[0001] Die Erfindung betrifft einen Antrieb für einen Flügel einer Tür oder eines Fensters
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Aus der
DE 92 09 276 U1 ist ein Türschließer mit einem Gleitschienengestänge für den verdeckten Einbau in
einem Flügel oder Rahmen einer Tür bekannt, mit einer von einer Federanordnung im
Schließsinn betätigbaren Schließerwelle und einem mit dieser wirkverbundenen Dämpfungskolben
sowie mit einem mit der Schließerwelle einerends gekuppelten, schwenkbaren Betätigungsarm,
der über ein andernends angeordnetes Gleitstück in eine in den Rahmen oder Flügel
der Tür eingelassene Gleitschiene fasst. Dabei weist die Schließerwelle eine Hubkurvenscheibe
auf, wobei das nicht aus dem Gehäuse austretende Schließer-wellenende in einer Achslagerung
innerhalb des Gehäuses gelagert wird.
[0003] Derartige integrierte Antriebe können mit einer elektrischen Feststelleinrichtung
versehen sein, durch welche der Antrieb in einer Offenstellung des Flügels feststellbar
ist, um die Tür offen zu halten und einen freien Durchgang zu ermöglichen. Wird nach
der Montage des Antriebs im Flügel oder im Rahmen die Leitung des bauseitigen Anschlusses
aus dem Einbauraum des Antriebs zurückgezogen, kann im Servicefall der Antrieb aufgrund
der gebräuchlichen kurzen Anschlussleitung am Antrieb nicht ausgebaut werden, da die
Anschlussklemmen im Einbauraum nicht zugänglich sind.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen mit einer elektrischen Anschlussleitung
versehen integrierten Antrieb auszubilden, welcher trotz nicht zugänglicher Anschlussklemmen
im Einbauraum ausbaubar ist.
[0005] Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0006] Die Unteransprüche bilden vorteilhafte Ausgestaltungsmöglichkeiten der Erfindung.
[0007] Antriebe für den Flügel einer Tür oder eines Fensters können im Flügel bzw. in einer
Zarge oder einem Blendrahmen integriert sein. Dabei weist der Antrieb einen Energiespeicher
auf, welcher beim Öffnen des Flügels die für das Schließen erforderliche Energie speichert.
Dazu ist beispielsweise bei einem Antrieb für den Flügel einer Tür, welcher auf dem
oder im Flügel montiert ist, ein Betätigungsarm zwischen dem Antrieb und einer in
oder auf der Zarge montierten Gleitschiene angeordnet. Das antriebsseitige Ende des
Betätigungsarms wirkt dabei mit einer Abtriebswelle des Antriebs zusammen, wobei das
andere Ende des Betätigungsarms einen Gleiter aufweist, welcher in der Gleitschiene
geführt ist.
[0008] Ist der Antriebe mit einer elektrischen Feststelleinrichtung versehen, kann der Antrieb
in einer Offenstellung des Flügels festgestellt werden, um den Flügel in der Offenstellung
zu halten. Wird nach der Montage des Antriebs im Flügel oder im Rahmen die Leitung
des bauseitigen Anschluss zurückgezogen und für den bauseitigen Anschluss gekürzt,
kann im Servicefall der Antrieb aufgrund der kurzen bauseitigen Leitung nicht ausgebaut
werden, da bei integrierten Antrieben die Anschlussklemmen im Einbauraum nicht zugänglich
sind.
[0009] Daher ist ein Leitungsvorrat vorgesehen, welcher endseitig am Antrieb lösbar auf
einem Leitungshalter angeordnet ist. Der Leitungsvorrat ist dabei zwischen dem Leitungshalter
und den Gehäuse, vorteilhaft zwischen dem Leitungshalter und dem Verschlussdeckel
des Antriebs, aufgenommen. Dadurch kann der Antrieb bereits mit dem kompakt und sicher
verwahrten Leitungsvorrat versehen ausgeliefert werden, wodurch keine eventuell vorgesehene
zusätzliche Leitungslänge durch den Monteur in den Einbauraum eingebracht werden muss.
Auch wird eine mögliche Gefährdung durch beim Einbau beschädigte Leitungen, beispielsweise
durch Einklemmen zwischen dem Antrieb und den Wandungen des Einbauraums, vermieden.
[0010] Im Nachfolgenden wird ein Ausführungsbeispiel in der Zeichnung anhand der Figuren
näher erläutert.
[0011] Dabei zeigen:
- Fig. 1
- einen Ausschnitt eines Flügels einer Tür mit zugehörigem Rahmen und mit einem Teilschnitt
der Einbausituation eines integrierten Türantriebs;
- Fig. 2
- ein Ausschnitt des Antriebs mit Ansicht auf die Anschlussseite im Schrägbild;
- Fig. 3
- einen Verschlussdeckel mit Leitungshalter, geschnitten dargestellt;
- Fig. 4
- den Leitungshalter im Schrägbild.
[0012] In der Fig. 1 ist ein in einem Flügel 1 einer Tür integrierter Antrieb 3 dargestellt,
zusammen mit einem zugehörigen Rahmen 2. Im Rahmen 2 ist die Gleitschiene 6 eingebaut,
in welcher der Gleiter 5 geführt ist. Der Gleiter 5 ist an einem Ende eines Betätigungsarms
4 drehbar angeordnet, wobei das andere Ende des Betätigungsarms 4 mit einer Abtriebswelle
des Antriebs 3 drehfest verbunden ist. Der Antrieb 3 kann auch im Rahmen 2 und die
Gleitschiene 4 im Flügel 1 integriert sein. Dazu sind beiderseits des Antriebs 3 Flansche
7 am Gehäuse 8 angeordnet, welche ein Verschrauben in dem Flügel 1 oder im Rahmen
2 ermöglichen.
[0013] In bekannter Weise sind in dem Gehäuse 8 des Antriebs 3 die erforderlichen Bauteile,
wie Schließfeder, Kolben bzw. Nockenscheibe usw. angeordnet. Endseitig ist das Gehäuse
8 des Antriebs 3 mit einem Verschlussdeckel 9 verschlossen.
[0014] In Fig. 2 ist ein Ausschnitt des Antriebs 3 mit Ansicht auf die Seite des Antriebs
3 gezeigt, an welcher die Anschlussleitung 10 für eine elektrische Feststelleinrichtung,
beispielsweise ein Magnetventil, angeschlossen ist. Endseitig ist an der Anschlussleitung
10 eine Anschlussklemme 11 vorgesehen, an welcher eine, je nach Montageweise des Antriebs
3 im Flügel 1 oder im Rahmen 2, bauseits zugeführte Leitung angeschlossen werden kann.
[0015] Um die Demontagemöglichkeit des Antriebs 3 sicherzustellen, ist ein Leitungsvorrat
der Anschlussleitung 10 am Antrieb 3 verwahrt. Dazu ist auf dem Verschlussdeckel 9
ein Leitungshalter 12 lösbar angeordnet.
[0016] In Fig. 3 ist der Verschlussdeckel 9 mit aufgesetztem Leitungshalter 12 im Schnitt
gezeigt. Der runde Verschlussdeckel 9 ist in seinem Durchmesser nach außen hin abgestuft,
wobei die so gebildete Aufnahme 13 an ihrem äußeren Ende zumindest abschnittsweise
mit einer hinterschnittenen Rastschräge 14 versehen ist, in welche am Leitungshalter
12 angeordnete, komplementär ausgebildete Rastelemente 15 eingreifen können.
[0017] Der Leitungshalter 12 ist aus einer ringscheibenförmigen Flanke 16 und einem an der
Flanke 16 angeordneten Führungsring 17 gebildet, wobei der Führungsring 17 am Umfang
mehrfach unterbrochen sein kann, um die Rastelemente 15 auszubilden. Weiterhin weist
der Leitungshalter 12 eine Leitungshalterung 18 auf, mit einer Ausnehmung 19, an welcher
zum Einführen der Anschlussleitung 10 eine Einführung 20 vorgesehen ist.
[0018] Wie es in Fig. 4 gezeigt ist, werden vorteilhaft drei Rastelemente 15 vorgeschlagen,
welche gleichmäßig am Umfang des Führungsrings 17 des Leitungshalters 12 verteilt
angeordnet sind, jedoch etwas nach innen auf einen gegenüber dem Führungsring 17 kleineren
Durchmesser versetzt sind, wodurch die Rastelemente 15 frei verlagerbar sind und nicht
durch den Leitungsvorrat in ihrem Bewegungsspielraum behindert werden, welcher durch
Umschlingen des Führungsrings 17 des Leitungshalters 12 mit der Anschlussleitung 10
im Aufnahmeraum 21 gebildet wird. Weiterhin ist vorteilhaft ein Rastelement 15 im
Bereich des Leitungshalters 18 angeordnet.
[0019] Der auf dem Verschlussdeckel 9 mittels der Rastverbindung aus Rastschräge 14 und
Rastelementen 15 angeordnete Leitungshalter 12 bildet mit seiner Flanke 16 zum Verschlussdeckel
9 hin einen Aufnahmeraum 21 für den Leitungsvorrat aus.
[0020] Nach Umschlingen des Führungsrings 17 des Leitungshalters 12 mit der Anschlussleitung
10 im Aufnahmeraum 21, wodurch der Leitungsvorrat gebildet ist, wird der Endbereich
der Anschlussleitung 10 durch Einführen in die Einführung 20 in der Ausnehmung 19
der Leitungshalterung 18 aufgenommen.
[0021] Ist die bauseits bei der Montage des Antriebs 3 zugeführte Leitung an die Anschlussklemme
11 angeschlossen und der Antrieb 3 in den vorgesehen Einbauraum im Flügel 1 oder im
Rahmen 2 eingesetzt, kann die bauseits zugeführte Leitung andernends angeschlossen
werden, wobei diese Leitung häufig aus dem Flügel 1 oder dem Rahmen 2 soweit herausgezogen
wird, dass die Anschlussklemme 11 in dem Einbauraum durch die bauseitige Leitung festgehalten
ist. Ein Ausbau des Antriebs 3 ist durch den vorgesehenen Leitungsvorrat jedoch dennoch
möglich.
[0022] Beim Demontieren des Antriebs 3 wird der gelöste Antrieb 3 aus dem Einbauraum im
Flügel 1 oder im Rahmen 2 herausgenommen. Die Anschlussleitung 10 ist durch die mit
der Anschlussklemme 11 verbundene bauseitige Leitung in dem Einbauraum festgehalten,
wodurch die in der Leitungshalterung 18 des Leitungshalters 12 aufgenommene Anschlussleitung
10 beim Herausnehmen des Antriebs 3 auf Zug beansprucht wird und der Leitungshalter
12 von dem Verschlussdeckel 9 gelöst wird. Der gesamte durch Umschlingen des Leitungshalters
16 gebildete Leitungsvorrat der Anschlussleitung 10 im Aufnahmeraum 21 wird damit
frei, wodurch der Antrieb 3 problemlos aus dem Einbauraum herausgenommen werden kann.
[0023] Der Leitungshalter 16 lässt sich besonders einfach aus seiner Rastverbindung mit
dem Verschlussdeckel 9 dadurch lösen, dass eines der Rastelemente 15 direkt im Bereich
der Leitungshalterung 18 angeordnet ist, welcher vorteilhaft bei der Montage auf dem
Verschlussdeckel 9 nach unten, d.h. in Richtung auf den Boden des Einbauraums des
Antriebs 3 gerichtet ist. Strafft sich die Anschlussleitung 10 beim Herausnehmen des
Antriebs 3, wird als erstes eine Kraft auf die Leitungshalterung 18 eingeleitet, wodurch
das dort angeordnete Rastelement 15 ausrastet. Die weiteren Rastelemente 15, die in
größerem Abstand zur Leitungshalterung 18 angeordnet sind, lösen aufgrund der durch
den Abstand größeren Hebelwirkung leicht aus, um den Leitungsvorrat im Aufnahmeraum
21 freizugeben.
Liste der Referenzzeichen
[0024]
- 1
- Flügel
- 2
- Rahmen
- 3
- Antrieb
- 4
- Betätigungsarm
- 5
- Gleiter
- 6
- Gleitschiene
- 7
- Flansch
- 8
- Gehäuse
- 9
- Verschlussdeckel
- 10
- Anschlussleitung
- 11
- Anschlussklemmen
- 12
- Leitungshalter
- 13
- Aufnahme
- 14
- Rastschräge
- 15
- Rastelement
- 16
- Flanke
- 17
- Führungsring
- 18
- Leitungshalterung
- 19
- Ausnehmung
- 20
- Einführung
- 21
- Aufnahmeraum
1. Antrieb (3) für einen Flügel (1) einer Tür oder eines Fensters, mit einem an einer
Abtriebswelle des Antriebs (3) angeordneten Betätigungsarm (4), der in einer Gleitschiene
(6) geführt ist und der beim Betätigen des Flügels (1) verschwenkt wird, und mit einer
elektrische Feststelleinrichtung für den Antrieb (3), die mit einer Anschlussleitung
(10) anschließbar ist, wobei der Antrieb in einem Einbauraum im Flügel (1) oder in
einem Rahmen (2) der Tür integriert ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Leitungshalter (12) für einen Leitungsvorrat an Anschlussleitung (10) vorgesehen
ist, wobei der Leitungshalter (12) lösbar mit dem Antrieb (3) verbunden ist.
2. Antrieb nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Leitungshalter (12) mit einem Verschlussdeckel (9) des Antriebs (3) lösbar verbunden
ist.
3. Antrieb nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Verschlussdeckel (9) eine Aufnahme (13) mit einer Rastschräge (14) aufweist.
4. Antrieb nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass der Leitungshalter (12) mindestens ein mit der Rastschräge (14) des Verschlussdeckels
(9) korrespondierendes Rastelement (15) zur lösbaren Verbindung mit dem Verschlussdeckel
(9) aufweist.
5. Antrieb nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Leitungshalter (12) eine Flanke (16) aufweist, welche zum Gehäuse (8) des Antriebs
(3) hin gerichtet einen Aufnahmeraum (21) für den Leitungsvorrat der Anschlussleitung
(10) bildet.
6. Antrieb nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Leitungshalter (12) eine Flanke (16) aufweist, welche mit dem Verschlussdeckel
(9) einen Aufnahmeraum (21) für den Leitungsvorrat der Anschlussleitung (10) bildet.
7. Antrieb nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Leitungshalter (12) eine Leitungshalterung (18) mit einer Ausnehmung (19) aufweist,
in der die Anschlussleitung (10) im Bereich des Leitungsendes aufgenommen ist.
8. Antrieb nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die Leitungshalterung (18) eine Einführung (20) für die Anschlussleitung (10) aufweist.
9. Antrieb nach Anspruch 4 und 7,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Rastelement (15) im Bereich der Leitungshalterung (18) angeordnet ist.
10. Antrieb nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Zugbeanspruchung auf die Anschlussleitung (10) der Leitungshalter (12)
von dem Verschlussdeckel (9) gelöst wird und der Leitungsvorrat an Anschlussleitung
(10) im Aufnahmeraum (21) freigeben wird.