[0001] Die vorliegende Erfindung behandelt spezielle pulverförmige Beschichtungsmaterialien.
Ferner umfasst die vorliegende Erfindung die Verwendung derartiger pulverförmiger
Beschichtungsmaterialien. Ferner umfasst die vorliegende Erfindung Verfahren zur Substratbeschichtung
unter Verwendung derartiger pulverförmiger Beschichtungsmaterialien.
[0002] Es sind bereits eine Vielzahl an Beschichtungsverfahren für unterschiedliche Substrate
bekannt. Beispielsweise werden Metalle oder deren Vorstufen aus der Gasphase auf einer
Substratoberfläche abgeschieden, siehe z.B. PVD- oder CVD-Verfahren. Ferner können
entsprechende Stoffe beispielsweise aus einer Lösung mittels galvanischer Verfahren
abgeschieden werden. Zudem ist es möglich, Beschichtungen beispielsweise in der Form
von Lacken auf die Oberfläche aufzubringen. Alle Verfahren besitzen jedoch spezifische
Vor- und Nachteile. Beispielsweise werden bei der Auftragung in Form von Lacken große
Mengen an Wasser und/oder organische Lösemittel benötigt, eine Trocknungszeit ist
erforderlich, das aufzubringende Beschichtungsmaterial muss mit dem Basislack kompatibel
sein und ein Rest der Basislackes verbleibt ebenfalls auf dem Substrat. Beispielsweise
die Aufbringung mittels PVD-Verfahren erfordert große Mengen an Energie, um schwerflüchtige
Stoffe in die Gasphase zu bringen.
[0003] In Anbetracht der vorgenannten Einschränkungen wurde eine Vielzahl von Beschichtungsverfahren
entwickelt, um die für den jeweiligen Verwendungszweck gewünschten Eigenschaften bereitzustellen.
Bekannte Verfahren nutzen zur Erzeugung der Beschichtungen beispielsweise kinetische
Energie, thermische Energie oder Mischungen hiervon, wobei die thermische Energie
beispielsweise aus einer konventionellen Verbrennungsflamme oder einer Plasmaflamme
stammen kann. Letztere werden weiter unterschieden in thermische und nichtthermische
Plasmen, denen gemein ist, dass ein Gas partiell oder vollständig in freie Ladungsträger
wie Ionen oder Elektronen aufgetrennt wird.
[0004] Beim Kaltgasspritzen erfolgt die Bildung der Beschichtung durch Aufbringen eines
Pulvers auf eine Substratoberfläche, wobei die Pulverpartikel stark beschleunigt werden.
Hierzu wird ein erhitztes Prozessgas durch Expansion in einer Lavaldüse auf Überschallgeschwindigkeit
beschleunigt und anschließend das Pulver injiziert. Infolge der hohen kinetischen
Energie bilden die Partikel beim Auftreffen auf der Substratoberfläche eine dichte
Schicht.
[0006] Das Flammspritzen gehört zur Gruppe der thermischen Beschichtungsverfahren. Hierbei
wird ein pulverförmiges Beschichtungsmaterial in die Flamme eines Brenngas-Sauerstoff-Gemisches
eingebracht. Hierbei können beispielsweise mit Acetylen-Sauerstoffflammen Temperaturen
von bis zu ungefähr 3200 °C erreicht werden. Details zum Verfahren können Publikationen
wie z.B.
EP 830 464 B1 und
US 5,207,382 A entnommen werden Beispielsweise wird die Verwendung von plättchenförmigen Pulvern
aus Fe-, Ni- oder Co-basierten Legierungen für das Flammspritzen in
US 4 513 020 A offenbart. Beim thermischen Plasmaspritzen wird ein pulverförmiges Beschichtungsmaterial
in ein thermisches Plasma injiziert. Im typischerweise verwendeten thermischen Plasma
werden Temperaturen von bis zu ca. 20 000 K erreicht, wodurch das injizierte Pulver
aufschmilzt und als Beschichtung auf einem Substrat abgeschieden wird.
Das Verfahren des thermischen Plasmaspritzens und spezifische Ausführungsformen sowie
Verfahrensparameter sind dem Fachmann bekannt. Exemplarisch wird auf die
WO 2004/016821 verwiesen, die den Einsatz des thermischen Plasmaspritzens zum Aufbringen einer amorphen
Beschichtung beschreibt. Ferner offenbart beispielsweise
EP 0 344 781 den Einsatz des Flammspritzens und des thermischen Plasmaspritzens als Beschichtungsverfahren
unter Einsatz eines Wolframcarbidpulvergemisches. Spezifische Geräte zur Verwendung
in Plasmaspritzverfahren sind vielfach in der Literatur beschrieben, wie beispielsweise
in
EP 0 342 428 A2,
US 7,678,428 B2,
US 7,928,338 B2 und
EP 1 287 898 A2.
Beim Hochgeschwindigkeitsflammspritzen wird ein Kraftstoff unter hohem Druck verbrannt,
wobei als Kraftstoff sowohl Brenngase, flüssige Brennstoffe und Mischungen hiervon
eingesetzt werden können. In die hochbeschleunigte Flamme wird ein pulverförmiges
Beschichtungsmaterial injiziert. Dieses Verfahren ist bekannt dafür, dass es sich
durch verhältnismäßig dichte Spritzschichten auszeichnen soll. Auch das Hochgeschwindigkeitsflammspritzen
ist dem Fachmann gut bekannt und wurde bereits in zahlreichen Veröffentlichungen beschrieben.
Beispielsweise offenbart
EP 0 825 272 A2 eine Substratbeschichtung mit einer Kupferlegierung unter Einsatz des Hochgeschwindigkeitsflammspritzens.
Ferner offenbaren beispielsweise
WO 2010/037548 A1 und
EP 0 492 384 A1 das Verfahren des Hochgeschwindigkeitflammspritzens und Geräte zur Verwendung hierin.
Darüber hinaus offenbart
EP 1 647 610 A2 die Verwendung von pulverförmigen Chrom-Eisen-Legierungen zum Hochgeschwindigkeitsflammspritzen.
[0007] Das nichtthermische Plasmaspritzen erfolgt weitgehend analog zum thermischen Plasmaspritzen
und Flammspritzen. Ein pulverförmiges Beschichtungsmaterial wird in ein nichtthermisches
Plasma injiziert und hiermit auf eine Substratoberfläche aufgetragen. Wie beispielsweise
der
EP 1 675 971 B1 entnommen werden kann, zeichnet sich dieses Verfahren durch eine besonders niedrige
thermische Belastung des beschichteten Substrats aus. Auch dieses Verfahren, besondere
Ausführungsformen und entsprechende Verfahrensparameter sind dem Fachmann aus verschiedenen
Publikationen bekannt. Beispielsweise beschreibt die
EP 2 104 750 A2 die Anwendung dieses Verfahrens und eine Vorrichtung zu dessen Durchführung. Beispielsweise
DE 103 20 379 A1 beschreibt die Herstellung eines elektrisch beheizbaren Elementes unter Einsatz dieses
Verfahrens. Weitere Offenbarungen hinsichtlich des Verfahrens oder Vorrichtungen für
das nichtthermische Plasmaspritzen finden sich beispielsweise in
EP 1 675 971 B1,
DE 10 2006 061 435 A1,
WO 03/064061 A1,
WO 2005/031026 A1,
DE 198 07 086 A1,
DE 101 16 502 A1,
WO 01/32949 A1,
EP 0 254 424 B1,
EP 1 024 222 A2,
DE 195 32 412 A1,
DE 199 55 880 A1 und
DE 198 56 307 C1.
Ein allgemeines Problem von Beschichtungsverfahren unter Einsatz eines pulverförmigen
Beschichtungsmaterials ist es jedoch, dass unter verhältnismäßig milden Beschichtungsbedingungen
nur eine unzureichende Beschichtungsqualität erreicht wird. Insbesondere bilden sich
bei einem unvollständigen Aufschmelzen der Partikel des pulverförmigen Beschichtungsmaterials
Hohlräume, die beispielsweise die optischen, haptischen oder elektrischen Eigenschaften,
die Barrierewirkung und/oder die Wärmeleitfähigkeit der Beschichtung beeinflussen
können.
[0008] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein für die Verwendung in Beschichtungsverfahren
geeignetes pulverförmiges Beschichtungsmaterial bereitzustellen, wobei die Herstellung
bekannter Beschichtungen verbessert oder die Herstellung neuer Beschichtungen ermöglicht
werden.
Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren bereitzustellen,
durch das unter möglichst milden Beschichtungsbedingungen (Temperatur, Geschwindigkeit
der auftreffenden Teilchen) die Erzeugung einer hochwertigen und homogenen Beschichtung
ermöglicht.
Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung eines pulverförmigen
Beschichtungsmaterials, das Vorteile gegenüber den bekannten pulverförmigen Beschichtungsmaterialien
beim Einsatz bei der Beschichtung von Substraten bietet.
Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung eines Partikel-haltigen pulverförmigen
Beschichtungsmaterials bei einem Beschichtungsverfahren ausgewählt aus der Gruppe
bestehend aus Kaltgasspritzen, Flammspritzen, Hochgeschwindigkeitsflammspritzen, thermischem
Plasmaspritzen und nichtthermischem Plasmaspritzen, wobei die Partikel einen relativen
Verformbarkeitsfaktor V
m von höchstens 0,1 aufweisen und der relative Verformbarkeitsfaktor gemäß Formel (I)
definiert ist:

wobei d die durchschnittliche geringste Dicke der Partikel, gemessen vertikal zur
und in der mittleren Hälfte der Längsachse der Partikel, und D
50 der mittlere Durchmesser der volumengemittelten Partikelgrößenverteilung ist, wobei
das pulverförmige Beschichtungsmaterial eine Korngrößenverteilung mit einem D
50-Wert aus einem Bereich von 1,5 bis 84 µm aufweist und wobei der Span des pulverförmigen
Beschichtungsmaterials einen Bereich von 0,4 bis 2,9 aufweist, wobei der Span gemäß
Formel (III) definiert ist:

und wobei die Partikel Metallpartikel umfassen oder sind und das Metall ausgewählt
wird aus der Gruppe bestehend aus Silber, Gold, Platin, Palladium, Vanadium, Chrom,
Mangan, Cobalt, Germanium, Antimon, Aluminium, Zink, Zinn, Eisen, Kupfer, Nickel,
Titan, Silizium, Legierungen und Mischungen davon.
[0009] Hierbei bezeichnet V
m den relativen Verformbarkeitsfaktor. Ferner kennzeichnet d die durchschnittliche
geringste Dicke der Partikel, gemessen vertikal zur und in der mittleren Hälfte der
Längsachse der Partikel. Zur Bestimmung dieser Dicke werden mindestens 50 zufällig
ausgewählte Partikel vermessen und hieraus der Mittelwert gebildet. Der Begriff D
50 ist die mittlere Partikelgröße bei der 50 % der volumengemittelten Partikelgrößenverteilung
unterhalb der genannten Größe liegen. Die Bestimmung des D
50 erfolgt vorzugsweise mittels Lasergranulometrie, wobei beispielsweise ein Partikelgrößenanalysator
vom Typ HELOS der Fa. Sympatec GmbH, Clausthal-Zellerfeld, Deutschland, eingesetzt
wird. Die Dispergierung eines trockenen Pulvers kann hierbei mit einer Dispergiereinheit
vom Typ Rodos T4.1 bei einem Primärdruck von beispielsweise 4 bar erfolgen. Alternativ
kann Größenverteilungskurve der Partikel beispielsweise mit einem Gerät der Fa. Quantachrome
(Gerät: Cilas 1064) gemäß Herstellerangaben vermessen werden. Hierzu werden 1,5 g
des pulverförmigen Beschichtungsmaterials in ca. 100 ml Isopropanol suspendiert, 300
Sekunden im Ultraschallbad (Gerät: Sonorex IK 52, Fa. Bandelin) behandelt und anschließend
mittels einer Pasteurpipette in die Probenvorbereitungszelle des Messgerätes gegeben
und mehrmals vermessen. Aus den einzelnen Messergebnissen werden die resultierenden
Mittelwerte gebildet. Die Auswertung der Streulichtsignale erfolgt dabei nach der
Fraunhofer Methode.
[0010] Bei bestimmten Ausführungsformen der vorgenannten Verwendung ist der relative Verformbarkeitsfaktor
unter Berücksichtigung der auf die Mohshärte von Silber bezogenen Mohshärte der Partikel
gemäß Formel (II) definiert:

wobei
HX die Mohshärte der Partikel und
HAg die Mohshärte von Silbers ist. Für Stoffe X mit einer Mohshärte (H
X) kleiner als die Mohshärte des Silbers (H
Ag) ist die Mohshärte des Silbers zu verwenden.
[0011] Bei bestimmten Ausführungsformen der vorgenannten Verwendungen beträgt der relative
Verformbarkeitsfaktor des pulverförmigen Beschichtungsmaterials höchstens 0,01.
[0012] Bei bestimmten Ausführungsformen der vorgenannten Verwendungen beträgt die technische
Elastizitätsgrenze der Partikel des pulverförmigen Beschichtungsmaterials mehr als
45 N/mm
2.
Bei bestimmten Ausführungsformen der vorgenannten Verwendungen beträgt der in [K]
gemessene Schmelzpunkt des Beschichtungsmaterials bis zu 60 % der in [K] gemessenen
Temperatur des im Beschichtungsverfahren eingesetzten auf das Substrat gerichteten
Mediums, beispielsweise des Gasstromes, der Verbrennungsflamme oder der Plasmaflamme.
[0013] Bei den erfindungsgemäßen Ausführungsformen der vorgenannten Verwendungen umfassen
oder sind die Partikel des pulverförmigen Beschichtungsmaterials Metallpartikel, wobei
das Metall ausgewählt wird aus der Gruppe bestehend aus Silber, Gold, Platin, Palladium,
Vanadium, Chrom, Mangan, Cobalt, Germanium, Antimon, Aluminium, Zink, Zinn, Eisen,
Kupfer, Nickel, Titan, Silizium, Legierungen und Mischungen davon.
Bei bestimmten Ausführungsformen der vorgenannten Verwendungen wird das Beschichtungsverfahren
ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Flammspritzen, und nichtthermisches Plasmaspritzen.
Vorzugsweise ist das Beschichtungsverfahren bei bestimmten der vorgenannten Ausführungsformen
das nichtthermische Plasmaspritzen.
[0014] Bei den erfindungsgemäßen Ausführungsformen der vorgenannten Verwendungen weist das
pulverförmige Beschichtungsmaterial eine Korngrößenverteilung mit einem D
50-Wert aus einem Bereich von 1,5 bis 84 µm auf.
Bei bestimmten Ausführungsformen der vorgenannten Verwendungen weist das pulverförmige
Beschichtungsmaterial eine Korngrößenverteilung mit einem D
10-Wert aus einem Bereich von 3,7 bis 26 µm, einen D
50-Wert aus einem Bereich von 6 bis 49 µm und einen D
90-Wert aus einem Bereich von 12 bis 86 µm auf.
[0015] Bei den erfindungsgemäßen Ausführungsformen der vorgenannten Verwendungen beträgt
der Span des pulverförmigen Beschichtungsmaterials höchstens 2,9, wobei der Span gemäß
Formel (III) definiert ist:

Bei bestimmten Ausführungsformen der vorgenannten Verwendungen sind die Partikel
des pulverförmigen Beschichtungsmaterials zumindest teilweise beschichtet. Bei bestimmten
der vorgenannten Ausführungsformen sind die Partikel des pulverförmigen Beschichtungsmaterials
beschichtet.
Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Beschichtung eines
Substrats ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Kaltgasspritzen, Flammspritzen,
Hochgeschwindigkeitsflammspritzen, thermischem Plasmaspritzen und nichtthermischem
Plasmaspritzen, wobei das Verfahren den Schritt umfasst, dass ein Partikel-haltiges
pulverförmiges Beschichtungsmaterial in ein auf das Substrat gerichtetes Medium eingebracht
wird, wobei die Partikel einen relativen Verformbarkeitsfaktor V
m von höchstens 0,1 aufweisen und der relative Verformbarkeitsfaktor gemäß Formel (I)
definiert ist:

wobei
d die durchschnittliche geringste Dicke der Partikel, gemessen vertikal zur und in
der mittleren Hälfte der Längsachse der Partikel, und
D50 der mittlere Durchmesser der volumengemittelten Partikelgrößenverteilung ist, wobei
das pulverförmige Beschichtungsmaterial eine Korngrößenverteilung mit einem D
50-Wert aus einem Bereich von 1,5 bis 84 µm aufweist und wobei der Span des pulverförmigen
Beschichtungsmaterials einen Bereich von 0,4 bis 2,9 aufweist, wobei der Span gemäß
Formel (III) definiert ist:

und wobei die Partikel Metallpartikel umfassen oder sind und das Metall ausgewählt
wird aus der Gruppe bestehend aus Silber, Gold, Platin, Palladium, Vanadium, Chrom,
Mangan, Cobalt, Germanium, Antimon, Aluminium, Zink, Zinn, Eisen, Kupfer, Nickel,
Titan, Silizium, Legierungen und Mischungen davon. Bei bestimmten Ausführungsformen
des vorgenannten Verfahrens wird das Verfahren ausgewählt aus der Gruppe bestehend
aus Flammspritzen und nichtthermischem Plasmaspritzen. Vorzugsweise ist das Beschichtungsverfahren
bei bestimmten der vorgenannten Ausführungsformen das nichtthermische Plasmaspritzen.
[0016] Bei bestimmten Ausführungsformen der vorgenannten Verfahren wird das pulverförmige
Beschichtungsmaterial als Aerosol gefördert.
[0017] Bei bestimmten Ausführungsformen der vorgenannten Verfahren ist das auf das Substrat
gerichtete Medium Luft oder wurde aus Luft erzeugt. Die vorgenannte Luft kann aus
der Umgebungsatmosphäre entnommen werden. Bei bestimmten Ausführungsformen, bei denen
beispielsweise eine besonders hohe Reinheit der Beschichtung gewünscht ist, wird die
Luft vor ihrem Einsatz gereinigt, wobei beispielsweise Staub und/oder Wasserdampf
abgetrennt wird. Ebenfalls kann es bevorzugt sein, dass auch die gasförmigen Bestandteile
der Luft außer Stickstoff und Sauerstoff weitgehend vollständig abgetrennt werden
(Gesamtmenge < 0,01 Vol.-%, vorzugsweise <0,001 Vol.-%).
[0018] Der Begriff "pulverförmiges Beschichtungsmaterial" im Sinne der vorliegenden Erfindung
bezieht sich auf ein Partikelgemisch, das auf das Substrat als Beschichtung aufgebracht
wird. Es ist hierbei nicht erforderlich, dass die erfindungsgemäßen Partikel des pulverförmigen
Beschichtungsmaterials eine gleichmäßige Dicke aufweisen. Ohne dass es als Einschränkung
der Erfindung verstanden werden soll, ist es die Ansicht der Erfinder, dass sich die
erfindungsgemäßen Partikel des pulverförmigen Beschichtungsmaterials besonders leicht
mechanisch verformen lassen und dadurch bedeutend einfacher Unebenheiten des Substrats
und Lücken in der bereits aufgebrachten Beschichtung ausfüllen können, ohne dass die
Notwendigkeit besteht, die Partikel mittels großer Menge thermischer Energie aufzuschmelzen
oder sehr stark zu beschleunigen, um ausreichend kinetische Energie zur Verformung
bereitzustellen. Dies wird beispielsweise nicht nur beobachtet bei gleichmäßig dünnen
Partikeln, sondern auch bei Partikeln unregelmäßiger Dicke, da die dünnsten Stellen
hierbei nach Ansicht der Erfinder als Schwachpunkte besonders leicht verformbar sind
und durch Verformung der Partikel an derartigen Schwachstellen eine besonders leichte
Anpassung an den Untergrund ermöglicht wird.
[0019] Zur Überraschung der Erfinder wurde gefunden, dass durch den Einsatz des erfindungsgemäßen
pulverförmigen Beschichtungsmaterials deutlich homogenere Beschichtungen mit verminderter
Anzahl und Größe oder sogar gänzlich ohne Hohlräume auch unter sehr milden Bedingungen
erhalten werden können. Dies wird erreicht durch die Herstellung und den Einsatz pulverförmiger
Beschichtungsmaterialien, die eine besonders hohe relative Verformbarkeit aufweisen.
Diese hohe relative Verformbarkeit wird hervorgerufen durch im Verhältnis zu der gemittelten
Größe der Gesamtpartikel sehr dünne Stellen oder Bereiche. Ohne dass es als Einschränkung
der Erfindung verstanden werden soll, ist es die Ansicht der Erfinder, dass derartige
dünne Stellen oder Bereiche Schwachstellen aufweisen, an denen eine Verformung der
Partikel besonders leicht stattfinden kann. Hierdurch erfolgt eine besonders gute
Anpassung an beispielsweise die Oberflächenstruktur des Substrats bereits unter sehr
milden Bedingungen.
[0020] Zudem wurde überraschenderweise beobachtet, dass das erfindungsgemäße pulverförmige
Beschichtungsmaterial während der Aufbringung der Beschichtung in verringertem Maße
von der Oberfläche des Substrats abspritzt. Ohne dass es als Einschränkung der Erfindung
verstanden werden soll, ist es die Ansicht der Erfinder, dass die höhere mechanische
Verformbarkeit der erfindungsgemäßen Partikel in einer leichteren Umsetzung der kinetischen
Energie in eine Verformung des Partikels resultiert, wodurch die Neigung zu einem
elastischen Stoß resultierend in einem Abspritzen der Partikel von dem zu beschichtenden
Substrat verringert wird, was beispielsweise besonders vorteilhaft bei der Verwendung
teurer oder schlecht recyclebarer Beschichtungsmaterialien ist. Dieser Effekt ist
von besonderer Bedeutung für Verfahren unter Verwendung hoher Gasgeschwindigkeiten,
insbesondere beispielsweise dem Kaltgasspritzen und dem Hochgeschwindigkeitsflammspritzen.
[0021] Die erfindungsgemäßen Partikel des pulverförmigen Beschichtungsmaterials zeichnen
sich daher durch die vorgenannte Obergrenze des relativen Verformbarkeitsfaktors aus.
Der relative Verformbarkeitsfaktor ist definiert gemäß Formel I

[0022] Hierbei bezeichnet V
m den relativen Verformbarkeitsfaktor. Ferner kennzeichnet d die durchschnittliche
geringste Dicke der Partikel, gemessen vertikal zur und in der mittleren Hälfte der
Längsachse der Partikel. Zur Bestimmung dieser durchschnittlichen Dicke werden mindestens
50 zufällig ausgewählte Partikel mittels REM vermessen und hieraus der Mittelwert
gebildet. Der Begriff D
50 bezeichnet die mittlere Partikelgröße bei der 50 % der volumengemittelten Partikelgrößenverteilung
unterhalb der genannten Größe liegen. Die Bestimmung des D
50 erfolgt vorzugsweise mittels Lasergranulometrie, wobei beispielsweise ein Partikelgrößenanalysator
vom Typ HELOS der Fa. Sympatec GmbH, Clausthal-Zellerfeld, Deutschland, eingesetzt
wird.
[0023] Die mechanische Verformbarkeit der Partikel ist jedoch in bestimmten Umfang auch
von der Härte des eingesetzten Materials abhängig. Bei bestimmten Ausführungsformen
kann es daher bevorzugt sein, einen Korrekturfaktor basierend auf der Mohshärte des
Materials einzuführen, sofern die Mohshärte über der des Silbers liegt. Für Stoffe
mit einer Mohshärte unter der des Silbers ist eine derartige Korrektur jedoch lediglich
geringfügig, weshalb für derartige Stoffe die Mohshärte von Silber verwendet wird.
Der korrigierte relative Verformbarkeitsfaktor ergibt sich hierbei aus Formel II

[0024] Hierbei ist H
Ag die Mohshärte des Silber (2,7) und H
X die Mohshärte des Materials der Partikel des pulverförmigen Beschichtungsmaterials.
[0025] In Fällen, in denen die Partikel des pulverförmigen Beschichtungsmaterials mit einer
Beschichtung versehen wurden, deren Mohshärte über der des zugrundeliegenden Materials
liegt, errechnet sich die betreffende Mohshärte des pulverförmigen Beschichtungsmaterials
durch Aufsummieren der Mohshärten der Materialien der Schichten korrigiert um den
relativen Anteil der betreffenden Schicht an der Gesamtdicke gemäß Formel IV:

[0026] Hierbei bezeichnet r
x den durchschnittlichen Anteil der Dicke der Schicht X am Gesamtpartikel. Die Bestimmung
der durchschnittlichen Dicke der Schicht erfolgt bevorzugt mittels REM durch Messung
von 50 zufällig ausgewählten Partikeln.
[0027] Insbesondere ist es bei bestimmten Ausführungsformen bevorzugt, dass der relative
Verformbarkeitsfaktor gemäß Formel (I) oder (II), gegebenenfalls unter Berücksichtigung
der Formel (IV), des erfindungsgemäßen pulverförmigen Beschichtungsmaterials einen
relativen Verformbarkeitsfaktor von höchstens 0,1, vorzugsweise von höchstens 0,07,
mehr bevorzugt von höchstens 0,05 und noch mehr bevorzugt höchstens 0,03 aufweist.
Insbesondere ist es bei bestimmten der vorgenannten Ausführungsformen bevorzugt, dass
der relative Verformbarkeitsfaktor des pulverförmigen Beschichtungsmaterials höchstens
0,01, vorzugsweise höchstens 0,007, mehr bevorzugt höchstens 0,005 und noch mehr bevorzugt
höchstens 0,003 beträgt.
[0028] Erfindungsgemäße Verfahren, die zum Aufbau von Beschichtungen eingesetzt werden können,
sind Kaltgasspritzen, thermisches Plasmaspritzen, nichtthermisches Plasmaspritzen,
Flammspritzen und Hochgeschwindigkeitsflammspritzen. Besonders stark wirkt sich die
Verwendung der erfindungsgemäßen pulverförmigen Beschichtungsmaterialien bei Verfahren
aus, bei denen keine besonders hohen kinetischen Energien auf die Partikel übertragen
werden, da eine ausreichende Verformung der Partikel bereits bei deutlich geringeren
Geschwindigkeiten erreicht wird. Bei bestimmten Ausführungsformen ist es daher bevorzugt,
dass das Verfahren ausgewählt wird aus der Gruppe bestehend aus thermisches Plasmaspritzen,
nichtthermisches Plasmaspritzen und Flammspritzen.
[0029] Viele pulverförmige Beschichtungsmaterialien werden in dem thermischen Plasma beim
thermischen Plasmaspritzen vollständig aufgeschmolzen, so dass lediglich eine Flüssigkeit
auf der Oberfläche des Substrates auftrifft und der zusätzliche Aufwand, verbunden
mit der Bereitstellung der erfindungsgemäßen pulverförmigen Beschichtungsmaterialien,
unökonomisch ist. Bei bestimmten Ausführungsformen wird das Verfahren daher ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Kaltgasspritzen, nichtthermisches Plasmaspritzen, Flammspritzen
und Hochgeschwindigkeitsflammspritzen, vorzugsweise aus der Gruppe bestehend aus nichtthermischen
Plasmaspritzen und Flammspritzen.
[0030] Die Verwendung eines Plasmas bietet den Vorteil, dass als Plasmagas auch nichtbrennbare
Gase eingesetzt werden können, wodurch der apparative Aufwand und insbesondere die
notwendigen Sicherheitsvorkehrungen erleichtert werden. So kann für die meisten Fälle
ein ungefährliches, einfach zu handhabendes Gas eingesetzt und für spezielle Verfahrensvarianten
geringe Mengen anderer Gase auf Lager gelegt werden. Bei bestimmten Ausführungsformen
ist es daher bevorzugt, dass das Verfahren ausgewählt wird aus der Gruppe bestehend
aus thermischen Plasmaspritzen und nichtthermischen Plasmaspritzen. Insbesondere ist
es bei bestimmten der vorgenannten Ausführungsformen bevorzugt, dass als Beschichtungsverfahren
das nichtthermische Plasmaspritzen genutzt wird.
[0031] Ferner wurde überraschenderweise gefunden, dass mittels den erfindungsgemäßen pulverförmigen
Beschichtungsmaterialien auch besonders homogene Beschichtungen unter schonenden Beschichtungsbedingungen
aus Stoffen hergestellt werden können, die eine hohe Dehngrenze aufweisen. Die Dehngrenze
ist ein relativer Grenzwert, der eine Relation zwischen der auf einen Werkstoff ausgeübten
Spannung der hieraus resultieren plastischen Verformung wiedergibt. Besondere Bedeutung
hat hierbei die 0,2%-Dehngrenze, die auch als technische Elastizitätsgrenze bezeichnet
wird. Bei bestimmten Ausführungsformen ist es bevorzugt, dass die technische Elastizitätsgrenze
des eingesetzten Beschichtungsmaterials mehr als 45 N/mm
2, vorzugsweise mehr als 70 N/mm
2, mehr bevorzugt mehr als 85 N/mm
2 und noch mehr bevorzugt mehr als 100 N/mm
2 beträgt. Insbesondere ist es bei bestimmten der vorgenannten Ausführungsformen bevorzugt,
dass die technische Elastizitätsgrenze des erfindungsgemäßen Beschichtungsmaterials
mehr als 130 N/mm
2, vorzugsweise mehr als 160 N/mm
2, mehr bevorzugt mehr als 190 N/mm
2 und noch mehr bevorzugt mehr als 210 N/mm
2 beträgt. Die Bestimmung der technischen Elastizitätsgrenze erfolgt hierbei gemäß
DIN EN ISO 6892. Ohne dass es als Einschränkung der Erfindung verstanden werden soll,
ist es die Ansicht der Erfinder, dass bislang verwendete pulverförmige Beschichtungsmaterialien
bei der Verwendung schonender Beschichtungsbedingungen beim Auftreffen auf die Oberfläche
nicht ausreichend verformbar waren, sich daher der Oberflächenstruktur bzw. Struktur
der bereits aufgebrachten Beschichtung nicht ausreichend anpassen konnten und Hohlräume
einschließen. Bei den erfindungsgemäßen pulverförmigen Beschichtungsmaterialien ist
es jedoch nicht mehr erforderlich, dass der gesamte Partikel verformt wird, sondern
lediglich die erfindungsgemäßen dünnen Stellen oder Bereiche müssen verformt werden,
um eine Anpassung an die vorhandene Oberflächenstruktur zur ermöglichen. Daher sind
deutlich geringere Kräfte zur Verformung von Stoffen mit hoher technischer Elastizitätsgrenze
erforderlich und bedeutend mildere Beschichtungsbedingungen können zur erfindungsgemäßen
Beschichtung eingesetzt werden.
[0032] Zudem wurde überraschenderweise gefunden, dass auch einfach zugängliche Partikel
mit deutlich ungleichmäßiger Dicke erfindungsgemäß eingesetzt werden können. Ohne
dass es als Einschränkung der Erfindung verstanden werden soll, ist es die Ansicht
der Erfinder, dass die vorgenannten Stellen geringster Dicke der Partikel die Verformbarkeit
maßgeblich beeinflussen und auch deutlich dickere vorhandene Stellen oder Bereiche
die Anpassung der Partikel an beispielsweise die Oberfläche des Substrats nicht in
gravierender Weise stören. Es kann daher bevorzugt sein, derart ungleichmäßige Partikel
einzusetzen, um beispielsweise den zusätzlichen Aufwand der Bereitstellung besonders
gleichmäßig ausgeformter Partikel einzusparen. Bei bestimmten Ausführungsformen ist
es daher bevorzugt, dass das durchschnittliche Verhältnis der größten Dicke zur geringsten
Dicke gemessen vertikal zur und in der mittleren Hälfte der Längsachse der Partikel
mindestens 1,3, vorzugsweise mindestens 1,4, mehr bevorzugt mindestens 1,5 und noch
mehr bevorzugt mindestens 1,6 beträgt. Insbesondere ist es bei bestimmten Ausführungsformen
bevorzugt, dass das durchschnittliche Verhältnis der dicksten Stelle zur dünnsten
Stelle gemessen vertikal zur und in der mittleren Hälfte der Längsachse der Partikel
mindestens 1,8, vorzugsweise mindestens 2,0, mehr bevorzugt mindestens 2,2 und noch
mehr bevorzugt mindestens 2,4 beträgt. Die Bestimmung der durchschnittlich größten
Dicke erfolgt analog zur Bestimmung der vorgenannten durchschnittlichen geringsten
Dicke. Das durchschnittliche Verhältnis der größten Dicke zur geringsten Dicke wird
durch den Mittelwert des Verhältnisses von mindestens 50 zufällig ausgewählten Partikeln
berechnet.
[0033] Ferner haben die Erfinder überraschenderweise gefunden, dass durch die Verwendung
der erfindungsgemäßen mechanisch leicht verformbaren pulverförmigen Beschichtungsmaterialien
auch der Einsatz von Beschichtungsmaterialien mit einem unerwartet hohen Schmelzpunkt
ermöglicht wird. Ohne dass es als Einschränkung der Erfindung verstanden werden soll,
ist es die Ansicht der Erfinder, dass den erfindungsgemäß ausgewählten Partikel des
pulverförmigen Beschichtungsmaterials bereits durch die im Beschichtungsverfahren
eingesetzte kinetische Energie eine zumindest weitgehend ausreichende Energie zur
Verfügung steht, um die Partikel an die Substratoberfläche bzw. die Lücken zwischen
bereits aufgebrachte Partikel anzupassen. Wenn überhaupt eine thermische Komponente
erforderlich ist, so wird eine deutlich verringerte Menge an thermischer Energie benötigt,
um eine feste Verbindung der aufgebrachten Partikel unter Ausbildung einer homogener
Schicht zu ermöglichen.
[0034] Beispielsweise können bei bestimmten Ausführungsformen erfindungsgemäße pulverförmige
Beschichtungsmaterialien auch zur Herstellung homogener Schichten eingesetzt werden,
wenn der in [K] gemessene Schmelzpunkt der Partikel des Beschichtungsmaterials bis
zu 60 %, vorzugsweise bis zu 70 %, mehr bevorzugt bis zu 80% und noch mehr bevorzugt
bis zu 85 % der in [K] gemessenen Temperatur des im Beschichtungsverfahren eingesetzten
Mediums, beispielsweise Gasstroms, der Verbrennungsflamme und/oder der Plasmaflamme
beträgt. Bei bestimmten der vorgenannten Ausführungsformen können ferner erfindungsgemäß
zu verwendende Partikel-haltige pulverförmige Beschichtungsmaterialien auch zur Herstellung
homogener Schichten eingesetzt werden, wenn der in [K] gemessene Schmelzpunkt der
Partikel des Beschichtungsmaterials bis zu 90 %, vorzugsweise bis zu 95 %, mehr bevorzugt
bis zu 100 % und noch mehr bevorzugt bis zu 105 % der in [K] gemessenen Temperatur
des im Beschichtungsverfahren eingesetzten Mediums, beispielsweise Gasstroms, der
Verbrennungsflamme und/oder der Plasmaflamme beträgt. Die vorgenannten Prozentzahlen
beziehen sich auf das Verhältnis der Schmelztemperatur des Beschichtungsmaterials
zur Temperatur des Gasstromes beim Kaltgasspritzen, der Verbrennungsflamme beim Flammspritzen
und Hochgeschwindigkeitsflammspritzen oder der Plasmaflamme beim nichtthermischen
oder thermischen Plasmaspritzen in [K]. Dies gilt insbesondere bei der Verwendung
des Kaltgasspritzens und des Hochgeschwindigkeitsflammspritzens. Die so erhaltene
Beschichtung weist nur wenige freie, vorzugsweise keine, Partikel- oder Kornstrukturen
auf. Die erfindungsgemäßen "homogenen Schichten" zeichnen sich dadurch aus, dass die
erzeugten Schichten weniger als 10 %, vorzugsweise weniger als 5 %, mehr bevorzugt
weniger als 3 %, noch mehr bevorzugt weniger als 1 % und am meisten bevorzugt weniger
als 0,1 % Hohlräume aufweisen. Insbesondere ist es bevorzugt, dass gar keine Hohlräume
zu erkennen sind. Der vorgenannte Begriff "Hohlraum" im Sinne der vorliegenden Erfindung
beschreibt den Anteil der in der Beschichtung eingeschlossenen Lücken an der zweidimensionalen
Fläche eines Querschliffes des beschichteten Substrates, bezogen auf die in der zweidimensionalen
Fläche enthaltene Beschichtung. Eine Bestimmung dieses Anteils erfolgt mittels REM
an 30 zufällig ausgewählten Stellen der Beschichtung, wobei beispielsweise eine Länge
von 100 µm der Substratbeschichtung betrachtet wird.
[0035] Zudem wurde überraschenderweise festgestellt, dass die erfindungsgemäßen Beschichtungen
eine deutlich verbesserte Wärmeleitfähigkeit aufweisen. Ohne dass es als Einschränkung
der Erfindung verstanden werden soll, ist es die Ansicht der Erfinder, dass die erfindungsgemäß
hergestellten Beschichtungen infolge beispielsweise ihrer deutlich höheren Homogenität
eine Wärmeleitfähigkeit aufweisen, die nahe an der Wärmeleitfähigkeit eines homogenen
Blockes des entsprechenden Beschichtungsmaterials liegt. Dies wird unter anderem darauf
zurückgeführt, dass keine Einschlüsse von Luft enthalten sind, die eine Wärmeleitung
behindern könnten.
[0036] Überraschenderweise hat sich ferner gezeigt, dass die Barrierewirkung der erfindungsgemäßen
Beschichtungen drastisch erhöht ist. Ohne dass es als Einschränkung der Erfindung
verstanden werden soll, ist es die Ansicht der Erfinder, dass die erfindungsgemäß
hergestellten Beschichtungen eine dichtere Struktur, glattere Oberfläche und gleichmäßigere
Ausformung aufweisen. Da bereits vereinzelte Lücken in der Beschichtung Angriffspunkte
für beispielsweise eine Korrosion des Substrats darstellen, bieten die erfindungsgemäß
hergestellten Beschichtungen mit dichterer Struktur und gleichmäßiger Ausformung einen
zuverlässigeren Schutz auch bei dünnen Beschichtungen, während die glattere Oberfläche
weniger Angriffsstellen bietet, bei denen beispielsweise durch mechanische Einwirkungen
eine Beschädigung der Beschichtung auftritt. Ferner lassen sich durch die erfindungsgemäß
hergestellten Beschichtungen auch definierte und zuverlässige Durchlässigkeiten der
Beschichtungen realisieren, da aus den vorgenannten Gründen beispielsweise keine unbegrenzt
durchlässigen Lücken vorhanden sind, die gleichmäßige Ausbildung der Beschichtung
eine gleichförmige Barrierewirkung über die Länge des beschichteten Substrats bietet
und mechanische Einwirkungen nicht leicht zu Schäden an der Beschichtung führen.
[0037] Die Bestimmung der Größenverteilung der Partikel erfolgt vorzugsweise mittels Lasergranulometrie.
Bei dieser Methode können die Partikel in Form eines Pulvers vermessen werden. Die
Streuung des eingestrahlten Laserlichts wird in verschiedene Raumrichtungen erfasst
und gemäß der Fraunhofer Beugungstheorie ausgewertet. Dabei werden die Partikel rechnerisch
als Kugeln behandelt. Somit beziehen sich die ermittelten Durchmesser stets auf den
über alle Raumrichtungen ermittelten Äquivalentkugeldurchmesser, unabhängig von der
tatsächlichen Form der Partikel. Es wird die Größenverteilung ermittelt, die in Form
eines Volumenmittels, bezogen auf den Äquivalentkugeldurchmesser berechnet wird. Diese
volumengemittelte Größenverteilung kann als Summenhäufigkeitsverteilung dargestellt
werden. Die Summenhäufigkeitsverteilung wird vereinfachend durch verschiedene Kennwerte
charakterisiert, beispielsweise den D
10-, D
50- oder D
90-Wert.
Die Messungen können beispielsweise mit dem Partikelgrößenanalysator HELOS der Fa.
Sympatec GmbH, Clausthal-Zellerfeld, Deutschland, durchgeführt werden.
[0038] Bei den erfindungsgemäßen Ausführungsformen weist das pulverförmige Beschichtungsmaterial
eine Korngrößenverteilung mit einem D
50-Wert von höchstens 84 µm, vorzugsweise höchstens 79 µm, mehr bevorzugt höchstens
75 µm und noch mehr bevorzugt höchstens 71 µm auf. Insbesondere ist es bei bestimmten
der vorgenannten Ausführungsformen bevorzugt, dass das pulverförmige Beschichtungsmaterial
eine Korngrößenverteilung mit einem D
50-Wert von höchstens 64 µm, vorzugsweise höchstens 61 µm, mehr bevorzugt höchstens
59 µm und noch mehr bevorzugt höchstens 57 µm aufweist.
Der Begriff "D
50" im Sinne der vorliegenden Erfindung bezeichnet die Partikelgröße, bei der 50 % der
vorgenannten mittels Lasergranulometrie volumengemittelten Partikelgrößenverteilung
unterhalb des angegebenen Wertes liegen. Die Messungen können beispielsweise gemäß
dem vorgenannten Messverfahren mit einem Partikelgrößenanalysator HELOS der Fa. Sympatec
GmbH, Clausthal-Zellerfeld, Deutschland, durchgeführt werden.
[0039] Bei den erfindungsgemäßen Ausführungsformen weist ferner das pulverförmige Beschichtungsmaterial
eine Korngrößenverteilung mit einem D
50-Wert von mindestens 1,5 µm, vorzugsweise mindestens 2 µm, mehr bevorzugt mindestens
4 µm und noch mehr bevorzugt mindestens 6 µm auf. Insbesondere ist es bei bestimmten
der vorgenannten Ausführungsformen bevorzugt, dass das pulverförmige Beschichtungsmaterial
eine Korngrößenverteilung mit einem D
50-Wert von mindestens 7 µm, vorzugsweise mindestens 9 µm, mehr bevorzugt mindestens
11 µm und noch mehr bevorzugt mindestens 13 µm aufweist.
[0040] Bei den erfindungsgemäßen Ausführungsformen weist das Pulver eine Korngrößenverteilung
mit einem D
50-Wert aus einem Bereich von 1,5 bis 84 µm, vorzugsweise aus einem Bereich von 2 bis
79 µm, mehr bevorzugt aus einem Bereich von 4 bis 75 µm und noch mehr bevorzugt aus
einem Bereich von 6 bis 71 µm auf. Insbesondere ist es bei bestimmten der vorgenannten
Ausführungsformen bevorzugt, dass das Pulver eine Korngrößenverteilung mit einem D
50-Wert aus einem Bereich von 7 bis 64 µm, vorzugsweise aus einem Bereich von 9 bis
61 µm, mehr bevorzugt aus einem Bereich von 11 bis 59 µm und noch mehr bevorzugt aus
einem Bereich von 13 bis 57 µm aufweist.
Bei anderen Ausführungsformen ist es beispielsweise bevorzugt, dass das Pulver eine
Korngrößenverteilung mit einem D
50-Wert aus einem Bereich von 1,5 bis 53 µm, vorzugsweise aus einem Bereich von 2 bis
51 µm, mehr bevorzugt aus einem Bereich von 2,5 bis 50 µm und noch mehr bevorzugt
aus einem Bereich von 3 bis 49 µm aufweist. Insbesondere ist es bei bestimmten der
vorgenannten Ausführungsformen bevorzugt, dass das Pulver eine Korngrößenverteilung
mit einem D
50-Wert aus einem Bereich von 3,5 bis 48 µm, vorzugsweise aus einem Bereich von 4 bis
47 µm, mehr bevorzugt aus einem Bereich von 4,5 bis 46 µm und noch mehr bevorzugt
aus einem Bereich von 5 bis 45 µm aufweist.
Bei wieder anderen Ausführungsformen ist es hingegen beispielsweise bevorzugt, dass
das Pulver eine Korngrößenverteilung mit einem D
50-Wert aus einem Bereich von 9 bis 84 µm, vorzugsweise aus einem Bereich von 12 bis
79 µm, mehr bevorzugt aus einem Bereich von 15 bis 75 µm, noch mehr bevorzugt aus
einem Bereich von 17 bis 71 µm aufweist. Insbesondere ist es bei bestimmten der vorgenannten
Ausführungsformen bevorzugt, dass das Pulver eine Korngrößenverteilung mit einem D
50-Wert aus einem Bereich von 19 bis 64 µm, vorzugsweise aus einem Bereich von 21 bis
61 µm, mehr bevorzugt aus einem Bereich von 23 bis 59 µm und noch mehr bevorzugt aus
einem Bereich von 25 bis 57 µm aufweist.
[0041] Bei weiteren bestimmten Ausführungsformen der Erfindung ist es bevorzugt, dass das
pulverförmige Beschichtungsmaterial eine Korngrößenverteilung mit einem D
90-Wert von höchstens 132 µm, vorzugsweise höchstens 122 µm, mehr bevorzugt höchstens
115 µm und noch mehr bevorzugt höchstens 109 µm. Insbesondere ist es bei bestimmten
der vorgenannten Ausführungsformen bevorzugt, dass das pulverförmige Beschichtungsmaterial
einen D
90-Wert von höchstens 97 µm, vorzugsweise höchstens 95 µm, mehr bevorzugt höchstens
91 µm und noch mehr bevorzugt höchstens 89 µm aufweist.
[0042] Der Begriff "D
90" im Sinne der vorliegenden Erfindung bezeichnet die Partikelgröße, bei der 90 % der
vorgenannten mittels Lasergranulometrie volumengemittelten Partikelgrößenverteilung
unterhalb des angegebenen Wertes liegen. Die Messungen können beispielsweise gemäß
dem vorgenannten Messverfahren mit einem Partikelgrößenanalysator HELOS der Fa. Sympatec
GmbH, Clausthal-Zellerfeld, Deutschland, durchgeführt werden.
[0043] Bei bestimmten Ausführungsformen ist es daher bevorzugt, dass das pulverförmige Beschichtungsmaterial
eine Korngrößenverteilung mit einem D
90-Wert von mindestens 9 µm, vorzugsweise mindestens 11 µm, mehr bevorzugt mindestens
13 µm und noch mehr bevorzugt mindestens 15 µm aufweist. Insbesondere ist es bei bestimmten
der vorgenannten Ausführungsformen bevorzugt, dass das pulverförmige Beschichtungsmaterial
eine Korngrößenverteilung mit einem D
90-Wert von mindestens 17 µm, vorzugsweise mindestens 19 µm, mehr bevorzugt mindestens
21 µm und noch mehr bevorzugt mindestens 22 µm aufweist.
[0044] Gemäß bestimmten bevorzugten Ausführungsformen weisen die pulverförmigen Beschichtungsmaterialien
eine Korngrößenverteilung mit einem D
90-Wert aus einem Bereich von 42 bis 132 µm, vorzugsweise aus einem Bereich von 45 bis
122 µm, mehr bevorzugt aus einem Bereich von 48 bis 115 µm und noch mehr bevorzugt
aus einem Bereich von 50 bis 109 µm auf. Insbesondere ist es bei bestimmten der vorgenannten
Ausführungsformen bevorzugt, dass das pulverförmige Beschichtungsmaterial einen D
90-Wert aus einem Bereich von 52 bis 97 µm, vorzugsweise aus einem Bereich von 54 bis
95 µm, mehr bevorzugt aus einem Bereich von 56 bis 91 µm und noch mehr bevorzugt aus
einem Bereich von 57 bis 89 µm aufweist.
[0045] Bei weiteren bestimmten Ausführungsformen der Erfindung ist es bevorzugt, dass das
pulverförmige Beschichtungsmaterial eine Korngrößenverteilung mit einem D
10-Wert von höchstens 9 µm, vorzugsweise höchstens 8 µm, mehr bevorzugt höchstens 7,5
µm und noch mehr bevorzugt höchstens 7 µm aufweist. Insbesondere ist es bei bestimmten
der vorgenannten Ausführungsformen bevorzugt, dass das pulverförmige Beschichtungsmaterial
eine Korngrößenverteilung mit einem D
10-Wert von höchstens 6,5 µm, vorzugsweise höchstens 6 µm, mehr bevorzugt höchstens
5,7 µm und noch mehr bevorzugt höchstens 5,4 µm aufweist.
[0046] Der Begriff "D
10" im Sinne der vorliegenden Erfindung bezeichnet die Partikelgröße, bei der 10 % der
vorgenannten mittels Lasergranulometrie volumengemittelten Partikelgrößenverteilung
unterhalb des angegebenen Wertes liegen. Die Messungen können beispielsweise gemäß
dem vorgenannten Messverfahren mit einem Partikelgrößenanalysator HELOS der Fa. Sympatec
GmbH, Clausthal-Zellerfeld, Deutschland, durchgeführt werden.
[0047] Andererseits neigen auch die pulverförmigen Beschichtungsmaterialien mit hohem Feinanteil
in starkem Maße zur Bildung von Feinstäuben, wodurch die Handhabung entsprechender
Pulver deutlich erschwert wird. Bei bestimmten Ausführungsformen ist es daher bevorzugt,
dass das pulverförmige Beschichtungsmaterial eine Korngrößenverteilung mit einem D
10-Wert von mindestens 0,2 µm, vorzugsweise mindestens 0,4 µm, mehr bevorzugt mindestens
0,5 µm und noch mehr bevorzugt mindestens 0,6 µm aufweisen. Insbesondere ist es bei
bestimmten der vorgenannten Ausführungsformen bevorzugt, dass das pulverförmige Beschichtungsmaterial
eine Korngrößenverteilung mit einem D
10-Wert von mindestens 0,7 µm, vorzugsweise 0,8 µm, mehr bevorzugt 0,9 µm und noch mehr
bevorzugt mindestens 1,0 µm aufweist.
[0048] Bei bestimmten bevorzugten Ausführungsformen ist das, pulverförmige Beschichtungsmaterial
dadurch gekennzeichnet, dass es eine Körngrößenverteilung mit einem D
10-Wert aus einem Bereich von 0,2 bis 9 µm, vorzugsweise aus einem Bereich von 0,4 bis
8 µm, mehr bevorzugt aus einem Bereich von 0,5 bis 7,5 µm und noch mehr bevorzugt
aus einem Bereich von 0,6 bis 7 µm aufweisen. Insbesondere ist es bei bestimmten der
vorgenannten Ausführungsformen bevorzugt, dass das pulverförmige Beschichtungsmaterial
eine Korngrößenverteilung mit einem D
10-Wert aus einem Bereich von 0,7 bis 6,5 µm, vorzugsweise aus einem Bereich von 0,8
bis 6 µm, mehr bevorzugt aus einem Bereich von 0,9 bis 5,7 µm und noch mehr bevorzugt
aus einem Bereich von 1,0 bis 5,4 µm aufweist
[0049] Insbesondere ist es beispielsweise bei bestimmten Ausführungsformen bevorzugt, dass
das pulverförmige Beschichtungsmaterial eine Korngrößenverteilung mit einem D
10-Wert von 3,7 bis 26 µm, einem D
50-Wert von 6 bis 49 µm und einem D
90-Wert von 12 bis 86 µm aufweist. Bei bestimmten der vorgenannten Ausführungsformen
ist es besonders bevorzugt, dass das pulverförmige Beschichtungsmaterial eine Korngrößenverteilung
mit einem D
10-Wert von 5,8 bis 26 µm, einem D
50-Wert von 11 bis 46 µm und einem D
90-Wert von 16 bis 83 µm aufweist. Bei bestimmten der vorgenannten Ausführungsformen
ist es noch mehr bevorzugt, dass das pulverförmige Beschichtungsmaterial eine Korngrößenverteilung
mit einem D
10-Wert von 9 bis 19 µm, einem D
50-Wert von 16 bis 35 µm und einem D
90-Wert von 23 bis 72 µm aufweist.
[0050] Bei weiteren bestimmten Ausführungsformen ist es beispielsweise bevorzugt, dass das
pulverförmige Beschichtungsmaterial eine Korngrößenverteilung mit einem D
10-Wert von 0,8 bis 60 µm, einem D
50-Wert von 1,5 bis 84 µm und einem D
90-Wert von 2,5 bis 132 µm aufweist. Bei bestimmten der vorgenannten Ausführungsformen
ist es besonders bevorzugt, dass das pulverförmige Beschichtungsmaterial eine Korngrößenverteilung
mit einem D
10-Wert von 2,2 bis 56 µm, einem D
50-Wert von 4 bis 79 µm und einem D
90-Wert von 4 bis 122 µm aufweist. Bei bestimmten der vorgenannten Ausführungsformen
ist es noch mehr bevorzugt, dass das pulverförmige Beschichtungsmaterial eine Korngrößenverteilung
mit einem D
10-Wert von 2,8 bis 49 µm, einem D
50-Wert von 6 bis 71 µm und einem D
90-Wert von 9 bis 109 µm aufweist.
[0051] Bei weiteren bestimmten Ausführungsformen ist es beispielsweise bevorzugt, dass das
pulverförmige Beschichtungsmaterial eine Korngrößenverteilung mit einem D
10-Wert von 4,8 bis 44 µm, einem D
50-Wert von 9 bis 64 µm und einem D
90-Wert von 13 bis 97 µm aufweist. Bei bestimmten der vorgenannten Ausführungsformen
ist es besonders bevorzugt, dass das pulverförmige Beschichtungsmaterial eine Korngrößenverteilung
mit einem D
10-Wert von 12 bis 41 µm, einem D
50-Wert von 23 bis 59 µm und einem D
90-Wert von 35 bis 91 µm aufweist. Bei bestimmten der vorgenannten Ausführungsformen
ist es noch mehr bevorzugt, dass das pulverförmige Beschichtungsmaterial eine Korngrößenverteilung
mit einem D
10-Wert von 15 bis 39 µm, einem D
50-Wert von 28 bis 57 µm und einem D
90-Wert von 41 bis 89 µm aufweist.
Ferner wurde beobachtet, dass die Förderbarkeit des pulverförmigen Beschichtungsmaterials
von der Breite der Korngrößenverteilung abhängig ist. Eine Berechnung dieser Breite
kann durch Angabe des sogenannten Span-Wertes erfolgen, welcher gemäß Formel (III)
definiert ist:

Die Erfinder haben gefunden, dass durch den Einsatz eines pulverförmigen Beschichtungsmaterials
mit niedrigerem Span bei bestimmten Ausführungsformen beispielsweise eine noch gleichmäßigere
Förderbarkeit des pulverförmigen Beschichtungsmaterials erzielt wird, wodurch die
Bildung einer homogeneren und höherqualitativen Schicht weiter vereinfacht wird. Bei
den erfindungsgemäßen Ausführungsformen ist daher der Span des pulverförmigen Beschichtungsmaterials
höchstens 2,9, vorzugsweise höchstens 2,6, mehr bevorzugt höchstens 2,4 und noch mehr
bevorzugt höchstens 2,1. Insbesondere ist es bei bestimmten der vorgenannten Ausführungsformen
bevorzugt, dass der Span des pulverförmigen Beschichtungsmaterials höchstens 1,9,
vorzugsweise höchstens 1,8, mehr bevorzugt höchstens 1,7 und noch mehr bevorzugt höchstens
1,6 ist.
Andererseits haben die Erfinder gefunden, dass nicht notwendigerweise ein sehr enger
Span zur Bereitstellung der gesuchten Förderbarkeit erforderlich ist, was die Herstellung
des pulverförmigen Beschichtungsmaterials erleichtert. Bei den erfindungsgemäßen Ausführungsformen
ist daher der Span-Wert des pulverförmigen Beschichtungsmaterials mindestens 0,4,
vorzugsweise mindestens 0,5, mehr bevorzugt mindestens 0,6 und noch mehr bevorzugt
mindestens 0,7.
[0052] Insbesondere ist es bei bestimmten Ausführungsformen bevorzugt, dass der Span-Wert
des pulverförmigen Beschichtungsmaterials mindestens 0,8, vorzugsweise mindestens
0,9, mehr bevorzugt mindestens 1,0 und noch mehr bevorzugt mindestens 1,1 ist.
Basierend auf der hierin offenbarten Lehre kann der Fachmann eine beliebige Kombination
insbesondere der vorgenannten Span-Wertgrenzwerte auswählen, um die gewünschten Eigenschaftskombination
bereitzustellen. Bei den erfindungsgemäßen Ausführungsformen ist weist das pulverförmige
Beschichtungsmaterial einen Span-Wert aus einem Bereich von 0,4 bis 2,9, vorzugsweise
aus einem Bereich von 0,5 bis 2,6, mehr bevorzugt aus einem Bereich von 0,6 bis 2,4
und noch mehr bevorzugt aus einem Bereich von 0,7 bis 2,1 auf. Insbesondere ist es
bei bestimmten der vorgenannten Ausführungsformen bevorzugt, dass das pulverförmige
Beschichtungsmaterial einen Span-Wert aus einem Bereich von 0,8 bis 1,9, vorzugsweise
aus einem Bereich von 0,9 bis 1,8, mehr bevorzugt aus einem Bereich von 1,0 bis 1,7
und noch mehr bevorzugt aus einem Bereich von 1,1 bis 1,6 aufweist.
Dem Fachmann ist bewusst, dass basierend auf der hierin offenbarten Lehre je nach
gewünschter Kombination der Vorteile bestimmte Kombinationen der Span-Grenzwerte oder
Wertbereiche mit den oben genannten bevorzugten D
50-Wertbereichen bevorzugt sind. Beispielsweise weist das pulverförmige Beschichtungsmaterial
bei bestimmten bevorzugten Ausführungsformen eine Korngrößenverteilung mit einem Span
aus einem Bereich von 0,4 bis 2,9 und einem D
50-Wert aus einem Bereich von 1,5 bis 53 µm, vorzugsweise aus einem Bereich von 2 bis
51 µm, mehr bevorzugt aus einem Bereich von 4 bis 50 µm, noch mehr bevorzugt aus einem
Bereich von 6 bis 49 µm und am meisten bevorzugt aus einem Bereich von 7 bis 48 µm
auf. Bei bestimmten bevorzugten der vorgenannten Ausführungsformen weist das pulverförmige
Beschichtungsmaterial eine Korngrößenverteilung mit einem Span aus einem Bereich von
0,5 bis 2,6 und einem D
50-Wert aus einem Bereich von 1,5 bis 53 µm, vorzugsweise aus einem Bereich von 2 bis
51 µm, mehr bevorzugt aus einem Bereich von 4 bis 50 µm, noch mehr bevorzugt aus einem
Bereich von 6 bis 49 µm und am meisten bevorzugt aus einem Bereich von 7 bis 48 µm
auf. Bei bestimmten weiter bevorzugten Ausführungsformen weist das pulverförmige Beschichtungsmaterial
eine Korngrößenverteilung mit einem Span aus einem Bereich von 0,6 bis 2,4 und einem
D
50-Wert aus einem Bereich von 1,5 bis 53 µm, vorzugsweise aus einem Bereich von 2 bis
51 µm, mehr bevorzugt aus einem Bereich von 4 bis 50 µm, noch mehr bevorzugt aus einem
Bereich von 6 bis 49 µm und am meisten bevorzugt aus einem Bereich von 7 bis 48 µm
auf. Bei bestimmten noch weiter bevorzugten Ausführungsformen weist das pulverförmige
Beschichtungsmaterial eine Korngrößenverteilung mit einem Span aus einem Bereich von
0,7 bis 2,1 und einem D
50-Wert aus einem Bereich von 1,5 bis 53 µm, vorzugsweise aus einem Bereich von 2 bis
51 µm, mehr bevorzugt aus einem Bereich von 4 bis 50 µm, noch mehr bevorzugt aus einem
Bereich von 6 bis 49 µm und am meisten bevorzugt aus einem Bereich von 7 bis 48 µm
auf.
[0053] Ferner wurde gefunden, dass die Dichte des pulverförmigen Beschichtungsmaterials
einen Einfluss auf die Förderung derartiger Pulver in Form eines Aerosols haben kann.
Ohne dass es als Einschränkung der Erfindung verstanden werden soll, ist es die Ansicht
der Erfinder, dass die Trägheitsunterschiede gleichgroßer Partikel unterschiedlicher
Dichte zu einem unterschiedlichen Verhalten der Aerosolströme pulverförmiger Beschichtungsmaterialien
mit identischer Korngrößenverteilung führen. Daher kann es sich als schwierig erweisen,
Förderungsverfahren, die für einen spezifischen D
50 optimiert wurden, auf pulverförmige Beschichtungsmaterialien anderer Dichte zu übertragen.
Bei bestimmten Ausführungsformen ist es daher bevorzugt, dass die obere Grenze des
Span-Wertes in Abhängigkeit von der Dichte des eingesetzten pulverförmigen Beschichtungsmaterials
gemäß Formel V korrigiert wird.

[0054] Hierbei ist Span
OK der korrigierte obere Span-Wert, Span
O der obere Span-Wert, ρ
Alu die Dichte von Aluminium (2,7 g/cm
3) und ρ
X die Dichte des eingesetzten pulverförmigen Beschichtungsmaterials. Es wurde jedoch
ferner gefunden, dass die Unterschiede bei pulverförmigen Beschichtungsmaterialien
mit einer geringeren Dichte als Aluminium nur geringfügig sind und eine diesbezüglich
optimierte Auswahl des pulverförmigen Beschichtungsmaterials keine merkliche Verbesserung
der Förderbarkeit bewirkt. Für pulverförmige Beschichtungsmaterialien mit einer Dichte
geringer als die Dichte von Aluminium wird daher ein pulverförmiges Beschichtungsmaterial
mit unkorrigiertem oberem Span-Wert eingesetzt.
[0055] Erfindungsgemäß einsetzbare Beschichtungsverfahren sind dem Fachmann unter den Namen
Kaltgasspritzen, thermisches Plasmaspritzen, nichtthermisches Plasmaspritzen, Flammspritzen
und Hochgeschwindigkeitsflammspritzen bekannt.
[0056] Das Kaltgasspritzen zeichnet sich dadurch aus, dass das aufzubringende Pulver nicht
im Gasstrahl aufgeschmolzen wird, sondern dass die Partikel stark beschleunigt werden
und infolge ihrer kinetischen Energie eine Beschichtung auf der Oberfläche des Substrats
bilden. Hierbei können verschiedene dem Fachmann bekannte Gase als Trägergas eingesetzt
werden wie Stickstoff, Helium, Argon, Luft, Krypton, Neon, Xenon, Kohlenstoffdioxid,
Sauerstoff oder Mischungen davon. Bei bestimmten Varianten ist es insbesondere bevorzugt,
dass als Gas, Luft, Helium oder Gemische davon eingesetzt werden.
[0057] Durch eine kontrollierte Expansion der vorgenannten Gase in einer entsprechenden
Düse werden Gasgeschwindigkeiten von bis zu 3000 m/s erreicht. Die Partikel können
hierbei auf bis zu 2000 m/s beschleunigt werden. Bei bestimmten Varianten des Kaltgasspritzens
ist es jedoch bevorzugt, dass sie Partikel beispielsweise Geschwindigkeiten zwischen
300 m/s und 1600 m/s, vorzugsweise zwischen 1000 m/s und 1600 m/s, mehr bevorzugt
zwischen 1250 m/s und 1600 m/s erreichen.
[0058] Nachteilig ist beispielsweise die große Lärmentwicklung, die durch die hohen Geschwindigkeiten
der verwendeten Gasströme hervorgerufen wird.
[0059] Beim Flammspritzen wird beispielsweise ein Pulver mittels einer Flamme in den flüssigen
oder plastischen Zustand überführt und dann als Beschichtung auf ein Substrat aufgetragen.
Hierbei wird z.B. eine Mischung aus Sauerstoff und einem brennbaren Gas wie Acetylen
oder Wasserstoff verbrannt. In bestimmten Varianten des Flammspritzens wird ein Teil
des Sauerstoff genutzt, um das pulverförmige Beschichtungsmaterial in die Verbrennungsflamme
zu befördern. Die Partikel erreichen bei gebräuchlichen Varianten dieses Verfahrens
Geschwindigkeiten zwischen 24 bis 31 m/s.
[0060] Ähnlich wie bei Flammspritzen wird auch beim Hochgeschwindigkeitsflammspritzen beispielsweise
ein Pulver mittels einer Flamme in einen flüssigen oder plastischen Zustand überführt.
Die Partikel werden jedoch im Vergleich zum vorgenannten Verfahren bedeutend höher
beschleunigt. Bei spezifischen Beispielen des vorgenannten Verfahrens wird beispielsweise
eine Geschwindigkeit des Gasstroms von 1220 bis 1525 m/s mit einer Geschwindigkeit
der Partikel von ca. 550 bis 795 m/s genannt. Bei weiteren Varianten dieses Verfahrens
werden jedoch auch Gasgeschwindigkeiten von über 2000 m/s erreicht. Im Allgemeinen
ist es bei gebräuchlichen Varianten des voranstehenden Verfahrens bevorzugt, dass
die Geschwindigkeit der Flamme zwischen 1000 und 2500 m/s liegt. Ferner ist es bei
gebräuchlichen Varianten bevorzugt, dass die Flammentemperatur zwischen 2200 °C und
3000 °C liegt. Die Temperatur der Flamme ist somit vergleichbar zur Temperatur beim
Flammspritzen. Dies wird erreicht durch Verbrennung der Gase unter einem Druck von
ca. 515 bis 621 kPa gefolgt von der Expansion der Verbrennungsgase in einer Düse.
Im Allgemeinen wird die Auffassung vertreten, dass hierbei erzeugte Beschichtungen
eine höhere Dichte aufweisen, verglichen mit beispielsweise Beschichtungen erhalten
durch das Flammspritzverfahren.
[0061] Das Detonations/Explosivflammspritzen kann als Unterart des Hochgeschwindigkeitsflammspritzens
betrachtet werden. Hierbei wird das pulverförmige Beschichtungsmaterial durch wiederholte
Detonationen eines Gasgemisches wie Acetylen/Sauerstoff stark beschleunigt, wobei
beispielsweise Partikelgeschwindigkeiten von ca. 730 m/s erreicht werden. Die Detonationsfrequenz
des Verfahrens wird hierbei beispielsweise zwischen ca. 4 bis 10 Hz. Bei Varianten
wie dem sogenannten Hochfrequenz-Gasdetonationsspritzen werden jedoch auch Detonationsfrequenzen
um ca. 100 Hz gewählt.
[0062] Die erhaltenen Schichten sollen gewöhnlicherweise eine besonders hohe Härte, Stärke,
Dichte und gute Bindung an die Substratoberfläche aufweisen. Nachteilig ist bei den
vorgenannten Verfahren der erhöhte Sicherheitsaufwand, sowie beispielsweise die große
Lärmbelastung aufgrund der hohen Gasgeschwindigkeiten.
[0063] Beim thermischen Plasmaspritzen wird beispielsweise ein Primärgas wie Argon mit einer
Geschwindigkeit von 40 l/min und ein Sekundärgas wie Wasserstoff mit einer Geschwindigkeit
von 2,5 l/min durch einen Gleichstromlichtbogenofen geleitet, wobei ein thermisches
Plasma erzeugt wird. Anschließend erfolgt die Zuführung von beispielsweise 40 g/min
des pulverförmigen Beschichtungsmaterials unter Hilfe eines Trägergasstromes, der
mit einer Geschwindigkeit von 4 l/min in die Plasmaflamme geleitet wird. Bei gebräuchlichen
Varianten des thermischen Plasmaspritzens beträgt die Förderrate des pulverförmigen
Beschichtungsmaterials zwischen 5 g/min und 60 g/min, mehr bevorzugt zwischen 10 g/min
und 40 g/min.
[0064] Bei bestimmten Varianten des Verfahrens ist es bevorzugt Argon, Helium oder Mischungen
davon als ionisierbares Gas einzusetzen. Der gesamte Gasstrom beträgt bei bestimmten
Varianten ferner bevorzugt 30 bis 150 SLPM (standard liters per minute). Die zur Ionisation
des Gasstromes eingesetzte elektrische Leistung ohne die infolge einer Kühlung abgeführte
Wärmeenergie kann beispielsweise zwischen 5 und 100 kW, vorzugsweise zwischen 40 und
80 kW, gewählt werden. Hierbei können Plasmatemperaturen zwischen 4000 und einigen
10000 K erreicht werden.
[0065] Beim nichtthermischen Plasmaspritzen wird ein nichtthermisches Plasma zur Aktivierung
des pulverförmigen Beschichtungsmaterials eingesetzt. Das hierbei verwendete Plasma
wird beispielsweise mit einer Barriereentladung oder Coronaentladung mit einer Frequenz
von 50 Hz bis 1 MHz erzeugt. In bestimmten Varianten des nichtthermischen Plasmaspritzens
ist es bevorzugt, dass bei einer Frequenz von 10 kHz bis 100 kHz gearbeitet wird.
Die Temperatur des Plasmas beträgt hierbei bevorzugt weniger als 3000 K, vorzugsweise
weniger als 2500 K und noch mehr bevorzugt weniger als 2000 K. Dies minimiert den
technischen Aufwand und hält den Energieeintrag in das aufzubringende Beschichtungsmaterial
möglichst gering, was wiederum eine schonende Beschichtung des Substrats erlaubt.
Die Größenordnung der Temperatur der Plasmaflamme ist somit bevorzugt vergleichbar
mit der beim Flammspritzen oder beim Hochgeschwindigkeitsflammspritzen. Durch gezielte
Wahl der Parameter lassen sich auch nichtthermische Plasmen erzeugen, deren Kerntemperatur
unter 1173 K oder sogar unter 773 K im Kernbereich beträgt. Die Messung der Temperatur
im Kernbereich erfolgt hierbei beispielsweise mit einem Thermoelement Typ NiCr/Ni
und einem Spitzendurchmesser von 3 mm in 10 mm Abstand vom Düsenaustritt im Kern des
austretenden Plasmastrahls bei Umgebungsdruck. Derartige nichtthermische Plasmen sind
insbesondere für Beschichtungen von sehr temperaturempfindlichen Substraten geeignet.
[0066] Zur Erzeugung von Beschichtungen mit scharfen Begrenzungen ohne die Notwendigkeit
gezielt Bereiche abdecken zu müssen, hat es sich als vorteilhaft erwiesen, insbesondere
die Austrittöffnung der Plasmaflamme derart zu gestalten, dass die Bahnbreiten der
erzeugten Beschichtungen zwischen 0,2 mm und 10 mm liegen. Dies ermöglicht eine sehr
genaue, flexible, energieeffiziente Beschichtung unter bestmöglicher Ausnutzung des
eingesetzten Beschichtungsmaterials. Als Abstand der Spritzlanze zum Substrat wird
beispielsweise eine Distanz von 1 mm gewählt. Dies ermöglicht eine größtmögliche Flexibilität
der Beschichtungen und gewährleistet gleichzeitig qualitativ hochwertige Beschichtungen.
Zweckdienlicherweise liegt der Abstand zwischen Spritzlanze und Substrat zwischen
1 mm und 35 mm.
[0067] Als ionisierbares Gas können im nichtthermischen Plasmaverfahren verschiedene, dem
Fachmann bekannte Gase und deren Mischungen eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind
Helium, Argon, Xenon, Stickstoff, Sauerstoff, Wasserstoff oder Luft, vorzugsweiseweise
Argon oder Luft. Ein besonders bevorzugtes ionisierbares Gas ist Luft.
[0068] Beispielsweise zur Verminderung der Lärmbelastung kann es auch hier bevorzugt sein,
dass die Geschwindigkeit des Plasmastromes unter 200 m/s liegt. Als Strömungsgeschwindigkeit
kann beispielsweise ein Wert zwischen 0,01 m/s und 100 m/s, vorzugsweise zwischen
0,2 m/s und 10 m/s gewählt werden. Insbesondere ist es bei bestimmten Ausführungsformen
beispielsweise bevorzugt, dass der Volumenstrom des Trägergases zwischen 10 und 25
l/min, mehr bevorzugt zwischen 15 und 19 l/min liegt.
[0069] Gemäß der erfindungsgemäßen Ausführungsform sind die Partikel des pulverförmigen
Beschichtungsmaterials vorzugsweise metallische Partikel oder metallhaltige Partikel.
Insbesondere ist es bevorzugt, dass der Metallgehalt der metallischen Partikel oder
metallhaltigen Partikel mindestens 95 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 99 Gew.-%, noch
mehr bevorzugt mindestens 99,9 Gew.-% ist. Bei den erfindungsgemäßen Ausführungsformen
wird das Metall oder die Metalle aus der Gruppe bestehend aus Silber, Gold, Platin,
Palladium, Vanadium, Chrom, Mangan, Cobalt, Germanium, Antimon, Aluminium, Zink, Zinn,
Eisen, Kupfer, Nickel, Titan, Silizium, Legierungen und Mischungen davon ausgewählt.
Insbesondere ist es bei bestimmten der vorgenannten Ausführungsformen bevorzugt, dass
das Metall oder die Metalle aus der Gruppe bestehend aus Silber, Gold, Aluminium,
Zink, Zinn, Eisen, Kupfer, Nickel, Titan, Silizium, Legierungen und Mischungen davon,
vorzugsweise aus der Gruppe bestehend aus Silber, Gold, Aluminium, Zink, Zinn, Eisen,
Nickel, Titan, Silizium, Legierungen und Mischungen davon, ausgewählt wird.
Gemäß weiteren bevorzugten Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens wird
das Metall oder werden die Metalle der Partikel des pulverförmigen Beschichtungsmaterials
ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Silber, Aluminium, Zink, Zinn, Kupfer, Legierungen
und Mischungen davon ausgewählt. Als bei spezifischen Ausführungsformen besonders
geeignete Partikel haben sich insbesondere metallische Partikel oder metallhaltige
Partikel erwiesen, bei denen das Metall oder die Metalle ausgewählt werden aus der
Gruppe bestehend aus Silber, Aluminium und Zinn.
[0070] Bei weiteren alternativen, nicht erfindungsgemäßen, kann besteht das pulverförmige
Beschichtungsmaterial aus anorganischen Partikeln, die vorzugsweise aus der Gruppe
bestehend aus Carbonaten, Oxiden, Hydroxiden, Carbiden, Halogeniden, Nitriden und
Mischungen davon ausgewählt werden. Besonders geeignet sind mineralische und/oder
metalloxidische Partikel.
[0071] Bei anderen nicht erfindungsgemäßen Ausführungsformen werden die anorganischen Partikel
alternativ oder zusätzlich aus der Gruppe bestehend aus Kohlepartikeln oder Graphitpartikeln
ausgewählt.
[0072] Eine weitere nicht erfindungsgemäße Möglichkeit besteht in der Verwendung von Mischungen
der metallischen Partikel und der vorgenannten anorganischen Partikel, wie beispielsweise
mineralische und/oder metalloxidische Partikel, und/oder den Partikeln, die aus der
Gruppe bestehend aus Carbonaten, Oxiden, Hydroxiden, Carbiden, Halogeniden, Nitriden
und Mischungen davon, ausgewählt werden.
[0073] Ferner kann, in einer nicht erfindungsgemäßen Ausführungsform, das pulverförmige
Beschichtungsmaterial Glaspartikel umfassen oder aus ihnen bestehen. Bei diesen Ausführungsformen
ist es insbesondere bevorzugt, dass das pulverförmige Beschichtungsmaterial beschichtete
Glaspartikel umfasst oder aus ihnen besteht.
[0074] Zudem umfasst das pulverförmige Beschichtungsmaterial bei bestimmten nicht erfindungsgemäßen,
Ausführungsformen organische und/oder anorganische Salze oder besteht aus ihnen.
[0075] Bei wieder anderen, nicht erfindungsgemäßen, Ausführungsformen umfasst das pulverförmige
Beschichtungsmaterial Kunststoffpartikel oder besteht aus ihnen. Die vorgenannten
Kunststoffpartikel werden gebildet aus beispielsweise reinen oder gemischten Homo-,
Co-, Block- oder Präpolymeren oder Mischungen davon. Hierbei können die Kunststoffpartikel
reine Kristalle sein oder Mischkristalle sein oder amorphe Phasen aufweisen. Die Kunststoffpartikel
können beispielsweise durch mechanische Zerkleinerung von Kunststoffen erhalten werden.
[0076] Bei bestimmten, nicht erfindungsgemäßen, Ausführungsformen des Verfahrens umfasst
oder besteht das pulverförmige Beschichtungsmaterial aus Mischungen von Partikeln
unterschiedlicher Materialien. Bei bestimmten bevorzugten Ausführungsformen besteht
das pulverförmige Beschichtungsmaterial insbesondere aus mindestens zwei, vorzugsweise
drei, verschiedenen Partikeln unterschiedlicher Materialien.
Die Partikel können über unterschiedliche Verfahren hergestellt sein. Beispielsweise
können die Metallpartikel durch Verdüsung oder Zerstäubung von Metallschmelzen erhalten
werden. Glaspartikel können durch mechanische Zerkleinerung von Glas oder aber auch
aus der Schmelze erzeugt werden. Im letzteren Fall kann die Glasschmelze ebenfalls
zerstäubt oder verdüst werden. Alternativ kann geschmolzenes Glas auch auf rotierenden
Elementen, beispielsweise einer Trommel, zerteilt werden.
Mineralische Partikel, metalloxidische Partikel und anorganische Partikel, die aus
der Gruppe, die aus Oxiden, Hydroxiden, Carbonaten, Carbiden, Nitriden, Halogeniden
und Mischungen davon besteht, ausgewählt werden, können erhalten werden, indem die
natürlich vorkommenden Mineralien, Gesteine, etc. zerkleinert und nachfolgend größenklassiert
werden.
Das Größenklassieren kann beispielsweise mittels Zyklonen, Windsichtern, Sieben, etc.
durchgeführt werden.
Bei bestimmten Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung sind die erfindungsgemäßen
leicht verformbaren Partikel des pulverförmigen Beschichtungsmaterials mit einer Beschichtung
versehen worden, um beispielsweise eine verbesserte Oxidationsstabilität während der
Lagerung des pulverförmigen Beschichtungsmaterials bereitzustellen.
[0077] Bei bestimmten bevorzugten Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung kann die
vorgenannte Beschichtung ein Metall umfassen oder aus einem Metall bestehen. Eine
derartige Beschichtung eines Partikels kann geschlossen oder partikulär ausgebildet
sein, wobei Beschichtungen mit geschlossener Struktur bevorzugt sind. Die Schichtdicke
einer derartigen metallischen Beschichtung liegt vorzugsweise unter 1 µm, mehr bevorzugt
unter 0,8 µm und noch mehr bevorzugt unter 0,5 µm. Bei bestimmten Ausführungsformen
weisen derartige Beschichtungen eine Dicke von mindestens 0,05 µm, mehr bevorzugt
von mindestens 0,1 µm auf. Bei bestimmten Ausführungsformen besonders bevorzugte Metalle
zur Verwendung in einer der vorgenannten Beschichtungen, vorzugsweise als Hauptbestandteile,
werden ausgewählt aus der Gruppe bestehen aus Kupfer, Titan, Gold, Silber, Zinn, Zink,
Eisen, Silicium, Nickel und Aluminium, vorzugsweise aus der Gruppe bestehend aus Gold,
Silber, Zinn und Zink, weiter bevorzugt aus der Gruppe bestehend aus Silber, Zinn
und Zink. Der Begriff Hauptbestandteil im Sinne der vorgenannten Beschichtung bezeichnet,
dass das betreffende Metall oder eine Mischung der vorgenannten Metalle mindestens
90 Gew.-%, vorzugsweise 95 Gew.-%, weiter bevorzugt 99 Gew.-% des Metallgehalts der
Beschichtung darstellen. Es muss verstanden werden, dass im Falle einer partiellen
Oxidation der Sauerstoffanteil der entsprechenden Oxidschicht nicht eingerechnet wird.
Die Herstellung derartiger metallischer Beschichtungen kann beispielsweise mittels
der Gasphasensynthese oder nasschemischen Verfahren erfolgen.
[0078] Bei weiteren bestimmten Ausführungsformen sind die erfindungsgemäßen Partikel des
pulverförmigen Beschichtungsmaterials zusätzlich oder alternativ mit einer Metalloxidschicht
beschichtet. Vorzugsweise besteht diese Metalloxidschicht im Wesentlichen aus Siliziumoxid,
Aluminiumoxid, Boroxid, Zirkoniumoxid, Ceroxid, Eisenoxid, Titanoxid, Chromoxid, Zinnoxid,
Molybdänoxid, deren Oxidhydraten, deren Hydroxiden und Mischungen davon. Bei bestimmten
bevorzugten Ausführungsformen besteht die Metalloxidschicht im Wesentlichen aus Siliziumoxid.
Der vorgenannte Begriff "besteht im Wesentlichen aus" im Sinne der vorliegenden Erfindung
bedeutet, dass mindestens 90 %, vorzugsweise mindestens 95 %, mehr bevorzugt mindestens
98 %, noch mehr bevorzugt mindestens 99 % und am meisten bevorzugt mindestens 99,9
% der Metalloxidschicht aus den vorgenannten Metalloxiden besteht, jeweils bezogen
auf die Anzahl der Teilchen der Metalloxidschicht, wobei gegebenenfalls enthaltenes
Wasser nicht mitgerechnet wird. Die Bestimmung der Zusammensetzung der Metalloxidschicht
kann mittels dem Fachmann bekannter Verfahren wie beispielsweise dem Sputtern in Kombination
mit XPS oder TOF-SIMS erfolgen. Insbesondere ist es bei bestimmten der vorgenannten
Ausführungsformen bevorzugt, dass die Metalloxidschicht kein Oxidationsprodukt eines
darunter befindlichen Metallkernes darstellt. Die Aufbringung einer derartigen Metalloxidschicht
kann beispielsweise mit dem Sol-Gel-Verfahren erfolgen.
[0079] Bei bestimmten bevorzugten Ausführungsformen wird das Substrat aus der Gruppe bestehend
aus Kunststoffsubstraten, anorganischen Substraten, Cellulose-haltigen Substraten
und Mischungen davon ausgewählt.
[0080] Bei den Kunststoffsubstraten kann es sich beispielsweise um Kunststofffolien oder
Formkörper aus Kunststoffen handeln. Die Formkörper können dabei geometrisch einfache
oder komplexe Formen aufweisen. Der Kunststoffformkörper kann beispielsweise ein Bauteil
aus der Kraftfahrzeugindustrie oder der Bauindustrie sein.
[0081] Bei den Cellulose-haltigen Substraten kann es sich um Pappe, Papier, Holz, Holzenthaltende
Substrate, etc. handeln.
[0082] Die anorganischen Substrate können beispielsweise metallische Substrate, wie Bleche
oder metallische Formkörper oder keramische oder mineralische Substrate oder Formkörper
sein. Die anorganischen Substrate können auch Solarzellen oder Siliziumwaver sein,
auf die beispielsweise elektrisch leitfähige Beschichtungen oder Kontakte aufgebracht
werden.
[0083] Als anorganische Substrate können auch Substrate aus Glas, wie beispielsweise Glasscheiben,
verwendet werden. Das Glas, insbesondere Glasscheiben, können unter Verwendung des
erfindungsgemäßen Verfahrens beispielsweise mit elektrochromen Beschichtungen versehen
werden.
[0084] Die mittels dem erfindungsgemäßen Verfahren beschichteten Substrate sind für sehr
unterschiedliche Anwendungen geeignet.
[0085] Bei bestimmten Ausführungsformen weisen die Beschichtungen optische und/oder elektromagnetische
Wirkungen auf. Hierbei können die Beschichtungen Reflexionen oder Absorptionen hervorrufen.
Ferner können die Beschichtungen elektrisch leitfähig, semi-leitfähig oder nichtleitend
sein.
[0086] Elektrisch leitfähige Schichten können beispielsweise in der Form von Leiterbahnen
auf Bauteile aufgebracht werden. Dies kann beispielsweise dazu verwendet werden, um
die Stromführung im Rahmen des Bordnetzes bei einem Kraftfahrzeugbauteil zu ermöglichen.
Ferner kann eine derartige Leiterbahn jedoch auch beispielsweise als Antenne, als
Abschirmung, als elektrischer Kontakt, etc. geformt sein. Dies ist beispielsweise
besonders vorteilhaft für RFID-Anwendungen (radio frequency identifcation). Weiterhin
können erfindungsgemäße Beschichtungen beispielsweise für Heizzwecke oder zur gezielten
Beheizung spezieller Bauteile oder spezieller Teile größerer Bauteile verwendet werden.
[0087] Bei weiteren bestimmten Ausführungsformen dienen die erzeugten Beschichtungen als
Gleitschichten, Diffusionsbarrieren für Gase und Flüssigkeiten, Verschleiß- und/oder
Korrosionsschutzschichten. Weiterhin können die erzeugten Beschichtungen die Oberflächenspannung
von Flüssigkeiten beeinflussen oder haftvermittelnde Eigenschaften aufweisen.
[0088] Die erfindungsgemäß hergestellten Beschichtungen können ferner als Sensorflächen,
beispielsweise als Mensch-Maschine-Schnittstelle (HMI: Human-Machine-Interface), beispielsweise
in Form eines Berührungsbildschirmes (Touch Screen) verwendet werden. Ebenso können
die Beschichtungen zur Abschirmung von elektromagnetischen Interferenzen (EMI) oder
zum Schutz vor elektrostatischen Entladungen (ESD) verwendet werden. Die Beschichtungen
können auch verwendet werden, um eine elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) zu
bewirken.
[0089] Ferner können durch die Verwendung der erfindungsgemäßen Partikel Schichten appliziert
werden, die beispielsweise zum Erhöhung der Stabilität entsprechender Bauteile nach
deren Reparatur aufgetragen werden. Ein Beispiel sind Reparaturen im Flugzeugsektor,
wobei beispielsweise ein Materialschwund infolge von Bearbeitungsschritten ausgeglichen
werden muss oder eine Beschichtung beispielsweise zur Stabilisierung aufgetragen werden
soll. Dies erweist sich als schwierig für beispielsweise Aluminiumbauteile und erfordert
normalerweise Nachbearbeitungsschritte wie das Sintern. Mittels der erfindungsgemäßen
Verfahren können hingegen festhaftende Beschichtung unter sehr schonenden Bedingungen
aufgebracht werden, auch ohne dass Nachbearbeitungsschritte wie Sintern erforderlich
sind.
[0090] Bei wieder anderen Ausführungsformen dienen die Beschichtungen als elektrische Kontakte
und erlauben eine elektrische Verbindung zwischen verschiedenen Materialien.
[0091] Dem Fachmann ist bewusst, dass die vorstehend im Hinblick auf das erfindungsgemäße
Verfahren angegebenen Spezifizierungen bezüglich des pulverförmigen Beschichtungsmaterials
und der darin enthaltenen Partikel entsprechend auch für die Verwendung des pulverförmigen
Beschichtungsmaterials und der darin enthaltenen Partikel gelten, sowie umgekehrt.
Abbildungen
[0092] Abbildungen 1 bis 4 zeigen einen Wafer, welcher zunächst mittels Solarkontaktpaste
und nachfolgend mittels nichtthermischen Plasmaspritzen beschichtet wurde, wobei ein
erfindungsgemäßes pulverförmiges Kupfer-Beschichtungsmaterial eingesetzt wurde.
Beispiele
[0093] Verwendete Materialien und Methoden.
[0094] Die Bestimmung der Größenverteilung der Partikel der verwendeten pulverförmigen Beschichtungsmaterialien
erfolgte mittels eines HELOS Gerätes (Sympatec, Deutschland). Für die Messung wurden
3 g des pulverförmigen Beschichtungsmaterials in das Messgerät gegeben und vor der
Messung für 30 Sekunden mit Ultraschall behandelt. Zur Dispergierung wurde eine Rodos
T4.1 Dispergiereinheit eingesetzt, wobei der Primärdruck 4 bar betrug. Die Auswertung
erfolgte mit der Standardsoftware des Gerätes.
[0095] Das erfindungsgemäße Verfahren wird nunmehr anhand der nachstehenden Beispiele näher
erläutert, ohne dabei auf die Bespiele beschränkt zu sein.
Beispiel 1: Flammspritzen von Kupferpartikeln
[0096] Mittels einer Flammspritzanlage der Firma CASTOLIN wurden mittels einer Acetylen/Sauerstoffflamme
sphärische Kupferpartikel, die eine relative Verformbarkeit von ca. 0,6 aufweisen,
mit einem D
50-Wert von 54 µm (Vergleichsbeispiel 1.1), sowie Kupferpartikel mit einem relativen
Verformbarkeitsfaktor von 0,03 und einem D
50-Wert von 55 µm (erfindungsgemäßes Beispiel 1.2) auf ein Blech aufgebracht. Die erhaltenen
Bleche wurden mittels REM untersucht.
[0097] Bereits beim Aufsprühen des erfindungsgemäß zu verwendenden pulverförmigen Beschichtungsmaterials
zeigt sich, dass bedeutend weniger Material von dem Blech abspritzt. Das erfindungsgemäß
beschichtete Blech ist in Bezug auf seine Optik wie auch Haptik deutlich homogener.
REM-Aufnahmen der Oberflächen belegen die Ausbildung größerer einheitlicher Bereiche
der Beschichtung, während die Oberfläche des Vergleichsbeispiels durch eine Vielzahl
vereinzelter Partikel geprägt ist. Ferner zeigt der Querschliff, dass in der Beschichtung
des erfindungsgemäßen Bleches enthaltene Hohlräume bedeutend kleiner sind.
Beispiel 2: nichtthermisches Plasmaspritzen von Kupferpartikeln
[0098] Die Applikation des pulverförmigen Beschichtungsmaterials erfolgte mittels einer
Plasmatron Anlage der Firma Inocon, Attnang-Puchheim, Österreich. Als ionisierbares
Gas wurde Argon verwendet. Hierbei wurden Standardprozessparameter genutzt.
[0099] Hierbei wurde ein nicht erfindungsgemäßes pulverförmiges Beschichtungsmaterial mit
einem relativen Verformbarkeitsfaktor von 0,6 und einem D
50 von 25 µm, sowie ein erfindungsgemäßes pulverförmiges Beschichtungsmaterial mit einem
relativen Verformbarkeitsfaktor von 0,009 und einem D
50 von 35 µm eingesetzt. Als Substrat diente ein mit Solarkontaktpaste beschichteter
Wafer. Hierbei wurde beobachtet, dass die höheren Energien. welche vom Fachman normalerweise
zum Aufbringen der pulverförmigen Beschichtungsmaterialien gewählt werden, zu einer
Beschädigung des Wafers führen können. Bei schonenderen Bedingungen wurden hingegen
mit einem pulverförmigen Beschichtungsmaterial mit einem relativen Verformbarkeitsfaktor
von 0,6 keine befriedigenden Beschichtungen mehr erzielt, da beispielsweise die Anhaftung
der Beschichtungen nicht mehr zufriedenstellend war.
[0100] Die erfindungsgemäßen pulverförmigen Beschichtungsmaterialien ermöglichen hingegen
eine Applikation auch unter sehr milden Bedingungen. Beispielsweise kann eine sehr
niedrige Aufbringungsgeschwindigkeit und/oder eine sehr niedrige Temperatur gewählt
werden. Die Abbildungen 1 bis 4 zeigen verschiedene Ausschnitte eines applizierten
erfindungsgemäßen pulverförmigen Beschichtungsmaterials. Die applizierte Beschichtung
passt sich gut der ungleichmäßigen Oberflächenstruktur der Solarkontaktpaste an und
dringt partiell sogar darin ein ohne die Struktur der Solarkontaktpaste zu beeinträchtigen
oder gar den Wafer zu beschädigen.