(19)
(11) EP 2 735 666 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
28.05.2014  Patentblatt  2014/22

(21) Anmeldenummer: 13193775.7

(22) Anmeldetag:  21.11.2013
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E04F 13/06(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(30) Priorität: 21.11.2012 DE 102012221244

(71) Anmelder: Protektorwerk Florenz Maisch GmbH & Co. KG
76571 Gaggenau (DE)

(72) Erfinder:
  • Studniorz, Thilo
    09306 Rochlitz (DE)
  • Kaufmann, Gerhard
    76476 Bischweier (DE)

(74) Vertreter: Manitz, Finsterwald & Partner GbR 
Martin-Greif-Strasse 1
80336 München
80336 München (DE)

   


(54) Bauprofilsystem


(57) Bauprofilsystem, insbesondere Putzabschluss-, Putzabgrenzungs-, Beplankungs- oder Sockelprofilsystem für die Herstellung exakter Putzabschlüsse, Putzabgrenzungen, Beplankungsabschlüsse oder Sockelkanten unterschiedlicher Dicke, mit einem ein Trägerteil (2) bildenden, lang gestreckten, einheitlichen Profilkörper (1). Der Profilkörper umfasst einen zur Anlage an einem zu verputzenden oder zu beplankenden Wandabschnitt (26) ausgebildeten Anlagebereich (3) und einen gegenüber dem Anlagebereich umgebogenen Profilschenkel (4) mit einer vorderen Kante (6). Weiterhin ist eine Vielzahl von unterschiedlichen Ummantelungen (14, 15, 16, 30, 31, 32) vorgesehen, die jeweils zum Ummanteln zumindest eines Bereichs des Profilschenkels ausgebildet sind. Die Ummantelungen umfassen jeweils einen sich über die vordere Kante des Profilschenkels hinaus bis zu einer vorderen Abschlusskante erstreckenden, verstärkten Abschnitt (22, 23, 34, 35), der zusammen mit dem Profilschenkel einen Kantenabschluss für eine auf das Profil aufzubringende Putzschicht (27, 28, 29) oder Beplankung bildet. Die sich von der vorderen Kante des Profilschenkels bis zur jeweiligen vorderen Abschlusskante erstreckende Abmessung des verstärkten Abschnitts ist für die unterschiedlichen Ummantelungen an die unterschiedlichen Dicken der Putzschicht oder der Beplankung angepasst.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Bauprofilsystem, insbesondere ein Putzabschluss-, Putzabgrenzungs-, Beplankungs- oder Sockelprofilsystem für die Herstellung exakter Putzabschlüsse, Putzabgrenzungen, Beplankungsabschlüsse oder Sockelkanten unterschiedlicher Dicke.

[0002] Zum Herstellen exakter Putzabschlüsse, Putzabgrenzungen, Beplankungsabschlüsse oder Sockelkanten werden üblicherweise Bauprofile an dem zu verputzenden oder zu beplankenden Wandabschnitt befestigt, beispielsweise angemörtelt, festgeschraubt oder verklebt, und anschließend wird eine Putzschicht oder eine Beplankung aufgebracht, deren Dicke der Breite des gegenüber dem Anlagebereich nach vorne umgebogenen Profilschenkels entspricht, so dass dieser einen exakten stirnseitigen Abschluss der Putzschicht bzw. der Beplankung bildet. Die Ummantelung des Profilschenkels erzeugt dabei zum einen eine optisch ansprechende Ausbildung der Stirnseite und schützt zum anderen vor Abrieb und Korrosion.

[0003] Um für unterschiedlich dicke Putzschichten oder Beplankungen solchen exakten Abschlüsse erzeugen zu können, müssen eine Vielzahl von unterschiedlichen Bauprofilen verfügbar sein, bei denen jeweils die umgebogenen Profilschenkel eine unterschiedliche, an die gewünschte Putzdicke oder Beplankung angepasste Breite besitzen. Demzufolge sind sowohl eine Vielzahl von unterschiedlichen Profilkörpern als auch jeweils daran angepasste Ummantelungen erforderlich.

[0004] Nachteilig daran ist, dass eine große Variante von Bauprofilen gelagert werden müssen, was die Kosten für die Lagerhaltung erhöht. Darüber hinaus sind auch die Herstellungskosten erhöht, da eine Vielzahl von unterschiedlichen Profilkörpern bereitgestellt werden müssen.

[0005] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Bauprofilsystem anzugeben dessen Einsatz bei unterschiedlichen Putzdicken oder Beplankungen mit geringeren Kosten verbunden ist.

[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Bauprofilsystem mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

[0007] Erfindungsgemäß sind somit für unterschiedliche Putzschicht- oder Beplankungsdicken nicht jeweils völlig unterschiedlich ausgebildete Bauprofile erforderlich, sondern das die wesentlichen Kosten des Bauprofils verursachende Trägerteil kann in allen Fällen identisch ausgebildet sein, so dass ein Bauprofilsystem mit einem einheitlichen Profilkörper vorliegt. Die Anpassung an die jeweiligen unterschiedlichen Putzschicht- oder Beplankungsdicken erfolgt erfindungsgemäß durch einen entsprechend lang ausgebildeten verstärkten Abschnitt der jeweiligen Ummantelung. Da die Kosten für die Herstellung unterschiedlicher, vorteilhaft aus Kunststoff, Holzwerkstoff oder Verbundwerkstoff bestehenden Ummantelungen wesentlich geringer sind als die Kosten für die Herstellung der bevorzugt aus Metall bestehenden Trägerteile, sind somit die Herstellungskosten insgesamt deutlich verringert. Gleichzeitig werden die Lagerhaltungskosten verringert, da die Ummantelung wesentlich weniger Platz benötigt, als das deutlich größer ausgebildete Trägerteil.

[0008] Um Bauprofile für unterschiedliche Putzschicht- oder Beplankungsdicken zu erzeugen, muss lediglich die der gewünschten Putzschicht- oder Beplankungsdicke entsprechende Ummantelung auf das für alle Putzschicht- oder Beplankungsdicken identisch ausgebildete Trägerteil aufgebracht, beispielsweise aufgeclipst, aufgeschoben oder aufgesetzt werden. Die Anzahl der für unterschiedliche Putzschicht- oder Beplankungsdicken vorzuhaltenden Trägerteile kann mit dem erfindungsgemäßen Bauprofilsystem daher deutlich reduziert werden.

[0009] Nach einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung verläuft die vordere Abschlusskante des verstärkten Abschnitts jeweils parallel zu der vorderen Kante des Profilschenkels. Dadurch kann eine gleichmäßige Putzschicht- oder Beplankungsdicke über die gesamte Länge des jeweiligen Bauprofils erreicht werden.

[0010] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist an der vorderen Abschlusskante des verstärkten Abschnitts jeweils ein parallel zur vorderen Kante des Profilschenkels verlaufender Ansatz ausgebildet. Dieser Ansatz erstreckt sich dabei insbesondere in Richtung der anzubringenden Putzschicht oder Beplankung, wodurch eine saubere Längskante des Putz- oder Beplankungsabschlusses erzeugt wird. Der Ansatz erstreckt sich dabei im Wesentlichen über die gesamte Länge des jeweiligen Bauprofils und bildet beispielsweise eine stabile Abzugskante beim Verputzen.

[0011] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung sind die Breite des jeweiligen verstärkten Abschnitts, d.h. seine Abmessung von der vorderen Kante des Profilschenkels bis zur vorderen Abschlusskante des verstärkten Abschnitts, und seine Dicke, d.h. seine Abmessung senkrecht zu seiner Breite und zu seiner Längserstreckung, großer als die Dicke der Ummantelung in ihrem übrigen Bereich. Dadurch wird eine besonders stabile Ausbildung des verstärkten Abschnitts erreicht. Vorteilhaft nimmt die Dicke des jeweiligen verstärkten Abschnitts in Richtung zu seiner vorderen Abschlusskante zumindest bereichsweise ab. Durch die abnehmende Dicke können die Übergangsbereiche zwischen dem verstärkten Abschnitt und dem übrigen Abschnitt der jeweiligen Ummantelung gleichmäßig ausgebildet werden. Je nach Anwendungsfall ist es jedoch auch möglich, dass die Dicke zumindest bereichsweise zunimmt oder zumindest im Wesentlichen konstant ist.

[0012] Bevorzugt gehen jeweils ein dem Profilschenkel des Profilkörpers abdeckender Teil der Ummantelung und der verstärkte Abschnitt kontinuierlich, insbesondere im Wesentlichen eben ineinander über. Insbesondere bilden dabei jeweils der den Profilschenkel des Profilkörpers abdeckende Teil der Ummantelung und der verstärkte Abschnitt eine ebene Außenseite des Bauprofils. Dadurch wird eine ansprechende Optik der stirnseitigen Abschlussseite erzeugt.

[0013] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung schließt sich an den Profilschenkel ein weiterer umgebogener Bereich des Profilkörpers an. Dieser weitere umgebogene Bereich kann dabei schräg in Richtung zu dem Anlagebereich des Profilkörpers zeigen und insbesondere einer guten Verankerung des Profils innerhalb der Putzschicht oder an bzw. in der Beplankung sowie einer guten Befestigungsmöglichkeit für die Ummantelung dienen. Der weitere umgebogene Bereich kann dabei gegenüber dem Profilschenkel einen Winkel von zwischen ca. 10° und 80°, vorteilhaft von ca. zwischen 20° und 60°, insbesondere von ca. zwischen 30° und 50°, bevorzugt von ca. 35° bis 40° einnehmen.

[0014] Bevorzugt sind die Ummantelungen zum Umgreifen des freien Endes des weiteren umgebogenen Bereichs ausgebildet. Bei auf das freie Ende des weiteren umgebogenen Bereichs aufgesetzter Ummantelung wird durch dieses Umgreifen eine sichere Verbindung der Ummantelung an dem Profilkörper gewährleistet, da durch das Umgreifen eine Hinterschneidung zwischen der Ummantelung und dem Profilkörper erzeugt wird.

[0015] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung gehen jeweils ein den weiteren umgebogenen Bereich des Profilkörpers abdeckender Teil der Ummantelung und der verstärkte Abschnitt kontinuierlich, insbesondere im Wesentlichen eben ineinander über. Dadurch ist die der Putzschicht bzw. der Beplankung zugewandten Oberfläche der Ummantelung gleichmäßig ausgebildet.

[0016] Bevorzugt ist der Profilschenkel um ca. 90° gegenüber dem Anlagebereich umgebogen. Grundsätzlich sind auch andere Winkel denkbar. Vorteilhaft ist, wenn der Profilschenkel ca. einen Winkel von 90° gegenüber dem zu verputzenden oder zu beplankenden Wandabschnitt einnimmt, da in diesem Fall die die Putzschicht bzw. die Beplankung abschließende Stirnseite senkrecht zu dem Wandabschnitt verläuft.

[0017] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung verläuft der verstärkte Abschnitt jeweils schräg gegenüber dem Profilschenkel. Dies ist insbesondere bei Sockelprofilen sinnvoll, da in diesem Fall der schräg verlaufende verstärkte Abschnitt eine vordere Abtropfkante für das Sockelprofil bildet. Bei senkrecht angebrachten Profilen ist hingegen eine Anordnung des verstärkten Abschnitts als Verlängerung des im Wesentlichen senkrecht zu dem Wandabschnitt bzw. zu dem Anlagebereich verlaufenden Profilschenkels vorteilhaft. Grundsätzlich ist die Anordnung der erfindungsgemäßen Bauprofile horizontal, vertikal oder schräg möglich. Insbesondere bei vertikaler Anordnung ist beispielsweise die Erzeugung einer Schattenfuge möglich.

[0018] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Oberfläche des zum Kontakt mit der Putzschicht oder der Beplankung vorgesehenen Bereichs der Ummantelungen jeweils zumindest bereichsweise angeraut. Dadurch wird eine bessere Verbindung mit der Putzschicht oder der Beplankung erzielt.

[0019] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist an der Außenseite der Ummantelungen jeweils eine Abtropfkante ausgebildet. Dies ist insbesondere bei einem Sockelprofil vorteilhaft. Dabei kann die Abtropfkante durch die Vorderkante des verstärkten Bereiches und alternativ oder zusätzlich eine separate, an der Außenseite der Ummantelung ausgebildete Abtropfkante vorgesehen sein.

[0020] Bevorzugt sind die Ummantelungen aus Kunststoff, insbesondere aus PVC, aus Holzwerkstoff oder aus Verbundwerkstoff ausgebildet. Grundsätzlich ist auch die Verwendung eines sonstigen geeigneten Kunststoffs denkbar. Der Profilkörper kann aus Metall, insbesondere aus verzinktem Stahlblech, aus Kunststoff, insbesondere aus PVC, aus Holzwerkstoff oder aus Verbundwerkstoff bestehen. Auch sonstige, insbesondere korrosionsgeschützte Wertstoffe oder Metalle können für die Herstellung des Profilkörpers verwendet werden.

[0021] Weitere vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

[0022] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher beschrieben; in diesen zeigen:
Fig. 1
einen ein Trägerteil bildenden Profilkörper eines erfindungsgemäß ausgebildeten Bauprofilsystems,
Fig. 2a bis c
drei unterschiedliche Ummantelungen für das Trägerteil nach Fig. 1 zur Bildung eines erfindungsgemäßen Bauprofilsystems,
Fig. 3a bis c
drei weitere unterschiedliche Ummantelungen für das Trägerteil nach Fig. 1 zur Bildung eines weiteren erfindungsgemäßen Bauprofilsystems,
Fig. 4a bis c
drei unterschiedliche Putzabschlussprofile eines erfindungsgemäßen Bauprofilsystems unter Verwendung des Trägerprofils nach Fig. 1 und der Ummantelungen nach Fig. 2a bis c,
Fig. 5
eine perspektivische Darstellung des Putzabschlussprofils nach Fig. 4c und
Fig. 6a bis c
drei unterschiedliche Sockelprofile eines erfindungsgemäßen Bauprofilsystems unter Verwendung des Trägerprofils nach Fig. 1 und der Ummantelungen nach Fig. 3a bis c.


[0023] Fig. 1 zeigt einen Profilkörper 1, der ein Trägerteil 2 eines erfindungsgemäß ausgebildeten Putzabschluss- oder Sockelprofilsystems bildet. Der Profilkörper 1 besitzt einen lang gestreckten Aufbau, der sich senkrecht zu der in Fig. 1 dargestellten Zeichnungsebene erstreckt. Weiterhin umfasst der Profilkörper 1 einen zur Anlage an einen zu verputzenden Wandabschnitt ausgebildeten Anlagebereich 3 sowie einen gegenüber dem Anlagebereich 3 um 90° umgebogenen, von dem Wandabschnitt wegzeigenden Profilschenkel 4. An den Profilschenkel 4 schließt sich ein weiterer umgebogener Bereich 5 des Profilkörpers an, der schräg in Richtung zu dem Anlagebereich 3 hin weisend umgebogen ist, so dass im Übergangsbereich zwischen dem Profilschenkel 4 und dem weiteren umgebogenen Bereich 5 eine vordere Kante 6 des Profilschenkels 4 gebildet wird.

[0024] Der Anlagebereich 3 besitzt ausgehend von dem Profilschenkel 4 einen senkrecht zum Profilschenkel 4 verlaufenden Kontaktbereich 7, an den sich eine nutförmige Vertiefung 8, ein vorgewölbter Hauptbereich 9, ein weiterer Kontaktbereich 10 sowie eine Endumbiegung 11 anschließen. Insbesondere im vorgewölbten Hauptbereich 9 sind Öffnungen 12 (siehe Fig. 5) sowie gegebenenfalls Verstärkungen, beispielsweise in Form von Verstärkungssicken, ausgebildet, die in Fig. 1 durch schwarze Bereiche 13 angedeutet sind.

[0025] Fig. 2a bis c zeigen Querschnitte von jeweils drei unterschiedlich ausgebildeten, bevorzugt aus Kunststoff bestehende Ummantelungen 14, 15, 16, die zusammen mit dem Profilkörper 1 nach Fig. 1 beispielsweise Putzabschlussprofile eines Putzabschlussprofilsystems für unterschiedlich dicke Putzschichten bilden können. Die Ummantelungen 14, 15, 16 sowie alle weiteren in dieser Anmeldung beschriebenen Ummantelungen besitzen dabei einen lang gestreckten Aufbau, der sich jeweils in einer Richtung senkrecht zu der Zeichnungsebene erstreckt.

[0026] Jede der Ummantelungen 14 bis 16 umfasst einen an die Außenkontur des unteren Teils des Profilkörpers 1 ausgebildeten Basisabschnitt 17, der jeweils identisch ausgebildet ist. Der Basisabschnitt 17 besitzt ein erstes freies Ende 18, das zum Einsetzen in die nutförmige Vertiefung 8 des Profilkörpers 1 ausgebildet ist, wie es in den Fig. 4a bis c zu erkennen ist. Ausgehend von dem ersten freien Ende 18 erstreckt sich das auf das Trägerteil 2 aufgesetzte Basisteil 17 entlang der Außenseite des Kontaktbereichs 7, des Profilschenkels 4 sowie des weiteren umgebogenen Bereichs 5 herum bis es mit einem an einem zweiten freien Ende 19 ausgebildeten, lang gestreckten Ansatz 20 das freie Ende 21 des weiteren umgebogenen Bereichs 5 umgreift. Wie insbesondere aus den Fig. 4a bis c zu erkennen ist, werden somit die Ummantelungen 14 bis 16 nach Aufsetzen auf den unteren Bereich des Profilkörpers 1 formschlüssig mit diesem verbunden. Dabei ist der zu dem zweiten freien Ende 19 schräg zurück gebogene Teil des Basisabschnitts 17 der Ummantelungen 14 bis 16 in einem Winkel gegenüber dem an dem Profilschenkel 4 anliegenden Bereich 37 umgebogen, der kleiner ist als der Winkel zwischen dem Profilschenkel 4 und dem weiteren umgebogenen Bereich 5 des Profilkörpers 1, so dass die Ummantelungen 14 bis 16 unter Vorspannung an dem Profilkörper 1 anliegen.

[0027] Im Gegensatz zu der Ummantelung 14 nach Fig. 2a ist an den Ummantelungen 15, 16 gemäß den Fig. 2b und c jeweils ein verstärkter Abschnitt 22, 23 ausgebildet, der insbesondere einstückig mit dem Basisabschnitt 17 ausgebildet ist.

[0028] Die verstärkten Abschnitte 22, 23 besitzen jeweils eine vordere Abschlusskante 24, jedoch unterschiedliche Breiten, wie es aus den Fig. 2b und c erkennbar ist. Im Bereich der vorderen Abschlusskante 24 ist jeweils ein parallel zu der vorderen Abschlusskante 24 verlaufender lang gestreckter Ansatz 25 ausgebildet, durch die eine stabile Abzugskante für das Putzabschlussprofil gebildet wird.

[0029] Die Verwendung der Ummantelungen 14 bis 16 zusammen mit einem Profilkörper 1 ist in den Fig. 4a bis c dargestellt. In den Fig. 4a bis c ist jeweils ein Wandabschnitt 26 zu erkennen, der mit einer Putzschicht 27, 28, 29 versehen ist. Die Putzschichten 27, 28, 29 besitzen dabei unterschiedliche Dicken, wie es aus den Fig. 4a bis c zu erkennen ist.

[0030] Zur Bildung eines exakten Putzabschlusses wird vor dem Anbringen der Putzschichten 27, 28, 29 jeweils ein Trägerteil 2 mit darauf aufgesetzter Ummantelung 14, 15, 16 an dem Wandabschnitt 26 vorzugsweise mit Ansatzbatzen befestigt, woraufhin anschließend jeweils die Putzschicht 27, 28, 29 in üblicher Weise aufgebracht wird. Wie aus den Fig. 4a bis 4c zu erkennen ist, sind dabei abhängig von der jeweiligen Dicke der Putzschichten 27, 28, 29 entsprechend unterschiedliche Ummantelungen 14, 15, 16 des Putzabschlussprofilsystems verwendet, wobei jeweils die Gesamtquerschnittsbreite der gewählten Ummantelung 14, 15, 16 der Dicke der zu erzeugenden Putzschicht 27, 28, 29 entspricht.

[0031] Weiterhin ist aus den Fig. 4a bis 4c zu erkennen, dass bei allen drei unterschiedlichen Putzschichten 27, 28, 29 durch das jeweilige Putzabschlussprofil des erfindungsgemäßen Putzabschlussprofilsystems ein glatter und sauberer Putzabschluss erreicht wird. Durch die Öffnungen 12 in dem Profilkörper 1 sowie durch die Endumbiegung 11 und den weiteren umgebogenen Bereich 5 des Profilkörpers 1 werden eine gute Durchdringung und entsprechende Hinterschneidungen zwischen dem Metallprofil 1 und dem Putzmaterial erzeugt, so dass eine gute Verbindung zwischen der Putzschicht 27, 28, 29 und dem Putzabschlussprofil erreicht wird. Die Oberfläche des mit der Putzschicht 27, 28, 29 in Kontakt tretende Bereichs 38 der Ummantelung 14, 15, 16 kann dabei angeraut ausgebildet sein, um eine bessere Haftung des Putzmaterial zu gewährleisten.

[0032] Die Fig. 3a bis c zeigen Ummantelungen 30, 31, 32, die den Ummantelungen 14 bis 16 entsprechen, jedoch spezielle Abänderungen zum Einsatz bei einem Sockelprofil umfassen. Diese Änderungen bestehen zum einen darin, dass die Ummantelungen 30 bis 32 an ihrer Unterseite jeweils eine schräg nach unten zeigende, lang gestreckte Abtropfkante 33 umfassen, durch die an der Unterseite der Ummantelungen 30, 31, 32 in Richtung zum Wandabschnitt 26 fließende Flüssigkeiten aufgehalten und zum Abtropfen gebracht werden.

[0033] Weiterhin umfassen die Ummantelungen 31, 32 verstärkte Abschnitte 34, 35, die gegenüber dem an dem Profilschenkel 4 anliegenden Bereich 37 schräg nach unten verlaufen. Alle übrigen Elemente der Ummantelungen 30, 31, 32 sind entsprechend den Ummantelungen 14, 15, 16 ausgebildet.

[0034] Durch die schräge Anordnung der verstärkten Abschnitte 34, 35 bildet die jeweilige vordere Abschlusskante 24 eine zusätzliche Abtropfkante 36, wie es insbesondere aus den Fig. 6b und 6c zu erkennen ist.

[0035] Aus den Fig. 6a bis c ist zu erkennen, dass die Ummantelungen 30, 31, 32 jeweils zusammen mit dem Profilkörper 1 ein Sockelprofil eines erfindungsgemäßen Sockelprofilsystems bilden, durch das eine exakte Sockelkante einer Putzschicht 27, 28, 29 gebildet wird. Auch in den Fig. 6a bis c sind wieder drei unterschiedlich dicke Putzschichten 27, 28, 29 dargestellt, die zum Erzeugen einer exakten Sockelkante mit einem Sockelprofil versehen sind, die aus dem bereits beschriebenen Profilkörper 1 sowie den Ummantelungen 30, 31, 32 besteht. Das Sockelprofil wird im Gegensatz zu dem Putzabschlussprofil gemäß Fig. 4a bis 4c horizontal an dem Wandabschnitt 26 angebracht, um eine horizontale Sockelkante zu erzeugen. Abgesehen von dieser Ausrichtung erfolgt die Befestigung und Verwendung der erfindungsgemäßen Sockelprofile identisch zu der bereits beschriebenen Befestigung und Verwendung der Putzabschlussprofile des erfindungsgemäßen Putzabschlussprofilsystems.

[0036] Während das erfindungsgemäße Bauprofil unter Bezugnahme auf die Figuren beispielhaft anhand von Putzabschluss- und Sockelprofilen beschrieben wurde, ist in entsprechender Weise auch die Verwendung als Putzabgrenzungsprofil oder als Beplankungsprofil, beispielsweise im Trockenbau, bei Fassaden oder in ähnlichen Einsatzgebieten, möglich. Weiterhin sind in den Figuren die Ummantelungen jeweils als Vollmaterial, d.h. massiv ausgebildet. Die Ummantelungen können jedoch insbesondere in ihrem verstärkten Abschnitt auch aus einem Hohlkammermaterial ausgebildet sein.

Bezugszeichenliste



[0037] 
1
Profilkörper
2
Trägerteil
3
Anlagebereich
4
Profilschenkel
5
weiterer umgebogener Bereich
6
vordere Kante
7
Kontaktbereich
8
nutförmige Vertiefung
9
vorgewölbter Hauptbereich
10
weiterer Kontaktbereich
11
Endumbiegung
12
Öffnungen
13
schwarze Bereiche
14
Ummantelung
15
Ummantelung
16
Ummantelung
17
Basisabschnitt
18
erstes freies Ende des Basisabschnitts
19
zweites freies Ende des Basisabschnitts
20
lang gestreckter Ansatz
21
freies Ende des weiteren umgebogenen Bereichs
22
verstärkter Abschnitt
23
verstärkter Abschnitt
24
vordere Abschlusskante
25
Ansatz
26
Wandabschnitt
27
Putzschicht
28
Putzschicht
29
Putzschicht
30
Ummantelung
31
Ummantelung
32
Ummantelung
33
Abtropfkante
34
verstärkter Abschnitt
35
verstärkter Abschnitt
36
zusätzliche Abtropfkante
37
Bereich der Ummantelung
38
angerauter Bereich



Ansprüche

1. Bauprofilsystem, insbesondere Putzabschluss-, Putzabgrenzungs-, Beplankungs- oder Sockelprofilsystem für die Herstellung exakter Putzabschlüsse, Putzabgrenzungen, Beplankungsabschlüsse oder Sockelkanten unterschiedlicher Dicke, mit einem ein Trägerteil (2) bildenden, lang gestreckten, einheitlichen Profilkörper (1), der einen zur Anlage an einen zu verputzenden oder zu beplankenden Wandabschnitt (26) ausgebildeten Anlagebereich (3) und einen gegenüber dem Anlagebereich (3) umgebogenen Profilschenkel (4) mit einer vorderen Kante (6) umfasst, und mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Ummantelungen (14, 15, 16, 30, 31, 32), die jeweils zum Ummanteln zumindest eines Bereichs des Profilschenkels (4) ausgebildet sind, wobei die Ummantelungen (14, 15, 16, 30, 31, 32) jeweils einen sich über die vordere Kante (6) des Profilschenkels (4) hinaus bis zu einer vorderen Abschlusskante (24) erstreckenden, verstärkten Abschnitt (22, 23, 34, 35) umfassen, der zusammen mit dem Profilschenkel (4) einen Kantenabschluss für eine auf das Bauprofil aufzubringende Putzschicht (27, 28, 29) oder Beplankung bildet, wobei die sich von der vorderen Kante (6) des Profilschenkels (4) bis zur jeweiligen vorderen Abschlusskante (24) erstreckende Abmessung des verstärkten Abschnitts (22, 23, 34, 35) für die unterschiedlichen Ummantelungen an die unterschiedlichen Dicken der Putzschicht (27, 28, 29) oder der Beplankung angepasst ist.
 
2. Profilsystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die vordere Abschlusskante (24) des verstärkten Abschnitts (22, 23, 34, 35) jeweils parallel zu der vorderen Kante (6) des Profilschenkels (4) verläuft.
 
3. Profilsystem nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass an der vorderen Abschlusskante (24) des verstärkten Abschnitts (22, 23, 34, 35) jeweils ein parallel zur vorderen Kante (6) des Profilschenkels (4) verlaufender Ansatz (25) ausgebildet ist.
 
4. Profilsystem nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich der Ansatz (25) im Wesentlichen über die gesamte Länge des jeweiligen Bauprofils erstreckt.
 
5. Profilsystem nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Breite des jeweiligen verstärkten Abschnittes (22, 23, 34, 35), d.h. seine Abmessung von der vorderen Kante (6) des Profilschenkels (4) bis zur vorderen Abschlusskante (24) des verstärkten Abschnitts (22, 23, 34, 35), und seine Dicke, d.h. seine Abmessung senkrecht zu seiner Breite und zu seiner Längserstreckung, größer sind als die Dicke der Ummantelung (14, 15, 16, 30, 31, 32) in ihrem übrigen Bereich.
 
6. Profilsystem nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Dicke des jeweiligen verstärkten Abschnitts (22, 23, 34, 35) in Richtung zu seiner vorderen Abschlusskante (24) zumindest bereichsweise abnimmt, zunimmt oder zumindest im Wesentlichen konstant ist.
 
7. Profilsystem nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass jeweils ein den Profilschenkel (4) des Profilkörpers (1) abdeckender Bereich (37) der Ummantelung (14, 15, 16, 30, 31, 32) und der verstärkte Abschnitt (22, 23) kontinuierlich, insbesondere im Wesentlichen eben ineinander übergehen.
 
8. Profilsystem nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass jeweils der den Profilschenkel (4) des Profilkörpers (1) abdeckende Bereich (37) der Ummantelung (14, 15, 16, 30, 31, 32) und der verstärkte Abschnitt (22, 23) eine ebene Außenseite des Bauprofils bilden.
 
9. Profilsystem nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich an den Profilschenkel (4) ein weiterer umgebogener Bereich (5) des Profilkörpers (1) anschließt.
 
10. Profilsystem nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ummantelungen (14, 15, 16, 30, 31, 32) jeweils zum Umgreifen des freien Endes (21) des weiteren umgebogenen Bereichs (5) ausgebildet sind.
 
11. Profilsystem nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass jeweils ein den weiteren umgebogenen Bereich (5) des Profilkörpers (1) abdeckender Teil der Ummantelung (14, 15, 16, 30, 31, 32) und der verstärkte Abschnitt (34, 35) kontinuierlich, insbesondere im Wesentlichen eben ineinander übergehen.
 
12. Profilsystem nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Profilschenkel (4) um ca. 90° gegenüber dem Anlagebereich (3) umgebogen ist
und/oder
dass der verstärkte Abschnitt (34, 35) jeweils schräg gegenüber dem Profilschenkel (4) verläuft.
 
13. Profilsystem nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Oberfläche des zum Kontakt mit der Putzschicht (27, 28, 29) oder der Beplankung vorgesehenen Bereichs (38) der Ummantelungen (14, 15, 16, 30, 31, 32) jeweils zumindest bereichsweise angeraut ist.
 
14. Profilsystem nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass an der Außenseite der Ummantelungen (30, 31, 32) jeweils eine Abtropfkante (33) ausgebildet ist.
 
15. Profilsystem nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ummantelungen (14, 15, 16, 30, 31, 32) aus Kunststoff,
insbesondere aus PVC, aus Holzwerkstoff oder aus Verbundwerkstoff bestehen
und/oder
dass der Profilkörper (1) aus Metall, insbesondere aus verzinktem Stahlblech, aus Kunststoff, insbesondere aus PVC, aus Holzwerkstoff oder aus Verbundwerkstoff besteht.
 




Zeichnung