[0001] Die Erfindung betrifft eine Tür für eine Waschmaschine oder einen Wäschetrockner,
insbesondere für eine frontal beschickbare Trommelwaschmaschine oder einen frontal
beschickbaren Wäschetrockner, wobei die Tür vor der Beschickungsöffnung einer derartigen
Wäschebehandlungsmaschine angeordnet wird und ein als Glastopf ausgebildetes Türschauglas
sowie eine Beschlaganordnung für einen Scharnierbeschlag und einen Schließerbeschlag
umfasst, wodurch die Tür am Maschinengehäuse schwenkbeweglich gelagert und in eine
geöffnete sowie in eine geschlossene Stellung gebracht werden kann.
[0002] Waschmaschinen mit einer derartig ausgebildeten Türkonstruktion sind aus der Praxis
hinlänglich bekannt. Aus der
DE 295 16 715 U1 ist beispielsweise eine frontal beschickbare Waschmaschine in der vorstehend genannten
Art bekannt, bei der die Tür im Wesentlichen aus dem Türschauglas bzw. dem üblichen,
in die Beschickungsöffnung hineinragenden Glastopf besteht. Sowohl die Beschlagteile
des Scharnierbeschlages als auch die des Schließerbeschlages sollen bei dieser Ausführungsform
mittels eines Klebstoffes direkt mit dem Türschauglas verbunden werden. Dabei ist
vorgesehen, auf der Innenseite des äußeren Randes des Glastopfes eine Kleberschicht
anzubringen, mittels der die Beschlagteile des Scharniers und der Schließervorrichtung
an den jeweiligen Stellen des Türschauglases befestigt werden können.
[0003] Aufgrund der heute auf dem Markt erhältlichen, hochentwickelten Klebstoffe, lassen
sich inzwischen auch Teile unterschiedlicher Materialien - wie im vorliegenden Fall
Glas und Metall - halbwegs zuverlässig miteinander dauerhaft verbinden. Bei den gebräuchlichen
Waschmaschinen ist aber gerade die Türkonstruktion im täglichen Gebrauch hohen Belastungen
ausgesetzt. Insbesondere die Befestigung des Scharnierbeschlages muss dabei auf Dauer
fest und spielfrei realisiert werden. Ob dies mit einer reinen Klebverbindung möglich
sein wird, müsste sich im Dauergebrauch erst noch erweisen.
[0004] Weiterhin muss eine Klebverbindung im Herstellungsprozess punktgenau erfolgen, der
Ausgleich selbst geringfügiger Maßabweichungen wäre hier kaum noch zu korrigieren.
[0005] Auch müssen bei einer derartigen Klebverbindung Maßnahmen ergriffen werden, um die
durch das Glas nach außen durchscheinende, nicht sehr ansehnliche Kleberschicht abzudecken.
[0006] In der nachveröffentlichten Patentanmeldung
EP 2 551 400 A1 wird eine Tür für eine Wäschebehandlungsmaschine beschrieben, bei der die Türkonstruktion
im Wesentlichen aus dem üblichen Glastopf und einer vor dem Glastopf angebrachten
Deckscheibe gebildet wird, wobei die Deckscheibe dabei ebenfalls aus Glas hergestellt
sein soll.
[0007] Die Deckscheibe ist dabei mit ihrem Durchmesser so dimensioniert, dass im Verbindungsbereich
mit dem Glastopf ein umlaufender, überstehender Randstreifen gebildet wird, an dem
die notwendigen Türbeschlagteile mittels eines Klebstoffes befestigt werden können.
[0008] Die
DE 195 15 040 A1 beschreibt eine Bullaugentür für eine von vorn beschickbare Trommelwaschmaschine,
wobei die Tür vor der Beschickungsöffnung einer derartigen Wäschebehandlungsmaschine
angeordnet wird und ein als Glastopf ausgebildetes Türschauglas sowie eine Beschlaganordnung
für einen Scharnierbeschlag und einen Schließerbeschlag umfasst, wodurch die Tür am
Maschinengehäuse schwenkbeweglich gelagert und in eine geöffnete sowie in eine geschlossene
Stellung gebracht werden kann. Darüber hinaus wird beschrieben, dass die Tür neben
dem Glastopf auch eine frontseitig an dem Glastopf angebrachte Deckscheibe aufweist.
[0009] Der Erfindung stellt sich somit insgesamt das Problem, die Nachteile der aus dem
Stand der Technik bekannten Lösungen zu vermeiden und eine überwiegend aus Glasmaterial
bestehende Tür für eine Waschmaschine oder einen Wäschetrockner der eingangs genannten
Art zu schaffen, an der man in einfacher Weise eine zuverlässige Befestigung der Beschlagteile
vornehmen kann.
[0010] Erfindungsgemäß wird dieses Problem mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den
nachfolgenden Unteransprüchen.
[0011] Die mit der Erfindung erreichbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, dass sich
durch die neuartige Befestigungstechnik der Beschlagteile am Glaskörper der Tür neue
Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen. Es kann bei den eingesetzten Teilen überwiegend
auf Glas als kostengünstigen Werkstoff zurückgegriffen werden. Denkbar wäre natürlich
auch einen in etwa gleichwertigen, durchsichtigen Kunststoff zu verwenden. Die Befestigung
der Beschlagteile an der Tür erfolgt in einer Art kraftschlüssiger Klemmverbindung
rein mechanisch, ohne dass Klebstoffe verwendet werden müssen.
[0012] Die zu verwendenden Beschlagteile können in der Form einfacher Standardbauteile ausgebildet
und hergestellt werden. Insgesamt ist zudem eine relativ geringe Anzahl von Bauteilen
für die Realisierung der Gesamtkonstruktion notwendig.
[0013] Weiterhin lassen sich designtechnische Verbesserungen realisieren, so dass sich die
Tür optisch im Frontbild einer Wäschebehandlungsmaschine in gefälligen Ausführungsformen
integrieren lässt.
[0014] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen rein schematisch dargestellt
und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigt:
- Figur 1
- in einer Draufsicht die Rückseite einer Tür für eine Trommelwaschmaschine,
- Figur 2
- eine Bauteilezeichnung für eine Tür gemäß Fig. 1 in einer explosionsartigen Darstellung.
[0015] Die Figur 1 zeigt in einer Einzelbilddarstellung eine erfindungsgemäß ausgebildete
Tür 1 für eine Trommelwaschmaschine mit Blick auf ihre Rückseite mit den zur Erläuterung
der Erfindung wesentlichen Bauteile.
[0016] Die Hauptbestandteile der Tür 1 sind der Glastopf 3, die Deckscheibe 2 und die Beschläge
4 und 5. Der Glastopf 3 und die Deckscheibe 2 sind in einer zentrierten Anordnung
miteinander verbunden. Dabei können der Glastopf 3 und die Deckscheibe 2 als einteiliges
Bauteil ausgeführt sein oder der Glastopf 3 wird durch einen Klebstoff an der Deckscheibe
2 befestigt.
[0017] In bevorzugter Ausführung bestehen beide Teile aus Glas, möglich wäre aber auch die
Verwendung eines durchsichtigen Kunststoffes für diese beiden Teile der Tür.
[0018] Die Dimensionierung der Deckscheibe 2 ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel so
getroffen, dass sie einen entsprechend größeren Durchmesser gegenüber dem Glastopf
3 aufweist, wodurch im äußeren Bereich der Anordnung ein Ringflansch 2.1 gebildet
wird. Wie aus Figur 1 hervorgeht, bietet der Ringflansch 2.1 somit die Möglichkeit
auf den gegenüberliegenden Seiten der Türkonstruktion die funktionell notwendigen
Türbeschläge 4 und 5 unterzubringen. Hierbei ist in der Figur 1 der Schließerbeschlag
mit 4 und der Scharnierbeschlag ist mit 5 bezeichnet.
[0019] Der an der Deckscheibe 2 befestigte Schließerbeschlag 4 besteht im Wesentlichen aus
der Grundplatte 4.1 und dem Schließkloben 4.2. Im geschlossenen Zustand der Tür 1
greift der Schließkloben 4.2 in eine hier nicht näher dargestellte Schließfalle im
Gehäuse der Waschmaschine ein.
[0020] In der Figur 1 ist der Scharnierbeschlag 5 mit seinem gehäuseseitig anzubringenden
Scharnierteil 5.1 und dem türseitig anzubringenden Scharnierteil 5.2 dargestellt.
Im eingebauten Zustand wird das Scharnierteil 5.1 am Gehäuse der Waschmaschine befestigt.
Das Scharnierteil 5.2 wird mit der Deckscheibe 2 verbunden. Die hier zusätzlich dargestellte
Scharnierachse 5.3 sorgt für die schwenkbewegliche Anlenkung der Tür 1 am Waschmaschinengehäuse.
[0021] In der Figur 2 sind die zuvor beschriebenen Bauteile in einer explosionsartigen Darstellung
ebenfalls aufgeführt. Zusätzlich gehören zum Schließerbeschlag 4 noch ein auf die
Deckscheibe 2 anzubringendes, äußeres Griffteil 4.3, mit dem der Schließmechanismus
für die Tür 1 betätigt werden kann. Das in dieser Zeichnung zusätzlich dargestellte
Abdeckteil 5.4 ist dem Scharnierbeschlag 5 zugeordnet und sorgt für die äußere Abdeckung
dieses Beschlagteiles.
[0022] Wie in der Figur 2 zu erkennen ist, sind in der Deckscheibe 2 jeweils eine Ausnehmung
6 und eine Ausnehmung 7 für den Scharnierbeschlag 5 und für den Schließerbeschlag
4 vorhanden. Im zusammengebauten Zustand der Beschläge greifen Beschlagteile des Schließerbeschlages
als auch des Scharnierbeschlages in diese Ausnehmungen formschlüssig ein. Die Befestigung
der einzelnen Beschlagteile erfolgt über eine Schraubverbindung.
[0023] Der Schließerbeschlag 4 wird von hinten auf den Ringflansch 2.1 im Bereich der Ausnehmung
7 eingesetzt und über die Schrauben 4.4 mit dem Griffteil 4.3 verbunden.
[0024] Der Scharnierbeschlag 5 wird mit seinem Scharnierteil 5.2 ebenfalls von hinten im
Ringflansch 2.1 der Deckscheibe 2 im Bereich der Ausnehmung 6 eingesetzt und wird
über die Schrauben 5.5 mit dem auf der Außenseite der Deckscheibe 2 anliegenden Abdeckteil
5.4 verbunden.
[0025] Die Dimensionierung der zusammenwirkenden Beschlagteile ist dabei naturgemäß so zu
treffen, dass die Beschlagteile 4.1 bzw. 5.2 sowie die außen angebrachten Beschlagteile
4.3 und 5.4 um den Bereich der Ausnehmungen 6 und 7 auf der Deckscheibe jeweils zur
Auflage gelangen. Durch die Verschraubung werden diese Beschlagteile kraftschlüssig
quasi in einer Art Klemmverbindung mit der Deckscheibe verbunden.
[0026] Die in der Zeichnung jeweils dargestellten Reibunterlagen 8 und 9 sorgen für eine
sichere Fixierung der in der Regel aus Metall bestehenden Beschlagteile 4 und 5 auf
der aus Glas bestehenden Deckscheibe 2.
Bezugszeichenliste
[0027]
- 1.
- Tür für eine frontal beschickbare Waschmaschine oder Wäschetrockner
- 2.
- Deckscheibe
- 2.1
- Ringflansch
- 3.
- Glastopf
- 4.
- Schließerbeschlag
- 4.1
- Grundplatte
- 4.2
- Schließkloben
- 4.3
- Griffteil
- 4.4
- Schrauben
- 5.
- Scharnierbeschlag
- 5.1
- Scharnierteil, gehäuseseitig
- 5.2
- Scharnierteil, türseitig
- 5.3
- Scharnierachse
- 5.4
- Abdeckteil
- 5.5
- Schrauben
- 6.
- Ausnehmung f. Scharnierbeschlag
- 7.
- Ausnehmung f. Schließerbeschlag
- 8.
- Reibunterlagen (Scharnierbeschlag)
- 9.
- Reibunterlagen (Schließerbeschlag)
1. Tür für eine Waschmaschine oder einen Wäschetrockner, insbesondere für eine frontal
beschickbare Trommelwaschmaschine oder einen frontal beschickbaren Wäschetrockner,
wobei die Tür vor der Beschickungsöffnung einer derartigen Wäschebehandlungsmaschine
angeordnet wird und ein als Glastopf ausgebildetes Türschauglas sowie eine Beschlaganordnung
für einen Scharnierbeschlag und einen Schließerbeschlag umfasst, wodurch die Tür am
Maschinengehäuse schwenkbeweglich gelagert und in eine geöffnete sowie in eine geschlossene
Stellung gebracht werden kann, und wobei die Tür (1) einen Glastopf (3) und eine frontseitig
an dem Glastopf (3) angebrachte Deckscheibe (2) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Deckscheibe (2) zumindest mit einem Teil ihres Randbereiches über den Randbereich
des Glastopfes (3) hinausragt, wodurch ein Befestigungsflansch (2.1) für die Beschlagteile
(4 u. 5) gebildet wird,
dass in diesem Befestigungsflansch (2.1) der Deckscheibe (2) Ausnehmungen (6, 7) für die
Aufnahme von Beschlagteilen des Scharnierbeschlages (5) und des Schließerbeschlages
(4) angeordnet sind,
und dass die Beschlagteile des Scharnierbeschlages (5) und des Schließerbeschlages (4) im
Bereich der Ausnehmungen (6, 7) jeweils kraftschlüssig mit der Deckscheibe (2) verbunden
sind.
2. Tür für eine Waschmaschine oder einen Wäschetrockner nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Befestigungsflansch (2.1) als umlaufender Ringflansch ausgebildet ist und der
Scharnierbeschlag (5) und der Schließerbeschlag (4) an horizontal gegenüberliegenden
Seiten des Ringflansches angebracht sind.
3. Tür für eine Waschmaschine oder einen Wäschetrockner nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Beschlagteile des Scharnierbeschlages (5) und des Schließerbeschlages (4) jeweils
ein äußeres (4.3 und 5.4) und ein inneres Beschlagteil (4.1 und 5.2) aufweisen, die
kraftschlüssig miteinander verbindbar sind,
und dass die Randbereiche dieser Beschlagteile (4.3, 4.1, 5.4, 5.2) im zusammengebauten Zustand
jeweils im Randbereich der Ausnehmungen (6, 7) an der äußeren bzw. inneren Seite der
Deckscheibe (2) aufliegen.
4. Tür für eine Waschmaschine oder einen Wäschetrockner nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Bereich der Auflage der Beschlagteile (4.3, 4.1, 5.4, 5.2) auf der Deckscheibe
(2) Reibunterlagen (8, 9) angeordnet sind.
5. Tür für eine Waschmaschine oder einen Wäschetrockner nach einem der Ansprüche 1 bis
4,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich Beschlagteile des Scharnierbeschlages (5.2, 5.4)) und des Schließerbeschlages
(4.1, 4.3) jeweils formschlüssig in die Ausnehmungen (6, 7) der Deckscheibe (2) einfügen
und mittels Schrauben (4.4, 5.5) miteinander verbunden sind,
so dass im Auflagebereich zwischen den Beschlagteilen und der Deckscheibe (2) eine
Klemmverbindung entsteht.
6. Tür für eine Waschmaschine oder einen Wäschetrockner nach einem der Ansprüche 1 bis
5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Deckscheibe (2) und der Glastopf (3) aus Glas bestehen.