[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Transport und zur Behandlung einer Warenbahn,
insbesondere einer Warenbahn aus Fasern. Die Erfindung betrifft weiterhin auch eine
Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens. Bei der Warenbahn handelt es sich
bevorzugt um eine Vliesstoffbahn aus Fasern bzw. aus Endlosfilamenten. Der Begriff
Behandlung steht im Rahmen der Erfindung für eine Mehrzahl von Bearbeitungsmaßnahmen
für eine Warenbahn. Behandlung meint insbesondere die Verfestigung einer Warenbahn
und bevorzugt die Verfestigung einer Vliesstoffbahn durch Kalandrieren.
[0002] Verfahren und Vorrichtungen der eingangs genannten Art sind aus der Praxis in verschiedensten
Ausführungsformen bekannt und zwar insbesondere auch für Vliesstoffbahnen bzw. Spinnvliesbahnen
als Warenbahnen. Bei der Herstellung von Spinnvliesen werden in der Regel Endlosfilamente
in Form einer Wirrlage auf einem endlos umlaufenden Ablagesiebband abgelegt. Die resultierende
Vliesstoffbahn wird dann normalerweise verfestigt, insbesondere durch Thermobondieren
in einem Kalander aus beispielsweise zwei beheizten Kalanderwalzen. Dabei wird die
Vliesstoffbahn durch den Spalt bzw. Nip zwischen zwei Kalanderwalzen geführt. Hierzu
muss die Vliesstoffbahn von dem Ablagesiebband bzw. von einer am Ende des Ablagesiebbandes
angeordneten Übergabewalze an den Kalander übergeben werden. Bei diesem Übergeben
bzw. Ablösen der Vliesstoffbahn ist bei den aus der Praxis bekannten Verfahren eine
relativ hohe Kraft erforderlich. Insbesondere bei hohen Produktionsgeschwindigkeiten
und/oder bei geringen Flächengewichten der Vliesstoffbahn führt diese hohe Kraft häufig
zu negativen Beeinflussungen der Produkteigenschaften und vor allem auch zu einer
Verringerung der Festigkeit quer zur Maschinenrichtung bzw. quer zur Transportrichtung
der Bahn. Die hohen Kräfte können hier sogar ein Abreißen der Vliesstoffbahn bedingen.
- Beim anschließenden thermischen Kalandrieren der Vliesstoffbahn mit beheizten Kalanderwalzen
werden sogenannte Bondingpunkte zwischen den Endlosfilamenten aus thermoplastischem
Kunststoff erzeugt und die Vliesstoffbahn bzw. das Spinnvlies dadurch verfestigt.
Bei höheren Produktionsgeschwindigkeiten und höheren Ablagesiebbandgeschwindigkeiten
lässt diese Verfestigung der Spinnvliese häufig zu wünschen übrig. Das wirkt sich
vor allem auch auf die Festigkeit der Vliesstoffbahn quer zur Maschinenrichtung bzw.
quer zur Transportrichtung negativ aus. Bei den hohen Geschwindigkeiten reicht oftmals
die Verweilzeit im Kalander nicht aus und somit ist der Energietransfer in die Vliesstoffbahn
unbefriedigend. Die Bondingpunkte zwischen den Filamenten weisen dann nur eine unzureichende
Qualität auf. Darüber hinaus sind die Filamente aufgrund höherer Ablagesiebbandgeschwindigkeiten
ohnehin stärker in Produktionsrichtung bzw. Transportrichtung orientiert und das wirkt
sich auf eine Verschlechterung der Festigkeit quer zur Transportrichtung aus.
[0003] Demgegenüber liegt der Erfindung das technische Problem zugrunde, ein Verfahren der
eingangs genannten Art anzugeben, mit dem auch bei hohen Produktionsgeschwindigkeiten
optimale Festigkeiten der Warenbahn, insbesondere auch optimale Festigkeiten quer
zur Transportrichtung der Warenbahn, erzielt werden können. Der Erfindung liegt fernerhin
das technische Problem zugrunde, eine entsprechende Vorrichtung zur Durchführung des
Verfahrens anzugeben.
[0004] Zur Lösung dieses technischen Problems lehrt die Erfindung ein Verfahren zum Transport
und zur Behandlung einer Warenbahn insbesondere einer Warenbahn aus Fasern bzw. aus
Filamenten, wobei die Warenbahn zunächst über eine Transportfläche und danach über
eine am Ende der Transportfläche angeordnete rotierende Übergabewalze transportiert
wird, wobei die Warenbahn von der Übergabewalze an bzw. auf zumindest eine mit Abstand
zu der Übergabewalze und in Transportrichtung der Warenbahn hinter der Übergabewalze
angeordnete rotierende Behandlungswalze übergeben wird, wobei der Transport der Warenbahn
mit der Maßgabe durchgeführt wird, insbesondere der Abstand a zwischen der Übergabewalze
und der Behandlungswalze mit der Maßgabe eingestellt wird, dass die Warenbahn die
Übergabewalze vor ihrer Übergabe an die Behandlungswalze mit einem Umschlingungswinkel
α von 15° bis 90° umschlingt. Nach sehr bevorzugter Ausführungsform der Erfindung
handelt es sich bei der Warenbahn um eine Vliesstoffbahn und insbesondere um eine
Vliesstoffbahn bzw. um ein Spinnvlies aus Endlosfilamenten. Die Endlosfilamente bestehen
dann zweckmäßigerweise aus thermoplastischem Kunststoff. Grundsätzlich können im Rahmen
der Erfindung aber auch Warenbahnen aus Stapelfasern oder dergleichen eingesetzt werden.
[0005] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass es sich bei der Transportfläche um eine horizontale
Transportfläche bzw. um eine im Wesentlichen horizontale Transportfläche handelt.
Die Warenbahn wird über die Transportfläche bzw. mit der Transportfläche zu der Übergabewalze
hin transportiert. Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass die Warenbahn dort zunächst
der Rotation der Übergabewalze nach unten folgt und dass dadurch die Umschlingung
der Übergabewalze mit dem Umschlingungswinkel α resultiert. Die Warenbahn muss dabei
nicht unmittelbar auf der Übergabewalze aufliegen. Vorzugsweise ist im Umschlingungsbereich
der Übergabewalze ein über die Übergabewalze laufendes Förderband bzw. Ablagesiebband
zwischen der Übergabewalze und der Warenbahn angeordnet. Empfohlenermaßen erfolgt
die Umschlingung der Übergabewalze auf der der Behandlungswalze zugewandten Seite
der Übergabewalze. Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass die Warenbahn im Abstandsraum
zwischen Übergabewalze und Behandlungswalze nicht gestützt bzw. abgestützt wird und
gleichsam frei im Raum hängt. Es liegt weiterhin im Rahmen der Erfindung, dass die
Warenbahn im Abstandsraum zwischen Übergabewalze und Behandlungswalze aufgrund der
Schwerkraft gleichsam durchhängt. Es empfiehlt sich, dass die Übergabewalze und die
Behandlungswalze gleichsinnig rotieren bzw. mit gleicher Drehrichtung rotieren. Vorzugsweise
rotieren Übergabewalze und Behandlungswalze mit gleicher Drehgeschwindigkeit bzw.
mit im Wesentlichen gleicher Drehgeschwindigkeit. Die Behandlungswalze dient insbesondere
der Behandlung bzw. der Bearbeitung der Warenbahn. Gemäß bevorzugter Ausführungsform
dient die Behandlungswalze der Verfestigung der Warenbahn und ist insbesondere - wie
weiter unten noch ausgeführt - Bestandteil eines Kalanders. Grundsätzlich könnte die
Behandlungswalze die Warenbahn aber auch lediglich transportieren bzw. weitertransportieren.
[0006] Der Umschlingungswinkel α wird zweckmäßigerweise zwischen einem ersten gedachten
Schenkel gemessen, der durch die Drehachse der Übergabewalze verläuft und senkrecht
bzw. im Wesentlichen senkrecht zur Transportfläche angeordnet ist sowie einem zweiten
gedachten Schenkel, der durch die Drehachse der Übergabewalze und den letzten bzw.
untersten Berührungspunkt der Warenbahn mit der Übergabewalze verläuft. - Der Erfindung
liegt die Erkenntnis zugrunde, dass die resultierende Kraft für die Ablösung der Warenbahn
von der Übergabewalze bzw. von dem über die Übergabewalze verlaufenden Ablagesiebband
durch die erfindungsgemäße Umschlingung der Übergabewalze minimiert werden kann. Bei
den aus der Praxis bekannten Verfahren ist eine erfindungsgemäße Umschlingung der
Übergabewalze nicht vorgesehen. Die Ablösung der Warenbahn erfolgt hier in der Regel
quasi unmittelbar nach Übergabe der Warenbahn von der Transportfläche an die Übergabewalze
und somit tangential zur Transportfläche bzw. zur Ablagesiebbandrichtung. Die beim
Ablösen der Warenbahn resultierende Kraft ist an dieser Stelle verhältnismäßig groß
und sie wird insbesondere hervorgerufen durch die Haftung der Warenbahn an dem Untergrund
bzw. am Ablagesiebband. Durch diese Krafteinwirkung können die Produkteigenschaften
der Warenbahn negativ beeinflusst werden und diese Kraft kann bis zu einem Abriss
der Warenbahn führen. Vor allem bei geringeren Flächengewichten der Warenbahn und
höherer Produktionsgeschwindigkeit ist die Krafteinwirkung bei bisher bekannten Verfahren
signifikant und führt zu deutlichen Änderungen der Produkteigenschaften, insbesondere
auch zu einer Verringerung der Festigkeit der Warenbahn und vor allem der Festigkeit
der Warenbahn quer zur Transportrichtung. Der Erfindung liegt dagegen die Erkenntnis
zugrunde, dass aufgrund der erfindungsgemäßen Umschlingung die zur Behandlungswalze
bzw. zum Kalander gerichtete resultierende Kraft beachtlich reduziert bzw. minimiert
werden kann. Damit können negative Beeinflussungen der Produkteigenschaften beim Ablösen
der Warenbahn von dem Untergrund bzw. vom Ablagesiebband weitgehend vermieden werden.
[0007] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass die Warenbahn über die Oberseite der Übergabewalze
und über die Oberseite der Behandlungswalze geführt wird und dass die Oberseite der
Übergabewalze und die Oberseite der Behandlungswalze entweder auf gleicher Höhe oder
im Wesentlichen auf gleicher Höhe angeordnet sind oder mit einer Höhendifferenz angeordnet
werden, die maximal 20 %, vorzugsweise maximal 10 % und besonders bevorzugt maximal
5 % des Durchmessers der Übergabewalze beträgt. Oberseite einer Walze meint insbesondere
den höchsten Punkt einer Walze. Die genannte Höhendifferenz wird zwischen der Oberseite
der Übergabewalze und der Oberseite der Behandlungswalze gemessen.
[0008] Nach besonders bevorzugter Ausführungsform der Erfindung ist die Behandlungswalze
eine untere Behandlungswalze und die Warenbahn wird durch einen Spalt bzw. durch einen
Nip zwischen der unteren Behandlungswalze und einer darüber angeordneten oberen Behandlungswalze
geführt. Die beiden Behandlungswalzen dienen vorzugsweise der Kompaktierung und/oder
Verfestigung der Warenbahn. Nach einer empfohlenen Ausführungsform der Erfindung weisen
die beiden Behandlungswalzen den gleichen Durchmesser bzw. im Wesentlichen den gleichen
Durchmesser auf. Nach besonders bevorzugter Ausführungsform der Erfindung sind die
Behandlungswalzen Bestandteil eines Kalanders. Somit liegt es im Rahmen der Erfindung,
dass die untere und die obere Behandlungswalze zwei Kalanderwalzen sind. Es liegt
weiterhin im Rahmen der Erfindung, dass die Warenbahn beim Durchführen zwischen den
beiden Kalanderwalzen - insbesondere durch Thermobondieren - verfestigt wird. Es empfiehlt
sich, dass zumindest eine Kalanderwalze beheizt ist. Grundsätzlich können auch beide
Kalanderwalzen beheizt sein. Empfohlenermaßen findet in dem Kalander bzw. zwischen
den beiden Kalanderwalzen ein Verfestigen eines Spinnvlieses durch Thermobondieren
statt. Beim Thermobondieren werden Bondingpunkte bzw. Verbindungspunkte zwischen den
Endlosfilamenten eines Spinnvlieses erzeugt. Die Endlosfilamente bestehen zweckmäßigerweise
aus thermoplastischem Kunststoff.
[0009] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass der Transport der Warenbahn mit der Maßgabe
durchgeführt wird, insbesondere der Abstand a zwischen der Übergabewalze und der Behandlungswalze
bzw. der unteren Behandlungswalze mit der Maßgabe eingestellt wird, dass die Warenbahn
die Behandlungswalze mit einem Umschlingungswinkel β von 10° bis 90°, vorzugsweise
von 20° bis 60° umschlingt. Empfohlenermaßen ist der Umschlingungswinkel β größer
als 15°. Der Umschlingungswinkel β wird zweckmäßigerweise zwischen einem ersten gedachten
Schenkel gemessen, der durch die Drehachse der Behandlungswalze bzw. der unteren Behandlungswalze
verläuft sowie durch den obersten Punkt dieser Behandlungswalze und einem zweiten
gedachten Schenkel, der ebenfalls durch die Drehachse der Behandlungswalze bzw. der
unteren Behandlungswalze verläuft sowie durch den ersten bzw. den untersten Berührungspunkt
zwischen der Warenbahn und dieser Behandlungswalze. Aufgrund dieser Umschlingung der
Behandlungswalze wird im Vergleich zu aus der Praxis bekannten Verfahren eine längere
Kontaktzeit zwischen Warenbahn und Behandlungswalze realisiert. Bei einer beheizten
Kalanderwalze bedeutet das eine höhere Verweilzeit und eine Vorwärmung der Warenbahn,
so dass die Verfestigung bzw. das Thermobondieren letztendlich effektiver ist. Auch
auf diese Weise wird eine ausreichende Festigkeit der Warenbahn sichergestellt.
[0010] Nach besonders bevorzugter Ausführungsform der Erfindung wird der Transport der Warenbahn
mit der Maßgabe durchgeführt, insbesondere der Abstand a zwischen der Übergabewalze
und der Behandlungswalze bzw. der unteren Behandlungswalze mit der Maßgabe eingestellt,
dass die Warenbahn die Übergabewalze vor ihrer Übergabe an die Behandlungswalze mit
einem Umschlingungswinkel α von 40 bis 90 %, bevorzugt von 60 bis 90 % und sehr bevorzugt
von 75 bis 90 % umschlingt.
[0011] Empfohlenermaßen wird der Abstand a zwischen der Übergabewalze und der Behandlungswalze
bzw. der unteren Behandlungswalze so eingestellt, dass er weniger als 15 %, bevorzugt
weniger als 10 % und sehr bevorzugt weniger als 8 % des Durchmessers der Übergabewalze
beträgt. Zweckmäßigerweise beträgt der Abstand a zumindest 3 % oder zumindest 4 %
oder zumindest 5 % des Durchmessers der Übergabewalze. Der Abstand a wird insbesondere
zwischen den beiden am nächsten liegenden Oberflächenpunkten der Übergabewalze einerseits
und der Behandlungswalze bzw. der unteren Behandlungswalze andererseits gemessen.
Vorzugsweise beträgt der Abstand a 8 bis 30 mm, insbesondere 10 bis 25 mm, bevorzugt
10 bis 20 mm und besonders bevorzugt 12 bis 18 mm.
[0012] Gegenstand der Erfindung ist auch eine Vorrichtung zum Transport und zur Behandlung
einer Warenbahn, insbesondere einer Warenbahn aus Fasern, wobei eine Transportfläche
für den flächigen Transport der Warenbahn zu einer am Ende der Transportfläche angeordneten
Übergabewalze vorgesehen ist, wobei fernerhin zumindest eine Behandlungswalze für
die Übernahme der Warenbahn von der Übergabewalze vorhanden ist und wobei die Behandlungswalze
in Transportrichtung der Warenbahn hinter der Übergabewalze mit einem Abstand a zur
Übergabewalze angeordnet ist und wobei der Abstand a zwischen der Übergabewalze und
der Behandlungswalze mit der Maßgabe eingestellt ist, dass die transportierte Warenbahn
die Übergabewalze vor ihrer Übergabe an die Behandlungswalze mit einem Umschlingungswinkel
α von über 15° umschlingt.
[0013] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass die Transportfläche Bestandteil eines endlos
umlaufenden Förderbandes, insbesondere eines endlos umlaufenden Ablagesiebbandes ist.
Mit anderen Worten stellt das Förderband bzw. stellt das Ablagesiebband die Transportfläche,
insbesondere die horizontale bzw. im Wesentlichen horizontale Transportfläche zur
Verfügung. Es liegt weiterhin im Rahmen der Erfindung, dass die Übergabewalze eine
Umlenkwalze für das Förderband bzw. für das endlos umlaufende Ablagesiebband ist.
Dann ist die Übergabewalze an einem Stirnende eines Förderbandaggregates bzw. eines
Ablagesiebbandaggregates angeordnet. Im Umschlingungsbereich der Übergabewalze ist
dann zwischen der Übergabewalze und der Warenbahn das Förderband bzw. das Ablagesiebband
angeordnet.
[0014] Nach empfohlener Ausführungsform der Erfindung ist der Durchmesser der Behandlungswalze
bzw. Kalanderwalze, insbesondere der Durchmesser der beiden übereinander angeordneten
Behandlungswalzen bzw. Kalanderwalzen größer als der Durchmesser der Übergabewalze
und beträgt vorzugsweise mindestens das 1,5-fache, bevorzugt das 2-fache des Durchmessers
der Übergabewalze.
[0015] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass aufgrund der erfindungsgemäßen
Transport- und/oder Behandlungsmaßnahmen für die Warenbahn im Vergleich zu den aus
der Praxis bekannten Maßnahmen keine nachteilhaften Beeinflussungen der Produkteigenschaften
resultieren. Insbesondere kommt es zu keinen Beschädigungen der Warenbahn. Besonders
hervorzuheben ist, dass vor allem auch bei hohen Produktionsgeschwindigkeiten eine
optimale Festigkeit der Warenbahn und vor allem eine optimale Festigkeit der Warenbahn
quer zur Maschinenrichtung bzw. Transportrichtung erreicht werden kann. Zu betonen
ist weiterhin, dass die erfindungsgemäßen Maßnahmen im Vergleich zu den bislang durchgeführten
Maßnahmen ohne nennenswerten Aufwand bzw. Kostenaufwand realisiert werden können.
Die vorstehend erläuterten Vorteile sind besonders ausgeprägt bei Warenbahnen in Form
von Vliesstoffbahnen, insbesondere bei Spinnvliesen aus Endlosfilamenten und vor allem
bei Spinnvliesen aus Endlosfilamenten aus thermoplastischem Kunststoff. Nach besonders
bevorzugter Ausführungsform der Erfindung bestehen die Endlosfilamente eines erfindungsgemäß
behandelten Spinnvlieses aus Polypropylen bzw. im Wesentlichen aus Polypropylen.
[0016] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert. Es zeigen in schematischer Darstellung:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens und
- Fig. 2
- einen Ausschnitt aus Fig. 1 mit Kraftvektoren.
[0017] Die Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
zum Transport und zur Behandlung einer Warenbahn. Bei der Warenbahn handelt es sich
nach sehr bevorzugter Ausführungsform und im Ausführungsbeispiel um eine Vliesstoffbahn
bzw. um ein Spinnvlies 1 aus Endlosfilamenten 2, wobei die Endlosfilamente 2 vorzugsweise
aus Polypropylen bestehen. Die Endlosfilamente 2 werden empfohlenermaßen aus einer
nicht dargestellten Spinndüse ersponnen, zweckmäßigerweise abgekühlt und bevorzugt
verstreckt und anschließend auf einem Ablagesiebband 3 zur Vliesstoffbahn bzw. zum
Spinnvlies 1 abgelegt (linke Seite von Fig. 1). Bei dem Ablagesiebband 3 handelt es
sich bevorzugt um ein endlos umlaufendes Förderband bzw. Ablagesiebband 3. Das Ablagesiebband
3 stellt zweckmäßigerweise eine horizontale Transportfläche 8 für das Spinnvlies 1
zur Verfügung. Die Vliesstoffbahn bzw. das Spinnvlies 1 wird in der Fig. 1 von links
nach rechts transportiert und das ist durch einen Pfeil A angedeutet worden. Das Ablagesiebband
3 wird über eine rotierende Übergabewalze 4 geführt und somit wird die Warenbahn bzw.
das Spinnvlies 1 über die horizontale Transportfläche 8 des Ablagesiebbandes 3 zu
dieser Übergabewalze 4 am Ende der Transportfläche 8 transportiert. Das Spinnvlies
1 wird dann bevorzugt und im Ausführungsbeispiel von der Übergabewalze 4 an zwei Behandlungswalzen
in Form von zwei übereinander angeordneten Kalanderwalzen 5, 6 übergeben. Das Spinnvlies
1 wird durch den Spalt bzw. Nip 7 zwischen den Kalanderwalzen 5, 6 hindurchgeführt
und dort durch Thermobondieren verfestigt. Dazu mag im Ausführungsbeispiel die untere
Kalanderwalze 5 entsprechend beheizt sein.
[0018] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass der Abstand a zwischen der Übergabewalze 4
und der unteren Kalanderwalze 5 mit der Maßgabe eingestellt, dass die Warenbahn die
Übergabewalze 4 mit einem Umschlingungswinkel α von vorzugsweise 30° bis 90° umschlingt.
Im Ausführungsbeispiel beträgt dieser Umschlingungswinkel α etwa 65°. Aufgrund des
Abstandes zwischen der Übergabewalze 4 und den Kalanderwalzen 5, 6 und aufgrund der
Schwerkraft folgt das Spinnvlies 1 der Rotation der Übergabewalze 4 nach unten. Dadurch
kommt die Umschlingung mit dem Umschlingungswinkel α zustande. Der Abstand a zwischen
Übergabewalze 4 und unterer Kalanderwalze 5 bewirkt weiterhin, dass das Spinnvlies
1 zwischen der Übergabewalze 4 und den Kalanderwalzen 5, 6 gleichsam durchhängt. Der
Abstand a wird vorzugsweise und im Ausführungsbeispiel zwischen den nächstliegenden
Oberflächenpunkten von Übergabewalze 4 einerseits und unterer Kalanderwalze 5 andererseits
gemessen. Dieser Abstand a führt weiterhin dazu, dass das Spinnvlies 1 die untere
Kalanderwalze 5 mit einem Umschlingungswinkel β umschlingt, der insbesondere 15° bis
60° beträgt. Dadurch wird eine höhere Verweilzeit des Spinnvlieses 1 an der beheizten
unteren Kalanderwalze 5 erreicht und dadurch wird das Spinnvlies 1 vorgewärmt, so
dass das Thermobondieren im Nip 7 zwischen den Kalanderwalzen 5, 6 effektiver durchgeführt
werden kann. Der Umschlingungswinkel β beträgt im Ausführungsbeispiel etwa 55°.
[0019] In der Fig. 1 ist erkennbar, dass das Spinnvlies 1 empfohlenermaßen über die Oberseite
der Übergabewalze 4 und über die Oberseite der unteren Kalanderwalze 5 geführt wird.
Vorzugsweise und im Ausführungsbeispiel ist die Oberseite der Übergangswalze 4 und
die Oberseite der unteren Kalanderwalze 5 auf gleicher Höhe bzw. in etwa auf gleicher
Höhe angeordnet. - In der Fig. 1 ist fernerhin erkennbar, dass der Durchmesser der
Kalanderwalzen 5, 6 größer ist als der Durchmesser der Übergabewalze 4. Vorzugsweise
beträgt der Durchmesser der Kalanderwalzen 5, 6 mehr als das 2-fache des Durchmessers
der Übergabewalze 4. Der Abstand a zwischen der Übergabewalze 4 und der unteren Kalanderwalze
5 wird vorzugsweise mit der Maßgabe eingestellt, dass sich insbesondere der erfindungsgemäße
Umschlingungswinkel α ergibt und bevorzugt auch der Umschlingungswinkel β an der unteren
Kalanderwalze 5 ergibt.
[0020] Die Fig. 2 zeigt die Kräfteverhältnisse beim Ablösen der Warenbahn bzw. des Spinnvlieses
1 von dem Ablagesiebband 3 auf der Übergabewalze 4. Oben sind die Kräfteverhältnisse
für ein Verfahren nach dem Stand der Technik und unten für das erfindungsgemäße Verfahren
mit Hilfe von Kraftvektoren veranschaulicht. Die Ablösekraft F
A ist in beiden Fällen gleich groß und orthogonal zum Ablagesiebband 3 ausgerichtet.
Die Kraft F
K, die zum Transport in den Nip 7 der Kalanderwalzen 5, 6 notwendig ist, ist bei dem
Verfahren nach dem Stand der Technik fast tangential zur Richtung des Ablagesiebbandes
3 gerichtet. Die resultierende Kraft F
R ist bei dem Verfahren nach dem Stand der Technik sehr hoch. Dadurch können die Produkteigenschaften
des Spinnvlieses 1 negativ beeinflusst werden. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
(in Fig. 2 unten) ist die Ablösekraft F
A schon in Richtung Nip 7 der Kalanderwalzen 5, 6 ausgerichtet. Deshalb wird hier die
zum Transport in den Nip 7 erforderliche Kraft F
K sehr klein, so dass auch die resultierende Kraft F
R deutlich kleiner ist als die resultierende Kraft bei dem Verfahren nach dem Stand
der Technik. Die Produkteigenschaften des Spinnvlieses 1 werden deshalb weniger negativ
beeinflusst als bei dem Verfahren nach dem Stand der Technik.
1. Verfahren zum Transport und zur Behandlung einer Warenbahn, insbesondere einer Warenbahn
aus Fasern, wobei die Warenbahn zunächst über eine Transportfläche und danach über
eine am Ende der Transportfläche angeordnete rotierende Übergabewalze (4) transportiert
wird, wobei die Warenbahn von der Übergabewalze (4) an eine mit Abstand zu der Übergabewalze
(4) und in Transportrichtung der Warenbahn hinter der Übergabewalze (4) angeordnete
rotierende Behandlungswalze übergeben wird, wobei der Transport der Warenbahn mit
der Maßgabe durchgeführt wird, insbesondere der Abstand a zwischen der Übergabewalze
(4) und der Behandlungswalze mit der Maßgabe eingestellt wird, dass die Warenbahn
die Übergabewalze (4) mit einem Umschlingungswinkel α von 15° bis 90° umschlingt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Warenbahn eine Vliesstoffbahn und insbesondere
eine Vliesstoffbahn bzw. ein Spinnvlies (1) aus Endlosfilamenten ist.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei die Warenbahn über die Oberseite
der Übergabewalze (4) und über die Oberseite der Behandlungswalze geführt wird und
wobei die Oberseite der Übergabewalze (4) und die Oberseite der Behandlungswalze entweder
auf gleicher Höhe bzw. im Wesentlichen auf gleicher Höhe angeordnet werden oder mit
einer Höhendifferenz angeordnet werden, die maximal 20 % des Durchmessers der Übergabewalze
(4) beträgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Behandlungswalze eine untere
Behandlungswalze ist und wobei die Warenbahn durch einen Spalt bzw. Nip (7) zwischen
der unteren Behandlungswalze und einer darüber angeordneten oberen Behandlungswalze
geführt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, wobei die untere und die obere Behandlungswalze zwei Kalanderwalzen
(5, 6) sind, wobei zumindest eine Kalanderwalze (5, 6) beheizt ist und wobei die Warenbahn
beim Durchführen zwischen den beiden Kalanderwalzen (5, 6) - insbesondere durch Thermobondieren
- verfestigt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei der Transport der Warenbahn mit
der Maßgabe durchgeführt wird, insbesondere der Abstand a zwischen der Übergabewalze
(4) und der Behandlungswalze bzw. der unteren Behandlungswalze mit der Maßgabe eingestellt
wird, dass die Warenbahn die Behandlungswalze mit einem Umschlingungswinkel β von
15° bis 60° umschlingt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei der Transport der Warenbahn mit
der Maßgabe durchgeführt wird, insbesondere der Abstand a zwischen der Übergabewalze
(4) und der Behandlungswalze bzw. der unteren Behandlungswalze mit der Maßgabe eingestellt
wird, dass die Warenbahn die Übergabewalze (4) mit einem Umschlingungswinkel α von
40° bis 90°, bevorzugt von 60° bis 90° umschlingt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei der Abstand a zwischen der Übergabewalze
(4) und der Behandlungswalze so eingestellt wird, dass er mehr als 4 % und weniger
als 20 %, vorzugsweise weniger als 10 % des Durchmessers der Übergabewalze (4) beträgt.
9. Vorrichtung zum Transport und zur Behandlung einer Warenbahn, insbesondere einer Warenbahn
aus Fasern, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche
1 bis 8, wobei eine Transportfläche für den flächigen Transport der Warenbahn zu einer
am Ende der Transportfläche angeordneten rotierenden Übergabewalze (4) vorgesehen
ist, wobei fernerhin zumindest eine rotierende Behandlungswalze für die Übernahme
der Warenbahn von der Übergabewalze (4) vorhanden ist und wobei die Behandlungswalze
in Transportrichtung der Warenbahn hinter der Übergabewalze (4) mit einem Abstand
a zur Übergabewalze (4) angeordnet ist und wobei der Abstand a zwischen der Übergabewalze
(4) und der Behandlungswalze mit der Maßgabe eingestellt ist, dass die transportierte
Warenbahn die Übergabewalze (4) mit einem Umschlingungswinkel α von über 15° umschlingt.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, wobei die Transportfläche Bestandteil eines Förderbandes,
insbesondere eines endlos umlaufenden Ablagesiebbandes (3) ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, wobei die Übergabewalze (4) eine Umlenkwalze für das
Förderband bzw. für das endlos umlaufende Ablagesiebband (3) ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, wobei der Durchmesser der Behandlungswalze
bzw. Kalanderwalze (5, 6), insbesondere der Durchmesser der beiden übereinander angeordneten
Behandlungswalzen bzw. Kalanderwalzen (5, 6) größer ist als der Durchmesser der Übergabewalze
(4) und vorzugsweise mindestens das 1,5-fache, bevorzugt mindestens das 2-fache des
Durchmessers der Übergabewalze (4) beträgt.