[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Gargerät, wie beispielsweise einen Backofen,
eine Mikrowelle oder einen Dampfgarer. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren
zum Betreiben eines Gargeräts.
[0002] Ein herkömmliches Gargerät hat einen Garraum zum Garen von Gargut, eine Steuereinrichtung
zum Durchführen einer Mehrzahl von vorbestimmten Garprogrammen und eine mit der Steuereinrichtung
gekoppelte Benutzerschnittstelle zum Ansteuern der Steuereinrichtung. Der Benutzer
kann über die Benutzerschnittstelle ein bestimmtes Garprogramm wählen. Die Steuereinrichtung
führt dann das gewählte Garprogramm aus.
[0003] Es ist bekannt, beim Garen von Gargut das Ende der Garzeit dem Benutzer über eine
Anzeige an dem Gargerät anzuzeigen. Ferner sind Verfahren zur Bestimmung der Restgarzeit
des Garguts bekannt. Beispielsweise sind solche Verfahren in den Dokumenten
DE 103 27 861 B4 und
DE 10 2004 049 927 A1 beschrieben. Bei diesen Verfahren können die Steigungen von Signalverläufen von Gaskonzentrationen
in dem Garraum ausgewertet werden, um eine Restgarzeit für das Garen des Garguts zu
bestimmen.
[0004] Vor diesem Hintergrund besteht eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, die
Bestimmung einer Restgarzeit des Garguts in dem Gargerät zu verbessern.
[0005] Erfindungsgemäß wird ein Gargerät vorgeschlagen, welches einen Garraum zum Garen
von Gargut, zumindest einen in dem Garraum angeordneten Sensor zum Bestimmen von Signalwerten
einer Gaskonzentration in dem Garraum und eine Steuereinrichtung zum Bestimmen einer
Restgarzeit (RG) des Garguts mittels einer linearen Verknüpfung von zumindest zwei
zu unterschiedlichen Zeitpunkten von dem Sensor bestimmten Signalwerten der Gaskonzentration
in dem Garraum aufweist.
[0006] Ein Vorteil des erfindungsgemäßen Bestimmens der Restgarzeit liegt darin, dass diese
sehr genau bestimmt bzw. berechnet werden kann.
[0007] Durch die relativ einfache Berechnungsvorschrift werden eine Realisierung auf einem
Microcontroller und damit eine Ausgestaltung der Steuereinrichtung als Microcontroller
möglich.
[0008] Des Weiteren ist bei der erfindungsgemäßen Bestimmung der Restgarzeit keine Eingabe
des Benutzers, wie zum Beispiel das Gargut-Gewicht, notwendig.
[0009] Durch die Bestimmung der Restgarzeit kann der Benutzer das Ende des Garvorgangs abschätzen
und sich darauf vorbereiten, zum voraussichtlichen Garende beim Gargerät zu sein,
um das Gargut oder Gargericht aus dem Garraum zu nehmen.
[0010] Die Restgarzeit bezeichnet die Zeit, die noch zum Garen des Garguts in dem Garraum,
insbesondere bei dem aktuell eingestellten Garprogramm, benötigt wird. Zu Beginn des
Garens entsprechen sich die Restgarzeit und die Gesamtgarzeit.
[0011] Die zwei unterschiedlichen Zeitpunkte sind beispielsweise 5 Minuten nach dem Garbeginn
und 20 Minuten nach dem Garbeginn.
[0012] Bei einer Ausführungsform ist die Steuereinrichtung dazu eingerichtet, bei der linearen
Verknüpfung zum Bestimmen der Restgarzeit (RG) eine Differenz zwischen den zumindest
zwei zu den unterschiedlichen Zeitpunkten von dem Sensor bestimmten Signalwerten zu
bilden. Durch die Differenzbildung wird eine Fehlauswertung durch einen Offset, d.h.
durch einen Parallelversatz der Signalwerte, vermindert bzw. verhindert.
[0013] Bei einer weiteren Ausführungsform ist der Sensor dazu eingerichtet, eine Sauerstoffkonzentration
in dem Garraum, eine Stickstoffkonzentration in dem Garraum oder eine Feuchtigkeitskonzentration
in dem Garraum zu bestimmen.
[0014] Bei einer weiteren Ausführungsform ist der Sensor als ein Feuchtigkeitssensor zum
Bestimmen von Signalwerten einer Feuchtigkeitskonzentration in dem Garraum ausgebildet.
[0015] Die Verwendung eines Festigkeitssensors ist dahingehend vorteilhaft, da der Zeitpunkt
des Maximums der Feuchtigkeit in dem Garraum gleichzeitig das optimale Ende des Garvorgangs
darstellt.
[0016] Dabei ist die Steuereinrichtung vorzugsweise dazu eingerichtet, die Restgarzeit (RG)
mittels der linearen Funktion y = a · x + b zu bestimmen. Hierbei bezeichnen y die
Restgarzeit, x eine Differenz zwischen zwei von dem Feuchtigkeitssensor zu vorbestimmten
Zeitpunkten bestimmten Signalwerten der Feuchtigkeitskonzentration in dem Garraum,
a einen in Abhängigkeit von der Gargutart des Garguts gewählten linearen Faktor und
b einen in Abhängigkeit von der Gargutart des Garguts gewählten Ordinatenabschnitt.
[0017] Bei einer weiteren Ausführungsform ist der Sensor als ein Sauerstoffsensor zum Bestimmen
von Signalwerten einer Sauerstoffkonzentration in dem Garraum ausgebildet.
[0018] Hierbei ist die Steuereinrichtung insbesondere dazu eingerichtet, in Abhängigkeit
von zwei von dem Sauerstoffsensor zu vorbestimmten Zeitpunkten bestimmten Signalwerten
der Sauerstoffkonzentration korrespondierende Werte einer Feuchtigkeitskonzentration
in den Garraum zu berechnen und die Restgarzeit (RG) mittels der linearen Funktion
y = a · x + b zu bestimmen. Dabei bezeichnen y die Restgarzeit (RG), x eine Differenz
zwischen den zwei berechneten Werten der Feuchtigkeitskonzentration in dem Garraum
, a einen in Abhängigkeit von der Gargutart des Garguts gewählten linearen Faktor
und b einen in Abhängigkeit von der Gargutart des Garguts gewählten Ordinatenabschnitt
bezeichnet.
[0019] Bei der Umrechnung der Werte der Sauerstoffkonzentration auf Werte der Feuchtigkeitskonzentration
wird vorzugsweise folgende Gleichung eingesetzt:
wobei F die Feuchtigkeitskonzentration und Xo2 die Sauerstoffkonzentration darstellt.
Der Wert 21 ist gewählt als Prozentangabe für den Sauerstoff in der Luft des Garraums
zu Beginn des Garvorgangs.
[0020] Beispielsweise sind der lineare Faktor a und der Ordinatenabschnitt b für die Gargutart
"Kuchen auf Blech":
a = -0,6703; b = 59,581.
Für die weitere Gargutart "Kuchen in Form" sind diese Werte:
a = -5,3904; b = 128,67
[0021] Die Datensätze für die linearen Faktoren a und Ordinatenabschnitte b werden vorab
für die verschiedenen Gargutarten empirisch bestimmt und in dem Speicher abgelegt.
Über eine Kommunikationsschnittstelle des Gargeräts sind diese auch aktualisierbar.
[0022] Bei einer weiteren Ausführungsform ist ein Speicher zum Speichern einer Mehrzahl
von Datensätzen aus einem linearen Faktor a und einem Ordinatenabschnitt b vorgesehen.
Dabei ist der jeweilige Datensatz einer Gargutart des Garguts zugeordnet.
[0023] Bei einer weiteren Ausführungsform ist die Steuereinrichtung dazu eingerichtet, einen
Datensatz aus der Mehrzahl der Datensätze zum Bestimmen der Restgarzeit (RG) in Abhängigkeit
von der Gargutart des im Garraum befindlichen Garguts auszuwählen.
[0024] Bei einer Ausführungsform weist das Gargerät eine Anzeigeeinrichtung auf, welche
dazu eingerichtet ist, die bestimmte Restgarzeit einem Benutzer anzuzeigen. Die Anzeigeeinrichtung
ist beispielsweise als ein berührungssensitiver Bildschirm (Touchscreen) ausgebildet
und in einer Benutzerschnittstelle integriert.
[0025] Die Benutzerschnittstelle ist insbesondere mit der Steuereinrichtung gekoppelt und
zum Ansteuern der Steuereinrichtung eingerichtet. Dabei ist die Steuereinrichtung
dazu eingerichtet, ein ausgewähltes Garprogramm, die bestimmte Restgarzeit oder Restgardauer
und potentiell weitere das Garen betreffende Daten dem Benutzer mittels der Benutzerschnittstelle
auszugeben. Die Benutzerschnittstelle weist beispielsweise Eingabeknöpfe und den berührungssensitiven
Bildschirm auf.
[0026] Bei einer weiteren Ausführungsform weist das Gargerät eine Kommunikationsschnittstelle
auf, welche dazu eingerichtet ist, die bestimmte Restgarzeit (RG) über ein Netzwerk
an ein Benutzerendgerät zu übertragen. Durch das Vorsehen der Kommunikationsschnittstelle
ist das Gargerät online-fähig und kann die aktuelle Restgarzeit dem Benutzerendgerät
des Benutzers bereitstellen.
[0027] Bei einer weiteren Ausführungsform ist die Steuereinrichtung dazu eingerichtet, die
Restgarzeit des Garguts während der Gesamtgarzeit des Garguts mehrfach, insbesondere
in vorbestimmten Zeitabständen, zu bestimmen. Dadurch kann die aktuelle Restgarzeit
aktualisiert berechnet und angezeigt werden.
[0028] Bei einer weiteren Ausführungsform ist die Steuereinrichtung dazu eingerichtet, zum
Zeitpunkt des Bestimmens der Restgarzeit einen mit der bestimmten Restgarzeit initialisierten
Timer (Zeitgeber) zu starten und das Garen des Garguts nach Ablauf des initialisierten
Timers automatisch zu beenden.
[0029] Hierdurch wird das Garen zum richtigen Zeitpunkt ohne ein notwendiges Tätigwerden
des Benutzers beendet. Folglich ist sichergestellt, dass das Gargut optimal gegart
ist.
[0030] Bei einer weiteren Ausführungsform umfasst das Gargerät eine Sonde zur Bestimmung
der Permittivität des in dem Garraum befindlichen Garguts. Die Steuereinrichtung kann
dann dazu eingerichtet werden, die Restgarzeit des Garguts zusätzlich in Abhängigkeit
von der bestimmten Permittivität des Garguts zu berechnen.
[0031] Die Sonde wird dabei in das Gargut gesteckt. Die eingesteckte Sonde misst mittels
elektrischer Gleich- und Wechselfelder die frequenzabhängige Permittivität (Dielektrizitätskonstante)
des Garguts. Die gemessenen Daten werden mit hinterlegten Daten in der Steuereinrichtung
verglichen. Durch eine Erwärmung des Garguts während der Messung können die Messergebnisse
noch eindeutiger werden.
[0032] Das Gargerät ist beispielsweise ein Backofen, eine Mikrowelle, ein Dampfgarer oder
eine Wärmeschublade.
[0033] Ferner wird ein Verfahren zum Betreiben eines Gargeräts mit einem Garraum zum Garen
von Gargut vorgeschlagen. In einem ersten Schritt werden Signalwerte einer Gaskonzentration
in dem Garraum zu unterschiedlichen Zeitpunkten bestimmt. In einem zweiten Schritt
wird die Restgarzeit (RG) des Garguts mittels einer linearen Verknüpfung von zumindest
zwei zu unterschiedlichen Zeitpunkten bestimmten Signalwerten der Gaskonzentration
in dem Garraum bestimmt.
[0034] Weiterhin wird ein Computerprogrammprodukt vorgeschlagen, welches auf einer programmgesteuerten
Einrichtung die Durchführung zumindest eines Schrittes eines wie oben erläuterten
Verfahrens zum Betreiben eines Gargeräts veranlasst.
[0035] Ein Computerprogramm-Produkt wie ein Computerprogramm-Mittel kann beispielsweise
als Speichermedium, wie Speicherkarte, USB-Stick, CD-ROM, DVD oder auch in Form einer
herunterladbaren Datei von einem Server in einem Netzwerk bereitgestellt oder geliefert
werden. Dies kann zum Beispiel in einem drahtlosen Kommunikationsnetzwerk durch die
Übertragung einer entsprechenden Datei mit dem Computerprogramm-Produkt oder dem Computerprogramm-Mittel
erfolgen.
[0036] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Aspekte der Erfindung sind Gegenstand der
Unteransprüche sowie der im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispiele der Erfindung.
Im Weiteren wird die Erfindung anhand von bevorzugten Ausführungsformen unter Bezugnahme
auf die beigelegten Figuren näher erläutert.
[0037] Es zeigen dabei:
- Fig. 1
- eine schematische Ansicht eines ersten Ausführungsbeispiels eines Gargeräts;
- Fig. 2
- eine schematische Ansicht eines zweiten Ausführungsbeispiels eines Gargeräts;
- Fig. 3
- eine schematische Ansicht eines dritten Ausführungsbeispiels eines Gargeräts;
- Fig. 4
- ein schematisches Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels eines Verfahrens zum Betreiben
eines Gargeräts; und
- Fig. 5
- ein Beispiel mit sieben Signalverläufen von sieben verschiedenen Gargutarten.
[0038] In den Figuren sind gleiche oder funktionsgleiche Elemente mit denselben Bezugszeichen
versehen worden, sofern nichts anderes angegeben ist.
[0039] In Fig. 1 ist eine schematische Ansicht eines ersten Ausführungsbeispiels eines Gargeräts
1 dargestellt. Das Gargerät 1 hat einen Garraum 2 zum Garen von Gargut (nicht dargestellt).
Beispielsweise ist das Gargerät 1 als ein Backofen ausgebildet. In diesem Ausführungsbeispiel
kann der Garraum 2 dann als Backrohr bezeichnet werden.
[0040] In dem Garraum 2 ist ein Sensor 3 angeordnet, welcher Signalwerte SW einer Gaskonzentration
und damit einen aktuellen Signalverlauf der Gaskonzentration in dem Garraum 2 bestimmt.
Beispielsweise ist der Sensor 3 dazu eingerichtet, eine Sauerstoffkonzentration in
dem Garraum 2, eine Stickstoffkonzentration in dem Garraum 2 oder eine Feuchtigkeitskonzentration
in dem Garraum 2 zu bestimmen.
[0041] Des Weiteren weist der Garraum 2 eine Steuervorrichtung 5 auf. Die Steuervorrichtung
5 ist zum Steuern des Gargeräts 1 und insbesondere zur Durchführung einer Mehrzahl
vorbestimmter Garprogramme zum Garen des Garguts eingerichtet. Die Steuervorrichtung
5 ist beispielsweise als ein eingebettetes System (Embedded System) oder als ein Mikrocontroller
ausgebildet.
[0042] Die Steuervorrichtung 5 ist ferner dazu eingerichtet, eine Restgarzeit RG des Garguts
mittels einer linearen Verknüpfung von zumindest zwei zu unterschiedlichen Zeitpunkten
von dem Sensor 3 bestimmten Signalwerten SW der Gaskonzentration in dem Garraum 2
zu bestimmen.
[0043] Des Weiteren weist das Gargerät 1 eine Anzeigeeinrichtung 6 auf, welche mit der Steuereinrichtung
5 gekoppelt ist und dazu eingerichtet ist, die bestimmte Restgarzeit RG einem Benutzer
anzuzeigen.
[0044] Die Steuereinrichtung 5 bestimmt die Restgarzeit RG des Garguts während der Gesamtgarzeit
des Garguts vorzugsweise mehrfach, insbesondere in vorbestimmten Zeitabständen. Die
vorbestimmten Zeitabstände können einige Sekunden oder auch einige Minuten betragen.
[0045] Des Weiteren kann die Steuereinrichtung 5 auch dazu eingerichtet werden, zum Zeitpunkt
des Bestimmens der Restgarzeit RG einen mit der Restgarzeit RG initialisierten Zeitgeber
oder Timer zu starten und das Garen des Garguts nach Ablauf des initialisierten Timers
automatisch und selbsttätig zu beenden. Der Zeitgeber kann auch in der Steuereinrichtung
5 integriert sein.
[0046] Fig. 2 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel eines Gargeräts 1. Das zweite Ausführungsbeispiel
der Fig. 2 basiert auf dem ersten Ausführungsbeispiel der Fig. 1 und zeigt, dass das
Gargerät 1 zusätzlich einen Speicher 4 zum Speichern einer Mehrzahl von Datensätzen
D1-D3 aus einem linearen Faktor a und einem Ordinatenabschnitt b aufweist. Der jeweilige
Datensatz D1-D3 ist einer Gargutart des Garguts zugeordnet.
[0047] Der Speicher ist beispielsweise ein Festwertspeicher. Insbesondere umfasst der Speicher
4 eine Datenbank zum Speichern der Datensätze. Ohne Einschränkung der Allgemeinheit
speichert der Speicher 4 des Gargeräts 1 drei Datensätze D1-D3 für drei Gargutarten.
Die Anzahl der gespeicherten Datensätze D1-D3 in dem Speicher 4 kann auch einige Hundert
oder Tausend betragen.
[0048] In Fig. 3 ist ein drittes Ausführungsbeispiel eines Gargeräts 1 dargestellt. Das
dritte Ausführungsbeispiel der Fig. 3 basiert auf dem zweiten Ausführungsbeispiel
der Fig. 2 und weist sämtliche Merkmale des zweiten Ausführungsbeispiels auf. Darüber
hinaus hat das Gargerät 1 der Fig. 3 eine Kommunikationsschnittstelle 7. Die Kommunikationsschnittstelle
7 ist dazu eingerichtet, die bestimmte Restgarzeit RG über ein Netzwerk 8 an ein Benutzerendgerät
9 zu übertragen. Das Benutzerendgerät 9 ist beispielsweise ein Mobiltelefon, ein Smartphone
oder ein PC. Das Netzwerk 8 ist beispielsweise ein Mobilfunknetz oder das Internet.
[0049] In Fig. 4 ist ein schematisches Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels eines Verfahrens
zum Betreiben eines Gargeräts 1 dargestellt (siehe hierzu Fig. 1). Das Gargerät 1
weist einen Garraum 2 zum Garen von Gargut, einen in dem Garraum 2 angeordneten Sensor
3 zum Bestimmen von Signalwerten SW einer Gaskonzentration in dem Garraum 2 und eine
Steuereinrichtung 5 zum Durchführen einer Mehrzahl von vorbestimmten Garprogrammen
auf.
[0050] In Schritt 401 werden Signalwerte SW der Gaskonzentration in dem Garraum 2 zu vorbestimmten
unterschiedlichen Zeitpunkten bestimmt.
[0051] In Schritt 402 wird eine Restgarzeit RG des Garguts mittels einer linearen Verknüpfung
von zumindest zwei zu unterschiedlichen Zeitpunkten bestimmten Signalwerten SW der
Gaskonzentration in dem Garraum 2 bestimmt.
[0052] Fig. 5 zeigt ein Beispiel mit sieben Signalverläufen 501 - 507 von sieben verschiedenen
Gargutarten. Biskuitrolle, Wasserbiskuit, Marmorkuchen, Linzertorte auf Blech, Linzertorte
in Springform, Streuselkuchen und Gugelhupf. Dabei zeigt die Fig. 5 insbesondere,
dass die sieben Signalverläufe 501 - 507 verschieden Steigungen und verschiedene Maxima
haben.
[0053] Obwohl die vorliegende Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen beschrieben wurde,
ist sie vielfältig modifizierbar.
Bezugszeichenliste:
[0054]
- 1
- Gargerät
- 2
- Garraum
- 3
- Sensor
- 4
- Speicher
- 5
- Steuereinrichtung
- 6
- Anzeigeeinrichtung
- 7
- Kommunikationsschnittstelle
- 8
- Netzwerk
- 9
- Benutzerendgerät
- 401-402
- Verfahrensschritt
- 501-507
- Signalverlauf
- D1-D3
- Datensatz
- RG
- Restgarzeit
- SW
- Signalwert
1. Gargerät (1) mit einem Garraum (2) zum Garen von Gargut, einem in dem Garraum (2)
angeordneten Sensor (3) zum Bestimmen von Signalwerten (SW) einer Gaskonzentration
in dem Garraum (2) und einer Steuereinrichtung (5) zum Bestimmen einer Restgarzeit
(RG) des Garguts mittels einer linearen Verknüpfung von zumindest zwei zu unterschiedlichen
Zeitpunkten von dem Sensor (3) bestimmten Signalwerten (SW) der Gaskonzentration in
dem Garraum (2).
2. Gargerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (5) dazu eingerichtet ist, bei der linearen Verknüpfung zum
Bestimmen der Restgarzeit (RG) eine Differenz zwischen den zumindest zwei zu den unterschiedlichen
Zeitpunkten von dem Sensor (3) bestimmten Signalwerten (SW) zu bilden.
3. Gargerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (3) dazu eingerichtet ist, eine Sauerstoffkonzentration in dem Garraum
(2), eine Stickstoffkonzentration in dem Garraum (2) oder eine Feuchtigkeitskonzentration
in dem Garraum (2) zu bestimmen.
4. Gargerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (3) als ein Feuchtigkeitssensor zum Bestimmen von Signalwerten (SW) einer
Feuchtigkeitskonzentration in dem Garraum (2) ausgebildet ist.
5. Gargerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (5) dazu eingerichtet ist, die Restgarzeit (RG) mittels der
linearen Funktion y = a · x + b zu bestimmen, wobei y die Restgarzeit (RG), x eine
Differenz zwischen zwei von dem Feuchtigkeitssensor (3) zu vorbestimmten Zeitpunkten
bestimmten Signalwerten (SW) der Feuchtigkeitskonzentration in dem Garraum (2), a
einen in Abhängigkeit von der Gargutart des Garguts gewählten linearen Faktor und
b einen in Abhängigkeit von der Gargutart des Garguts gewählten Ordinatenabschnitt
bezeichnet.
6. Gargerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (3) als ein Sauerstoffsensor zum Bestimmen von Signalwerten (SW) einer
Sauerstoffkonzentration in dem Garraum (2) ausgebildet ist.
7. Gargerät nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (5) dazu eingerichtet ist, in Abhängigkeit von zwei von dem
Sauerstoffsensor (3) zu vorbestimmten Zeitpunkten bestimmten Signalwerten (SW) der
Sauerstoffkonzentration korrespondierende Werte einer Feuchtigkeitskonzentration in
den Garraum (2) zu berechnen und die Restgarzeit (RG) mittels der linearen Funktion
y = a · x + b zu bestimmen, wobei y die Restgarzeit (RG), x eine Differenz zwischen
den zwei berechneten Werten der Feuchtigkeitskonzentration in dem Garraum (2), a einen
in Abhängigkeit von der Gargutart des Garguts gewählten linearen Faktor und b einen
in Abhängigkeit von der Gargutart des Garguts gewählten Ordinatenabschnitt bezeichnet.
8. Gargerät nach Anspruch 5 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Speicher (4) zum Speichern einer Mehrzahl von Datensätzen (D1-D3) aus einem linearen
Faktor a und einem Ordinatenabschnitt b vorgesehen ist, wobei der jeweilige Datensatz
(D1-D3) einer Gargutart des Garguts zugeordnet ist.
9. Gargerät nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (5) dazu eingerichtet ist, einen Datensatz (D1-D3) aus der
Mehrzahl der Datensätze (D1-D3) zum Bestimmen der Restgarzeit (RG) in Abhängigkeit
von der Gargutart des im Garraum (2) befindlichen Garguts auszuwählen.
10. Gargerät nach einem der Ansprüche 1 bis 9, gekennzeichnet durch eine Anzeigeeinrichtung (6), welche dazu eingerichtet ist, die bestimmte Restgarzeit
(RG) einem Benutzer anzuzeigen.
11. Gargerät nach einem der Ansprüche 1 bis 10, gekennzeichnet durch eine Kommunikationsschnittstelle (7), welche dazu eingerichtet ist, die bestimmte
Restgarzeit (RG) über ein Netzwerk (8) an ein Benutzerendgerät (9) zu übertragen.
12. Gargerät nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (5) dazu eingerichtet ist, die Restgarzeit (RG) des Garguts
während der Gesamtgarzeit des Garguts mehrfach, insbesondere in vorbestimmten Zeitabständen,
zu bestimmen.
13. Gargerät nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (5) dazu eingerichtet ist, zum Zeitpunkt des Bestimmens der
Restgarzeit (RG) einen mit der bestimmten Restgarzeit (RG) initialisierten Zeitgeber
zu starten und das Garen des Garguts nach Ablauf des initialisierten Zeitgebers automatisch
zu beenden.
14. Verfahren zum Betreiben eines Gargeräts (1) mit einem Garraum (2) zum Garen von Gargut,
mit den Schritten:
Bestimmen (401) von Signalwerten (SW) einer Gaskonzentration in dem Garraum (2) zu
unterschiedlichen Zeitpunkten, und
Bestimmen (402) einer Restgarzeit (RG) des Garguts mittels einer linearen Verknüpfung
von zumindest zwei zu unterschiedlichen Zeitpunkten bestimmten Signalwerten (SW) der
Gaskonzentration in dem Garraum (2).