[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Dunstabzugshaube und ein Verfahren zum Steuern
des Betriebs einer Dunstabzugshaube.
[0002] Es sind im Stand der Technik verschiedene Maßnahmen zum Einschalten und zur Leistungsregelung
einer Lüftervorrichtung einer Dunstabzugshaube bekannt. Neben einem manuellen Einschalten
und Auswählen einer Leistungsstufe über eine geeignete Bedienvorrichtung an der Dunstabzugshaube
sind insbesondere verschiedene automatische Steuerungsverfahren bekannt.
[0003] Die
DE 25 18 750 B2 und die
DE 39 22 090 A1 beschreiben jeweils eine Dunstabzugshaube über einem Kochherd, bei welcher eine Drehzahl
eines Elektromotors eines Ventilators in Abhängigkeit von einer Temperatur der Kochdünste
stufenlos geregelt wird. Die Steuereinrichtung wird hierzu in Bereitschaftsstellung
gebracht, sobald eine Kochplatte des Kochherdes eingeschaltet wird. Die Temperaturüberwachung
erfolgt mittels wenigstens eines Temperaturfühlers in Form eines NTC-Widerstandes
im Dunstabzugsbereich und wenigstens eines weiteren Temperaturfühlers in Form eines
NTC-Widerstandes außen am Gehäuse der Dunstabzugshaube.
[0004] Zum Zwecke der Regelung der Leistungsstufe des Ventilatormotors einer Dunstabzugshaube
können die Kochdünste außerdem mittels Infrarot-Sensoren (vgl.
DE 41 05 807 A1), Ultraschallsensoren (vgl.
EP 1 001 226 B1), Lasersensoren (vgl.
DE 10 2005 015 754 A1) oder Gassensoren (vgl.
EP 1 452 804 A1) erfasst und ausgewertet werden.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Dunstabzugshaube und ein
verbessertes Verfahren zum Steuern des Betriebs einer Dunstabzugshaube mit einem automatischen
Einschalten und einer automatischen Leistungsregelung zu schaffen.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Dunstabzugshaube mit den Merkmalen des Anspruchs
1 bzw. ein Verfahren zum Steuern des Betriebs einer Dunstabzugshaube mit den Merkmalen
des Anspruchs 6. Besonders bevorzugte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung
sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0007] Die Dunstabzugshaube der Erfindung weist eine Lüftervorrichtung zum Absaugen von
Abluft eines unter der Dunstabzugshaube angeordneten Kochgerätes mit wenigstens einem
Kochbereich, eine Temperaturerfassungseinrichtung zum Erfassen einer Temperatur wenigstens
eines Kochbereichs des Kochgerätes und eine Kochdunsterfassungseinrichtung zum Erfassen
von Kochdünsten in der mittels der Lüftervorrichtung abgesaugten Abluft auf. Eine
Steuereinrichtung der Dunstabzugshaube ist ausgebildet zum Einschalten der Lüftervorrichtung
in Abhängigkeit von einer durch die Temperaturerfassungseinrichtung erfassten Temperatur
und zum Steuern einer Absaugleistung der Lüftervorrichtung in Abhängigkeit von durch
die Kochdunsterfassungseinrichtung erfassten Kochdünsten.
[0008] Bei dieser Dunstabzugshaube erfolgen sowohl das Einschalten der Lüftervorrichtung
als auch das Steuern der Absaugleistung der Lüftervorrichtung automatisch.
[0009] Die unterschiedlichen Maßnahmen zum automatischen Einschalten der Lüftervorrichtung
und zum Steuern der Absaugleistung der Lüftervorrichtung ermöglichen eine sehr schnelle
und zuverlässige Reaktion der Dunstabzugshaube auf/an am Kochgerät entstehende Kochdünste.
Die Temperaturüberwachung des wenigstens eines Kochbereichs des Kochgerätes ermöglicht
ein sehr schnelles Einschalten der Lüftervorrichtung, nachdem das Kochgerät in Betrieb
genommen worden ist, d.h. sobald die Möglichkeit besteht, dass an dem Kochgerät Kochdünste
entstehen. Entstehende Kochdünste können somit sehr rasch zur Dunstabzugshaube und
insbesondere auch zu deren Kochdunsterfassungseinrichtung geleitet werden. Die Kochdunsterfassungseinrichtung
kann auf diese Weise die Kochdünste sehr schnell erfassen und eine entsprechende Leistungsregelung
der Lüftervorrichtung bewirken. Mit anderen Worten werden in der erfindungsgemäßen
Dunstabzugshaube die Vorteile einer in der Regel nur relativ groben Temperaturerfassung
der Kochbereiche und einer relativ genauen Kochdunsterfassung miteinander kombiniert.
[0010] Auch erfordert diese Dunstabzugshaube keine leitungsgebundene oder drahtlose Kopplung
mit dem Kochgerät, um diese Automatik realisieren zu können, sodass die Dunstabzugshaube
über keine spezielle Schnittstelle verfügen muss. Die Dunstabzugshaube und das Kochgerät
können somit als voneinander unabhängige Geräte konzipiert und installiert werden.
[0011] Bei dem Kochgerät, welches unter der Dunstabzugshaube angeordnet ist, handelt es
sich insbesondere um ein Wärme erzeugendes Kochgerät, vorzugsweise um ein Kochfeld,
und insbesondere um ein elektronisches Kochgerät. Das Kochgerät weist insbesondere
einen, zwei, drei, vier oder mehr Kochbereiche auf, welche nebeneinander angeordnet
sind. Die Kochbereiche entsprechen dabei insbesondere den durch das Kochgerät vorgegebenen
Kochstellen oder Kochplatten, können aber auch zwei oder mehr solcher Kochstellen
oder Kochplatten umfassen.
[0012] Die erfindungsgemäße Dunstabzugshaube weist eine Lüftervorrichtung auf. Der Begriff
Lüftervorrichtung soll in diesem Zusammenhang jede Art von Vorrichtung bezeichnen,
die geeignet ist, einen Abluftstrom von dem Kochgerät unter der Dunstabzugshaube nach
oben in die Dunstabzugshaube hinein zu erzeugen. Der Abluftstrom wird vorzugsweise
durch einen Abluftkanal weiter aus der Dunstabzugshaube wieder heraus befördert. Die
Lüftervorrichtung weist vorzugsweise wenigstens einen Lüfter, Ventilator oder dergleichen
auf. Die Lüftervorrichtung weist vorzugsweise wenigstens einen Elektromotor zum Antreiben
des Lüfters, Ventilators, etc. auf. Der Elektromotor der Lüftervorrichtung wird vorzugsweise
von der Steuereinrichtung der Dunstabzugshaube angesteuert, d.h. insbesondere eingeschaltet
und in seiner Drehzahl geregelt.
[0013] Die erfindungsgemäße Dunstabzugshaube weist weiter eine Temperaturerfassungseinrichtung
zum Erfassen einer Temperatur wenigstens eines Kochbereichs des Kochgerätes auf. D.h.
die Temperaturerfassungseinrichtung ist Bestandteil der Dunstabzugshaube und in diese
integriert oder mit dieser verbunden, sodass die Dunstabzugshaube keine Schnittstelle
zum Kochgerät benötigt. Die Temperaturerfassungseinrichtung ist insbesondere ausgebildet,
um die Temperaturen aller Kochbereiche des Kochgerätes zu erfassen. Die Temperaturerfassungseinrichtung
weist vorzugsweise einen, zwei, drei, vier oder mehr Temperatursensoren zum Erfassen
einer Temperatur eines Kochbereichs des Kochgerätes auf. Diese Temperatursensoren
sind vorzugsweise außerhalb oder zumindest in einem Randbereich eines Abluftstroms
an der Dunstabzugshaube angeordnet. Darüber hinaus weist die Temperaturerfassungseinrichtung
vorzugsweise auch einen, zwei, drei, vier oder mehr Temperatursensoren zum Erfassen
einer Umgebungstemperatur der Dunstabzugshaube auf.
[0014] Die Steuereinrichtung der Dunstabzugshaube schaltet die Lüftervorrichtung der Dunstabzugshaube
in Abhängigkeit von einer durch diese Temperaturerfassungseinrichtung erfassten Temperatur
ein. Hierunter soll in diesem Zusammenhang insbesondere eine Abhängigkeit von einem
Temperaturwert eines Kochbereichs, einem mittleren Temperaturwert aller Kochbereiche,
einem maximalen Temperaturwert aller Kochbereiche, einem zeitlichen Temperaturgradienten
eines der vorgenannten Temperaturwerte, einem Differenzwert zwischen einem der vorgenannten
Temperaturwerte und einer Umgebungstemperatur der Dunstabzugshaube, einem zeitlichen
Temperaturgradienten eines der vorgenannten Differenzwerte und dergleichen verstanden
werden. Die Steuereinrichtung schaltet die Lüftervorrichtung insbesondere ein, sobald
der jeweilige Messwert einen vorbestimmten Schwellenwert erreicht bzw. überschreitet,
vorzugsweise für wenigstens eine vorbestimmte Zeitdauer erreicht bzw. überschreitet.
[0015] Die erfindungsgemäße Dunstabzugshaube weist eine Kochdunsterfassungseinrichtung zum
Erfassen von Kochdünsten in der mittels der Lüftervorrichtung abgesaugten Abluft auf.
Die Kochdunsterfassungseinrichtung weist vorzugsweise einen, zwei, drei oder mehr
Kochdunsterfassungssensoren auf. Diese Kochdunsterfassungssensoren können im Abluftstrom
der Lüftervorrichtung vorgeschaltet und/oder nachgeschaltet sein. Diese Kochdunsterfassungssensoren
können im Abluftstrom auch einer Filtervorrichtung, falls vorhanden, vorgeschaltet
und/oder nachgeschaltet sein. Der Begriff Kochdunsterfassungssensor soll in diesem
Zusammenhang jede Art einer Vorrichtung bezeichnen, welche geeignet ist, das Vorhandensein
und insbesondere auch die Menge und/oder die Art von Kochdünsten zu erfassen. Zu den
geeigneten Kochdunsterfassungssensoren zählen insbesondere Infrarot-Sensoren, Ultraschallsensoren,
Lasersensoren, Gassensoren und dergleichen Sensoren.
[0016] Die Steuereinrichtung der Dunstabzugshaube steuert eine Absaugleistung der Lüftervorrichtung
in Abhängigkeit von durch die Kochdunsterfassungseinrichtung erfassten Kochdünsten.
Hierunter soll in diesem Zusammenhang insbesondere eine Abhängigkeit von einer Kochdunstmenge,
Kochdunstzusammensetzung, Kochdunsttemperatur, Kochdunstart, etc. verstanden werden.
Die Steuerung der Absaugleistung der Lüftervorrichtung erfolgt vorzugsweise stufenlos
oder in vorgegebenen Leistungsstufen. Das Steuern der Absaugleistung umfasst in diesem
Zusammenhang insbesondere ein Hochschalten, Herunterschalten und Konstanthalten der
Absaugleistung bzw. der Leistungsstufe der Lüftervorrichtung. Die Absaugleistungen
bzw. Leistungsstufen der Lüftervorrichtung werden dabei vorzugsweise durch ein Steuern
der Drehzahl eines Elektromotors und/odereines Ventilators der Lüftervorrichtung gesteuert.
[0017] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung weist die Temperaturerfassungseinrichtung
wenigstens einen Infrarot-Sensor zum Erfassen einer Temperatur wenigstens eines Kochbereichs
des Kochgerätes auf. Die berührungslose Temperaturerfassung des Infrarot-Sensors stellt
eine besonders einfache und zugleich ausreichend genaue Messmethode dar. Die so erzielbare
Genauigkeit der Temperaturerfassung des wenigstens einen Kochbereichs ist für die
Dunstabzugshaube der Erfindung ausreichend, da durch die Temperaturerfassung lediglich
das Einschalten der Lüftervorrichtung ausgelöst werden soll, nicht jedoch eine bedarfsgenaue
Regelung der Absaugleistung erfolgen soll.
[0018] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist die Steuereinrichtung ausgebildet,
um die Lüftervorrichtung in Abhängigkeit von einer durch die Temperaturerfassungseinrichtung
erfassten Temperatur auf einer niedrigen Leistungsstufe einzuschalten. Bezüglich der
Steuerung in Abhängigkeit von einer Temperatur gelten die obigen Ausführungen entsprechend.
Das Einschalten der Lüftervorrichtung auf einer niedrigen Leistungsstufe verursacht
zunächst nur einen geringen Energieverbrauch und geringe Geräusche. Erst wenn mit
Hilfe der Kochdunsterfassungseinrichtung auch tatsächlich Kochdünste in der abgesaugten
Abluft erfasst werden, wird die Lüftervorrichtung hochgeschaltet. Die niedrige Leistungsstufe
entspricht insbesondere einer niedrigsten Leistungsstufe der Lüftervorrichtung.
[0019] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist die Temperaturerfassungseinrichtung
ausgebildet, um die Temperaturen mehrerer Kochbereiche des Kochgerätes separat zu
erfassen; ist die Lüftervorrichtung ausgebildet, um separate Abluftströme von den
einzelnen Kochbereichen des Kochgerätes zu erzeugen; und ist die Steuereinrichtung
ausgebildet, um die separaten Abluftströme der Lüftervorrichtung in Abhängigkeit von
den durch die Temperaturerfassungseinrichtung erfassten Temperaturen zu steuern. Bei
dieser Ausgestaltung besteht die Möglichkeit, Abluft hauptsächlich nur von den Kochbereichen
abzusaugen, an denen tatsächlich Kochdünste entstehen. Als Ergebnis können der Energieverbrauch
und/oder die Geräuschentwicklung der Dunstabzugshaube reduziert werden.
[0020] In einer noch weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist die Steuereinrichtung
ausgebildet, um die Lüftervorrichtung in Abhängigkeit von einer durch die Temperaturerfassungseinrichtung
erfassten Temperatur, in Abhängigkeit von durch die Kochdunsterfassungseinrichtung
erfassten Kochdünsten, zeitabhängig und/oder durch eine manuelle Bedienung abzuschalten.
[0021] In einer noch weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist die Dunstabzugshaube
zusätzlich mit einer Bedienvorrichtung ausgestattet, über welche ein Benutzer die
Lüftervorrichtung manuell einschalten und/oder die Leistungsstufen der Lüftervorrichtung
manuell auswählen kann.
[0022] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Steuern des Betriebs einer Dunstabzugshaube, welche
oberhalb eines Kochgerätes mit wenigstens einem Kochbereich angeordnet ist, enthält
die Schritte des Erfassens einer Temperatur wenigstens eines Kochbereichs des Kochgerätes;
des Einschaltens einer Lüftervorrichtung in Abhängigkeit von der erfassten Temperatur;
des Erfassens von Kochdünsten in der mittels der Lüftervorrichtung abgesaugten Abluft;
und des Steuerns einer Absaugleistung der Lüftervorrichtung in Abhängigkeit von den
erfassten Kochdünsten.
[0023] Mit diesem Verfahren können die gleichen Vorteile erzielt werden wie sie in Zusammenhang
mit der Dunstabzugshaube der Erfindung erläutert worden sind. Bezüglich der Vorteile,
Begriffsdefinitionen und bevorzugten Ausgestaltungen sei deshalb an dieser Stelle
nur auf die obigen Ausführungen in Zusammenhang mit der Dunstabzugshaube der Erfindung
verwiesen.
[0024] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird die Lüftervorrichtung in Abhängigkeit
von der erfassten Temperatur auf einer niedrigen Leistungsstufe eingeschaltet.
[0025] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung werden die Temperaturen
mehrerer Kochbereiche des Kochgerätes separat erfasst und in Abhängigkeit von den
erfassten Temperaturen separate Abluftströme der Lüftervorrichtung von einzelnen Kochstellen
des Kochgerätes gesteuert.
[0026] In einer noch weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird die Lüftervorrichtung
der Dunstabzugshaube in Abhängigkeit von einer erfassten Temperatur wenigstens eines
Kochbereichs des Kochgerätes, in Abhängigkeit von erfassten Kochdünsten, zeitabhängig
und/oder durch eine manuelle Bedienung abgeschaltet.
[0027] Obige sowie weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden aus der nachfolgenden
Beschreibung eines bevorzugten, nicht-einschränkenden Ausführungsbeispiels anhand
der beiliegenden Zeichnung besser verständlich. Darin zeigt die einzige Figur 1 eine
schematische Darstellung des Aufbaus einer Ausgestaltung einer Dunstabzugshaube gemäß
der vorliegenden Erfindung.
[0028] In Figur 1 ist beispielhaft ein Ausführungsbeispiel einer Dunstabzugshaube gemäß
der vorliegenden Erfindung veranschaulicht.
[0029] Die Dunstabzugshaube 14 ist in der üblichen Weise oberhalb eines Kochfeldes 10 mit
mehreren Kochstellen 12 angeordnet. Die Kochstellen 12 können gleiche oder zueinander
verschiedene Größen und Formen haben. Außerdem können die Kochstellen 12 unabhängig
voneinander betrieben werden, d.h. einzeln eingeschaltet und in ihren Heizleistungen
geregelt werden. In diesem Ausführungsbeispiel bildet jede der insgesamt vier Kochstellen
12 gleichzeitig einen Kochbereich im Sinne der Erfindung. In anderen Ausführungsbeispielen
können zum Beispiel zwei Kochstellen 12 zu einem Kochbereich zusammengefasst sein.
[0030] Die Dunstabzugshaube 14 weist eine Lüftervorrichtung 16 mit einem Ventilator in einem
Abluftkanal 17 auf. Der Ventilator wird über einen Elektromotor (nicht dargestellt)
der Lüftervorrichtung 16 angetrieben. Der angetriebene Ventilator erzeugt einen Abluftstrom
von den Kochstellen 12 des Kochfeldes 10 nach oben in die Dunstabzugshaube 14 und
weiter in den Abluftkanal 17 hinein. Über den Abluftkanal 17 wird die Abluft beispielsweise
direkt aus einem Gebäude heraus geführt oder in ein Abluftsystem weitergeleitet.
[0031] Optional ist an der den Kochstellen 12 zugewandten Unterseite der Dunstabzugshaube
eine Filtervorrichtung (nicht dargestellt) angeordnet. Die Filtervorrichtung ist beispielsweise
lösbar montiert, um sie bei Bedarf auswechseln bzw. reinigen zu können.
[0032] Im Bereich der Unterkante der Dunstabzugshaube 14 sind mehrere (in diesem Ausführungsbeispiel
vier) Infrarot-Sensoren 18 angeordnet. Die vier Infrarot-Sensoren bilden gemeinsam
eine Temperaturerfassungseinrichtung im Sinne der Erfindung. Die Infrarot-Sensoren
18 sind jeweils ausgebildet und ausgerichtet, um eine Temperatur einer Kochstelle
12 des Kochfeldes 10 zu erfassen. Sie sind vorzugsweise im Umfangsrandbereich der
Abzugshaube 14 und damit möglichst außerhalb des Abluftstroms positioniert. Wird eine
Kochstelle 12 in Betrieb genommen, so steigt die Temperatur der Kochstelle 12 sowie
des darauf positionierten Kochgeschirrs, was von den Infrarot-Sensoren 18 erfasst
werden kann.
[0033] Je nach Ausführungsform können zusätzlich weitere Temperatursensoren (nicht dargestellt)
an der Dunstabzugshaube 14 vorgesehen sein, welche die Temperatur der Umgebung der
Dunstabzugshaube erfassen.
[0034] Die Infrarot-Sensoren 18 und ggf. die weiteren Temperatursensoren sind mit einer
Steuereinrichtung 24 der Dunstabzugshaube 14 verbunden. Die in Figur 1 separat dargestellte
Steuereinrichtung 24 ist vorzugsweise in der Dunstabzugshaube 14 integriert.
[0035] Wie in Figur 1 angedeutet, ist im Abluftstrom vor dem Ventilator der Lüftervorrichtung
16 wenigstens ein Kochdunstsensor 20 zum Beispiel in Form eines Ultraschallsensors,
eines Infrarot-Sensors, eines Lasersensors oder dergleichen in der Dunstabzugshaube
14 angeordnet. Dieser wenigstens eine Kochdunstsensor 20 soll das Vorhandensein und
die Konzentration von Kochdünsten im Abluftstrom der Dunstabzugshaube 14 erfassen.
[0036] Wie ebenfalls in Figur 1 angedeutet, ist im Abluftstrom nach dem Ventilator der Lüftervorrichtung
16 wenigstens ein weiterer Kochdunstsensor 22 zum Beispiel in Form eines Gassensors
oder dergleichen im Abluftkanal 17 der Dunstabzugshaube 14 angeordnet. Dieser wenigstens
eine weitere Kochdunstsensor 22 soll die Zusammensetzung von Kochdünsten im Abluftstrom
der Dunstabzugshaube 14 erfassen.
[0037] Der wenigstens eine Kochdunstsensor 20 und der wenigstens eine weitere Kochdunstsensor
22 bilden eine Kochdunsterfassungseinrichtung der Erfindung. Diese Kochdunsterfassungseinrichtung
kann in anderen Ausführungsbeispielen auch nur den wenigstens einen Kochdunstsensor
20 oder nur den wenigstens einen weiteren Kochdunstsensor 22 aufweisen.
[0038] Der wenigstens eine Kochdunstsensor 20 und der wenigstens eine weitere Kochdunstsensor
22 sind ebenfalls mit der Steuereinrichtung 24 der Dunstabzugshaube 14 verbunden.
[0039] Die Steuereinrichtung 24 der Dunstabzugshaube 14 steuert die Lüftervorrichtung 16
in Abhängigkeit von den empfangenen Messsignalen der Temperaturerfassungseinrichtung
und der Kochdunsterfassungseinrichtung wie folgt.
[0040] Im Ausgangszustand, d.h. im Nicht-Betriebszustand bzw. Stand-by-Zustand der Dunstabzugshaube
14 überwachen die Infrarot-Sensoren 18 die Temperaturen der Kochstellen 12 des Kochfeldes
10. Die von den Infrarot-Sensoren 18 erfassten Temperaturwerte werden in der Steuereinrichtung
24 jeweils mit einem vorgegebenen Schwellenwert verglichen. Erreicht ein Temperaturwert
diesen vorgegebenen Schwellenwert, so schaltet die Steuereinrichtung 24 den Elektromotor
der Lüftervorrichtung 16 auf einer niedrigen Leistungsstufe ein. Der vorgegebene Schwellenwert
für die Temperatur liegt hier deutlich oberhalb Raumtemperatur, er beträgt zum Beispiel
40°C, 45°C, 50°C, 55°C, 60°C oder mehr.
[0041] In anderen Ausführungsbeispielen kann anstelle eines Vergleichs zwischen Temperaturwert
und Schwellenwert auch ein mittlerer Temperaturwert aller Kochstellen 12, ein maximaler
Temperaturwert aller Kochstellen 12, ein Differenzwert zwischen der Temperatur einer
Kochstelle 12 und einer Umgebungstemperatur, ein Differenzwert zwischen der mittleren
Temperatur aller Kochstellen 12 und einer mittleren Umgebungstemperatur, ein Differenzwert
zwischen der maximalen Temperatur aller Kochstellen 12 und einer mittleren oder maximalen
Umgebungstemperatur oder dergleichen mit einem entsprechenden vorgegebenen Schwellenwert
verglichen werden. Des Weiteren besteht auch die Möglichkeit, einen zeitlichen Temperaturgradienten
der vorgenannten Messwerte mit einem entsprechenden vorgegebenen Schwellenwert zu
vergleichen.
[0042] Vorzugsweise wird die Lüftervorrichtung 16 durch die Steuereinrichtung 24 erst dann
eingeschaltet, wenn der vorgegebene Schwellenwert für eine vorbestimmte Zeitdauer
erreicht bzw. überschritten wird. Auf diese Weise können zum Beispiel Messfehler ausgeglichen
werden und kann ein ständiges Ein- und Ausschalten der Lüftervorrichtung 16 im Grenzbereich
des Schwellenwertes vermieden werden.
[0043] Ist die Lüftervorrichtung 16 nun mit einer niedrigen Leistungsstufe eingeschaltet,
so erzeugt sie einen schwachen Abluftstrom von den Kochstellen 12 nach oben in die
Dunstabzugshaube 14. Die Sensoren 20, 22 der Kochdunsterfassungseinrichtung erfassen
dann Kochdünste in diesem Abluftstrom. Sind keine Kochdünste im Abluftstrom vorhanden
bzw. erfassbar, so bleibt die Lüftervorrichtung 16 weiter auf niedriger Leistungsstufe
im Betrieb.
[0044] Entstehen auf dem Kochfeld 10 nennenswerte Kochdünste, so werden diese von den Sensoren
20, 22 der Kochdunsterfassungseinrichtung in der Abzugshaube 14 erfasst. Die Steuereinrichtung
24 steuert dann die Absaugleistung der Lüftervorrichtung 16 bzw. die Drehzahl des
Elektromotors des Ventilators entsprechend den erfassten Kochdünsten, beispielsweise
stufenlos oder in vorgegebenen Leistungsstufen. Dabei wird die Absaugleistung entsprechend
den Messwerten der Kochdunsterfassungseinrichtung erhöht, abgesenkt oder im Wesentlichen
konstant gehalten.
[0045] Obwohl nicht dargestellt, kann die Dunstabzugshaube 14 optional zusätzlich mit einer
Bedienvorrichtung ausgestattet sein. Diese Bedienvorrichtung ist dann ebenfalls mit
der Steuereinrichtung2 4 verbunden. Über die Bedienvorrichtung kann ein Benutzer die
Lüftervorrichtung 16 bei Bedarf manuell einschalten und manuell ihre Leistungsstufe
einstellen. Die manuelle Betätigung der Dunstabzugshaube 14 hat ggf. Vorrang vor der
oben beschriebenen automatischen Steuerung.
[0046] Das Abschalten der Dunstabzugshaube kann auf verschiedene Weise erfolgen. So kann
die Steuereinrichtung 24 die Lüftervorrichtung 16 der Dunstabzugshaube 14 zum Beispiel
wieder abschalten, wenn die Sensoren 20, 22 der Kochdunsterfassungeinrichtung keine
Kochdünste mehr erfassen, wenn die von den Infrarot-Sensoren 18 der Temperaturerfassungseinrichtung
erfasste Temperatur wieder unter den vorgegebenen Schwellenwert sinkt, durch eine
manuelle Betätigung einer entsprechenden Bedienvorrichtung durch einen Benutzer, bei
Erreichen einer vorbestimmten Betriebsdauer der Lüftervorrichtung 16 und dergleichen.
Selbstverständlich sind auch Kombinationen dieser Bedingungen denkbar und vorzugsweise
müssen die jeweiligen Bedingungen eine vorbestimmte Zeitdauer erfüllt sein.
[0047] In einer Abwandlung des oben beschriebenen Ausführungsbeispiels ist die Temperaturerfassungseinrichtung
so ausgebildet, dass sie die Temperaturen der einzelnen Kochstellen 12 des Kochfeldes
10 separat erfassen kann. In diesem Fall ist es denkbar, mit der Lüftervorrichtung
16 einen Abluftstrom schwerpunktmäßig von der jeweils benutzten Kochstelle 12 zu erzeugen.
Die Lüftervorrichtung 16 weist zu diesem Zweck beispielsweise mehrere Ventilatoren
und/oder Luftklappen auf, welche von der Steuereinrichtung 24 angesteuert werden können.
BEZUGSZIFFERNLISTE
[0048]
- 10
- Kochgerät
- 12
- Kochstellen
- 14
- Dunstabzugshaube
- 16
- Lüftervorrichtung
- 17
- Abluftkanal
- 18
- Temperaturerfassungseinrichtung, IR-Sensoren
- 20
- Kochdunsterfassungseinrichtung, Sensoren
- 22
- Kochdunsterfassungseinrichtung, Sensoren
- 24
- Steuereinrichtung
1. Dunstabzugshaube (14), mit
einer Lüftervorrichtung (16) zum Absaugen von Abluft eines unter der Dunstabzugshaube
angeordneten Kochgerätes (10) mit wenigstens einem Kochbereich (12);
einer Temperaturerfassungseinrichtung (18) zum Erfassen einer Temperatur wenigstens
eines Kochbereichs (12) des Kochgerätes (10); einer Kochdunsterfassungseinrichtung
(20, 22) zum Erfassen von Kochdünsten in der mittels der Lüftervorrichtung (16) abgesaugten
Abluft; und einer Steuereinrichtung (24) zum Einschalten der Lüftervorrichtung (16)
in Abhängigkeit von einer durch die Temperaturerfassungseinrichtung (18) erfassten
Temperatur und Steuern einer Absaugleistung der Lüftervorrichtung (16) in Abhängigkeit
von durch die Kochdunsterfassungseinrichtung (20, 22) erfassten Kochdünsten.
2. Dunstabzugshaube nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Temperaturerfassungseinrichtung (18) wenigstens einen Infrarot-Sensor zum Erfassen
einer Temperatur wenigstens eines Kochbereichs (12) des Kochgerätes (10) aufweist.
3. Dunstabzugshaube nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Steuereinrichtung (24) ausgebildet ist, um die Lüftervorrichtung (16) in Abhängigkeit
von einer durch die Temperaturerfassungseinrichtung (18) erfassten Temperatur auf
einer niedrigen Leistungsstufe einzuschalten.
4. Dunstabzugshaube nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Temperaturerfassungseinrichtung (18) ausgebildet ist, um die Temperaturen mehrerer
Kochbereiche (12) des Kochgerätes (10) separat zu erfassen;
die Lüftervorrichtung (16) ausgebildet ist, um separate Abluftströme von den einzelnen
Kochbereichen (12) des Kochgerätes (10) zu erzeugen; und
die Steuereinrichtung (24) ausgebildet ist, um die separaten Abluftströme der Lüftervorrichtung
(16) in Abhängigkeit von den durch die Temperaturerfassungseinrichtung (18) erfassten
Temperaturen zu steuern.
5. Dunstabzugshaube nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Steuereinrichtung (24) ausgebildet ist, um die Lüftervorrichtung (16) in Abhängigkeit
von einer durch die Temperaturerfassungseinrichtung (18) erfassten Temperatur, in
Abhängigkeit von durch die Kochdunsterfassungseinrichtung (20, 22) erfassten Kochdünsten,
zeitabhängig und/oder durch eine manuelle Bedienung abzuschalten.
6. Verfahren zum Steuern des Betriebs einer Dunstabzugshaube (14), welche oberhalb eines
Kochgerätes (10) mit wenigstens einem Kochbereich (12) angeordnet ist, mit den Schritten:
Erfassen einer Temperatur wenigstens eines Kochbereichs (12) des Kochgerätes (10);
Einschalten einer Lüftervorrichtung (16) in Abhängigkeit von der erfassten Temperatur;
Erfassen von Kochdünsten in der mittels der Lüftervorrichtung (16) abgesaugten Abluft;
und
Steuern einer Absaugleistung der Lüftervorrichtung (16) in Abhängigkeit von den erfassten
Kochdünsten.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Lüftervorrichtung (16) in Abhängigkeit von der erfassten Temperatur auf einer
niedrigen Leistungsstufe eingeschaltet wird.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
Temperaturen mehrerer Kochbereiche (12) des Kochgerätes (10) separat erfasst werden;
und
in Abhängigkeit von den erfassten Temperaturen separate Abluftströme der Lüftervorrichtung
(16) von einzelnen Kochbereichen (12) des Kochgerätes (10) gesteuert werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Lüftervorrichtung (16) der Dunstabzugshaube (14) in Abhängigkeit von einer erfassten
Temperatur wenigstens eines Kochbereichs des Kochgerätes, in Abhängigkeit von erfassten
Kochdünsten, zeitabhängig und/oder durch eine manuelle Bedienung abgeschaltet wird.