[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erzeugen von Markierungen, insbesondere
Markierungslinien, aus hochviskosem Markierungsmaterial, insbesondere Zweikomponenten-Kaltplastik,
auf einer zu markierenden Oberfläche, insbesondere Straßenoberfläche, wobei das Markierungsmaterial
aus einem Materialvorrat ausgebracht und vor dem Auftreffen auf die zu markierende
Oberfläche einem sich in Längsrichtung der zu erzeugenden Markierung relativ zu der
Oberfläche fortbewegenden Rotationskörper zugeführt und durch diesen in ungleichförmige
Materialportionen zerteilt auf die Oberfläche aufgebracht wird, wobei die Drehachse
des Rotationskörpers quer zur Längsrichtung der Markierung verläuft und wobei das
Markierungsmaterial in Form mehrerer in Längsrichtung des Rotationskörpers gesehen
nebeneinander ausgebrachter Markierungsmaterialströme dem Rotationskörper zugeführt
wird.
[0002] Außerdem betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zum Erzeugen von Markierungen, insbesondere
Markierungslinien, aus hochviskosem Markierungsmaterial, insbesondere Zweikomponenten-Kaltplastik,
auf einer zu markierenden Oberfläche, insbesondere Straßenoberfläche, mit mindestens
einem Materialvorratsbehälter, mit mindestens einer Fördereinrichtung zum Fördern
von Markierungsmaterial aus dem Materialvorratsbehälter zu einem Materialauslass und
mit einem unter dem Materialauslass angeordneten Rotationskörper, durch welchen aus
dem Materialauslass ausfließendes Markierungsmaterial in ungleichförmige Materialportionen
zerteilbar und auf die Oberfläche aufbringbar ist, wobei die Vorrichtung im Betrieb
in Längsrichtung der zu erzeugenden Markierung relativ zu der Oberfläche fortbewegbar
ist und wobei die Drehachse des Rotationskörpers quer zu der Längsrichtung der Markierung
verläuft und wobei das Markierungsmaterial in Form mehrerer in Längsrichtung des Rotationskörpers
gesehen nebeneinander fließender Markierungsmaterialströme dem Rotationskörper zuführbar
ist.
[0003] Strukturierte Markierungen aus ungleichförmigen Materialportionen, also mit einer
stochastischen Materialverteilung, weisen insbesondere bei Dunkelheit und Nässe eine
erhöhte Verkehrssicherheit auf, da Regenwasser abfließen kann und einzelne Bereiche
der Markierung aus dem Wasserfilm auf der Fahrbahnoberfläche herausragen. Das Licht
der Autoscheinwerfer wird dadurch besser reflektiert. Günstig ist zudem eine geringere
Geräuschentwicklung beim Überfahren derartiger Markierungen im Vergleich zu Markierungen
aus gleichförmigen, regelmäßig angeordneten Materialtropfen. Auch ist bei Markierungen
mit stochastischer Materialverteilung die Gefahr eines Lösens des Markierungsmaterials
bei Überfahren durch einen Schneepflug gering.
[0004] Ein Verfahren und eine Vorrichtung der eingangs genannten Art sind aus dem Dokument
EP 0 665 062 A1 bekannt. Dieses Dokument zeigt eine Einrichtung an einem Fahrzeug zur Straßenmarkierung
mittels Farbtropfen. Die Einrichtung besitzt einen Vorratsbehälter für Farbmasse,
der unten einen Auslassspalt aufweist, an den sich ein schräg zur Bodenfläche des
Vorratsbehälters verlaufendes Leitblech anschließt, auf dem eine laminare Strömung
der Farbmasse stattfindet. An seiner Unterkante ist das Leitblech mit Einschnitten
versehen, die dafür sorgen, dass mehrere Farbmasse-Teilströme entstehen, wenn sich
das Fahrzeug in Arbeitsrichtung bewegt. Unterhalb des Bodens des Vorratsbehälters
befindet sich eine Turbinenwalze mit Schaufeln zur Erzeugung eines Luftstroms, der
auf die von dem Leitblech ablaufenden Farbmasse-Teilströme einwirkt. Dieser Luftstrom
zerteilt die Farbmasse in Farbtropfen und beschleunigt die Farbtropfen, die mit großer
Kraft auf die Straßenoberfläche geschleudert werden.
[0005] Als nachteilig wird bei diesem Stand der Technik angesehen, dass der Volumenstrom
der Farbmasse aus dem offenen Vorratsbehälter durch den Auslassspalt stark vom Pegel
der Farbmasse im offenen Vorratsbehälter abhängt und mit diesem Pegel schwankt. Auch
hat die Materialviskosität, die auch infolge von Temperaturänderungen schwankt, Einfluss
auf die ausgebrachte Farbmassenmenge. Im Ergebnis ist die Menge der Farbmasse, die
pro vom Fahrzeug zurückgelegter Wegstreckeneinheit ausgebracht wird, nicht konstant.
Dies führt zu ungleichmäßigen Straßenmarkierungen, was eine verminderte Qualität bedeutet.
Außerdem ist die erzielbare Markiergeschwindigkeit begrenzt, weil die Farbmasse allein
durch Schwerkraft aus dem Vorratsbehälter abgegeben wird. Dieser Stand der Technik
weist außerdem den Nachteil auf, dass in relativ kurzen Abständen, abhängig von der
Aushärtungszeit des Markierungsmaterials, der Markierungsvorgang unterbrochen werden
muss, um die vom Markierungsmaterial berührten Vorrichtungsteile, insbesondere den
Vorratsbehälter und das Leitblech, zu reinigen. Dies bedeutet geringere Tagesleistungen
und einen hohen Spülmittelverbrauch, was zu hohen Kosten und zu Umweltbelastungen
führt. Bei dem schlitzförmigen Materialauslass kommt es zudem leicht zu Behinderungen
der Materialströmung, z.B. infolge des Hängenbleibens einer Verklumpung im Schlitz,
was eine relativ häufige Reinigung des Auslasses erforderlich macht.
[0006] Ein weiteres Verfahren und eine Vorrichtung für den eingangs genannten Zweck sind
aus dem Dokument
CH 681 904 A5 bekannt. Die Vorrichtung bildet hier ein offenes System mit einem Ziehkasten mit
einem schlitzförmigen Materialauslass und mit einem darunter angeordnetem Rotationskörper,
hier in Form einer Walze aus einem Material geringen Haftvermögens. Beim Herstellen
der Markierung wird das in Form eines dünnen Vorhangs ausfließende Markierungsmaterial
vor dem Auftreffen auf die zu markierende Oberfläche mittels des sich drehenden Rotationskörpers
in eine Vielzahl von ungleich großen und unregelmäßig geformten Materialportionen
zerteilt. Auf diese Weise sind strukturierte Markierungen mit stochastischer Materialverteilung
erzeugbar.
[0007] Dieser Stand der Technik weist zusätzlich zu den vorgenannten Nachteilen den weiteren
Nachteil auf, dass das hier in Form eines flachen Bandes oder Vorhangs ausgetragene
Markierungsmaterial die Eigenschaft hat, dass sich der Materialstrom nach dem Verlassen
des schlitzförmigen Auslasses infolge Beschleunigung durch Schwerkraft und durch Wandreibung
an den Auslasswänden einschnürt, bevor er auf den Rotationskörper trifft. Der Effekt
des Einschnürens ist u.a. abhängig von der Materialviskosität, die auch infolge von
Temperaturänderungen schwankt, und von der Art und Anzahl der dem Markierungsmaterial
beigemischten Füll- und Feststoffe. Im Ergebnis ist die Strichbreite der Markierungslinie
daher immer um ein vorab nicht exakt bestimmbares Maß geringer als die Schlitzbreite
des Auslasses.
[0008] Eine weitere Vorrichtung ist aus dem Dokument
EP 0 148 494 A2 bekannt. Hier werden Tropfen aus Markierungsmaterial aus im Wesentlichen horizontal
ausgerichteten, zu mehreren nebeneinander angeordneten, durch Trennwände voneinander
getrennten spaltförmigen Auslässen ausgebracht und mittels einer rotierenden Paddelanordnung
auf die zu markierende Oberfläche geschleudert. Die Drehachse der Paddelanordnung
liegt dabei in gleicher Höhe wie die Auslässe. Hiermit sind Markierungslinien aus
einzelnen, untereinander weitestgehend gleichen Materialtropfen erzeugbar.
[0009] Als nachteilig wird bei diesem Stand der Technik angesehen, dass es durch an den
Trennwänden anhaftendes und dort aushärtendes Markierungsmaterial relativ leicht zu
Behinderungen der Bewegung der rotierenden Paddel kommen kann. Ein Reinigen der relativ
engen Auslässe ist schwierig und zeitaufwändig. Strukturierte Markierungen mit stochastischer
Materialverteilung sind mit dieser Vorrichtung nicht erzeugbar.
[0010] Aus dem Dokument
DE 10 2009 045 576 A1 ist eine Vorrichtung zum Erzeugen von aus vielen einzelnen Markierungsmaterialportionen
bestehenden Markierungslinien bekannt. Die Markierungsmaterialportionen sind hier
aus einer mit einer Markierungsmaterialquelle verbundenen Düsenanordnung mit mehreren
nebeneinander quer zu einer Bewegungsrichtung der Vorrichtung angeordneten Austragdüsen
mithilfe von Druckluftstößen ausstoßbar. Hiermit sind Markierungslinien aus einzelnen,
untereinander weitestgehend gleichen Materialtropfen erzeugbar, wogegen aber strukturierte
Markierungen mit stochastischer Materialverteilung hiermit nicht erzeugt werden können.
[0011] Für die vorliegende Erfindung stellt sich daher die Aufgabe, ein Verfahren und eine
Vorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, die die angegebenen Nachteile
vermeiden und die das Herstellen strukturierter Markierungen mit stochastischer Materialverteilung
in hoher Qualität und mit hoher Wirtschaftlichkeit ermöglichen.
[0012] Die Lösung des das Verfahren betreffenden Teils der Aufgabe gelingt erfindungsgemäß
mit einem Verfahren der eingangs genannten Art, das dadurch gekennzeichnet ist, dass
das Markierungsmaterial unter Druck aus mehreren Austragdüsen stetig oder pulsierend
oder intermittierend ausgebracht wird und dass die einzelnen Markierungsmaterialströme
entsprechend der zu erzeugenden Markierung ein- oder ausgeschaltet werden.
[0013] Die mehreren Markierungsmaterialströme sind vorteilhaft weniger anfällig für Störungen
durch Verklumpungen oder Fremdkörper im Markierungsmaterial als ein einziger dünner
band- oder vorhangförmiger Markierungsmaterialstrom, wodurch seltener Störungen und
Unterbrechungen auftreten. Aufgrund der mehreren nebeneinander ausgebrachten Markierungsmaterialströme
ist zudem der Einfluss der Materialviskosität auf die Strichbreite der Markierungslinie
deutlich geringer als bei einem band- oder vorhangförmigen Materialstrom. Das erfindungsgemäße
Verfahren kann dabei vorteilhaft in einem geschlossenen System ohne die bekannten,
oben genannten Nachteile von offenen Systemen mit Zieh- oder Zulaufkästen ausgeführt
werden, was ein Erhärten von Markierungsmaterial vor seinem Ausbringen auf die zu
markierende Oberfläche vermeidet. Damit, dass das Markierungsmaterial unter Druck
aus mehreren Austragdüsen stetig oder pulsierend oder intermittierend ausgebracht
wird, wird zu einem sicheren Verfahrensablauf beigetragen. Außerdem kann so eine hohe
Geschwindigkeit beim Herstellen der Markierungen erreicht werden. Dadurch, dass die
einzelnen Markierungsmaterialströme entsprechend der zu erzeugenden Markierung ein-
oder ausgeschaltet werden, kann insbesondere auf einfache Art und Weise die Breite
einer zu erzeugenden Markierung verändert werden.
[0014] Die Anzahl der ausgebrachten Markierungsmaterialströme richtet sich insbesondere
nach der Breite der zu erzeugenden Markierung und kann dieser entsprechend variiert
werden. Der Abstand zweier benachbarter Markierungsmaterialströme relativ zueinander
wird zweckmäßig so gewählt, dass in der erzeugten Markierung kein Einfluss der einzelnen
Materialströme erkennbar ist, also in Querrichtung der Markierung eine gleichmäßige
Materialverteilung erzielt wird.
[0015] Bevorzugt ist für das erfindungsgemäße Verfahren weiter vorgesehen, dass die Markierungsmaterialströme
mit einem runden oder ovalen oder quadratischen oder rechteckigen Materialquerschnitt
dem Rotationskörper zugeführt werden. Mit diesen Querschnitten wird im Vergleich zu
einem einzigen sehr breiten und dünnen Materialquerschnitt gemäß dem eingangs genannten
Stand der Technik eine geringe Empfindlichkeit gegen im Markierungsmaterial eventuell
enthaltene Verklumpungen oder Fremdkörper erzielt, was einen störungsfreien Verfahrensablauf
fördert.
[0016] Schließlich ist für das erfindungsgemäße Verfahren vorgesehen, dass eine erste zusammenhängende
Gruppe der Markierungsmaterialströme auf einen ersten Rotationskörper geführt wird
und/oder dass eine zweite zusammenhängende Gruppe der Markierungsmaterialströme auf
einen zweiten, vom ersten Rotationskörper unabhängig drehbaren Rotationskörper geführt
wird. Auf diese Weise können mit dem erfindungsgemäßen Verfahren nicht nur Einzellinien,
sondern vorteilhaft in einem Arbeitsgang auch Doppellinien und kombinierte Linien
erzeugt werden. Hierbei werden eine hohe Arbeitsgeschwindigkeit und ein exakter und
gleichbleibender Abstand der einzelnen Markierungslinien der Doppellinien oder kombinierten
Linien erreicht, was bei aufeinanderfolgender Erzeugung der Linien in der Praxis nicht
erreichbar ist. Da die einzelnen Austragdüsen unabhängig voneinander ein- und ausschaltbar
sind, können die parallelen Linien unabhängig voneinander erzeugt werden; es kann
also in einem Arbeitsgang beispielsweise eine durchgehende erste Linie erzeugt werden,
zu der parallel eine zweite, unterbrochene Linie erzeugt wird.
[0017] Die Lösung des zweiten, die Vorrichtung betreffenden Teils der Aufgabe gelingt erfindungsgemäß
mit einer Vorrichtung der eingangs genannten Art, die dadurch gekennzeichnet ist,
dass der Materialauslass durch mehrere in Längsrichtung des Rotationskörpers gesehen
nebeneinander angeordnete Auslassöffnungen gebildet ist, dass die Auslassöffnungen
Austragdüsen sind, durch welche das Markierungsmaterial unter Druck stetig oder pulsierend
oder intermittierend ausbringbar ist, und dass die einzelnen Auslassöffnungen entsprechend
der zu erzeugenden Markierung freigebbar oder absperrbar sind.
[0018] Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung werden die oben schon im Zusammenhang mit dem
erfindungsgemäßen Verfahren erläuterten Vorteile hinsichtlich geringer Störanfälligkeit,
wirtschaftlicher Arbeitsweise und hoher Qualität der erzeugten Markierungen erreicht.
Insbesondere wird eine hohe Arbeitsgeschwindigkeit gewährleistet, weil die Auslassöffnungen
Austragdüsen sind, durch welche das Markierungsmaterial unter Druck stetig oder pulsierend
oder intermittierend ausbringbar ist. Da die einzelnen Auslassöffnungen entsprechend
der zu erzeugenden Markierung freigebbar oder absperrbar sind, kann bedarfsweise die
Breite der erzeugten Markierung schnell und einfach verändert werden.
[0019] Zwecks einer geringen Empfindlichkeit gegen Verklumpungen und/oder Festkörper im
Markierungsmaterial haben bevorzugt die Auslassöffnungen einen runden oder ovalen
oder quadratischen oder rechteckigen Querschnitt.
[0020] Um mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung nicht nur Einzellinien sondern auch Doppellinien
und/oder kombinierte Linien besonders wirtschaftlich herstellen zu können, wird vorgeschlagen,
dass unter einer ersten zusammenhängenden Gruppe der Auslassöffnungen ein erster Rotationskörper
angeordnet ist und dass unter einer zweiten zusammenhängenden Gruppe von Auslassöffnungen
ein zweiter, vom ersten Rotationskörper unabhängig drehbarer Rotationskörper angeordnet
ist. Beim Herstellen kombinierter Linien kann jeweils in Linienlücken der zugehörige
Rotationskörper angehalten werden, so dass ein Abschleudern der sich noch auf dem
Rotationskörper befindenden Markierungsmaterialreste in der Linienlücke weitestgehend
vermieden wird. Bei Doppellinien und kombinierten Linien wird aufgrund deren gleichzeitigen
Erzeugung immer ein exakt definierter Abstand zwischen den beiden nebeneinander liegenden
Markierungslinien gewährleistet.
[0021] In weiterer Ausgestaltung ist bevorzugt jedem Rotationskörper ein eigener, individuell
regelbarer Drehantrieb, vorzugsweise je ein Hydraulikmotor, zugeordnet. Hiermit können
wahlweise beide Rotationskörper oder nur einer der beiden Rotationskörper in Drehung
versetzt werden, je nach dem jeweiligen Bedarf. Zudem kann aufgrund der Regelbarkeit
die Drehzahl der Rotationskörper verändert und passend eingestellt werden, um eine
gewünschte Struktur der Markierung zu erzielen. Zudem kann bei Bedarf jeder Rotationskörper
individuell stillgesetzt werden.
[0022] Zweckmäßig ist der/jeder Rotationskörper an seinem Außenumfang mit Strukturelementen
versehen, bevorzugt durch eine Stachelwalze gebildet.
[0023] Um die Wirkung, die der/jeder Rotationskörper auf die auf ihn treffenden Markierungsmaterialströme
ausübt, beeinflussen zu können, ist vorteilhaft vorgesehen, dass der/jeder Rotationskörper
in seiner Lage relativ zu dem Materialauslass verstellbar ist, vorzugsweise in einer
horizontalen Richtung parallel zur Fortbewegungsrichtung der Vorrichtung und/oder
in einer vertikalen Richtung verschiebbar oder in einer vertikalen Ebene verschwenkbar
ist.
[0024] Um die Vorrichtung schnell und einfach an unterschiedliche Bedürfnisse, insbesondere
unterschiedliche Markierungsbreiten, anpassen zu können, ist vorgesehen, dass sich
die einzelnen Austragdüsen in einzeln an einen Düsenträger ansetzbaren und von dem
Düsenträger abnehmbaren, eine variable Düsenanordnung bildenden Düsenelementen befinden.
Auch Verstopfungen durch ausgehärtetes Material lassen sich so durch Abnehmen oder
Ersetzen einzelner Düsenelemente deutlich einfacher beseitigen als bei einem einzigen
schlitzförmigen Materialauslass.
[0025] Das oben erwähnte Freigeben und Absperren der einzelnen Auslassöffnungen erfolgt
beispielsweise durch ein Verschieben oder Verdrehen der einzelnen Düsenelemente innerhalb
der Düsenanordnung, wodurch zwei Markierungsmaterialkanalabschnitte eines zu dem betreffenden
Düsenelement führenden Markierungsmaterialkanals in und außer Deckung bringbar sind.
Diese Anordnung erlaubt auch ein einfaches Spülen der Düsenelemente mit einem durch
den Markierungsmaterialkanal zugeführten Spülmittel mit geringem Spülmittelaufwand,
da bei Bedarf die einzelnen Düsenelemente jeweils für sich mit dem Spülmittel und
mit maximalem Spülmitteldruck beaufschlagbar sind.
[0026] Eine weitere technische Möglichkeit zur Anpassung der Vorrichtung an unterschiedliche
Einsatzfälle besteht darin, dass vorzugsweise die einzelnen Düsenelemente mit veränderbarem
seitlichem Abstand zueinander zu der Düsenanordnung zusammensetzbar sind.
[0027] Die Fördereinrichtung der Vorrichtung ist vorzugsweise durch mindestens eine Dosierpumpe
gebildet. Die Vorrichtung bildet zweckmäßig ein geschlossenes System, bei welchem
in Kombination mit der Dosierpumpe die ausgebrachte Markierungsmaterialmenge wegabhängig
steuerbar ist, um eine gleichbleibende Schichtdicke der erzeugten Markierung bei Geschwindigkeitsänderungen
der Vorrichtung relativ zu der mit Markierungen zu versehenden Oberfläche zu gewährleisten.
Weiterhin ist in dem geschlossenen System in Kombination mit der Dosierpumpe eine
exakte Verdoppelung der ausgebrachten Materialmenge bei Doppellinien oder kombinierten
Linien möglich, indem die Förderleistung der Dosierpumpe entsprechend verdoppelt wird.
[0028] Zusätzlich zu der Dosierpumpe oder auch anstelle der Dosierpumpe kann als Fördereinrichtung
eine Druckmediumquelle eingesetzt werden, die in einem geschlossenen Materialvorratsbehälter
oberhalb des Materialspiegels ein Druckpolster aus einem Druckmedium, wie Luft, erzeugt,
um das Markierungsmaterial zu fördern. Bei Zweikomponenten-Markierungsmaterial kann
beispielsweise dessen Grundkomponente mit dem größeren Volumenstrom mittels eines
Druckmediums und dessen zweite Komponente, insbesondere Härter, mit dem kleineren
Volumenstrom mittels einer Dosierpumpe gefördert werden.
[0029] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Vorrichtung gemäß Erfindung sieht schließlich
vor, dass der/die Rotationskörper einschließlich einer Rotationskörperlagerung und
ggf. eines oder mehrerer Rotationskörperantriebe als an die übrige Vorrichtung anbaubare
und von der übrigen Vorrichtung trennbare Zurüsteinheit ausgeführt ist/ sind. Die
Vorrichtung kann in dieser Ausgestaltung schnell und einfach zwischen zwei verschiedenen
Versionen umgerüstet werden, wobei in der ersten Version ohne den/die Rotationskörper
Markierungen erzeugt werden können, die aus einer Vielzahl von untereinander relativ
gleichen Markierungsmaterialpunkten bestehen, während in der zweiten Version mit dem
Rotationskörper oder den Rotationskörpern Markierungen mit stochastischer Materialverteilung
erzeugbar sind. Dabei ist der Wechsel zwischen den beiden Versionen der Vorrichtung
mit wenig Umbauaufwand realisierbar. Vorteilhaft sind zudem die relativ niedrigen
Anschaffungskosten und der geringe Zeitaufwand für den Umbau, wenn bei einer bereits
vorhandenen Vorrichtung zum Erzeugen von Markierungen aus einheitlichen Markierungsmaterialpunkten
nur die Zurüsteinheit noch angeschafft werden muss, um dann auch Markierungen mit
stochastischer Materialverteilung erzeugen zu können. Beispielsweise kann die vorstehend
erstgenannte Version der Vorrichtung gemäß der
DE 10 2009 045 576 A1 des Anmelders ausgeführt sein, auf die hier Bezug genommen wird.
[0030] Im Folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand einer Zeichnung erläutert.
Die Figuren der Zeichnung zeigen:
- Figur 1
- eine Vorrichtung zum Erzeugen von Markierungen auf einer zu markierenden Oberfläche,
in einer schematischen Seitenansicht,
- Figur 2
- das in Figur 1 eingekreiste Detail II der Vorrichtung in vergrößerter perspektivischer
Ansicht,
- Figur 3a
- den Vorrichtungsteil aus Figur 2 in einem schematischen Querschnitt, mit einer ersten
Arbeitsrichtung,
- Figur 3b
- den Vorrichtungsteil aus Figur 2 in einem schematischen Querschnitt, mit einer zweiten
Arbeitsrichtung,
- Figur 4
- den Vorrichtungsteil aus Figur 2 in einer geänderten Ausführung,
- Figur 5
- den Vorrichtungsteil aus Figur 4 in einer Rückansicht und
- Figur 6
- den Vorrichtungsteil aus Figur 4 in einer Draufsicht.
[0031] Die Figur 1 der Zeichnung zeigt eine Vorrichtung 1 zum Erzeugen von Markierungen
auf einer zu markierenden Oberfläche 5, in einer schematischen Seitenansicht. Die
Vorrichtung 1 ist hier als selbstfahrendes Fahrzeug mit einem Rahmen 10 und vier Rädern
11 sowie einer am Heck angeordneten Antriebseinheit 16, wie Verbrennungsmotor und
Getriebe, und mit einem Führerstand 15 für eine Bedienungsperson ausgeführt. Die Vorrichtung
1 kann alternativ auch als gezogenes Fahrzeug ohne eigenen Fahrantrieb ausgeführt
sein.
[0032] Im vorderen, in Figur 1 rechten Teil der Vorrichtung 1 ist auf dem Rahmen 10 wenigstens
ein Vorratsbehälter 12 für Markierungsmaterial angeordnet. Dem Vorratsbehälter 12
ist eine Fördereinrichtung 13 nachgeschaltet, hier eine Dosierpumpe, die eingangsseitig
mit dem Inneren des Vorratsbehälters 12 über hier nicht sichtbare Leitungen in Verbindung
steht und die ausgangsseitig mit einem Materialauslass 2 zum Ausbringen von Markierungsmaterial
auf die zu markierende Oberfläche 5, wie Straßenoberfläche, verbunden ist. Der Materialauslass
2 ist an der Unterseite des Rahmens 10 befestigt und befindet sich in einem vorgebbaren
Abstand oberhalb der Oberfläche 5. In Querrichtung der Vorrichtung 1, das heißt senkrecht
zur Zeichnungsebene der Figur 1 gesehen, besteht der Materialauslass 2 aus einer Anzahl
von nebeneinander angeordneten separaten Auslassöffnungen, die hier nicht einzeln
sichtbar sind.
[0033] Unterhalb des Materialauslasses 2 ist ein in Drehung versetzbarer Rotationskörper
3 angeordnet, der an seinem Außenumfang mit Strukturelementen versehen ist.
[0034] Im Betrieb der Vorrichtung 1 bewegt sich diese in der durch den Pfeil dargestellten
Fortbewegungsrichtung 14 über die mit einer Markierung zu versehende Oberfläche 5.
Dabei fördert die Fördereinrichtung 13 Markierungsmaterial aus dem Vorratsbehälter
12 in einer vorgebbaren Dosierung zum Materialauslass 20 und seinen einzelnen Auslassöffnungen,
durch welche das Markierungsmaterial in Form mehrerer paralleler Materialströme zunächst
frei nach unten fällt und dann nach einer kurzen Wegstrecke auf den in Drehung versetzten
Rotationskörper 3 trifft. Mittels der daran angebrachten Strukturelemente werden die
auf den Rotationskörper 3 auftreffenden Materialströme des Markierungsmaterials in
ungleichmäßige und unregelmäßige Materialportionen zerteilt und auf die mit einer
Markierung zu versehende Oberfläche 5 befördert.
[0035] Aus einem im hinteren Teil der Vorrichtung 1 angeordneten weiteren Vorratsbehälter
17 können Glasperlen entnommen und auf die noch nicht ausgehärtete Oberfläche der
Markierung aufgestreut werden, wie dies an sich bekannt ist.
[0036] Die Figur 2 der Zeichnung zeigt in einer perspektivischen Ansicht den Teil II der
Vorrichtung 1 aus Figur 1 mit dem Materialauslass 2 und dem Rotationskörper 3 in vergrößerter
Darstellung. Im oberen Teil der Figur 2 ist der Materialauslass 2 sichtbar, der aus
einer Vielzahl von nebeneinander angeordneten, eine Düsenanordnung 27 bildenden Düsenelementen
25 zusammengesetzt ist, die jeweils an einem Düsenträger 26 gehalten sind. Die Düsenträger
26 sind ihrerseits in geeigneter Weise mit einem Teil des Rahmens 10 der Vorrichtung
1 mechanisch verbunden.
[0037] Jedes Düsenelement 25 besitzt eine nach unten weisende Austragdüse, durch welche
je ein Materialstrom von Markierungsmaterial ausbringbar ist.
[0038] In einem einstellbaren Abstand unterhalb des Materialauslasses 2 ist der Rotationskörper
3 mit seinen Strukturelementen 30, hier in Form einer Stachelwalze, mittels zweier
seitlicher, in vertikaler Richtung verlaufender Konsolen 34 am übrigen Teil der Vorrichtung
1, hier deren Rahmen 10, angebracht. An seinen beiden Enden ist der Rotationskörper
3 in Lagerungen 31 drehbar gelagert. An die linke Stirnseite des Rotationskörpers
3 ist ein Antrieb 32, hier ein Hydraulikmotor, angebaut, mittels welchem der Rotationskörper
3 in Drehung versetzbar ist.
[0039] Zur Zuführung des Markierungsmaterials dient mindestens eine, hier nicht sichtbare
Materialzuleitung, die über einen Verteilerbalken mit allen Düsenelementen 25 in Strömungsverbindung
steht. Jede Austragdüse in den verschiedenen Düsenelementen 25 kann einzeln geöffnet
oder geschlossen werden, so dass eine gewünschte Anzahl von Materialströmen des Markierungsmaterials
ausbringbar ist. Damit kann die Breite der erzeugten Markierung, beispielsweise eine
Markierungslinie, einfach eingestellt werden.
[0040] Figur 3a der Zeichnung zeigt den in Figur 2 dargestellten Teil der Vorrichtung 1
in einem vertikalen Schnitt. Oben in Figur 3a ist die Düsenanordnung 27 dargestellt,
die sich aus den senkrecht zur Zeichnungsebene hintereinander angeordneten Düsenelementen
25 zusammengesetzt. Jedem Düsenelement 25 sind ein Düsenträger 26 und ein Halter 28
mit einer Haltefeder zugeordnet.
[0041] Durch einen Materialzuführkanal 21 und eine vorgeschaltete, hier nicht dargestellte
Leitung ist dem in Figur 3a geschnittenen Düsenelement 25 Markierungsmaterial zuführbar,
wobei das Markierungsmaterial zunächst in eine Austragdüse 23 gefördert wird, die
nach unten hin eine Auslassöffnung 20 aufweist. An das obere Ende der Austragdüse
23 ist ein Luftzuführkanal 22 angeschlossen, dem über eine hier nicht dargestellte
Luftleitung Druckluft zuführbar ist. Die Druckluft kann dabei stetig oder pulsierend
oder intermittierend zugeführt werden, wodurch entsprechend ein stetiger oder pulsierender
oder intermittierender Markierungsmaterialstrom durch die Auslassöffnung 20 ausgebracht
wird. Dieser Ausbringvorgang geschieht im Betrieb der Vorrichtung 1 in allen oder
in ausgewählten Düsenelementen 25, die in ihrer Anordnung senkrecht zur Zeichnungsebene
der Figur 3a die Düsenanordnung 27 bilden.
[0042] Unterhalb der Düsenelemente 25 ist der Rotationskörper 3 mit seinen stachelförmigen
Strukturelementen 30 angeordnet und mittels des in Figur 2 gezeigten und erwähnten
Drehantriebes in Arbeitsdrehrichtung gemäß dem Drehpfeil 33 antreibbar. Durch die
Drehung des Rotationskörpers 3 zerteilen dessen Strukturelemente 30 den aus jeder
Auslassöffnung 20 austretenden Materialstrom 24 des Markierungsmaterials in ungleichmäßige,
verschieden große Materialportionen 24', die dann auf die Oberfläche 5 gelangen und
dort die Markierung 4 mit stochastischer Materialverteilung bilden. Dabei bewegt sich
hier die Vorrichtung 1 in der durch einen Pfeil angegebenen Fortbewegungsrichtung
14 über die Oberfläche 5, in Figur 3a von links nach rechts
[0043] Gemäß der Figur 3b der Zeichnung kann die Vorrichtung 1 auch eine im Vergleich zu
dem Beispiel in Figur 3a umgekehrte Arbeitsrichtung aufweisen. Dazu kann gemäß Figur
3b der in Figur 2 gezeigte Teil der Vorrichtung 1 umgekehrt wie in Figur 3a am Rahmen
10 der Vorrichtung 1 montiert werden. Die Vorrichtung 1 in Figur 3b entspricht dabei
in ihren Teilen vollständig der Vorrichtung 1 in Figur 3a, wird aber nun im Betrieb
in entgegengesetzter Richtung gemäß dem Bewegungspfeil 14 in Figur 3b bewegt, also
von rechts nach links. Die Vorrichtung 1 kann auch in einem ersten Lauf in der einen
Richtung eine erste Markierung erzeugen und dann in einem zweiten Lauf mit umgekehrter
Bewegungsrichtung, ohne wenden zu müssen, eine weitere Markierungen erzeugen. Hinsichtlich
der weiteren Bezugsziffern in Figur 3b wird auf die Beschreibung der Figur 3a verwiesen.
[0044] Durch Veränderung der Drehzahl des Rotationskörpers 3 und durch Veränderung der Lage
des Rotationskörpers 3 relativ zum Materialauslass 2 kann die Wirkung des Rotationskörpers
3 auf die Markierungsmaterialströme 24 bedarfsweise verändert und eingestellt werden.
Wenn ein Zerteilen der Materialströme 24 durch den Rotationskörper 3 nicht gewünscht
ist, kann dieser in eine Position bewegt werden, in der er nicht mehr mit den Materialströmen
24 zusammentrifft, oder auch ganz abgebaut werden. Letzteres ist, wie Figur 2 veranschaulicht,
durch Lösen der Konsolen 34 von der übrigen Vorrichtung 1 schnell und einfach durchzuführen.
[0045] In den Figuren 4 bis 6 der Zeichnung ist eine geänderte Ausführung der Vorrichtung
1 dargestellt, für die charakteristisch ist, dass sie zwei Rotationskörper 3.1 und
3.2 aufweist, die nebeneinander angeordnet und um die gleiche Drehachse, jedoch unabhängig
voneinander, drehbar sind. Der oberhalb der zwei Rotationskörper 3.1, 3.2 angeordnete
Teil der Vorrichtung 1 entspricht hier der zuvor erläuterten Ausführung, auf deren
Beschreibung verwiesen wird.
[0046] Die beiden Rotationskörper 3.1 und 3.2 sind an ihrem jeweiligen inneren Stirnende
in einer Lagerung 31 voneinander entkoppelt drehbar gelagert. Der in Figur 4 linke
Rotationskörper 3.1 ist an seinem linken Ende in einer weiteren Lagerung 31 gelagert
und dort mit einem ersten Antrieb 32.1, auch hier ein Hydraulikmotor, verbunden. Entsprechend
ist der rechte Rotationskörper 3.2 an seinem rechten Ende in einer weiteren Lagerung
31 gelagert und dort mit einem zweiten Antrieb 32.2, ebenfalls ein Hydraulikmotor,
verbunden.
[0047] Mit der Vorrichtung 1 nach Figur 4 können Doppellinien oder kombinierte Linien mit
hoher Qualität und hoher Produktivität erzeugt werden. Beispielsweise werden zum Erzeugen
einer Doppellinie aus zwei Gruppen von Düsenelementen 25 zwei Gruppen von Materialströmen
ausgebracht, wobei die eine Gruppe dem ersten Rotationskörper 3.1 und die von der
ersten Gruppe seitlich beabstandete zweite Gruppe dem zweiten Rotationskörper 3.2
zugeordnet ist, um zwei parallele, durchgehende Markierungslinien zu erzeugen. Wenn
eine kombinierte Markierungslinie, d.h. eine durchgehende Linie mit einer parallelen
unterbrochenen Linie, erzeugt werden soll, wird aus der ersten Gruppe von Düsenelementen
25 kontinuierlich Markierungsmaterial ausgebracht, während aus der zweiten Gruppe
von Düsenelementen 25, die dem zweiten Rotationskörper 3.2 zugeordnet sind, nur periodisch
Markierungsmaterial ausgebracht wird, so dass auf diese Weise eine Kombination einer
durchgezogenen Linie und einer parallel dazu verlaufenden unterbrochenen Linie erzeugt
wird. In den Linienlücken wird der jeweilige Rotationskörper 3.1 oder 3.2 angehalten
um ein Abschleudern der sich auf diesem noch befindlichen Markierungsmaterialreste
zu verhindern. Zusätzlich kann mittels eines Luftimpulses aus einem Luftbläser der
an einem gegebenenfalls vorgesehenen, den Rotationskörper 3.1, 3.2 teilweise umhüllenden,
in der Zeichnung nicht dargestellten Spritzschutz anhaftende Materialrest zurück auf
die gerade applizierte Markierungslinie geblasen werden.
[0048] Wie in Figur 4 weiter veranschaulicht, kann der Teil der Vorrichtung 1, der die Rotationskörper
3.1, 3.2 sowie deren Lagerungen 31 und Antriebe 32.1, 32.2 umfasst, als schnell anbaubare
und abbaubare Zurüsteinheit 1' ausgeführt werden, so dass die Vorrichtung 1 für verschiedene
Zwecke schnell umrüstbar ist. Ohne die Rotationskörper 3.1, 3.2 erzeugt die Vorrichtung
1 Markierungen aus einer Vielzahl von untereinander gleichen, regelmäßig angeordneten
Markierungsmaterialpunkten; mit den Rotationskörpern 3.1, 3.2 erzeugt die Vorrichtung
1 Markierungen aus ungleichförmigen Materialportionen mit stochastischer Materialverteilung.
[0049] Figur 5 der Zeichnung zeigt den Teil der Vorrichtung 1 aus Figur 4 in einer Rückansicht.
Im oberen Teil liegen die Düsenelemente 25, die in ihrer Aneinanderreihung die Düsenanordnung
27 bilden, während im unteren Teil die beiden Rotationskörper 3.1 und 3.2 mit ihren
Lagerungen 31 und ihren Antrieben 32.1, 32.2 sichtbar sind.
[0050] In Figur 6 ist der Vorrichtungsteil aus den Figuren 4 und 5 in Draufsicht gezeigt,
wobei nun der Blick von oben auf die Düsenanordnung 27 mit den aneinandergereihten
Düsenelementen 25 fällt, die jeweils an einem Düsenträger 26 gehaltert sind. Oben
in Figur 6 ist ein Teil des Rahmens 10 der Vorrichtung 1 sichtbar. Die Rotationskörper
sind hier verdeckt und nicht sichtbar; lediglich die beiden Antriebe 32.1 und 32.
2 sind links und rechts in Figur 6 sichtbar.
Bezugszeichenliste:
| Zeichen |
Bezeichnung |
| |
|
| 1 |
Vorrichtung |
| 1' |
Zurüsteinheit |
| 10 |
Rahmen |
| 11 |
Räder |
| 12 |
Vorratsbehälter für Markierungsmaterial |
| 13 |
Fördereinrichtung (Dosierpumpe) |
| 14 |
Fortbewegungsrichtung von 1 |
| 15 |
Führerstand |
| 16 |
Vorratsbehälter für Glasperlen |
| 2 |
Materialauslass |
| 20 |
Auslassöffnungen |
| 21 |
Materialzuführkanal |
| 22 |
Luftzuführkanal |
| 23 |
Austragdüse |
| 24 |
Materialströme |
| 24' |
Materialportionen |
| 25 |
Düsenelemente |
| 26 |
Düsenträger |
| 27 |
Düsenanordnung |
| 28 |
Halter |
| 3, 3.1, 3.2 |
Rotationskörper (Stachelwalze) |
| 30 |
Strukturelemente (Stacheln) |
| 31 |
Lagerungen |
| 32, 32.1, 32.2 |
Antriebe |
| 33 |
Arbeitsdrehrichtung |
| 34 |
Konsolen |
| 4 |
Markierung |
| 5 |
Oberfläche |
1. Verfahren zum Erzeugen von Markierungen (4), insbesondere Markierungslinien, aus hochviskosem
Markierungsmaterial, insbesondere Zweikomponenten-Kaltplastik, auf einer zu markierenden
Oberfläche (5), insbesondere Straßenoberfläche, wobei das Markierungsmaterial aus
einem Materialvorrat ausgebracht und vor dem Auftreffen auf die zu markierende Oberfläche
(5) einem sich in Längsrichtung der zu erzeugenden Markierung (4) relativ zu der Oberfläche
(5) fortbewegenden Rotationskörper (3) zugeführt und durch diesen in ungleichförmige
Materialportionen zerteilt auf die Oberfläche (5) aufgebracht wird, wobei die Drehachse
des Rotationskörpers (3) quer zur Längsrichtung der Markierung (4) verläuft und wobei
das Markierungsmaterial in Form mehrerer in Längsrichtung des Rotationskörpers (3)
gesehen nebeneinander ausgebrachter Markierungsmaterialströme (24) dem Rotationskörper
(3) zugeführt wird,
dadurch gekennzeichnet,
- dass das Markierungsmaterial unter Druck aus mehreren Austragdüsen (23) stetig oder pulsierend
oder intermittierend ausgebracht wird und
- dass die einzelnen Markierungsmaterialströme (24) entsprechend der zu erzeugenden Markierung
(4) ein- oder ausgeschaltet werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Markierungsmaterialströme (24) mit einem runden oder ovalen oder quadratischen
oder rechteckigen Materialquerschnitt dem Rotationskörper (3) zugeführt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine erste zusammenhängende Gruppe (24.1) der Markierungsmaterialströme (24) auf
einen ersten Rotationskörper (3.1) geführt wird und/oder dass eine zweite zusammenhängende
Gruppe (24.2) der Markierungsmaterialströme (24) auf einen zweiten, vom ersten Rotationskörper
(3.1) unabhängig drehbaren Rotationskörper (3.2) geführt wird.
4. Vorrichtung (1) zum Erzeugen von Markierungen (4), insbesondere Markierungslinien,
aus hochviskosem Markierungsmaterial, insbesondere Zweikomponenten-Kaltplastik, auf
einer zu markierenden Oberfläche (5), insbesondere Straßenoberfläche, mit mindestens
einem Materialvorratsbehälter (12), mit mindestens einer Fördereinrichtung (13) zum
Fördern von Markierungsmaterial aus dem Materialvorratsbehälter (12) zu einem Materialauslass
(2) und mit einem unter dem Materialauslass (2) angeordneten Rotationskörper (3),
durch welchen aus dem Materialauslass (2) ausfließendes Markierungsmaterial in ungleichförmige
Materialportionen zerteilbar und auf die Oberfläche (5) aufbringbar ist, wobei die
Vorrichtung (1) im Betrieb in Längsrichtung der zu erzeugenden Markierung (4) relativ
zu der Oberfläche (5) fortbewegbar ist, wobei die Drehachse des Rotationskörpers (3)
quer zu der Längsrichtung der Markierung (4) verläuft und wobei das Markierungsmaterial
in Form mehrerer in Längsrichtung des Rotationskörpers (3) gesehen nebeneinander fließender
Markierungsmaterialströme (24) dem Rotationskörper (3) zuführbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Materialauslass (2) durch mehrere in Längsrichtung des Rotationskörpers (3) gesehen
nebeneinander angeordnete Auslassöffnungen (20) gebildet ist,
- dass die Auslassöffnungen (20) Austragdüsen (23) sind, durch welche das Markierungsmaterial
unter Druck stetig oder pulsierend oder intermittierend ausbringbar ist, und
- dass die einzelnen Auslassöffnungen (20) entsprechend der zu erzeugenden Markierung (4)
freigebbar oder absperrbar sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslassöffnungen (20) einen runden oder ovalen oder quadratischen oder rechteckigen
Querschnitt haben.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass unter einer ersten zusammenhängenden Gruppe (20.1) der Auslassöffnungen (20) ein
erster Rotationskörper (3.1) angeordnet ist und dass unter einer zweiten zusammenhängenden
Gruppe von Auslassöffnungen (20.2) ein zweiter, vom ersten Rotationskörper (3.1) unabhängig
drehbarer Rotationskörper (3.2) angeordnet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass jedem Rotationskörper (3.1, 3.2) ein eigener, individuell regelbarer Drehantrieb
(32.1, 32.2), vorzugsweise je ein Hydraulikmotor, zugeordnet ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der/jeder Rotationskörper (3; 3.1, 3.2) mit Strukturelementen (30) versehenen ist,
vorzugsweise durch eine Stachelwalze gebildet ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der/jeder Rotationskörper (3; 3.1, 3.2) in seiner Lage relativ zu dem Materialauslass
(2) verstellbar ist, vorzugsweise in einer horizontalen Richtung parallel zur Fortbewegungsrichtung
(14) der Vorrichtung (1) und/oder in einer vertikalen Richtung verschiebbar oder in
einer vertikalen Ebene verschwenkbar ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass sich die einzelnen Austragdüsen (23) in einzeln an einen Düsenträger (26) ansetzbaren
und von dem Düsenträger (26) abnehmbaren, eine variable Düsenanordnung (27) bildenden
Düsenelementen (25) befinden.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Düsenelemente (25) mit veränderbarem seitlichem Abstand zueinander
zu der Düsenanordnung (27) zusammensetzbar sind.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Fördereinrichtung (13) durch mindestens eine Dosierpumpe gebildet ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der/die Rotationskörper (3; 3.1, 3.2) einschließlich einer Rotationskörperlagerung
(31) und ggf. eines oder mehrerer Rotationskörperantriebe (32; 32.1, 32.2) als an
die übrige Vorrichtung (1) anbaubare und von der übrigen Vorrichtung (1) trennbare
Zurüsteinheit (1') ausgeführt ist/sind.