[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Sicherheitssystem für Sicherheitspapiere, das
es erlaubt, mittels eines Prüfelementes ein am Sicherheitspapier vorgesehenes Sicherheitselement
auf seine Echtheit zu überprüfen.
[0002] Die Erfindung bezieht sich weiter auf ein Wertdokument mit einem solchen Sicherheitssystem.
[0003] Die Erfindung bezieht sich schließlich auch auf ein Herstellverfahren für ein Sicherheitssystem
für Wertpapiere, Wertdokumente oder dergleichen, bei dem mittels eines Prüfelementes
ein am Wertdokument vorgesehenes Sicherheitselement überprüfbar ist.
[0004] Aus der
EP 2384898 A1 ist ein Sicherheitselement bekannt, das ein Druckmuster umfasst, welches eine Linienrasterstruktur
aufweist, die ein Bild codiert. Ein Analysator, der ebenfalls eine Linienrasterstruktur
aufweist, kann über das Druckmuster gelegt werden, so dass bei Betrachtungen in Durchsicht
innerhalb eines bestimmten Blickwinkelbereiches das Bild sichtbar wird. Der Analysator
ist dabei so ausgebildet, dass er Bestandteile des ersten Druckmusters abdeckt, welche
den Bildeindruck stören. In der genannten
EP 2384989 A1 wird dies dadurch realisiert, dass das erste Druckmuster ein gekreuztes Linienraster
ist, und der Analysator dient dazu, die in einer Richtung verlaufenden Elemente dieses
Linienrasters, welche das Bild verschleiern, abzudecken, so dass nur die in anderer
Richtung verlaufenden Elemente des Linienrasters noch sichtbar sind und das Bild liefern.
[0006] Aus der
WO 2009/074284 A2 sind ein Sicherheitssystem sowie ein Wertdokument mit einem solchen Sicherheitssystem
und ein Herstellverfahren für ein solches Sicherheitssystem bekannt. Dort werden reversibel
magnetisch ausrichtbare Pigmente, die in einem Druckbild angeordnet sind, in Kombination
mit einem statischen Druckbild verwendet. Legt man einen Magneten an, verändert sich
der optisch wahrnehmbare Eindruck, beispielsweise indem die Magnetpigmente die Funktion
einer Jalousie haben, welche unter Magnetfeldeinfluss geöffnet wird. Ist der Magnet
unter das Sicherheitselement gelegt, wird ein Druckbild sichtbar, das ansonsten von
den Magnetpigmenten abgedeckt ist.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Sicherheitssystem zu schaffen, das
sich die vorteilhafte Wirkung magnetisch ausrichtbarer Pigmente zunutze macht.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Sicherheitssystem für Sicherheitspapiere,
Wertdokumente oder dergleichen, umfassend ein Sicherheitselement mit einem Träger,
einem Druckmuster, das eine erste Rasterstruktur aufweist, die in einer ersten Schicht
am Träger angeordnet ist, einem Druckelement, das durch ein äußeres Magnetfeld ausrichtbare
Pigmente enthält, in einer zweiten Schicht am Träger angeordnet ist und das Druckmuster
zumindest teilweise überdeckt, ein Magnetelement, das eine zweite Rasterstruktur aus
Nord- und Südpolen aufweist, wobei entweder die erste Rasterstruktur oder die zweite
Rasterstruktur ein Bild codiert und die Rasterstrukturen von Druckmuster und Magnetelement
so zueinander passend gestaltet sind, dass das Bild innerhalb eines bestimmten Blickwinkelbereiches
wahrnehmbar ist, wenn das Magnetelement unter dem Druckelement angeordnet ist, um
die Pigmente des Druckelements in die zweite Rasterstruktur auszurichten.
[0010] Die Aufgabe wird weiter gelöst durch ein Sicherheitssystem für Sicherheitspapiere,
Wertdokumente oder dergleichen, umfassend ein Sicherheitselement mit einem Träger,
einem Druckmuster, das eine erste Rasterstruktur aufweist, die in einer ersten Schicht
am Träger angeordnet ist, einem Druckelement, das durch ein äußeres Magnetfeld ausrichtbare
Pigmente enthält, in einer zweiten Schicht am Träger angeordnet ist und das Druckmuster
zumindest teilweise überdeckt, ein Magnetelement, das eine zweite Rasterstruktur aus
Nord- und Südpolen aufweist, wobei die erste Rasterstruktur und die zweite Rasterstruktur
so zueinander passend gestaltet sind, dass sie sich ergänzen, um ein Bild zu codieren
und das Bild wahrnehmbar ist, wenn das Magnetelement unter dem Druckelement angeordnet
ist, um die Pigmente des Druckelements in die zweite Rasterstruktur auszurichten.
[0011] Die Aufgabe wird ebenfalls gelöst durch ein Wertdokument, das an verschiedenen Bereichen
das genannte Sicherheitselement und das genannte Magnetelement aufweist.
[0012] Die Aufgabe wird ebenfalls gelöst durch ein Herstellungsverfahren für ein Sicherheitssystem
für Sicherheitspapiere, Wertdokumente oder dergleichen, bei dem ein Sicherheitselement
hergestellt wird, indem ein Träger in einer ersten Schicht mit einem Druckmuster,
das eine Rasterstruktur aufweist, und in einer zweiten Schicht einem Druckelement,
das durch ein äußeres Magnetfeld ausrichtbare Pigmente enthält und das Druckmuster
zumindest teilweise überdeckt, versehen wird, ein Magnetelement bereitgestellt wird,
das eine zweite Rasterstruktur aus Nord- und Südpolen aufweist, wobei entweder die
erste Rasterstruktur oder die zweite Rasterstruktur so ausgebildet wird, dass sie
ein Bild codiert und die Rasterstrukturen von Druckmuster und Magnetelement so zueinander
passend gestaltet werden, dass das Bild innerhalb eines bestimmten Blickwinkelbereiches
wahrnehmbar ist, wenn das Magnetelement unter dem Druckelement angeordnet wird und
die Pigmente des Druckelements in die zweite Rasterstruktur ausrichtet.
[0013] Die Aufgabe wird schließlich auch gelöst durch ein Herstellungsverfahren für ein
Sicherheitssystem für Sicherheitspapiere, Wertdokumente oder dergleichen, bei dem
ein Sicherheitselement hergestellt wird, indem ein Träger in einer ersten Schicht
mit einem ersten Druckmuster, das eine Rasterstruktur aufweist, und in einer zweiten
Schicht mit einem Druckelement, das durch ein äußeres Magnetfeld ausrichtbare Pigmente
enthält und das Druckmuster zumindest teilweise überdeckt, versehen wird, ein Magnetelement
bereitgestellt wird, das eine zweite Rasterstruktur aus Nord- und Südpolen aufweist,
wobei die erste Rasterstruktur und die zweite Rasterstruktur so zueinander passend
gestaltet werden, dass sie sich ergänzen, um ein Bild zu codieren und das Bild wahrnehmbar
ist, wenn das Magnetelement unter dem Druckelement angeordnet wird und die Pigmente
des Druckelements in die zweite Rasterstruktur ausrichtet.
[0014] Die Erfindung kombiniert das statische Druckmuster in der ersten Schicht mit dem
teilweise überdeckenden Druckelement in der zweiten Schicht. Dieses Druckelement ist
aus magnetisch ausrichtbaren Pigmenten hergestellt, die eine bestimmte Struktur einnehmen,
wenn das Magnetelement unter das Sicherheitselement gelegt wird. Das statische, also
räumlich unveränderliche Druckmuster und das Magnetelement weisen je eine Rasterstruktur
auf, die so zusammenwirken, dass das erste Bild mit gutem Kontrast erkennbar ist,
wenn die beiden Rasterstrukturen passend zueinander übereinanderliegen. Die zweite
Rasterstruktur der Nord- und Südpole des Magnetelementes überträgt sich als Rasterstruktur
in die Magnetpigmente des Druckelements der zweiten Schicht, so dass (nur) bei entsprechend
angewendetem Magnetelement die zweite Rasterstruktur in der zweiten Schicht vorhanden
ist. Nur dann können erste und zweite Rasterstruktur zur Wahrnehmbarkeit des Bildes
zusammenwirken.
[0015] Diese Zusammenwirkung von erster und zweiter Rasterstruktur kann auf mehrere Arten
erfolgen. Für alle ist es wesentlich, dass der Begriff Rasterstruktur ein Muster bezeichnet,
das eine Grundstruktur umfasst, in der zur Bildcodierung eine gewisse Abweichung von
einer strikten Periodizität oder Regelmäßigkeit vorhanden ist. Ein Beispiel für eine
solche Rasterstruktur wäre beispielsweise ein breitencodiertes Linienraster oder ein
Punktraster.
[0016] Eine erste Art, wie die Rasterstrukturen zusammenwirken, besteht darin, dass die
in der zweiten Rasterstruktur ausgerichteten Pigmente des Druckelements Bestandteile
der Rasterstruktur des Druckmusters abdecken, welche das codierte Bild verschleiern.
Die ausgerichteten Magnetpigmente heben die Verschleierung auf und machen das Bild
im Druckmuster sichtbar. Diese Option wird nachfolgend als Variante 1 bezeichnet.
[0017] Eine weitere Art der Zusammenwirkung besteht in der Ausnutzung eines Moiré-Effektes.
Nur wenn die Rasterstrukturen des Druckmusters und der Magnetpigmente des Druckelements
(unter Einwirkung des Magnetelementes) sich so überlagern, dass ein Moiré-Effekt eintritt,
wird das codierte Bild sichtbar. Nachfolgend wird diese Art der Zusammenwirkung als
Variante 2 bezeichnet.
[0018] Eine dritte Art der Zusammenwirkung besteht darin, dass beide Rasterstrukturen zusammen
eine Rasterstruktur bilden, die ein Bild codiert. Diese Rasterstrukturen können beispielsweise
dadurch gewonnen sein, dass ein Bild gerastert ist und die so erhaltene Gesamtrasterstruktur
in zwei einzelne Rasterstrukturen zerlegt wird, die jeweils das Bild nicht mehr codieren.
Dies sei nachfolgend die Variante 3.
[0019] Unter Pigmenten, die durch ein äußeres Magnetfeld ausrichtbar sind, werden für den
Druck vorgesehene Pigmente verstanden, deren Deckungsgrad, also Strahlungsabsorption
oder -reflexion, durch Einwirkung eines äußeren Magnetfelds vorübergehend verändert
werden kann. Die zweite Rasterstruktur des Magnetelementes kann damit in eine entsprechende
Rasterstruktur hinsichtlich der Transparenz des Druckelementes umgesetzt werden. Entsprechende
Beispiele für solche Pigmente sind in der
WO 2009/074284 A2 beschrieben, deren Offenbarungsgehalt diesbezüglich hier voll einbezogen ist.
[0020] Das Druckmuster, welches die erste Rasterstruktur aufweist, ist räumlich statisch.
Die zweite Rasterstruktur wird hingegen im Druckelement abhängig von der Lage des
Magnetelementes erzeugt. Somit kann eine einfache Verschiebung des Magnetelementes
gegenüber dem Sicherheitselement die zweite Rasterstruktur, welche in das Druckelement
auf magnetische Weise eingeprägt wird, verschieben. Da zumindest in den Varianten
1 und 3, teilweise auch jedoch auch in der Variante 2, die erste Rasterstruktur in
bestimmter Lage zur zweiten Rasterstruktur liegen muss, um das Bild sichtbar zu machen,
erreicht das erfindungsgemäße Sicherheitssystem einen sehr auffälligen Verifikationseffekt,
wenn man das Magnetelement gegenüber dem Sicherheitselement verschiebt oder verdreht.
Nur bei einer passenden Lage, in der die ersten und zweiten Rasterstrukturen im richtigen
Register zueinander liegen, erscheint das Bild. Unter dem Begriff "passende Lage"
des Magnetelementes bezogen auf das Sicherheitselement, wird in dieser Beschreibung
die bilderzeugende Registrierung der ersten zur zweiten Rasterstruktur verstanden.
Da das Magnetelement nicht derart fest mit dem Sicherheitselement verbunden ist, dass
eine Relativlageveränderung unmöglich wäre, kann ein Benutzer einfach die gewünschte
Verschiebung ausführen, um das Sicherheitssystem auf den Effekt überprüfen zu können,
dass das codierte Bild abhängig von der Lage des Magnetelementes verschwindet oder
erscheint.
[0021] Das erfindungsgemäße Konzept erreicht den Vorteil, dass das Bild erst unter Einwirkung
eines letztlich als Analysator dienenden Magnetelementes sichtbar wird. Dieser Effekt
ist durch einfaches Kopieren nicht reproduzierbar. Auch kann das codierte Bild ohne
Verfügbarkeit des Magnetelementes nicht sichtbar gemacht werden. Zudem sieht man dem
Magnetelement die von ihm vermittelte Rasterstruktur und damit seine Bedeutung für
die Analysatorwirkung nicht an, da lediglich die Zusammenwirkung von zweiter Rasterstruktur
des Magnetelementes und erster Rasterstruktur des Druckmusters das Bild wiedergibt.
Wie die einzelnen Rasterstrukturen aussehen, ist nicht erkennbar. Insbesondere ist
es nicht möglich, das Magnetelement nachzumachen, wenn nur das Sicherheitselement
verfügbar ist. Das Sicherheitssystem arbeitet somit nach dem Schlüssel/Schloss-Prinzip.
Nur derjenige, der das Magnetelement hat, kann die Echtheit des Sicherheitselementes
prüfen, und es ist schwer bis gar nicht möglich, vom Sicherheitselement auf den Aufbau
des Magnetelementes zu schließen.
[0022] Die Erfindung erlaubt es aber auch, mit einem Magnetelement zu arbeiten, das fest
mit dem Sicherheitselement verbunden ist, beispielsweise indem die beiden Elemente
an verschiedenen Bereichen eines Wertdokumentes vorgesehen werden. Durch einen geeigneten
Faltvorgang wird dann das Magnetelement unter das Sicherheitselement geklappt und
die Magnetpigmente geeignet ausgerichtet, um das Bild sichtbar zu machen. Ein eventuell
anderweitig nötiges Verdrehen des Magnetelementes, um die geeignete Relativlage von
Sicherheitselement und Magnetelement zu erreichen, ist dann nicht mehr nötig.
[0023] Ein solches Verdrehen kann bei Variante 2 in der Regel entfallen, da außer in ganz
bestimmten Parallellagen ein Moiré-Muster zwischen den ersten und zweiten Rasterstrukturen
immer auftritt. Natürlich führt ein Verdrehen zu mehr oder weniger starker Ausbildung
des Moiré-Musters. Dies betrifft jedoch lediglich die Frage, ob das Bild besonders
gut oder eher weniger gut zu erkennen ist. Erkennbar bleibt es bis auf Ausnahmelagen
immer.
[0024] Auch bei Variante 1 kann ein Verdrehen entfallen, wenn das Druckmuster zwei zueinander
gekreuzt liegende Linienraster aufweist, von denen eine Linienrichtung das Druckbild
codiert und die andere Linienrichtung das Druckbild verschleiert.
[0025] Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass ein deutlich einfacher herzustellender Aufbau
des Sicherheitselementes erreicht ist, da nur noch lediglich zwei Schichten benötigt
werden, die z. B. bequem auf der Vorder- und Rückseite des Trägers angeordnet werden
können.
[0026] In einer vorteilhaften Weiterbildung dieser Bauweise kann das zweite Linienraster
des Druckmusters zusätzlich noch ein Motiv codieren. Das zweite Linienraster dient
also nicht nur dazu, das vom ersten Linienraster codierte Bild zu verschleiern, sondern
stellt ein (weiteres) Motiv bereit, das außerhalb des bestimmten Blickwinkelbereiches
zusammen mit dem Bild wahrnehmbar ist. Das Magnetelement sorgt also dafür, dass je
nach Lage des Magnetelementes entweder das Bild wahrnehmbar ist oder das Motiv. Für
die Codierung der Informationen in den Linienrastern, insbesondere für die Codierung
des Bildes im ersten Linienraster, kommen alle bekannten Linienrastermodulierungen
infrage, insbesondere einseitige Modulierungen, die drucktechnisch besonders einfach
zu beherrschen sind und darüber hinaus einen besonders guten Verschattungseffekt für
den Analysator zur Folge haben.
[0027] In dem Druckmuster codierte Informationen, d. h. das Bild im ersten Linienraster
und, soweit vorhanden, das Motiv des zweiten Linienrasters können unterschiedliche
Farben haben. Damit kann sowohl die Verschleierung als auch die Erkennung der Kombination
aus Bild und Motiv außerhalb des bestimmten Blickwinkelbereiches gefordert werden.
[0028] Der Linienabstand für Linienraster kann im Rahmen der Erfindung grundsätzlich frei
gewählt werden. Eine gute Kombination zwischen leichter Erkennbarkeit und Minimierung
des drucktechnischen Aufwandes ergibt sich bei einem Linienabstand von erstem und
zweitem Linienraster von jeweils 0,15 mm bis 0,3 mm, besonders bevorzugt im Bereich
von 0,2 mm. Die Linienmodulation kann dann zwischen 0,05 mm und 0,15 mm liegen.
[0029] Wie oben bereits erwähnt, kann das zweite Linienraster ein Motiv codieren. Die Begriffe
"Bild" im Zusammenhang mit dem ersten Linienraster bzw. "Motiv" im Zusammenhang mit
dem zweiten Linienraster wurden lediglich zur unterscheidenden Zuordnung zu den entsprechenden
Elementen bzw. Strukturen gewählt. Mit den unterschiedlichen Begriffen soll kein unterschiedlicher
Sinngehalt verknüpft sein. Gleiches gilt für den Begriff "Motivbild", der später noch
eingeführt werden wird. Mit diesen Begriffen soll lediglich beschrieben werden, dass
Bild, Motiv und Motivbild jeweils eine eigene visuell wahrnehmbare Information bereitstellen.
Dies kann beispielsweise eine graphische Information, ein Bild, ein Muster, Zahlen,
Buchstaben oder sonstige Zeichen umfassen.
[0030] Für das erste und das zweite Linienraster kann eine Linienbreitenmodulation verwendet
werden, um eine Grautondarstellung bei Bild bzw. Motiv zu erreichen. Besonders bevorzugt
ist und einen besonders wirksamen Verschattungseffekt zeigt eine einseitige Linienbreitenmodulation.
[0031] Alternativ oder ergänzend zu einer Grautondarstellung ist es möglich, dass das erste
bzw. zweite Linienraster das Bild bzw. Motiv als Schwarz/ Weiß-Darstellung codieren,
indem im Linienraster entsprechende Aussparungen vorgesehen sind. In diesen Aussparungen
ist dann kein Linienraster vorhanden, so dass der ausgesparte Bereich dann ohne weitere
Struktur wahrnehmbar ist. Unter Aussparung ist dabei sowohl eine Aussparung der Linien,
d.h. eine helle Fläche, als auch eine Aussparung der Linienzwischenräume, also eine
dunkle Fläche zu verstehen.
[0032] Hinsichtlich der Schichtreihenfolge ist es bevorzugt, wenn das Druckmuster über dem
Druckelement aufgebracht ist, da dann auch eine geringe Transparenzänderung des Druckelementes
unter Magnetfeldeinfluss bereits die Erkennbarkeit des Bildes möglich macht.
[0033] Auch ist es möglich, über dem Druckmuster und dem Druckelement eine transparente
Interferenzschicht aufzubringen, die dem Bild (wenn es mit Hilfe des Magnetelementes
sichtbar gemacht wird) einen optisch variablen Effekt verleiht.
[0034] Eine andere oder zusätzliche Möglichkeit, eine geringe Transparenzgradänderung im
Druckelement in eine gute Erkennbarkeit des codierten Bildes umzusetzen, liegt darin,
unter dem Druckmuster und dem Druckelement eine kontraststeigernde flächige Schicht
vorzusehen, bevorzugt aus einer dunklen Farbe mit einem Hellbezugswert unter 0,5 (in
einer Skala zwischen 0 und 1, wobei 0 ideal Schwarz und 1 ideal Weiß bezeichnet).
[0035] Das Sicherheitselement kann insbesondere als Sicherheitsfaden, Aufreißfaden, Sicherheitsband,
Sicherheitsstreifen, Patch oder als Etikett zum Aufbringen auf ein Sicherheitspapier,
Wertdokument oder dergleichen ausgebildet sein. Insbesondere kann das Sicherheitselement
transparente Bereiche oder Ausnehmungen überspannen.
[0036] Unter dem Begriff Sicherheitspapier wird hier insbesondere die noch nicht umlauffähige
Vorstufe zu einem Wertdokument verstanden, die neben dem erfindungsgemäßen Sicherheitselement
beispielsweise auch weitere Echtheitsmerkmale (wie z.B. im Volumen vorgesehene Lumineszenzstoffe)
aufweisen kann. Unter Wertdokumenten werden hier einerseits aus Sicherheitspapieren
hergestellte Dokumente verstanden. Andererseits können Wertdokumente auch sonstige
Dokumente und Gegenstände sein, die mit dem erfindungsgemäßen Sicherheitsmerkmal versehen
werden können, damit die Wertdokumente nicht kopierbare Echtheitsmerkmale aufweisen,
wodurch eine Echtheitsüberprüfung möglich ist und zugleich unerwünschte Kopien verhindert
werden. Chip- oder Sicherheitskarten, wie z. B. Bank- oder Kreditkarten, sind weitere
Beispiele für ein Wertdokument.
[0037] Unter Transluzenz bzw. transluzent wird in dieser Beschreibung die partielle Lichtdurchlässigkeit
eines Körpers verstanden, also die Eigenschaft, Licht durchlassen, ohne transparent
zu sein. Transluzenz ist also in Abgrenzung zur Transparenz (= Bild- oder Blickdurchlässigkeit)
zu sehen. Die reziproke Eigenschaft der Transluzenz ist die Opazität. Im Sinne dieser
Beschreibung ist ein Körper transluzent oder transparent, wenn der Transmissionsgrad
im Bereich der sichtbaren optischen Strahlung (= Licht) mindestens 90 % beträgt. Bei
Transmissionsgraden zwischen 10 und 90 % ist der Körper teiltransparent oder -transluzent.
[0038] Das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren kann so weitergebildet werden, dass die
beschriebenen bevorzugten Ausbildungen und Ausführungsformen des Sicherheitselementes
hergestellt werden.
[0039] In einer weiteren Ausführungsform ist das erste Druckmuster und/ oder das Druckelement
maschinenlesbar ausgestaltet. Hierbei werden die aufgedruckten Farben oder Stoffe
mit Materialien mit maschinenlesbaren Eigenschaften gemischt, beispielsweise maschinenlesbaren
Pigmenten, oder bestehen aus Materialien mit maschinenlesbaren Eigenschaften, beispielsweise
metallischen Schichten.
[0040] Maschinenlesbare Eigenschaften sind beispielsweise Magnetismus, elektrische Leitfähigkeit,
Absorptions- oder Emissionsvermögen für elektromagnetische Wellen mit bestimmten Wellenlängen,
beispielsweise für den infraroten oder ultravioletten Wellenlängenbereich. Selbstverständlich
sind auch andere maschinenlesbare Eigenschaften des Standes der Technik denkbar. Diese
maschinenlesbaren Eigenschaften können mit entsprechenden Detektoren oder Sensoren
von Bearbeitungsmaschinen ermittelt, weiterverarbeitet, angezeigt oder graphisch dargestellt
werden.
[0041] Das erste Druckmuster und das Druckelement können hierbei für sich maschinenlesbare
Eigenschaften aufweisen und einzeln ausgelesen werden oder zusammenwirken, wobei die
maschinenlesbaren Merkmale beider Elemente ein gemeinsames maschinenlesbares Merkmal
erzeugen.
[0042] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in den angegebenen Kombinationen, sondern auch in anderen Kombinationen
oder in Alleinstellung einsetzbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung
zu verlassen.
[0043] Nachfolgend wird die Erfindung beispielshalber anhand der beigefügten Zeichnungen,
die auch erfindungswesentliche Merkmale offenbaren, noch näher erläutert ist. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Schnittdarstellung durch ein Sicherheitssystem, umfassend ein Sicherheitselement
und ein Magnetelement,
- Fig. 2
- eine perspektivische Schemadarstellung des Sicherheitselementes der Fig.1 von oben,
- Fig. 3
- eine Darstellung ähnlich der Fig. 2, jedoch von einer abgewandelten Ausführungsform
des Sicherheitssystems,
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung für den Aufbau des Sicherheitssystems der Fig. 2,
- Fig. 5a bis c
- Teilausschnitte aus den Linienrastern des Sicherheitssystems der Fig. 4,
- Fig. 6
- eine Darstellung ähnlich der Fig. 4 für eine abgewandelte Version des Sicherheitssystems
und
- Fig. 7 bis 11
- Schnittdarstellungen durch einen Träger des Sicherheitssystems der Fig. 1, 4 oder
6 in Form eines dreischichtigen Verbundmaterials.
[0044] Die Figuren sind zur besseren Darstellbarkeit nicht maßstabstreu dargestellt, insbesondere
was Dicken angeht. Im Übrigen tragen Elemente, die sich in verschiedenen Ausführungsformen
funktionell und/ oder strukturell gleichen oder entsprechen, in allen Figuren jeweils
dasselbe Bezugszeichen, um Beschreibungswiederholungen zu vermeiden. In der nachfolgenden
Beschreibung wird als Vorderseite des Sicherheitselementes die in den Darstellungen
der Fig.1 oben bzw. vorne liegende Seite bezeichnet. Die Rückseite ist dementsprechend
die unten bzw. hinten liegende Seite. Diese Konvention dient lediglich der einfacheren
Beschreibung und soll keine Einschränkung hinsichtlich Aufbau und/ oder Anwendung
des Sicherheitselementes sein.
[0045] Fig.1 zeigt vereinfacht einen Schnitt durch ein Sicherheitssystem 1. Das Sicherheitssystem
1 umfasst ein Sicherheitselement 2 sowie ein Magnetelement 10. In der Schnittdarstellung
der beiden Elemente, die in Fig. 1 dargestellt ist, liegt das Magnetelement 10 unter
dem Sicherheitselement 2. Diese Konfiguration stellt einen Auslesevorgang dar, der
eine Überprüfung des Sicherheitselementes 2 erlaubt. Dies wird später noch erläutert.
Basis für das Sicherheitselement 2 ist ein Träger, der beispielsweise durch eine Kunststofffolie
verwirklicht werden kann. Diese Kunststofffolie ist bevorzugt transparent oder auch
nur transluzent ausgebildet, wie später noch erläutert werden wird. Das Sicherheitssystem
1 kann beispielsweise für eine Banknote oder eine Sicherheitskarte, wie eine Kreditkarte,
vorgesehen sein. Insbesondere kann es teilweise über einem im entsprechenden Wertdokument
vorgesehenen Fenster angeordnet werden.
[0046] An der Oberseite 3 des Trägers befindet sich eine erste Schicht 19, gebildet durch
einen Aufdruck, der ein statisches Druckmuster darstellt. Die Unterseite 4 hat eine
zweite Schicht 20 mit einem Aufdruck. Der Aufdruck auf der Oberseite 3 ist in Form
einer Linienrasterstruktur ausgebildet, d.h. in der ersten Schicht 19 auf der Oberseite
3 befindet sich eine Linienrasterstruktur 5. Bedingt durch die Dicke d des Trägers
2 sind die Schichten in einem entsprechenden Abstand zueinander angeordnet.
[0047] In der Schicht 20 befindet sich eine Effektpigmentschicht 6, deren Pigmente magnetisch
ausrichtbar sind. Bevorzugt sind diese Effektpigmente in einer Mikrokapsel verkapselt
und darin im Wesentlichen frei drehbar. Ohne äußeres Magnetfeld sind die Effektpigmente
der Effektpigmentschicht 6 vorzugsweise jeweils innerhalb ihrer Mikrokapsel isotrop
ausgerichtet, weisen also in der Gesamtheit keine Vorzugsrichtung auf. Dabei können
in der Praxis natürlich gewisse Abweichungen von einer idealen isotropen Verteilung
auftreten, abhängig beispielsweise von der geometrischen Form, der Magnetisierbarkeit,
der Viskosität einer Verkapselungsflüssigkeit oder einer Struktur der Verkapselung.
Unter Einwirkung eines äußeren Magnetfelds richten sich die Effektpigmente rasch aus.
Nach Wegfall des äußeren Magnetfelds kehren sie wieder in ihren Ausgangszustand zurück.
Ohne Rückstellkraft bzw. ohne andere externe Kräfte, kann die Rückkehr teilweise sehr
lange dauern und einige Minuten, Stunden oder sogar Tage in Anspruch nehmen. Auch
kann eine Bewegung des Sicherheitselementes 2 im Erdmagnetfeld die Rückstellung und
eine weitgehend isotrope Verteilung der Ausrichtungen der Effektpigmente bewirken.
Bis diese isotrope Verteilung erreicht ist, bleibt ein in der Effektpigmentschicht
6 erzeugtes Magnetisierungsmuster auch nach dem Entfernen des externen Magneten jedoch
zunächst sichtbar. Um die Rückkehr in den Ausgangszustand zu beschleunigen, können
die Mikrokapseln in zweckmäßigen Gestaltungen ein Gel enthalten, das eine Rückstellkraft
für die magnetisch ausrichtbaren Effektpigmente bereitstellt. In dieser Hinsicht wird
wiederum auf die
WO 2009/074284 A2 verwiesen, die hier mögliche Effektpigmente detailliert erläutert.
[0048] Die Effektpigmente in der Effektpigmentschicht 6 werden durch das Magnetelement 10
in eine Struktur gebracht, die transparente oder helle Stellen und dunkle Stellen
in der Effektpigmentschicht 6 bewirkt. Das entsprechende Magnetelement 10 wird dazu,
wie in der Schnittdarstellung der Fig.1 dargestellt, unter das Sicherheitselement
2 gelegt. Es weist eine Rasterstruktur 11 aus Nordpolen N und Südpolen S auf, die
sich in eine entsprechende Transparenz oder Helligkeitsstruktur der Effektpigmentschicht
6 umsetzt. In dem in Fig.1 gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Struktur der magnetischen
Nord- und Südpole des Magnetelementes 10 ebenfalls ein Linienraster 11. Dies ist jedoch,
wie im allgemeinen Teil der Beschreibung bereits erläutert, rein exemplarisch.
[0049] Die Figur zeigt weiter, dass die Linienrasterstruktur 5 und die in der Effektpigmentschicht
6 erzeugte Linienrasterstruktur in einer bestimmten Ausrichtung zueinander liegen,
welche durch die Lage des Magnetelementes 10 vorgegeben ist. Die Ausrichtung ist hier
so, dass die Linienrasterstruktur an der Unterseite 4 zumindest einen Teil der Linienrasterstruktur
5 verschattet, wenn das Sicherheitselement innerhalb eines bestimmten Blickwinkelbereiches,
der in Fig.1 schematisch mit dem Winkel α veranschaulicht ist, in Durchsicht betrachtet
wird.
[0050] Die Linienrasterstruktur an der Unterseite 4 ist bevorzugt ein nicht moduliertes
Linienraster und dient, wie noch erläutert werden wird, als Analysator bei der Durchsichtbetrachtung
des Sicherheitselementes 1.
[0051] Die Linienrasterstruktur 5 an der Oberseite ist in einer Ausführungsform als gekreuztes
Muster aus einem ersten Linienraster 7 und einem zweiten Linienraster 8 ausgebildet.
Dies ist in Fig. 2 gut zu erkennen, die eine perspektivische Darstellung des Sicherheitselementes
2, von der Oberseite 3 des Trägers her betrachtet, zeigt. In Fig.1 ist gut zu erkennen,
dass das erste Linienraster 7 moduliert ist. Diese dem Fachmann grundsätzlich bekannte
Art der Linienmodulation bewirkt, dass das erste Linienraster 7 ein Bild codiert.
Ohne das Linienraster 8 wäre dieses Bild von der Oberseite 3 her klar erkennbar. Das
gekreuzt zum ersten Linienraster 7 liegende zweite Linienraster 8 verschleiert jedoch
die Wahrnehmung des im ersten Linienraster 7 codierten Bildes, insbesondere da die
Linienrasterstrukturen so groß sind, dass sie mit bloßem Auge bei normalem Betrachtungsabstand
schwer oder gar nicht wahrnehmbar sind.
[0052] Der Aufbau der Linienrasterstruktur 5 an der Oberseite 3 des Sicherheitselementes
2, bedingt, dass das vom ersten Linienraster 7 codierte Bild nur unter bestimmten
Bedingungen mit gutem Kontrast wahrnehmbar ist. Diese Bedingungen werden durch die
Linienrasterstruktur 5 in der Effektpigmentschicht 6 an der Unterseite 4 des Sicherheitselementes
2, also letztlich durch die Linienrasterstruktur 11 des Magnetelementes 10 definiert.
Die Rasterstruktur 11 weist dazu ein Linienraster auf, das bei richtiger Ausrichtung
des Magnetelementes 10 an der Unterseite 4 im Wesentlichen parallel zum Linienraster
8 liegt. Je nach Blickwinkel oder Lage des Magnetelementes 10 verschattet somit das
Linienraster in der Effektpigmentschicht 6 an der Unterseite 4 des Sicherheitselementes
2 das zweite Linienraster 8 unterschiedlich stark. Dies hat zur Folge, dass durch
die Zusammenwirkung von zweiten Linienraster 8 und Linienraster in der Effektpigmentschicht
6 Schlitze zur Betrachtung des ersten Linienrasters 7 und damit des dadurch codierten
Bildes verbleiben, deren Schlitzbreite von Betrachtungswinkel/ Lage des Magnetelementes
10 abhängt. Somit wird der Kontrast bei der Wahrnehmung des Bildes, welches vom ersten
Linienraster 7 codiert ist, durch den Betrachtungswinkel und die Lage des Magnetelementes
10 beeinflusst.
[0053] Es ergibt sich ein eindrucksvoller Wechsel-Effekt, durch den das vom ersten Linienraster
7 codierte Bild bei Kippen des Trägers oder einem Verschieben des Magnetelementes
10 auftaucht bzw. wieder verschwindet.
[0054] In einer in Fig. 3 dargestellten Weiterbildung der Erfindung codiert das Linienraster
8 ein zusätzliches Motiv. Im Ergebnis ist dadurch blickwinkel- oder verschiebelagenabhängig
die Kombination aus dem Bild, das vom ersten Linienraster 7 codiert ist, und dem Motiv,
das vom zweiten Linienraster 8 codiert ist, sichtbar oder nicht. Bei einer vollständigen
Verschattung des zweiten Linienrasters 8 durch das Linienraster der Effektpigmentschicht
6 an der Unterseite 4 des Trägers, die hier aus Gründen der Übersicht nicht dargestellt
ist, erscheint hingegen nur das Bild, welches durch das erste Linienraster 7 codiert
wird. Man erhält damit im Ergebnis die lage- oder blickwinkelabhängige Ergänzung des
Bildes durch das Motiv.
[0055] An den Träger ist in dieser Ausführungsform die Anforderung zu stellen, dass er einen
gewissen Grad an Transparenz oder Transluzenz zeigt. Verwendet man einen transparenten
Träger, erscheint in Durchsichtbetrachtung das Bild bzw. das um das Motiv ergänzte
Bild besonders klar. Jedoch kann für bestimmte Fälle auch ein transluzenter Träger
genügen. Auch können die Schichten 19, 20 auf derselben Seite eines Trägers angeordnet
werden, der dann auch absorbierend sein darf.
[0056] In den Ausführungsformen der Figuren 2 und 3 ist exemplarisch ein transluzenter Träger
verwendet, der über einem Fenster 9 angeordnet ist, das beispielsweise in einer Banknote
oder einer Sicherheitskarte ausgebildet ist.
[0057] Fig. 4 zeigt in einer perspektivischen Darstellung das Sicherheitssystem der Fig.
3. Die am rechten Rand des Zeichnungsblattes wiedergegebenen Figuren 5a bis 5c zeigen
Ausschnitte der entsprechenden Linienraster, die in Fig. 4 dargestellt sind. Elemente
der Darstellung der Fig. 4, die den bereits anhand der Fig. 3 geschilderten Elementen
entsprechen, sind mit denselben Bezugszeichen versehen.
[0058] Auf der Vorderseite 3 des Sicherheitselementes ist in der ersten Schicht 19 die erste
Linienrasterstruktur 5 angeordnet. Sie umfasst das erste und das zweite Linienraster
7, 8. Die ersten und zweiten Linienraster 7 und 8 bewirken durch einseitige Linienbreitenmodulation
eine Grautonwiedergabe von Bildinformationen in Form des Bildes 12 bzw. des Motivs
13. Die Linienraster 7, 8 sind dabei lediglich der einfacheren Erkennbarkeit halber
getrennt dargestellt. In Wirklichkeit sind sie in der ersten Linienrasterstruktur
5 vereint als gekreuztes Linienraster in der ersten Schicht 19 vorgesehen. Das erste
Linienraster 7 liegt, bezogen auf die Horizontale der Figuren 5 im 45° Winkel (beispielsweise
mit einem Linienabstand von 0,1 mm und einer modulierten Linienbreite von 0,05 mm
bis 0,1 mm) und codiert als einseitiges Linienraster als Bild 12 ein geschlossenes
Auge. Die Verdickungen des Linienrasters sind dabei exemplarisch nach rechts ausgerichtet.
Die Ausrichtung hat jedoch keine weitere Bedeutung. Weiter ist in der gekreuzten ersten
Linienrasterstruktur 5 das zweite Linienraster 8 vorhanden, das exemplarisch im -45°
Winkel zur Horizontalen angeordnet ist. Linienabstand und Linienstärke entsprechen
dem des ersten Linienrasters 7. Es zeigt als Motiv 13 in Graustufen ein geöffnetes
Auge.
[0059] Fig. 5c zeigt die Effektpigmentschicht 6 mit der Linienstruktur 11, die sie durch
das Magnetelement 10 erhielt. Sie stellt sich (nur) dann ein, wenn das Magnetelement
10 die Rasterstruktur 11 seiner magnetischen Nord- und Südpole auf die Effektpigmentschicht
6 übertragen hat. Die dann in der Effektpigmentschicht 6 ausgebildete Linienrasterstruktur
der zweiten Schicht 20 auf der Rückseite 4 des Trägers verläuft bei richtiger Ausrichtung
des Magnetelementes 10 in einem -45° Winkel (Linienabstand beispielsweise 0,1 mm,
Linienstärke 0,1 mm). Sie codiert keine Information.
[0060] Durch das Aufbringen der gekreuzten ersten Linienrasterstruktur 5 in der ersten Schicht
auf der Vorderseite, umfassend das erste Linienraster 7 und das zweite Linienraster
8, kommt es durch die magnetisch strukturierte Effektpigmentschicht 6 zu einer Verschattung.
Bei wechselndem Blickwinkel des Betrachters in Durchsicht, beispielsweise durch Verkippung
des Sicherheitselementes 1 horizontal und/ oder vertikal, überlagern sich die genannten
Linienrasterstrukturen. Dies gilt bei korrekter Ausrichtung des Magnetelementes 10,
d.h. bei korrekter Lage der in der Effektpigmentschicht 6 erzeugten zweiten Linienrasterstruktur,
welche durch die Linienrasterstruktur 11 des Magnetelementes 10 vorgegeben ist.
[0061] Alternativ wird die Überlagerung der Linienrasterstrukturen, die zu einer Erkennbarkeit
des Bildes 12 oder des Motivs 13 führt, dadurch erreicht, dass das Magnetelement 10
unter dem Sicherheitselement 2 bewegt wird. In beiden Fällen erreicht man, dass die
in Aufsicht erkennbare Information des Bildes 12 (geschlossenes Auge) verschwindet
und der Blick auf die zweite Information des Motivs 13 (geöffnetes Auge) freigegeben
wird. Durch den Blickwinkelwechsel oder den Lagenwechsel des Magnetelementes 10 verschiebt
sich die Linienrasterstruktur in der Effektpigmentschicht 6 optisch in Richtung der
Linienrichtung des ersten Linienrasters 7 und deckt das zweite Linienraster 8 ab.
[0062] Das Sicherheitssystem 1 erlaubt es somit, einen Bildwechseleffekt, der sowohl in
einem Wechsel zwischen Erkennbarkeit und Nichterkennbarkeit eines Bildes als auch
im Wechsel zwischen zwei Bildinhalten bestehen kann, nicht nur durch einen Betrachtungswinkelwechsel
zu erzeugen, sondern alternativ oder zusätzlich durch ein Bewegen des Magnetelementes
10. Die Verifikation im Sicherheitssystem 1 ist also dadurch möglich, dass ein Benutzer
das Magnetelement 10 unter das Sicherheitselement 2 legt und die beiden gegeneinander
verdreht und/ oder verschiebt, bis er den Bildwechsel erkennt. Dieser authentifiziert
das mit dem Sicherheitselement 2 versehene Wertdokument.
[0063] Fig. 6 zeigt eine alternative Ausführungsform zur Ausnutzung des Effektes. Auf der
Vorderseite 3 des Sicherheitselementes 2 ist wiederum in einer ersten Schicht 19 eine
Linienrasterstruktur 5 aufgebracht, die aus einem ersten Linienraster 7 und einem
zweiten, dazu gekreuzten Linienraster 8 besteht. Das erste Linienraster 7 liegt wiederum
bei 45°. Anders als in der Ausführungsform der Fig. 4 codiert es jedoch kein Grautonbild,
sondern hat konstanten Linienabstand und konstante Linienstärke. Die Information des
Bildes 12 wird durch eine Aussparung in der Linienrasterung bewirkt; sie stellt die
Wertzahl "0" dar. Die Aussparung kann natürlich auch invers erfolgen, indem die Lücken
des Linienrasters ausgespart werden. Dies ist exemplarisch im rechten Teil des ersten
Linienrasters 7 wiedergegeben. Hier ist die Wertzahl "5" zu sehen.
[0064] Das zweite Linienraster 8 zeigt im Bereich des Bildes 12 keine Modulation. Es dient
ausschließlich zur Verschleierung der im ersten Linienraster 7 eingebrachten Information.
In Aufsicht auf die Vorderseite 3 erkennt man die Wertzahl "0" mit einer 45° Rasterbelegung
in einem dunkleren Kreuzrasterumfeld.
[0065] Rückseitig auf dem Sicherheitselement 2 wirkt die Effektpigmentschicht 6 mit der
magnetisch eingeprägten zweiten Linienrasterstruktur 11 als Analysator in Form eines
Decodierrasters. Er hat ebenfalls keine Grautonmodulation, sondern in Form einer Aussparung
ein Bildmotiv 14, hier das Bild einer Blüte.
[0066] Durch die auf die Vorderseite des Sicherheitselementes 2 aufgebrachte gekreuzte erste
Linienrasterstruktur, bestehend aus erstem Linienraster 7 und zweitem Linienraster
8, kommt es in Kombination mit der zweiten Linienrasterstruktur 11, die als Analysator
fungiert, auf der Rückseite des Trägers durch die Körpertiefe bzw. Dicke des Trägers
zu einem Verschattungseffekt. Bei wechselndem Blickwinkel des Betrachters in Durchsicht
oder analoger Bewegung des Magnetelementes 10 überlagern sich die genannten Linienraster.
Dabei interagiert die auf der Rückseite in der Effektpigmentschicht 6 erzeugte zweite
Rasterstruktur als Analysator mit dem vorderseitigen, um 90° dazu verkippten Raster.
Die in Aufsicht erkennbare Information des Bildes 12 verschwindet annähernd und der
Blick auf die zweite Information, in diesem Fall das Bildmotiv 14, wird freigegeben.
Die rückseitige Linienrasterstruktur in der Effektpigmentschicht 6 verschiebt sich
bei zunehmendem Kippen des Sicherheitselementes 2/Verschieben des Magnetelementes
10 in den Transparenzbereich des Bildes 12 und verringert dessen Transparenz. Es kommt
zu einer partiellen Verdunklung bzw. Abdunklung des Bildes 12. Die von der als Analysator
wirkenden, in der Effektpigmentschicht 6 erzeugten, rückseitigen Linienrasterstruktur
codierte Information der Blüte wird optisch hervorgehoben und gewinnt an sichtbarer
Dominanz gegenüber der vorderseitigen Information.
[0067] Die Herstellung der Rasterstrukturen im Druckmuster auf der Vorderseite 3 ist in
einem Druckverfahren möglich. Alternativ kann man auch zuerst eine flächige Struktur
drucken und diese dann an den Stellen des Bildes 12 bzw. des Motivbildes 14 wieder
entfernen. Der Begriff "Druck-Motiv" darf also nicht einschränkend auf einfache Druckverfahren
verstanden werden, sondern erfasst auch komplexe, mehrstufige Herstellprozesse. Die
Linienrasterstruktur 11 im Magnetelement 10 wird durch den Herstellprozess des Magnetelementes
10 vorgegeben.
[0068] Die erläuterten Verschattungs- bzw. Wechseleffekte können auch dadurch erreicht werden,
dass die als Analysator dienende Linienrasterstruktur 11 als Kreuzlinienraster realisiert
ist. Auch dann verschiebt sich das in der Effektpigmentschicht 6 magnetisch erzeugte
Kreuzlinienraster bei Bewegung des Magnetelementes 10 optisch in Richtung der Linienmodulation
des ersten Linienrasters 7 bzw. des zweiten Linienrasters 8 und verringert deren Transparenz,
so dass eine partielle Abdunklung entsteht. Diese Dunkelzone kann optional für die
Einbringung einer weiteren Information genutzt werden.
[0069] Für das beschriebene Sicherheitssystem 1 sind zwei Schichten relevant, die bevorzugt
räumlich beabstandet sind. Es handelt sich um die erste Schicht 19, in der z.B. die
erste Linienrasterstruktur 5, umfassend die Linienraster 7 und 8, angeordnet ist,
sowie die zweite Schicht 20 mit der Effektpigmentschicht 6, in der unter Einwirkung
des Magnetelementes 10 die zweite Linienrasterstruktur 11 erzeugt wird. Die Beabstandung
dieser Strukturen kann besonders einfach erreicht werden, wenn als Träger ein Mehrschichtverbund
verwendet wird, der aus einer Abfolge von Papier- und Kunststofffolienlagen aufgebaut
ist und eine innen liegende Papier- oder Kunststofffolienlage hat. In den Figuren
7 bis 10 sind für einen solchen Träger verschiedenen Anbringungsmöglichkeiten der
mit dem Druckmuster versehenen ersten Schicht 19 und der mit der Effektpigmentschicht
6 versehenen zweiten Schicht 20 dargestellt.
[0070] Der Träger hat z.B. zwei außen liegende Kunststofffolienlagen 15 und 17 sowie eine
innen liegende Papierlage 16. Diese hat ein Loch 18. Im Bereich dieses Loches sind
die erste Schicht 19 und die zweite Schicht 20 angebracht, so dass die vorteilhafte
Transparenz des Trägers zwischen den Schichten 19 und 20 gegeben ist. Das Loch 18
kann dabei optional mit Klebstoff verfüllt sein. In Fig. 7 befinden sich die Schichten
19 und 20 auf den Außenseiten der außen liegenden Kunststofffolien 15 und 17. In Fig.
8 sind die Schichten 19 und 20 beiderseits einer der außen liegenden Lagen angebracht,
in diesem Fall der Kunststofffolie 17. In Fig. 9 sind beide Schichten 19 und 20 an
den Innenseiten der äußeren Lagen 15 und 17 vorgesehen. In Fig. 10 schließlich befindet
sich eine Schicht (in diesem Fall die Schicht 20) an der Innenseite einer Außenlage,
die andere Schicht (in diesem Fall die Schicht 19) an der Außenseite der anderen Außenlage.
Natürlich können in den Figuren 7 bis 10 die Positionen der ersten Schicht 19 und
der zweiten Schicht 20 beliebig getauscht werden.
[0071] Fig.10a zeigt exemplarisch eine Schnittdarstellung durch ein Sicherheitselement 2,
bei dem erste Schicht 19 und zweite Schicht 20 auf ein und derselben Seite eines Papierträgers
16 ausgebildet sind. Dabei liegt die Effektpigmentschicht 6, welche in der zweiten
Schicht 20 angeordnet ist, unter der ersten Schicht 19, welche das statische Druckmuster
5 enthält. Das statische Druckmuster ist dabei nicht als Linienraster ausgebildet,
sondern wurde gewonnen, in dem das darzustellende Bild gerastert wurde und das dann
erhaltene Gesamt-Rasterbild in zwei Teile zerlegt wurde. Ein Teil ist das statische
Druckmuster 5, das andere Teil im (nicht dargestellten) Magnetelement 2 verwirklicht.
Natürlich ist diese Zusammenwirkung gemäß Version 3 der eingangs genannten Varianten
nicht auf die Bauweise der Fig. 10a beschränkt.
[0072] Fig.11a zeigt eine weitere Abwandlung, bei der unter der Effektpigmentschicht 6 noch
eine Unterlage 21 vorhanden ist, welche den Kontrast erhöht, der bei Einprägen der
Rasterstruktur 11 in die Effektpigmentschicht 6 vorhanden ist. Die Unterlage 21 besteht
bevorzugt aus einem dunklen Farbauftrag, besonders bevorzugt mit einem Hellbezugswert
von 0,5 und geringer, besonders bevorzugt von unter 0,2.
[0073] Fig. 11b zeigt eine gegenüber der Bauweise der Fig. 10a invertierte Schichtfolge
von erster Schicht 19 und zweiter Schicht 20. Auf das Papiersubstrat 16 wurde zuerst
das statische Druckmuster 5 aufgebracht. Die Lücken in diesem Druckmuster wurden durch
ein transparentes Füllmaterial 22 aufgefüllt und anschließend wurde die Effektpigmentschicht
6 darüber angebracht.
[0074] Für die Herstellung des geschilderten Sicherheitssystems geeignete Druckverfahren
kommen infrage insbesondere Offsetdruckverfahren, Tiefdruckverfahren, Tintenstrahldruckverfahren,
Laserdruckverfahren etc.
[0075] Natürlich kann der Druck der Linienraster auch farbig ausgeführt werden, insbesondere
kann für die Linienrasterstruktur 5 und/ oder können für das erste Linienraster 7
und das zweite Linienraster 8 unterschiedliche Farben verwendet werden.
[0076] Selbstverständlich kann das erfindungsgemäße Sicherheitssystem auch mit anderen Sicherheitsmerkmalen
kombiniert werden, um einen höheren Schutz gegen Nachahmung oder Kopieren zu erreichen.
[0077] In einer weiteren Ausführungsform entsprechend Variante 2 stellen das statische Druckmuster
in der ersten Schicht 19 auf der Vorderseite 3 und das Magnetelement 10 jeweils Rasterstrukturen
zur Verfügung, die gemeinsam eine Moiré-Überlagerung bilden. Auf diese Weise führt
ein einfaches Verdrehen des Magnetelementes 10 gegenüber dem Sicherheitselement 2
zur Bilderzeugung.
[0078] Hinsichtlich der Bauweise des Sicherheitselementes sind unter anderem folgende Optionen
möglich.
[0079] In einer ersten Option wird ein Baumwoll-Velin-Substrat im Sieb-, Flexo-, Tief- oder
Stichdruck mit mikroverkapselten, reversibel magnetisch ausrichtbaren Magnetpigmenten
vollflächig bedruckt. Die Magnetpigmente, die z.B. goldfarben sein können, sind in
einem Bindemittel dispergiert, z.B. einem UV-härtbaren, radikalischen, wässrigen oder
lösemittelbasierten Bindemittel. Nach dem Aushärten des Bindemittels wird in einem
weiteren Druckschritt die magnetisch beeinflussbare Effektpigmentschicht 6 im Sieb-,
Flexo- Tief-, Stich- oder Offsetdruckverfahren mit einer visuell und/ oder IR-sichtbaren
Druckfarbe strukturiert bedruckt. Hierbei wird das statische Druckmuster, beispielsweise
das Linienraster 5 ausgebildet. Diese Struktur ist magnetisch nicht beeinflussbar.
[0080] Ganz grundsätzlich sind bevorzugt Farbton und Farbstärke der Effektpigmentschicht
6 und des Druckmusters vergleichbar oder ähnlich, da dies den wahrnehmbaren Effekt
verstärkt. Ebenso ist bevorzugt ein vergleichbarer Glanz in beiden Schichten vorhanden,
da dann die Einzelinformationen der beiden Schichten gleichwertig sind.
[0081] In einer abgewandelten Bauweise wird das Druckmuster mittels eines Applikationsverfahrens
(z.B. mittels eines Kalt- oder Heißsiegelverfahrens) direkt auf die Effektpigmentschicht
6 aufgebracht.
[0082] In einer weiteren Ausführungsform wird ein Laminatstreifen, ein Patch oder eine Lackschicht
mit einer darauf angeordneten Struktur, z.B. der Linienrasterstruktur 5, auf die Effektpigmentschicht
6 appliziert oder aufkaschiert. Das statische Druckmuster 5 in der ersten Schicht
19 kann auch auf Basis metallischer Strukturen (z.B. Aluminium, Chrom, Kupfer usw.
mit und ohne zusätzlich diffraktiver Unterstruktur und mit und ohne optisch variabler
Beschichtung oder eingefärbter metallischer Struktur) oder aus nichtmetallischen Strukturen
hergestellt werden.
[0083] In einer weiteren Ausführungsform wird die Effektpigmentschicht 6 mittels eines Folienelementes,
einer Lackschicht oder eines Transferelementes auf den Träger appliziert und anschließend
wird das statische Druckmuster aufgedruckt.
[0084] In einer weiteren Ausführungsform werden sowohl die Effektpigmentschicht 6 als auch
das statische Druckmuster auf einem Transferelement erzeugt und dieses anschließend
auf den Träger des Sicherheitselementes 2 appliziert.
[0085] In einer weiteren Ausführungsform enthält das statische Druckmuster und/oder die
Effektpigmentschicht zumindest teilweise zusätzliche Merkmale hinsichtlich Lumineszenz,
magnetischer Eigenschaften (für die statische Druckschicht) und/ oder IR-Eigenschaften.
Auch ist es möglich, dass eine der beiden Schichten sich bewusst im Glanz von der
anderen Schicht unterscheidet oder optisch variable Eigenschaften aufweist.
[0086] In einer bereits im allgemeinen Teil erwähnten Ausführungsform ist das Magnetelement
an einem anderen Bereich eines Wertdokumentes angebracht wie das Sicherheitselement.
Durch Klappen oder Falten kann dann die Verifizierung erfolgen.
[0087] Die Effektpigmentschicht 6 kann ganz grundsätzlich in einem Schichtaufbau über oder
unter dem statischen Druckmuster liegen. Hinsichtlich der Erkennbarkeit ist es bevorzugt,
in Betrachtungsrichtung das statische Druckmuster über der Effektpigmentschicht anzuordnen.
[0088] In einer weiteren Ausführungsform ist die in Draufsicht oberste Schicht (z.B. die
statische Druckschicht) zusätzlich mit einer vorzugsweisen transparenten Interferenzschicht
bedruckt, so dass die Zusammenwirkung der Rasterstrukturen von statischer Druckschicht
und Effektpigmentschicht einen optisch variablen Effekt hat.
[0089] Zur Kontraststeigerung in Draufsicht ist es möglich, unter dem Schichtaufbau eine
kontraststeigernde, flächig aufgebrachte Beschichtung vorzusehen. Das kann beispielsweise
eine dunkle Farbe mit einem Hellbezugswert unter 0,5 sein, z.B. in Schwarz, Dunkelblau,
Dunkelgrün, Dunkelbraun etc. (vgl. Fig.11a).
[0090] Zum Aufbringen der Effektpigmentschicht 6 eignet sich unter anderem der rotative
Siebdruck. Hierbei können radikalisch UV-vernetzende Farben ohne flüchtige Bestandteile
verwendet werden. Auch sind radikalisch oder kationisch UV-vernetzende Farben möglich.
Ebenfalls können verwendet werden Wasserdispersionsfarben oder Systeme aus Lösemittel/
UV-Farben oder Wasser/ UV-Farben. Ein weiteres mögliches Druckverfahren ist der Flach-Siebdruck.
Die im Zusammenhang mit rotativem Siebdruck genannten Farben können hier ebenfalls
eingesetzt werden. Gleiches gilt für Flexodruck.
[0091] Das statische Druckmuster in der ersten Schicht 19 kann ebenfalls mit Flexodruck
oder Siebdruck aufgebracht werden. Zusätzlich ist ein Offsetdruck, indirekter Hochdruck,
Hochdruck oder Inkjet-Drucktechnik möglich.
[0092] Soweit vorstehend davon gesprochen wird, dass der Abstand zwischen erster Schicht
19 und zweiter Schicht 20 für einen Verschattungseffekt ausgenutzt wird, so ist dieses
Merkmal für die Realisierung der Erfindung nicht wesentlich. Der Verschattungseffekt
kann genau so gut unabhängig vom Abstand zwischen erster Schicht 19 und zweiter Schicht
20 erreicht werden, indem das Magnetelement 10 unter der Effektpigmentschicht 6 bewegt
wird. Dadurch kann die Verschiebelage zwischen der Rasterstruktur 11, welche auf magnetische
Weise in der Effektpigmentschicht 6 erzeugt wird, und der Rasterstruktur 5 des statischen
Druckmusters eingestellt werden - ganz unabhängig von der Dicke des Trägers des Sicherheitselementes
2.
Bezugszeichenliste
[0093]
- 1
- Sicherheitssystem
- 2
- Sicherheitselement
- 3
- Oberseite
- 4
- Unterseite
- 5
- Linienrasterstruktur
- 6
- Effektpigmentschicht
- 7
- erstes Linienraster
- 8
- zweites Linienraster
- 9
- Fenster
- 10
- Magnetelement
- 11
- Linienraster
- N
- Nordpol
- S
- Südpol
- 12
- Bild
- 13
- Motiv
- 14
- Bildmotiv
- 15, 17
- Folie
- 16
- Papierlage
- 18
- Loch
- 19
- erste Schicht
- 20
- zweite Schicht
- 21
- Unterlage
- 22
- Füller
1. Sicherheitssystem für Sicherheitspapiere, Wertdokumente oder dergleichen, umfassend
- ein Sicherheitselement (1) mit
- einem Träger (2),
- einem ersten Druckmuster, das eine erste Rasterstruktur (5) aufweist und in einer
ersten Schicht (19) am Träger angeordnet ist,
- einem Druckelement (6), das durch ein äußeres Magnetfeld ausrichtbare Pigmente enthält,
in einer zweiten Schicht (20) am Träger angeordnet ist und das Druckmuster zumindest
teilweise überdeckt,
- ein Magnetelement (10), das eine zweite Rasterstruktur (11) aus Nord- und Südpolen
aufweist,
- wobei entweder die erste Rasterstruktur (5) oder die zweite Rasterstruktur (11)
ein Bild (12) codiert und
- die Rasterstrukturen (5, 11) von Druckmuster und Magnetelement (10) so zueinander
passend gestaltet sind, dass das Bild (12) wahrnehmbar ist, wenn das Magnetelement
(10) passend unter dem Druckelement (6) angeordnet ist, um die Pigmente des Druckelementes
(6) in die zweite Rasterstruktur (11) auszurichten.
2. Sicherheitssystem für Sicherheitspapiere, Wertdokumente oder dergleichen, umfassend
- ein Sicherheitselement (2) mit
- einem Träger,
- einem Druckmuster, das eine erste Rasterstruktur (5) aufweist und in einer ersten
Schicht (19) am Träger angeordnet ist,
- einem Druckelement (6), das durch ein äußeres Magnetfeld ausrichtbare Pigmente enthält,
in einer zweiten Schicht (19) am Träger angeordnet ist und das Druckmuster zumindest
teilweise überdeckt,
- ein Magnetelement (10), das eine zweite Rasterstruktur (11) aus Nord- und Südpolen
aufweist,
- wobei die erste Rasterstruktur (5) und die zweite Rasterstruktur (11) so zueinander
passend gestaltet sind, dass sie sich ergänzen, um ein Bild (12) zu codieren und
- das Bild (12) wahrnehmbar ist, wenn das Magnetelement (10) unter dem Druckelement
(6) angeordnet ist, um die Pigmente des Druckelementes (6) in die zweite Rasterstruktur
(11) auszurichten.
3. Sicherheitssystem nach Anspruch 1 oder 2, bei dem die erste Rasterstruktur eine Linienrasterstruktur
(5) ist und die zweite Rasterstruktur (11) ebenfalls eine Linienrasterstruktur ist,
wobei das Druckmuster und die ausgerichteten Pigmente des Druckelementes (6) einen
Moiré-Effekt bewirken, der das Bild (12) wahrnehmbar macht.
4. Sicherheitssystem nach Anspruch 3, bei dem die erste Rasterstruktur (5) des Druckmusters
ein erstes und ein zweites Linienraster (7, 8) aufweist, die beide in der ersten Schicht
(19) liegen und gegeneinander gekreuzt sind, wobei das erste Linienraster (7) das
Bild (12) codiert und das zweite Linienraster (8) das Bild (12) verschleiert, und
- die zweite Rasterstruktur (11) des Magnetelements (10) als Linienraster ausgebildet
ist, das sich bei passend unter dem Druckelement (6) angeordnetem Magnetelement (10)
im Wesentlichen parallel zum zweiten Linienraster (8) erstreckt, so dass die ausgerichteten
Pigmente des Druckelementes (6) das zweite Linienraster (8) zumindest teilweise verschatten
und dadurch das Bild (12) mit besserem Kontrast wahrnehmbar ist, als in Draufsicht
auf das Druckmuster ohne untergelegtes Magnetelement (10).
5. Sicherheitssystem nach Anspruch 4, bei dem das erste und/ oder zweite Linienraster
(7, 8) des Druckmusters das Bild (12) bzw. Motiv (13) als Grautondarstellung durch
Linienbreitenmodulation, bevorzugt durch einseitige Linienbreitenmodulation codieren.
6. Sicherheitssystem nach einem der obigen Ansprüche, bei dem im Sicherheitselement (2)
das Druckmuster über dem Druckelement (6) aufgebracht ist.
7. Sicherheitssystem nach einem der obigen Ansprüche, bei dem im Sicherheitselement (2)
über dem Druckmuster und dem Druckelement (6) eine transparente Interferenzschicht
aufgebracht ist, so dass das Bild (12) einen optisch variablen Effekt zeigt.
8. Sicherheitssystem nach einem der obigen Ansprüche, bei dem im Sicherheitselement (2)
unter dem Druckmuster und dem Druckelement (6) eine kontraststeigernde, flächige Schicht
liegt, bevorzugt aus einer dunklen Farbe mit Hellbezugswert unter 0,5.
9. Wertdokument mit einem Sicherheitssystem nach einem der obigen Ansprüche, wobei das
Sicherheitselement (2) an einem ersten Bereich des Wertdokumentes und das Magnetelement
(10) an einem zweiten Bereich des Wertdokumentes ausgebildet ist.
10. Herstellungsverfahren für ein Sicherheitssystem für Sicherheitspapiere, Wertdokumente
oder dergleichen, bei dem
- ein Sicherheitselement (2) hergestellt wird, indem ein Träger in einer ersten Schicht
(19) mit einem Druckmuster, das eine Rasterstruktur (5) aufweist, und in einer zweiten
Schicht (21) einem Druckelement (6), das durch ein äußeres Magnetfeld ausrichtbare
Pigmente enthält und das Druckmuster zumindest teilweise überdeckt, versehen wird,
- ein Magnetelement (10) bereitgestellt wird, das eine zweite Rasterstruktur (11)
aus Nord- und Südpolen aufweist,
- wobei entweder die erste Rasterstruktur (5) oder die zweite Rasterstruktur (11)
so ausgebildet wird, dass sie ein Bild (12) codiert und
- die Rasterstrukturen (5, 11) von Druckmuster und Magnetelement (10) so zueinander
passend gestaltet werden, dass das Bild (12) wahrnehmbar ist, wenn das Magnetelement
passend unter dem Druckelement angeordnet wird und die Pigmente des Druckelementes
(6) in die zweite Rasterstruktur (11) ausrichtet.
11. Herstellungsverfahren für ein Sicherheitssystem für Sicherheitspapiere, Wertdokumente
oder dergleichen, bei dem
- ein Sicherheitselement (2) hergestellt wird, indem ein Träger in einer ersten Schicht
(19) mit einem Druckmuster, das eine Rasterstruktur (5) aufweist, und in einer zweiten
Schicht (21) einem Druckelement (6), das durch ein äußeres Magnetfeld ausrichtbare
Pigmente enthält und das Druckmuster zumindest teilweise überdeckt, versehen wird,
- ein Magnetelement (10) bereitgestellt wird, das eine zweite Rasterstruktur (11)
aus Nord- und Südpolen aufweist,
- wobei die erste Rasterstruktur (5) und die zweite Rasterstruktur (11) so zueinander
passend gestaltet werden, dass sie sich ergänzen, um ein Bild (12) zu codieren und
- das Bild (12) wahrnehmbar ist, wenn das Magnetelement (10) passend unter dem Druckelement
(6) angeordnet wird und die Pigmente des Druckelementes in die zweite Rasterstruktur
(11) ausrichtet.
12. Herstellungsverfahren nach Anspruch 10 oder 11, bei dem die erste Rasterstruktur als
eine Linienrasterstruktur (5) ausgebildet wird und die zweite Rasterstruktur (11)
ebenfalls als eine Linienrasterstruktur ausgebildet wird, wobei das Druckmuster und
die ausgerichteten Pigmente einen Moire-Effekt bewirken, der das Bild (12) wahrnehmbar
macht.
13. Herstellungsverfahren nach Anspruch 12, bei dem die erste Rasterstruktur (5) des Druckmusters
ein erstes und ein zweites Linienraster (7, 8) aufweist, die beide in der ersten Schicht
(19) liegen und gegeneinander gekreuzt sind, wobei das erste Linienraster (7) das
Bild (12) codiert und das zweite Linienraster (8) das Bild (12) verschleiert, und
- die zweite Rasterstruktur (11) des Magnetelements (10) als Linienraster ausgebildet
ist, das sich bei passend unter dem Druckelement (6) angeordnetem Magnetelement (10)
im Wesentlichen parallel zum zweiten Linienraster (8) erstreckt, so dass die ausgerichteten
Pigmente des Druckelementes (6) das zweite Linienraster (8) zumindest teilweise verschatten
und dadurch das Bild (12) mit besserem Kontrast wahrnehmbar ist, als in Draufsicht
auf das Druckelement (6) ohne untergelegtem Magnetelement.
14. Herstellungsverfahren nach Anspruch 13, bei dem das erste und/ oder zweite Linienraster
(7, 8) des Druckmusters das Bild (12) bzw. Motiv (13) als Grautondarstellung durch
Linienbreitenmodulation, bevorzugt durch einseitige Linienbreitenmodulation codieren.
15. Herstellungsverfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 14, bei dem im Sicherheitselement
(2) das Druckmuster über dem Druckelement (6) aufgebracht wird.
16. Herstellungsverfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 15, bei dem im Sicherheitselement
(2) über dem Druckmuster und dem Druckelement (6) eine transparente Interferenzschicht
aufgebracht wird, so dass das Bild einen optisch variablen Effekt zeigt.
17. Herstellungsverfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 16, bei dem im Sicherheitselement
(2) eine kontraststeigernde, flächige Schicht ausgebildet wird, die unter dem Druckmuster
und dem Druckelement (6) liegt und bevorzugt aus einer dunklen Farbe mit Hellbezugswert
unter 0,5 ist.