[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Wasch- beziehungsweise Reinigungsverfahren
unter Einsatz aus bestimmten organischen Mediatorverbindungen erzeugter bleichaktiver
Spezies.
[0002] Anorganische Persauerstoffverbindungen, insbesondere Wasserstoffperoxid und feste
Persauerstoffverbindungen, die sich in Wasser unter Freisetzung von Wasserstoffperoxid
lösen, wie Natriumperborat und Natriumcarbonat-Perhydrat, werden seit langem als Oxidationsmittel
zu Desinfektions- und Bleichzwecken verwendet. Die Oxidationswirkung dieser Substanzen
hängt in verdünnten Lösungen stark von der Temperatur ab; so erzielt man beispielsweise
mit H
2O
2 oder Perborat in alkalischen Bleichflotten erst bei Temperaturen oberhalb von etwa
80 °C eine ausreichend schnelle Bleiche verschmutzter Textilien. Bei niedrigeren Temperaturen
kann die Oxidationswirkung der anorganischen Persauerstoffverbindungen durch Zusatz
sogenannter Bleichaktivatoren verbessert werden, die in der Lage sind, unter den angesprochenen
Perhydrolysebedingungen Peroxocarbonsäuren zu liefern und für die zahlreiche Vorschläge,
vor allem aus den Stoffklassen der N- oder O-Acylverbindungen, beispielsweise reaktive
Ester, mehrfach acylierte Alkylendiamine, insbesondere N,N,N',N'-Tetraacetylethylendiamin
(TAED), acylierte Glykolurile, insbesondere Tetraacetylglykoluril, N-acylierte Hydantoine,
Hydrazide, Triazole, Hydrotriazine, Urazole, Diketopiperazine, Sulfurylamide und Cyanurate,
außerdem Carbonsäureanhydride, insbesondere Phthalsäureanhydrid, Carbonsäureester,
insbesondere Natrium-nonanoyloxy-benzolsulfonat (NOBS), Natriumisononanoyloxy-benzolsulfonat,
O-acylierte Zuckerderivate, wie Pentaacetylglukose, und N-acylierte Lactame, wie N-Benzoylcaprolactam,
in der Literatur bekannt geworden sind. Durch Zusatz dieser Substanzen kann die Bleichwirkung
wässriger Peroxidflotten so weit gesteigert werden, dass bereits bei Temperaturen
um 60 °C im wesentlichen die gleichen Wirkungen wie mit der Peroxidflotte allein bei
95 °C eintreten.
[0003] Im Bemühen um energiesparende Wasch- und Bleichverfahren gewinnen in den letzten
Jahren zudem Anwendungstemperaturen noch deutlich unterhalb 60 °C, insbesondere unterhalb
45 °C bis herunter zur Kaltwassertemperatur an Bedeutung.
[0004] Bei diesen niedrigen Temperaturen läßt die Wirkung der bisher bekannten Aktivatorverbindungen
in der Regel erkennbar nach. Es hat deshalb nicht an Bestrebungen gefehlt, für diesen
Temperaturbereich wirksamere Aktivatoren zu entwickeln. Verschiedentlich ist auch
der Einsatz von Übergangsmetallverbindungen, insbesondere Übergangsmetallkomplexen,
zur Steigerung der Oxidationskraft von Persauerstoffverbindungen oder auch Luftsauerstoff
in Wasch- und Reinigungsmitteln vorgeschlagen worden. Zu den für diesen Zweck vorgeschlagenen
Übergangsmetallverbindungen gehören beispielsweise Mangan-, Eisen-, Cobalt-, Ruthenium-
oder Molybdän-Salenkomplexe, Mangan-, Eisen-, Cobalt-, Ruthenium- oder Molybdän-Carbonylkomplexe,
Mangan-, Eisen-, Cobalt-, Ruthenium-, Molybdän-, Titan-, Vanadium- und Kupfer-Komplexe
mit stickstoffhaltigen Tripod-Liganden, und Mangan-Komplexe mit Polyazacycloalkan-Liganden,
wie TACN. Ein Nachteil derartiger Metallkomplexe besteht jedoch darin, dass sie entweder,
insbesondere bei niedriger Temperatur, teilweise keine ausreichende Bleichleistung
besitzen oder aber bei ausreichender Bleichleistung es zu einer unerwünschten Schädigung
der Farben des zu waschenden beziehungsweise zu reinigenden Materials und gegebenenfalls
sogar des Materials selbst, zum Beispiel der Textilfasern, kommen kann.
[0005] Aus der internationalen Patentanmeldung
WO 2009/106406 A1 ist ein Verfahren zur Entfernung von Flecken von Textilien mit Hilfe von bleichenden
Spezies bekannt, die durch Hydrolyse von üblichen Bleichmitteln wie Hypochlorit und
H
2O
2 oder durch Elektrolyse reduzierender Zucker entstehen. In
Electrochimica Acta 47 (2001) 799-805 wird das Violursäure-vermittelte elektrochemische Bleichen von Pulpen für die Textilherstellung
untersucht. Aus der Patentanmeldung
DE 198 43 571 A1 ist ein Verfahren zum Bleichen von Indigo-gefärbten Jeansstoffen unter Verwendung
von elektrochemisch oxidierten organischen Substanzen, darunter Violursäure, bekannt.
[0006] Überraschenderweise wurde nun gefunden, dass aus organischen Mediatorverbindungen
mittels Elektrolyse bleichaktive Spezies erzeugt werden können, die eine ausgezeichnete
bleichverstärkende Wirkung aufweisen und die Reinigungsleistung von Wasch- und Reinigungsmitteln
insbesondere gegenüber bleichbaren Anschmutzungen verstärken.
[0007] Ein Gegenstand der Erfindung ist demgemäß ein Verfahren zum Waschen von Textilien
oder zum Reinigen harter Oberflächen, insbesondere zum maschinellen Reinigen von Geschirr,
unter Einsatz einer elektrolytisch durch eine Redox-Reaktion aus einer organischen
Mediatorverbindung erzeugten bleichaktiven Spezies, dadurch gekennzeichnet, dass die
Mediatorverbindung bei der Herstellung der bleichaktiven Spezies ein Elektron abgibt,
wobei die organische Mediatorverbindung eine gegebenenfalls Heteroatome enthaltene
aliphatische, cycloaliphatische, aromatische oder araliphatische Verbindung ist, die
eine Gruppe N-OH, N-OR ein Nitroxylradikal N-O und/oder eine Gruppe N-O
- mit einem Gegenkation M
+ oder ½ M
2+, wobei R eine Alkylgruppe mit insbesondere 1 bis 4 C-Atomen und M Wasserstoff, ein
Alkalimetall oder ein Erdalkalimetall ist, aufweist und insbesondere eine Hydroxamsäure
wie N-Hvdroxvphthalimid, ein N-Hydroxyheteroaromat wie 1-Hydroxyindol, 1-Hydroxybenzimidazol
und 1-Hydroxybenzotriazol, ein Radikal einer sterisch gehinderten N-Hydroxyverbindung
wie (2,2,6,6-Tetramethylpiperidin-1-yl)oxyl, und ein Oximidoketon wie Violursäure
und N,N'-Dimethylviolursäure ist, und wobei die Mediatorverbindung enthaltene Flotte
kontinuierlich oder ein- oder mehrmals für bestimmter Zeiträume, insbesondere 10 Minuten,
20 Minuten, 30 Minuten, 40 Minuten, 50 Minuten oder 60 Minuten, elektrolysiert wird.
[0008] Die Herstellung der bleichaktiven Spezies kann auf einfache Weise dadurch erfolgen,
dass man ein wässriges System, welche die Mediatorverbindung enthält, einer zwischen
mindestens zwei Elektroden anliegenden elektrischen Potentialdifferenz unterwirft,
so dass die Mediatorverbindung ein Elektron abgibt. Ohne an diese Theorie gebunden
sein zu wollen ist vorstellbar, dass die so erzeugte radikalische Spezies mit der
wässrigen Flotte zum Schmutz gelangt und ein Elektron der Anschmutzung entzieht und
dadurch letztendlich aus der Anschmutzung ein weniger gefärbtes und/oder besser wasserlösliches
und/oder -dispergierbares Material entsteht. Vorzugsweise beträgt die Potentialdifferenz
0,2 V bis 5 V, insbesondere 1 V bis 3 V. Vorzugsweise bildet sich die Mediatorverbindung
aus der bleichaktiven Spezies durch Reaktion mit der Anschmutzung zurück, so dass
ein reversibles Redox-System vorliegt. Es ist möglich, die die Mediatorverbindung
enthaltene Flotte kontinuierlich oder ein- oder mehrmals für bestimmter Zeiträume,
zum Beispiel 10 Minuten, 20 Minuten, 30 Minuten, 40 Minuten, 50 Minuten oder 60 Minuten,
zu elektrolysieren. Auch ist die Erzeugung der bleichaktiven Spezies dadurch möglich,
dass die Mediatorverbindung, insbesondere bei Verwendung einer üblichen Einspülvorrichtung,
vor dem Einlass in die Kammer einer Wasch- oder Geschirrspülmaschine eine Elektrolysevorrichtung
passiert, insbesondere in wässriger Lösung oder Aufschlämmung eine Elektrolysezelle
durchströmt, die in der Zulaufleitung innerhalb oder außerhalb der Maschine angebracht
sein kann. Alternativ ist möglich, zu Beginn des Verfahrens andere Wirkstoffe, zum
Beispiel Enzyme, unbeeinflußt ihre Leistung erbringen zu lassen, und erst später durch
Einschalten der Elektrolysevorrichtung die bleichende Wirkung zu starten.
[0009] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird die Elektrolysevorrichtung
innerhalb einer Wasch- oder Geschirrspülmaschine im gefluteten Bereich des Wasch-
oder Reinigungsraums, bei einer Trommelwaschmaschine vorzugsweise außerhalb der Waschtrommel,
eingebaut. Die Vorrichtung kann ein fest eingebauter Bestandteil der Wasch- oder Geschirrspülmaschine
oder ein separates Bauteil sein. Die insbesondere als Elektrolysezelle ausgebildete
Elektrolysevorrichtung ist in einer weiteren Ausführungsform der Erfindung als von
einer Wasch- oder Geschirrspülmaschine getrennte separate Vorrichtung ausgebildet,
die mit einer eigenen Stromquelle, zum Beispiel einer Batterie, betrieben wird (e-bleach-ball).
Eine weitere erfindungsgemäße Ausführungsform besteht darin, die Elektrolysevorrichtung
in einen zusätzlichen Wasserkreislauf innerhalb der Maschine zu integrieren. Bei allen
Ausführungsformen ist wichtig, dass die Elektroden der Elektrolysevorrichtung mit
dem Elektrolyten (der Wasch- oder Reinigungsflotte, oder dem zugeführten Brauchwasser),
der die organische Mediatorverbindung enthält, in Kontakt treten können, zum Beispiel
wenn sich der e-bleach-ball während des Waschvorganges in der Waschtrommel einer Waschmaschine
befindet.
[0010] Dabei ist besonders vorteilhaft, dass durch die Regelung der Stromstärke die Aktivität
der Bleiche, gewünschtenfalls in Abhängigkeit von Verschmutzungsgrad oder Gewebe,
einfach modifiziert werden kann. Bei Textilwaschverfahren kommt es zu keinen Schädigungen
des so behandelten Textils, die über das beim Einsatz marktüblicher Mittel auftretende
Maß hinausgehen.
[0011] Im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens ist bevorzugt, wenn die Konzentration
der Mediatorverbindung in der wässrigen Wasch- oder Reinigungsflotte 0,05 mmol/l bis
5 mmol/l, insbesondere 0,1 mmol/l bis 2 mmol/l beträgt. Das erfindungsgemäße Verfahren
wird vorzugsweise bei Temperaturen im Bereich von 10 °C bis 95 °C, insbesondere 20
°C bis 40 °C durchgeführt. Das erfindungsgemäße Verfahren wird vorzugsweise bei pH-Werten
im Bereich von pH 2 bis pH 12, insbesondere von pH 4 bis pH 11 durchgeführt.
[0012] Das erfindungsgemäße Verfahren kann besonders einfach durch den Einsatz eines Wasch-
oder Reinigungsmittels, das die Mediatorverbindung enthält, realisiert werden. Waschmittel
zur Reinigung von Textilien und Mittel zur Reinigung harter Oberflächen, insbesondere
Geschirrspülmittel und unter diesen vorzugsweise solche für den maschinellen Einsatz,
die 0,1 Gew.-% bis 10 Gew.-% einer organischen Mediatorverbindung, die mittels Elektrolyse
durch eine Redox-Reaktion in eine bleichaktive Spezies umgewandelt werden kann und
bei der Herstellung der bleichaktiven Spezies ein Elektron abgibt, neben üblichen
damit verträglichen Inhaltsstoffen, insbesondere einem Tensid, enthalten, sind daher
weitere Gegenstände der Erfindung. Obgleich der erfindungsgemäße Erfolg sich bereits
durch die elektrolytische Erzeugung der bleichaktiven Spezies einstellt, kann ein
erfindungsgemäß eingesetztes Mittel zusätzlich auch insbesondere persauerstoffhaltiges
Bleichmittel enthalten. Von besonderem Vorteil ist jedoch, dass sowohl auf Bleichmittel
wie auch auf konventionellen Bleichaktivator verzichtet werden kann, so dass im Ergebnis
eine geringere Menge an Waschbeziehungsweise Reinigungsmittel pro Waschbeziehungsweise
Reinigungsgang eingesetzt werden muss. Ein erfindungsgemäß eingesetztes Mittel ist
daher in einer bevorzugten Ausführungsform frei von Bleichmittel und konventionellem
Bleichaktivator.
[0013] Vorzugsweise ist in erfindungsgemäß eingesetzten Mitteln 0,5 Gew.-% bis 5 Gew.-%
der Mediatorverbindung enthalten. Durch die oben angesprochene Regelung der Bleichaktivität
über die Stromstärke kann unter Verwendung des gleichen Mittels eine bleichende wie
auch eine bleichefreie Anwendung realisiert werden, wenn man für den letztgenannten
Fall die Stromstärke auf 0 herunterregelt. Der Verbraucher benötigt daher zum Waschen
von unempfindlichen, in der Regel weißen und von empfindlichen, in der Regel farbigen
Textilien nur noch ein einziges Waschmittel.
[0014] Die erfindungsgemäß eingesetzten Mittel, die als insbesondere pulverförmige Feststoffe,
in nachverdichteter Teilchenform, als homogene Lösungen oder Suspensionen vorliegen
können, können außer der Mediatorverbindung im Prinzip alle bekannten und in derartigen
Mitteln üblichen Inhaltsstoffe enthalten. Die erfindungsgemäß eingesetzten Mittel
können insbesondere Buildersubstanzen, oberflächenaktive Tenside, wassermischbare
organische Lösungsmittel, Enzyme, Sequestrierungsmittel, Elektrolyte, pH-Regulatoren,
Polymere mit Spezialeffekten, wie soil release-Polymere, Farbübertragungsinhibitoren,
Vergrauungsinhibitoren, knitterreduzierende polymere Wirkstoffe und formerhaltende
polymere Wirkstoffe, Bleichmittel, Bleichakivatoren, und weitere Hilfsstoffe, wie
optische Aufheller, Schaumregulatoren, Farb- und Duftstoffe enthalten.
[0015] Die erfindungsgemäß eingesetzten Mittel können ein oder mehrere Tenside enthalten,
wobei insbesondere anionische Tenside, nichtionische Tenside und deren Gemische in
Frage kommen, aber auch kationische und/oder amphotere Tenside enthalten sein können.
Geeignete nichtionische Tenside sind insbesondere Alkylglykoside und Ethoxylierungs-
und/oder Propoxylierungsprodukte von Alkylglykosiden oder linearen oder verzweigten
Alkoholen mit jeweils 12 bis 18 C-Atomen im Alkylteil und 3 bis 20, vorzugsweise 4
bis 10 Alkylethergruppen. Weiterhin sind entsprechende Ethoxylierungs- und/oder Propoxylierungsprodukte
von N-Alkylaminen, vicinalen Diolen, Fettsäureestern und Fettsäureamiden, die hinsichtlich
des Alkylteils den genannten langkettigen Alkoholderivaten entsprechen, sowie von
Alkylphenolen mit 5 bis 12 C-Atomen im Alkylrest brauchbar.
[0016] Geeignete anionische Tenside sind insbesondere Seifen und solche, die Sulfat- oder
Sulfonat-Gruppen mit bevorzugt Alkaliionen als Kationen enthalten. Verwendbare Seifen
sind bevorzugt die Alkalisalze der gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren mit 12
bis 18 C-Atomen. Derartige Fettsäuren können auch in nicht vollständig neutralisierter
Form eingesetzt werden. Zu den brauchbaren Tensiden des Sulfat-Typs gehören die Salze
der Schwefelsäurehalbester von Fettalkoholen mit 12 bis 18 C-Atomen und die Sulfatierungsprodukte
der genannten nichtionischen Tenside mit niedrigem Ethoxylierungsgrad. Zu den verwendbaren
Tensiden vom Sulfonat-Typ gehören lineare Alkylbenzolsulfonate mit 9 bis 14 C-Atomen
im Alkylteil, Alkansulfonate mit 12 bis 18 C-Atomen, sowie Olefinsulfonate mit 12
bis 18 C-Atomen, die bei der Umsetzung entsprechender Monoolefine mit Schwefeltrioxid
entstehen, sowie alpha-Sulfofettsäureester, die bei der Sulfonierung von Fettsäuremethyl-
oder -ethylestern entstehen.
[0017] Derartige Tenside sind in den erfindungsgemäß eingesetzten Reinigungs- oder Waschmitteln
in Mengenanteilen von vorzugsweise 5 Gew.-% bis 50 Gew.-%, insbesondere von 8 Gew.-%
bis 30 Gew.-%, enthalten, während die erfindungsgemäß eingesetzten Desinfektionsmittel
wie auch erfindungsgemäße eingesetzte Reinigungsmittel vorzugsweise 0,1 Gew.-% bis
20 Gew.-%, insbesondere 0,2 Gew.-% bis 5 Gew.-% Tenside, enthalten.
[0018] Die erfindungsgemäß eingesetzten Mittel, insbesondere wenn es sich bei ihnen um solche
handelt, die für die Behandlung von Textilien vorgesehen sind, können als kationische
Aktivsubstanzen mit textilweichmachender Wirkung insbesondere einen oder mehrere der
kationischen, textilweichmachenden Stoffe der allgemeinen Formeln X, XI oder XII enthalten:

worin jede Gruppe R
1 unabhängig voneinander ausgewählt ist aus C
1-6-Alkyl-,-Alkenyl- oder -Hydroxyalkylgruppen; jede Gruppe R
2 unabhängig voneinander ausgewählt ist aus C
8-28-Alkyl- oder -Alkenylgruppen; R
3 = R
1 oder (CH
2)
n-T-R
2; R
4 = R
1 oder R
2 oder (CH
2)
n-T-R
2; T = -CH
2-, -O-CO- oder -CO-O- und n eine ganze Zahl von 0 bis 5 ist. Die kationischen Tenside
weisen übliche Anionen in zum Ladungsausgleich notwendiger Art und Anzahl auf, wobei
diese neben beispielsweise Halogeniden auch aus den anionischen Tensiden ausgewählt
werden können. In bevorzugten Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung kommen
als kationische Tenside Hydroxyalkyltrialkyl-ammonium-verbindungen, insbesondere C
12-
18-Alkyl(hydroxyethyl)dimethylammoniumverbindungen, und vorzugsweise deren Halogenide,
insbesondere Chloride, zum Einsatz. Ein erfindungsgemäß eingesetztes Mittel enthält
vorzugsweise 0,5 Gew.-% bis 25 Gew.-%, insbesondere 1 Gew.-% bis 15 Gew.-% kationisches
Tensid.
[0019] Ein erfindungsgemäß eingesetztes Mittel enthält vorzugsweise mindestens einen wasserlöslichen
und/oder wasserunlöslichen, organischen und/oder anorganischen Builder. Zu den wasserlöslichen
organischen Buildersubstanzen gehören Polycarbonsäuren, insbesondere Citronensäure
und Zuckersäuren, monomere und polymere Aminopolycarbonsäuren, insbesondere Methylglycindiessigsäure,
Nitrilotriessigsäure und Ethylendiamintetraessigsäure sowie Polyasparaginsäure, Polyphosphonsäuren,
insbesondere Aminotris(methylenphosphonsäure), Ethylendiamintetrakis(methylen-phosphonsäure)
und 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure, polymere Hydroxyverbindungen wie Dextrin sowie
polymere (Poly-)carbonsäuren, insbesondere durch Oxidation von Polysacchariden beziehungsweise
Dextrinen zugänglichen Polycarboxylate, und/oder polymere Acrylsäuren, Methacrylsäuren,
Maleinsäuren und Mischpolymere aus diesen, die auch geringe Anteile polymerisierbarer
Substanzen ohne Carbonsäurefunktionalität einpolymerisiert enthalten können. Die relative
Molekülmasse der Homopolymeren ungesättigter Carbonsäuren liegt im allgemeinen zwischen
5 000 und 200 000, die der Copolymeren zwischen 2 000 und 200 000, vorzugsweise 50
000 bis 120 000, jeweils bezogen auf freie Säure. Ein besonders bevorzugtes Acrylsäure-Maleinsäure-Copolymer
weist eine relative Molekülmasse von 50 000 bis 100 000 auf. Geeignete, wenn auch
weniger bevorzugte Verbindungen dieser Klasse sind Copolymere der Acrylsäure oder
Methacrylsäure mit Vinylethern, wie Vinylmethylethern, Vinylester, Ethylen, Propylen
und Styrol, in denen der Anteil der Säure mindestens 50 Gew.-% beträgt. Als wasserlösliche
organische Buildersubstanzen können auch Terpolymere eingesetzt werden, die als Monomere
zwei ungesättigte Säuren und/oder deren Salze sowie als drittes Monomer Vinylalkohol
und/oder einem veresterten Vinylalkohol oder ein Kohlenhydrat enthalten. Das erste
saure Monomer beziehungsweise dessen Salz leitet sich von einer monoethylenisch ungesättigten
C
3-C
8-Carbonsäure und vorzugsweise von einer C
3-C
4-Monocarbonsäure, insbesondere von (Meth)-acrylsäure ab. Das zweite saure Monomer
beziehungsweise dessen Salz kann ein Derivat einer C
4-C
8-Dicarbonsäure, wobei Maleinsäure besonders bevorzugt ist, und/oder ein Derivat einer
Allylsulfonsäure, die in 2-Stellung mit einem Alkyl- oder Arylrest substituiert ist,
sein. Derartige Polymere weisen im allgemeinen eine relative Molekülmasse zwischen
1 000 und 200 000 auf. Weitere bevorzugte Copolymere sind solche, die als Monomere
Acrolein und Acrylsäure/Acrylsäuresalze beziehungsweise Vinylacetat aufweisen. Die
organischen Buildersubstanzen können, insbesondere zur Herstellung flüssiger Mittel,
in Form wässriger Lösungen, vorzugsweise in Form 30- bis 50-gewichtsprozentiger wässriger
Lösungen eingesetzt werden. Alle genannten Säuren werden in der Regel in Form ihrer
wasserlöslichen Salze, insbesondere ihre Alkalisalze, eingesetzt.
[0020] Derartige organische Buildersubstanzen können gewünschtenfalls in Mengen bis zu 40
Gew.-%, insbesondere bis zu 25 Gew.-% und vorzugsweise von 1 Gew.-% bis 8 Gew.-% enthalten
sein. Mengen nahe der genannten Obergrenze werden vorzugsweise in pastenförmigen oder
flüssigen, insbesondere wasserhaltigen, erfindungsgemäß eingesetzten Mitteln eingesetzt.
[0021] Als wasserlösliche anorganische Buildermaterialien kommen insbesondere polymere Alkaliphosphate,
die in Form ihrer alkalischen neutralen oder sauren Natrium- oder Kaliumsalze vorliegen
können, in Betracht. Beispiele hierfür sind Tetranatriumdiphosphat, Dinatriumdihydrogendiphosphat,
Pentanatriumtriphosphat, sogenanntes Natriumhexametaphosphat sowie die entsprechenden
Kaliumsalze beziehungsweise Gemische aus Natrium- und Kaliumsalzen. Als wasserunlösliche,
wasserdispergierbare anorganische Buildermaterialien werden insbesondere kristalline
oder amorphe Alkalialumosilikate, in Mengen von bis zu 50 Gew.-%, vorzugsweise nicht
über 40 Gew.-% und in flüssigen Mitteln insbesondere von 1 Gew.-% bis 5 Gew.-%, eingesetzt.
Unter diesen sind die kristallinen Natriumalumosilikate in Waschmittelqualität, insbesondere
Zeolith A, P und gegebenenfalls X, bevorzugt. Mengen nahe der genannten Obergrenze
werden vorzugsweise in festen, teilchenförmigen Mitteln eingesetzt. Geeignete Alumosilikate
weisen insbesondere keine Teilchen mit einer Korngröße über 30 µm auf und bestehen
vorzugsweise zu wenigstens 80 Gew.-% aus Teilchen mit einer Größe unter 10 µm. Ihr
Calciumbindevermögen, das nach den Angaben der deutschen Patentschrift
DE 24 12 837 bestimmt werden kann, liegt in der Regel im Bereich von 100 bis 200 mg CaO pro Gramm.
[0022] Geeignete Substitute beziehungsweise Teilsubstitute für das genannte Alumosilikat
sind kristalline Alkalisilikate, die allein oder im Gemisch mit amorphen Silikaten
vorliegen können. Die in den erfindungsgemäß eingesetzten Mitteln als Gerüststoffe
brauchbaren Alkalisilikate weisen vorzugsweise ein molares Verhältnis von Alkalioxid
zu SiO
2 unter 0,95, insbesondere von 1:1,1 bis 1:12 auf und können amorph oder kristallin
vorliegen. Bevorzugte Alkalisilikate sind die Natriumsilikate, insbesondere die amorphen
Natriumsilikate, mit einem molaren Verhältnis Na
2O:SiO
2 von 1:2 bis 1:2,8. Als kristalline Silikate, die allein oder im Gemisch mit amorphen
Silikaten vorliegen können, werden vorzugsweise kristalline Schichtsilikate der allgemeinen
Formel Na
2Si
xO
2x+1 · y H
2O eingesetzt, in der x, das sogenannte Modul, eine Zahl von 1,9 bis 4 und y eine Zahl
von 0 bis 20 ist und bevorzugte Werte für x 2, 3 oder 4 sind. Bevorzugte kristalline
Schichtsilikate sind solche, bei denen x in der genannten allgemeinen Formel die Werte
2 oder 3 annimmt. Insbesondere sind sowohl ß- als auch δ-Natriumdisitikate (Na
2Si
2O
5 · y H
2O) bevorzugt. Auch aus amorphen Alkalisilikaten hergestellte, praktisch wasserfreie
kristalline Alkalisilikate der obengenannten allgemeinen Formel, in der x eine Zahl
von 1,9 bis 2,1 bedeutet, können in erfindungsgemäß eingesetzten Mitteln eingesetzt
werden. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäß eingesetzter
Mittel wird ein kristallines Natriumschichtsilikat mit einem Modul von 2 bis 3 eingesetzt,
wie es n aus Sand und Soda hergestellt werden kann. Kristalline Natriumsilikate mit
einem Modul im Bereich von 1,9 bis 3,5 werden in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
erfindungsgemäß eingesetzter Mittel eingesetzt. In einer bevorzugten Ausgestaltung
erfindungsgemäß eingesetzter Mittel setzt man ein granulares Compound aus Alkalisilikat
und Alkalicarbonat ein, wie es zum Beispiel unter dem Namen Nabion
® 15 im Handel erhältlich ist. Falls als zusätzliche Buildersubstanz auch Alkalialumosilikat,
insbesondere Zeolith, vorhanden ist, beträgt das Gewichtsverhältnis Alumosilikat zu
Silikat, jeweils bezogen auf wasserfreie Aktivsubstanzen, vorzugsweise 1:10 bis 10:1.
In Mitteln, die sowohl amorphe als auch kristalline Alkalisilikate enthalten, beträgt
das Gewichtsverhältnis von amorphem Alkalisilikat zu kristallinem Alkalisilikat vorzugsweise
1:2 bis 2:1 und insbesondere 1:1 bis 2:1.
[0023] Buildersubstanzen sind in den erfindungsgemäß eingesetzten Wasch- oder Reinigungsmitteln
vorzugsweise in Mengen bis zu 60 Gew.-%, insbesondere von 5 Gew.-% bis 40 Gew.-%,
enthalten.
[0024] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung weist ein erfindungsgemäß eingesetztes
Mittel einen wasserlöslichen Builderblock auf. Durch die Verwendung des Begriffes
"Builderblock" soll hierbei ausgedrückt werden, dass die Mittel keine weiteren Buildersubstanzen
enthalten als solche, die wasserlöslich sind, das heißt sämtliche in dem Mittel enthaltenen
Buildersubstanzen sind in dem so charakterisierten "Block" zusammengefasst, wobei
allenfalls die Mengen an Stoffen ausgenommen sind, die als Verunreinigungen beziehungsweise
stabilisierende Zusätze in geringen Mengen in den übrigen Inhaltsstoffen der Mittel
handelsüblicherweise enthalten sein können. Unter dem Begriff "wasserlöslich" soll
dabei verstanden werden, dass sich der Builderblock bei der Konzentration, die sich
durch die Einsatzmenge des ihn enthaltenden Mittels bei den üblichen Bedingungen ergibt,
rückstandsfrei löst. Vorzugsweise sind mindestens 15 Gew.-% und bis zu 55 Gew.-%,
insbesondere 25 Gew.-% bis 50 Gew.-% an wasserlöslichem Builderblock in den erfindungsgemäß
eingesetzten Mitteln enthalten. Dieser setzt sich vorzugsweise zusammen aus den Komponenten
- a) 5 Gew.-% bis 35 Gew.-% Citronensäure, Alkalicitrat und/oder Alkalicarbonat, welches
auch zumindest anteilig durch Alkalihydrogencarbonat ersetzt sein kann,
- b) bis zu 10 Gew.-% Alkalisilikat mit einem Modul im Bereich von 1,8 bis 2,5,
- c) bis zu 2 Gew.-% Phosphonsäure und/oder Alkaliphosphonat,
- d) bis zu 50 Gew.-% Alkaliphosphat, und
- e) bis zu 10 Gew.-% polymerem Polycarboxylat,
wobei die Mengenangaben sich auf das gesamte Wasch- beziehungsweise Reinigungsmittel
beziehen. Dies gilt auch für alle folgenden Mengenangaben, sofern nicht ausdrücklich
anders angegeben.
[0025] In einer bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäß eingesetzter Mittel enthält
der wasserlösliche Builderblock mindestens 2 der Komponenten b), c), d) und e) in
Mengen größer 0 Gew.-%.
[0026] Hinsichtlich der Komponente a) sind in einer bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäß
eingesetzter Mittel 15 Gew.-% bis 25 Gew.-% Alkalicarbonat, welches zumindest anteilig
durch Alkalihydrogencarbonat ersetzt sein kann, und bis zu 5 Gew.-%, insbesondere
0,5 Gew.-% bis 2,5 Gew.-% Citronensäure und/oder Alkalicitrat enthalten. In einer
alternativen Ausführungsform erfindungsgemäß eingesetzter Mittel sind als Komponente
a) 5 Gew.-% bis 25 Gew.-%, insbesondere 5 Gew.-% bis 15 Gew.-% Citronensäure und/oder
Alkalicitrat und bis zu 5 Gew.-% , insbesondere 1 Gew.-% bis 5 Gew.-% Alkalicarbonat,
welches zumindest anteilig durch Alkalihydrogencarbonat ersetzt sein kann, enthalten.
Falls sowohl Alkalicarbonat wie auch Alkalihydrogencarbonat vorhanden sind, weist
die Komponte a) Alkalicarbonat und Alkalihydrogencarbonat vorzugsweise im Gewichtsverhältnis
von 10:1 bis 1:1 auf.
[0027] Hinsichtlich der Komponente b) sind in einer bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäß
eingesetzter Mittel 1 Gew.-% bis 5 Gew.-% Alkalisilikat mit einem Modul im Bereich
von 1,8 bis 2,5 enthalten.
[0028] Hinsichtlich der Komponente c) sind in einer bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäß
eingesetzter Mittel 0,05 Gew.-% bis 1 Gew.-% Phosphonsäure und/oder Alkaliphosphonat
enthalten. Unter Phosphonsäuren werden dabei auch gegebenenfalls substituierte Alkylphosphonsäuren
verstanden, die auch mehrere Phosphonsäuregruppierungen aufweisen könne (sogenannte
Polyphosphonsäuren). Bevorzugt werden sie ausgewählt aus den Hydroxy- und/oder Aminoalkylphosphonsäuren
und/oder deren Alkalisalzen, wie zum Beispiel Dimethylaminomethandiphosphonsäure,
3-Aminopropan-1-hydroxy-1,1-diphosphonsäure, 1-Amino-1-phenyl-methandiphosphonsäure,
1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure, Amino-tris(methylenphosphonsäure), N,N,N',N'-Ethylendiamintetrakis(methylenphosphonsäure)
und acylierte Derivate der phosphorigen Säure, die auch in beliebigen Mischungen eingesetzt
werden können.
[0029] Hinsichtlich der Komponente d) sind in einer bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäß
eingesetzter Mittel 15 Gew.-% bis 35 Gew.-% Alkaliphosphat, insbesondere Trinatriumpolyphosphat,
enthalten. Alkaliphosphat ist dabei die summarische Bezeichnung für die Alkalimetall-
(insbesondere Natrium- und Kalium-) -Salze der verschiedenen Phosphorsäuren, bei denen
man Metaphosphorsäuren (HPO
3)
n und Orthophosphorsäure H
3PO
4 neben höhermolekularen Vertretern unterscheiden kann. Die Phosphate vereinen dabei
mehrere Vorteile in sich: Sie wirken als Alkaliträger, verhindern Kalkbeläge auf Maschinenteilen
bzw. Kalkinkrustationen in Geweben und tragen überdies zur Reinigungsleistung bei.
Natriumdihydrogenphosphat, NaH
2PO
4, existiert als Dihydrat (Dichte 1,91 gcm
-3, Schmelzpunkt 60°) und als Monohydrat (Dichte 2,04 gcm
-3). Beide Salze sind weiße, in Wasser sehr leicht lösliche Pulver, die beim Erhitzen
das Kristallwasser verlieren und bei 200°C in das schwach saure Diphosphat (Dinatriumhydrogendiphosphat,
Na
2H
2P
2O
7), bei höherer Temperatur in Natiumtrimetaphosphat (Na
3P
3O
9) und Madrellsches Salz übergehen. NaH
2PO
4 reagiert sauer; es entsteht, wenn Phosphorsäure mit Natronlauge auf einen pH-Wert
von 4,5 eingestellt und die Maische versprüht wird. Kaliumdihydrogenphosphat (primäres
oder einbasiges Kaliumphosphat, Kaliumbiphosphat, KDP), KH
2PO
4, ist ein weißes Salz der Dichte 2,33 gcm
-3, hat einen Schmelzpunkt 253° (Zersetzung unter Bildung von (KPO
3)
x, Kaliumpolyphosphat) und ist leicht löslich in Wasser. Dinatriumhydrogenphosphat
(sekundäres Natriumphosphat), Na
2HPO
4, ist ein farbloses, sehr leicht wasserlösliches kristallines Salz. Es existiert wasserfrei
und mit 2 Mol. (Dichte 2,066 gcm
-3, Wasserverlust bei 95°), 7 Mol. (Dichte 1,68 gcm
-3, Schmelzpunkt 48° unter Verlust von 5 H
2O) und 12 Mol. Wasser (Dichte 1,52 gcm-
3, Schmelzpunkt 35° unter Verlust von 5 H
2O), wird bei 100° wasserfrei und geht bei stärkerem Erhitzen in das Diphosphat Na
4P
2O
7 über. Dinatriumhydrogenphosphat wird durch Neutralisation von Phosphorsäure mit Sodalösung
unter Verwendung von Phenolphthalein als Indikator hergestellt. Dikaliumhydrogenphosphat
(sekundäres od. zweibasiges Kaliumphosphat), K
2HPO
4, ist ein amorphes, weißes Salz, das in Wasser leicht löslich ist. Trinatriumphosphat,
tertiäres Natriumphosphat, Na
3PO
4, sind farblose Kristalle, die als Dodecahydrat eine Dichte von 1,62 gcm
-3 und einen Schmelzpunkt von 73-76°C (Zersetzung), als Decahydrat (entsprechend 19-20%
P
2O
5) einen Schmelzpunkt von 100°C und in wasserfreier Form (entsprechend 39-40% P
2O
5) eine Dichte von 2,536 gcm
-3 aufweisen. Trinatriumphosphat ist in Wasser unter alkalischer Reaktion leicht löslich
und wird durch Eindampfen einer Lösung aus genau 1 Mol Dinatriumphosphat und 1 Mol
NaOH hergestellt. Trikaliumphosphat (tertiäres oder dreibasiges Kaliumphosphat), K
3PO
4, ist ein weißes, zerfließliches, körniges Pulver der Dichte 2,56 gcm
-3, hat einen Schmelzpunkt von 1340° und ist in Wasser mit alkalischer Reaktion leicht
löslich. Es entsteht z.B. beim Erhitzen von Thomasschlacke mit Kohle und Kaliumsulfat.
Trotz des höheren Preises werden in der Reinigungsmittel-Industrie die leichter löslichen,
daher hochwirksamen, Kaliumphosphate gegenüber entsprechenden Natrium-Verbindungen
vielfach bevorzugt. Tetranatriumdiphosphat (Natriumpyrophosphat), Na
4P
2O
7, existiert in wasserfreier Form (Dichte 2,534 gcm
-3, Schmelzpunkt 988°, auch 880° angegeben) und als Decahydrat (Dichte 1,815-1,836 gcm
-3, Schmelzpunkt 94° unter Wasserverlust). Bei Substanzen sind farblose, in Wasser mit
alkalischer Reaktion lösliche Kristalle. Na
4P
2O
7 entsteht beim Erhitzen von Dinatriumphosphat auf >200° oder indem man Phosphorsäure
mit Soda im stöchiometrischem Verhältnis umsetzt und die Lösung durch Versprühen entwässert.
Das Decahydrat komplexiert Schwermetall-Salze und Härtebildner und verringert daher
die Härte des Wassers. Kaliumdiphosphat (Kaliumpyrophosphat), K
4P
2O
7, existiert in Form des Trihydrats und stellt ein farbloses, hygroskopisches Pulver
mit der Dichte 2,33 gcm
-3 dar, das in Wasser löslich ist, wobei der pH-Wert der 1%igen Lösung bei 25° 10,4
beträgt. Durch Kondensation des NaH
2PO
4 bzw. des KH
2PO
4 entstehen höhermol. Natrium- und Kaliumphosphate, bei denen man cyclische Vertreter,
die Natrium- bzw. Kaliummetaphosphate und kettenförmige Typen, die Natrium- bzw. Kaliumpolyphosphate,
unterscheiden kann. Insbesondere für letztere sind eine Vielzahl von Bezeichnungen
in Gebrauch: Schmelz- oder Glühphosphate, Grahamsches Salz, Kurrolsches und Madrellsches
Salz. Alle höheren Natrium- und Kaliumphosphate werden gemeinsam als kondensierte
Phosphate bezeichnet. Das technisch wichtige Pentanatriumtriphosphat, Na
5P
3O
10 (Natriumtripolyphosphat), ist ein wasserfrei oder mit 6 H
2O kristallisierendes, nicht hygroskopisches, weißes, wasserlösliches Salz der allgemeinen
Formel NaO-[P(O)(ONa)-O]
n-Na mit n=3. In 100 g Wasser lösen sich bei Zimmertemperatur etwa 17 g, bei 60° ca.
20 g, bei 100° rund 32 g des kristallwasserfreien Salzes; nach zweistündigem Erhitzen
der Lösung auf 100° entstehen durch Hydrolyse etwa 8% Orthophosphat und 15% Diphosphat.
Bei der Herstellung von Pentanatriumtriphosphat wird Phosphorsäure mit Sodalösung
oder Natronlauge im stöchiometrischen Verhältnis zur Reaktion gebracht und die Lösung
durch Versprühen entwässert. Ähnlich wie Grahamsches Salz und Natriumdiphosphat löst
Pentanatriumtriphosphat viele unlösliche Metall-Verbindungen (darunter auch Kalkseifen).
Pentakaliumtriphosphat, K
5P
3O
10 (Kaliumtripolyphosphat), kommt beispielsweise in Form einer 50 Gew.-%-igen Lösung
(> 23% P
2O
5, 25% K
2O) in den Handel. Die Kaliumpolyphosphate finden in der Wasch- und Reinigungsmittel-Industrie
breite Verwendung. Weiter existieren auch Natriumkaliumtripolyphosphate, welche ebenfalls
im Rahmen der vorliegenden Erfindung einsetzbar sind. Diese entstehen beispielsweise,
wenn man Natriumtrimetaphosphat mit KOH hydrolysiert:
(NaPO
3)
3 + 2 KOH → Na
3K
2P
3O
10 + H
2O
[0030] Diese sind genau wie Natriumtripolyphosphat, Kaliumtripolyphosphat oder Mischungen
aus diesen beiden einsetzbar; auch Mischungen aus Natriumtripolyphosphat und Natriumkaliumtripolyphosphat
oder Mischungen aus Kaliumtripolyphosphat und Natriumkaliumtripolyphosphat oder Gemische
aus Natriumtripolyphosphat und Kaliumtripolyphosphat und Natriumkaliumtripolyphosphat
sind einsetzbar.
[0031] Hinsichtlich der Komponente e) sind in einer bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäß
eingesetzter Mittel 1,5 Gew.-% bis 5 Gew.-% polymeres Polycarboxylat, insbesondere
ausgewählt aus den Polymerisations-beziehungsweise Copolymerisationsprodukten von
Acrylsäure, Methacrylsäure und/oder Maleinsäure enthalten. Unter diesen sind die Homopolymere
der Acrylsäure und unter diesen wiederum solche mit einer mittleren Molmasse im Bereich
von 5 000 D bis 15 000 D (PA-Standard) besonders bevorzugt.
[0032] Als in den Mitteln verwendbare Enzyme kommen außer untengenannter Oxidase solche
aus der Klasse der Proteasen, Lipasen, Cutinasen, Amylasen, Pullulanasen, Mannanasen,
Cellulasen, Hemicellulasen, Xylanasen und Peroxidasen sowie deren Gemische in Frage,
beispielsweise Proteasen wie BLAP
®, Optimase
®, Opticlean
®, Maxacal
®, Maxapem
®, Alcalase
®, Esperase
®, Savinase
®, Durazym
® und/oder Purafect
® OxP, Amylasen wie Termamyl
®, Amylase-LT
®, Maxamyl
®, Duramyl
® und/oder Purafect
® OxAm, Lipasen wie Lipolase
®, Lipomax
®, Lumafast
® und/oder Lipozym
®, Cellulasen wie Celluzyme
® und/oder Carezyme
®. Besonders geeignet sind aus Pilzen oder Bakterien, wie Bacillus subtilis, Bacillus
licheniformis, Streptomyces griseus, Humicola lanuginosa, Humicola insolens, Pseudomonas
pseudoalcaligenes oder Pseudomonas cepacia gewonnene enzymatische Wirkstoffe. Die
gegebenenfalls verwendeten Enzyme können an Trägerstoffen adsorbiert und/oder in Hüllsubstanzen
eingebettet sein, um sie gegen vorzeitige Inaktivierung zu schützen. Sie sind in den
erfindungsgemäß eingesetzten Wasch-, Reinigungs- und Desinfektionsmitteln vorzugsweise
in Mengen bis zu 10 Gew.-%, insbesondere von 0,2 Gew.-% bis 2 Gew.-%, enthalten, wobei
besonders bevorzugt gegen oxidativen Abbau stabilisierte Enzyme eingesetzt werden.
[0033] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält das Mittel 5 Gew.-% bis
50 Gew.-%, insbesondere 8 - 30 Gew.-% anionisches und/oder nichtionisches Tensid,
bis zu 60 Gew.-%, insbesondere 5 - 40 Gew.-% Buildersubstanz und 0,2 Gew.-% bis 2
Gew.-% Enzym, ausgewählt aus den Proteasen, Lipasen, Cutinasen, Amylasen, Pullulanasen,
Mannanasen, Cellulasen, Oxidasen und Peroxidasen sowie deren Gemischen.
[0034] Als in den Mitteln gegebenenfalls enthaltene Persauerstoffverbindungen, die in für
den Einsatz im erfindungsgemäßen Verfahren vorgesehenen Mitteln vorzugsweise aber
entfallen können, kommen insbesondere organische Persäuren beziehungsweise persaure
Salze organischer Säuren, wie Phthalimidopercapronsäure, Perbenzoesäure oder Salze
der Diperdodecandisäure, Wasserstoffperoxid und unter den Waschbedingungen Wasserstoffperoxid
abgebende anorganische Salze, wie Perborat, Percarbonat und/oder Persilikat, in Betracht.
Wasserstoffperoxid kann dabei auch mit Hilfe eines enzymatischen Systems, das heißt
einer Oxidase und ihres Substrats, erzeugt werden. Sofern feste Persauerstoffverbindungen
eingesetzt werden sollen, können diese in Form von Pulvern oder Granulaten verwendet
werden, die auch in im Prinzip bekannter Weise umhüllt sein können. Besonders bevorzugt
wird Alkalipercarbonat, Alkaliperborat-Monohydrat, Alkaliperborat-Tetrahydrat oder
Wasserstoffperoxid in Form wässriger Lösungen, die 3 Gew.-% bis 10 Gew.-% Wasserstoffperoxid
enthalten, eingesetzt. Gewünschtenfalls sind Persauerstoffverbindungen in Mengen von
bis zu 50 Gew.-%, insbesondere von 5 Gew.-% bis 30 Gew.-%, in erfindungsgemäß eingesetzten
Wasch- oder Reinigungsmitteln vorhanden.
[0035] Zusätzlich können übliche Bleichaktivatoren, die unter Perhydrolysebedingungen Peroxocarbonsäuren
oder Peroxoimidsäuren bilden, und/oder übliche die Bleiche aktivierende Übergangsmetallkomplexe
eingesetzt werden. Die fakultativ, insbesondere in Mengen von 0,5 Gew.-% bis 6 Gew.-%,
vorhandene Komponente der Bleichaktivatoren umfaßt die üblicherweise verwendeten N-
oder O-Acylverbindungen, beispielsweise mehrfach acylierte Alkylendiamine, insbesondere
Tetraacetylethylendiamin, acylierte Glykolurile, insbesondere Tetraacetylglykoluril,
N-acylierte Hydantoine, Hydrazide, Triazole, Urazole, Diketopiperazine, Sulfurylamide
und Cyanurate, außerdem Carbonsäureanhydride, insbesondere Phthalsäureanhydrid, Carbonsäureester,
insbesondere Natrium-isononanoyl-phenolsulfonat, und acylierte Zuckerderivate, insbesondere
Pentaacetylglukose, sowie kationische Nitrilderivate wie Trimethylammoniumacetonitril-Salze.
Die Bleichaktivatoren können zur Vermeidung der Wechselwirkung mit den Perverbindungen
bei der Lagerung in bekannter Weise mit Hüllsubstanzen überzogen beziehungsweise granuliert
worden sein, wobei mit Hilfe von Carboxymethylcellulose granuliertes Tetraacetylethylendiamin
mit mittleren Korngrößen von 0,01 mm bis 0,8 mm, granuliertes 1,5-Diacetyl-2,4-dioxohexahydro-1,3,5-triazin,
und/oder in Teilchenform konfektioniertes Trialkylammoniumacetonitril besonders bevorzugt
ist. In Wasch- oder Reinigungsmitteln sind derartige Bleichaktivatoren vorzugsweise
in Mengen bis zu 8 Gew.-%, insbesondere von 2 Gew.-% bis 6 Gew.-%, jeweils bezogen
auf gesamtes Mittel, enthalten.
[0036] Zu den in den erfindungsgemäß eingesetzten Mitteln, insbesondere wenn sie in flüssiger
oder pastöser Form vorliegen, verwendbaren organischen Lösungsmitteln gehören Alkohole
mit 1 bis 4 C-Atomen, insbesondere Methanol, Ethanol, Isopropanol und tert.-Butanol,
Diole mit 2 bis 4 C-Atomen, insbesondere Ethylenglykol und Propylenglykol, sowie deren
Gemische und die aus den genannten Verbindungsklassen ableitbaren Ether. Derartige
wassermischbare Lösungsmittel sind in den erfindungsgemäß eingesetzten Waschmitteln
vorzugsweise nicht über 30 Gew.-%, insbesondere von 6 Gew.-% bis 20 Gew.-%, vorhanden.
[0037] Zur Einstellung eines gewünschten, sich durch die Mischung der übrigen Komponenten
nicht von selbst ergebenden pH-Werts können die erfindungsgemäß eingesetzten Mittel
system- und umweltverträgliche Säuren, insbesondere Citronensäure, Essigsäure, Weinsäure,
Äpfelsäure, Milchsäure, Glykolsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure und/oder Adipinsäure,
aber auch Mineralsäuren, insbesondere Schwefelsäure, oder Basen, insbesondere Ammonium-
oder Alkalihydroxide, enthalten. Derartige pH-Regulatoren sind in den erfindungsgemäß
eingesetzten Mitteln vorzugsweise nicht über 20 Gew.-%, insbesondere von 1,2 Gew.-%
bis 17 Gew.-%, enthalten.
[0038] Schmutzablösevermögende Polymere, die oft als "Soil Release"-Wirkstoffe oder wegen
ihres Vermögens, die behandelte Oberfläche, zum Beispiel der Faser, schmutzabstoßend
auszurüsten, als "Soil Repellents" bezeichnet werden, sind beispielsweise nichtionische
oder kationische Cellulosederivate. Zu den insbesondere polyesteraktiven schmutzablösevermögenden
Polymeren gehören Copolyester aus Dicarbonsäuren, beispielsweise Adipinsäure, Phthalsäure
oder Terephthalsäure, Diolen, beispielsweise Ethylenglykol oder Propylenglykol, und
Polydiolen, beispielsweise Polyethylenglykol oder Polypropylenglykol. Zu den bevorzugt
eingesetzten schmutzablösevermögenden Polyestern gehören solche Verbindungen, die
formal durch Veresterung zweier Monomerteile zugänglich sind, wobei das erste Monomer
eine Dicarbonsäure HOOC-Ph-COOH und das zweite Monomer ein Diol HO-(CHR
11-)
aOH, das auch als polymeres Diol H-(O-(CHR
11-)
a)
bOH vorliegen kann, ist. Darin bedeutet Ph einen o-, m- oder p-Phenylenrest, der 1
bis 4 Substituenten, ausgewählt aus Alkylresten mit 1 bis 22 C-Atomen, Sulfonsäuregruppen,
Carboxylgruppen und deren Mischungen, tragen kann, R
11 Wasserstoff, einen Alkylrest mit 1 bis 22 C-Atomen und deren Mischungen, a eine Zahl
von 2 bis 6 und b eine Zahl von 1 bis 300. Vorzugsweise liegen in den aus diesen erhältlichen
Polyestern sowohl Monomerdioleinheiten -O-(CHR
11-)
aO- als auch Polymerdioleinheiten -(O-(CHR
11-)
a)
bO- vor. Das molare Verhältnis von Monomerdioleinheiten zu Polymerdioleinheiten beträgt
vorzugsweise 100:1 bis 1:100, insbesondere 10:1 bis 1:10. In den Polymerdioleinheiten
liegt der Polymerisationsgrad b vorzugsweise im Bereich von 4 bis 200, insbesondere
von 12 bis 140. Das Molekulargewicht beziehungsweise das mittlere Molekulargewicht
oder das Maximum der Molekulargewichtsverteilung bevorzugter schmutzablösevermögender
Polyester liegt im Bereich von 250 bis 100 000, insbesondere von 500 bis 50 000. Die
dem Rest Ph zugrundeliegende Säure wird vorzugsweise aus Terephtalsäure, Isophthalsäure,
Phthalsäure, Trimellithsäure, Mellithsäure, den Isomeren der Sulfophthalsäure, Sulfoisophthalsäure
und Sulfoterephtalsäure sowie deren Gemischen ausgewählt. Sofern deren Säuregruppen
nicht Teil der Esterbindungen im Polymer sind, liegen sie vorzugsweise in Salzform,
insbesondere als Alkali- oder Ammoniumsalz vor. Unter diesen sind die Natrium- und
Kaliumsalze besonders bevorzugt. Gewünschtenfalls können statt des Monomers HOOC-Ph-COOH
geringe Anteile, insbesondere nicht mehr als 10 Mol-% bezogen auf den Anteil an Ph
mit der oben gegebenen Bedeutung, anderer Säuren, die mindestens zwei Carboxylgruppen
aufweisen, im schmutzablösevermögenden Polyester enthalten sein. Zu diesen gehören
beispielsweise Alkylen- und Alkenylendicarbonsäuren wie Malonsäure, Bernsteinsäure,
Fumarsäure, Maleinsäure, Glutarsäure, Adipinsäure, Pimelinsäure, Korksäure, Azelainsäure
und Sebacinsäure. Beispiele für Diolkomponenten sind Ethylenglykol, 1,2-Propylenglykol,
1,3-Propylenglykol, 1,4-Butandiol, 1,5-Pentandiol, 1,6-Hexandiol, 1,8-Octandiol, 1,2-Decandiol,
1,2-Dodecandiol und Neopentylglykol. Besonders bevorzugt unter den polymeren Diolen
ist Polyethylenglykol mit einer mittleren Molmasse im Bereich von 1000 bis 6000. Gewünschtenfalls
können diese Polyester auch endgruppenverschlossen sein, wobei als Endgruppen Alkylgruppen
mit 1 bis 22 C-Atomen und Ester von Monocarbonsäuren in Frage kommen. Bevorzugt werden
Polymere aus Ethylenterephthalat und Polyethylenoxidterephthalat, in denen die Polyethylenglykol-Einheiten
Molgewichte von 750 bis 5000 aufweisen und das Molverhältnis von Ethylenterephthalat
zu Polyethylenoxidterephthalat 50:50 bis 90:10 beträgt, allein oder in Kombination
mit Cellulosederivaten verwendet.
[0039] Zu den für den Einsatz in erfindungsgemäß eingesetzten Mitteln für die Wäsche von
Textilien in Frage kommenden Farbübertragungsinhibitoren gehören insbesondere Polyvinylpyrrolidone,
Polyvinylimidazole, polymere N-Oxide wie Poly-(vinylpyridin-N-oxid) und Copolymere
von Vinylpyrrolidon mit Vinylimidazol und gegebenenfalls weiteren Monomeren.
[0040] Die erfindungsgemäß eingesetzten Mittel zum Einsatz in der Textilwäsche können Knitterschutzmittel
enthalten, da textile Flächengebilde, insbesondere aus Reyon, Wolle, Baumwolle und
deren Mischungen, zum Knittern neigen können, weil die Einzelfasern gegen Durchbiegen,
Knicken, Pressen und Quetschen quer zur Faserrichtung empfindlich sind. Hierzu zählen
beispielsweise synthetische Produkte auf der Basis von Fettsäuren, Fettsäureestern,
Fettsäureamiden, -alkylolestern, -alkylolamiden oder Fettalkoholen, die meist mit
Ethylenoxid umgesetzt sind, oder Produkte auf der Basis von Lecithin oder modifizierter
Phosphorsäureester.
[0041] Vergrauungsinhibitoren haben die Aufgabe, den von der harten Oberfläche und insbesondere
von der Textilfaser abgelösten Schmutz in der Flotte suspendiert zu halten. Hierzu
sind wasserlösliche Kolloide meist organischer Natur geeignet, beispielsweise Stärke,
Leim, Gelatine, Salze von Ethercarbonsäuren oder Ethersulfonsäuren der Stärke oder
der Cellulose oder Salze von sauren Schwefelsäureestern der Cellulose oder der Stärke.
Auch wasserlösliche, saure Gruppen enthaltende Polyamide sind für diesen Zweck geeignet.
Weiterhin lassen sich andere als die obengenannten Stärkederivate verwenden, zum Beispiel
Aldehydstärken. Bevorzugt werden Celluloseether, wie Carboxymethylcellulose (Na-Salz),
Methylcellulose, Hydroxyalkylcellulose und Mischether, wie Methylhydroxyethylcellulose,
Methylhydroxypropylcellulose, Methylcarboxymethylcellulose und deren Gemische, beispielsweise
in Mengen von 0,1 bis 5 Gew.-%, bezogen auf die Mittel, eingesetzt.
[0042] Die Mittel können optische Aufheller, unter diesen insbesondere Derivate der Diaminostilbendisulfonsäure
beziehungsweise deren Alkalimetallsalze, enthalten. Geeignet sind zum Beispiel Salze
der 4,4'-Bis(2-anilino-4-morpholino-1,3,5-triazinyl-6-amino)stilben-2,2'-disulfonsäure
oder gleichartig aufgebaute Verbindungen, die anstelle der Morpholino-Gruppe eine
Diethanolaminogruppe, eine Methylaminogruppe, eine Anilinogruppe oder eine 2-Methoxyethylaminogruppe
tragen. Weiterhin können Aufheller vom Typ der substituierten Diphenylstyryle anwesend
sein, zum Beispiel die Alkalisalze des 4,4'-Bis(2-sulfostyryl)-diphenyls, 4,4'-Bis(4-chlor-3-sulfostyryl)-diphenyls,
oder 4-(4-Chlorstyryl)-4'-(2-sulfostyryl)-diphenyls. Auch Gemische der vorgenannten
optischen Aufheller können verwendet werden.
[0043] Insbesondere beim Einsatz in maschinellen Wasch- beziehungsweise Reinigungsverfahren
kann es von Vorteil sein, den Mitteln übliche Schauminhibitoren zuzusetzen. Als Schauminhibitoren
eignen sich beispielsweise Seifen natürlicher oder synthetischer Herkunft, die einen
hohen Anteil an C
18-C
24-Fettsäuren aufweisen. Geeignete nichttensidartige Schauminhibitoren sind beispielsweise
Organopolysiloxane und deren Gemische mit mikrofeiner, gegebenenfalls silanierter
Kieselsäure sowie Paraffine, Wachse, Mikrokristallinwachse und deren Gemische mit
silanierter Kieselsäure oder Bisfettsäurealkylendiamiden. Mit Vorteilen werden auch
Gemische aus verschiedenen Schauminhibitoren verwendet, zum Beispiel solche aus Silikonen,
Paraffinen oder Wachsen. Vorzugsweise sind die Schauminhibitoren, insbesondere Silikon-
und/oder Paraffin-haltige Schauminhibitoren, an eine granulare, in Wasser lösliche
beziehungsweise dispergierbare Trägersubstanz gebunden. Insbesondere sind dabei Mischungen
aus Paraffinen und Bistearylethylendiamid bevorzugt.
[0044] In erfindungsgemäß eingesetzten Mitteln können außerdem Wirkstoffe zur Vermeidung
des Anlaufens von Gegenständen aus Silber, sogenannte Silberkorrosionsinhibitoren,
eingesetzt werden. Bevorzugte Silberkorrosionsschutzmittel sind organische Disulfide,
zweiwertige Phenole, dreiwertige Phenole, gegebenenfalls alkyl- oder aminoalkylsubstituierte
Triazole wie Benzotriazol sowie Cobalt-, Mangan-, Titan-, Zirkonium-, Hafnium-, Vanadium-
oder Cersalze und/oder -komplexe, in denen die genannten Metalle in einer der Oxidationsstufen
II, III, IV, V oder VI vorliegen.
[0045] Die Herstellung erfindungsgemäß eingesetzter fester Mittel bietet keine Schwierigkeiten
und kann in im Prinzip bekannter Weise, zum Beispiel durch Sprühtrocknen oder Granulation,
erfolgen. Zur Herstellung erfindungsgemäß eingesetzter Mittel mit erhöhtem Schüttgewicht,
insbesondere im Bereich von 650 g/l bis 950 g/l, ist ein einen Extrusionschritt aufweisendes
Verfahren bevorzugt. Wasch-, Reinigungs- oder Desinfektionsmittel in Form wässriger
oder sonstige übliche Lösungsmittel enthaltender Lösungen werden besonders vorteilhaft
durch einfaches Mischen der Inhaltsstoffe, die in Substanz oder als Lösung in einen
automatischen Mischer gegeben werden können, hergestellt. In einer bevorzugten Ausführung
von Mitteln für die insbesondere maschinelle Reinigung von Geschirr sind diese tablettenförmig.
Beispiel
[0046] Eine 2 millimolare wässrige Lösung von Violursäure, die mit Acetatpuffer auf pH 4,5
eingestellt worden war, wurde bei Raumtemperatur mit einer Potentialdifferenz von
1,35 V (Ag/AgCI) unter Verwendung einer Arbeitselektrode aus Graphit und einer Gegenelektrode
aus Edelstahl mit 15 Coulomb aktiviert. Anschließend wurden Baumwollsubstrate, die
mit standardisierten Teeanschmutzungen oder einer standardisierten Blaubeersaftanschmutzung
versehen worden waren, 60 Minuten bei 40 °C in der Lösung behandelt. Es zeigte sich
an den Geweben eine deutliche Aufhellung.