[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung von Lippenstiftminen
aus pastösen Massen, insbesondere einer derartigen Vorrichtung mit einer flexiblen
Form.
[0002] Vorrichtungen und Formen zur Herstellung von Lippenstiftminen sind seit Langem bekannt.
Dabei werden entweder starre oder flexible Gießformen mit einer pastösen Masse gefüllt.
Die Masse wird anschließend in der Gießform ausgehärtet und aus der Gießform entnommen.
[0003] Es sind verschiedene Vorrichtungen und Verfahren bekannt, mit deren Hilfe versucht
wird, eine Lippenstiftmine derart herzustellen und zu entformen, dass der sichtbare
Teil der Lippenstiftmine eine durchgehende und glatte Oberfläche aufweist.
[0004] EP o 578 179 B1 und
FR 2 443 324 zeigen jeweils eine Vorrichtung, die eine flexible Gießform verwendet. Bei der in
FR 2 443 324 gezeigten Vorrichtung besteht die Gießform aus zwei Teilen. Der sichtbare Teil der
Lippenstiftmine wird mit Hilfe der flexiblen Form geformt und der in dem Lippenstiftgehäuse
selber angeordnete hintere Teil der Lippenstiftmine wird mit Hilfe einer festen Form
geformt. Zur Entnahme der Lippenstiftmine wird Druckluft zwischen die Lippenstiftmine
und die flexible Form geleitet, um die Lippenstiftmine aus der flexiblen Form zu lösen
und durch die feste Form in das Lippenstiftgehäuse zu transportieren. Bei einer derart
hergestellten Lippenstiftmine besteht allerdings die Gefahr, dass die Lippenstiftmine
beim Entformen beschädigt wird. Außerdem ist bei der derart hergestellten Lippenstiftmine
die Grenze zwischen den beiden Formen an der Oberfläche sichtbar.
[0005] Auch
EP 0 686 468 B1 beschreibt die Verwendung einer flexiblen Gießform. Zur Entnahme der Lippenstiftmine
wird die flexible Gießform mit der geformten Lippenstiftmine in einer Kammer angeordnet.
In der Kammer befindet sich ein Halter aus einem flexiblen Material. Um die Lippenstiftmine
mit Hilfe einer Entnahmevorrichtung aus der Form zu entnehmen, wird der untere Teil
der flexiblen Form von dem flexiblen Halter gehalten und der obere Teil aufgeweitet.
Der flexible Halter kann allerdings nicht sicherstellen, dass es während der Entnahme
zu keiner Beschädigung der Oberfläche der Lippenstiftmine durch die Entnahmevorrichtung
kommt.
[0006] Des Weiteren dauert bei den bekannten Vorrichtungen das Herstellen der Lippenstiftminen
relativ lange, da die pastösen Massen in einem warmen fließfähigen Zustand in die
Gießformen eingefüllt werden und zunächst abkühlen und aushärten müssen, bevor die
Lippenstiftminen entnommen werden können.
[0007] EP 0 686 468 B1 beschreibt zwar, dass die Gießform zum Erwärmen und zum Abkühlen jeweils in einer
entsprechenden Vorrichtung mit Heiz- oder Kühlmitteln angeordnet werden kann. Da aber
hierfür die Gießform von einer Kammer mit Heizmittel, in eine Kammer mit Kühlmittel
und von dort in eine Entnahmekammer transportiert werden muss, sind derartige Heiz-
und Kühlmittel nicht geeignet die Herstellungszeit der Lippenstiftminen substantiell
zu verkürzen.
[0008] Es stellt sich daher die Aufgabe eine Vorrichtung und ein Verfahren bereitzustellen,
die die oben genannten Nachteile nicht aufweisen. Insbesondere soll mit der Vorrichtung
und dem Verfahren eine Lippenstiftmine hergestellt werden, die eine durchgehende und
glatte Oberfläche aufweist und dies unter der Prämisse einer möglichst kurzen Prozesszeit
für die Herstellung und das Entformen der Lippenstiftmine, um eine effektive, qualitativ
hochwertige und schnelle Herstellung von Lippenstiftminen zu gewährleisten. Gleichzeitig
soll die Vorrichtung auch möglichst wartungsarm sein.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Vorrichtung und das Verfahren gemäß
der unabhängigen Patentansprüche gelöst.
[0010] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung von Lippenstiftminen aus pastösen
Massen, weist eine Kammer, mindestens ein flexibles Formteil und mindestens einen
Formhalter auf. In der Kammer ist das flexible Formteil angeordnet. Das flexible Formteil
ist erfindungsgemäß derart ausgestaltet, dass in das flexible Formteil die pastöse
Masse eingefüllt werden kann und die in dem flexiblen Formteil zumindest teilweise
aushärten kann. Anschließend kann die zumindest teilweise ausgehärtete pastöse Masse
mit Hilfe einer Entnahmevorrichtung unter elastischer Dehnung des flexiblen Formteils
entnommen werden. Der Formhalter ist zumindest zeitweise und zumindest teilweise in
der Kammer angeordnet und hält dabei einen Teil des flexiblen Formteils. Mit anderen
Worten, bei der bestimmungsgemäßen Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung gibt
es zumindest einen Zeitpunkt an dem der Formhalter zumindest teilweise in der Kammer
angeordnet ist. Der Formhalter ist außerdem relativ zu dem flexiblen Formteil bewegbar,
so dass es zum Beispiel auch eine Position gibt in der der Formhalter das Formteil
nicht hält. Weist die Kammer mehrere flexible Formteile auf, so können auch mehrere
Formhalter vorgesehen sein.
[0011] Die Kammer der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist derart ausgestaltet, dass die Kammer
vor und/oder während und/oder nach dem Einfüllen der pastösen Masse in das zumindest
eine flexible Formteil mit einem Wärmeträgermedium aufgefüllt werden kann. Die Kammer
kann zum Beispiel zunächst mit einem warmen Wärmeträgermedium aufgefüllt werden, welches
das zumindest eine flexible Formteil umgibt und dieses und die gegebenenfalls bereits
eingefüllte pastöse Masse erwärmt. Die Kammer kann zum Beispiel alternativ oder anschließend
mit einem kalten Wärmeträgermedium aufgefüllt werden, um das Aushärten der pastösen
Masse zu begünstigen. Alternativ kann zum Beispiel das warme Wärmeträgermedium in
der Kammer gekühlt werden.
[0012] Die Kammer der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist außerdem derart ausgestaltet, dass
zur Entnahme der pastösen Masse aus dem flexiblen Formteil in der Kammer ein Unterdruck
erzeugt werden kann durch den das flexible Formteil gedehnt wird. Im Rahmen der vorliegenden
Erfindung bezeichnet Unterdruck jegliche Kraft, die an der Außenseite des flexiblen
Formteils angreifen kann, um das flexible Formteil nach außen zu dehnen. Beispielsweise
kann die Kammer mit einem Gas oder mit einer Flüssigkeit gefüllt sein und durch Abpumpen
eines Teils des Gases beziehungsweise eines Teils der Flüssigkeit kann ein derartiger
Unterdruck erzeugt werden.
[0013] Wenn der Formhalter zu diesem Zeitpunkt einen Teil des flexiblen Formteils hält,
wird durch den Unterdruck der nicht gehaltene Teil des flexiblen Formteils gedehnt.
Durch dieses Dehnen entsteht ein Zwischenraum, zwischen der ausgehärteten pastösen
Masse - Lippenstiftmine - und dem zumindest einen flexiblen Formteil, so dass eine
Entnahmevorrichtung an der Lippenstiftmine angreifen kann, ohne sich mit Kraft zwischen
das flexible Formteil und die Lippenstiftmine schieben zu müssen. Anschließend kann
der Formhalter von dem flexiblen Formteil weg bewegt werden, so dass durch den Unterdruck
das flexible Formteil vollständig, zum Beispiel auf der gesamten Länge gedehnt wird
und die Lippenstiftmine nun vollständig entnommen werden kann.
[0014] Durch das Zusammenwirken des Formhalters mit dem zumindest einem flexiblen Formteil
und durch die Temperierungsmöglichkeit der Kammer mittels des Wärmeträgermediums,
sowie der Möglichkeit in der Kammer einen Unterdruck zu erzeugen, stellt die erfindungsgemäße
Vorrichtung erstmalig eine Vorrichtung bereit, mit der eine Lippenstiftmine mit einer
durchgehenden und glatten Oberfläche hergestellt werden kann und dies bei einer relativ
kurzen Prozesszeit für die Herstellung und das Entformen der Lippenstiftmine und einem
geringen Wartungsaufwand.
[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Vorrichtung ein in die Kammer über
ein erstes Ventil mündendes Rohr auf, mit dem die Kammer mit dem Wärmeträgermedium
befüllt werden kann und mit dessen Hilfe in der Kammer der Unterdruck erzeugt werden
kann. Dabei mündet das in die Kammer mündende Rohr bevorzugt im unteren Drittel der
Kammer. Das Ventil kann beispielsweise ein mechanisches, elektromechanisches oder
elektromagnetisches Ventil sein.
[0016] In einer alternativen bevorzugten Ausführungsform weist die Vorrichtung ein in die
Kammer über ein erstes Ventil mündendes erstes Rohr auf, mit dem die Kammer mit dem
Wärmeträgermedium befüllt werden kann und ein in die Kammer über ein zweites Ventil
mündendes zweites Rohr auf, mit dessen Hilfe in der Kammer der Unterdruck erzeugt
werden kann. Bevorzugt münden das erste in die Kammer mündende Rohr und das zweite
in die Kammer mündende Rohr höhenversetzt, relativ zueinander in der Kammer. Dabei
mündet beispielsweise das erste in die Kammer mündende Rohr im oberen Drittel der
Kammer, um das Auffüllen zu begünstigen und das zweite in die Kammer mündende Rohr
mündet im unteren Drittel der Kammer, um das Erzeugen des Unterdrucks zu begünstigen.
Es ist aber auch denkbar, dass die beiden Rohre ungefähr auf der gleichen Höhe in
der Kammer münden. Die Ventile können beispielsweise mechanische, elektromechanische
oder elektromagnetische Ventile sein.
[0017] In einer bevorzugten Ausführungsform besteht der Formhalter aus zumindest zwei Teilen.
Es sind aber auch andere Konfigurationen denkbar. So kann der Formhalter auch aus
einer beliebigen Anzahl von Teilen bestehen. Bei einer zwei oder mehrteiligen Ausgestaltung
des Formhalters sollten die Teile des Formhalters in der Position in der sie das zumindest
eine flexible Formteil umgeben, ein möglichst geringes Spaltmaß aufweisen, beispielsweise
eine Spaltmaß von kleiner gleich 1 mm. Der Formhalter beziehungsweise die Teile des
Formhalters können beispielsweise aus Metall oder einem Hartplastik geformt sein.
[0018] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist die erfindungsgemäße Vorrichtung
weiter ein Betätigungselement auf, das den Formhalter relativ zu dem flexiblen Formteil
bewegt. Dabei kann das Betätigungselement beispielsweise ein V-förmiger Schieber sein,
der die zumindest zwei Teile des Formhalters, die drehbar zwischen der Öffnung des
V-förmigen Schiebers angeordnet sein können, zusammenschiebt, wenn sich der V-förmige
Schieber entlang der Teile des Formhalters bewegt. Das Betätigungselement kann aber
auch ein ringförmiger Schieber sein, der die zumindest zwei Teile des Formhalters
zusammenschiebt, wenn der ringförmige Schieber entlang der zumindest zwei Teile des
Formhalters bewegt wird. Das Betätigungselement kann aber auch durch eine Mechanik,
eine Servomechanik oder Hydraulik gegeben sein, welche eine Bewegung des Formhalters
oder der zumindest zwei oder mehreren Teile des Formhalters hervorruft.
[0019] In einer bevorzugten Ausführungsform besteht das zumindest eine flexible Formteil
aus einem Elastomer. Dabei kann dass Elastomer je nach chemischer Zusammensetzung
der pastösen Masse entsprechend angepasst werden, sowohl hinsichtlich der Elastomersorte,
beispielsweise raumtemperatur-vernetzend (RTV) oder hochtemperaturvernetzend (HTV)
oder flüssig zu verarbeitend (LSR), als auch hinsichtlich der Shore Härte. Dabei ist
das Elastomer jeweils so zu wählen, dass im Zusammenhang mit der eingesetzten pastösen
Masse jeweils eine hohe Abformgenauigkeit, eine hohe Oberflächengüte und die Lebensmittelechtheit
gewährleistet werden kann.
[0020] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das zumindest eine flexible Formteil
an zumindest einer Wandung der Kammer fixiert. Diese Fixierung kann beispielsweise
derart angeordnet sein, dass die flexible Form eine Öffnung der Kammer verschließt.
Die Fixierung kann beispielsweise mittels einer Klemmfixierung realisiert werden.
Auch kann beispielsweise der untere Teil des zumindest einen flexiblen Formteils mit
der unteren Wandung der Kammer verbunden sein, um eine seitliche Bewegung des zumindest
einen flexiblen Formteil zu verhindern. Dabei kann die Verbindung beispielsweise eine
Klebeverbindung sein oder ein vorstehender Teil der Wandung kann in eine Ausnehmung
in dem zumindest einen flexiblen Formteil greifen oder umgekehrt oder beides. Es kann
aber auch hier eine Klemmverbindung vorgesehen sein.
[0021] Die Aufgabe eine Lippenstiftmine mit einer durchgehenden und glatten Oberfläche herzustellen
und dies mit einer relativ kurzen Prozesszeit für die Herstellung und das Entformen
der Lippenstiftmine bei einem geringen Wartungsaufwand, wird aber auch durch das erfindungsgemäße
Verfahren gelöst.
[0022] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung von Lippenstiftminen aus pastösen
Massen wird realisiert mittels einer Vorrichtung aufweisend eine Kammer, mindestens
ein flexibles Formteil, wobei das mindestens eine flexible Formteil in der Kammer
angeordnet ist und mindestens einen Formhalter. Das erfindungsgemäße Verfahren weist
die folgenden Schritte auf: Befüllen der Kammer mit einem Wärmeträgermedium und Befüllen
des flexiblen Formteils mit einer pastösen Masse, wobei diese beiden Schritte nacheinander
oder gleichzeitig durchgeführt werden können. Außerdem weist das Verfahren den Schritt
auf Bewegen des Formhalters zu dem flexiblen Formteil zum Halten des flexiblen Formteils.
Anschließend folgt das Erzeugen eines Unterdrucks in der Kammer zum Dehnen des Teils
des flexiblen Formteils, der nicht von dem Formhalter gehalten wird. In diesem Zustand
kann eine Entnahmevorrichtung auf den derart freigelegten Teil der zumindest teilweise
ausgehärteten pastösen Masse angeordnet werden. Danach folgt das Bewegen des Formhalters
weg von dem flexiblen Formteil, so dass er das flexible Formteil nicht mehr hält und
der Unterdruck das gesamte flexible Formteil dehnt und das Entnehmen der zumindest
teilweise ausgehärteten pastösen Masse aus dem flexiblen Formteil zum Beispiel mit
Hilfe einer Entnahmevorrichtung geschehen kann.
[0023] In einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens findet ein Austauschen des Wärmeträgermediums
in der Kammer von einem warmen Wärmeträgermedium zu einem kalten Wärmeträgermedium
nach oder beim Befüllen des flexiblen Formteils mit der pastösen Masse statt.
[0024] Im Folgenden wird die Erfindung anhand der in den Figuren gezeigten Ausführungsform
näher erläutert, wobei:
- Fig.1
- einen Vertikalschnitt durch eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
mit befüllter flexibler Form zeigt;
- Fig.2
- einen Vertikalschnitt durch die in Fig. 1 gezeigte Ausführungsform mit einer teilweise
gedehnten flexiblen Form zeigt;
- Fig.3
- einen Vertikalschnitt durch die in Fig. 1 gezeigte Ausführungsform mit einer vollständig
gedehnten flexiblen Form zeigt.
[0025] Figur 1 zeigt einen Vertikalschnitt durch eine Ausführungsform der erfindungsgemäße
Vorrichtung 1 zur Herstellung von Lippenstiftminen 2 mit einem flexiblen Formteil
4 als Gießform. Das flexible Formteil 4 ist in einer Kammer 3 angeordnet. In der in
Figur 1 gezeigten Ausführungsform verschließt das flexible Formteil 4 den oberen Teil
der Kammer 3. Dabei ist das flexible Formteil 4 im oberen Bereich der Kammer 3 mittels
einer Klemmverbindung fixiert. Der untere Teil des flexiblen Formteils 4 stößt in
dieser Ausführungsform im unteren Bereich auf die der Öffnung gegenüberliegende Wandung
der Kammer 3 auf und kann dort auch fixiert sein. In der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform
ist das flexible Formteil 4 bereits mit der pastösen Masse befüllt, die nach Aushärtung
die Lippenstiftmine 2 bildet. In der Kammer 3 ist des Weiteren ein Formhalter angeordnet,
der in der gezeigten Ausführungsform aus zwei Teilen 5a, 5b besteht. Der Formhalter
kann allerdings auch aus mehr oder weniger Teilen bestehen. Die zwei Teile 5a, 5b
sind bevorzugt halbschalenförmig ausgestaltet und können somit das flexible Formteil
4 formschlüssig umgeben, wenn die halbschalenförmigen Teile 5a, 5b zueinander bewegt
werden. Dabei ist der Spalt zwischen den Teilen 5a, 5b bevorzugt möglichst klein zu
halten, so dass das flexible Formteil 4 optimal umgeben werden kann. In der in Figur
1 gezeigten Ausführungsform sind die zwei Teile 5a, 5b des Formhalters geöffnet und
liegen nicht am flexiblen Formteil 4 an. Die Teile 5a, 5b des Formhalters selbst werden
mittels eines Betätigungselements 6 bewegt. Dabei ist das Betätigungselement 6 in
der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform mittels eines V-förmigen Schiebers realisiert
und die zwei Teile 5a, 5b des Formhalters sind an zwei Drehpunkten 9 gelagert, wobei
die Drehpunkte 9 innerhalb der Öffnung des V-förmigen Schiebers angeordnet sind. Befindet
sich der Schieber in einer unteren Position, so wie in Figur 1 gezeigt, so können
sich die beiden Teile 5a, 5b des Formhalters um die Drehpunkte 9 bewegen und auseinanderklappen.
Bewegt sich der V-förmige Schieber in der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform nach
oben, so drückt dieser die Teile 5a, 5b des Formhalters zusammen, wie dieses in Figur
2 dargestellt ist. Es können aber auch andere dem Fachmann bekannte Betätigungselemente
6 zum Bewegen der Teile 5a, 5b des Formhalters verwendet werden. Auch können beispielsweise
die in Figur 1 dargestellten zwei Teile 5a, 5b des Formhalters individuell bewegt
werden. Der Formhalter selbst, beziehungsweise die Teile 5a, 5b des Formhalters können
aus einem Metall oder einem Hartplastik geformt sein.
[0026] In der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform weist die Kammer 3 des Weiteren zwei
jeweils über ein Ventil 7, 11 in die Kammer 3 mündende Rohre 8, 12 auf. Dabei wird
mittels des einen Rohrs 8 die Kammer 3 mit einem Wärmeträgermedium aufgefüllt und
mittels des anderen der zwei Rohre 12 wird in der Kammer 3 ein Unterdruck erzeugt.
Die Zufuhr des Wärmeträgermediums dient vor dem Befüllen des flexiblen Formteils 4
mit der pastösen Masse dazu, das flexible Formteil 4 anzuwärmen. Durch ein Vorwärmen
des flexiblen Formteils 4 kann ein unkontrolliertes, meist scharf begrenztes Erstarren
der pastösen Masse bereits während des Dosiervorgangs verhindert werden. Bevorzugt
umgibt der Formhalter beziehungsweise die in Figur 1 dargestellten zwei Teile 5a,
5b des Formhalters zu dieser Zeit nicht das flexible Formteil 4, um einen höchst möglichen
Wärmeaustausch zwischen Wärmeträgermedium und dem flexiblen Formteil 4 zu gewährleisten.
Wenn die pastöse Masse eingefüllt ist, so kann das warme Wärmeträgermedium gegen ein
kaltes Wärmeträgermedium ausgetauscht werden, um die Aushärtung der pastösen Masse
zu begünstigen. Auch hierbei umgibt der Formhalter beziehungsweise die Teile 5a, 5b
des Formhalters bevorzugt nicht das flexible Formteil 4, um einen Wärmeaustausch zwischen
dem flexiblen Formteil 4 und dem Wärmeträgermedium nicht zu behindern.
[0027] Die zwei Rohre 8, 12 münden in der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform höhenversetzt
in der Kammer 3.
[0028] Figur 2 zeigt einen Vertikalschnitt durch die in Figur 1 gezeigte Ausführungsform
mit einer teilweise gedehnten flexiblen Formteil 4. In der in Figur 2 gezeigten Ausführungsform
ist der V-förmige Schieber, der das Betätigungselement 6 darstellt nach oben bewegt
und drückt somit die Teile 5a, 5b des Formhalters an das flexible Formteil 4, so dass
die Teile 5a, 5b des Formhalters das flexible Formteil 4 formschlüssig umgeben. In
der in Figur 2 dargestellten Position der Teile 5a, 5b des Formhalters, komprimieren
diese leicht den unteren Teil des flexiblen Formteils 4 und Halten somit die ausgehärtete
pastöse Masse.
[0029] Wird nun in der Kammer 3 über das in die Kammer 3 mündende Rohr 12 ein Unterdruck
erzeugt, beispielsweise durch Abpumpen des sich in der Kammer 3 befindlichen Wärmeträgermediums,
während das Ventil 7 des anderen in die Kammer 3 mündenden Rohres 8 geschlossen ist,
so wird das flexible Formteil 4 in dem Bereich, in dem es nicht von dem Formhalter,
beziehungsweise den Teilen 5a, 5b des Formhalters, umgeben ist, gedehnt. Durch die
Dehnung des flexiblen Formteils 4 im oberen Bereich, entsteht ein Zwischenraum zwischen
der zumindest teilweise ausgehärteten pastösen Masse und dem flexiblen Formteil 4,
so dass eine Entnahmevorrichtung 10 angreifen kann, ohne sich dabei mit Kraft zwischen
das flexible Formteil 4 und der ausgehärteten pastösen Masse schieben zu müssen. Bedingt
dadurch, dass der untere Teil des flexiblen Formteils 4 durch den Formhalter beziehungsweise
durch die Teile 5a, 5b des Formhalters fest gehalten wird, kann es beim Angreifen
der Entnahmevorrichtung 10 nicht zu einer seitlichen Verschiebung der ausgehärteten
pastösen Masse kommen, wodurch eine Deformationen oder Beschädigung der pastösen Masse
verhindert wird. Die Entnahmevorrichtung 10 kann dabei auch direkt in Form eines in
Lippenstiften bekannten Korbes ausgestaltet sein, der direkt auf die ausgehärtete
pastöse Masse aufgesetzt wird. Um die Entnahme zu erleichtern und der Entnahmevorrichtung
10 mehr Platz zu verschaffen, kann das flexible Formteil 4 beispielsweise auch zwei
unterschiedliche Zonen von unterschiedlicher Dehnbarkeit aufweisen. So kann beispielsweise
der obere Teil des flexiblen Formteils 4 weicher ausgestaltet sein als der untere
Teil und somit stärker gedehnt werden. Dieses gefährdet auch nicht die Stabilität
des flexiblen Formteils 4, da beim Befüllen des flexiblen Formteils 4 mit der pastösen
Masse, die Kammer 3 vollständig mit dem Wärmeträgermedium gefüllt ist und dieses somit
eine entsprechende Stabilität für das flexible Formteil 4 bereitstellt.
[0030] Figur 3 zeigt einen Vertikalschnitt durch die in Figur 1 gezeigte Ausführungsform
mit einer vollständig gedehnten flexiblen Form. In Figur 3 ist das Betätigungselement
6 in Form des V-förmigen Schieber nach unten bewegt worden, so dass sich die Teile
des Formhalters 5a, 5b um deren Drehpunkte 9 bewegen können und auseinanderklappen
können, so dass die Teile 5a, 5b des Formhalters nicht mehr das flexible Formteil
4 formschlüssig umgeben. Bedingt durch den in der Kammer 3 noch bestehenden Unterdruck,
wird das flexible Formteil 4 über seine gesamte Länge gedehnt und die Lippenstiftmine
2 wird vollständig freigegeben. Dadurch kann mit Hilfe der Entnahmevorrichtung 10
aus dem nunmehr gedehnten flexiblen Formteil 4 die aus der pastösen Masse gebildete
Lippenstiftmine entnommen werden.
[0031] Anschließend kann die Kammer 3 wieder über das in die Kammer 3 mündende Rohr 8 mit
dem Wärmeträgermedium aufgefüllt werden und ein neuer Befüllvorgang mit einer pastöser
Masse in das flexible Formteil 4 kann beginnen, so dass eine weitere Lippenstiftmine
2 geformt werden kann.
1. Eine Vorrichtung (1) zur Herstellung von Lippenstiftminen (2) aus pastösen Massen,
aufweisend:
eine Kammer (3);
ein flexibles Formteil (4), wobei das flexible Formteil (4) in der Kammer (3) angeordnet
ist und wobei das flexible Formteil (4) derart ausgestaltet ist, dass in das flexible
Formteil (4) pastöse Masse eingefüllt werden kann, die in dem flexiblen Formteil (4)
zumindest teilweise aushärten kann und die zumindest teilweise ausgehärtete pastöse
Masse mit einer Entnahmevorrichtung unter elastischer Dehnung des flexiblen Formteils
(4) entnommen werden kann; und
einen Formhalter, wobei bei der bestimmungsgemäßen Verwendung der Vorrichtung (1)
der Formhalter zumindest zeitweise und zumindest teilweise in der Kammer (3) angeordnet
ist und dabei einen Teil des flexiblen Formteils (4) hält und wobei der Formhalter
relativ zum flexiblen Formteil (4) bewegbar ist
dadurch gekennzeichnet, dass
die Kammer (3) derart ausgestaltet ist, dass die Kammer (3) vor und/oder während des
Einfüllens der pastösen Masse in das flexible Formteil (4) mit einem Wärmeträgermedium
aufgefüllt werden kann und zur Entnahme der pastösen Masse aus dem flexiblen Formteil
(4) in der Kammer ein Unterdruck erzeugt werden kann, durch den das flexible Formteil
(4) gedehnt wird.
2. Die Vorrichtung (1) nach Anspruch 1, weiter aufweisend ein in die Kammer (3) über
ein erstes Ventil (7) mündendes erstes Rohr (8), mit dem die Kammer (3) mit dem Wärmeträgermedium
befüllt werden kann und mit dessen Hilfe in der Kammer der Unterdruck erzeugt werden
kann.
3. Die Vorrichtung (2) nach Anspruch 1, weiter aufweisend ein in die Kammer (3) über
ein erstes Ventil (7) mündendes erstes Rohr (8), mit dem die Kammer (3) mit dem Wärmeträgermedium
befüllt werden kann und ein in die Kammer (3) über ein zweites Ventil (11) mündendes
zweites Rohr (12), mit dessen Hilfe in der Kammer der Unterdruck erzeugt werden kann.
4. Die Vorrichtung (1) nach Anspruch 3, wobei das erste in die Kammer (3) mündende Rohr
(8) und das zweite in die Kammer (3) mündende Rohr (12) höhenversetzt relativ zueinander
in der Kammer (3) münden.
5. Die Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Formhalter
aus zumindest zwei Teilen (5a, 5b) besteht.
6. Die Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, weiter aufweisend ein
Betätigungselement (6), das den Formhalter relativ zu dem flexiblen Formteil (4) bewegt.
7. Die Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das flexible Formteil
(4) aus einem Elastomer besteht.
8. Die Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das flexible Formteil
(4) an zumindest einer Wandung der Kammer (3) fixiert ist.
9. Ein Verfahren zur Herstellung von Lippenstiftminen (2) aus pastösen Massen, mit einer
Vorrichtung (1) aufweisend eine Kammer (3), ein flexibles Formteil (4), wobei das
flexible Formteil (4) in der Kammer (3) angeordnet ist und einen Formhalter, das Verfahren
weist die folgenden Schritte auf:
Befüllen der Kammer (3) mit einem Wärmeträgermedium;
Befüllen des flexiblen Formteils (4) mit einer pastösen Masse;
Bewegen des Formhalters zu dem flexiblen Formteil (4) zum Halten des flexiblen Formteils
(4);
Erzeugen eines Unterdrucks in der Kammer (3) zum Dehnen eines Teils des flexiblen
Formteils (4), der nicht von dem Formhalter gehalten wird;
Bewegen des Formhalters weg von dem flexiblen Formteil (4), so dass er das flexible
Formteil nicht mehr hält und der Unterdruck das gesamte flexible Formteil (4) dehnt;
und
Entnehmen der zumindest teilweise ausgehärteten pastösen Masse aus dem flexiblen Formteil.
10. Das Verfahren von Anspruch 9, weiter aufweisend:
Austauschen des Wärmeträgermediums in der Kammer (3) von einem warmen Wärmeträgermedium
zu einem kalten Wärmeträgermedium nach oder beim Befüllen des flexiblen Formteils
(4) mit der pastösen Masse.