[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Überprüfen von kleinen pharmazeutischen
Produkten wie Tabletten oder Kapseln.
[0002] Eine wichtige Funktion beim Abfüllen von Tabletten oder Kapseln in Flaschen oder
andere Behälter ist das Zählen und die Ausscheidung fehlerhafter Tabletten oder Kapseln.
Auf dem Markt befindliche Systeme arbeiten mit unterschiedlichen Technologien.
[0003] Farbkameras können mit entsprechender Bildauswertung falschfarbige oder gebrochene
Tabletten oder Kapseln detektieren. Hierfür ist aufgrund der kontinuierlichen Bewegung
der vorbeigeführten Tabletten oder Kapseln allerdings eine hochkomplexe Auswertesoftware
erforderlich. Außerdem ist ein hoher Beleuchtungsaufwand notwendig, um ausreichend
scharfe Bildinhalte zu erzielen.
[0004] Kapazitive Sensoren können eingesetzt werden, um berührungslos die Masse der vorbeigeführten
Tabletten oder Kapseln zu berechnen und daraus Rückschlüsse auf die Unversehrtheit
der Tabletten oder Kapseln zu ziehen. Derartige kapazitive Sensoren können auch in
eine Produktrutsche integriert sein, wie beispielsweise aus
US 2009/0090659 A1 bekannt ist. Allerdings sind kapazitive Sensoren empfindlich gegenüber Schwingungen,
elektrischen Störfeldern und dem Feuchtigkeitsgehalt der Tabletten oder Kapseln, sowie
gegenüber Positionsabweichungen der Produkte beim Durchlaufen des Sensorbereichs.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Überprüfen
von Tabletten zu schaffen, die sehr robust ist, einfach aufgebaut ist und bei verschiedenen
Produkttypen und -formaten angewendet werden kann.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0007] Erfindungsgemäß umfasst die Vorrichtung zum Überprüfen von Tabletten eine Produktrutsche,
die eine Produktführungsfläche aufweist, die in einem Winkel zur Horizontalen geneigt
ist, und einen in die Produktrutsche integrierten Sensor zur Detektion von fehlerhaften
Tabletten während deren Durchlauf durch die Produktrutsche. Dabei weist die Produktrutsche
mindestens einen ersten, stationären Produktführungsabschnitt und einen davon abgetrennten,
beweglich gelagerten zweiten Produktführungsabschnitt auf, die in Aneinanderreihung
gemeinsam die Produktführungsfläche definieren. Außerdem weist der Sensor einen passiven
piezoelektrischen Biegewandler auf, der mit dem zweiten Produktführungsabschnitt verbunden
ist, wobei der passive piezoelektrische Biegewandler mit einer Messvorrichtung verbunden
ist, die bei Verbiegung des passiven piezoelektrischen Biegewandlers zumindest einen
vom passiven piezoelektrischen Biegewandler erzeugten Spannungsimpuls misst.
[0008] Mit dieser Anordnung können vereinzelte Tabletten oder Kapseln schnell und sicher
hinsichtlich ihrer Unversehrtheit untersucht werden. Die Vorrichtung ist äußerst robust
gegenüber äußeren Einflüssen und erlaubt den Einsatz bei verschiedenen Tablettenformen
und -größen. Außerdem kann der von Tabletten durch Abrieb erzeugte Tablettenstaub
das Messergebnis nicht verfälschen.
[0009] Vorzugsweise weist der Führungsflächenabschnitt des zweiten Produktführungsabschnitts
dieselbe Form auf wie der Führungsflächenabschnitt des ersten Produktführungsabschnitts.
Auf diese Weise ist gewährleistet, dass beim Übergang vom ersten zum zweiten Produktführungsabschnitt
die Bewegung der Tabletten nicht beeinträchtigt wird.
[0010] Besonders gut geeignet ist hierbei eine U-Form oder V-Form der Führungsflächenabschnitte,
wodurch eine stabile zentrale Position der Tabletten beim Durchlauf durch die Produktrutsche
und somit auch während der Messung gewährleistet ist.
[0011] In einer bevorzugten Ausführungsform ist der passive piezoelektrische Biegewandler
plattenförmig ausgebildet und im Wesentlichen im selben Winkel zur Horizontalen angeordnet
wie die Produktführungsfläche. Somit können schon geringfügige Gewichtsbelastungen
des zweiten Produktführungsabschnitts zu der gewünschten Auslenkung des Biegewandlers
und somit zu einem messbaren Signal führen.
[0012] Die Rahmenbedingungen für eine hohe Reaktivität des piezoelektrischen Biegewandlers
sind optimiert, wenn der Biegewandler im Bereich seines vorderen Endabschnitts mit
dem zweiten Produktführungsabschnitt verbunden ist und im Bereich seines hinteren
Endabschnitts unbeweglich gelagert ist.
[0013] In einer Ausführungsform ist der erste, stationäre Produktführungsabschnitt der Produktrutsche
mit einem stationären Tragegestell der Produktrutsche verbunden, und der passive piezoelektrische
Biegewandler ist im Bereich seines hinteren Endabschnitts in einem zusätzlich zum
Tragegestell vorgesehenen Stützfuß eingeklemmt. Auf diese Weise ist eine konstruktiv
einfache Integration des Sensors in die Produktrutsche möglich.
[0014] Bevorzugt weist der Stützfuß zwei Seitenwangen auf, die zwischen sich einen Zwischenraum
definieren, wobei die Seitenwangen an den einander zugewandten Innenflächen mindestens
eine Ausnehmung zur Aufnahme einer Seitenfläche des passiven piezoelektrischen Biegewandlers
aufweisen. Die mindestens eine Ausnehmung weist in einem hinteren Endbereich eine
zum Zwischenraum hin offene, im Wesentlichen V-förmige Klemmfläche auf. Mit dieser
Ausgestaltung wird eine sichere Klemmung des Biegewandlers zwischen den Seitenwangen
in einem hinteren Endbereich der Ausnehmungen gewährleistet, während gleichzeitig
eine Durchbiegung des Biegewandlers in den vorderen Bereichen der Ausnehmungen ermöglicht
ist.
[0015] Zur Entkopplung von äußeren Einflüssen ist der Stützfuß vorzugsweise unter Zwischenschaltung
mindestens eines schwingungsdämpfenden Elements auf einer Bodenplatte des stationären
Tragegestells der Produktrutsche abgestützt.
[0016] Eine besonders einfache Verbindung ergibt sich, wenn der passive piezoelektrische
Biegewandler im Bereich seines vorderen Endabschnitts mit dem zweiten Produktführungsabschnitt
verklemmt oder verklebt ist.
[0017] Die Messvorrichtung ist vorzugsweise darauf ausgerichtet, bei Verbiegung des passiven
piezoelektrischen Biegewandlers die Amplitude des zumindest einen vom passiven piezoelektrischen
Biegewandler erzeugten Spannungsimpulses zu messen. Mit dieser Kenngröße lassen sich
leicht Masseunterschiede zwischen ganzen und gebrochenen Tabletten identifizieren.
[0018] In einer bevorzugten Weitergestaltung weist die Vorrichtung außerdem eine Auswerteeinheit
auf, die darauf ausgerichtet ist, die von der Messvorrichtung gelieferten Messwerte
mit gespeicherten Sollwerten zu vergleichen.
[0019] Vorzugsweise ist außerdem eine Sortiervorrichtung vorgesehen, die darauf ausgerichtet
ist, auf Basis des Vergleichsergebnisses der Auswerteeinheit gute und schlechte Tabletten
zu trennen. Somit ist es möglich, schlechte Tabletten bereits vor ihrer Abfüllung
in das jeweilige Behältnis zu entsorgen, so dass eine nachträgliche Ausscheidung von
Behältnissen mit als schlecht klassifizierten Tabletten nicht mehr notwendig ist.
[0020] In einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel ist der piezoelektrische Biegewandler
ein trimorpher piezokeramischer Biegewandler.
[0021] Weitere Eigenschaften und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung unter Bezugnahme auf die Zeichnungen.
- Fig. 1
- ist eine schematische Querschnittsansicht einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung zum Überprüfen von Tabletten in einem neutralen Zustand des Biegewandlers;
- Fig. 2
- ist eine schematische Querschnittsansicht der Ausführungsform aus Fig. 1 bei ausgelenktem
Biegewandler;
- Fig. 3
- ist ein Querschnitt durch den zweiten Produktführungsabschnitt der Vorrichtung aus
Fig. 1 und 2;
- Fig. 4
- ist eine schematische Perspektivansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Überprüfen
von Tabletten aus Fig. 1 und 2;
- Fig. 5
- ist eine Seitenansicht der Vorrichtung aus Fig. 4;
- Fig. 6
- ist eine schematische Perspektivansicht einer Seitenwange des Stützfußes für den zweiten
Produktführungsabschnitt der Vorrichtung aus Fig. 5 mit piezoelektrischem Biegewandler;
- Fig. 7
- ist eine schematische Perspektivansicht der Seitenwange aus Fig. 6;
- Fig. 8
- ist ein Graph, der ein Messsignal einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
zum Überprüfen von Tabletten für eine intakte Tablette darstellt; und
- Fig. 9
- ist ein Graph, der ein Messsignal wie in Fig. 8, allerdings für eine gebrochene Tablette,
darstellt.
[0022] In diesem Dokument soll der Begriff "Tablette" dahingehend verstanden werden, dass
davon jegliche Art kleiner pharmazeutischer Produkte wie Tabletten, Dragees, Oblongs,
Kapseln und dergleichen umfasst sind.
[0023] In Fig. 1, 2, 4 und 5 ist eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
zum Überprüfen von Tabletten in verschiedenen Ansichten dargestellt. Üblicherweise
ist der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Überprüfung von Tabletten eine Transportvorrichtung
2 für Tabletten vorgeschaltet. Diese kann, wie im dargestellten Ausführungsbeispiel,
beispielsweise als Schwingförderer mit einer oder mehreren Bahnen ausgestaltet sein,
kann aber auch ein Zuführröhrchen oder eine andere handelsübliche Tablettenzuführung
sein.
[0024] Die Vorrichtung zum Überprüfen von Tabletten umfasst eine Produktrutsche 4, die eine
Produktführungsfläche 6 aufweist, auf der die Tabletten 8 entlanggleiten. Die Produktführungsfläche
6 ist hierzu in einem Winkel β zur Horizontalen geneigt. Der Winkel β sowie die Länge
der Produktrutsche 4 sind auf die jeweils vorliegenden Rahmenbedingungen angepasst,
beispielsweise auf die Weise und Geschwindigkeit, mit der die Tabletten 8 der Produktrutsche
4 zugeführt werden, auf den Grad der Vereinzelung der Tabletten 8 sowie auf die Form
und Größe der Tabletten 8. In den meisten Anwendungsfällen ist ein Winkel β von 20°
bis 40°, vorzugsweise 25° bis 35°, vorteilhaft.
[0025] Die Produktrutsche 4 weist mindestens einen ersten, stationären Produktführungsabschnitt
10 und einen davon abgetrennten, beweglich gelagerten zweiten Produktführungsabschnitt
12 auf, die in Aneinanderreihung gemeinsam die Produktführungsfläche 6 definieren.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel liegt genau ein erster Produktführungsabschnitt
10 vor, der deutlich länger ist als der zweite Produktführungsabschnitt 12. Der zweite
Produktführungsabschnitt 12 soll in jedem Fall so kurz sein, dass nur eine Tablette
8 zu einem vorgegebenen Zeitpunkt über diesen zweiten Produktführungsabschnitt 12
gleitet, wobei gleichzeitig der zweite Produktführungsabschnitt 12 mindestens so lang
sein soll wie die größte zu messende Tablette 8.
[0026] Der erste Produktführungsabschnitt 10 weist einen ersten Führungsflächenabschnitt
14 (Oberfläche) auf, auf dem die Tabletten 8 entlang gleiten. Vorzugsweise ist dieser
Führungsflächenabschnitt 14 mit der Kontur bzw. Form einer U-Rinne oder V-Rinne ausgebildet,
um eine zentrierende Wirkung auf die Tabletten 8 auszuüben. Der am Ende des ersten
Produktführungsabschnitts 10 angeordnete zweite Produktführungsabschnitt 12 weist
einen zweiten Führungsflächenabschnitt 16 (Oberfläche) auf, der vorzugsweise dieselbe
Kontur bzw. Form zeigt wie der erste Führungsflächenabschnitt 14. Auf diese Weise
können die Tabletten 8 ungehindert vom ersten Produktführungsabschnitt 10 auf den
zweiten Produktführungsabschnitt 12 gleiten, ohne dass ihre Bewegungsbahn verändert
wird. Der Abstand a zwischen den beiden Produktführungsabschnitten 10, 12 soll möglichst
klein sein, muss aber in der dargestellten bevorzugten Ausführungsform genug Platz
für eine ungehinderte bogenförmige Absenkung des zweiten Produktführungsabschnitts
12 lassen, wie weiter unten näher beschrieben wird. Im dargestellten Beispielsfall
umfasst die Produktrutsche 4 lediglich eine Produktführungsfläche 6, es können aber
auch mehrere Produktführungsflächen 6 (mehrere nebeneinander angeordnete Rinnen) in
der Produktrutsche 4 vorgesehen sein.
[0027] In der dargestellten Ausführungsform ist lediglich ein erster Produktführungsabschnitt
10 dargestellt. Ebenso ist es möglich, mehrere stationäre, erste Produktführungsabschnitte
10 vorzusehen, die beispielsweise den beweglichen zweiten Produktführungsabschnitt
12 zwischen sich einschließen.
[0028] Der stationäre erste Produktführungsabschnitt 10 ist mit einem stationären Tragegestell
18 der Produktrutsche 4 verbunden. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist das Tragegestell
18 als Standgestell mit einem Standbein 20 und einer Bodenplatte 22 ausgestaltet.
Ebenso ist es möglich, dass das Tragegestell 18 seitlich abragende Tragarme aufweist
oder jede andere Konstruktion einer stationären Befestigung an einem wie auch immer
gearteten Maschinengestell.
[0029] Der zweite Produktführungsabschnitt 12 ist bereits Teil eines in die Produktrutsche
4 integrierten Sensors zur Detektion von fehlerhaften Tabletten während deren Durchlauf
durch die Produktrutsche 4. Außerdem weist der Sensor einen passiven piezoelektrischen
Biegewandler 24 auf, der mit dem zweiten Produktführungsabschnitt 12 verbunden ist.
Bei Verbiegung des passiven piezoelektrischen Biegewandlers 24 wird von dem Biegewandler
24 zumindest ein Spannungsimpuls erzeugt, wie weiter unten noch ausführlicher beschrieben
wird. Zum Aufnehmen dieses Spannungsimpulses ist der passive piezoelektrische Biegewandler
24 mit einer Messvorrichtung 26 verbunden, die vorzugsweise darauf ausgerichtet ist,
die Amplitude des vom passiven piezoelektrischen Biegewandlers 24 erzeugten Spannungsimpulses
zu messen. Die von der Messvorrichtung 26 gelieferten Messwerte werden vorzugsweise
an eine Auswerteeinheit 28 weitergeleitet, welche die Messwerte mit gespeicherten
Sollwerten vergleicht, um die Integrität der Tabletten 8 zu überprüfen. Diese Sollwerte
werden in der Regel durch einen Kalibriervorgang für jede Tablettensorte vor Beginn
des jeweiligen Abfüllprozesses auf Basis von einzelnen, als gut klassifizierten Tabletten
8 aufgenommen. Für die Unterscheidung zwischen guten und schlechten Tabletten 8 ist
in der Regel eine Toleranzschwelle vorgesehen, die im Einzelfall von der Bedienperson
einstellbar ist.
[0030] Auf Basis des Vergleichsergebnisses der Auswerteeinheit 28 ist es in einer bevorzugten
Ausführungsform vorgesehen, mittels einer Sortiervorrichtung 30 gute und schlechte
Tabletten 8 noch vor deren Ablage im jeweiligen Behältnis (Fläschchen, Blisternapf
etc.) zu trennen. Beispielsweise kann die Sortiervorrichtung 30 als mechanische Weiche
oder als Ausblasvorrichtung, die an die Produktrutsche 4 nachfolgend angrenzt, ausgestaltet
sein. Ebenso ist es aber möglich, Behältnisse, die mit wenigstens einer schlechten
Tablette 8 gefüllt wurden, im Gesamtprozess weiterzuverfolgen und erst an einem anderen
Punkt des Gesamtprozesses, beispielsweise erst nach dem Versiegeln und Stanzen der
Blisterpackung bzw. nach dem Verschließen des Fläschchens mit einer Kappe, auszusortieren.
[0031] Piezoelektrische Biegewandler 24 arbeiten in der Regel aktiv, indem sie mit einer
Spannung versehen werden und sich als Reaktion hierauf verbiegen. Im Rahmen der vorliegenden
Erfindung wird dieses Grundprinzip umgekehrt, indem das durch mechanisches Verbiegen
des Biegewandlers 24 erzeugte elektrische Signal von der Messvorrichtung 26 aufgenommen
wird. Die Höhe des elektrischen Signals ist dabei ein Indikator für die Stärke der
Erstauslenkung des Biegewandlers 24. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird dies
zur indirekten Gewichtsbestimmung von Tabletten 8 verwendet. Wenn eine Tablette 8
über den zweiten Produktführungsabschnitt 12 gleitet, wird der Biegewandler 24 aufgrund
des Gewichts der Tablette 8 um einen Winkel α (Fig. 2) ausgelenkt, wobei das vom Biegewandler
24 erzeugte elektrische Signal im Wesentlichen proportional zur Auslenkung α ist.
[0032] Auch wenn es vielfältige Möglichkeiten der Geometrie des Biegewandlers 24 und dessen
Anordnung innerhalb der Produktrutsche 4 gibt, soll nun eine bevorzugte Ausführungsform
unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher beschrieben werden.
[0033] Demnach ist es bevorzugt, wenn der passive piezoelektrische Biegewandler 24 plattenförmig
ausgebildet ist und im Wesentlichen im selben Winkel β zur Horizontalen angeordnet
ist wie die Produktführungsfläche 6. Der passive piezoelektrische Biegewandler 24
ist dann im Bereich seines vorderen Endabschnitts mit dem zweiten Produktführungsabschnitt
12 verbunden und im Bereich seines hinteren Endabschnitts unbeweglich gelagert. Auf
diese Weise wird sichergestellt, dass eine maximale Auslenkung des vorderen Endabschnitts
des Biegewandlers 24 als Reaktion auf das Gewicht einer Tablette 8 erzielt wird. Der
Biegewandler 24 ist dabei im Bereich seines vorderen Endabschnitts mit dem zweiten
Produktführungsabschnitt 12 vorzugsweise verklebt oder, wie in den Figuren dargestellt,
mittels eines Klemmelements 32 verklemmt (siehe insbesondere Fig. 3). Die Einstellung
der Masse des zweiten Produktführungsabschnitts 12 bzw. der Kombination von zweitem
Produktführungsabschnitt 12 und Klemmelement 32 ist hierbei wichtig für das Dämpfungsverhalten
des Biegewandlers 24. Idealerweise ist eine Ausgestaltung erwünscht, bei der der Biegewandler
24 möglichst wenig nachschwingt, so dass der Sensor in sehr kurzer Zeit für die Messung
der nächsten Tablette 8 bereitsteht.
[0034] Selbstverständlich kann der hintere Endabschnitt des Biegewandlers 24 mit dem stationären
Tragegestell 18 der Produktrutsche 4 verbunden und dort geeignet befestigt sein. Es
ist allerdings zur Entkopplung des Sensors von äußeren Einflüssen wie mechanischen
Schwingungen vorteilhaft, wenn der passive piezoelektrische Biegewandler 24 im Bereich
seines hinteren Endabschnitts in einem zusätzlich zum Tragegestell 18 vorgesehenen
Stützfuß 34 befestigt ist. Dieser Stützfuß 34 kann mindestens ein schwingungsdämpfendes
Element 36 an seiner Unterseite aufweisen, das für eine Entkopplung des Sensors von
mechanischen Schwingungen der Umwelt sorgt. In der dargestellten Ausführungsform ist
der Stützfuß 34 unter Zwischenschaltung der schwingungsdämpfenden Elemente 36 auf
der Bodenplatte 22 des Tragegestells 18 der Produktrutsche 4 abgestützt.
[0035] Eine bevorzugte Art der Befestigung des hinteren Endabschnitts des Biegewandlers
24 am Stützfuß 34 ist in Fig. 6 und 7 dargestellt. Fig. 6 zeigt eine von zwei Seitenwangen
38 des Stützfußes 34, die zwischen sich einen Zwischenraum definieren. Dabei weisen
die Seitenwangen 38 an den einander zugewandten Innenflächen mindestens eine Ausnehmung
40 zur Aufnahme einer Seitenfläche des passiven piezoelektrischen Biegewandlers 24
auf. Wichtig hierbei ist, dass die Ausnehmungen 40 derart dimensioniert sind, dass
genügend Spiel für eine Durchbiegung/Auslenkung des vorderen Endabschnitts des Biegewandlers
24 verbleibt. Zur Befestigung des hinteren Endabschnitts des Biegewandlers 24 ist
in der Ausnehmung 40 in einem hinteren Endbereich eine zum Zwischenraum hin offene,
im Wesentlichen V-förmige Klemmfläche 42 (siehe insbesondere Fig. 7) vorgesehen. Auf
diese Weise wird der hintere Endabschnitt des Biegewandlers 24 sicher zwischen den
beiden Seitenwangen 38 des Stützfußes 34 eingeklemmt.
[0036] In Fig. 6 sind außerdem die elektrischen Kontakte 44 zur Weiterleitung der elektrischen
Signale des Biegewandlers 24 dargestellt. Der Biegewandler 24 ist in einer bevorzugten
Ausführungsform als trimorpher piezokeramischer Biegewandler ausgestaltet, es können
aber auch andere geeignete Biegewandler verwendet werden.
[0037] Zur weiteren Minimierung der äußeren Einflüsse auf den Sensor durch Schwingungen
aus der Umgebung ist im dargestellten Ausführungsbeispiel ein weiterer piezoelektrischen
Biegewandler 46 vorgesehen, der unterhalb des ersten piezoelektrischen Biegewandlers
24 angeordnet ist und an seinem vorderen Endabschnitt eine Gegenmasse 48 aufweist,
die identisch zur Massenbelegung des vorderen Endabschnitts des ersten Biegewandlers
24 ist, im vorliegenden Beispielsfall also dem Gewicht der Kombination aus zweitem
Produktführungsabschnitt 12 und Klemmelement 32 entspricht. Die Auswertung des Signals
des zweiten Biegewandlers 46 erfolgt mit umgekehrten Vorzeichen im Vergleich zum ersten
Biegewandler 24, so dass Schwingungen aus dem Umfeld Signale im ersten Biegewandler
24 und im zweiten Biegewandler 46 erzeugen, die sich gegenseitig auslöschen. Selbstverständlich
ist es in diesem Zusammenhang vorteilhaft, wenn der zweite Biegewandler 46 vollkommen
identisch zum ersten Biegewandler 24 gelagert ist. Im dargestellten Beispielsfall
bedeutet dies, dass im Stützfuß 34 zweite Ausnehmungen 50 mit zweiten Klemmflächen
52 für den zweiten Biegewandler 46 vorgesehen sind (Fig. 6 und 7).
[0038] In Fig. 8 ist ein beispielhaftes Signal einer als gut zu klassifizierenden, ungebrochenen
Tablette 8 dargestellt, wie es von der Messvorrichtung 26 ermittelt wird. Im Gegensatz
dazu zeigt Fig. 9 einen entsprechenden Signalverlauf eines Tabletten-Teilstücks. Die
Auswertung des Signals erfolgt vorzugsweise über die Amplitude des Erstausschlags,
kann aber auch über das Integral des Erstausschlags erfolgen. Wie bereits zuvor erläutert,
ist es wichtig, dass Nachschwingungen des Biegewandlers 24 auf ein Minimum reduziert
werden. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Sensor bereits nach ca. 10 ms
zur Messung der nächsten Tablette 8 bereit.
1. Vorrichtung zum Überprüfen von Tabletten (8), mit
einer Produktrutsche (4), die eine Produktführungsfläche (6) aufweist, die in einem
Winkel (β) zur Horizontalen geneigt ist; und
einem in die Produktrutsche (4) integrierten Sensor zur Detektion von fehlerhaften
Tabletten (8) während deren Durchlauf durch die Produktrutsche (4);
dadurch gekennzeichnet, dass
die Produktrutsche (4) mindestens einen ersten, stationären Produktführungsabschnitt
(10) und einen davon abgetrennten, beweglich gelagerten zweiten Produktführungsabschnitt
(12) aufweist, die in Aneinanderreihung gemeinsam die Produktführungsfläche (6) definieren,
und
der Sensor einen passiven piezoelektrischen Biegewandler (24) aufweist, der mit dem
zweiten Produktführungsabschnitt (12) verbunden ist, wobei der passive piezoelektrische
Biegewandler (24) mit einer Messvorrichtung (26) verbunden ist, die bei Verbiegung
des passiven piezoelektrischen Biegewandlers (24) zumindest einen vom passiven piezoelektrischen
Biegewandler (24) erzeugten Spannungsimpuls misst.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Führungsflächenabschnitt (16) des zweiten Produktführungsabschnitts (12) dieselbe
Form aufweist wie der Führungsflächenabschnitt (14) des ersten Produktführungsabschnitts
(10).
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Form der Führungsflächenabschnitte (14, 16) eine U-Form oder V-Form ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der passive piezoelektrische Biegewandler (24) plattenförmig ausgebildet ist und
im Wesentlichen im selben Winkel (β) zur Horizontalen angeordnet ist wie die Produktführungsfläche
(6).
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der passive piezoelektrische Biegewandler (24) im Bereich seines vorderen Endabschnitts
mit dem zweiten Produktführungsabschnitt (12) verbunden ist und im Bereich seines
hinteren Endabschnitts unbeweglich gelagert ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der erste, stationäre Produktführungsabschnitt (10) der Produktrutsche (4) mit einem
stationären Tragegestell (18) der Produktrutsche (4) verbunden ist, und der passive
piezoelektrische Biegewandler (24) im Bereich seines hinteren Endabschnitts in einem
zusätzlich zum Tragegestell (18) vorgesehen Stützfuß (34) befestigt ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützfuß (34) zwei Seitenwangen (38) aufweist, die zwischen sich einen Zwischenraum
definieren, wobei die Seitenwangen (38) an den einander zugewandten Innenflächen mindestens
eine Ausnehmung (40) zur Aufnahme eines Seitenbereichs des passiven piezoelektrischen
Biegewandlers (24) aufweisen.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Ausnehmung (40) in einem hinteren Endbereich eine zum Zwischenraum
hin offene, im Wesentlichen V-förmige Klemmfläche (42) aufweist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützfuß (34) unter Zwischenschaltung mindestens eines schwingungsdämpfenden
Elements (36) auf einer Bodenplatte (22) des stationären Tragegestells (18) der Produktrutsche
(4) abgestützt ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der passive piezoelektrische Biegewandler (24) im Bereich seines vorderen Endabschnitts
mit dem zweiten Produktführungsabschnitt (12) verklemmt oder verklebt ist.
11. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Messvorrichtung (26) darauf ausgerichtet ist, bei Verbiegung des passiven piezoelektrischen
Biegewandlers (24) die Amplitude des zumindest einen vom passiven piezoelektrischen
Biegewandler (24) erzeugten Spannungsimpulses zu messen.
12. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Auswerteeinheit (28) aufweist, die darauf ausgerichtet ist, die von der
Messvorrichtung (26) gelieferten Messwerte mit gespeicherten Sollwerten zu vergleichen.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Sortiervorrichtung (30) aufweist, die darauf ausgerichtet ist, auf Basis
des Vergleichsergebnisses der Auswerteeinheit (28) gute und schlechte Tabletten (8)
zu trennen.
14. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der passive piezoelektrische Biegewandler (24) ein trimorpher piezokeramischer Biegewandler
ist.