[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Sanierung eines Kanals mit einem eine Sohle
und ein Ufer aufweisenden Gewässerbett. Das Verfahren umfasst die folgenden Schritte:
Bereitstellen mindestens einer mit einer Substanz befüllbaren Matte, Befüllen der
Matte mit der Substanz und Positionieren der befüllten Matte im Gewässerbett.
[0002] Des Weiteren betrifft die vorliegende Erfindung eine Vorrichtung zur Sanierung eines
Kanals mit einem Manipulator zum Positionieren einer mit einer Substanz befüllbaren
oder befüllten Matte in einem Gewässerbett des Kanals, wobei die Vorrichtung insbesondere
zur Durchführung des voranstehenden Verfahrens dient.
[0003] Grundsätzlich bezeichnet man als Kanal einen Wasserlauf mit künstlich hergestelltem
Gewässerbett. Es kann aber auch ein Wasserlauf mit natürlichem Gewässerbett kanalartig
so ausgebaut werden, dass er dann zu den Kanälen zählt. Ein Gewässerbett weist üblicherweise
eine Sohle oder Gewässersohle - den Grund des Gewässers - sowie ein Ufer bis zur Böschungsoberkante
auf. Häufig wird der Uferbereich auch als Böschung bezeichnet, die sich bis zur Sohle
erstreckt.
[0004] Derartige Kanäle dienen nicht nur der Schifffahrt und der Be- und Entwässerung, sondern
je nach Einsatzzweck auch der Trinkwasserversorgung, der Nutzung der Wasserkraft,
der Beseitigung von Abwassern oder der Umleitung von Wasser von einem Gewässer in
ein anderes.
[0005] Nach längerer Nutzungsdauer eines derartigen Kanals ist häufig eine Sanierung des
Kanals erforderlich, da Undichtigkeiten im Gewässerbett auftreten können, die zu durch
austretendes Gewässer verursachten Beschädigungen der den Kanal umgebenden Landschaft
oder an an den Kanal angrenzenden Bauwerken führen können.
[0006] Zur Sanierung eines Kanals sind unterschiedliche Verfahren und Vorrichtungen bekannt.
Dabei ist es bei manchen Verfahren erforderlich, das Gewässer vor der Sanierung abzulassen,
um einen Zugang zum zu sanierenden Gewässerbett zu ermöglichen. In diesem Zustand
können Defekte und Undichtigkeiten im Gewässerbett, bspw. mittels Fertigern, beseitigt
werden.
[0007] Des Weiteren ist es aus der
DE 10 2008 047 008 A1 bekannt, einen Kanal in wasserführendem Zustand durch Absenken eines bahnenförmigen
Dichtungsmaterials auf das Gewässerbett zu sanieren. Die bahnenförmigen Dichtungsmaterialien
bestehen dabei aus geeigneten Kunststoffen.
[0008] Weiterhin ist es aus der
DE 44 05 523 A1 bekannt, als bspw. mechanischer Schutz einer aus Kunststofffolie bestehenden Abdichtung
eine Schalungsmatte auf die Kunststofffolie aufzubringen, die im verlegten Zustand
mit Sand oder Beton befüllt wird. Zur Verwendung derartiger Schalungsmatten für eine
Kanalsanierung müsste das Gewässer des Kanals vor dem Verlegen der Schalungsmatte
abgelassen werden, da die noch unbefüllte Schalungsmatte ansonsten durch das fließende
Gewässer von ihrem gedachten Bestimmungsort wegbewegt würde. Der Einsatz derartiger
Schalungsmatten zur Kanalsanierung bringt also den ganz erheblichen Nachteil mit sich,
dass eine Sanierung des Kanals bei fließendem Gewässer nicht möglich ist. Dies ist
insbesondere für Betreiber von Anlagen zur Nutzung von Wasserkraft äußerst nachteilig,
da während der gesamten Sanierungsphase keine Wasserkraft zur Verfügung steht und
entsprechende Anlagen in wirtschaftlich sehr nachteiliger Weise still stehen müssen.
[0009] Außerdem ist ein Ablassen des Gewässers im Kanal oft auch gar nicht möglich oder
zulässig, da hierdurch der Grundwasserspiegel angrenzender Fluren beeinflusst wird.
[0010] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine
Vorrichtung zur Sanierung eines Kanals anzugeben, wonach eine besonders wirtschaftliche
und sichere Sanierung eines Kanals auch bei fließendem Gewässer mit konstruktiv einfachen
Mitteln ermöglicht ist.
[0011] Erfindungsgemäß wird die voranstehende Aufgabe durch ein Verfahren zur Sanierung
eines Kanals mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und durch eine Vorrichtung zur Sanierung
eines Kanals mit den Merkmalen des Anspruchs 16 gelöst.
[0012] In erfindungsgemäßer Weise ist erkannt worden, dass es keineswegs erforderlich ist,
für eine Sanierung dienende Matten zuerst in einem Gewässerbett zu positionieren und
erst danach mit der gewünschten Substanz zu befüllen. Vielmehr ist es besonders vorteilhaft,
die mit einer Substanz befüllbare Matte direkt nach ihrer Bereitstellung mit der Substanz
zu befüllen und die somit bereits befüllte Matte auf dem Gewässerbett zu positionieren.
Hieraus ergibt sich der große Vorteil, dass ein Positionieren der Matte auch bei fließendem
Gewässer möglich ist, da die mit der Substanz befüllte Matte üblicherweise ein derart
hohes Eigengewicht aufweist, dass auch ein fließendes Gewässer das mit einer geeigneten
Vorrichtung durchzuführende Positionieren der befüllten Matte nicht beeinträchtigt.
Eine entsprechende erfindungsgemäße Vorrichtung weist hierfür einen Manipulator zum
Positionieren einer mit einer Substanz befüllbaren oder befüllten Matte in einem Gewässerbett
des Kanals auf.
[0013] Im Ergebnis ist mit dem erfindungsgemäßen Verfahren und der erfindungsgemäßen Vorrichtung
eine besonders wirtschaftliche - nämlich bei ungestörter Nutzung der Wasserkraft -
und sichere Sanierung eine Kanals auch bei fließendem Gewässer mit konstruktiv einfachen
Mitteln ermöglicht. Insbesondere Betreiber von Anlagen zur Nutzung der Wasserkraft
werden durch die Sanierungstätigkeit nicht von der Nutzung der Wasserkraft abgehalten,
da ein Ablassen des Gewässers während der Sanierung nicht erforderlich ist.
[0014] Bei einer konkreten Ausführung des Verfahrens könnten je nach Länge einer zu sanierenden
Kanalstrecke eine Vielzahl von befüllten Matten quer zur Längsrichtung des Kanals
im Gewässerbett oder auf dem Gewässerbett positioniert werden. Je nach Erfordernis
könnten die Matten direkt nebeneinander angeordnet werden, so dass eine im Wesentlichen
lückenlose Sanierungsfläche im Gewässerbett realisiert wird. Zur Realisierung einer
besonders hohen Dichtigkeit der Sanierungsoberfläche könnten mehrere befüllte Matten
zumindest bereichsweise überlappend oder in mehreren Lagen im Gewässerbett positioniert
werden. Hierbei könnte eine versetzte Anordnung der Matten zueinander realisiert werden,
so dass eine besonders hohe Dichtigkeit erreicht wird.
[0015] Je nach Umgebungssituation kann es jedoch auch wünschenswert sein, eine definierte
Undichtigkeit zu belassen, um Schäden durch eine Austrocknung in der Umgebung des
Kanals, bspw. im Bereich von angrenzenden Bauwerken, oder eine ungewünschte Absenkung
des Grundwasserspiegels zu vermeiden. Hierzu könnten in vorteilhafter Weise mehrere
befüllte Matten mit einem dazwischen bereitgestellten Durchgang im Gewässerbett positioniert
werden. Mit anderen Worten könnten die befüllten Matten derart angeordnet werden,
dass zwischen den positionierten Matten ein definierter Durchgang oder eine definierte
Leckage realisiert ist, um einen kontrollierten Austritt von Wasser aus dem Kanal
zu ermöglichen.
[0016] Zur Einbringung einer befüllten Matte in das Gewässerbett sind unterschiedliche Verfahrensweisen
denkbar. In besonders vorteilhafter Weise könnte die befüllte Matte von einem auf
einem in dem Kanal befindlichen Gewässer schwimmenden Ponton oder Schiff aus mittels
eines Manipulators im Gewässerbett positioniert werden. Dies ermöglicht eine besonders
einfache Verlegung und Positionierung der Matten, ggf. von direkt oberhalb der Verlegestelle
im Gewässerbett. Alternativ hierzu könnte die befüllte Matte vom Ufer aus mittels
eines geeigneten Manipulators im Gewässerbett positioniert werden. Dies hat den Vorteil,
dass Gewässerströmungen keinen Einfluss auf die Position des Manipulators nehmen können.
Allerdings sind die Bereiche des Ufers nicht überall so gut zugänglich, dass der Manipulator
in geeigneter Weise positioniert werden kann. Hierbei könnte Pflanzenbewuchs im Weg
stehen oder es könnte der Uferbereich nicht ausreichend befestigt sein, um dem Manipulator
die erforderliche Untergrundstabilität bereit zu stellen. Grundsätzlich könnte der
Manipulator mit einem Bagger gekoppelt sein, der entweder auf einem Ponton oder Schiff
oder am Ufer positioniert sein könnte. Auch die Verwendung eines Seilkrans, der über
den Kanal verlaufen könnte, ist denkbar, um den Manipulator aufzunehmen.
[0017] Zur sicheren Positionierung der befüllten Matte könnte der Manipulator eine Aufnahmeeinrichtung
für die befüllte Matte aufweisen, an die die Matte angekoppelt werden könnte. In besonders
vorteilhafter und flexibler Weise könnte die Aufnahmeeinrichtung dreiachsig bewegbar
an dem Manipulator angelenkt sein. Mit anderen Worten könnte die Aufnahmeeinrichtung
in alle Raumrichtungen bewegbar sein, um eine quasi uneingeschränkte Positionierbarkeit
der Matte im Gewässerbett bereit zu stellen. Bspw. könnte die Aufnahmeeinrichtung
mittels eines Kugelgelenks am Manipulator angekoppelt sein. Die Bewegung der Aufnahmeeinrichtung
relativ zum Manipulator könnte mittels einer geeigneten, vorzugsweise computerbasierten
Steuereinrichtung steuerbar sein.
[0018] Im Konkreten könnte die Aufnahmeeinrichtung eine Klemmeinrichtung zum Festhalten
der befüllten Matte aufweisen. Eine derartige Klemmeinrichtung könnte zwei Klemmbacken
aufweisen, die die Matte von zwei Seiten aus einklemmen und festhalten könnten. Hierdurch
ist eine sichere Positionierung der Matte ermöglicht.
[0019] In weiter konkreter Weise könnte die Aufnahmeeinrichtung ein Gestänge aufweisen,
das an seinen jeweiligen Enden eine Klemmeinrichtung aufweist. Eine befüllte Matte
könnte damit an ihren beiden Enden von jeweils einer Klemmeinrichtung festgehalten
und damit quasi an die Aufnahmeeinrichtung angehängt werden. Die Aufnahmeeinrichtung
und im Konkreten das Gestänge der Aufnahmeeinrichtung könnte entlang einer vorgebbaren
Achse, vorzugsweise die Längsachse der Aufnahmeeinrichtung oder des Gestänges, teleskopartig
aus- und einfahrbar sein. Durch diese teleskopartige Aus- und Einfahrbarkeit könnte
der Abstand zwischen zwei an den Enden der Aufnahmeeinrichtung oder des Gestänges
angeordneten Klemmeinrichtungen einstellbar sein. Mit dieser Einstellbarkeit des Abstands
der Klemmeinrichtungen ist gleichzeitig der Umfang des Durchhängens einer mittels
der beiden Klemmeinrichtungen an ihren Enden gehaltenen Matte vorgebbar. Bei kleinerem
Abstand der Klemmeinrichtungen zueinander hängt die Matte folglich weiter durch als
bei größerem Abstand der Klemmeinrichtungen zueinander. Somit kann ein gewünschter
Durchhang der an der Aufnahmeeinrichtung angeordneten Matte definiert und auf eine
individuelle Einbausituation im Gewässerbett abgestimmt werden.
[0020] Bei einer alternativen Verlegeart könnte die Aufnahmeeinrichtung eine Führungseinrichtung
für ein Verlegen der befüllten Matte aufweisen. Eine derartige Führungseinrichtung
könnte in vorteilhafter Weise einen Durchgang mit einem im Wesentlichen rechteckigen
Querschnitt aufweisen. Eine zu verlegende Matte könnte in diesen Durchgang eingeführt
und während des Verlegens durch den Durchgang hindurchgeführt oder hindurchgesteckt
werden, wobei die Position der Führungseinrichtung relativ zum Gewässerbett den Verlegeort
im Gewässerbett vorgibt. Die Führungseinrichtung könnte dabei derart in die Nähe des
gewünschten Verlegeorts bewegt werden, dass eine durch sie hindurchgeführte oder hindurchgesteckte
Matte nach ihrem Austritt aus dem Durchgang unmittelbar am gewünschten Verlegeort
ankommt und dort abgelegt werden kann. Die rechteckige Querschnittsform des Durchgangs
könnte hinsichtlich ihrer Größe auf die quasi rechteckige Querschnittsform einer befüllten
Matte abgestimmt sein. D.h., der Durchgang der Führungseinrichtung könnte in etwa
so breit oder etwas breiter als die Breite der zu verlegenden befüllten Matte sein.
In gleicher Weise könnte die Höhe des Durchgangs der Führungseinrichtung auf die Höhe
der befüllten Matte abgestimmt und vorzugsweise etwas höher als die Matte sein, so
dass ein problemloses Hindurchführen der Matte durch den Durchgang aber auch gleichzeitig
eine sichere und kontrollierte Führung der Matte ermöglicht ist. Die Führungseinrichtung
könnte quasi die Form des Umhüllungsteils einer bekannten Streichholzschachtel aufweisen.
In jedem Fall könnte die Führungseinrichtung über ein geeignetes Gestänge mit der
Aufnahmeeinrichtung und dem Manipulator verbunden sein, wobei auch bei dieser Verlegetechnik
eine dreiachsige Bewegbarkeit der Aufnahmeeinrichtung relativ zum Manipulator realisiert
sein könnte, um die Führungseinrichtung quasi frei bewegbar realisieren zu können.
[0021] Grundsätzlich könnte die Matte in vorkonfektionierten Breiten und Längen bereitgestellt
werden. Alternativ hierzu könnte die Matte als Endlosware oder Rollenware vorzugsweise
auf einer Rolle bereitgestellt werden. Eine derart bereitgestellte Matte könnte in
besonders vorteilhafter Weise mit der oben beschriebenen Führungseinrichtung zusammenwirken,
wobei die Matte dann quasi endlos durch die Führungseinrichtung nachgeführt und im
Gewässerbett verlegt werden könnte.
[0022] Zur Gewährleistung eines besonders reibungslosen Verlegens der Matte könnte die Matte
bei einem Abrollen oder kurz nach einem Abrollen von einer Rolle befüllt werden. Hierdurch
könnte die Matte auf einfache Weise im unbefüllten Zustand mittels einer Rolle bereitgestellt
und gehandhabt und bei oder kurz nach dem Abrollen von der Rolle für die Verlegung
präpariert und befüllt werden. Hierzu könnte die Matte in vorgebbaren Abständen angeordnete
Einfüllstutzen für die Substanz aufweisen. Dabei könnte die Matte eine Vielzahl von
in ihrer Längsrichtung nacheinander angeordneter Kammern für die Substanz aufweisen.
Jeder Kammer könnte ein separater Einfüllstutzen zugeordnet sein, so dass ein sicheres
und individuelles Befüllen der Matte ermöglicht ist.
[0023] Im Hinblick auf ein sicheres Ablegen oder Positionieren der befüllten Matte im Gewässerbett
könnte auf dem Ponton oder Schiff ein vorzugsweise auf Schienen geführter und verfahrbarer
Verlegewagen angeordnet sein. Ein derartiger Verlegewagen könnte durch seine Position
die Stelle definieren, an der die befüllte Matte in das Gewässer eintritt. Der Verlegewagen
könnte dabei entlang der gesamten Ausdehnung des Pontons oder Schiffs und damit quasi
entlang der gesamten Breite des Kanals verfahrbar sein, so dass eine individuelle
und flexible Verlegung der befüllten Matte realisierbar ist. Bei einer konkreten Ausführung
könnte die eine Matte bereitstellende Rolle dem Verlegewagen zugeordnet oder am Verlegewagen
angeordnet sein, so dass ein möglichst kurzer Weg von der Rolle zum Eintrittspunkt
in das Gewässer ermöglicht ist. Des Weiteren könnte dem Verlegewagen eine Einfülleinrichtung
zum Einbringen der Substanz in die Matte zugeordnet sein.
[0024] In weiter vorteilhafter Weise könnte der Ponton oder das Schiff einen Durchgang zum
Ablassen und Verlegen der Matte im Gewässerbett aufweisen. Ein derartiger Durchgang
könnte die Möglichkeit eines besonders sicheren Ablassens und Verlegens der Matte
bieten, da bei geeigneter Positionierung des Durchgangs im Ponton oder Schiff ein
Kippen des Pontons oder Schiffs während des Ablassens der Matte vermieden werden kann.
Bei bspw. einem Ablassen der befüllten Matte über eine Seitenwandung des Pontons oder
Schiffs können hingegen Instabilitäten hinsichtlich der Position des Pontons oder
Schiffs relativ zur Gewässeroberfläche auftreten. Bspw. könnte der Durchgang in einem
mittigen Bereich des Pontons oder Schiffs ausgebildet sein. In besonders vorteilhafter
Weise könnte ein Ponton oder Schiff hierzu katamaranähnlich mit zwei seitlichen Schwimmkörpern
und einem dazwischen liegenden länglichen Durchgang für das Ablassen der Matte ausgebildet
sein. Hierdurch ist eine stabile Lage des Pontons oder Schiffs während des Verlegens
oder Ablassens der Matte an quasi jeder Ablassstelle gewährleistet.
[0025] Für eine sichere Verlegung der Matte ist es besonders vorteilhaft, wenn der Manipulator
durch den Durchgang hindurch bewegbar ist. Dabei könnte der Manipulator bis zur Sohle
des Gewässerbetts hin bewegbar sein, um eine möglichst zielgenaue Positionierung der
Matte am gewünschten Verlegeort zu ermöglichen. Hierdurch könnte bspw. eine Führungseinrichtung
entlang des gesamten Gewässerbetts unmittelbar im Bereich des gewünschten Verlegeorts
bewegt werden, wodurch eine besonders sichere und zielgenaue Verlegung der Matte ermöglicht
wird.
[0026] Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst - wie oben erläutert - sowohl eine Verlegung
einzelner Matten hintereinander in Querrichtung des Kanals als auch ein Verlegen einer
einzigen Matte von einer Uferseite zur anderen Uferseite des Kanals. Im letzten Fall
wird die Matte als Endlosware bereitgestellt, so dass ein nahtloser Mattenverlauf
von einer Uferseite zur anderen Uferseite realisierbar ist. In Längsrichtung des Kanals
können dann mehrere derartige Endlosmatten nebeneinander positioniert werden, so dass
die gewünschte Sanierungsstrecke abgedeckt werden kann.
[0027] Im Konkreten könnte die Matte oder könnten die Matten aus einem textilen oder geotextilen
Material oder Gewebe ausgebildet sein. Derartige Materialien haben sich aufgrund ihrer
Flexibilität als besonders geeignet für das erfindungsgemäße Verfahren gezeigt. Die
Substanz könnte in konkreter Weise Beton, Bentonit und/oder Sand aufweisen. Hierbei
ist auf den jeweiligen Anwendungsfall abzustellen, wobei die Verwendung von Beton
insoweit vorteilhaft ist, als durch das Einbringen einer derartigen Sanierungsschicht
aus Beton übliche aus Beton hergestellte Gewässerbetten quasi wieder in den Originalzustand
- lediglich mit einer zusätzlichen zweiten Schicht, der Sanierungsschicht - versetzt
werden können.
[0028] Im Hinblick auf eine besonders hohe Dichtigkeit zwischen zwei angrenzenden Matten
im verlegten Zustand könnte die Matte oder könnten die Matten einen sich verjüngenden
oder abgeschrägten Randbereich oder eine Ausnehmung oder Ausklinkung an einem Randbereich
aufweisen, wobei der Randbereich, die Ausnehmung oder die Ausklinkung vorzugsweise
komplementär zu einem Randbereich, einer Ausnehmung oder Ausklinkung einer angrenzenden
Matte ausgebildet sein könnte. Grundsätzlich wird durch sämtliche oben genannten Ausgestaltungen
ein derart überlappendes Verlegen zweier angrenzender Matten erreicht, dass auch das
Auftreten von Innen- und Außenradien eines Kanals problemlos ausgeglichen werden können.
Dabei ist es möglich, die Matten im sogenannten Stoßbereich oder überlappenden Bereich
derart zu verziehen oder zu stauchen, dass die Dichtigkeit auch beim Auftreten von
Innen- und Außenradien des Kanals erhalten bleibt. Es entstehen hierdurch also keine
Spalten oder Lücken in Kurvenbereichen des Kanals. Mit anderen Worten können die Matten
in einem derart überlappenden oder angrenzenden Bereich derart gegeneinander verschoben
werden, dass entlang der gesamten Breite des Kanals an jeder Stelle immer noch eine
ausreichende Überlappung der Matten gewährleistet ist. Im Innenbereich einer Kurve
des Kanals liegt dabei meist ein größerer Überlappungsbereich als im Außenbereich
der Kurve vor. In jedem Fall ist mit der erfindungsgemäßen Verlegetechnik ein dichter
Mattenstoß zwischen den einzelnen Matten auch im Bereich von Kurven eines Kanals gewährleistet.
[0029] Zur weiteren Absicherung der Dichtigkeit zwischen zwei Matten könnte zwischen zwei
Matten oder im Bereich von Stoßstellen zweier Matten ein mit einem Medium befüllbarer
Schlauch, insbesondere Verpressschlauch, angeordnet werden. Ein derartiger Schlauch
könnte beispielsweise mit einem Injektionsharz befüllt werden, so dass der befüllte
Schlauch beim Verlegen der Matten eventuell verbleibende Lücken oder Hohlräume zwischen
den Matten verschließen kann. Ein derartiger Schlauch oder Verpressschlauch könnte
bei Bedarf auch noch lange Zeit oder sogar Jahre nach dem Verlegen der Matten mit
dem Medium befüllt oder verpresst werden. Mittels eines derart befüllbaren Schlauchs
wird ein noch höheres Maß an Dichtigkeit erreicht, als dies bereits ohne Schlauch
erreicht werden kann, wobei ohne eine zusätzliche Dichtungsmaßnahme mittels des Schlauchs
allein schon das Eigengewicht der jeweils oberen Matte in einem Überlappungsbereich
für ein hohes Maß an Dichtigkeit im Bereich der Stoßstellen der Matten sorgt. Ein
wie oben beschriebener Schlauch könnte auch lediglich partiell befüllt werden, um
an definierbaren, möglicherweise für Undichtigkeiten besonders sensiblen Stellen für
eine erhöhte Dichtigkeit zu sorgen.
[0030] Zur Überwachung des Verlegevorgangs unter Wasser könnten Unterwasserkameras am Manipulator,
an der Aufnahmeeinrichtung oder an der Führungseinrichtung angeordnet sein. Entsprechend
könnten an geeigneter Stelle am Manipulator, an der Aufnahmeeinrichtung oder an der
Führungseinrichtung Unterwasserlampen zur Bereitstellung einer erforderlichen Beleuchtung
angeordnet sein.
[0031] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Sanierung eines Kanals weist einen Manipulator
zum Positionieren einer mit einer Substanz befüllbaren oder befüllten Matte in einem
Gewässerbett des Kanals auf und dient insbesondere zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens mit all seinen vorteilhaften Ausgestaltungen und Weiterbildungen.
[0032] Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten, die Lehre der vorliegenden Erfindung in vorteilhafter
Weise auszugestalten und weiterzubilden. Dazu ist einerseits auf die nachgeordneten
Ansprüche und andererseits auf die nachfolgende Erläuterung bevorzugter Ausführungsbeispiele
der Erfindung anhand der Zeichnung zu verweisen. In Verbindung mit der Erläuterung
der bevorzugten Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung werden auch
im Allgemeinen bevorzugte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Lehre erläutert.
In der Zeichnung zeigen
- Fig. 1
- in einer schematischen Seitenansicht ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung zur Durchführung eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Sanierung eines
Kanals,
- Fig. 2
- in einer schematischen Seitenansicht ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung zur Durchführung eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Sanierung eines
Kanals,
- Fig. 3
- in einer schematischen Seitenansicht den Ponton aus Fig. 2 während des Verlegens einer
Matte,
- Fig. 4
- in einer schematischen Seitenansicht einen Überlappungsbereich zwischen zwei Matten
mit einer Ausnehmung oder Ausklinkung,
- Fig. 5
- in einer schematischen Seitenansicht einen Überlappungsbereich zwischen zwei Matten
mit abgeschrägten Randbereichen der Matten und
- Fig. 6
- in einer schematischen Seitenansicht einen Überlappungsbereich zwischen zwei Matten,
wobei eine Matte teilweise über einer anderen Matte liegt.
[0033] Fig. 1 zeigt in einer schematischen Seitenansicht ein erstes Ausführungsbeispiel
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Durchführung eines erfindungsgemäßen Verfahrens
zur Sanierung eines Kanals 1. Der Kanal 1 weist ein eine Sohle 2 und ein Ufer 3 aufweisendes
Gewässerbett 4 auf. Das Ufer 3 wird häufig auch als Böschung bezeichnet, die sich
von der Sohle 2 bis in den den Kanal 1 umgebenden Landschaftsbereich erstrecken kann.
[0034] Mit der in Fig. 1 gezeigten Vorrichtung kann das erfindungsgemäße Verfahren zur Sanierung
eines Kanals 1 durchgeführt werden, wobei hierbei zunächst ein Bereitstellen mindestens
einer mit einer Substanz befüllbaren Matte 5 erfolgt. Anschließend erfolgt ein Befüllen
der Matte 5 mit der Substanz, wobei die Substanz bspw. Beton sein kann. Nach dem Befüllen
der Matte 5 erfolgt ein Positionieren der befüllten Matte 5 im Gewässerbett 4. Dieses
Positionieren der Matte 5 im befüllten Zustand ermöglicht eine Sanierung eines Kanals
1 bei nicht abgelassenem und sogar fließendem Gewässer. Hierdurch bleibt die ununterbrochene
Nutzung der durch das Gewässer bereitgestellten Wasserkraft ohne Einschränkung erhalten.
[0035] Fig. 1 zeigt neben dem Positioniervorgang einer Matte 5 auch eine bereits auf der
Sohle 2 positionierte Matte 5. Grundsätzlich können mehrere befüllte Matten 5 nebeneinander
im Gewässerbett 4 positioniert werden.
[0036] Die befüllte Matte 5 kann bspw. von einem in Fig. 2 gezeigten Ponton 6 in das Gewässerbett
4 abgelassen werden. Auch ein Positionieren der Matte 5 von einem Schiff oder vom
Ufer 3 aus ist möglich.
[0037] Die Positionierung der Matte 5 erfolgt mittels eines Manipulators 7, der eine Aufnahmeeinrichtung
8 für die befüllte Matte 5 aufweist. Die Aufnahmeeinrichtung 8 kann durch ein geeignetes
Gestänge gebildet sein, wobei die Aufnahmeeinrichtung 8 dreiachsig bewegbar an dem
Manipulator 7 angelenkt ist, um eine universelle und flexible Positionierbarkeit der
Matte 5 an unterschiedlichsten Stellen im Gewässerbett 4 zu ermöglichen.
[0038] Zum sicheren Festhalten der befüllten Matte 5 weist die Aufnahmeeinrichtung 8 eine
Klemmeinrichtung 9 auf. Im Konkreten weist die in Fig. 1 gezeigte Klemmeinrichtung
9 zwei einzelnen Klemmbackenpaare auf. Mit diesen Klemmbacken kann ein Randelement
der Matte 5 gegriffen werden, um ein sicheres Festhalten der befüllten Matte 5 zu
ermöglichen. Jedes der in Fig. 1 gezeigten Klemmbackenpaare kann unabhängig voneinander
betätigt werden, so dass die Matte 5 bspw. an einem Ende der Aufnahmeeinrichtung 8
gelöst und in das Gewässerbett 4 abgelegt werden kann, während die Matte 5 am anderen
Ende der Aufnahmeeinrichtung 8 mittels der anderen Klemmbacken noch gehalten wird.
Hierdurch ist ein sicheres Abrollen und Ablegen der Matte 5 im Gewässerbett 4 ermöglicht.
[0039] Zur Definition des Ausmaßes des Durchhängens der Matte 5 an der Aufnahmeeinrichtung
8 ist die Aufnahmeeinrichtung 8 entlang einer vorgebbaren Achse teleskopartig aus-
und einfahrbar. Beim hier gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Achse 8 durch die
Längsachse der Aufnahmeeinrichtung 8 gebildet. Im Konkreten sind jeweils Endabschnitte
der Aufnahmeeinrichtung 8 teleskopartig aus- und einfahrbar, wodurch nicht nur die
Länge der Aufnahmeeinrichtung 8 sondern auch das Ausmaß des Durchhängens einer angehängten
Matte 5 veränderbar ist.
[0040] Zur Kontrolle des Positionier- und Verlegevorgangs im Gewässerbett 4 weist die Aufnahmeeinrichtung
8 zwei Kameras 10 sowie eine Beleuchtung 11 auf, die beide für einen Betrieb unter
Wasser geeignet sind. Diesbezüglich wird darauf hingewiesen, dass die Fig. 1 der Übersichtlichkeit
halber ohne Gewässer im Kanal 1 dargestellt ist.
[0041] Im Hinblick auf eine besonders hohe Flexibilität beim Positionieren der Matte 5 ist
der Neigungswinkel der Aufnahmeeinrichtung 8 relativ zum Kanal 1 einstellbar und bspw.
an die Neigung des Ufers 3 oder der Böschung anpassbar. Dabei könnte die Aufnahmeeinrichtung
8 parallel zum Ufer 3 oder zur Böschung oder in einem geeigneten Neigungswinkel zum
Ufer 3 oder zur Böschung voreinstellbar sein. Hierdurch lässt sich eine besonders
passgenaue Positionierung der Matte 5 erreichen.
[0042] Fig. 2 zeigt in einer schematischen Seitenansicht ein zweites Ausführungsbeispiel
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Durchführung eines erfindungsgemäßen Verfahrens
zur Sanierung eines Kanals 1. Dabei wird ein auf dem Gewässer schwimmender Ponton
6 verwendet, von dem die Matte 5 in das Gewässerbett 4 und auf die Sohle 2 abgelassen
wird.
[0043] Zum Verlegen der Matte 5 weist die Aufnahmeeinrichtung 8, die hier der Einfachheit
halber ohne Manipulator 7 gezeigt ist, eine Führungseinrichtung 12 auf. Die Führungseinrichtung
12 weist einen Durchgang 13 mit einem im Wesentlichen rechteckigen Querschnitt auf.
Der Durchgang 13 ist derart dimensioniert, dass eine Matte 5 problemlos hindurchführbar
aber auch in ausreichend sicherer Weise führbar ist. Mit anderen Worten ist die Dimensionierung
des Durchgangs 13 an die Querschnittsform der befüllten Matte 5 - mit einem geeigneten
Spiel - angepasst. Die Führungseinrichtung 12 weist dabei in etwa die Form des Hüllteils
einer Streichholzschachtel auf.
[0044] Bei dem in Fig. 2 gezeigten Ausführungsbeispiel wird die Matte 5 als Endlosware oder
Rollenware auf einer Rolle 14 bereitgestellt. Die Matte 5 wird bei oder kurz nach
einem Abrollen von der Rolle 14 befüllt. Die Rolle 14 ist einem Verlegewagen 15 zugeordnet,
der auf dem Ponton 6 auf nicht gezeigten Schienen geführt und verfahrbar ist. Die
Matte 5 wird nach dem Befüllen durch einen Durchgang 16 des Pontons 6 abgelassen und
in das Gewässerbett 4 verlegt.
[0045] Zu Beginn des Verlegevorgangs wird die befüllte Matte 5 an einem Ende mittels eines
Erdnagels oder Nagels 17 am Ufer 3 fixiert. Anschließend wird die befüllte Matte 5
kontinuierlich auf dem Gewässerbett 4 ausgelegt, wozu die Führungseinrichtung 12 verwendet
wird. Im linken Teil der Fig. 2 ist eine erste Einbauposition der Führungseinrichtung
12 gezeigt, wobei die Matte 5 im Bereich des linken Ufers 3 abgelegt wird. Der in
dieser Situation noch nicht abgelegte Mattenabschnitt ist gestrichelt dargestellt.
[0046] In einer anschließenden Einbauposition befindet sich die Führungseinrichtung 12 bereits
oberhalb der Sohle 2 in etwa in der Mitte des Kanals 1. Zu diesem Zeitpunkt ist die
Matte 5 bereits zur Hälfte entlang der Querrichtung des Kanals 1 verlegt.
[0047] Zum Befüllen der Matte 5 ist auf dem Ponton 6 eine Betonpumpe 18 angeordnet, mit
Hilfe derer die Matte 5 durch einen Einfüllstutzen 19 in der Matte 5 befüllt werden
kann. Die Matte 5 weist üblicherweise mehrere Einfüllstutzen 19 auf, die bspw. in
Abständen von 2,5 m in der Matte 5 ausgebildet sein können.
[0048] Ein hier nicht gezeigter Manipulator 7 wird beim Verlegen der Matte 5 durch den Durchgang
16 hindurchbewegt, um die Führungseinrichtung 12 sicher entlang der Sohle 2 und entlang
des Ufers 3 führen zu können.
[0049] Die Führungseinrichtung 12, die auch als Verlegeschlitten bezeichnet werden kann,
wird beim Verlegen der Matte 5 entlang des Ufers 3 oder der Böschung und entlang der
Sohle 2 geführt. Während des Verlegevorgangs fährt der Verlegewagen 15 einmal entlang
des Pontons 6. Hierdurch ist die Verlegung der Matte 5 letztendlich von der einen
Oberkante der Böschung oder des Ufers 3 bis zur anderen Oberkante der Böschung oder
des Ufers 3 nahtlos ermöglicht. Die Führungseinrichtung 12 ist hydraulisch regel-
und verstellbar. Die auf einer Rolle 14 bereitgestellte unbefüllte Matte 5 kann für
mehrere in Querrichtung des Kanals 1 verlegte Bahnen ausreichen, bis eine neue Rolle
14 verwendet werden muss. Die als Endlosware bereitgestellte Matte 5 kann zur Bereitstellung
mehrerer Bahnen an geeigneten Stellen aufgetrennt oder geschnitten werden.
[0050] Fig. 3 zeigt in einer schematischen Vorderansicht den Ponton 6 aus Fig. 2 während
des Verlegens einer Matte 5. Dabei ist erkennbar, dass der Ponton 6 einen sich im
Wesentlichen entlang der Länge des Pontons 6 erstreckenden Durchgang 16 zum Verlegen
der Matte 5 entlang der gesamten Breite eines Kanals 1 aufweist. Der Verlegewagen
15 ist oberhalb des Durchgangs 16 verfahrbar angeordnet und nimmt die Rolle 14 auf.
Letztendlich ist der Ponton 6 mit zwei separaten Schwimmkörpern ausgebildet, die sich
jeweils auf einer Seite des Durchgangs 16 befinden. Die beiden Schwimmkörper sind
mit geeigneten Trägerelementen gekoppelt.
[0051] In Fig. 3 ist erkennbar, dass die Sanierung des Kanals 1 durch das Verlegen mehrerer
Bahnen an Matten 5 in Querrichtung des Kanals 1 erfolgt. In der in Fig. 3 gezeigten
Situation sind bereits mehrere Matten 5 im Gewässerbett 4 positioniert.
[0052] Fig. 4 zeigt in einer schematischen Seitenansicht einen Überlappungsbereich 20 zwischen
zwei Matten 5, wobei die Matten 5 jeweils in ihrem Randbereich eine Ausnehmung 21
aufweisen. Die Ausnehmungen 21 sind derart komplementär zueinander ausgebildet, dass
die Ausnehmungen 21 im verlegten Zustand der Matten 5 quasi ineinander passen. Fig.
4 zeigt dabei den Zustand bei einer geraden Kanalstrecke. Im Bereich einer Kurve eines
Kanals 1 kann eine Verschiebung der Matten 5 zum Ausgleich der Kurve erfolgen, wobei
der Überlappungsbereich 20 dann nicht mehr im gleichen Ausmaß entlang der gesamten
Breite des Kanals 1 entlang der gesamten Ausnehmung 21 vorliegt. Im äußeren Bereich
einer derartigen Kurve ist die Überlappung zwischen den Matten 5 dann üblicherweise
geringer als im inneren Bereich einer Kurve. In jedem Fall ist jedoch die Überlappung
so groß, dass eine ausreichende Dichtigkeit zwischen den Matten 5 erreicht ist. Mit
anderen Worten können die Matten 5 derart relativ zueinander verzogen oder gestaucht
werden, dass ein Kanal 1 auch im Kurvenbereich vollständig mit Matten 5 ausgekleidet
werden kann.
[0053] Beispielsweise können bei einer Mattendicke von 12 cm die Ausnehmungen 21 eine Breite
von etwa 40 bis 50 cm erreichen. Die Ausnehmungen 21 können sich dabei entlang der
gesamten Seitenlänge einer Matte 5 erstrecken.
[0054] Die Überlappung wird dabei in vorteilhafter Weise derart vorgenommen, dass die Flussrichtung
eines Gewässers im Kanal 1 entsprechend dem in Fig. 4 eingezeichneten Pfeil verläuft.
Hierdurch bewirkt das fließende Gewässer eine sichere Positionierung der oberen Matte
5 im Überlappungsbereich 20.
[0055] Zur weiteren Erhöhung der Sicherheit der Dichtigkeit kann zwischen die überlappenden
Randbereiche im Bereich der Überlappung 20 und damit auch im Bereich der Ausnehmungen
21 ein mit einem Medium befüllbarer Schlauch 22, insbesondere Verpressschlauch, angeordnet
werden. Dieser Schlauch 22 könnte mit einem speziellen Harz oder Injektionsharz befüllt
werden, um die Dichtigkeit durch Verschließen eventueller Hohlräume zwischen den Matten
5 weiter zu erhöhen.
[0056] Fig. 5 zeigt in einer schematischen Seitenansicht ein weiteres Ausführungsbeispiel
eines Überlappungsbereichs 20 zwischen zwei Matten 5. Die Matten 5 weisen hierbei
komplementär zueinander ausgebildete Abschrägungen 23 im Randbereich auf, so dass
auch bei diesem Ausführungsbeispiel ein hohes Maß an Dichtigkeit zwischen den Matten
5 erreicht wird. Die Flussrichtung eines Gewässers ist auch in Fig. 5 durch den eingezeichneten
Pfeil angegeben. Dabei wird die Dichtigkeit der Überlappung durch den Fluss des Gewässers
begünstigt, der die Abschrägung 23 der oberen Matte 5 gegen die Abschrägung 23 der
unteren Matte 5 quasi mit drückt. Auch bei diesem Ausführungsbeispiel könnte ein mit
einem Medium befüllbarer Schlauch 22 die Dichtigkeit weiter erhöhen. Der gesamte Überlappungsbereich
20 könnte bei dem in Fig. 5 dargestellten Ausführungsbeispiel etwa 25 cm breit sein.
Die Mattendicke beträgt bei diesem Ausführungsbeispiel ca. 10 cm. Letztendlich wird
bei dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel die Dichtigkeit durch das Eigengewicht
der oberen Matte 5 schon in ausreichender Weise erhalten.
[0057] Fig. 6 zeigt in einer schematischen Seitenansicht einen Überlappungsbereich 20 zwischen
zwei Matten 5, wobei hier lediglich eine Matte 5 mit einem Randbereich auf einer anderen
Matte 5 aufliegt. Auch hier wird die Dichtigkeit durch das Eigengewicht der oberen
Matte 5 im Überlappungsbereich 20 erreicht. Das fließende Gewässer unterstützt die
Dichtungswirkung, da die Flußrichtung gemäß dem eingezeichneten Pfeil verläuft. Hier
wird die obere Matte 5 quasi gegen die untere Matte 5 mittels des fließenden Gewässers
gedrückt. Der gesamte Überlappungsbereich 20 weist eine Breite von ca. 40 bis 50 cm
auf. Zur Erhöhung der Dichtigkeit könnte auch hier ein mit einem Medium befüllbarer
Schlauch 22 zwischen die Matten 5 positioniert werden.
[0058] Grundsätzlich könnte bei allen Ausführungsbeispielen der Schlauch 22 lediglich partiell
an gewünschten Stellen mit einem Medium befüllt werden. Es bietet sich an, den Schlauch
22 grundsätzlich prophylaktisch zwischen zwei Matten 5 in deren Stoßbereich einzulegen,
wobei eine Befüllung des Schlauchs 22 auch noch nach Jahren erfolgen könnte.
[0059] Hinsichtlich weiterer vorteilhafter Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens
und der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Sanierung eines Kanals wird zur Vermeidung
von Wiederholungen auf den allgemeinen Teil der Beschreibung sowie auf die beigefügten
Ansprüche verwiesen.
[0060] Schließlich sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die voranstehend beschriebenen
Ausführungsbeispiele lediglich zur Erörterung der beanspruchten Lehre dienen, diese
jedoch nicht auf die Ausführungsbeispiele einschränken.
Bezugszeichenliste
[0061]
- 1
- Kanal
- 2
- Sohle
- 3
- Ufer
- 4
- Gewässerbett
- 5
- Matte
- 6
- Ponton
- 7
- Manipulator
- 8
- Aufnahmeeinrichtung
- 9
- Klemmeinrichtung
- 10
- Kamera
- 11
- Beleuchtung
- 12
- Führungseinrichtung
- 13
- Durchgang
- 14
- Rolle
- 15
- Verlegewagen
- 16
- Durchgang
- 17
- Nagel
- 18
- Betonpumpe
- 19
- Einfüllstutzen
- 20
- Überlappungsbereich
- 21
- Ausnehmung
- 22
- Schlauch
- 23
- Abschrägung
1. Verfahren zur Sanierung eines Kanals (1) mit einem eine Sohle (2) und ein Ufer (3)
aufweisenden Gewässerbett (4), wobei das Verfahren die folgenden Schritte umfasst:
- Bereitstellen mindestens einer mit einer Substanz befüllbaren Matte (5),
- Befüllen der Matte (5) mit der Substanz und
- Positionieren der befüllten Matte (5) im Gewässerbett (4).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere befüllte Matten (5) zumindest bereichsweise überlappend oder in mehreren
Lagen, vorzugsweise versetzt zueinander, im Gewässerbett (4) positioniert werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere befüllte Matten (5) mit einem dazwischen bereitgestellten Durchgang im Gewässerbett
(4) positioniert werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die befüllte Matte (5) von einem auf einem in dem Kanal (1) befindlichen Gewässer
schwimmenden Ponton (6) oder Schiff aus oder vom Ufer (3) aus mittels eines Manipulators
(7) im Gewässerbett (4) positioniert wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Manipulator (7) eine Aufnahmeeinrichtung (8) für die befüllte Matte (5) aufweist,
wobei vorzugsweise die Aufnahmeeinrichtung (8) dreiachsig bewegbar an dem Manipulator
(7) angelenkt ist.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmeeinrichtung (8) eine Klemmeinrichtung (9) zum Festhalten der befüllten
Matte (5) aufweist.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmeeinrichtung (8) entlang einer vorgebbaren Achse teleskopartig aus- und
einfahrbar ist.
8. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme-einrichtung (8) eine Führungseinrichtung (12) für ein Verlegen der befüllten
Matte (5) aufweist, wobei die Führungseinrichtung (12) vorzugsweise einen Durchgang
(13) mit einem im Wesentlichen rechteckigen Querschnitt aufweist.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Matte (5) als Endlosware oder Rollenware vorzugsweise auf einer Rolle (14) bereitgestellt
wird und/oder
dass die Matte (5) bei oder kurz nach einem Abrollen von einer Rolle (14) befüllt
wird und/oder
dass die Matte in vorgebbaren Abständen angeordnete Einfüllstutzen (19) für die Substanz
aufweist.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Ponton (6) oder Schiff ein vorzugsweise auf Schienen geführter und verfahrbarer
Verlegewagen (15) angeordnet ist.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Ponton (6) oder das Schiff einen Durchgang (16) zum Ablassen und Verlegen der
Matte (5) im Gewässerbett (4) aufweist,
wobei vorzugsweise der Manipulator (7) durch den Durchgang (16) hindurch bewegbar
ist.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Matte (5) oder Matten (5) aus einem textilen oder geotextilen Material oder Gewebe
ausgebildet ist oder sind und/oder dass die Substanz Beton, Bentonit und/oder Sand
aufweist.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Matte (5) oder Matten (5) einen sich verjüngenden oder abgeschrägten Randbereich
oder eine Ausnehmung oder Ausklinkung an einem Randbereich aufweist oder aufweisen,
wobei der Randbereich, die Ausnehmung oder die Ausklinkung vorzugsweise komplementär
zu einem Randbereich, einer Ausnehmung oder einer Ausklinkung einer angrenzenden Matte
(5) ausgebildet ist.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen zwei Matten (5) oder im Bereich von Stoßstellen zweier Matten (5) ein mit
einem Medium befüllbarer Schlauch, insbesondere Verpressschlauch, angeordnet wird.
15. Vorrichtung zur Sanierung eines Kanals (1) mit einem Manipulator (7) zum Positionieren
einer mit einer Substanz befüllbaren oder befüllten Matte (5) in einem Gewässerbett
(4) des Kanals (1), insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche
1 bis 14.