfolgend einen Belag aus Kunststoff
aufzukleben.
[0006] Des Weiteren ist es bekannt, dass zur Trittstufensanierung an der Vorderkante der
Trittstufe ein Profil so angebracht wird, dass sich zwischen der Vorderkante der Trittstufe
und dem Profil ein Zwischenraum ausbildet, welcher anschließend mit einer Verfüllmasse,
beispielsweise einer Kunststoffmasse, ausgefüllt wird.
[0007] Die aus dem Stand der Technik bekannten Sanierungsverfahren weisen jedoch den Nachteil
auf, dass speziell durch das Versehen der Trittstufe mit einer Ausgleichs- oder Verfüllmasse
die ehemals sichtbare Holzoberfläche teilweise oder gar vollständig überdeckt und
somit das optische Erscheinungsbild als Holztreppe grundlegend verändert wird.
[0008] Darüber hinaus sind die Oberflächen der Trittstufen nach Durchführung der bekannten
Sanierungsverfahren in der Regel weniger verschleißfest.
[0009] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Sanierungselement für eine Trittstufe und
eine Trittstufe, insbesondere einer Holztreppe bereitzustellen, welche eine einfache
Endfertigung ermöglicht, wobei die Oberfläche der Trittstufe zum einen verschleißfest
ausgebildet ist und zum anderen gleichzeitig eine Echtholzoptik der Oberfläche beibehalten
wird.
[0010] Die Aufgabe wird im Bezug auf das Sanierungselement durch die im Patentanspruch 1
aufgeführten Merkmale gelöst. Bevorzugte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen
2 bis 7.
Im Bezug auf die Trittstufe wird die Aufgabe durch die im Patentanspruch 8 aufgeführten
Merkmale gelöst.
[0011] Ein erfindungsgemäßes Sanierungselement für eine Trittstufe weist eine Oberschicht
und eine Trägerschicht auf und wird zur Sanierung einer verschlissenen Trittstufe
auf diese aufgebracht.
Das Aufbringen des Sanierungselements auf die zu sanierende Trittstufe wird vorzugsweise
dadurch bewirkt, dass auf die verschlissene Trittstufe eine Ausgleichsmasse, beispielsweise
in Form von Kunstharz oder trittfesten Schäumen, aufgebracht und anschließend das
Sanierungselement stoffschlüssig mit der Trittstufe verbunden wird, wobei es sich
bei der Trittstufe um eine Trittstufe beispielsweise einer Holztreppe, einer Betonkerntreppe
oder einer Steintreppe handeln kann.
[0012] Die Oberschicht des Sanierungselements bildet mit seiner Oberseite die begehbare
Oberfläche des Sanierungselements, wohingegen die Trägerschicht auf der der begehbaren
Oberfläche der Oberschicht gegenüberliegenden Seite angeordnet ist.
[0013] Das erfindungsgemäße Sanierungselement zeichnet sich zum einen dadurch aus, dass
die Oberschicht als Hirnholzschicht ausgebildet ist.
[0014] Als Hirnholz wird hierbei Holz bezeichnet, welches quer zu seiner Faserrichtung durchschnitten
ist, sodass die Fasern im Wesentlichen senkrecht zur begehbaren Oberfläche sowie zur
Trägerschicht gerichtet sind.
Der technologische Vorteil von Hirnholz liegt insbesondere darin, dass dieses, beispielsweise
gegenüber Langholz, um ein Vielfaches druckstabiler ist und somit höhere Druckkräfte
auch über längere Zeiträume aufnehmen kann sowie dass es eine höhere Abriebfestigkeit
als Langholz aufweist.
Hirnholz eignet sich daher insbesondere zur Verwendung in stark begangenen Bereichen,
insbesondere wenn eine Begehung mit Straßenschuhen erfolgt.
[0015] Des Weiteren weist Hirnholz optimierte Eigenschaften hinsichtlich seines Brandverhaltens,
der Wärmedämmeigenschaften und des Schallschutzes auf.
[0016] Zum zweiten zeichnet sich das erfindungsgemäße Sanierungselement dadurch aus, dass
die Trägerschicht als zugfeste Bewehrungsschicht ausgebildet ist und dass die Oberschicht
eine stoffschlüssige, flächige Verbindung mit der Trägerschicht aufweist.
[0017] Die Verbindung ist dabei erfindungsgemäß so ausgebildet, dass durch diese Querschubkräfte
zwischen der Oberschicht und der Trägerschicht aufnehmbar sind. Derartige Querschubkräfte
treten insbesondere bei einem Betreten der Trittstufe und einer dadurch hervorgerufenen
lokalen Durchbiegung der Oberschicht auf.
[0018] Vorzugsweise wird die stoffschlüssige Verbindung zwischen der Oberschicht und der
Trägerschicht durch ein Verkleben der beiden Schichten miteinander bereitgestellt.
[0019] Alternativ ist es ebenso möglich, die Verbindung der Oberschicht mit der Trägerschicht
mittelbar über eine Zwischenschicht bereitzustellen.
[0020] Eine solche Zwischenschicht kann dabei beispielsweise aus einem Netzgewebe, einer
Folie oder auch einer dünnen Schicht festen Materials bestehen und dient insbesondere
zur Optimierung der Verbindung und zur Vereinfachung des Verbindens der Oberschicht
mit der Trägerschicht.
[0021] Ferner kann die Trägerschicht erfindungsgemäß auch mehrschichtig ausgebildet sein.
[0022] Durch die, die Querschubkräfte aufnehmende Verbindung zwischen der Oberschicht und
der zugfesten Trägerschicht wird auf besonders vorteilhafte Art und Weise der Nachteil
des Hirnholzes, dass dieses nur eine geringe Biege- und Zugfestigkeit aufweist, insbesondere
dadurch behoben, dass die in der Oberschicht an der Unterseite auftretenden Zugspannungen
durch die Verbindung in die zugfeste Trägerschicht abgeleitet werden. Dabei wird von
der Annahme ausgegangen, dass das Sanierungselement an in den seitlichen, nicht ausgetretenen
Bereichen einer zu sanierenden Trittstufe eine stabile Auflagerung findet, aber eher
im Mittelbereich durch die Trittbenutzung druckbelastet wird. Die Hirnholzschicht
fungiert dabei als Druckzone.
[0023] Einer Beschädigung der als Hirnholzschicht vorliegenden Oberschicht durch die sich
ohne Trägerschicht sonst in der Hirnholzschicht einstellenden Zugspannungen wird somit
wirkungsvoll vorgebeugt.
[0024] Gleichzeitig bietet das erfindungsgemäße Sanierungselement durch die Aufnahme der
Zugspannungen in der Trägerschicht den weiteren Vorteil, dass verhältnismäßig geringe
Schichtdicken der Oberschicht realisiert werden, wodurch insbesondere die notwendige
Gesamthöhe des Sanierungselements gering gehalten werden kann.
Dies stellt sich bei einer Sanierung einer Holztreppe speziell dahingehend als besonders
vorteilhaft dar, da hierdurch auf ein aufwändiges Abarbeiten der zu sanierenden Trittstufe
verzichtet werden und gleichzeitig das vorhandene Schrittmaß der Holztreppe auch im
An- bzw. Austritt weitgehend beibehalten werden kann.
[0025] Auf diese Weise können auch die für eine Sanierung einer Holztreppe anfallenden Kosten
sowie die notwendige Zeit für die Sanierung verringert werden.
[0026] Ohne die erfindungsgemäße Lösung wäre Hirnholz in derartig geringen Dicken praktisch
nicht in üblichen Größen einer Trittfläche einer Trittstufe bereitstellbar, da es
bereits den Belastungen bei Transport und Montage nicht entsprechen würde.
[0027] Ferner bietet das erfindungsgemäße Sanierungselement den technologischen Vorteil,
dass, durch die Verwendung von Hirnholz als Material für die Oberschicht, die Echtholzoptik
der Trittstufe beibehalten oder je nach Empfinden durch die Hirnholzansicht verbessert
wird.
[0028] Das erfindungsgemäße Sanierungselement ermöglicht es somit, eine Trittstufe einer
Holztreppe so zu sanieren, dass diese nach der Sanierung eine verschleißfeste Oberfläche
aufweist und dass gleichzeitig eine Hirnholzoptik der Oberfläche bereitgestellt bleibt.
[0029] In einer bevorzugten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Sanierungselements weist
die Oberschicht eine Dicke im Bereich zwischen 2 und 12 Millimetern auf.
[0030] Es hat sich gezeigt, dass in einem derartigen Dickenbereich der Oberschicht ein besonders
leistungsfähiger Kompromiss zwischen einer möglichst geringen Dicke eines Sanierungselements
und von dessen erforderlicher Stabilität und Verschleißfestigkeit bereitstellbar ist.
[0031] In einer vorteilhaften Variante der Erfindung besteht die Trägerschicht aus einem
Faserverbundwerkstoff.
[0032] Als Faserverbundwerkstoffe können erfindungsgemäß sämtliche Faserverbundwerkstoffe
zur Anwendung kommen; insbesondere werden hierbei glasfaserverstärkte Kunststoffe
(GFK) oder kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe (CFK) verwendet.
[0033] Die Verwendung eines Faserverbundwerkstoffes für die Trägerschicht hat insbesondere
den technologischen Vorteil, dass die Trägerschicht mit einer hohen Zugfestigkeit
und gleichzeitig sehr leicht und mit einer verhältnismäßig geringen Schichtdicke bereitstellbar
ist.
[0034] Somit können zum einen das Gesamtgewicht des Sanierungselements und dessen Aufbauhöhe
auf einer zu sanierenden Trittstufe niedrig gehalten werden.
[0035] Erfindungsgemäß ist es ebenfalls möglich, dass die Trägerschicht nur teilweise aus
einem Faserverbundwerkstoff gebildet wird.
In einem solchen Fall kann der Faserverbundwerkstoff, beispielsweise in Form von zugfesten
Fasersträngen oder -geweben, in ein weniger zugfestes Basismaterial eingebettet sein.
Umfasst sind auch Fasermatten, wobei deren Matrixmaterial zugleich die Verbindung
zur Oberschicht durch Verkleben bereitstellen kann.
[0036] Eine ebenso vorteilhafte Ausbildung der Erfindung sieht vor, dass die Trägerschicht
als Metallplatte ausgebildet ist.
[0037] Durch die Verwendung einer Metallplatte kann die Trägerschicht sehr dünn ausgebildet
und als besonderer Vorteil kostengünstig hergestellt werden. Insbesondere werden Verwellungen
der Hirnholzschicht als Oberschicht wirkungsvoll vermieden.
[0038] Als Metallmaterial kommen vorliegend insbesondere Stahl oder Edelstahl zum Einsatz,
wobei erfindungsgemäß auch andere, zugfeste Metallmaterialien verwendet werden können.
[0039] Die Trägerschicht besteht in einer besonders vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung
aus einem HPL-Material (High Pressure Laminate).
[0040] HPL-Materialien sind als solche aus dem Stand der Technik bekannt und stellen Laminate
dar, bei welchen beispielsweise Papiermaterialien oder Textilfasern mit Kunstharzen
versetzt und unter hohem Druck mit weiteren Schichten verpresst werden.
[0041] HPL-Materialien weisen unter anderem eine hohe Zug- und Biegefestigkeit auf, weshalb
sie sich zur Verwendung als Trägerschicht eines erfindungsgemäßen Sanierungselements
besonders eignen.
Darüber hinaus können innerhalb des HPL-Materials günstig herstellbare Werkstoffe,
wie insbesondere Papier, verwendet und so die Bereitstellungskosten für ein erfindungsgemäßes
Sanierungselement niedrig gehalten werden.
[0042] Eine vorteilhafte Variante der Erfindung sieht ferner vor, dass die Oberschicht aus
einer Mehrzahl von Einzelhirnholzelementen gebildet wird.
Die Einzelhirnholzelemente können dabei erfindungsgemäß sowohl nebeneinander als auch
zusätzlich, zumindest teilweise, übereinander angeordnet sein.
[0043] Dabei werden die Einzelhirnholzelemente vorzugsweise an deren Seitenflächen, beispielsweise
durch Verkleben, miteinander sowie an deren Unterseite mit der Trägerschicht verbunden.
[0044] Erfindungsgemäß können die Einzelelemente entweder jeweils einzeln mit der Trägerschicht
und untereinander verbunden oder aber vor dem Verbinden mit der Trägerschicht untereinander
verbunden werden, um anschließend als gesamte Oberschicht mit der Trägerschicht verbunden
zu werden.
[0045] Alternativ können die Einzelhirnholzelemente auch zuerst mit der Zwischenschicht
und anschließend mit der Trägerschicht verbunden werden.
In diesem Fall liegt die Zwischenschicht vor dem Verbinden der Ober- und Trägerschicht
als integraler Bestandteil der Oberschicht vor, wobei das Sanierungselement in diesem
Fall dreischichtig ausgebildet ist.
[0046] Durch die Verwendung mehrerer Einzelhirnholzelemente wird es besonders vorteilhaft
ermöglicht, ein erfindungsgemäßes Sanierungselement auch bei großflächigen Trittstufen
einstückig auszubilden.
[0047] Ferner lassen sich besondere dekorative Effekte bereitstellen
[0048] Die Oberschicht des erfindungsgemäßen Sanierungselements ist in einer bevorzugten
Weiterbildung zumindest an deren Oberseite wasser- und/oder schmutzabweisend imprägniert.
[0049] Die Oberseite der Oberschicht stellt vorliegend die betretbare Seite des Sanierungselements
und somit den Trittbereich der sanierten Trittstufe dar.
[0050] Durch die wasser- und/oder schmutzabweisende Imprägnierung wird auf besonders vorteilhafte
Art und Weise ein Reinigen der sanierten Trittstufe erleichtert und deren Wiederverschmutzungsneigung
verringert.
[0051] Erfindungsgemäß kann die Imprägnierung beispielsweise durch ein, zumindest auf die
Oberseite des Sanierungselements aufzubringendes, Öl oder Wachs bereitgestellt werden.
[0052] Eine erfindungsgemäße Trittstufe weist eine Oberschicht, eine Trägerschicht und einen
Unterbau auf.
[0053] Sie unterscheidet sich von dem erfindungsgemäßen Sanierungselement allein durch das
zusätzliche Merkmal des Unterbaus.
[0054] Als Unterbau wird vorliegend der Bereich der Trittstufe verstanden, auf welchem die
Trägerschicht und die Oberschicht auflagern und mittels dessen die Lasten aufgenommen
und an die Tragekonstruktion der Treppe, beispielsweise die Wangen oder Holme, übertragen
werden.
[0055] Der Unterbau der Trittstufe kann dabei, je nach Treppenaufbau, unterschiedlich ausgebildet
sein.
[0056] In jedem Fall weist der Unterbau ein Auflagerelement auf, auf welchem die Trägerschicht
vorzugsweise vollflächig aufliegt.
Das Auflagerelement wird beispielsweise durch eine Holzplatte gebildet, deren Abmessungen
an die der Trägerschicht angepasst sind.
[0057] Erfindungsgemäß ist der Unterbau auf der, der Oberschicht gegenüberliegenden, Seite
der Trägerschicht mit dieser verbunden, wobei die Verbindung vorzugsweise durch Verkleben
bereitstellbar ist.
[0058] In Bezug auf die weiteren Merkmale des Oberbegriffs sowie des Kennzeichnungsteils
der erfindungsgemäßen Trittstufe gelten die Beschreibungen zu Anspruch 1 in gleicher
Weise; hierauf wird verwiesen.
[0059] Die Trittstufe kann insbesondere durch das Aufsetzen eines Sanierungselements auf
einen vorhandenen Unterbau, oder als insgesamt neu erstellte Trittstufe mit dem, durch
die Merkmale beschriebenen, Aufbau vorliegen.
[0060] Des Weiteren wurden zu der Trittstufe bevorzugte Weiterbildungen gefunden, welche
die gleichen Merkmale aufweisen wie die jeweiligen Weiterbildungen des Sanierungselements
gemäß den Ansprüchen 2 bis 7. Auf die Beschreibung zu den Ansprüchen 2 bis 7 wird
Bezug genommen.
[0061] Die Erfindung wird als Ausführungsbeispiel anhand von
- Fig. 1
- Schnittdarstellung Sanierungselement mit Trittstufe
- Fig. 2
- Schnittdarstellung Trittstufe
näher erläutert.
[0062] Fig. 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Sanierungselement zum Sanieren einer verschlissenen
Trittstufe 7, wobei das Sanierungselement auf die Trittstufe 7 aufgebracht wird. Die
Trittstufe 7 selbst ist nicht Gegenstand des Sanierungselements.
[0063] Bei dem Aufbringen des Sanierungselements wird auf die Trittfläche der Trittstufe
7 eine Ausgleichsmasse 6, welche auch als trittfester Schaum vorliegen kann, aufgebracht,
durch welche vorhandene Unebenheiten ausgeglichen und eine stoffschlüssige Verbindung
zwischen dem Sanierungselement und der Trittstufe 7 hergestellt wird.
[0064] Das erfindungsgemäße Sanierungselement weist vorliegend eine Oberschicht 1 und eine
Trägerschicht 2 auf, wobei die Oberschicht 1 durch eine Hirnholzschicht gebildet wird
und wobei die Trägerschicht 2 als zugfeste Bewehrungsschicht ausgebildet ist.
[0065] Die Verwendung von Hirnholz für die Oberschicht 1 bietet insbesondere den technologischen
Vorteil, dass hierdurch eine besonders druckstabile und verschleißfeste Oberfläche
der Trittstufe 7 nach deren Sanierung bereitgestellt werden kann.
[0066] Erfindungsgemäß weist die Oberschicht 1 eine stoffschlüssige und insbesondere flächig
ausgebildete Verbindung 3 zu der Trägerschicht 2 auf, wobei die Verbindung 3 so ausgebildet
ist, dass diese, beispielsweise bei einem Betreten der Trittstufe in der Oberschicht
1 einstellende, Querschubkräfte aufnimmt und diese in die Trägerschicht 2 ableitet.
[0067] Dem generellen Nachteil von Hirnholz, dass dieses nur eine geringe Biege- und Zugfestigkeit
aufweist, wird somit durch die erfindungsgemäße Konstruktion insbesondere dadurch
begegnet, dass die auftretenden Biege- und Zugkräfte, beziehungsweise -spannungen,
von der Oberschicht 1 über die Verbindung 3 in die Trägerschicht 2 abgeführt und von
dieser aufgenommen werden.
[0068] Die Verbindung 3 zwischen der Oberschicht 1 und der Trägerschicht 2 wird im vorliegenden
Ausführungsbeispiel durch eine Verklebemasse, beispielsweise aus Kunstharz, bereitgestellt
und liegt vollflächig zwischen der Oberschicht 1 und der Trägerschicht 2 vor.
[0069] In einer speziellen Ausführungsform des Sanierungselements besteht die Trägerschicht
2 aus einem faserverstärkten Material, insbesondere aus einer GFK-Matte. Durch die
Verwendung von GFK kann eine besonders leistungsfähige Trägerschicht 2 bereitgestellt
werden, welche gleichzeitig ein geringes Gewicht aufweist und welche sich ferner durch
eine geringe Schichtdicke auszeichnet.
[0070] Aufgrund der erfindungsgemäßen Kombination der Oberschicht 1 mit der biege- und zugfesten
Trägerschicht 2 kann als besonderer Vorteil die Schichtdicke der Oberschicht 1 auf
ein Minimum reduziert werden.
Es wird somit erreicht, dass das erfindungsgemäße Sanierungselement nur eine verhältnismäßig
niedrige Gesamthöhe aufweist und daher die zu sanierende Trittstufe 7 vor dem Aufbringen
des Sanierungselements nicht aufwändig bearbeitet oder abgetragen werden muss, um
nach der Sanierung die erforderliche Schritthöhe beizubehalten.
[0071] Ferner weist das erfindungsgemäße Sanierungselement den besonderen Vorteil auf, dass
durch die Verwendung von Hirnholz für die Oberschicht die Echtholzoptik der Trittstufe
beibehalten werden kann.
[0072] Fig. 2 zeigt eine erfindungsgemäße Trittstufe, insbesondere einer als Mittelholmtreppe
ausgebildeten Holztreppe.
[0073] Die Trittstufe weist eine Oberschicht 1 als Hirnholzschicht, eine zugfeste Trägerschicht
2 und einen Unterbau 4 auf.
[0074] Analog zu dem Sanierungselement aus Fig. 1 weist die Oberschicht 1 eine stoffschlüssige,
flächige Verbindung 3 zu der Trägerschicht 2 auf, wobei die Verbindung 3 vorliegend
so ausgebildet ist, dass durch diese Querschubkräfte aufnehmbar sind.
[0075] Ferner ist die Trägerschicht 2 auf der, der Oberschicht 1 abgewandten Seite, insbesondere
vollflächig mit dem Unterbau 4 verbunden, wobei der Unterbau 4 aus im Ausführungsbeispiel
nach Fig. 2 allein durch ein Auflagerelement gebildet wird und wobei die Verbindung
zwischen der Trägerschicht 2 und dem Auflagerelement hergestellt ist. Die Tragekonstruktion
5, hier mit einem Mittelholm 8 ist nicht Bestandteil der Trittstufe.
[0076] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist das Auflagerelement als Unterbau als Holzplatte
ausgebildet und mit der Tragekonstruktion 5 verschraubt.
[0077] Die Verbindung zwischen der Trägerschicht 2 und dem Unterbau 4 als Auflagerelement
ist vorliegend ebenfalls stoffschlüssig ausgeführt.
[0078] In einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel, sowohl des Sanierungselements
als auch der Trittstufe, ist die Trägerschicht mehrschichtig ausgebildet.
[0079] Dabei ergibt sich vorliegend beispielhaft ein Aufbau mit einer Oberschicht als Hirnholzschicht,
einer Zwischenschicht als Furnierschicht und einer mehrschichtigen Trägerschicht,
bestehend aus einer Hirnholzschicht und einer zugfesten Bewehrungsschicht.
Verwendete Bezugszeichen
[0080]
- 1
- Oberschicht
- 2
- Trägerschicht
- 3
- Verbindung
- 4
- Unterbau
- 5
- Tragekonstruktion
- 6
- Ausgleichsmasse
- 7
- verschlissene Trittstufe
- 8
- Mittelholm
1. Sanierungselement für eine Trittstufe, aufweisend eine Oberschicht (1) und eine Trägerschicht
(2),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Oberschicht (1) als Hirnholzschicht ausgebildet ist und dass die Trägerschicht
(2) als zugfeste Bewehrungsschicht ausgebildet ist und dass die Oberschicht (1) eine
stoffschlüssige, flächige Verbindung (3) mit der Trägerschicht (2) aufweist, wobei
durch die Verbindung (3) Querschubkräfte zwischen der Oberschicht (1) und der Trägerschicht
(2) übertragbar sind.
2. Sanierungselement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Oberschicht (1) eine Dicke im Bereich von 2 bis 12 Millimetern aufweist.
3. Sanierungselement nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Trägerschicht (2) aus einem Faserverbundwerkstoff besteht.
4. Sanierungselement nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Trägerschicht (2) als Metallplatte ausgebildet ist.
5. Sanierungselement nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Trägerschicht (2) aus einem HPL-Material besteht.
6. Sanierungselement nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Oberschicht (1) aus einer Mehrzahl Einzelhirnholzelemente gebildet wird.
7. Sanierungselement nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Oberschicht (1) zumindest an deren Oberseite wasser- und/oder schmutzabweisend
imprägniert ist.
8. Trittstufe, aufweisend eine Oberschicht (1), eine Trägerschicht (2) und einen Unterbau
(4),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Oberschicht (1) als Hirnholzschicht ausgebildet ist und dass die Trägerschicht
(2) als zugfeste Bewehrungsschicht ausgebildet ist und dass die Oberschicht (1) eine
stoffschlüssige, flächige Verbindung (3) mit der Trägerschicht (2) aufweist, wobei
durch die Verbindung (3) Querschubkräfte zwischen der Oberschicht (1) und der Trägerschicht
(2) übertragbar sind.