[0001] Die Erfindung betrifft eine Aufzugsanlage mit einem Fahrkorb.
[0002] Eine solche Aufzugsanlage arbeitet üblicherweise mit elektrischer Energie, z.B. ist
ein Motor, der für die Bewegung des Fahrkorbs sorgt, in der Regel als Elektromotor
ausgebildet. In oder an dem Fahrkorb gibt es weitere elektrische Verbraucher; und
genauso gibt es in Installationen in dem Gebäude (oder einer sonstigen Einrichtung),
in dem (bzw. der) die Aufzugsanlage vorgesehen ist, weitere elektrische Verbraucher.
Für den Betrieb der Aufzugsanlage steht in der Regel elektrische Energie aus einem
Verbrauchernetz zur Verfügung. Es soll aber gewährleistet sein, dass bei einem Netzausfall
in einem Fahrkorb befindliche Personen aus diesem befreit werden können. Zu diesem
Zwecke muss eine Notrufeinrichtung im Falle eines Stromausfalls betreibbar sein, die
in dem Fahrkorb befindlichen Personen sollen zumindest eine Notbeleuchtung haben,
und schließlich soll der Fahrkorb auf eine Etagenposition verfahrbar sein und seine
Türen sollen geöffnet werden können. Typischerweise werden Hilfsspannungsquellen im
Aufzug bereitgestellt, um den für solche Aufgaben erforderlichen elektrischen Strom
bereitzustellen. Eine Schwierigkeit besteht darin, dass sich jeweils zumindest ein
Element umfassende Gruppen von elektrischen Verbrauchern durch die Betriebsspannung
voneinander unterscheiden. Aus diesem Grund muss eine Vielzahl von Spannungswandlern
bereitgestellt werden, und dies unter Umständen sowohl für den Betrieb aus dem herkömmlichen
Verbrauchernetz, das Wechselstrom zuführt, als auch für den Betrieb mit der Hilfsspannungsquelle,
die Gleichstrom zuführt oder eine Wechselspannung mit anderen Eigenschaften als die,
welche über das Verbrauchernetz bereitgestellt wird.
[0003] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher darin, eine Aufzugsanlage mit
elektrischen Verbrauchern so zu verbessern, dass für eine zuverlässige Versorgung
mit elektrischer Spannung gesorgt ist, insbesondere in einem Notbetrieb.
[0004] Die Aufgabe wird durch eine Aufzugsanlage mit einem Fahrkorb gelöst, wobei die Aufzugsanlage
eine Mehrzahl von jeweils zumindest ein Element umfassenden Gruppen von elektrischen
Verbrauchern umfasst, wobei sich die Gruppen durch eine ihren elektrischen Verbrauchern
jeweils gemeinsame Betriebsspannung voneinander unterscheiden, und wobei die Aufzugsanlage
ferner eine Mehrzahl von Akkumulatoren, insbesondere Bleiakkumulatoren, umfasst, welche
einzeln oder in Reihenschaltung mit einer Gruppe von elektrischen Verbrauchern koppelbar
oder gekoppelt sind; hierbei sind unterschiedliche Gruppen entweder mit unterschiedlichen
Akkumulatoren unterschiedlicher Polspannung oder mit unterschiedlichen Anzahlen von
Akkumulatoren insbesondere gleicher Polspannung koppelbar oder werden gekoppelt. Durch
die Erfindung wird das Konzept eingeführt, Akkumulatoren als Speicher für elektrische
Energie in einer Aufzugsanlage zu verwenden. Dadurch, dass solche Akkumulatoren typischerweise
Polspannungen haben, die viel kleiner als die durch die elektrischen Verbraucher in
wenigstens einem Teil der Gruppen benötigten Betriebsspannung ist, lässt sich durch
Variation hinsichtlich des Abgriffs der Spannung von den Akkumulatoren und Verschaltungen
derselben eine Vielzahl von Betriebsspannungen bereitstellen, sodass gesonderte Netzteile
für einen Gleichspannungsbetrieb entfallen. In solchen Akkumulatoren kann ohnehin
vorhandene elektrische Energie zu geeigneten Zeitpunkten gespeichert werden. Es kann
sich hierbei um elektrische Energie handeln, die aus einem Verbrauchernetz stammt,
etwa zu Zeiten abgeführt wird, zu denen die elektrische Energie besonders günstig
ist (etwa in den Nachtstunden); genauso kann auch beim Betrieb der Aufzugsanlage elektrische
Energie zurück gewonnen werden, nämlich dann, wenn die Nettobilanz des Lastentransports
beinhaltet, dass Gewicht von oben nach unten verlagert wird; das ist beispielsweise
dann der Fall, wenn ein Fahrkorb schwerer beladen ist als ein Gegengewicht und nach
unten fährt.
[0005] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfasst eine Gruppe von elektrischen
Verbrauchern die Komponenten einer elektrischen Notrufeinrichtung. Es ist wichtig,
dass eine solche Notrufeinrichtung unabhängig von dem elektrischen Verbrauchernetz
betreibbar ist. Typischerweise hat eine solche Notrufeinrichtung eine Betriebsspannung
von 12 V. Sie kann daher mit genau einem Akkumulator koppelbar oder gekoppelt sein,
um den Betrieb der Notrufeinrichtung unabhängig von dem Verbrauchernetz zu gewährleisten.
Insbesondere Bleiakkumulatoren haben eine nominelle Polspannung von 12 V. Eine mit
einem oder mehreren Akkumulatoren koppelbare oder gekoppelte Gruppe von elektrischen
Verbrauchern kann auch eine Steuereinrichtung umfassen. Eine solche Steuereinrichtung
ist für den Betrieb von vielen (mehreren) oder sämtlichen elektrischen Komponenten
der Aufzugsanlage zuständig und wird daher in einem Notfall ebenfalls benötigt. Eine
solche Steuereinrichtung hat typischerweise eine Betriebsspannung von 24 V, sie kann
also mit einer Reihenschaltung aus zwei Bleiakkumulatoren gekoppelt werden.
[0006] Die beiden oder mehreren Akkumulatoren sind insbesondere auch mit einer Gruppe von
elektrischen Verbrauchern koppelbar, welche einen oder mehrere Antriebe für jeweils
zumindest eine Fahrkorbtür umfasst. Insbesondere in einem Notfall ist es wesentlich,
dass auch die Fahrkorbtür oder Fahrkorbtüren geöffnet werden können, damit die im
Fahrkorb befindlichen Personen diesen verlassen können. Solche Antriebe haben typischerweise
eine Betriebsspannung von zwischen 32-40 V, beispielsweise von 36 V, sodass diese
Antriebe mit einer Reihenschaltung von drei Bleiakkumulatoren gekoppelt werden können,
gegebenenfalls kann hier noch ein Widerstandselement hinzutreten oder aber auch ein
vierter Bleiakkumulator in Reihe verwendet werden.
[0007] Eine mit einem oder mehreren Bleiakkumulatoren gekoppelte Gruppe von elektrischen
Verbrauchern umfasst bevorzugt auch einen oder mehrere Elektromagnete zum Öffnen einer
am Antriebsmotor angeordneten Haltebremse. Mit Hilfe einer solchen Bremse wird im
stromlosen Zustand gewährleistet, dass der Fahrkorb nicht in eine unkontrollierte
Bewegung nach unten gerät. Solche Elektromagnete haben beispielsweise und vorzugsweise
eine Betriebsspannung von 204 V, welche durch eine Reihenschaltung von vielen Bleiakkumulatoren
(z.B. von exakt siebzehn Bleiakkumulatoren) bereitgestellt werden kann.
[0008] Damit in einem Notfall die Personen in dem Fahrkorb etwas sehen können, umfasst eine
mit einem oder mehreren Akkumulatoren gekoppelte oder koppelbare Gruppe von elektrischen
Verbrauchern Leuchtmittel (wie etwa Leuchtdioden) und/oder eine Komponente eines Sicherheitskreises.
[0009] Solche elektrischen Verbraucher haben vorzugsweise eine Betriebsspannung von 228
V, was durch eine Reihenschaltung von einer Mehrzahl von Bleiakkumulatoren (etwa genau
neunzehn) bereitgestellt werden kann.
[0010] Die Verschaltung der verschiedenen Gruppen von elektrischen Verbrauchern kann insbesondere
beinhalten, dass eine Gruppe, die elektrische Verbraucher mit einer ersten Betriebsspannung
umfasst, mit einer ersten Gruppe von in Reihe geschalteten Akkumulatoren koppelbar
oder gekoppelt ist, wobei dann eine zweite Gruppe, welche elektrische Verbraucher
mit einer zweiten Betriebsspannung aufweist, die höher als die erste Betriebsspannung
ist, mit den Akkumulatoren der ersten Gruppe und zumindest einem in Reihe zu diesen
Akkumulatoren der ersten Gruppe geschalteten weiteren Akkumulatoren gekoppelt ist.
Auf diese Weise ist es möglich, einen gemeinsamen Abgriff vorzusehen, der etwa mit
Masse gekoppelt ist, der jeweils zweite Abgriff variiert dann mit der Betriebsspannung.
[0011] Ein Energiespeicher, wie es vorliegend die Mehrzahl von Akkumulatoren darstellt,
kann in einer Aufzugsanlage in vorteilhafter Weise in Verbindung mit einem Frequenzregelgerät
bereitgestellt werden, das die folgenden Eigenschaften aufweist: Das Frequenzregelgerät
umfasst einen Gleichrichter, der eine Netz-Wechselspannung in eine Gleichspannung
wandelt. Es umfasst außerdem einen Wechselrichter, der die Gleichspannung in eine
Wechselspannung mit einer variablen Frequenz wandelt. Die Gleichspannung hat typischerweise
die Größenordnung von ca. 500 V, und bei Auswahl einer geeigneten Anzahl von Akkumulatoren
(etwa von 42 Bleiakkumulatoren, die eine Spannung von 504 V bereitstellen), kann an
der Stelle, an der die Gleichspannung bereitgestellt ist, die Reihenschaltung aller
Akkumulatoren bereitgestellt sein. Auf diese Weise ist schaltungstechnisch sehr einfach
die Möglichkeit gegeben, die Gleichspannung statt aus dem Verbrauchernetz nach Umwandlung
durch den Gleichrichter unmittelbar durch die Akkumulatoren bereitzustellen. Das Frequenzregelgerät
hat in einer Aufzugsanlage insbesondere die Aufgabe, eine Drehbewegung des Antriebsmotors
mit einer bestimmten Drehzahl zu bewirken, die von der Netzfrequenz, die die Netz-Wechselspannung
hat, unabhängig ist.
[0012] Bevorzugt wird ein solches Frequenzregelgerät in einer Aufzugsanlage mit einem Treibscheibenantrieb
vorgesehen. Bei einer solchen Aufzugsanlage ist der Fahrkorb über Tragseile mit einem
Gegengewicht verbunden, wobei die Tragseile über eine Treibscheibe geführt sind, und
wobei die Treibscheibe mit einer elektrischen Maschine gekoppelt ist. Die elektrische
Maschine ist ausgelegt, als Elektromotor zu arbeiten, um die Treibscheibe anzutreiben
und damit den Fahrkorb und das Gegengewicht zu bewegen. Vorliegend kann vorgesehen
sein, dass die elektrische Maschine auch ausgelegt ist, als Generator zu arbeiten,
um aufgrund einer Drehung der Treibscheibe elektrische Energie zu gewinnen und die
so gewonnene elektrische Energie den Akkumulatoren der Aufzugsanlage zuzuführen; dann
können die Akkumulatoren eben zur Speicherung von elektrischer Energie dienen, die
beim laufenden Betrieb der Aufzugsanlage in geeigneten Situationen gewonnen wird.
Auf diese Weise werden Kosten für Energie eingespart. Die Aufzugsanlage weist insbesondere
ferner einen Sensor zum Erfassen der Drehzahl und der Drehrichtung der Treibscheibe
auf, und die Ausgangssignale dieses Sensors werden in einer Datenverarbeitungseinrichtung
(insbesondere einem Mikroprozessor) des Frequenzregelgerätes zugeführt. Die Datenverarbeitungseinrichtung
steuert dann dort drei Schalter (insbesondere in Form von Halbleiterschaltern) des
Wechselrichters in dem Frequenzregelgerät getaktet an. Mit einer solchen Ansteuerung
ist es sowohl möglich, die Gleichspannung in die Wechselspannung zu wandeln, als auch
umgekehrt die durch die elektrische Maschine bei ihrer Funktionsweise als Generator
gewonnene Wechselspannung in die benötigte Gleichspannung zu wandeln.
[0013] Die Akkumulatoren können in einem geeigneten Betriebsraum der Aufzugsanlage angeordnet
werden. Nicht jede Aufzugsanlage umfasst jedoch einen solchen Betriebsraum. In diesem
Falle können die Akkumulatoren im Bereich an dem Aufzugsschacht (an den Wänden etc.)
bereitgestellt werden. Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist in Verbindung mit
dem Treibscheibenantrieb vorgesehen, dass zumindest ein Teil der Akkumulatoren das
Gegengewicht bildet oder Teil desselben ist. Diese Ausführungsform kann auch dann
umgesetzt werden, wenn die Reihenschaltung aus den Akkumulatoren nicht mit dem Anschlußpol
zwischen dem Gleichrichter und dem Wechselrichter eines Frequenzregelgeräts gekoppelt
ist. Wenn die Akkumulatoren das Gegengewicht bilden oder Teil desselben sind, wird
die Notwendigkeit zum Bereitstellen eines solchen Gegengewichts auf positive Weise
genutzt: In einem Aufzugsschacht ist insbesondere Platz für das Herauf- und Herunterfahren
des Gegengewichts vorgesehen, dieser Platz kann eben gerade durch die Akkumulatoren
eingenommen werden. Man spart dann das gesonderte Gegengewicht, die Bleiakkumulatoren
sind insbesondere von hohem Eigengewicht (spezifischem Gewicht) und erfüllen daher
das Erfordernis, dass das Gegengewicht auf kompakte Weise bereitgestellt ist.
[0014] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist in diesem Aspekt vorgesehen, dass das Gegengewicht
und der Fahrkorb über ein hängendes elektrisches Kabel miteinander elektrisch verbunden
sind. Auf diese Weise werden diejenigen Gruppen von elektrischen Verbrauchern, die
in oder an dem Fahrkorb vorgesehen sind, unmittelbar über das hängende elektrische
Kabel elektrisch versorgt. Zusätzlich kann das Gegengewicht auch über ein hängendes
Kabel mit einer Einrichtung an einer Wand des Aufzugsschachts gekoppelt sein, etwa
zum Versorgen der nicht in oder an dem Fahrkorb bereitgestellten elektrischen Verbraucher
in einem Notbetrieb.
[0015] Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung unter Bezug auf die
Zeichnung beschrieben, in der:
- Fig. 1
- eine elektrische Verschaltung mehrerer Verbrauchereinheiten mit einer Reihenschaltung
von Bleiakkumulatoren veranschaulicht,
- Fig. 2
- in einer halbschematischen Darstellung eine erfindungsgemäße Aufzugsanlage veranschaulicht,
- Fig. 3
- ein bei der Aufzugsanlage aus Fig. 2 eingesetztes Frequenzregelgerät veranschaulicht,
- Fig. 4
- eine halbschematische Darstellung einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Aufzugsanlage veranschaulicht und
- Fig. 5
- eine halbschematische Darstellung einer noch weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Aufzugsanlage veranschaulicht.
[0016] Die Fig. 1 zeigt eine Reihenschaltung von Bleiakkumulatoren B1, B2, B3, B4, B5, ...,
B17, B18, B19, ..., B42. Sie zeigt außerdem sechs Verbrauchereinrichtungen V1, V2,
V3, V4, V5, V6, die jeweils eine Gruppe von elektrischen Verbrauchern repräsentieren,
welche jeweils eine unterschiedliche Betriebsspannung aufweisen.
[0017] Diese elektrische Verbrauchereinrichtungen V1 bis V6 werden nachfolgend unter Bezug
auf die Fig. 2 und 3 näher beschrieben.
[0018] Die Fig.2 zeigt eine im Ganzen mit 100 bezeichnete Aufzugsanlage, welche einen Fahrkorb
10 und ein Gegengewicht 12 umfasst, die über Tragseile 14 miteinander gekoppelt sind.
[0019] Die Tragseile 14 sind über eine Treibscheibe 16 geführt und dort reibschlüssig aufgenommen.
Es kann eine weitere Umlenkrolle 18 vorgesehen sein. Die Treibscheibe 16 ist mit einer
elektrischen Maschine 20 gekoppelt, die im herkömmlichen Betrieb mit Strom aus einem
Drei-Phasen-Netz betrieben wird, das symbolisch gezeigt und mit 22 bezeichnet ist.
Der Drei-Phasen-Wechselstrom aus dem öffentlichen Netz wird einem Frequenzregelgerät
24 zugeführt, welches einzeln in Fig. 3 gezeigt ist. In dem Frequenzregelgerät gibt
es einen Gleichrichter 26, der den Drei-Phasen-Wechselstrom auf eine Gleichspannung
von ca. 500 V gleichrichtet. Nun wird mithilfe eines Drehzahlsensors 28 (der beispielsweise
inkrementell arbeitet und zugleich die Drehzahlrichtung erfasst) die Drehzahl eines
Rotors 30 der elektrischen Maschine und damit die Drehzahl der Treibscheibe 16 erfasst
und ein entsprechendes Messsignal an einen Mikrocontroller 32 des Frequenzregelgeräts
24 gesendet. Es ist die Aufgabe des Mikrocontrollers 32, die Beaufschlagung der elektrischen
Maschine mit einem Drehstrom von genau der Frequenz der Drehung der Treibscheibe 16
zu bewirken. Hierzu sind in einer Wechselrichterstufe 34 des Frequenzregelgeräts 24
drei Halbleiterschalter 36 vorgesehen, die durch den Mikrocontroller 32 angesteuert
werden, und dies in einem von der durch den Sensor 28 erfassten Drehzahl abhängigen
Takt.
[0020] Es soll aber auch durch die gesamte Anordnung die Möglichkeit gegeben sein, Energie
beim Betrieb der Aufzugsanlage zurückzugewinnen. Dies ist insbesondere dann möglich,
wenn der Fahrkorb 10 so schwer beladen ist, dass er schwerer ist als das Gegengewicht
12, und gleichzeitig herabgefahren werden soll. Dies ist auch dann der Fall, wenn
der Fahrkorb 10 wenig beladen ist, so dass das Gegengewicht 12 schwerer ist als der
Fahrkorb, und wenn der Fahrkorb 10 heraufgefahren wird. In diesen beiden Fällen kann
die elektrische Maschine 20 als Generator betrieben werden: Sie führt dann Strom wieder
zurück, wobei auch hier die Wechselrichterstufe 34 des Frequenzregelgeräts 24 verwendet
werden kann. Damit die Energie nun nicht in das öffentliche Netz 22 zurückgespeist
werden muss, ist ein elektrischer Energiespeicher 38 zwischen einem Abgriff A und
einer Masseleitung N geschaltet, wobei der Abgriff A sich genau zwischen dem Gleichrichter
26 und der Wechselrichterstufe 34, also am Gleichstromzwischenkreis, befindet.
[0021] Der elektrische Energiespeicher 38 im Gleichstromzwischenkreis ist nun genau durch
die Reihenschaltung aus den Bleiakkumulatoren B1, B2, B3, ..., B42 bereitgestellt.
Diese Bleiakkumulatoren bilden, wie aus Fig. 2 ersichtlich, nun aber gleichseitig
auch das Gegengewicht 12 oder sind Teil desselben.
[0022] Das Blei der Bleiakkumulatoren hat ein hohes spezifisches Gewicht und eignet sich
daher in besonderem Maße zur Verwendung in einem Gegengewicht. Hier muss lediglich
noch die geeignete Maßnahme getroffen werden, wie elektrischer Strom zu dem sich herauf-
und herunterbewegenden Gegengewicht fließen kann und wieder zurück.
[0023] Das Gegengewicht ist beispielsweise über ein hängendes Kabel 42 mit einem elektrischen
Anschluß im Bereich einer Wand 44 des Aufzugsschachts vorgesehen. Genauso kann auch
ein hängendes Kabel (alternativ oder zusätzlich) zu dem Fahrkorb 10 geführt sein (was
nicht in der Zeichnung gezeigt ist).
[0024] Die in der Fig. 1 gezeigten Verbrauchereinrichtungen V1, V2, V3, V4, V5, V6 sind
ebenfalls in der Fig. 2 gezeigt.
[0025] Die elektrische Verbrauchereinrichtung V1 ist vorliegend eine Notrufeinrichtung,
die in dem Fahrkorb 10 verwendet wird; ein Abgriff zu dem Fahrkorb erfolgt beispielsweise
durch ein hängendes Kabel, im Falle der Fig. 2 beispielsweise durch ein hängendes
Kabel 54 von dem Fahrkorb 10 zu einem Anschluss 56 an eine Wand 44 des Aufzugsschachtes.
Es soll insbesondere gemäß Fig. 1 ein Abgriff zwischen dem ersten Bleiakkumulator
B1 und dem zweiten Bleiakkumulator B2 erfolgen, so dass eine Spannung von 12 V durch
den ersten Bleiakkumulator B1 zur Verfügung steht.
[0026] Die zweite Verbrauchereinrichtung V2 erhält Spannung von einer Reihenschaltung der
Bleiakkumulatoren B1 und B2, also eine Gleichspannung von + 24 V. Bei dieser zweiten
Verbrauchereinrichtung handelt es sich beispielsweise um eine Steuereinrichtung für
den Betrieb der Aufzugsanlage. In Fig. 2 ist diese Steuereinrichtung V2 als Teil des
Fahrkorbs 10 gezeigt, sie kann insbesondere aber auch außerhalb des Fahrkorbs 10 angeordnet
sein.
[0027] Die dritte Verbrauchereinrichtung V3 erhält elektrische Spannung durch eine Reihenschaltung
der Bleiakkumulatoren B1, B2 und B3, somit ein Potential von + 36 V. Bei der dritten
elektrischen Verbrauchereinrichtung V3 handelt es sich beispielsweise um Elektromotoren
zum Öffnen und Schließen von Fahrkorbtüren 58a, 58b des Fahrkorbs 10.
[0028] Die vierte Verbrauchereinrichtung V4 erhält die Spannung aus einer Reihenschaltung
von 17 Bleiakkumulatoren B1, B2, B3, ..., B17, somit ein elektrisches Potential von
+ 204 V. Bei der vierten elektrischen Verbrauchereinrichtung handelt es sich beispielsweise
um einen Elektromagneten zum Öffnen von Bremsbacken 60, die am Antriebsmotor des Aufzugs
vorgesehen sind.
[0029] Die fünfte elektrische Verbrauchereinrichtung V5 wird durch eine Reihenschaltung
von 19 Bleiakkumulatoren B1, B2, B3, ..., B17, B18, B19 gespeist, sodass ein Potential
von + 128 V anliegt. Bei der fünften Verbrauchereinrichtung V5 handelt es sich beispielsweise
um eine Beleuchtungseinrichtung für den Fahrkorb 10, insbesondere für den Falle eines
Notbetriebs desselben.
[0030] Die sechste Verbrauchereinrichtung V6 erhält die Spannung der Reihenschaltung sämtlicher
zweiundvierzig Bleiakkumulatoren B1, B2, B3 bis B42. Es handelt sich hierbei u.a.
um die Betriebsspannung des Gleichstromzwischenkreises des Frequenzregelgeräts 24.
Diese Spannung ist gleichzeitig die Spannung, die zwischen dem Potenzialabgriff A
und der Masseleitung N anliegt.
[0031] Die Versorgung der sechs Verbrauchereinrichtungen V1 bis V5 sowie des Frequenzregelgeräts
als Verbrauchereinrichtung V6 mit elektrischer Energie aus den Bleiakkumulatoren soll,
neben dem Normalbetrieb, insbesondere in einem Notfall erfolgen, wenn das Verbrauchernetz
ausgefallen ist.
[0032] Eine weitere Ausführungsform der Erfindung betrifft ebenfalls eine Aufzugsanlage
mit Treibscheibenantrieb. Bei dieser in Fig. 4 gezeigten und im Ganzen mit 100' bezeichneten
Aufzugsanlage ist jedoch ein herkömmliches Gegengewicht 12' in Form von schweren Stahl-
oder Bleiplatten bereitgestellt. Die Bleiakkumulatoren B1, B2, B3, ..., B42 sind an
einer Wand 44 des Aufzugsschachtes bereitgestellt. Die Verschaltung kann hierbei genauso
sein, wie oben zu Fig. 1 erläutert.
[0033] Eine andere Ausführungsform der Erfindung, die anhand von Fig. 5 erläutert ist, ist
nicht mit einem Treibscheibenantrieb versehen, sondern ein Elektromotor 30, wickelt
über eine Wickelrolle 16' das Tragseil für den Fahrkorb 10 auf. Auch hier sind die
Bleiakkumulatoren B1, B2, B3, ..., B42 im Bereich einer Wand 44 des Aufzugsschachts
vorgesehen. Ein Frequenzregelgerät 24' kann nach Art des Frequenzregelgeräts 24 aus
Fig. 3 gebaut sein, aber auch von diesem verschieden sein.
[0034] Bei der Aufzugsanlage 100' aus Fig. 4 bzw. 100" aus Fig. 5 können die Bleiakkumulatoren
B1, B2, B3..., B42 anstatt an der Wand 44 des Aufzugsschachtes auch in einem gesonderten
Betriebsraum, z.B. über- oder unterhalb des Bewegungsraums des Fahrkorbs 10, bereitgestellt
sein.
Bezugszeichenliste
[0035]
- 10
- Fahrkorb
- 12,12'
- Gegengewicht
- 14
- Tragseil
- 16
- Treibscheibe
- 20
- Elektrische Maschine
- 24
- Frequenzregelgerät
- 26
- Gleichrichter
- 28
- Sensor
- 32
- Datenverarbeitungseinrichtung
- 34
- Wechselrichter
- 36
- Halbleiterschalter
- 44
- Wand des Aufzugsschachts
- 54
- hängendes Kabel
- 56
- Anschluss
- 58a, 58b
- Fahrkorbtüren
- 60
- Bremsbacken
- 100, 100', 100"
- Aufzugsanlage
- A
- Anschlusspol
- B1, B2, B3 bis B42
- Bleiakkumulatoren
- V1, V2, V2, V4, V5, V6
- Verbraucher
1. Aufzugsanlage (100, 100', 100") mit einem Fahrkorb (10), welche eine Mehrzahl von
jeweils zumindest ein Element umfassenden Gruppen von elektrischen Verbrauchern (V1,
V2, V3, V4, V5, V6) umfasst, wobei sich die Gruppen durch eine ihren elektrischen
Verbrauchern jeweils gemeinsame Betriebsspannung voneinander unterscheiden, und mit
einer Mehrzahl von Akkumulatoren, insbesondere Bleiakkumulatoren (B1, B2, B3, ...,
B42), welche einzeln oder in Reihenschaltung mit einer Gruppe von elektrischen Verbrauchern
(V1, V2, V3, V4, V5, V6) koppelbar oder gekoppelt sind, wobei unterschiedliche Gruppen
entweder mit unterschiedlichen Akkumulatoren unterschiedlicher Polspannung oder mit
unterschiedlichen Anzahlen von Akkumulatoren (B1, B2, B3, ..., B42) insbesondere gleicher
Polspannung koppelbar oder gekoppelt sind.
2. Aufzugsanlage (100, 100', 100") nach Anspruch 1, bei der eine Gruppe von elektrischen
Verbrauchern (V1) die Komponenten einer elektrischen Notrufeinrichtung umfasst, die
vorzugsweise eine Betriebsspannung von 12 V haben.
3. Aufzugsanlage (100, 100', 100") nach Anspruch 1 oder 2, bei dem eine Gruppe von elektrischen
Verbrauchern (V2) eine Steuereinrichtung umfasst, die vorzugsweise eine Betriebsspannung
von 24 V hat.
4. Aufzugsanlage (100, 100', 100") nach einem der vorgehenden Ansprüche, bei der eine
Gruppe von elektrischen Verbrauchern (V3) einen oder mehrere Antriebe für jeweils
zumindest eine Fahrkorbtür (58a, 58b) umfasst, die vorzugsweise eine Betriebsspannung
von zwischen 32 bis 40 V, besonders vorzugsweise von 36 V haben.
5. Aufzugsanlage (100, 100', 100") nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der eine
Gruppe von elektrischen Verbrauchern (V4) einen oder mehrere Elektromagnete (60) zum
Öffnen einer am Antriebsmotor angeordneten Bremse umfasst, die vorzugsweise eine Betriebsspannung
von 204 V haben.
6. Aufzugsanlage (100, 100', 100") nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der eine
Gruppe von elektrischen Verbrauchern (V5) Leuchtmittel, insbesondere mit Leuchtdioden
und/oder eine Komponente eines Sicherheitskreises umfasst, wobei die Verbraucher vorzugsweise
eine Betriebsspannung von 228 V haben.
7. Aufzugsanlage (100, 100', 100") nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der eine
Gruppe, die elektrische Verbraucher mit einer ersten Betriebsspannung umfasst, mit
einer ersten Gruppe von in Reihe geschalteten Akkumulatoren koppelbar oder gekoppelt
ist, und eine zweite Gruppe, die elektrische Verbraucher mit einer zweiten Betriebsspannung
umfasst, die höher als die erste Betriebsspannung ist, mit den Akkumulatoren der ersten
Gruppe und zumindest einem in Reihe zu diesen Akkumulatoren geschalteten weiteren
Akkumulator gekoppelt ist.
8. Aufzugsanlage (100, 100', 100") nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einem
Frequenzregelgerät (24), das einen Gleichrichter (26) aufweist, der eine Netz-Wechselspannung
in eine Gleichspannung wandelt, und mit einem Wechselrichter (34), der die Gleichspannung
in eine Wechselspannung mit einer variablen Frequenz wandelt, wobei zwischen dem Gleichrichter
(26) und dem Wechselrichter (34) ein Anschlusspol (A) mit der Reihenschaltung aller
Akkumulatoren (B1, B2, B3, ..., B42) gekoppelt ist.
9. Aufzugsanlage (100, 100') nach Anspruch 8, bei der der Fahrkorb (10) über Tragseile
(14) mit einem Gegengewicht (12, 12') verbunden ist, wobei die Tragseile (14) über
eine Treibscheibe (16) geführt sind, und wobei die Treibscheibe (16) mit einer elektrischen
Maschine (20) gekoppelt ist und die elektrische Maschine (20) sowohl ausgelegt ist,
als Elektromotor zu arbeiten, um die Treibscheibe anzutreiben und damit den Fahrkorb
und das Gegengewicht (12, 12') zu bewegen, als auch ausgelegt ist, als Generator zu
arbeiten, um aufgrund einer Drehung der Treibscheibe (16) elektrische Energie zu gewinnen
und die so gewonnene elektrische Energie den Akkumulatoren (B1, B2, B3, ...., B42)
der Aufzugsanlage (100, 100') zuzuführen, wobei zumindest ein Teil der Akkumulatoren
(B1, B2, B3, ...., B42) das Gegengewicht bildet oder Teil desselben ist.
10. Aufzugsanlage (100) nach Anspruch 9, bei der das Gegengewicht und der Fahrkorb (10)
über ein hängendes elektrisches Kabel miteinander elektrisch verbunden sind.