[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Schließteil für einen Treibstangenbeschlag
eines Fensters oder einer Tür mit einem Grundkörper und einem an dem Grundkörper höhenverstellbar
gelagerten Halteteil, wobei das Halteteil wenigstens eine Aufnahmeöffnung zum Aufnehmen
eines Verriegelungselements eines Flügels des Fensters oder der Tür aufweist.
[0002] Solche Schließteile dienen dazu, den beweglichen Flügel eines Fensters oder einer
Tür gegenüber dem Rahmen wahlweise zu verriegeln, um so ein ungewolltes Öffnen des
Fensters oder der Tür zu verhindern. Beispielsweise ist ein Schließteil der genannten
Art mittels Befestigungsöffnungen an dem Rahmen befestigt, während das Verriegelungselement
an einer verschiebbar an dem Flügel gelagerten Treibstange angeordnet und zusammen
mit dieser zwischen einer Freigabestellung und einer Blockierstellung linearverschiebbar
ist. In der Blockierstellung wird das Verriegelungselement des Flügels - beispielsweise
ein pilzkopfförmiger Riegelzapfen - in der Aufnahmeöffnung festgehalten, so dass das
Fenster oder die Tür nicht geöffnet werden kann. Die Begrenzung der Aufnahmeöffnung
wirkt hierbei als Haltekante, die das Verriegelungselement wahlweise hintergreift.
Üblicherweise sind die Schließteile und das zugehörige Verriegelungselement in einem
Freiraum zwischen dem Rahmen und dem Flügel, der so genannten Falzluft, angeordnet.
[0003] Bei der Montage eines Schließteils der vorstehend genannten Art kann es zu Problemen
kommen, weil die Form und die Lage der Fenster- oder Türbauteile gewissen Toleranzen
unterworfen sind und die Größe der Falzluft daher beträchtlich, konkret um mehrere
Millimeter, variieren kann. Eine besonders ausgeprägte Vergrößerung der Falzluft gegenüber
einem Vorgabewert kann z.B. aufgrund eines Hohlziehens des Rahmens während der Montage
auftreten. In solchen Fällen kann die Funktion des Schließmechanismus beeinträchtigt
sein, da das Halteteil das Verriegelungselement nicht mehr sicher hintergreifen kann.
[0004] Durch eine Höhenverstellung des Halteteils gegenüber dem Grundkörper kann eine Anpassung
der Höhe oder Dicke des Schließteils an die Falzluft vorgenommen werden. Allerdings
sind solche Höhenanpassungen, die individuell für alle zu montierenden Schließteile
durchzuführen sind, zeitraubend und lästig.
[0005] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, bei der Montage von Schließteilen an Fenstern
oder Türen auf einfache Weise eine zuverlässige Kompensation von Lagetoleranzen der
einzelnen Bauteile und insbesondere von Variationen der Falzluft zu ermöglichen.
[0006] Die Lösung der Aufgabe erfolgt durch ein Schließteil mit den Merkmalen des Anspruchs
1 und insbesondere dadurch, dass an dem Halteteil wenigstens ein Magnetbereich vorgesehen
ist, welcher einen Permanentmagnet umfasst und/oder welcher ferromagnetisch ausgebildet
ist. Der Permanentmagnet kann beim Schließen des Flügels eine magnetische Anziehungskraft
auf einen ferromagnetischen Abschnitt des flügelseitigen Beschlags bewirken und so
das Halteteil zur Höhenverstellung gegenüber dem Grundkörper bewegen. Ebenso kann
ein Permanentmagnet des flügelseitigen Beschlags einen ferromagnetischen Magnetbereich
des Halteteils anziehen und dadurch das Halteteil zur Höhenverstellung gegenüber dem
Grundkörper bewegen. Durch das automatische Bewegen des Halteteils mittels magnetischer
Kraft wird das Schließteil beim Schließen des Flügels automatisch auf die maximal
mögliche Höhe eingestellt. Ein Zurückbewegen des Halteteils im Sinne einer Höhenverringerung
kann bei Bedarf durch ein mechanisches Zusammenwirkens zwischen der Aufnahmeöffnung
und dem Verriegelungselement erfolgen. Im Ergebnis passt sich die Höhe oder Dicke
des Schließteils automatisch an die konkreten Gegebenheiten an, das heißt das Schließteil
ist selbstjustierend. Ein Monteur muss daher beim Einbauen keine lästige und zeitraubende
manuelle Höhenverstellung vornehmen, so dass ein besonders wirtschaftlicher Einbau
von Fenstern und Türen ermöglicht ist.
[0007] Durch die magnetische Höhenverstellung des Schließteils kann auch bei Abweichungen
der Größe der Falzluft von einem Vorgabewert eine sichere Funktion des Schließmechanismus
gewährleistet werden. Aufwändige Einstellvorrichtungen wie Stellschrauben sind hierfür
nicht erforderlich. Vielmehr ist das Bereitstellen eines magnetisch aktiven Bereichs
am Halteteil des Schließteils mit keinen besonderen fertigungstechnischen Schwierigkeiten
verbunden.
[0008] Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung
sowie den beigefügten Zeichnungen angegeben.
[0009] Vorzugsweise ist das Halteteil an dem Grundkörper, insbesondere zwischen einer eingefahrenen
Stellung und einer ausgefahrenen Stellung, verschiebbar gelagert. Eine verschiebbare
Lagerung kann durch eine einfache Gleitführung bewerkstelligt werden.
[0010] Es ist weiterhin bevorzugt, dass eine insbesondere freiliegende Vorderfläche des
wenigstens einen Magnetbereichs von dem Grundkörper weg weisend angeordnet ist. Mit
anderen Worten weist die Vorderfläche des Magnetbereichs vorzugsweise in die Ausfahrrichtung
des Halteteils, also bei montiertem Schließteil und geschlossenem Flügel in Richtung
einer Stulpschiene bzw. einer Treibstange des Flügels, sodass die magnetische Anziehungskraft
für die Ausfahrbewegung besonders groß ist.
[0011] Eine Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass der Grundkörper einen ferromagnetischen
Abschnitt umfasst und eine insbesondere freiliegende Rückfläche des als Permanentmagnet
ausgebildeten Magnetbereichs in Richtung des ferromagnetischen Abschnitts des Grundkörpers
weist oder dass der Grundkörper einen Permanentmagnet umfasst und eine insbesondere
freiliegende Rückfläche des ferromagnetisch ausgebildeten Magnetbereichs in Richtung
des Permanentmagneten des Grundkörpers weist, so dass bei ausgefahrenem Halteteil
durch Zusammenwirken des Permanentmagneten und des ferromagnetischen Abschnitts auf
das Halteteil eine magnetische "Einfahrkraft" wirkt. D.h. es kann analog zu einem
automatischen Ausfahren des Halteteils auch ein automatisches Einfahren des Halteteils
erreicht werden, wenn etwa der Flügel geöffnet wird und der Magnetbereich des Halteteils
nicht mehr vom flügelseitigen Beschlag angezogen wird. Das automatische Einfahren
ist insofern vorteilhaft, als bei einer geringen Falzluft eine Beeinträchtigung des
Schließmechanismus aufgrund eines zu weit ausgefahrenen Halteteils vermieden wird.
Zudem wird ein unerwünschtes Herabhängen des Halteteils bei geöffnetem Flügel und
am oberen Rahmenholm waagrecht montiertem Schließteil vermieden.
[0012] Es ist darauf hinzuweisen, dass die genannte Einfahrkraft auch bei geschlossenem
Flügel wirkt. Die Magnetkraftverhältnisse können jedoch leicht derart dimensioniert
werden, dass die magnetische Ausfahrkraft bei geschlossenem Flügel größer ist als
die - stets gleiche - magnetische Einfahrkraft.
[0013] Die magnetische Achse des Permanentmagneten kann insbesondere parallel zu einer Verstellrichtung
des Halteteils verlaufen, um die magnetische Kraft in Ausfahrrichtung zu maximieren.
Der Permanentmagnet kann im einfachsten Fall durch eine aus Stahlblech gefertigte
und somit ferromagnetische Stulpschiene des flügelseitigen Beschlags angezogen werden.
Im Falle eines ohnehin aus Stahlblech hergestellten Treibstangenbeschlags sind somit
keinerlei Modifikationen an den flügelseitigen Beschlagteilen erforderlich.
[0014] Ferner kann der wenigstens eine Magnetbereich durch einen Permanentmagnet oder durch
ein ferromagnetisches Bauteil gebildet sein, welcher/welches in einer Ausnehmung des
Halteteils angeordnet ist. Dies ermöglicht eine besonders platzsparende Konstruktion.
Insbesondere kann die Ausnehmung vollständig durch den Permanentmagneten oder das
ferromagnetische Bauteil ausgefüllt sein.
[0015] Gemäß einer speziellen Ausgestaltung ist der Permanentmagnet oder das ferromagnetische
Bauteil in einer Durchführung des Halteteils angeordnet, welche parallel zu einer
Verstellrichtung des Halteteils verläuft. Der Permanentmagnet oder das ferromagnetische
Bauteil weist dann sowohl eine freiliegende Vorderfläche als auch eine freiliegende
Rückfläche auf, welche in optimaler Weise mit entsprechenden gegensätzlichen Magnetbereichen
des flügelseitigen Beschlags bzw. des Grundkörpers zusammenwirken können.
[0016] An dem Grundkörper und/oder an dem Halteteil können Anschläge vorgesehen sein, welche
eine minimale und/oder eine maximale Verstellung des Halteteils gegenüber dem Grundkörper
festlegen. Die Spanne zwischen der minimalen Verstellung und der maximalen Verstellung
kann hierbei auf die üblicherweise auftretenden Schwankungen der Falzluft abgestimmt
sein. Durch derartige Anschläge ist der Ausfahrweg ebenso wie der Einfahrweg auf ein
angemessenes Maß begrenzt.
[0017] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass der wenigstens eine Magnetbereich
bezogen auf eine Längsachse des Schließteils zentral angeordnet ist. Damit können
Verkippungen oder Verkantungen des Halteteils gegenüber dem Grundkörper aufgrund der
magnetischen Kraft vermieden werden.
[0018] Vorteilhaft können an dem Halteteil mehrere entlang einer Längsachse des Schließteils
voneinander beabstandete Magnetbereiche vorgesehen sein. Die magnetische Kraft zur
Höhenverstellung kann dadurch verstärkt werden. Prinzipiell können auch bestimmte
Magnetbereiche ausschließlich zum Ausfahren und die übrigen Magnetbereiche ausschließlich
zum Einfahren vorgesehen sein.
[0019] Die Erfindung betrifft auch einen Treibstangenbeschlag für ein Fenster oder eine
Tür, mit einem am Rahmen des Fensters oder der Tür anzubringenden Schließteil, welches
wie vorstehend beschrieben ausgeführt ist, und einer am Flügel des Fensters oder der
Tür anzubringenden Treibstangenanordnung, welche wenigstens ein in der Aufnahmeöffnung
des Halteteils des Schließteils aufnehmbares Verriegelungselement umfasst.
[0020] Erfindungsgemäß ist im Bereich des Verriegelungselements ein Gegen-Magnetbereich
an der Treibstangenanordnung vorgesehen. Bei dem Gegen-Magnetbereich kann es sich
um einen ferromagnetischen Abschnitt handeln, falls der Magnetbereich des Halteteils
als Permanentmagnet ausgeführt ist. Ebenso kann es sich bei dem Gegen-Magnetbereich
um einen Permanentmagneten handeln, falls der Magnetbereich des Halteteils ferromagnetisch
ist. Grundsätzlich könnten der Magnetbereich des Halteteils und der Gegen-Magnetbereich
der Treibstangenanordnung auch beide als Permanentmagnete ausgeführt sein, welche
mit entgegengesetzten Polen zueinander weisen. Dadurch dass der Gegen-Magnetbereich
direkt am oder zumindest in unmittelbarer Nähe des Verriegelungselements platziert
ist, ist ein Zusammenwirken mit dem Magnetbereich des Halteteils sichergestellt, da
dieses im montierten Zustand des Treibstangenbeschlags mit dem Verriegelungselement
zusammenwirken muss.
[0021] Es kann also insbesondere vorgesehen sein, dass im montierten Zustand und bei geschlossenem
Flügel sich der wenigstens eine Magnetbereich und der Gegen-Magnetbereich gegenüberliegen
und gegenseitig anziehen.
[0022] Die Erfindung betrifft des Weiteren einen Treibstangenbeschlag für ein Fenster oder
eine Tür, mit einem am Rahmen des Fensters oder der Tür anzubringenden Schließteil,
welches wie vorstehend beschrieben ausgeführt ist, und einer am Flügel des Fensters
oder der Tür anzubringenden Treibstange, welche wenigstens ein in der Aufnahmeöffnung
des Halteteils des Schließteils aufnehmbares Verriegelungselement umfasst.
[0023] Erfindungsgemäß kann das Verriegelungselement für eine Verstellung des Abstands zwischen
dem Verriegelungselement und der Treibstange quer zur Treibstange bewegbar sein und
einen den wenigstens einen Magnetbereich des Halteteils anziehenden Gegen-Magnetbereich
aufweisen, welcher einen Permanentmagnet umfasst und/oder zumindest bereichsweise
aus einem ferromagnetischen Material ausgebildet ist. Aufgrund der Anziehung zwischen
dem Magnetbereich des Halteteils und dem Gegen-Magnetbereich wird das Verriegelungselement
- zusätzlich zum Halteteil - in eine ausgefahrene Stellung bewegt, so dass auch bei
großer Falzluft ein zuverlässiges Einfahren des Verriegelungselements in die Aufnahmeöffnung
des Halteteils gewährleistet ist und damit eine Beeinträchtigung des Schließmechanismus
sicher vermieden wird.
[0024] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist der wenigstens eine Magnetbereich des
Halteteils derart angeordnet, dass er sich gegenüber dem Verriegelungselement befindet,
wenn der Flügel geschlossen ist und die Treibstange sich in einer Öffnungsstellung
befindet. Somit wird das Verriegelungselement vor dem Einschieben in die Aufnahmeöffnung
des Halteteils auf maximalen Abstand von der Treibstange gestellt.
[0025] Die Erfindung wird nachfolgend beispielhaft unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
beschrieben.
- Fig. 1
- ist eine perspektivische Darstellung eines erfindungsgemäßen Schließteils, welches
einen Grundkörper und ein Halteteil umfasst.
- Fig. 2
- ist eine Draufsicht auf das Schließteil gemäß Fig. 1.
- Fig. 3
- zeigt das Schließteil gemäß Fig. 1 gemeinsam mit einer Treibstange eines Treibstangenbeschlags
in einer perspektivischen Darstellung, wobei die Treibstange in einer seitlichen Richtung
von dem Schließteil beabstandet ist.
- Fig. 4
- ist eine Seitenansicht der Anordnung gemäß Fig. 3.
- Fig. 5
- zeigt die Anordnung gemäß Fig. 3 in einer perspektivischen Darstellung, wobei die
Treibstange direkt über dem Schließteil positioniert ist.
- Fig. 6
- ist eine Seitenansicht der Anordnung gemäß Fig. 5.
- Fig. 7
- ist eine Draufsicht auf die Anordnung gemäß Fig. 5.
[0026] Wie in Fig. 1 und 2 dargestellt ist ein erfindungsgemäßes Schließteil 11 für einen
Treibstangenbeschlag eines Fensters oder einer Tür zweiteilig ausgeführt und umfasst
einen als Druckgussteil ausgebildeten Grundkörper 13 und ein höhenverstellbar an diesem
gelagertes Halteteil 15, welches vorzugsweise aus Stahlblech gefertigt ist. Der Grundkörper
13 weist mehrere Befestigungsöffnungen 17 zum Befestigen des Grundkörpers 13 mittels
Schrauben an einem nicht dargestellten Rahmen des Fensters oder der Tür auf. Wie gezeigt
ist das Schließteil 11 länglich ausgebildet, d.h. es weist eine Längsachse L (siehe
Fig. 2) auf.
[0027] Das Halteteil 15 weist ferner zwei Aufnahmeöffnungen 21 auf, welche hier U-förmig
verlaufen und eine Haltekante 25 ausbilden. Wie aus Fig. 3 ersichtlich ist, dient
diese Haltekante 25 dazu, ein jeweiliges von zwei an einer Treibstange 27 des Flügels
(nicht dargestellt) des Fensters oder der Tür vorgesehenen Verriegelungselementen
29, hier in Form von pilzkopfförmigen Zapfen, zu hintergreifen, um so den Flügel am
Rahmen festzulegen. Zum Freigeben des Flügels kann durch Verschieben der Treibstange
27 das betreffende Verriegelungselement 29 in grundsätzlich bekannter Weise so lange
entlang der Längsachse L verschoben werden, bis sich das Verriegelungselement 29 außerhalb
der Aufnahmeöffnung 21 befindet. Grundsätzlich könnte auch das Schließteil 11 entlang
der Längsachse L gegenüber feststehenden Verriegelungselementen verschoben werden,
indem der Grundkörper 13 mittels der Befestigungsöffnungen 17 an einem entsprechenden
Treibstangenbeschlag aufgeschraubt ist.
[0028] Das Halteteil 15 ist zur Höhenverstellung zwischen einer eingefahrenen Stellung und
einer ausgefahrenen Stellung in und entgegen einer quer zu der Längsachse L verlaufenden
Verstellrichtung V linearverschieblich an dem Grundkörper 13 geführt, wobei die Fig.
1-4 das Halteteil 15 in der eingefahrenen Stellung zeigen. Die eingefahrene Stellung
und die ausgefahrene Stellung sind über entsprechende, nicht dargestellte Anschläge
des Grundkörpers 13 bzw. des Halteteils 15 festgelegt.
[0029] In dem Halteteil 15 sind drei entlang der Längsachse L voneinander beabstandete Durchführungen
31 vorgesehen, in welche ein zentraler Permanentmagnet 33A sowie zwei äußere Permanentmagnete
33B, 33C eingesetzt sind. Die Permanentmagnete 33A, 33B, 33C bilden Magnetbereiche,
welche mit der Treibstange 27 zusammenwirken, wie nachfolgend näher erläutert wird.
[0030] Wie aus Fig. 1-4 hervorgeht, sind die freiliegenden Vorderflächen 35 der Permanentmagnete
33A, 33B, 33C bündig mit den Umrandungen der Durchführungen 31 ausgebildet und weisen
in die Verstellrichtung V. Weiterhin verlaufen die magnetischen Achsen M (Fig. 4)
der Permanentmagnete 33A, 33B, 33C parallel zu der Verstellrichtung V des Halteteils
15.
[0031] In einem unterhalb des Halteteils 15 befindlichen Bereich weist der Grundkörper 13
nicht dargestellte ferromagnetische Abschnitte auf, welche durch die Permanentmagnete
33A, 33B, 33C angezogen werden, so dass das Halteteil 15 ohne Einwirkung weiterer
äußerer Kräfte die in Fig. 1-4 dargestellte eingefahrene Stellung einnimmt.
[0032] Wenn nun der Flügel des Fensters oder der Tür geschlossen wird und die Treibstange
27, gegebenenfalls unter Einschluss einer die Treibstange 27 führenden Stulpschiene,
von einer von dem Schließteil 11 seitlich beabstandeten Stellung wie in Fig. 3 dargestellt
in eine über dem Schließteil 11 befindliche Stellung wie in Fig. 5-7 dargestellt bewegt
wird, übt der zentrale Permanentmagnet 33A eine anziehende Kraft auf einen ferromagnetischen
Abschnitt 37 der Treibstange 27 und/oder der zugehörigen Stulpschiene aus, so dass
sich das Halteteil 15 in die ausgefahrene Stellung bewegt. Der zwischen den beiden
entlang der Längsachse L voneinander beabstandeten Verriegelungselementen 29 befindliche
ferromagnetische Abschnitt 37 bildet also einen Gegen-Magnetbereich für den zentralen
Permanentmagneten 33A, welcher bei geschlossenem Flügel dem zentralen Permanentmagneten
33A gegenüberliegt. Es versteht sich, dass bei einer vollständigen ferromagnetischen
Ausführung der Treibstange 27 oder der Stulpschiene ebenfalls ein solcher ferromagnetischer
Abschnitt 37 vorliegt.
[0033] Aus einem Vergleich der Fig. 3 und 4 mit den Fig. 5 und 6 geht hervor, dass die Verriegelungselemente
29 quer zu der Treibstange 27 bewegbar, d.h. in ihrer Länge verstellbar sind. Da sie
überdies aus einem ferromagnetischen Material hergestellt sind, bilden sie Gegen-Magnetbereiche,
die von den äußeren Permanentmagneten 33B, 33C des Halteteils 15 angezogen werden,
so dass sie durch die magnetische Anziehungskraft auf eine größere Länge gestreckt
werden.
[0034] Ausgehend von der in Fig. 5-7 dargestellten Lage erfolgt schließlich ein Einschieben
eines der Verriegelungselemente 29 in die entsprechende Aufnahmeöffnung 21 des Halteteils
15. Das Strecken der Verriegelungselemente 29 gewährleistet hierbei zusammen mit dem
Ausfahren des Halteteils 15 eine zuverlässige Schließfunktion des Treibstangenbeschlags.
Aufgrund der magnetischen Selbstjustierung ist eine manuelle Höhenverstellung des
Halteteils 15 überflüssig. Je nach Größe der Falzluft kann das Ausfahren des Halteteils
15 entweder durch entsprechende Begrenzungsanschläge am Halteteil 15 oder durch Anstoßen
am Flügel, insbesondere an der Treibstange 27 bzw. an einer diese überdeckenden Stulpschiene,
begrenzt sein.
[0035] Es ist darauf hinzuweisen, dass alternativ zu der dargestellten Ausführungsform auch
Permanentmagnete an der Treibstange bzw. an der Stulpschiene vorgesehen sein könnten,
welche auf ferromagnetische Bauteile in den Durchführungen 31 des Halteteils 15 einwirken.
Ebenso könnte der Grundkörper 13 entsprechende Permanentmagnete zum Einfahren des
Halteteils mittels der ferromagnetischen Bauteile aufweisen.
Bezugszeichenliste:
[0036]
- 11
- Schließteil
- 13
- Grundkörper
- 15
- Halteteil
- 17
- Befestigungsöffnung
- 21
- Aufnahmeöffnung
- 25
- Haltekante
- 27
- Treibstange
- 29
- Verriegelungselement
- 31
- Durchführung
- 33A
- zentraler Permanentmagnet
- 33B, 33C
- äußere Permanentmagnete
- 35
- Vorderfläche
- 37
- ferromagnetischer Abschnitt
- L
- Längsachse
- V
- Verstellrichtung
- M
- magnetische Achse
1. Schließteil (11) für einen Treibstangenbeschlag eines Fensters oder einer Tür mit
einem Grundkörper (13) und einem an dem Grundkörper (13) höhenverstellbar gelagerten
Halteteil (15), wobei das Halteteil (15) wenigstens eine Aufnahmeöffnung (21) zum
Aufnehmen eines Verriegelungselements (29) eines Flügels des Fensters oder der Tür
aufweist
dadurch gekennzeichnet,
dass an dem Halteteil (15) wenigstens ein Magnetbereich (33A, 33B, 33C) vorgesehen ist,
welcher einen Permanentmagnet umfasst und/oder welcher ferromagnetisch ausgebildet
ist.
2. Schließteil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Halteteil (15) an dem Grundkörper (13), insbesondere zwischen einer eingefahrenen
Stellung und einer ausgefahrenen Stellung, verschiebbar gelagert ist.
3. Schließteil nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine insbesondere freiliegende Vorderfläche (35) des wenigstens einen Magnetbereichs
(33A, 33B, 33C) von dem Grundkörper (13) weg weisend angeordnet ist.
4. Schließteil nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Grundkörper (13) einen ferromagnetischen Abschnitt umfasst und eine insbesondere
freiliegende Rückfläche des als Permanentmagnet ausgebildeten Magnetbereichs (33A,
33B, 33C) in Richtung des ferromagnetischen Abschnitts des Grundkörpers (13) weist
oder dass
der Grundkörper (13) einen Permanentmagnet umfasst und eine insbesondere freiliegende
Rückfläche des ferromagnetisch ausgebildeten Magnetbereichs in Richtung des Permanentmagneten
des Grundkörpers (13) weist.
5. Schließteil nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine magnetische Achse (M) des Permanentmagneten (33A, 33B, 33C) parallel zu
einer Verstellrichtung (V) des Halteteils (15) verläuft.
6. Schließteil nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass der wenigstens eine Magnetbereich (33A, 33B, 33C) durch einen Permanentmagnet
oder durch ein ferromagnetisches Bauteil gebildet ist, welcher/welches in einer Ausnehmung
(31) des Halteteils (15) angeordnet ist.
7. Schließteil nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Permanentmagnet (33A, 33B, 33C) oder das ferromagnetische Bauteil in einer
Durchführung (31) des Halteteils (15) angeordnet ist, welche parallel zu einer Verstellrichtung
(V) des Halteteils (15) verläuft.
8. Schließteil nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass an dem Grundkörper (13) und/oder an dem Halteteil (15) Anschläge vorgesehen sind,
welche eine minimale und/oder eine maximale Verstellung des Halteteils (15) gegenüber
dem Grundkörper (13) festlegen.
9. Schließteil nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der wenigstens eine Magnetbereich (33A) bezogen auf eine Längsachse (L) des Schließteils
(L) zentral angeordnet ist.
10. Schließteil nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass an dem Halteteil (15) mehrere entlang einer Längsachse (L) des Schließteils (11)
voneinander beabstandete Magnetbereiche (33A, 33B, 33C) vorgesehen sind.
11. Treibstangenbeschlag für ein Fenster oder eine Tür, mit einem am Rahmen des Fensters
oder der Tür anzubringenden Schließteil (11), welches gemäß zumindest einem der vorstehenden
Ansprüche ausgeführt ist, und einer am Flügel des Fensters oder der Tür anzubringenden
Treibstangenanordnung, welche wenigstens ein in der Aufnahmeöffnung (21) des Halteteils
(15) des Schließteils (11) aufnehmbares Verriegelungselement (29) umfasst, dadurch
gekennzeichnet,
dass im Bereich des Verriegelungselements (29) ein Gegen-Magnetbereich (37) an der
Treibstangenanordnung vorgesehen ist.
12. Treibstangenbeschlag nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass im montierten Zustand und bei geschlossenem Flügel sich der wenigstens eine Magnetbereich
(33A) und der Gegen-Magnetbereich (37) gegenüberliegen und gegenseitig anziehen.
13. Treibstangenbeschlag für ein Fenster oder eine Tür, mit einem am Rahmen des Fensters
oder der Tür anzubringenden Schließteil, welches gemäß zumindest einem der Ansprüche
1 bis 10 ausgeführt ist, und einer am Flügel des Fensters oder der Tür anzubringenden
Treibstange (27), welche wenigstens ein in der Aufnahmeöffnung (21) des Halteteils
(15) des Schließteils (11) aufnehmbares Verriegelungselement (29) umfasst,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verriegelungselement (29) für eine Verstellung des Abstands zwischen dem
Verriegelungselement (29) und der Treibstange (27) quer zur Treibstange (27) bewegbar
ist und einen den wenigstens einen Magnetbereich (33B, 33C) des Halteteils (15) anziehenden
Gegen-Magnetbereich aufweist, welcher einen Permanentmagnet umfasst und/oder zumindest
bereichsweise aus einem ferromagnetischen Material ausgebildet ist.
14. Treibstangenbeschlag nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass der wenigstens eine Magnetbereich (33B, 33C) des Halteteils (15) derart angeordnet
ist, dass er sich gegenüber dem Verriegelungselement (29) befindet, wenn der Flügel
geschlossen ist und die Treibstange (27) sich in einer Öffnungsstellung befindet.