[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Mehrkanalpipette mit mehreren Zapfen ("Ansätzen")
zum Aufklemmen von Pipettenspitzen und einer Abwurfeinrichtung zum Lösen von Pipettenspitzen
von den Zapfen.
[0002] Pipetten werden insbesondere in medizinischen, biologischen, biochemischen, chemischen
und anderen Laboratorien zur Dosierung von Flüssigkeiten verwendet. Diese werden in
Pipettenspitzen durch eine Spitzenöffnung aufgenommen und ausgegeben. Bei Luftpolsterpipetten
ist eine Verdrängungseinrichtung für Luft in die Pipette integriert und durch ein
Verbindungsloch des Zapfens kommunizierend mit der Pipettenspitze verbunden. Mittels
der Verdrängungseinrichtung ist ein Luftpolster verlagerbar, sodass Flüssigkeit in
die Pipettenspitze eingesogen und daraus ausgestoßen wird. Die Verdrängungseinrichtung
ist meistens ein Zylinder mit einem darin verschieblichen Kolben.
[0003] Die Pipettenspitzen werden lösbar mit dem Zapfen verbunden, damit sie nach Gebrauch
gegen eine frische Pipettenspitze ausgetauscht werden können. Hierdurch werden bei
nachfolgenden Dosierungen Kontaminationen vermieden. Pipettenspitzen für den einmaligen
Gebrauch sind kostengünstig aus Kunststoff verfügbar.
[0004] Der Zapfen zum Halten von Pipettenspitzen wird auch als "Arbeitskonus" bezeichnet
und ist vielfach ein konischer oder zylindrischer Vorsprung bezüglich eines Gehäuses
oder eines anderen Grundkörpers. Die Pipettenspitze ist mit einem dazu passenden Dichtsitz
an einer Aufstecköffnung auf den Zapfen aufklemmbar. Dies kann ohne Anfassen der Pipettenspitze
durch Eindrücken der Pipette mit dem Zapfen in die Aufstecköffnung der in einem Halter
bereitgestellten Pipettenspitze geschehen.
[0005] Zur Vermeidung eines Kontakts des Anwenders mit den kontaminierten Pipettenspitzen
weisen Pipetten eine Abwurfeinrichtung mit einer Antriebseinrichtung und einem Abwerfer
auf. Durch Betätigen der Antriebseinrichtung wird der Abwerfer so verlagert, dass
er die Pipettenspitze von dem Zapfen löst, ohne dass diese vom Anwender angefasst
werden muss. Vielfach hat die Antriebseinrichtung eine Mechanik, die mittels eines
Knopfes betätigt werden muss, um die Pipettenspitze vom Zapfen zu lösen. Alternativ
hat die Antriebseinrichtung einen Elektromotor, der durch Betätigen eines Knopfes
gesteuert werden kann, um die Pipettenspitze vom Zapfen zu lösen. Insbesondere bei
manuellen Pipetten, d.h. bei Pipetten, die vom Anwender bei Benutzung mit einer oder
beiden Händen gehalten und bedient werden können. Diese Pipetten weisen in der Ausgestaltung
als manuell angetriebene Pipetten eine mittels eines Dosierknopfs manuell antreibbare
Mechanik für die Verdrängungseinrichtung und in der Ausgestaltung als elektronische
Pipetten einen mittels eines elektrischen Dosierknopfes steuerbaren elektrischen Antriebsmotor
für die Verdrängungseinrichtung auf.
[0006] Das Lösen einer Pipettenspitze vom Zapfen kann bei einer fest auf einem Zapfen aufgeklemmten
Pipettenspitze einen erheblichen Kraftaufwand erfordern.
[0007] Mehrkanalpipetten dienen dazu, gleichzeitig Flüssigkeit aus einem oder mehreren Gefäßen
aufzunehmen bzw. in ein oder mehrere Gefäße abzugeben. Mehrkanalpipetten werden vielfach
für die Bearbeitung von Mikrotiterplatten benutzt, die in matrixartiger Anordnung
eine Vielzahl Gefäße aufweisen. Hierfür haben Mehrkanalpipetten mehrere, in einer
Reihe parallel nebeneinander auf gleicher Höhe angeordnete Zapfen, deren Durchgangslöcher
jeweils mit einer gesonderten Verdrängungseinrichtung oder einer gemeinsamen Verdrängungseinrichtung
verbunden sind. In Anpassung an ein häufig benutztes Format von Mikrotiterplatten
mit 96 (=8x12) Gefäßen weisen Mehrkanalpipetten häufig acht oder zwölf Zapfen auf.
Die mehreren Verdrängungseinrichtungen bzw. die gemeinsame Verdrängungseinrichtung
sind bei einer manuell angetriebenen Mehrkanalpipette mit einer mechanischen Antriebseinrichtung
und bei einer elektronischen Mehrkanalpipette mit einem elektrischen Antriebsmotor
verbunden. Ferner sind Mehrkanalpipetten mit einem Abwerfer bekannt, der mit einem
geradlinigen Anschlagelement sämtliche Pipettenspitzen von den Zapfen abdrückt und
hierfür eine manuell antreibbare Antriebsmechanik aufweist. Der Kraftaufwand für das
Abdrücken mehrerer Pipettenspitzen von den Zapfen einer Mehrkanalpipette ist deutlich
größer als bei einer Einkanalpipette, bei der nur eine Pipettenspitze von einem Zapfen
abgedrückt wird.
[0008] Bereits bekannt sind Mehrkanalpipetten, bei denen zur Reduzierung des Kraftaufwandes
für das Abwerfen der Pipettenspitzen ein Abwerfer nicht mit einem geradlinigen Anschlagelement,
sondern mit einem abgestuften Anschlagelement ausgebildet ist. Bei diesen Mehrkanalpipetten
treffen die Stufen nacheinander auf die Pipettenspitzen auf, sodass nur die Kraft
zum Abwerfen der Pipettenspitzen aufgebracht werden muss, die gleichzeitig Kontakt
mit Stufen des Abwerfers haben. Die aufzubringende Maximalkraft für den Abwurf der
Pipettenspitzen wird hierdurch reduziert. Ein abgestuftes Anschlagelement führt zu
unterschiedlichen Aufsteckhöhen der Pipettenspitzen auf Zapfen einer Mehrkanalpipette.
Bei unterschiedlicher Aufsteckhöhe erreichen nicht sämtliche Pipettenspitzen, die
gleichzeitig auf die Zapfen der Mehrkanalpipette aufgesteckt sind, die Böden einer
Mikrotiterplatte.
[0009] Die
DE 10 2004 003 433 B4 beschreibt eine Mehrkanalpipette, die den Kraftaufwand für die Betätigung der Abwurfeinrichtung
dadurch vermindert, dass sie die Kraft zum Aufklemmen der Pipettenspitzen auf die
Zapfen begrenzt. Hierfür hat die Mehrkanalpipette einen Grundkörper, mehrere vom Grundkörper
vorstehende, axial beweglich am Grundkörper gelagerte Zapfen zum Aufsetzen von Pipettenspitzen,
Verdrängungseinrichtungen, die fest mit den Zapfen verbunden sind, und Federn, über
die die Verdrängungseinrichtungen am Grundkörper abgestützt sind. Den verfederten
Zapfen ist ein Anschlag zugeordnet, über den die Zapfen axial hinausstehen, wenn sie
nicht zur Feder hin belastet sind. Eine Abwurfeinrichtung zum Lösen der Pipettenspitzen
von den Zapfen weist einen den Zapfen zugeordneten Abwerfer auf, wobei die Zapfen
und die Abwerfer relativ zueinander beweglich sind. Der Anschlag kann auch der Abwerfer
sein. Zudem weist die Mehrkanalpipette eine mit dem Abwerfer und/oder den Zapfen wirkverbundene
Antriebseinrichtung zum relativen Bewegen von Abwerfer und Zapfen auf.
[0010] Beim Einstecken der Mehrkanalpipette mit den Zapfen in die Aufstecköffnungen mehrerer
Pipettenspitzen wird die Aufklemmkraft in die Federn eingeleitet. Übersteigt die Aufklemmkraft
einen bestimmten Wert, werden die Federn elastisch verformt, bis die auf die Zapfen
geklemmten Pipettenspitzen gegen den Anschlag stoßen. Sobald die Pipettenspitzen am
Anschlag anliegen, können sie nicht weiter auf die Zapfen aufgeschoben werden. Hierdurch
wird die Aufklemmkraft der Pipettenspitzen begrenzt. Die Federn sind so ausgelegt
und ggfs. vorgespannt, dass die Pipettenspitzen genau dann, wenn sie mit der gewünschten
Aufklemmkraft auf den Zapfen sitzen, an dem Anschlag anliegen. Die Aufklemmkraft ist
so festgelegt, dass die Pipettenspitzen sicher auf den Zapfen sitzen bzw. abdichten.
[0011] Die bekannte Pipette vermeidet hohe Aufklemmkräfte, die das Abwerfen der Pipettenspitzen
erschweren. Die Aufklemmkraft, die für einen sicheren Sitz und die Abdichtung der
Pipettenspitzen auf den Zapfen erforderlich ist, muss jedoch beim Abwerfen überwunden
werden. Die insgesamt aufzubringende Abwerfkraft ist hoch, weil mehrere Pipettenspitzen
gleichzeitig abgedrückt werden müssen.
[0012] Davon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Mehrkanalpipette zu
schaffen, die den Kraftaufwand für die Betätigung der Abwurfeinrichtung weiter vermindert.
[0013] Die Aufgabe wird durch eine Mehrkanalpipette mit den Merkmalen von Anspruch 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Mehrkanalpipette sind in Unteransprüchen angegeben.
[0014] Die erfindungsgemäße Mehrkanalpipette hat
● einen Grundkörper,
● mehrere in einer Reihe parallel nebeneinander angeordnete, vom Grundkörper vorstehende,
in ihrer Längsrichtung beweglich am Grundkörper gelagerte Zapfen zum Aufklemmen von
Pipettenspitzen,
● mindestens eine Verdrängungseinrichtung mit einer Verdrängungskammer und einem darin
verlagerbaren Verdrängungsorgan, wobei die Verdrängungskammer mit Verbindungslöchern
in den Zapfen verbunden ist, um Luft durch Öffnungen der Verbindungslöcher in unteren
Enden der Zapfen auszustoßen oder einzusaugen,
● eine mit dem Verdrängungsorgan verbundene erste Antriebseinrichtung, die ausgebildet
ist, das Verdrängungsorgan in der Verdrängungskammer zu verlagern,
● an den Zapfen und am Grundkörper angreifende erste Federelemente, wobei die Zapfen
entgegen der Federwirkung der ersten Federelemente aus einer Ausgangsstellung in ihrer
Längsrichtung nach oben verlagerbar sind,
● mindestens ein Anschlagelement, das eine Anschlagstellung hat, in der die Zapfen
von dem Anschlagelement nach unten vorstehen,
● wobei die ersten Federelemente so ausgelegt sind, dass die Zapfen von definierten
Aufklemmkräften, die durch Aufklemmen von Pipettenspitzen auf die Zapfen aufbringbar
sind, solchermaßen zu dem Anschlagelement in der Anschlagstellung hin verlagerbar
sind, dass die Pipettenspitzen auf das Anschlagelement auftreffen, und
● eine Abwurfeinrichtung zum Lösen von Pipettenspitzen von den Zapfen, umfassend einen
Abwerfer, der Kontaktelemente aufweist, Mittel zum verschieblichen Lagern des Abwerfers
am Grundkörper in Längsrichtung der Zapfen und eine mit dem Abwerfer verbundene zweite
Antriebseinrichtung, die ausgebildet ist, den Abwerfer aus einer Ausgangsstellung,
in der Pipettenspitzen bis zum Auftreffen auf das Anschlagelement in der Anschlagstellung
auf die Zapfen aufklemmbar sind, in Längsrichtung der Zapfen nach unten zu verlagern,
um mit den Kontaktelementen Pipettenspitzen von den Zapfen abzudrücken,
● wobei der Abwerfer die Kontaktelemente an verschiedenen Abwerferteilen aufweist
und so ausgebildet ist, dass beim Verlagern des Abwerfers nach unten zumindest nach
dem Auftreffen mindestens eines ersten Kontaktelements auf Pipettenspitzen mindestens
ein zweites Kontaktelement dem ersten Kontaktelement nacheilt, um zunächst mit dem
ersten Kontaktelement eine oder mehrere Pipettenspitzen und danach mit dem zweiten
Kontaktelement eine oder mehrere Pipettenspitzen von den Zapfen abzudrücken.
[0015] Bei der erfindungsgemäßen Mehrkanalpipette werden die Aufklemmkräfte zum Aufklemmen
von Pipettenspitzen dadurch begrenzt, dass die Zapfen durch die beim Aufklemmen von
Pipettenspitzen auf sie wirkenden Aufklemmkräfte zu dem mindestens einen Anschlagelement
hin verlagert werden, bis die Pipettenspitzen auf das Anschlagelement auftreffen,
das sich in einer definierten Anschlagsstellung befindet. Falls die Mehrkanalpipette
mehrere Anschlagelemente aufweist, befinden sich diese in der Anschlagstellung auf
gleicher Höhe. Die ersten Federelemente sind so ausgelegt, dass die Pipettenspitzen
auf das Anschlagelement auftreffen, wenn definierte Aufklemmkräfte erreicht werden.
Diese sind vorzugsweise so gewählt, dass die Pipettenspitzen sicher und abdichtend
auf den Zapfen sitzen. Hohe Aufklemmkräfte, die beim Abwerfen der Pipettenspitzen
überwunden werden müssten, werden vermieden. Bei dieser Mehrkanalpipette wäre die
Verwendung eines Abwerfers mit in Stufen angeordneten Anschlagelementen nicht sinnvoll,
weil diese Geometrie unterschiedliche Aufsteckhöhen der Pipettenspitzen begünstigt,
die mit unterschiedlichen Aufklemmkräften einhergehen. Die erfindungsgemäße Mehrkanalpipette
ermöglicht dennoch das Aufklemmen von mehreren Pipettenspitzen mit definierter Aufklemmkraft
und eine Reduzierung der Maximalkraft für das Abwerfen der Pipettenspitzen. Hierfür
weist die Mehrkanalpipette mehrere Kontaktelemente an verschiedenen Abwerferteilen
auf. Beim Aufstecken von Pipettenspitzen befinden sich sämtliche Kontaktelemente in
einer definierten Ausgangsstellung, die es zulässt, dass sämtliche Pipettenspitzen
mit einer definierten Aufklemmkraft auf die Zapfen aufklemmbar sind, bis sie auf das
Anschlagelement auftreffen. Der Abwerfer ist so ausgebildet, dass beim Verlagern des
Abwerfers nach unten zumindest nach dem Auftreffen eines ersten Kontaktelementes auf
Pipettenspitzen ein zweites Kontaktelement dem ersten Kontaktelement nacheilt. Dies
hat zur Folge, dass zunächst eine oder mehrere Pipettenspitzen von dem ersten Kontaktelement
von den Zapfen abgedrückt werden und dass erst danach eine oder mehrere Pipettenspitzen
von dem zweiten Kontaktelement von den Zapfen abgedrückt werden. Hierdurch wird auch
bei der erfindungsgemäßen Mehrkanalpipette die Maximalkraft für den Abwurf der Pipettenspitzen
verringert. Vorzugsweise weist die Mehrkanalpipette nur erste und zweite Kontaktelemente
an ersten und zweiten Abwerferteilen auf. Darüber hinaus bezieht die Erfindung Ausgestaltungen
ein, die mehr als zwei Abwerferteile mit jeweils mindestens einem Kontaktelement aufweist,
wobei das Kontaktelement eines weiteren (z.B. dritten) Abwerferteils dem Kontaktelement
des vorangehenden (z.B. zweiten) Abwerferteils zumindest nach dessen Auftreffen auf
Pipettenspitzen nacheilt.
[0016] Bevorzugt hat die Mehrkanalpipette übereinstimmend ausgebildete Zapfen, die in ihrer
Ausgangsstellung auf gleicher Höhe angeordnet sind. Die Zapfen sind vorzugsweise hinsichtlich
der Form und Abmessungen übereinstimmend ausgebildet. Weiterhin bevorzugt sind die
ersten Federelemente der Mehrkanalpipette übereinstimmend ausgelegt. Weiterhin bevorzugt
sind die ersten Federelemente vorgespannt, wenn sich die Zapfen in der Ausgangsstellung
befinden. Vorzugsweise ist die Verdrängungseinrichtung eine Kolben-Zylinder-Einrichtung,
wobei die Verdrängungskammer ein Zylinder und das Verdrängungsorgan ein im Zylinder
verlagerbarer Kolben ist.
[0017] Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung sind die ersten und zweiten Abwerferteile
plattenförmig, ist das erste Kontaktelement mindestens ein horizontal von dem unteren
Rand des ersten Abwerferteils vorstehender erster Steg mit einer oder mehreren ersten
Durchgangsöffnungen, ist das zweite Kontaktelement mindestens ein horizontal vom unteren
Rand des zweiten Abwerferteils vorstehender zweiter Steg mit einer oder mehreren zweiten
Durchgangsöffnungen und durchgreifen die Zapfen die ersten und zweiten Durchgangsöffnungen.
Über die plattenförmigen ersten und zweiten Abwerferteile und die als Stege ausgebildeten
ersten und zweiten Kontaktelemente ist die Abwurfkraft auf eine oder mehrere Pipettenspitzen
aufbringbar, auf denen das erste Kontaktelement aufsitzt, und auf eine oder mehrere
Pipettenspitzen, auf die nachfolgend das zweite Kontaktelement aufsitzt. Durch diese
Ausgestaltung ist der Abwerfer in einem schmalen, kastenförmigen Pipettenunterteil
(auch "Abgabekopf" genannt) der Mehrkanalpipette unterbringbar.
[0018] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung weist der Abwerfer ein erstes Abwerferteil, das
mit der Antriebseinrichtung verbunden ist, und ein zweites Abwerferteil auf, wobei
das erste Abwerferteil und das zweite Abwerferteil durch Mittel zum Führen in Längsrichtung
der Zapfen in Bezug aufeinander verlagerbar geführt sind, sind das erste Abwerferteil
mit dem ersten Kontaktelement und das zweite Abwerferteil mit dem zweiten Kontaktelement
in der Ausgangsstellung des Abwerfers auf gleicher Höhe angeordnet und sind erste
Mitnahmemittel am ersten Abwerferteil und zweite Mitnahmemittel am zweiten Abwerferteil
vorhanden, die in der Ausgangsstellung des Abwerfers voneinander beabstandet sind
und beim Verlagern des Abwerfers nach unten durch Verlagern des ersten Abwerferteils
und des zweiten Abwerferteils relativ zueinander entlang der Mittel zum Führen gegeneinander
bewegbar sind, um beim Auftreffen der ersten und zweiten Mitnahmemittel aufeinander
den zweiten Abwerferteil gleichlaufend mit dem ersten Abwerferteil nach unten zu verlagern.
[0019] In der Ausgangsstellung haben die ersten und zweiten Mitnahmemittel des Abwerfers
einen Abstand voneinander. Beim Verlagern des Abwerfers nach unten sind das erste
Abwerferteil und das zweite Abwerferteil in Längsrichtung der Zapfen relativ zueinander
verlagerbar. Die Verlagerung der Abwerferteile in Bezug aufeinander wird durch das
Auftreffen der ersten und zweiten Mitnahmemittel aufeinander begrenzt. Wenn beim Verlagern
des Abwerfers nach unten das erste Kontaktelement auf die Pipettenspitzen auftrifft,
wird das zweite Kontaktelement zunächst von den Pipettenspitzen an einer weiteren
Verlagerung nach unten gehindert. Infolgedessen wird nur das erste Abwerferteil weiter
nach unten verlagert und drückt Pipettenspitzen von den Ansätzen ab. Hierbei wird
das erste Abwerferteil relativ zum zweiten Abwerferteil verlagert, bis die ersten
Mitnahmemittel auf die zweiten Mitnahmemittel treffen. Danach nimmt das erste Abwerferteil
das zweite Abwerferteil mit nach unten, der mit dem zweiten Kontaktelement Pipettenspitzen
von den Zapfen abdrückt. Somit werden mehrere Pipettenspitzen oder mehrere Gruppen
Pipettenspitzen nacheinander von dem Zapfen abgeworfen und die Maximalkraft für das
Abwerfen der Pipettenspitzen vermindert.
[0020] Bei dieser Ausgestaltung befinden sich die Kontaktelemente in der Ausgangsstellung
des Abwerfers auf gleicher Höhe. Hierdurch sind die Kontaktelemente zugleich als Anschlagelemente
nutzbar. Gemäß einer bevorzugten weiteren Ausgestaltung sind die Kontaktelemente zugleich
die Anschlagelemente und nehmen die Kontaktelemente in der Ausgangsstellung des Abwerfers
die Anschlagstellung ein.
[0021] Gemäß einer Ausgestaltung beträgt der Abstand zwischen den ersten und zweiten Mitnahmemitteln
in der Ausgangsstellung des Abwerfers in vertikaler Richtung 0,1 bis 3 mm, vorzugsweise
0,5 bis 1,5 mm. Dieser Abstand ist ausreichend, verschiedene Pipettenspitzen bzw.
verschiedene Gruppe von Pipettenspitzen mittels des Abwerfers nacheinander abzudrücken
und kann verwirklicht werden, ohne den Abwurfhub spürbar zu vergrößern.
[0022] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung weist das erste Abwerferteil an seinem unteren
Rand eine erste Vertiefung mit ersten Führungselementen an zwei seitlichen Rändern
auf, und ist das zweite Abwerferteil in die erste Vertiefung des ersten Abwerferteils
eingesetzt und an zweiten Führungselementen an zwei seitlichen Rändern an den ersten
Führungselementen des ersten Abwerferteils in Längsrichtung der Zapfen verlagerbar.
Bevorzugt sind hierbei die ersten und zweiten Abwerferteile plattenförmig. Durch die
Führung des zweiten Abwerferteils an zwei seitlichen Rändern der ersten Vertiefung
ist gewährleistet, dass der zweite Abwerferteil leichtgängig in Bezug auf den ersten
Abwerferteil verlagerbar ist.
[0023] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung sind die ersten Mitnahmemittel vom oberen Rand
der Vertiefung und die zweiten Mitnahmemittel vom oberen Rand des zweiten Abwerferteils
gebildet. Das zweite Abwerferteil ist in die Vertiefung hinein verlagerbar, bis er
mit seinem oberen Rand auf den oberen Rand der Vertiefung trifft.
[0024] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist das zweite Abwerferteil am ersten Abwerferteil
durch Verbindungsmittel gehalten, die ein Spiel in Längsrichtung der Zapfen aufweisen.
Durch die Verbindungsmittel ist das zweite Abwerferteil unverlierbar mit dem ersten
Abwerferteil verbunden, sodass er sich nicht von der Unterseite der Mehrkanalpipette
lösen kann. Gemäß einer weiteren Ausgestaltung sind die Verbindungsmittel Schnappverbindungsmittel.
Die Verbindung der Abwerferteile durch (Schnapp)-Verbindungsmittel ist vorteilhaft
für die Montage.
[0025] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung weisen die Schnappverbindungsmittel eine Öse an
dem ersten Abwerferteil und einen mit Spiel in Längsrichtung der Zapfen in die Öse
eingreifenden Schnapphaken am zweiten Abwerferteil oder umgekehrt auf. Bei diesen
Schnappverbindungsmitteln ist die Schnappverbindung besonders einfach und sicher herstellbar.
[0026] Bevorzugt bestehen das erste Abwerferteil und das zweite Abwerferteil jeweils aus
einem starren Material. Weiterhin bevorzugt bestehen sie aus einem Kunststoff, weiterhin
vorzugsweise aus einem Thermoplasten.
[0027] Bei einer alternativen Ausgestaltung zu dem Abwerfer mit relativ zueinander verlagerbar
geführten Abwerferteilen weist der Abwerfer ein starres erstes Abwerferteil und ein
zumindest teilweise weichelastisches zweites Abwerferteil auf und sind das erste Abwerferteil
mit dem ersten Kontaktelement und das zweite Abwerferteil mit dem zweiten Kontaktelement
in der Ausgangsstellung des Abwerfers auf gleicher Höhe angeordnet. Wenn die Abwerferteile
mit den Kontaktelementen auf die Pipettenspitzen treffen, drückt zunächst das starre
erste Abwerferteil Pipettenspitzen von Zapfen ab und wird zumindest teilweise das
weichelastische zweite Abwerferteil zunächst von Pipettenspitzen blockiert und elastisch
zusammengedrückt. Erst wenn die Kraft zum Zusammendrücken des zumindest teilweise
weichelastischen zweiten Abwerferteils die Kraft zum Abwerfen der am zweiten Kontaktelement
anliegenden Pipettenspitzen übersteigt, werden diese abgeworfen. Auch hierdurch wird
die Maximalkraft zum Abwerfen von Pipettenspitzen vermindert.
[0028] Dadurch, dass sich die Kontaktelemente in der Ausgangsstellung des Abwerfers auf
gleicher Höhe befinden, sind sie zugleich als Anschlagelemente nutzbar. Gemäß einer
bevorzugten weiteren Ausgestaltung sind die Kontaktelemente zugleich die Anschlagelemente
und nehmen die Kontaktelemente in der Ausgangsstellung des Abwerfers die Anschlagstellung
ein.
[0029] Das zweite Abwerferteil ist gemäß einer Ausgestaltung an beiden Seiten - z.B. durch
Spalten oder Schlitze - vom ersten Abwerferteil getrennt. Bei dieser Ausgestaltung
wird das elastische Zusammendrücken des zweiten Abwerferteils nicht durch eine Verbindung
mit dem ersten Abwerferteil an den beiden Längsseiten des zweiten Abwerferteils behindert.
[0030] Gemäß einer Ausgestaltung ist das zweite Abwerferteil insgesamt elastisch. Gemäß
einer bevorzugten Ausgestaltung ist das zweite Abwerferteil nur in einem oder in mehreren
Abschnitten weichelastisch und im Übrigen starr. Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung
erstreckt sich der weichelastische Abschnitt vorzugsweise parallel zu dem zweiten
Kontaktelement, damit das zweite Abwerferteil beim Drücken des zweiten Kontaktelements
gegen die oberen Enden von Pipettenspitzen elastisch zusammengedrückt wird. Die elastische
Verformung des zweiten Abwerferteils konzentriert sich auf den weichelastischen Abschnitt
des zweiten Abwerferteils.
[0031] Gemäß einer Ausgestaltung ist das zweite Kontaktelement ein weichelastischer Abschnitt
des zweiten Abwerferteils. Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung ist das zweite Kontaktelement
an einem starren Abschnitt des zweiten Abwerferteils ausgebildet und weist das zweite
Abwerferteil den weichelastischen Abschnitt in einem Abstand vom zweiten Kontaktelement
auf. Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung ist das zweite Abwerferteil über einen
weichelastischen Abschnitt mit dem starren ersten Abwerferteil verbunden oder an diesem
abgestützt. Der starre Abschnitt des zweiten Abwerferteils unterhalb des weichelastischen
Abschnitts des zweiten Abwerferteils ist dabei gemäß einer weiteren Ausgestaltung
durch Mittel zum Führen in Längsrichtung der Zapfen am ersten Abwerferteil verlagerbar
geführt. Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist der starre Abschnitt des zweiten Abbwerferteils
an zweiten Führungselementen an zwei seitlichen Rändern an ersten Führungselementen
des ersten Abwerferteils in Längsrichtung der Zapfen verlagerbar geführt.
[0032] Bei einer Mehrkanalpipette mit einem starren ersten Abwerferteil und einem zumindest
teilweise weichelastischen zweiten Abwerferteil ist gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung
das zweite Abwerferteil in einer Vertiefung am unteren Rand des ersten Abwerferteils
angeordnet, an seinem oberen Rand über einen weichelastischen Abschnitt fest mit dem
oberen Rand der Vertiefung verbunden.
[0033] Alternativ ist das zumindest teilweise weichelastische zweite Abwerferteil gemäß
einer Ausgestaltung an seinem oberen Rand über eine Schnappverbindung oder über eine
andere lösbare oder unlösbare Verbindung mit dem ersten Abwerferteil verbunden.
[0034] Bevorzugt besteht das starre erste Abwerferteil aus einem starren Kunststoff und/oder
zumindest teilweise das weichelastische zweite Abwerferteil insgesamt oder zumindest
teilweise aus einem Elastomer. Weiterhin bevorzugt besteht das erste Abwerferteil
aus einem Thermoplasten und/oder das zweite Abwerferteil insgesamt oder zumindest
teilweise aus einem thermoplastischen Elastomer, einem Silikonelastomer oder aus Latex.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung besteht das zweite Abwerferteil teilweise aus einem
Thermoplasten. Ein zweites Abwerferteil, das mindestens einen weichelastischen Abschnitt
und mindestens einen starren Abschnitt hat, ist bevorzugt aus zwei verschiedenen Kunststoffkomponenten
im Zweikomponenten- oder im Mehrkomponentenspritzgießverfahren hergestellt.
[0035] Gemäß einer anderen Ausgestaltung ist das zweite Abwerferteil über einen weichelastischen
Abschnitt mit dem ersten Abwerferteil verbunden. Die fest miteinander verbundenen
zweiten und ersten Abwerferteile können im Zweikomponenten- oder Mehrkomponentenspritzgießverfahren
hergestellt werden.
[0036] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung weisen die Mittel zum verschieblichen Lagern des
Abwerfers mindestens einen in Längsrichtung der Zapfen erstreckten Führungsschlitz
im Abwerfer und mindestens ein in den Führungsschlitz eingreifendes, fest mit dem
Grundkörper verbundenes Führungselement auf. Das Führungselement ist vorzugsweise
ein Stift, eine Rippe oder ein anderer Vorsprung, der in den Führungsschlitz eingreift.
[0037] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung liegt der Abwerfer in Ausgangsstellung mit den
ersten und zweiten Kontaktelementen oder einem anderen Abwerferteil an einem fest
am Grundkörper angeordneten Gegenanschlagelement an, das den Abwerfer an einer weiteren
Verlagerung nach oben hindert. Hierdurch wird sichergestellt, dass der Abwerfer nicht
über seine Ausgangsstellung hinaus nach oben verlagerbar ist. Wenn die Kontaktelemente
zugleich Anschlagelemente sind, stützt das Gegenschlagelement den Abwerfer ab, sodass
die Kontaktelemente in der Anschlagstellung angeordnet sind. Zusätzlich oder stattdessen
kann die Ausgangsstellung des Abwerfers durch Führungsschlitze in den ersten und zweiten
Abwerferteilen und in die Führungsschlitze eingreifende Stifte, Rippen oder andere
Vorsprünge definiert sein, die in der Ausgangsstellung am unteren Ende der Schlitze
anliegen. Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung ist das Gegenanschlagelement starr.
[0038] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist das Gegenanschlagelement eine untere Wand
des Grundkörpers mit dritten Durchgangsöffnungen, durch die die Zapfen hindurch nach
unten vorstehen und an der die Kontaktelemente in der Ausgangsstellung unten anliegen.
Das Gegenanschlagelement kann insbesondere von einer unteren Wand eines Gehäuses der
Mehrkanalpipette gebildet sein. In die untere Wand und die ersten und zweiten Kontaktelemente
können beim Aufklemmen von Pipettenspitzen hohe Kräfte eingeleitet werden.
[0039] Bei einer Alternative zu einer Mehrkanalpipette, bei der die Kontaktelemente des
Abwerfers zugleich Anschlagelemente sind, ist das mindestens eine Anschlagelement
gesondert von den Kontaktelementen des Abwerfers ausgebildet.
[0040] Das Anschlagelement ist in der definierten Anschlagstellung fest am Grundkörper angeordnet.
Das Anschlagelement ist durch eine untere Wand des Grundkörpers gebildet, die dritte
Durchgangsöffnungen aufweist, durch die die Zapfen nach unten vorstehen. Die untere
Wand erstreckt sich nur bis zu einer horizontalen Linie, die sämtliche Zapfen schneidet,
sodass die dritten Durchgangsöffnungen die Zapfen nur teilweise umgeben. Beispielsweise
umgeben die dritten Durchgangsöffnungen die Zapfen nur zur Hälfte, bzw. bis zu einer
horizontalen Geraden, die sämtliche Zapfen im Zentrum schneidet. Neben der unteren
Wand ist mindestens auf gleicher Höhe wie diese der Abwerfer mit seinen Kontaktelementen
angeordnet. Vorzugsweise weisen die Kontaktelemente erste und zweite Durchgangsöffnungen
auf, welche die Zapfen auf einer Seite teilweise umgeben. Wenn sich der Abwerfer in
der Ausgangsstellung befindet, sind Pipettenspitzen auf die Zapfen aufklemmbar, bis
sie auf das Anschlagelement auftreffen. Zum Abwerfen der Pipettenspitzen wird der
Abwerfer nach unten verlagert, sodass zunächst die ersten Anschlagelemente und danach
die zweiten Anschlagelement und ggfs. danach weitere Anschlagelemente Pipettenspitzen
von den Zapfen abdrücken. Bei dieser Ausgestaltung kann der Abwerfer mit Anschlagelementen
ausgebildet sein, die starr in Stufen angeordnet sind. Stattdessen kann der Abwerfer
relativ zueinander verlagerbar geführte Abwerferteile oder ein starres und ein weichelastisches
Abwerferteil aufweisen.
[0041] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist der Abwerfer entgegen der Federwirkung eines
am Abwerfer und am Grundkörper angreifenden zweiten Federelements nach unten verlagerbar.
Vorzugsweise ist das zweite Federelement vorgespannt, wenn sich der Abwerfer in der
Ausgangsstellung befindet. Durch das zweite Federelement wird der Abwerfer nach dem
Abwerfen selbsttätig in die Ausgangsstellung zurück verlagert. Gemäß einer alternativen
Ausgestaltung weist die Mehrkanalpipette Mittel zum lösbaren Halten des Abwerfers
in der Ausgangsstellung auf. Die Mittel zum lösbaren Halten sind z.B. Rastmittel,
die den Abwerfer in der Ausgangsstellung halten. Der Abwerfer ist z.B. durch Aufklemmen
von Pipettenspitzen auf die Zapfen von den Pipettenspitzen aus einer unteren Endstellung
in die Ausgangsstellung verlagerbar, in der der Abwerfer von den Mitteln zum lösbaren
Halten festgehalten wird.
[0042] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist die Anzahl der Zapfen, von denen mittels des
ersten Kontaktelements Pipettenspitzen abdrückbar sind, gleich groß wie die Anzahl
der Zapfen, die von denen mittels des zweiten Kontaktelements Pipettenspitzen abdrückbar
sind. Bei dieser Aufteilung werden die Abwurfkräfte gleichmäßig auf den ersten Abwerferteil
und den zweiten Abwerferteil verteilt.
[0043] Gemäß einer Ausgestaltung weist die Mehrkanalpipette eine beliebige Anzahl Zapfen
zum gleichzeitigen Halten einer beliebigen Anzahl Pipettenspitzen auf. Bevorzugt weist
die Mehrkanalpipette acht Zapfen oder zwölf Zapfen auf. Gemäß einer anderen Ausgestaltung
weist die Mehrkanalpipette ein Vielfaches von acht Zapfen oder ein Vielfaches von
zwölf Zapfen auf. Die Zapfen der Mehrkanalpipette sind bevorzugt in einer Reihe nebeneinander
angeordnet. Gemäß einer weiteren Ausgestaltung weist die Mehrkanalpipette mehrere
nebeneinander angeordnete Reihen mit Zapfen auf.
[0044] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung sind mittels des ersten und des zweiten Kontaktelements
Pipettenspitzen von jeweils vier Zapfen oder von jeweils sechs Zapfen abdrückbar.
Diese Mehrkanalpipetten können insgesamt acht Pipettenspitzen oder zwölf Pipettenspitzen
gleichzeitig halten. Dies ist vorteilhaft für die Verwendung gemeinsam mit verbreiteten
Mikrotiterplatten, die Vertiefungen in acht Reihen und zwölf Spalten aufweisen. Gemäß
einer weiteren Ausgestaltung sind mittels des ersten und des zweiten Kontaktelements
Pipettenspitzen von jeweils weniger als vier Zapfen oder von jeweils mehr als sechs
Zapfen abdrückbar. Diese Ausgestaltungen können insbesondere vorteilhaft Mehrkanalpipetten
sein, die weniger als acht Zapfen oder mehr als zwölf Zapfen aufweist.
[0045] Gemäß einer Ausgestaltung ist die Mehrkanalpipette eine manuelle Pipette, d.h. eine
Pipette, die vom Anwender bei Benutzung mit einer oder beiden Händen gehalten und
bedient werden kann.
[0046] Die erste Antriebseinrichtung ist bei einer manuell angetriebenen Pipette mechanischer
Art. Bevorzugt weist sie einen Dosierknopf und eine unten vom Dosierknopf vorstehende
Hubstange auf, die am unteren Ende mit dem Verdrängungsorgan der Verdrängungseinrichtung
verbunden oder kuppelbar ist. Die Mehrkanalpipette ist eine Festvolumenpipette oder
eine Pipette mit einstellbarem Dosiervolumen. Bei einer Festvolumenpipette ist der
Hub der Hubstange durch Auftreffen eines umlaufenden Wulstes oder anderen Vorsprunges
am Umfang der Hubstange auf einen oberen und einen unteren Anschlag begrenzt, deren
Lage im Grundkörper nicht einstellbar ist. Bei einer Pipette mit einstellbarem Dosiervolumen
ist die Position mindestens eines der beiden Anschläge im Grundkörper einstellbar.
Vorzugsweise weist die Mehrkanalpipette zum Verlagern des oberen Anschlages eine Gewindespindel
auf, die schraubbar in einer Mutter angeordnet ist, die fest mit dem Grundkörper verbunden
ist. Die Hubstange ist durch einen Durchgangskanal der Gewindespindel hindurchgeführt
und die untere Stirnfläche der Gewindespindel bildet den oberen Anschlag für den Vorsprung
auf der Hubstange.
[0047] Bei einer Ausgestaltung der Mehrkanalpipette als manuell angetriebene Mehrkanalpipette
ist die zweite Antriebseinrichtung mittels des Dosierknopfes der ersten Antriebseinrichtung
betätigbar. Nach einem Dosierhub und einem Überhub werden in einem Abwurfhub des Dosierknopfes
die Pipettenspitzen abgeworfen.
[0048] Diese Ausgestaltung ermöglicht ein Dosieren und Abwerfen von Pipettenspitzen durch
Betätigen desselben Knopfes (sogenannte "Einknopfbedienung").
[0049] Gemäß einer anderen Ausgestaltung weist die Mehrkanalpipette eine zweite Antriebseinrichtung
mit einem Abwurfknopf auf, der gesondert von dem Dosierknopf ausgebildet ist (sog.
"Zweiknopfbedienung"). Eine solchermaßen ausgebildete manuell angetriebene Mehrkanalpipette
ist beispielsweise in der
DE 10 2004 003 433 B4 beschrieben. In dieser Hinsicht wird Bezug genommen auf die
DE 10 2004 003 433 B4, deren Inhalt hiermit in diese Anmeldung aufgenommen wird.
[0050] Bei der Ausführung als elektronische Pipette weist die Mehrkanalpipette einen elektrischen
Antriebsmotor und ein Getriebe zwischen Antriebsmotor und Verdrängungsorgan sowie
eine elektronische Steuerung des Antriebsmotors mit einem elektrischen Dosierknopf
auf. Die zweite Antriebseinrichtung der Mehrkanalpipette ist beispielsweise so ausgebildet,
wie in der
DE 10 2004 003 433 B4 beschrieben. In dieser Hinsicht wird Bezug genommen auf die
DE 10 2004 003 433 B4, deren Inhalt hiermit in diese Anmeldung aufgenommen wird.
[0051] Bevorzugt weist die Mehrkanalpipette ein Pipettenoberteil auf, das die ersten und
zweiten Antriebseinrichtungen umfasst, und einen Abgabekopf, der die Verdrängungskammern
und den Abwerfer umfasst. Das Pipettenoberteil und der Abgabeknopf sind bevorzugt
lösbar miteinander verbindbar. Die Mittel zum lösbaren Verbinden von Pipettenoberteilen
und Abgabekopf sind beispielsweise so ausgebildet, wie in der
DE 10 2004 003 433 B4 beschrieben. In dieser Hinsicht wird Bezug genommen auf die
DE 10 2004 003 433 B4, deren Inhalt hiermit in diese Anmeldung aufgenommen wird.
[0052] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der anliegenden Zeichnungen von Ausführungsbeispielen
näher beschrieben. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine Mehrkanalpipette mit Einknopfbedienung in einer Ansicht von der Vorderseite bei
teilweise ausgebrochenem Abgabekopf;
- Fig. 2
- dieselbe Mehrkanalpipette in Rückansicht bei teilweise ausgebrochenem Abgabekopf;
- Fig. 3
- den Abwerfer derselben Mehrkanalpipette in vergrößerter Vorderansicht;
- Fig. 4
- denselben Abwerfer in vergrößerter Rückansicht;
- Fig. 5
- denselben Abwerfer in vergrößerter Unteransicht;
- Fig. 6
- denselben Abwerfer in einer Perspektivansicht schräg von vom und von der Seite;
- Fig. 7
- denselben Abwerfer mit aneinander anliegenden Mitnahmemitteln der beiden Abwerferteile
in Vorderansicht;
- Fig. 8
- denselben Abwerfer in seine Abwerferteile zerlegt in Vorderansicht;
- Fig. 9
- den Abgabekopf derselben Mehrkanalpipette in teilweise ausgebrochener, vergrößerter
Vorderansicht;
- Fig. 10
- denselben Abgabekopf bei betätigten Abwerfer in vergrößerter, teilweise ausgebrochener
Vorderansicht;
- Fig. 11
- eine Mehrkanalpipette mit Zweiknopfbedienung in Vorderansicht mit teilweise ausgebrochenem
Abgabekopf;
- Fig. 12
- dieselbe Mehrkanalpipette in Rückansicht mit teilweise ausgebrochenem Abgabekopf;
- Fig. 13
- einen alternativen Abwerfer mit teilweise weichelastischem zweiten Abwerferteil in
vergrößerter Vorderansicht;
- Fig. 14
- derselbe Abwerfer in vergrößerter Rückansicht;
- Fig. 15
- ein weiterer alternativer Abwerfer mit teilweise elastischem zweiten Abwerferteil
in vergrößerter Vorderansicht;
- Fig. 16
- derselbe Abwerfer in vergrößerter Rückansicht.
[0053] In dieser Anmeldung beziehen sich die Angaben "oben" und "unten", "auf gleicher Höhe"
sowie "horizontal" und "vertikal" auf eine Ausrichtung der Mehrkanalpipette, bei der
auf die Zapfen aufgeklemmte Pipettenspitzen vertikal und mit ihren Spritzenöffnungen
nach unten ausgerichtet sind, um eine Flüssigkeit aus einem darunter angeordneten
Gefäß aufzunehmen oder in das Gefäß abzugeben.
[0054] Sämtliche Ausführungsbeispiele betreffen Mehrkanalpipetten, bei denen die Kontaktelemente
des Abwerfers zugleich Anschlagelemente sind. Die Kontaktelemente werden nachstehend
als Anschlagelemente bezeichnet.
[0055] Gemäß Fig. 1 und 2 hat eine Mehrkanalpipette 1.1 ein Pipettenoberteil 2 mit einem
Gehäuseoberteil 3 und ein Pipettenunterteil 4 mit einem Gehäuseunterteil 5. Das Gehäuseoberteil
3 ist als Griff ausgeformt bzw. stielförmig. Das Gehäuseunterteil 5 hat im Wesentlichen
die Form eines flachen Kastens. Gehäuseoberteil 3 und Gehäuseunterteil 5 sind gemeinsam
ein Grundkörper.
[0056] Das Pipettenoberteil 2 umfasst eine erste Antriebseinrichtung 6 für Verdrängungseinrichtungen
und eine zweite Antriebseinrichtung 7 für einen Abwerfer.
[0057] Die erste Antriebseinrichtung 6 umfasst einen oben vom Gehäuseoberteil 3 vorstehenden
und in Längsrichtung im Gehäuseoberteil verlagerbar angeordneten Dosierknopf 8. Der
Dosierknopf 8 ist unten mit einer Hubstange 9 gekoppelt, die am Umfang einen umlaufenden
Wulst 10 aufweist. Die Hubstange 9 ist in ihrer Längsrichtung durch Betätigen des
Dosierknopfes 8 entgegen der Wirkung einer Rückstellfeder 11 im Gehäuseoberteil verlagerbar.
[0058] Die Verlagerung der Hubstange 9 ist durch einen oberen Anschlag 12 und einen unteren
Anschlag 13 begrenzt. Der obere Anschlag 12 ist in Längsrichtung des Gehäuseoberteils
3 verstellbar. Der Dosierknopf 8 ist über ein Getriebe 14 mit dem oberen Anschlag
12 gekoppelt, sodass durch Drehen des Dosierknopfes 8 der obere Anschlag 12 in Längsrichtung
des Gehäuseoberteils 3 einstellbar ist.
[0059] Der untere Anschlag 13 ist im Gehäuseoberteil 3 von einer Federeinrichtung 15 gehalten.
Die Federeinrichtung 15 (auch "Überhubfeder" genannt) ermöglicht nach dem Auftreffen
des Wulstes 10 auf den unteren Anschlag 13 eine weitere Verlagerung der Hubstange
9 unter erhöhtem Kraftaufwand nach unten, um einen Überhub und einen Abwurfhub durchzuführen.
[0060] Ferner ist im Gehäuseoberteil 3 eine Übertragungseinrichtung 16 angeordnet, die eine
Verlagerung der Hubstange 9 beim Abwurfhub auf eine Verlagerung einer Abwurfhülse
17 nach unten überträgt, die am unteren Ende des Gehäuseoberteils 3 angeordnet ist.
[0061] Das Gehäuseoberteil 3 hat am unteren Ende eine hohlzylindrische Aufnahme 18 in die
durch eine Einführöffnung 19 im unteren Ende ein hülsenförmiges Halteelement des Pipettenunterteils
4 einsetzbar ist. Das Pipettenoberteil 2 hat an der Aufnahme 18 erste Mittel zum lösbaren
Verbinden 20 mit dem Pipettenunterteil 4. Die Abwurfhülse 17 ist konzentrisch bezüglich
der Aufnahme 18 angeordnet und steht vom unteren Rand der Einführöffnung 19 nach unten
vor. Das untere Ende der Hubstange 9 ragt von oben in die Aufnahme 18 hinein, wenn
der Dosierknopf 8 nicht gedrückt ist.
[0062] Gemäß Fig. 1, 2 und 9, 10 umfasst das Pipettenunterteil 4 ein Gehäuseunterteil 5,
das aus einer vorderen und einer hinteren Gehäuseschale 21, 22 gebildet ist, die in
einer vertikalen Ebene zusammengefügt sind. In dem Gehäuseunterteil 5 sind acht parallele
Kolben-Zylinder-Einrichtungen 23 in einer Reihe angeordnet. Jede Kolben-Zylindereinrichtung
23 hat einen Zylinder 24, in den ein Kolben 25 eintaucht.
[0063] Unten ist jeder Zylinder 24 einteilig mit einem Zapfen 26, der sich nach unten verjüngt,
zu einem Dosierbauteil 27 verbunden. Jeder Zapfen 26 hat ein Verbindungsloch 28, das
oben mit einem Innenraum des Zylinders 24 verbunden ist, in dem der Kolben 25 verlagerbar
ist, und unten in einer Öffnung 29 im unteren Ende des Zapfens 26 mündet.
[0064] Zwischen den Zapfen 26 und den Zylindern 24 hat jedes Dosierbauteil 27 einen umlaufenden
Vorsprung 30.
[0065] Die umlaufenden Vorsprünge 30 der Dosierbauteile 27 stützen sich an den oberen Rändern
von dritten Durchgangslöchern 31 in einer horizontalen unteren Wand 32 des Gehäuseunterteils
5 ab. Die Zylinder 24 sind weiter oben durch vierte Durchgangslöcher 33 einer horizontalen
Stützplatte 34 des Gehäuseunterteils 5 hindurchgeführt.
[0066] Auf jedem Zylinder 24 ist eine als Schraubenfeder ausgeführtes erstes Federelement
35 geführt, das sich unten auf dem umlaufenden Vorsprung 30 und sich oben an der Unterseite
der Stützplatte 34 abstützt.
[0067] Die Kolben 25 haben am oberen Ende einer Kolbenstange 36 einen Kolbenteller 37. Die
Kolbenteller sind in Kolbentelleraufnahmen 38 einer horizontal ausgerichteten Traverse
39 gehalten. Die Traverse 39 hat oben eine vertikal hochstehende Stange 40, die am
oberen Ende eine Kontaktfläche für das untere Ende der Hubstange 9 des Pipettenoberteils
2 aufweist.
[0068] Vom Gehäuseunterteil 5 steht nach oben ein hülsenförmiges Halteelement 41 vor, durch
die sich die Stange 40 hindurch erstreckt. Das Halteelement 41 weist zweite Mittel
zum lösbaren Verbinden 42 auf, die mit den ersten Mitteln zum lösbaren Verbinden 20
des Pipettenoberteils 2 lösbar verbunden sind.
[0069] Die zuvor beschriebenen Bauteile des Pipettenunterteils 4 sind in der vorderen Gehäuseschale
21 gehalten.
[0070] Ferner umfasst das Pipettenunterteil 4 einen Abwerfer 43. Gemäß Fig. 3 bis 9 weist
der Abwerfer 43 ein plattenförmiges im Wesentlichen rechteckiges, erstes Abwerferteil
44 mit Anschrägungen 45, 46 an den beiden oberen Ecken auf. Das erste Abwerferteil
44 hat an einem geradlinigen, unteren Rand 47 eine zentral angeordnete, rechteckige
erste Vertiefung 48. Das erste Abwerferteil 44 hat an dem unteren Rand 45 beidseitig
der Vertiefung 48 jeweils ein erstes Anschlagelement 49, 50, das durch einen horizontal
ausgerichteten ersten Steg gebildet ist, der erste Durchgangsöffnungen 51, 52 aufweist,
die zum vorderen Rand 53, 54 des ersten Anschlagelements 49, 50 hin geöffnet sind.
[0071] Ferner weist das erste Abwerferteil 44 mehrere parallele Führungsschlitze 55 auf,
die senkrecht zu seinem unteren Rand 47 ausgerichtet sind.
[0072] Das erste Abwerferteil 44 hat am oberen ersten Rand 56 der ersten Vertiefung 48 zentral
eine nach unten vorstehende Öse 57 mit einer langgestreckten, rechteckigen Ösenöffnung
58.
[0073] Vom oberen Rand 56 des ersten Abwerferteils 44 steht ein Betätigungselement 59 in
Form eines Schafts vor, der eine flache, mit der Vorderseite des ersten Abwerferteils
fluchtende Vorderseite und eine bezüglich der Rückseite des ersten Abwerferteils 44
etwas zylindrisch nach vom vorgewölbte Rückseite aufweist. In der vorgewölbten Vorderseite
hat das Betätigungselement 59 eine in Längsrichtung erstreckte Nut 60, die oben von
einem ersten Widerlager 61 begrenzt ist.
[0074] Das Betätigungselement 59 hat oben zwei vorstehende, streifenförmige Übertragungselemente
62, die in einem horizontalen Schnitt hohlzylindrisch sind.
[0075] In die erste Vertiefung 48 ist ein plattenförmiges zweites Abwerferteil 63 eingesetzt.
Das zweite Abwerferteil 63 hat am unteren Rand 64 ein zweites Anschlagelement 65,
das durch einen zweiten Steg gebildet ist, der zweite Durchgangslöcher 66 aufweist,
die zum vorderen Rand 67 des zweiten Stegs hin geöffnet sind. Am oberen zweiten Rand
68 des zweiten Abwerferteils 63 ist zentral eine kleine zweite Vertiefung 69 vorhanden,
über die ein Schnapphaken 70 vorsteht, der unterhalb der zweiten Vertiefung 69 mit
der Vorderseite des zweiten Abwerferteils 63 verbunden ist.
[0076] Der obere erste Rand der ersten Vertiefung 48 ist ein erstes Mitnahmemittel 56 und
der obere zweite Rand des zweiten Abwerferteils 63 ein zweites Mitnahmemittel 68.
Wenn das erste Anschlagelement 49, 50 und das zweite Anschlagelement 65 auf derselben
Höhe angeordnet ist, ist zwischen den ersten und den zweiten Mitnahmemitteln 56, 68
ein Spalt 71 vorhanden, der beispielsweise etwa 0,75 mm beträgt. In dieser Stellung
liegt der Schnapphaken 70 am unteren Rand der Ösenöffnung 58 an.
[0077] Der zweite Abwerferteil 63 hat an den beiden seitlichen Rändern jeweils eine Längsnut
72, 73. Der erste Abwerferteil 44 greift mit den beiden seitlichen Rändern 74, 75
der ersten Vertiefung 48 in die beiden Längsnuten 72, 73 ein.
[0078] Der Abwerfer 43 ist in der hinteren Gehäuseschale 22 des Gehäuseunterteils 5 an Rippen
76 geführt, die von der Innenseite der Rückwand 77 des Gehäuseunterteils 5 vorstehen.
Die Rippen 76 greifen in die Führungsschlitze 55 ein.
[0079] Das Betätigungselement 59 ist mit den Übertragungselementen 62 durch bogenförmige
Schlitze 78 in einer horizontalen oberen Wand 79 der hinteren Gehäuseschale 22 hindurchgeführt.
Die Rückwand 77 der hinteren Gehäuseschale 22 weist einen nach außen gewölbten Rückwandteil
auf, in den das Betätigungselement 59 mit seiner vorgewölbten Seite eingesetzt ist.
Die Rückwand 77 weist auf der Innenseite im Bereich der Auswölbung ein zweites Widerlager
auf. Zwischen dem zweiten Widerlager und dem ersten Widerlager 61 des Befestigungselementes
59 ist in der Nut 60 ein als eine Schraubenfeder ausgebildetes zweites Federelement
82 unter Vorspannung gehalten, das den Abwerfer 43 belastet, sodass die Rippen 76
am unteren Ende der Führungsschlitze 55 anliegen.
[0080] Zwei Seitenwände 83, 84 der hinteren Gehäuseschale 22 haben an der Innenseite kleine
vorstehende Rückhalteelemente 86, welche etwas über die seitlichen Ränder des ersten
Abwerferteils 44 vorstehen. Das erste Abwerferteil 44 hat zwei kleine seitliche Vertiefungen
87, 88. Das erste Abwerferteil 44 ist mit den seitlichen Vertiefungen 87, 88 auf die
Rückhalteelemente 86 aufgeschoben und wird von dem zweiten Federelement 82 in einer
Stellung gehalten, in der die Rückhalteelemente 85, 86 unterhalb der seitlichen Vertiefungen
44 an dem ersten Abwerferteil 44 anliegen.
[0081] Der Abwerfer ist somit oben in den Schlitzen 78 und unten von den Rückhaltelementen
85, 86 in der hinteren Gehäuseschale 22 gehalten.
[0082] Wenn die vordere Gehäuseschale 21 und die hintere Gehäuseschale 22 zusammengesetzt
sind, liegen die ersten und zweiten Anschlagelemente 49, 50, 65 unten an der unteren
Wand 32 des Gehäuseunterteils 5 an und die Übertragungselemente 62 liegen außen an
dem Halteelement 41 an.
[0083] Im zusammengebauten Zustand von Pipettenoberteil 2 und Pipettenunterteil 4 sind die
ersten und zweiten Mittel zum lösbaren Verbinden 20, 42 lösbar miteinander verbunden.
Die Hubstange 9 liegt unten am oberen Ende der Stange 40 an. Die Abwurfhülse 17 liegt
am oberen Ende der Übertragungselemente 62 an.
[0084] Die Mehrkanalpipette 1.1 ist folgendermaßen benutzbar:
[0085] Gegebenenfalls wird mittels des Dosierknopfes 8 das Dosiervolumen eingestellt.
[0086] Ferner wird die Mehrkanalpipette 1.1 mit den Zapfen 26 in die Aufstecköffnungen von
Pipettenspitzen 89 eingesetzt, die in einem Halter bereitgestellt werden. Hierbei
befinden sich die ersten und zweiten Anschlagelemente 49, 50, 65 des Abwerfers 43
in Anschlagsstellung auf derselben Höhe, wie in Fig. 1, 2 und 9 gezeigt. Durch die
Aufklemmkräfte werden die ersten Federelemente 35 zusammengedrückt, bis die Pipettenspitzen
89 unten an den ersten und zweiten Anschlagelementen 49, 50, 65 anliegen. Danach wird
die Mehrkanalpipette 1.1 mit den aufgeklemmten Pipettenspitzen angehoben und die Zapfen
26 kehren in die Ausgangslage von Fig. 1, 2 und 9 zurück.
[0087] Anschließend wird der Dosierknopf 8 gedrückt, bis beim Auftreffen des Wulstes 10
auf den unteren Anschlag 13 ein erhöhter Widerstand spürbar ist. Hierbei verlagert
die Hubstange 9 über die Stange 40 und die Traverse 39 die Kolben 25 entgegen der
Wirkung der ersten Federelemente 35 nach unten, sodass Luft aus den Pipettenspitzen
herausgedrückt wird. Anschließend werden die Pipettenspitzen gleichzeitig in Gefäße
eingetaucht und danach der Dosierknopf 8 entlastet. Die Rückstellfeder 11 verlagert
die Hubstange 9 in die Ausgangslage zurück und die ersten Federelemente 35 verlagern
die Kolben 25 in die Ausgangslage zurück. Hierdurch wird Flüssigkeit aus den Gefäßen
in die Pipettenspitzen 89 eingesogen.
[0088] Für die Abgabe der aufgenommenen Flüssigkeit werden die Pipettenspitzen 89 auf andere
Gefäße gerichtet. Anschließend wird der Dosierknopf 8 bis zum Auftreffen des Wulstes
10 auf den unteren Anschlag 13 gedrückt. Durch weiteres Drücken des Dosierknopfes
8 entgegen der Wirkung der Federeinrichtung 15 wird zunächst ein Überhub für eine
Restmengenabgabe bewirkt. Das Ende des Überhubs spürt der Anwender an einem weiter
erhöhten Widerstand aufgrund der Wirkung des zweiten Federelements 82 zu Beginn des
Abwurfhubs. Durch noch weiteres Eindrücken des Dosierknopfes 8 wird ein Abwurfhub
bewirkt, in dem die Übertragungseinrichtung 16 die Abwurfhülse 17 nach unten verlagern.
Hierbei verlagert die Abwurfhülse 17 die Übertragungselemente 62 nach unten und wird
der Abwerfer 43 entgegen der Wirkung des zweiten Federelements 82 nach unten gedrückt.
[0089] Wenn der Abwerfer 43 mit den Anschlagelementen 49, 50, 65 auf die Pipettenspitzen
89 trifft, blockieren die Pipettenspitzen 89 auf den Ansätzen unter dem zweiten Abwerferteil
63 eine weitere Verlagerung des zweiten Abwerferteils 63 nach unten. Bei weiterer
Betätigung des Dosierknopfs 8 wird lediglich der erste Abwerferteil 44 weiter nach
unten verlagert und drückt die beiden äußeren Gruppen Pipettenspitzen 89 von den Zapfen
26 unter den ersten Anschlagelementen 49, 50 ab. Schließlich treffen die ersten und
zweiten Mitnahmemittel (56, 68) aufeinander und hierdurch wird auch das zweite Abwerferteil
63 weiter nach unten bewegt, sodass das zweite Anschlagelement 65 die darunter angeordnete
mittlere Gruppe Pipettenspitzen 89 von den Zapfen 26 abdrückt. Fig. 10 zeigt den Abwerfer
43 zu Beginn des Abdrückens der mittleren Gruppe.
[0090] Nach Entlastung des Dosierknopfes 8 drückt die Rückstellfeder 11 über die Hubstange
9 den Dosierknopf 8 Gemäß einer Ausgestaltung drückt die Rückstellfeder 11 auch die
Übertragungseinrichtung 16 Abwurfhülse 17 in die obere Lage zurück. Alternativ weist
die Übertragungseinrichtung 16 eine eigene Rückstellfeder auf, welche die Übertragungseinrichtung
16 und die Abwurfhülse 17 in die obere Lage zurückbewegt. Auch die Federeinrichtung
15 nimmt ihren Ausgangszustand wieder ein. Das zweite Federelement 82 verlagert den
Abwerfer 43 in die Ausgangsstellung von Fig. 1, 2 und 9 zurück.
[0091] Die Mehrkanalpipette 1.2 von Fig. 11 und 12 unterscheidet sich von der vorbeschriebenen
dadurch, dass sie eine Zweiknopfbedienung hat. Bei der Zweiknopfbedienung steuert
der Dosierknopf 8 lediglich die Aufnahme und die Abgabe von Flüssigkeit und steuert
ein zusätzlicher Abwurfknopf 90 den Abwerfer 43. Hierfür weist die Mehrkanalpipette
1.2 am oberen Ende einen aus dem Gehäuseoberteil 3 nach oben vorstehenden Abwurfknopf
90 auf, der unten mit einer in Längsrichtung des Gehäuses verlagerbar geführten Abwurfstange
91 verbunden ist. Die Abwurfstange 91 ist ihrerseits unten mit der Abwurfhülse 17
verbunden.
[0092] Eine Abwurffeder 92 greift an der Abwurfstange 91 oder an dem Abwurfknopf 90 und
einem festen Punkt im Gehäuseoberteil 3 an, sodass der Abwurfknopf 90 entgegen der
Wirkung der Abwurffeder 92 eindrückbar ist.
[0093] Die Bedienung dieser Mehrkanalpipette 1.2 unterscheidet sich von der Bedienung der
zuvor beschriebenen Mehrkanalpipette 1.1 lediglich dadurch, dass zum Abwerfen der
Pipettenspitzen 89 der Abwurfknopf 90 eingedrückt werden muss. Hierdurch wird die
Abwurfhülse 17 nach unten verlagert, wodurch die Übertragungselemente 62 des Abwerfers
43 nach unten verlagert werden.
[0094] Nach Entlastung des Abwurfknopfes 90 stellt die Abwurffeder 92 den Abwurfknopf 90
und die Abwurfstange 91 in die obere Ausgangslage zurück. Ferner stellt das zweite
Federelement 82 den Abwerfer 43 im Abgabekopf 4 in die Ausgangslage zurück.
[0095] Der Abwerfer 43.1 von Fig. 13 und 14 unterscheidet sich von dem zuvor beschriebenen
Abwerfer 43 dadurch, dass an dem oberen zweiten Rand 68 des zweiten Abwerferteils
63 ein streifenförmiger Abschnitt 93.1 aus weichelastischem Material angespritzt ist.
Der streifenförmige Abschnitt 93.1 liegt mit seinem oberen Rand am oberen ersten Rand
56 des ersten Abwerferteils 44 an. In dieser Anordnung ist das zweite Abwerferteil
63 von dem in der Öse 57 verschnappten Schnapphaken 70 spielfrei gehalten.
[0096] Der Abwerfer 43.1 ist wie der zuvor beschriebene Abwerfer 43 in die zuvor beschriebene
Mehrkanalpipette 1.1, 1.2 einbaubar. Beim Aufstecken und Abwerfen von Pipettenspitzen
89 auf und von den Zapfen 26 von Pipettenspitzen 89 auf und von den Zapfen 26 wirkt
der Abwerfer 43.1 wie der Abwerfer 43. Beim Abwerfen der Pipettenspitzen auf die Pipettenspitzen
89 wird zunächst der streifenförmige Abschnitt 93.1 in Vertikalrichtung komprimiert,
bis die im streifenförmigen Abschnitt 93.1 wirkende Federkraft hoch genug ist, um
die mittlere Gruppe Pipettenspitzen 89 von den Zapfen 26 abzudrücken. Hierbei wird
der aus starrem Material bestehende untere plattenförmige Abschnitt 94 des zweiten
Abwerferteils 63 mit den Längsnuten 72, 73 an den seitlichen Rändern 74, 75 des ersten
Abwerferteils 44 geführt (entsprechend Fig. 5).
[0097] Der Abwerfer 43.2 von Fig. 14 und 15 unterscheidet sich von dem Abwerfer 43 dadurch,
dass der zweite Abwerferteil 63 einen streifenförmigen Abschnitt 93.2 aus weichelastischem
Material am unteren Rand 64 aufweist. Der streifenförmige Abschnitt 93.2 lässt die
die zweiten Durchgangslöcher 66 frei, sodass die Zapfen 26 durch die zweiten Durchgangslöcher
66 hindurchgeführt werden können. Der streifenförmige Abschnitt 93.2 bildet das zweite
Anschlagelement 65 und zugleich das zweite Kontaktelement. Im Übrigen ist das zweite
Abwerferteil 63 einteilig mit dem ersten Abwerferteil 44 ausgebildet.
[0098] Der Abwerfer 43.2 ist wie der Abwerfer 43 in eine Mehrkanalpipette 1.1, 1.2 einbaubar.
Beim Aufstecken und Abwerfen von Pipettenspitzen 89 auf die Zapfen 26 wirkt der Abwerfer
43.2 wie der Abwerfer 43. Beim Abwerfen wird der streifenförmige Abschnitt 93.2 zunächst
komprimiert, wenn er auf die mittlere Gruppe Pipettenspitzen 86 trifft. Wenn die elastischen
Rückstellkräfte im streifenförmigen Abschnitt 93.2 hinreichend angestiegen sind, drückt
der streifenförmige Abschnitt 93.2 bzw. der zweite Abwerfer 43.1 die mittlere Gruppe
Pipettenspitzen von den Zapfen 26 ab.
Bezugszeichenliste
[0099]
- 1.1, 1.2
- Mehrkanalpipette
- 2
- Pipettenoberteil
- 3
- Gehäuseoberteil (Grundkörper)
- 4
- Pipettenunterteil (Abgabekopf)
- 5
- Gehäuseunterteil (Grundkörper)
- 6
- erste Antriebseinrichtung
- 7
- zweite Antriebseinrichtung
- 8
- Dosierknopf
- 9
- Hubstange
- 10
- Wulst
- 11
- Rückstellfeder
- 12
- oberer Anschlag
- 13
- unterer Anschlag
- 14
- Getriebe
- 15
- Federeinrichtung
- 16
- Übertragungseinrichtung
- 17
- Abwurfhülse
- 18
- Aufnahme
- 19
- Einführöffnung
- 20
- erste Mittel zum lösbaren Verbinden
- 21
- vordere Gehäuseschale
- 22
- hintere Gehäuseschale
- 23
- Kolben-Zylinder-Einrichtung
- 24
- Zylinder
- 25
- Kolben
- 26
- Zapfen
- 27
- Dosierbauteil
- 28
- Verbindungsloch
- 29
- Öffnung
- 30
- umlaufender Vorsprung
- 31
- drittes Durchgangsloch
- 32
- untere Wand
- 33
- viertes Durchgangsloch
- 34
- Stützplatte
- 35
- erstes Federelement
- 36
- Kolbenstange
- 37
- Kolbenteller
- 38
- Kolbentelleraufnahme
- 39
- Traverse
- 40
- Stange
- 41
- Halteelement
- 42
- zweite Mittel zum lösbaren Verbinden
- 43, 43.1, 43.2
- Abwerfer
- 44
- erstes Abwerferteil
- 45,46
- Anschrägung
- 47
- unterer Rand
- 48
- erste Vertiefung
- 49, 50
- erstes Anschlagelement (erster Steg)
- 51, 52
- erstes Durchgangsloch
- 53, 54
- vorderer Rand
- 55
- Führungsschlitz
- 56
- erstes Mitnahmemittel (oberer erster Rand)
- 57
- Öse
- 58
- Ösenöffnung
- 59
- Betätigungselement
- 60
- Nut
- 61
- erstes Widerlager
- 62
- Übertragungselement
- 63
- zweites Abwerferteil
- 64
- unterer Rand
- 65
- zweites Anschlagelement (zweiter Steg)
- 66
- zweites Durchgangsloch
- 67
- vorderer Rand
- 68
- zweites Mitnahmemittel (oberer zweiter Rand)
- 69
- zweite Vertiefung
- 70
- Schnapphaken
- 71
- Spalt
- 72, 73
- Längsnut
- 74, 75
- seitlicher Rand
- 76
- Rippe
- 77
- Rückwand
- 78
- Schlitz
- 79
- obere Wand
- 82
- zweites Federelement
- 83,84
- Seitenwand
- 86
- Rückhalteelement
- 87, 88
- seitliche Vertiefung
- 89
- Pipettenspitze
- 90
- Abwurfknopf
- 91
- Abwurfstange
- 92
- Abwurffeder
- 93.1, 93.2
- streifenförmiger Abschnitt
- 94
- plattenförmiger Abschnitt
1. Mehrkanalpipette mit
● einem Grundkörper (5),
● mehreren in einer Reihe parallel nebeneinander angeordneten, vom Grundkörper (5)
vorstehenden, in ihrer Längsrichtung beweglich am Grundkörper gelagerten Zapfen (26)
zum Aufklemmen von Pipettenspitzen (89),
● mindestens einer Verdrängungseinrichtung (23) mit einer Verdrängungskammer (24)
und einem darin verlagerbaren Verdrängungsorgan (25), wobei die Verdrängungskammer
(23) mit Verbindungslöchern (28) in den Zapfen (26) verbunden ist, um Luft durch Öffnungen
(29) der Verbindungslöcher (28) in unteren Enden der Zapfen (26) auszustoßen oder
einzusaugen,
● eine mit dem Verdrängungsorgan (25) verbundene erste Antriebseinrichtung (6), die
ausgebildet ist, das Verdrängungsorgan (25) in der Verdrängungskammer (24) zu verlagern,
● an den Zapfen (24) und am Grundkörper (5) angreifenden ersten Federelementen (35),
wobei die Zapfen (26) entgegen der Federwirkung der ersten Federelemente (35) aus
einer Ausgangsstellung in ihrer Längsrichtung nach oben verlagerbar sind,
● mindestens einem Anschlagelement (49, 50, 65), das eine definierte Anschlagstellung
hat, in der die Zapfen (26) von dem Anschlagelement (49, 50, 65) nach unten vorstehen,
● wobei die ersten Federelemente (35) so ausgelegt sind, dass die Zapfen (26) von
definierten Aufklemmkräften, die durch Aufklemmen von Pipettenspitzen (89) auf die
Zapfen (26) aufbringbar sind, solchermaßen zu dem Anschlagelement (49, 50, 65) in
der Anschlagstellung hin verlagerbar sind, dass die Pipettenspitzen (89) auf das Anschlagelement
(49, 50, 65) auftreffen, und
● einer Abwurfeinrichtung zum Lösen von Pipettenspitzen (89) von den Zapfen (26),
umfassend einen Abwerfer (43), der Kontaktelemente (49, 50, 65) aufweist, Mittel zum
verschieblichen Lagern (55, 76) des Abwerfers (43) am Grundkörper (5) in Längsrichtung
der Zapfen (26) und eine mit dem Abwerfer (43) verbundene Antriebseinrichtung, die
ausgebildet ist, den Abwerfer aus einer Ausgangsstellung, in der Pipettenspitzen (89)
bis zum Auftreffen auf das Anschlagelement (49, 50, 65) in der Anschlagstellung auf
die Zapfen (26) aufklemmbar sind, in Längsrichtung der Zapfen (26) nach unten zu verlagern,
um mit den Kontaktelementen (49, 50, 65) Pipettenspitzen (89) von den Zapfen (26)
abzudrücken,
● wobei der Abwerfer (43) die Kontaktelemente (49, 50, 65) an verschiedenen Abwerferteilen
(44, 63) aufweist und so ausgebildet ist, dass beim Verlagern des Abwerfers (43) nach
unten zumindest nach dem Auftreffen mindestens eines ersten Kontaktelementes (49,
50) auf Pipettenspitzen (89) mindestens ein zweites Kontaktelement (65) dem ersten
Kontaktelement (49, 50) nacheilt, um zunächst mit dem ersten Kontaktelement (49, 50)
eine oder mehrere Pipettenspitzen (89) und danach mit dem zweiten Kontaktelement (65)
eine oder mehrere Pipettenspitzen (89) von den Zapfen (26) abzudrücken.
2. Mehrkanalpipette nach Anspruch 1, bei der die ersten und zweiten Abwerferteile (44,
63) plattenförmig sind, das erste Kontaktelement (49, 50) mindestens ein horizontal
von dem unteren Rand des ersten Abwerferteils (44) vorstehender erster Steg mit einer
oder mehreren ersten Durchgangslöchern (51, 52) ist, das zweite Kontaktelement (65)
mindestens ein horizontal vom unteren Rand des zweiten Abwerferteils (63) vorstehender
zweiter Steg mit einer oder mehreren zweiten Durchgangslöcher (66) ist und die Zapfen
(26) die ersten und zweiten Durchgangslöcher (51, 52, 66) durchgreifen.
3. Mehrkanalpipette nach Anspruch 1 oder 2, bei der der Abwerfer (43) ein erstes Abwerferteil
(44), das mit der Antriebseinrichtung verbunden ist, und ein zweites Abwerferteil
(63) aufweist, wobei das erste Abwerferteil (43) und das zweite Abwerferteil durch
Mittel zum Führen (72, 73, 74, 75) in Längsrichtung der Zapfen (26) in Bezug aufeinander
verlagerbar geführt sind, das erste Abwerferteil (44) mit dem ersten Kontaktelement
(49, 50) und das zweite Abwerferteil (63) mit dem zweiten Kontaktelement (65) in der
Ausgangsstellung des Abwerfers (43) auf gleicher Höhe angeordnet sind, und erste Mitnahmemittel
(56) am ersten Abwerferteil (44) und zweite Mitnahmemittel (68) am zweiten Abwerferteil
(63) vorhanden sind, die in der Ausgangsstellung des Abwerfers (43) voneinander beabstandet
sind und beim Verlagern des Abwerfers (43) nach unten durch Verlagern des ersten Abwerferteils
(44) und des zweiten Abwerferteils (63) relativ zueinander entlang der Mittel zum
Führen (72, 73, 74, 75) gegeneinander bewegbar sind, um beim Auftreffen der ersten
und zweiten Mitnahmemittel (56, 68) aufeinander das zweiten Abwerferteil (63) gleichlaufend
mit dem ersten Abwerferteil (44) nach unten zu verlagern.
4. Mehrkanalpipette nach Anspruch 3, bei der die Kontaktelemente (49, 50, 65) Anschlagelemente
sind und in der Ausgangsstellung des Abwerfers (43) die Anschlagstellung einnehmen.
5. Mehrkanalpipette nach Anspruch 3 oder 4, bei der der Abstand zwischen den ersten und
zweiten Mitnahmemitteln (56, 68) in der Ausgangsstellung des Abwerfers (43) in vertikaler
Richtung 0,1 bis 3 mm, vorzugsweise 0,5 bis 1,5 mm beträgt.
6. Mehrkanalpipette nach einem der Ansprüche 3 bis 5, bei der das erste Abwerferteil
(44) an seinem unteren Rand eine erste Vertiefung (48) mit ersten Führungselementen
(74, 75) an zwei seitlichen Rändern aufweist, und bei dem der zweite Abwerferteil
(63) in die erste Vertiefung (48) des ersten Abwerferteils (44) eingesetzt ist und
an zweiten Führungselementen (72, 73) an zwei seitlichen Rändern an den ersten Führungselementen
(74, 75) des ersten Abwerferteils (44) in Längsrichtung der Zapfen (26) verlagerbar
geführt ist.
7. Mehrkanalpipette nach Anspruch 6, bei der die ersten Mitnahmemittel (56) vom oberen
Rand der Vertiefung (48) und die zweiten Mitnahmemittel (68) vom oberen Rand des zweiten
Abwerferteils (63) gebildet sind.
8. Mehrkanalpipette nach Anspruch 6 oder 7, bei der das zweite Abwerferteil (63) am ersten
Abwerferteil (44) durch Schnappverbindungsmittel oder andere Verbindungsmittel (57,
70) gehalten ist, die ein Spiel in Längsrichtung der Zapfen (26) aufweisen.
9. Mehrkanalpipette nach Anspruch 8, bei der die Schnappverbindungsmittel eine Öse (57)
an dem ersten Abwerferteil (44) und einen mit Spiel in Längsrichtung der Zapfen (26)
in die Öse (57) eingreifenden Schnapphaken (70) am zweiten Abwerferteil (63) oder
umgekehrt aufweisen.
10. Mehrkanalpipette nach Anspruch 1 oder 2, bei der der Abwerfer (43.1, 43.2) ein starres
erstes Abwerferteil (44) und ein zumindest teilweise starres zweites Abwerferteil
(63) aufweist und das erste Abwerferteil (44) mit dem ersten Kontaktelement (49, 50)
und das zweite Abwerferteil mit dem zweiten Kontaktelement (65) in der Ausgangsstellung
des Abwerfers (43.1, 43.2) auf gleicher Höhe angeordnet sind, sodass beim Auftreffen
der Abwerferteile mit den Kontaktelementen auf die Pipettenspitzen (89) zunächst das
starre erste Abwerferteil (44) Pipettenspitzen von Zapfen abdrückt und das zumindest
teilweise weichelastische zweite Abwerferteil (63) von Pipettenspitzen (89) blockiert
und elastisch zusammengedrückt wird und nach einem Anstieg der Kraft zum Zusammendrücken
des zumindest teilweise weichelastischen zweiten Abwerferteils (63) auf einen die
Kraft zum Abwerfen der am zweiten Kontaktelement (65) anliegenden Pipettenspitze (89)
übersteigenden Wert, die am zweiten Kontaktelement (65) anliegenden Pipettenspitzen
(89) abgeworfen werden.
11. Mehrkanalpipette nach einem der Ansprüche 1 bis 10, bei der die Mittel zum verschieblichen
Lagern (55, 76) des Abwerfers (43) mindestens einen in Längsrichtung der Zapfen (26)
erstreckten Führungsschlitz (55) im Abwerfer (43) und mindestens ein in den Führungsschlitz
(55) eingreifendes, fest mit dem Grundkörper (5) verbundenen Führungselement (76)
aufweisen.
12. Mehrkanalpipette nach einem der Ansprüche 1 bis 11, bei der der Abwerfer (43) oben
ein in Längsrichtung der Zapfen (26) vorstehendes Betätigungselement (59) aufweist.
13. Mehrkanalpipette nach einem der Ansprüche 1 bis 12, bei der der Abwerfer mit den ersten
und zweiten Anschlagelementen (49, 50, 65) oder einem anderen Abwerferteil in seiner
Ausgangsstellung an einem fest am Grundkörper (5) angeordneten Gegenanschlagelement
(32) anliegt, das den Abwerfer an einer Verlagerung weiter nach oben hindert.
14. Mehrkanalpipette nach Anspruch 13, bei der das Gegenanschlagelement (32) eine untere
Wand des Grundkörpers (5) mit dritten Durchgangsöffnungen ist, durch die die Zapfen
(26) hindurch nach unten vorstehen und an der die Anschlagelemente (49, 50, 65) in
der Ausgangsstellung unten anliegen.
15. Mehrkanalpipette nach einem der Ansprüche 1 bis 14, bei der der Abwerfer (43) entgegen
der Federwirkung eines am Abwerfer (43) und am Grundkörper (5) angreifenden zweiten
Federelements (82) nach unten verlagerbar ist.
16. Mehrkanalpipette nach einem der Ansprüche 1 bis 15, bei der die Anzahl der Zapfen
(26), die von dem ersten Anschlagelement (49, 50) vorstehen, gleich groß wie die Anzahl
der Zapfen (26) ist, die von dem zweiten Anschlagelement (65) vorstehen.