[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bestimmung des Alterungsverhaltens eines
Materials, ein entsprechendes Computerprogrammprodukt und ein System zur Bestimmung
des Alterungsverhaltens eines Materials.
[0002] Die Bestimmung des Verhaltens von Materialien nach einer bestimmten Lagerung ist
von wichtiger Bedeutung. Zum Beispiel könnte im Automobilsektor von Interesse sein,
wie das Energieabsorptionsverhalten eines Stoßfängers ist, nachdem der Stoßfänger
über einen Zeitraum von mehreren Jahren Umwelteinflüssen ausgesetzt war. Viele Materialien
werden im Laufe der Zeit zum Beispiel spröde, sodass ein ursprünglich elastisch reversibel
biegsames Material nach einer bestimmten Zeit nicht mehr in der Lage ist, Biegekräfte
aufzunehmen. Stattdessen bricht das Material.
[0003] Um nun das Alterungsverhalten von Materialien insbesondere bezüglich der mechanischen
Eigenschaften zu beschreiben, hat sich hierzu die Verwendung des sogenannten relativen
Temperaturindex (RTI) eingebürgert. Der RTI ist im internationalen Standard CEI IEC
00216-1 wie folgt definiert: Der RTI wird als die Temperatur definiert, nach der es
für einen Werkstoff bei Lagerung in Luft genauso lange wie bei einem vergleichbaren
anderen Werkstoff bei dessen bereits bekannter RTI-Temperatur dauert, bis eine spezifizierte
Eigenschaft auf 50 % ihres ursprünglichen Werts abgefallen ist. In anderen Worten
wird zunächst ein Referenzmaterial definiert, bei welchem bekannt ist, nach welcher
Zeitdauer dieses Material 50 % einer vorbestimmten physikalischen Eigenschaft wie
zum Beispiel einer Durchschlagfestigkeit, einer Zugfestigkeit oder einer Schlagfestigkeit
verloren hat. Für andere Werkstoffe, die mit diesem Referenzwerkstoff verglichen werden
sollen, wird dann die Temperatur bestimmt, bei der es genau so lange dauert, wie beim
Referenzmaterial, bis das neue Material ebenfalls 50 % der besagten mechanischen Eigenschaft
verloren hat.
[0004] Hierzu werden beispielsweise Normkörper des zu prüfenden Werkstoffs oder Materials
hergestellt und dann ohne mechanische Belastung bei einer bestimmten Temperatur gelagert.
Nach verschiedenen Zeiten werden die Normkörper entnommen und dann nach Abkühlung
einem mechanischen Test unterzogen, um zum Beispiel die Zugfestigkeit bzw. die relative
Zugfestigkeit "relative tensile strength" (RTS) in Prozent der mechanischen Belastbarkeit
im Vergleich zu vor dem Beginn der temperierten Lagerung zu bestimmen. Ziel ist hierbei
üblicherweise, bei einer gegebenen Temperatur jene Lagedauer zu finden, bei der der
RTS 50 % beträgt.
[0005] Mithilfe der für verschiedene Lagertemperaturen gewonnenen 50 %-Werte lässt sich
dann ein Arrhenius-Diagramm erstellen, um durch Extrapolation die Temperatur zu ermitteln,
bei der zum Beispiel nach 60000 Stunden der 50 %-Wert für das zu prüfende Material
erreicht ist. Diese 60000 Stunden sind in diesem Fall zum Beispiel jene Lagerdauer,
welche zur Bestimmung des RTI für den Referenzwerkstoff verwendet wird. Die aus dem
Arrhenius-Diagramm extrapolierte Temperatur ist also der RTI in Bezug auf ein Referenzmaterial,
für welches die Lagertemperatur bekannt ist, für die nach 60000 Stunden Lagerung der
50 %-Wert für die mechanische Belastbarkeit erreicht ist.
[0006] Insgesamt ist es also möglich, durch Bestimmung des RTS für verschiedene Temperaturen
letztlich den RTI dieses Materials und damit ein Maß für das Alterungsverhalten dieses
Materials zu bestimmen.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Verfahren zur Bestimmung
des Alterungsverhaltens eines Materials, ein Computerprogrammprodukt und ein verbessertes
System zur Bestimmung des Alterungsverhaltens eines Materials zu schaffen.
[0008] Die der Erfindung zugrunde liegenden Aufgaben werden durch die Merkmale der unabhängigen
Patentansprüche gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängigen
Patentansprüchen angegeben.
[0009] Es wird ein Verfahren zur Bestimmung des Alterungsverhaltens eines Materials geschaffen,
wobei das Alterungsverhalten durch Parameter beschreibbar ist, wobei die Parameter
eine physikalische Prüfeigenschaft des Materials, eine Lagertemperatur und einen Lagerzeitraum
des Materials umfassen, wobei die physikalische Prüfeigenschaft des Materials bei
der Lagertemperatur und dem Lagerzeitraum angegeben ist, wobei das Verfahren umfasst:
- Zuführen eines ersten Teils der Parameter in einem neuronalen Netzwerk für eine Simulation,
- Zuführen des Ergebnisses der Simulation in einem Arrhenius-Modell zum Erhalt eines
Prognosewerts, wobei der Prognosewert einem der Parameter entspricht, welcher nicht
in das neuronale Netzwerk eingegeben wurde.
[0010] Ausführungsformen der Erfindung könnten den Vorteil haben, dass nach entsprechendem
Training des neuronalen Netzwerks mit gemessenen Werten für den RTS, die Lagertemperatur
und den Lagerzeitraum für anschließend beliebige Werte von RTS, Lagertemperatur und
Lagerzeitraum das Alterungsverhalten des Materials bestimmt werden kann. Beispielsweise
könnte dem neuronalen Netzwerk und dem Arrhenius-Modell als Parameter lediglich der
RTS und die Lagertemperatur zugeführt werden, woraus sich nach entsprechender Berechnung
durch das Arrhenius-Modell der zugehörige Lagerzeitraum ergibt. Von Vorteil ist hier,
dass durch die Verwendung eines hybriden neuronalen Netzwerks, das heißt einer Kombination
eines neuronalen Netzwerks mit einer analytischen Komponente (dem Arrhenius-Modell)
auch Vorhersagen für Parameterbereiche gemacht werden können, für welche das neuronale
Netzwerk überhaupt nicht trainiert wurde, das heißt für welche das neuronale Netzwerk
nicht mit Messdaten versorgt wurde. Der Grund liegt darin, dass ein reines neuronales
Netzwerk nicht extrapolieren kann.
[0011] Ausführungsformen der Erfindung könnten also ermöglichen, für nahezu beliebige Wertebereiche
von Parametern Vorhersagen bezüglich des Alterungsverhaltens eines Materials zu treffen,
ohne dass hierzu sich über den gesamten Wertebereich der Parameter erstreckende reale
Messverfahren erforderlich wären. Anstatt sich also bei der Bestimmung des Alterungsverhaltens
des Materials auf z.B. den üblichen 50 %-Wert für die mechanische Belastbarkeit bei
der Angabe des RTI zu beschränken, ist es nun auch möglich, ohne vorherige Messung
einen 80 %-Wert des RTS zu verwenden oder einen 30 %-Wert des RTI zu verwenden.
[0012] Höhere Werte des RTS könnten insbesondere bei solchen Materialien von hoher Relevanz
sein, welche an sicherheitskritischen Punkten eingesetzt werden. So ist es beispielsweise
denkbar, ein und dasselbe Material an verschiedenen Punkten eines Kraftfahrzeugs einzusetzen,
zum Beispiel sowohl am Stoßfänger als auch an einer Kraftfahrzeuginnenverkleidung.
Da es für den Stoßfänger wesentlich kritischer ist, wenn das Material seine mechanischen
Eigenschaften über einen längeren Zeitraum einbüßt, könnte für Stoßfänger der 80 %-Wert
des RTI verwendet werden, wohingegen für die Kraftfahrzeuginnenverkleidungsteile ein
20 %-Wert des RTI verwendet werden könnte. Nichtsdestatrotz ist entsprechend den Ausführungsformen
der Erfindung ausreichend, wenn eine einmalige reale Messdatenerfassung bezüglich
50 % des RTS und damit 50 % des RTI durchgeführt wurde, das neuronale Netzwerk mit
diesen Daten trainiert wurde und anschließend das obige Verfahren zur Bestimmung des
Alterungsverhaltens durchgeführt wurde.
[0013] An dieser Stelle sei angemerkt, dass im Rahmen der Erfindung das Training des neuronalen
Netzwerks dieselben Schritte umfassen kann wie die Bestimmung des Alterungsverhaltens
des Materials. Beim Training des neuronalen Netzwerks müssen also die Trainingsdaten
ebenso dem neuronalen Netzwerk zugeführt werden (Zuführen eines ersten Teils der Parameter
einem neuronalen Netzwerk für eine Simulation) und anschließend das Ergebnis der Simulation
einem Arrhenius-Modell zum Erhalt des Prognosewerts zugeführt werden, wobei der Prognosewert
einem der Parameter entspricht, welcher nicht in das neuronale Netzwerk eingegeben
wurde. Hybridmodellierung und das Training von hybriden neuronalen Netzwerken ist
aus dem Stand der Technik beispielsweise aus
H. A. B. Braake, H. J. L. van Can, H. B. Verbruggen, Semi-mechanistic modelling of
chemical processes with neural networks, Eng. Appl. Art. Intell. 11, (1998), pp. 507-515 und
A. Schuppert, Extrapolarity of structured hybrid models: A key to optimization of
complex processes, in: Proceedings of EquaDiff'99, B. Fiedler, K. Gröger, J. Sprekels
Eds., (2000), pp. 1135 - 1151 bekannt.
[0014] Nach einer Ausführungsform der Erfindung wird der erste Teil der Parameter ausschließlich
dem neuronalen Netzwerk zugeführt und ein zweiter Teil der Parameter wird zusammen
mit dem Ergebnis der Simulation dem Arrhenius-Modell zugeführt. Vorzugsweise unterscheidet
sich der erste Teil von dem zweiten Teil. Damit muss also das neuronale Netzwerk nicht
mit sämtlichen Parametern betrieben werden, sondern es genügt, hierzu lediglich einen
Teil der Parameter zu verwenden und die übrigen Parameter statt dem neuronalen Netzwerk
dem Arrhenius-Modell zuzuführen. Das Arrhenius-Modell verarbeitet also neben dem Ergebnis
der Simulation durch das neuronale Netzwerk auch noch den zweiten Teil der Parameter.
Da es sich bei dem Arrhenius-Modell um ein analytisches Modell handelt, welches in
exakter Weise die für Alterungsprozesse genutzte Arrhenius-Gleichung implementiert,
wird dadurch das Gesamtverfahren zur Bestimmung des Alterungsverhaltens von Materialien
auf der einen Seite vereinfacht und auf der anderen Seite bezüglich der Genauigkeit
verfeinert. Außerdem ergibt sich hier ein Geschwindigkeitsgewinn, da nicht das "komplizierte"
neuronale Netzwerk zur Berücksichtigung einer Vielzahl von Parametern Verwendung finden
muss.
[0015] Nach einer Ausführungsform der Erfindung umfasst das neuronale Netzwerk ein erstes
neuronales Netzwerk und ein zweites neuronales Netzwerk, wobei der erste Teil der
Parameter eine erste Menge und eine zweite Menge der Parameter umfasst, wobei das
Zuführen des ersten Teils der Parameter dem neuronalen Netzwerk ein Zuführen der ersten
Menge der Parameter dem ersten neuronalen Netzwerk für eine erste Simulation und ein
Zuführen der zweiten Menge der Parameter dem zweiten neuronalen Netzwerk für eine
zweite Simulation umfasst, wobei das Zuführen des Ergebnisses der Simulation dem Arrhenius-Modell
ein Zuführen des Ergebnisses der ersten Simulation und des Ergebnisses der zweiten
Simulation in dem Arrhenius-Modell umfasst, wobei das Ergebnis der ersten Simulation
und das Ergebnis der zweiten Simulation unterschiedlichen Termen und/oder Variablen
des Arrhenius-Modells zugeführt werden.
[0016] Zum Beispiel könnte für jeden Koeffizient des Arrhenius-Modells ein eigenes neuronales
Netzwerk zum Einsatz kommen, sodass die Genauigkeit der Bestimmung des Alterungsverhaltens
weiter erhöht wird. Es wird also vereinfacht gesprochen ermöglicht, dass jeder Koeffizient
des Arrhenius-Modells für sich simuliert und berechnet wird. Jedoch ist es auch möglich,
dass die Simulation durch die unterschiedlichen neuronalen Netzwerke auch auf einzelne
Termen oder Variablen des Arrhenius-Modells beschränkt werden.
[0017] Nach einer Ausführungsform der Erfindung entspricht die erste Menge der Parameter
der zweiten Menge der Parameter.
[0018] Nach einer Ausführungsform der Erfindung wird zumindest einer der Terme und/oder
Variablen und/oder Koeffizienten des Arrhenius-Modells konstant gehalten. Dies könnte
insbesondere für eine gegebene feste Materialzusammensetzung des oben beschriebenen
Normkörpers verwendet werden, was das Berechnungsverfahren weiter beschleunigt. Zum
Beispiel könnte es genügen, dass im Falle des Einsatzes zweier neuronaler Netzwerke
zunächst ein Training der neuronalen Netzwerke durchgeführt wird, wobei eines der
neuronalen Netzwerke im Rahmen des Trainings jenen Koeffizient des Arrhenius-Modells
liefert, welcher anschließend konstant gehalten wird. Dies bedeutet, dass bei der
eigentlichen Bestimmung des Alterungsverhaltens des Materials später dieses besagte
neuronale Netzwerk nicht mehr verwendet werden muss. Zum Training werden also zwei
neuronale Netzwerke eingesetzt und zur Bestimmung des eigentlichen Alterungsverhaltens
im Rahmen der Simulation später nur noch ein neuronales Netzwerk.
[0019] Nach einer Ausführungsform der Erfindung handelt es sich bei dem Material um einen
Probenkörper, wobei die Parameter ferner eine Dicke des Probenkörpers umfassen, wobei
die relative Zugfestigkeit ferner bei der Dicke angegeben ist. Ausführungsformen der
Erfindung könnten also eine Bestimmung des Alterungsverhaltens eines Materials umfassen,
welches abhängig ist sowohl von der Lagerdauer, der Lagertemperatur als auch der Dicke
des Materials.
[0020] Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung umfassen die Parameter ferner eine
Prüftemperatur des Materials, bei welcher die relative Zugfestigkeit bestimmt wurde,
wobei die relative Zugfestigkeit ferner bei der Prüftemperatur angegeben ist.
[0021] Nach einer Ausführungsform der Erfindung umfasst die erste Menge der Parameter die
relative Zugfestigkeit und die Dicke des Probenkörpers und der zweite Teil der Parameter
umfasst die Lagertemperatur. Zum Beispiel könnte also das Arrhenius-Modell eine Berechnungsvorschrift
der Formel

umfassen, wobei T der Parameter Lagertemperatur und t der Parameter Lagerzeit ist.
In diesem Fall könnte A das Ergebnis der ersten Simulation und B das Ergebnis der
zweiten Simulation sein oder A könnte das Ergebnis der Simulation sein in im Falle
der Verwendung eines einzelnen Netzwerks und B die Variable sein, welche konstant
gehalten wird. Im letzteren Fall sollte jedoch das Training mit zwei neuronalen Netzwerken
stattfinden, wobei für die eigentliche Bestimmung des Alterungsverhaltens nur noch
jenes neuronales Netzwerk zum Einsatz kommt, welche A liefert.
[0022] Nach einer Ausführungsform der Erfindung ist die physikalische Prüfeigenschaft des
Materials eine relative Zugfestigkeit oder eine relative Durchschlagfestigkeit oder
eine relative Schlagfestigkeit des Materials.
[0023] In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung ein Computerprogrammprodukt mit von
einem Prozessor ausführbaren Instruktionen zur Durchführung des obig beschriebenen
Verfahrens.
[0024] In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung ein System zur Bestimmung des Alterungsverhaltens
eines Materials, wobei das Alterungsverhalten durch Parameter beschreibbar ist, wobei
die Parameter eine physikalische Prüfeigenschaft des Materials, eine Lagertemperatur
und einen Lagerzeitraum des Materials umfassen, wobei die physikalische Prüfeigenschaft
bei der Lagertemperatur und dem Lagerzeitraum gegeben ist, wobei das System ein neuronales
Netzwerk und ein Arrhenius-Modell umfasst, wobei das System dazu ausgebildet ist:
- einen ersten Teil der Parameter dem neuronalen Netzwerk für eine Simulation zuzuführen,
- das Ergebnis der Simulation dem Arrhenius-Modell zum Erhalt eines Prognosewerts zuzuführen,
wobei der Prognosewert einem der Parameter entspricht, welcher nicht in das neuronale
Netzwerk eingegeben wurde.
[0025] Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung anhand der Zeichnungen
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- ein Diagramm, welches den RTS in Abhängigkeit von einer Lagerdauer angibt,
- Figur 2
- ein Arrhenius-Diagramm,
- Figur 3
- ein weiteres abhängiges Diagramm,
- Figur 4
- ein System zur Bestimmung des Alterungsverhaltens eines Materials,
- Figur 5
- einen Vergleich von gemessenen RTS-Werten bei bestimmten Lagerdauern mit entsprechenden
simulierten Werten.
[0026] Im Folgenden sei ohne Beschränkung der Allgemeinheit davon ausgegangen, dass eine
relative Zugfestigkeit (RTS) betrachtet wird. Nichtsdestotrotz ist es auch möglich,
stattdessen eine Durchschlagfestigkeit oder eine Schlagfestigkeit zur Bestimmung des
Alterungsverhaltens heranzuziehen. Es kann stattdessen eine elektrische Leitfähigkeit
oder eine Kerbschlagfähigkeit verwendet werden.
[0027] Die Figur 1 zeigt ein Messdiagramm des RTS eines bestimmten Materials bei drei verschiedenen
Temperaturen, nämlich 130°, 140° und 150°C. Aufgetragen ist auf der Abszisse der RTS
in Prozent und auf der Ordinate die Lagerzeit in Stunden. Das typische Materialverhalten
ist dabei, dass zu Beginn der Lagerdauer der RTS, z.B. die Zugfestigkeit des Materials
in Vergleich zu ihrer anfänglichen Zugfestigkeit vor Beginn der Lagerung, unverändert
ist, das heißt der RTS einen Wert von 100 % aufweist. Nach einer gewissen Lagerzeit
jedoch nimmt die Zugfestigkeit ab, sodass nach einem bestimmten Zeitraum in Abhängigkeit
von der Lagertemperatur der RTS abgesunken ist.
[0028] Von Interesse ist nun üblicherweise jene Lagerungszeit, bei welcher der RTS 50 %
beträgt, also bei welcher die Zugfestigkeit des Materials auf 50 % ihres ursprünglichen
Werts abgefallen ist. Im Falle der Lagerung des Materials bei 130° ergibt sich der
Schnittpunkt 104 in Figur 1, das heißt eine Lagerdauer im Bereich von 25000 Stunden.
Im Falle einer Lagertemperatur von 140° wird diese Lagerdauer auf einen Wert von 5500
Stunden reduziert (Schnittpunkt 102) und im Falle einer Lagertemperatur von 150° wird
die entsprechende Lagerdauer auf einen Wert von 2500 Stunden reduziert.
[0029] Trägt man nun diese Zeitdauern in Abhängigkeit von der Temperatur auf, so ergibt
sich ein linearer Zusammenhang, wie er in dem Arrhenius-Diagramm in Figur 2 dargestellt
ist.
[0030] Durch Extrapolation der in Figur 2 gezeigten Messpunkte kann nun beispielsweise jene
Temperatur ermittelt werden, nach welcher nach 60000 Stunden der 50 %-Wert für das
zu prüfende Material erreicht ist. Dies ist beispielhaft in Figur 3 gezeigt. In dem
Beispiel der Figur 3 wurde für ein neues Material als Temperatur 115°C ermittelt,
bei welcher das Material über einen Zeitraum von 60000 Stunden gelagert werden kann,
wobei nach diesen 60000 Stunden Lagerung bei 115° die mechanische Belastbarkeit (der
RTS) um 50 % im Vergleich zu vor Beginn der temperierten Lagerung abgefallen ist (Gerade
300).
[0031] Ebenfalls gezeigt in Figur 3 ist für ein Referenzmaterial 302 jenes Arrhenius-Diagramm
(Gerade 302), aus welchem ermittelbar ist, dass bezüglich des Referenzmaterials die
mechanische Belastbarkeit um 50 % des ursprünglichen Werts dann abgefallen ist, wenn
das Material bei 60000 Stunden bei einer Temperatur von 130°C gelagert wurde. Die
Messung bezüglich des Referenzmaterials (Gerade 302) wurde dabei ebenfalls für einen
50 %-RTS durchgeführt. Im Beispiel der Figur 3 beträgt also der RTI des Materials
mit der Geraden 300 einen Wert von 115°C.
[0032] Zusammengefasst ergibt sich also in der Figur 3 für das Referenzmaterial ein Temperaturindex
(T1) von 130°, wenn als gewählte Zeitspanne 60000 Stunden angenommen wird. Als relativer
Temperaturindex RTI ergibt sich für das Prüfmaterial ein Wert von 115°C, also ein
Temperaturindex des Prüfmaterials für diejenige Zeitspanne, die zum bekannten Temperaturindex
des Referenzmaterials gehört, wenn beide Materialien im selben Alterungs- und Beurteilungsverfahren
in einem Vergleichsverfahren unterworfen werden.
[0033] In der Figur 3 wurden lediglich die Geraden 300 und 302 jeweils für einen 50 %-Wert
des RTS ermittelt. Entsprechend ist das Ergebnis ein sogenannter 50 % RTI-Wert. Wenn
nun beispielsweise ein 20 %- oder 40 %-RTI-Wert gewünscht ist, würde dies entsprechend
die zugehörigen Geraden in der Figur 3 erfordern. Dies wiederum würde die Durchführung
der Messungen, wie im Diagramm in Figur 1 gezeigt, erfordern, und zwar für verschiedene
Temperaturen und verschiedene Zeiträume. Dies ist ein zeitintensiver Prozess, der
beispielsweise durch das obig beschriebene Verfahren zur Bestimmung des Alterungsverhaltens
eines Materials umgangen werden könnte. Hierzu könnte ein System zum Einsatz kommen,
wie es in Figur 4 gezeigt ist.
[0034] Figur 4 zeigt ein System zur Bestimmung des Alterungsverhaltens eines Materials,
wobei das Alterungsverhalten des Materials durch einen RTS, eine Temperatur T und
eine Dicke des Materials D sowie einen Lagerzeitraum t beschreibbar ist.
[0035] Das System besteht aus zwei neuronalen Netzwerken 400 und 402, welche jeweils als
Parameter RTS und D empfangen. Durch das neuronale Netzwerk 400 wird der Prognosewert
A simuliert und durch das neuronale Netzwerk 402 wird der Prognosewert B simuliert.
Die Prognosewerte A und B bilden dabei Koeffizienten des Arrhenius-Modells 404. Das
Arrhenius-Modell 404 enthält eine Rechenvorschrift der Form

. Die Temperatur T geht dabei direkt und ohne Umwege in das Arrhenius-Modell ein,
findet also keinen Eingang in die neuronale Netzwerke 400 und 402.
[0036] Es sei angemerkt, dass das System der Figur 4 lediglich beispielhaft ist und beispielsweise
auch auf die Verwendung des neuronalen Netzwerks 402 verzichtet werden kann, wenn
der Parameter B für eine gegebene zu prüfende Materialzusammensetzung bekannt ist.
Der Grund liegt darin, dass gefunden wurde, dass der Koeffizient B bei gegebener Materialzusammensetzung
nahezu konstant ist, also Unabhängig von RTS, T und G. Es genügt also, einmalig die
neuronalen Netzwerke 400 und 402 mit den Werten von RTS und B zu trainieren, deren
Ausgaben A und B dem Arrhenius-Modell im Rahmen des Trainings zuzuführen und das Ergebnis
des Arrhenius-Modells im Rahmen des üblichen Trainings von hybriden neuronalen Netzwerken
für eine Gewichtung der Koeffizienten der neuronalen Netzwerke 400 und 402 zu verwenden.
[0037] Nicht gezeigt in Figur 4 ist die Möglichkeit, die neuronalen Netzwerke 400 und/oder
402 mit weiteren Parametern zu versorgen, welche zum Beispiel die Prüfbedingungen
des Materials widerspiegeln. Dies könnte beispielsweise eine Temperatur sein, bei
welcher die Prüfung des Materials zur Ermittlung der RTS durchgeführt wird.
[0038] Zusammengefasst werden also in Figur 4 die folgenden Schritte durchgeführt:
- 1. Bestimmung des RTS bei verschiedenen Lagertemperaturen, Lagerzeiträumen und für
verschiedene Dicken des zu prüfenden Materials.
- 2. Trainieren der neuronalen Netzwerke 400 und 402, wobei den neuronalen Netzwerken
400 und 402 ausschließlich RTS und D zugeführt werden und die durch die neuronalen
Netzwerke 400 und 402 gelieferten Simulationskoeffizienten A und B dem Arrhenius-Modell
404 zugeführt werden. Ferner wird dem Arrhenius-Modell 404 die Lagertemperatur T zugeführt.
Das Arrhenius-Modell wird als Ergebnis In(t), also der natürliche Logarithmus der
Lagerdauer.
- 3. Optionale Überprüfung, ob der Koeffizient B konstant und unabhängig von RTS, T
und D ist.
- 4. Nach Abschluss des in den Schritten 1-3 durchgeführten Trainings, Bestimmung des
Zusammenhangs zwischen RTS und t für verschiedene Temperaturen und gegebenenfalls
für verschiedene Materialdicken unter Verwendung des neuronalen Netzwerks 400 und
des Arrhenius-Modells 404 sowie des konstanten Koeffizienten B oder alternativ, wenn
der Koeffizient B nicht konstant ist, des neuronalen Netzwerks 402.
[0039] Das Resultat ist in Figur 5 gezeigt. Figur 5 zeigt ein RTS-Zeitdiagramm, bei welchem
verschiedene Simulationskurven für verschiedene Lagertemperaturen gezeigt sind. Diese
Kurven wurden unter Verwendung des in Figur 4 erläuterten Systems gewonnen. Ferner
ersichtlich sind in Figur 5 verschiedene reale Messpunkte, welche bei unterschiedlichen
Temperaturen experimentell gewonnen wurden. Wie deutlich sichtbar ist, stimmen die
Lagen der Kurven und der gemessenen Datenpunkte bei einer gegebenen Temperatur gut
überein. Daraus kann geschlossen werden, dass das beschriebene System und Verfahren
zur Alterungsbestimmung von Materialien in präziser Weise arbeitet.
Bezugszeichenliste
[0040]
- 100
- Schnittpunkt
- 102
- Schnittpunkt
- 104
- Schnittpunkt
- 200
- Extrapolationsgerade
- 302
- Extrapolationsgerade
- 400
- neuronales Netzwerk
- 402
- neuronales Netzwerk
- 404
- Arrhenius-Modell
1. Verfahren zur Bestimmung des Alterungsverhaltens eines Materials, wobei das Alterungsverhalten
durch Parameter beschreibbar ist, wobei die Parameter eine physikalische Prüfeigenschaft
des Materials, eine Lagertemperatur und einen Lagerzeitraum des Materials umfassen,
wobei die physikalische Prüfeigenschaft bei der Lagertemperatur und dem Lagerzeitraum
angegeben ist, wobei das Verfahren umfasst:
- Zuführen eines ersten Teils der Parameter einem neuronalen Netzwerk (400; 402) für
eine Simulation,
- Zuführen des Ergebnisses der Simulation einem Arrhenius Modell (404) zum Erhalt
eines Prognosewerts, wobei der Prognosewert einem der Parameter entspricht, welcher
nicht in das neuronale Netzwerk eingegeben wurde.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der erste Teil der Parameter ausschließlich dem neuronalen
Netzwerk (400; 402) zugeführt wird und ein zweiter Teil der Parameter zusammen mit
dem Ergebnis der Simulation dem Arrhenius Modell (404) zugeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, wobei sich der erste Teil von dem zweiten Teil unterscheidet.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-3, wobei das neuronale Netzwerk (400; 402) ein
erstes neuronales Netzwerk (400) und ein zweites neuronales Netzwerk (402) umfasst,
wobei der erste Teil der Parameter einen erste Menge und eine zweite Menge der Parameter
umfasst, wobei das Zuführen des ersten Teils der Parameter dem neuronalen Netzwerk
ein Zuführen der ersten Menge der Parameter dem ersten neuronalen Netzwerk (400) für
eine erste Simulation und ein Zuführen der zweiten Menge der Parameter dem zweiten
neuronalen Netzwerk (402) für eine zweite Simulation umfasst, wobei das Zuführen des
Ergebnisses der Simulation dem Arrhenius Modell (404) ein Zuführen des Ergebnisses
der ersten Simulation und des Ergebnisses der zweiten Simulation dem Arrhenius Modell
(404) umfasst, wobei das Ergebnis der ersten Simulation und das Ergebnis der zweiten
Simulation unterschiedlichen Koeffizienten und/oder Termen und/oder Variablen des
Arrhenius-Modells (404) zugeführt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, wobei die erste Menge der Parameter der zweiten Menge der
Parameter entspricht.
6. Verfahren nach einem der vorigen Ansprüche, wobei zumindest einer der Terme und/oder
Variablen und/oder Koeffizienten des Arrhenius-Modells (404) konstant gehalten wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, wobei der zumindest einer der Terme und/oder Variablen
und/oder Koeffizienten des Arrhenius-Modells (404) als konstant für eine gegebene
Materialzusammensetzung konstant gehalten wird.
8. Verfahren nach einem der vorigen Ansprüche, wobei es sich bei dem Material um einen
Probenkörper handelt, wobei die Parameter ferner eine Dicke des Probenkörpers umfassen,
wobei die physikalische Prüfeigenschaft ferner bei der Dicke angegeben ist.
9. Verfahren nach einem der vorigen Ansprüche, wobei die Parameter ferner eine Prüftemperatur
des Materials umfassen, bei welcher die physikalische Prüfeigenschaft bestimmt wurde,
wobei die physikalische Prüfeigenschaft ferner bei der Prüftemperatur angegeben ist.
10. Verfahren nach einem der vorigen Ansprüche 8-9, wobei die erste Menge der Parameter
die physikalische Prüfeigenschaft und die Dicke des Probenkörpers umfassen und wobei
der zweite Teil der Parameter die Lagertemperatur umfasst.
11. Verfahren nach Anspruch 10, wobei das Arrhenius-Modell (404) eine Berechnungsvorschrift
A+B/T=In(t) umfasst, wobei T der Parameter Lagertemperatur und t der Parameter Lagerzeit
ist,
- wobei A das Ergebnis der ersten Simulation und B das Ergebnis der zweiten Simulation
ist, oder
- wobei A das Ergebnis der Simulation ist und B die Variable ist, welche konstant
gehalten wird.
12. Verfahren nach einem der vorigen Ansprüche, wobei die physikalische Prüfeigenschaft
des Materials eine relative Zugfestigkeit oder eine relative Durchschlagfestigkeit
oder eine relative Schlagfestigkeit des Materials ist.
13. Computerprogrammprodukt mit von einem Prozessor ausführbaren Instruktionen zur Durchführung
der Verfahrensschritte gemäß einem der vorigen Ansprüche.
14. System zur Bestimmung des Alterungsverhaltens eines Materials, wobei das Alterungsverhalten
durch Parameter beschreibbar ist, wobei die Parameter eine physikalische Prüfeigenschaft
des Materials, eine Lagertemperatur und einen Lagerzeitraum des Materials umfassen,
wobei die physikalische Prüfeigenschaft bei der Lagertemperatur und dem Lagerzeitraum
angegeben ist, wobei das System ein neuronales Netzwerk (400; 402) und ein Arrhenius-Modell
(404) umfasst, wobei das System dazu ausgebildet ist:
- einen ersten Teil der Parameter dem neuronalen Netzwerk (400; 402) für eine Simulation
zuzuführen,
- das Ergebnis der Simulation dem Arrhenius Modell (404) zum Erhalt eines Prognosewerts
zuzuführen, wobei der Prognosewert einem der Parameter entspricht, welcher nicht in
das neuronale Netzwerk (400; 402) eingegeben wurde.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Computerimplementiertes Verfahren zur Bestimmung des Alterungsverhaltens eines Materials,
wobei das Alterungsverhalten durch Parameter beschreibbar ist, wobei die Parameter
eine physikalische Prüfeigenschaft des Materials, eine Lagertemperatur und einen Lagerzeitraum
des Materials umfassen, wobei die physikalische Prüfeigenschaft bei der Lagertemperatur
und dem Lagerzeitraum angegeben ist, wobei das Verfahren umfasst:
- Zuführen eines ersten Teils der Parameter einem neuronalen Netzwerk (400; 402) für
eine Simulation,
- Zuführen des Ergebnisses der Simulation einem Arrhenius Modell (404) zum Erhalt
eines Prognosewerts, wobei der Prognosewert einem der Parameter entspricht, welcher
nicht in das neuronale Netzwerk eingegeben wurde,
wobei der erste Teil der Parameter ausschließlich dem neuronalen Netzwerk (400; 402)
zugeführt wird und ein zweiter Teil der Parameter zusammen mit dem Ergebnis der Simulation
dem Arrhenius Modell (404) zugeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei sich der erste Teil von dem zweiten Teil unterscheidet.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-2, wobei das neuronale Netzwerk (400; 402) ein
erstes neuronales Netzwerk (400) und ein zweites neuronales Netzwerk (402) umfasst,
wobei der erste Teil der Parameter einen erste Menge und eine zweite Menge der Parameter
umfasst, wobei das Zuführen des ersten Teils der Parameter dem neuronalen Netzwerk
ein Zuführen der ersten Menge der Parameter dem ersten neuronalen Netzwerk (400) für
eine erste Simulation und ein Zuführen der zweiten Menge der Parameter dem zweiten
neuronalen Netzwerk (402) für eine zweite Simulation umfasst, wobei das Zuführen des
Ergebnisses der Simulation dem Arrhenius Modell (404) ein Zuführen des Ergebnisses
der ersten Simulation und des Ergebnisses der zweiten Simulation dem Arrhenius Modell
(404) umfasst, wobei das Ergebnis der ersten Simulation und das Ergebnis der zweiten
Simulation unterschiedlichen Koeffizienten und/oder Termen und/oder Variablen des
Arrhenius-Modells (404) zugeführt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, wobei die erste Menge der Parameter der zweiten Menge
der Parameter entspricht.
5. Verfahren nach einem der vorigen Ansprüche, wobei zumindest einer der Terme und/oder
Variablen und/oder Koeffizienten des Arrhenius-Modells (404) konstant gehalten wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, wobei der zumindest einer der Terme und/oder Variablen
und/oder Koeffizienten des Arrhenius-Modells (404) als konstant für eine gegebene
Materialzusammensetzung konstant gehalten wird.
7. Verfahren nach einem der vorigen Ansprüche, wobei es sich bei dem Material um einen
Probenkörper handelt, wobei die Parameter ferner eine Dicke des Probenkörpers umfassen,
wobei die physikalische Prüfeigenschaft ferner bei der Dicke angegeben ist.
8. Verfahren nach einem der vorigen Ansprüche, wobei die Parameter ferner eine Prüftemperatur
des Materials umfassen, bei welcher die physikalische Prüfeigenschaft bestimmt wurde,
wobei die physikalische Prüfeigenschaft ferner bei der Prüftemperatur angegeben ist.
9. Verfahren nach einem der vorigen Ansprüche 7-8, wobei die erste Menge der Parameter
die physikalische Prüfeigenschaft und die Dicke des Probenkörpers umfassen und wobei
der zweite Teil der Parameter die Lagertemperatur umfasst.
10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei das Arrhenius-Modell (404) eine Berechnungsvorschrift
A+B/T=In(t) umfasst, wobei T der Parameter Lagertemperatur und t der Parameter Lagerzeit
ist,
- wobei A das Ergebnis der ersten Simulation und B das Ergebnis der zweiten Simulation
ist, oder
- wobei A das Ergebnis der Simulation ist und B die Variable ist, welche konstant
gehalten wird.
11. Verfahren nach einem der vorigen Ansprüche, wobei die physikalische Prüfeigenschaft
des Materials eine relative Zugfestigkeit oder eine relative Durchschlagfestigkeit
oder eine relative Schlagfestigkeit des Materials ist.
12. Computerprogrammprodukt mit von einem Prozessor ausführbaren Instruktionen zur Durchführung
der Verfahrensschritte gemäß einem der vorigen Ansprüche.
13. System zur Bestimmung des Alterungsverhaltens eines Materials, wobei das Alterungsverhalten
durch Parameter beschreibbar ist, wobei die Parameter eine physikalische Prüfeigenschaft
des Materials, eine Lagertemperatur und einen Lagerzeitraum des Materials umfassen,
wobei die physikalische Prüfeigenschaft bei der Lagertemperatur und dem Lagerzeitraum
angegeben ist, wobei das System ein neuronales Netzwerk (400; 402) und ein Arrhenius-Modell
(404) umfasst, wobei das System dazu ausgebildet ist:
- einen ersten Teil der Parameter dem neuronalen Netzwerk (400; 402) für eine Simulation
zuzuführen,
- das Ergebnis der Simulation dem Arrhenius Modell (404) zum Erhalt eines Prognosewerts
zuzuführen, wobei der Prognosewert einem der Parameter entspricht, welcher nicht in
das neuronale Netzwerk (400; 402) eingegeben wurde.
den ersten Teil der Parameter ausschließlich dem neuronalen Netzwerk (400; 402) zuzuführen
und ein zweiter Teil der Parameter zusammen mit dem Ergebnis der Simulation dem Arrhenius
Modell (404) zuzuführen.