Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb einer Produktionslinie
zur Herstellung und Zusammenführung von Druckprodukten gemäss Anspruch 1. Sie betrifft
auch eine Produktionslinie für die Herstellung und Zusammenführung von Druckprodukten
gemäss Anspruch 17.
Stand der Technik
[0002] Die in einer Digitaldruckmaschine (DDM) produzierten Produkte werden in einer nachfolgenden
Bearbeitungsstation zum Beispiel erst längs, anschliessend quer geschnitten und gefalzt.
Sie werden dann in sogenannten Produktformationen zusammengestellt. Die Reihenfolge
der Produkte innerhalb dieser Formationen entspricht der logistischen Abfolge, welche
im nachfolgenden Einsteckprozess durch eine übergeordnete Steuerung festgelegt wird.
[0003] Da der Prozess des digitalen Druckens mit der nachfolgenden Bearbeitung der Produkte
langsamer sein kann als der später folgende Einsteckprozess, werden die Produktformationen
in einem Puffer zwischengespeichert. Die Art der Zwischenlagerung (Zwischenpufferung)
hinsichtlich der Produktformationen richtet sich nach der Bearbeitung der Druckprodukte
nach der DDM, es können beispielsweise Pakete, Stangen oder Rollen sein.
[0004] Durch diese Zwischenpufferung wird in bekannter Weise der Druckvorgang von der Weiterverarbeitung
entkoppelt, wobei der Einsteckvorgang nach einer von der übergeordneten Steuerung
berechneten Differenzzeit beginnt.
[0005] Die Produktformationen werden in beliebiger, entsprechend den Vorgaben der durch
die übergeordnete Steuerung festgelegten Reihenfolge für die Einspeisung zugeführt.
Auch der Aufbau der Einspeisung richtet sich nach der Art der Produktformationen.
[0006] Wird während des Einsteckprozesses von der übergeordneten Steuerung ein Fehler festgestellt,
zum Beispiel das Fehlen einer Beilage in einer ersten Produktformation, kann die fehlende
Beilage nicht aus einer anderen Produktformation der Zwischenpufferung entnommen werden,
da dadurch ein weiterer Fehler generiert würde.
[0007] Diese Ausgangslage ist unbefriedigend, denn sie löst regelmässig eine Kette von nachteiligen
Prozessen aus, welche zunächst durch eine Ausscheidung der fehlerhaften Druckprodukte
charakterisiert sind, wobei diese ausgeschiedenen Druckprodukte dann durch eine Nachproduktion
ersetzt werden müssen. Bei der Integration einer solchen Nachproduktion muss dann
noch berücksichtigt werden, dass in den meisten Fällen eine bestimmte Reihenfolge
der Druckprodukte vorgegeben ist und eingehalten werden muss, um örtliche oder individualisierte
Zustellungen erfassen zu können.
Darstellung der Erfindung
[0008] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Der Erfindung, wie sie in den Ansprüchen
gekennzeichnet ist, liegt die Aufgabe zugrunde, eine effiziente Lösung bei der Herstellung
und Zusammenführung von Druckprodukten vorzuschlagen, wobei bei einem festgestellten
Fehler oder Fehlen eines Druckproduktes im Verlaufe einer solchen Produktion Abhilfe
geschaffen werden soll, unter der Prämisse, dass der ordentliche Betrieb der Produktionslinie
während einer solchen Fehlerbehebung nicht nachteilig tangiert wird, auch dann nicht,
wenn das zu ersetzende Druckprodukt Bestandteil eines aus mehreren Druckprodukten
bestehenden Endproduktes ist.
[0009] Zu diesem Zweck wird ein Verfahren zum Betrieb einer Produktionslinie zur Herstellung
von Fertigdruckprodukten vorgeschlagen, bei welcher die Produktionslinie in Wirkverbindung
mit einer übergelagerten Steuerung steht, wobei die Produktionslinie mindestens eine
Druckmaschine aufweist, deren Druckprozess auf die Herstellung von Druckprodukten
verschiedener Inhalte ausgelegt ist.
[0010] Stromab der Druckmaschine wird mindestens eine mit Druckprodukten aufgebaute erste
Zwischenpufferung (auch Hauptzwischenpufferung genannt) betrieben, welche in der Regel
aus mehreren Produktformationen besteht, wobei stromab dieser Zwischenpufferung mindestens
eine Bearbeitungsstation in Form einer mit Aufnahmetaschen bestückten Einsteckmaschine
operiert, in welcher die Druckprodukte zu Fertigdruckprodukten verarbeitet werden.
[0011] Bei einem festgestellten druckproduktbezogenen Fehler oder ganz allgemein bei einem
Fehlen eines solchen Druckprodukts von oder aus dem Druckprozess oder stromab desselben
wird von der Steuerung mindestens ein Befehl an die Druckmaschine oder an eine zweite
Zwischenpufferung ausgegeben, das fehlerbehaftete Druckprodukt nachzuproduzieren resp.
das fehlende Druckprodukt durch Abrufung nachzuliefern.
[0012] Erfindungsgemäss wird ein solches Druckprodukt dann über eine autonome Förderlinie,
eine sogenannte "fast lane", direkt an die mit einem druckproduktbezogenen Defizit
behaftete Aufnahmetasche oder Stelle der Bearbeitungsstation resp. der Einsteckmaschine
befördert und dort implementiert. Diese autonome Förderlinie weist mindestens eine
Bypass-Strecke auf, welche nach Bedarf komplementär zur Behebung von druckproduktbezogenen
Fehlern zur Verfügung steht.
[0013] Die nachzuliefernden Druckprodukte werden aus einer zweiten Zwischenpufferung abgerufen,
und in diesem Zusammenhang ist es wichtig, vorzusehen, dass diese Druckprodukte losgelöst
von den Produktformationen innerhalb der ersten Zwischenpufferung angeliefert werden
können. Dies könnte beispielsweise so organisiert werden, dass eine bestimmte Anzahl
von Druckprodukten separat in der zweiten Zwischenpufferung zur Verfügung steht, um
allenfalls eine redundante Vorkehrung an Stelle eines Nachdruckes von fehlerbehafteten
Druckprodukten sicher zu stellen. Der wesentliche Vorteil der Erfindung ist hier darin
zu sehen, dass die erfindungsgemässe autonome Produktionslinie eine grosse Flexibilität
aufweist, um auftretende Fehler bei dem Druckprozess oder bei dem nachgeschalteten
Förderungsverlauf mit nachgebrachten Druckprodukten auffangen zu können, ohne einschränkend
auf die fortlaufende Produktion der Einsteckmaschine eingreifen zu müssen.
[0014] Ein weiterer wesentlicher Vorteil der Erfindung ist ferner darin zu sehen, dass die
autonome Förderlinie auch in Wirkverbindung mit der zweiten Zwischenpufferung stehen
kann, womit diese Zwischenpufferung im Stande ist, unmittelbar und direkt fehlende
Druckprodukte für die Vervollständigung des in der Einsteckmaschine zu bildenden Fertigdruckprodukts
zu liefern.
[0015] Was die autonome Förderlinie zur Beibringung von nachproduzierten oder auch von nachgelieferten
Druckbogen, auch Beilagen genannt, betrifft, steht sie einerseits in Wirkverbindung
mit der Druckmaschine und andererseits mit den zur Bearbeitungsstation (Einsteckmaschine)
gehörenden Aufnahmetaschen, deren Inhalt unmittelbar von einem druckproduktbezogenen
Fehler betroffen sind.
[0016] Dies bedeutet sinngemäss, dass die autonome Förderlinie bei mehreren Druckmaschinen
oder Bearbeitungsstationen eine übergreifende flexible Ausgestaltung aufweist, damit
sie gegenüber auftretenden Fehlern beim Betrieb solcher Produktionslinien jederzeit
eingreifen kann, eingedenk der Tatsache, dass auch verschiedene Bearbeitungsstationen
nacheinander operieren können. So ist es möglich, mehr als eine autonome Förderlinie
vorzusehen, immer nach dem Prinzip, dass diese so ausgelegt werden, dass sie jeweils
eine direkte Beförderung der nachzuliefernden Druckprodukte an die Bearbeitungsstation
sicherstellen.
[0017] Die Bearbeitung der Druckprodukte zu Fertigdruckprodukten innerhalb der Produktionslinie
umfasst verschiedene Bearbeitungsschritte, welche in der Regel mit einer formatabhängigen
Trennoperation der fortlaufend auf Papierbahnen bedruckten Inhalte beginnen, sich
über Falzoperationen, bis hin zu einer Zusammenführung der verschiedenen Druckprodukte
zu einer Broschüre oder Teilbroschüre erstrecken.
[0018] Es liegt auf der Hand, dass die druckproduktbezogene Einsteckoperation auf Grund
ihrer hohen Taktzahlen pro Zeiteinheit eine zentrale Rolle innerhalb der Produktionslinie
spielt, wenn es darum geht, die zeitliche Übereinstimmung gegenüber den angelieferten
Druckprodukten aus dem Druckprozess und/oder aus der ersten Zwischenpufferung zu gewährleisten.
[0019] Ebenfalls eine wichtige Rolle spielt die Kinematik beim Betrieb der Aufnahmetaschen
anlässlich der Einsteckoperation, wenn es darum geht, die nachproduzierten oder nachgelieferten
Druckprodukte in die bereits in einer Aufnahmetasche aufgenommenen Druckprodukte zu
integrieren. Eine solche Fehlerbehebung lässt sich vorzugsweise nur beim Beladen der
Aufnahmetasche durchführen, denn wenn die Druckprodukte im Nachgang ihrer Zusammenfügung
noch Heft- oder Leimoperationen durchlaufen, ist dann kein Raum mehr vorhanden, auf
die Zusammensetzung des Fertigdruckprodukts oder Teildruckprodukts korrektiv einzuwirken.
[0020] Die autonome Förderlinie steht also in Wirkverbindung mit dem Betrieb der Aufnahmetaschen,
womit diese sowohl für die originäre Beladung als auch für die gezielte Nachbringung
von fehlenden Druckprodukten betreibbar sein müssen.
[0021] Die Aufnahmetaschen selbst müssen demnach so ausgebildet sein, dass sie sich eignen,
ein nachproduziertes oder nachgeliefertes Druckprodukt gezielt und einwandfrei aufnehmen
zu können. Zu diesem Zweck wird vorzugsweise vorgesehen, dass der Reparaturvorgang,
welcher sowohl die Druckmaschine resp. die zweite Zwischenpufferung als auch die autonome
Förderlinie, als auch die Aufnahmetaschen operativ betreffen kann, von der genannten
übergelagerten Steuerung geführt wird, welche dafür sorgt, dass die interdependenten
Abläufe der verschiedenen Komponenten in Relation zum nachproduzierten oder nachgelieferten
Druckprodukt zeitlich und örtlich übereinstimmen.
[0022] Im Einzelnen gestaltet sich der Reparaturvorgang wie folgt:
Bei einem festgestellten fehlerbehafteten oder fehlenden Druckprodukt wird von der
Steuerung zunächst Befehl erteilt, das fehlerbehaftete Druckprodukt auszuscheiden.
Dann wird durch die Steuerung eine auf die betroffene Aufnahmetasche gerichtete Reparaturvorkehrung
eingeleitet, dergestalt, dass das nachproduzierte oder nachgelieferte Druckprodukt
über die autonome Förderlinie in zeitlicher und örtlicher Übereinstimmung mit der
durch einen der genannten Druckproduktfehler unvollständig beladenen Aufnahmetasche
beim laufenden Takt oder in zeitlicher und örtlicher Übereinstimmung beim nächstfolgenden
Takt der Einsteckmaschine.
[0023] Die Einsteckmaschine kann dabei als Taschenkette aufgebaut sein, wobei die Einsteckmaschine
auch aus mehreren parallel oder seriell angeordneten Taschenketten bestehen kann.
[0024] Die Einsteckmaschine kann auch aus einem rotierenden Förderorgan bestehen.
[0025] In beiden Fällen, also hinsichtlich einer Taschenkette oder eines rotierenden Förderorgans,
besteht die Einsteckmaschine aus einer bestimmten Anzahl subsequent disponierter Aufnahmetaschen,
welche entlang der Taschenkette oder in Drehrichtung des rotierenden Förderorgans
angeordnet sind, und wiederkehrend zur Förderung von Druckprodukten anlaufen.
[0026] Kommt bei der Fehlerbehebung die oben erstgenannte Möglichkeit zur Anwendung, d.h.,
die Einbringung eines nachproduzierten oder nachgelieferten Druckprodukts in die betroffene
Aufnahmetasche wird innerhalb des laufenden Takts der Einsteckmaschine durchgeführt,
so hängt deren Umsetzung davon ab, dass die Steuerung einwandfrei erkennt, dass die
zur Verfügung stehende Zeitspanne für diese Operation ausreicht, um die sichere Überführung
und Einbringung dieses Druckproduktes in die betroffene Aufnahmetasche innerhalb des
laufenden Takts der Einsteckmaschine zu gewährleisten.
[0027] Wird diese Zeitspanne von der Steuerung als operativ unzureichend qualifiziert, so
schaltet sie auf eine Ersatzmöglichkeit um, welche darin besteht, dass das nachproduzierte
oder nachgelieferte Druckprodukt in zeitlicher und örtlicher Übereinstimmung in die
betreffende Aufnahmetasche bei einem nächstfolgenden Takt der Einsteckmaschine eingebracht
wird, womit dann auf weitere fehleraufhebende Eingriffe verzichtet werden kann.
[0028] Die Steuerung kann auch vorsehen, dass die Versorgung der Aufnahmetaschen intertemporär
durch Umschaltungen von einer zur ersten Zwischenpufferung gehörenden Produktformation
auf eine andere Produktformation aufrechterhalten werden kann, wenn sich herausstellt,
dass weder die Nachproduktion noch die Nachlieferung von Druckprodukten über die autonome
Förderlinie rechtzeitig erfolgen kann.
[0029] Der Druckprozess kann aus zwei oder mehreren Druckmaschinen bestehen, welche parallel
oder intertemporär produzieren, wobei die autonome Förderlinie in Wirkverbindung mit
der einen und/oder der anderen Druckmaschine steht, und wobei durch vorzugsweise mechanisch
und/oder elektrisch und/oder mit einem Fluid betreibbare Weichen erreicht wird, dass
die autonome Förderlinie wechselweise sowohl von der einen als auch von der anderen
Druckmaschine mit Druckprodukten versorgt werden kann.
[0030] So gesehen, lässt sich auch eine Schaltung vorsehen, bei welcher die autonome Förderlinie
ausschliesslich mit einer intertemporär betriebenen Druckmaschine in Wirkverbindung
steht, dergestalt, dass diese Druckmaschine für die Belieferung der autonomen Förderlinie
mit Druckprodukten sozusagen auf Pikett steht.
[0031] Was die Art der zum Betrieb gelangenden Druckmaschinen betrifft, so kommen vorteilhaft
Digitaldruckmaschinen zum Einsatz, wobei auch konventionelle Druckmaschinen vorgesehen
werden können. Ein kombinierter Betrieb mit den beiden Arten ist auch möglich, insbesondere
dann, wenn die Art und die Herstellungstiefe der produzierten Druckprodukte verschiedenartig
ausfallen.
[0032] Sind mehrere Druckmaschinen im Einsatz, so lässt sich auch disponieren, dass beispielsweise
die erste Zwischenpufferung und allenfalls auch die zweite Zwischenpufferung ursächlich
von derselben Druckmaschine kontinuierlich oder intermediär, d.h. nach Bedarf, mit
Druckprodukten beladen werden.
Kurze Beschreibung der Figuren
[0033] Eine bevorzugte Ausführungsvariante der Erfindung geht aus der nachfolgenden Figur
hervor. Alle für das unmittelbare Verständnis der Erfindung nicht wesentlichen Elemente
sind weggelassen worden. Es zeigt:
Fig. 1 eine Verarbeitungsanlage.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0034] Bei den in einer Digitaldruckmaschine (DDM) 2 produzierten Produkten wird der gesamte
Inhalt des Druckproduktes in sequentieller Folge entlang einer Papierbahn gedruckt,
wobei die Papierbahn einseitig oder beidseitig bedruckt werden kann. Anschliessend
wird das Druckprodukt in einer Bearbeitungsstation 11 weiter verarbeitet, davon ausgehend,
dass die Breite der Papierbahn mindestens mit einer ersten Formatausdehnung des fertigen
Druckproduktes übereinstimmt.
[0035] Eine grundlegende, aber nicht ausschliessliche Bearbeitung der aus der DDM angelieferten
Produkte betrifft beispielsweise eine erste Trennoperation, welche quer zur Längsrichtung
der Papierbahn eine Abschnittlänge bildet, welche ein Mehrfaches einer zweiten Formatausdehnung
des fertigen Druckproduktes beträgt. Die so erhaltene Abschnittlänge wird durch mindestens
ein Falzmittel mindestens einmal quer gefalzt, und dass an dem so gefalzten Druckprodukt
durch mindestens eine in Längsrichtung der Papierbahn vorgenommene Trennoperation
mindestens eine Teilbahn mit einer Breite entsprechend der ersten Formatausdehnung
des fertigen Druckproduktes gebildet wird, womit hier eine Vorgehensweise zugrunde
liegt, welche durch ein Trennen/Falzen/Trennen charakterisiert ist.
[0036] Es ist aber auch möglich, eine Vorgehensweise zugrunde zu legen, welche durch Trennen/Trennen/Falzen
charakterisiert ist, dergestalt, dass durch mindestens eine erste Trennoperation in
Längsrichtung der Papierbahn, entsprechend der Breite der ersten Formatausdehnung
des fertigen Druckproduktes, mindestens eine Teilbahn gebildet wird, wobei dann durch
eine zweite Trennoperation quer zur Längsrichtung der Papierbahn eine Abschnittlänge
der Teilbahn gebildet wird, deren Länge ein Mehrfaches einer zweiten Formatausdehnung
des fertigen Druckproduktes beträgt, und dass anschliessend die Teilbahn entsprechend
der zweiten Formatausdehnung mindestens einmal quer gefalzt wird.
[0037] Die so erhaltenen Druckprodukte 10 werden dann über eine Förderstrecke 7 geleitet
und in einer ersten Zwischenpufferung 5 zu Produktformationen 5a-5c gelagert.
[0038] Die Reihenfolge der Produkte innerhalb dieser Produktformationen entspricht der logistischen
Abfolge des nachfolgenden Einsteckprozesses, wobei diese Abfolge von einer übergeordneten
Steuerung 1 festgelegt wird. Selbstverständlich kann die erste Zwischenpufferung 5
auch mindestens eine Produktformation 5a-5c aufweisen, welche aus nicht gefalzten
Druckprodukten besteht.
[0039] In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass die wichtigsten Steuerungsinformationen
und Befehle von der Steuerung 1 zu den operierenden Elementen der Produktionslinie
100 und umgekehrt in der Figur durch gestrichelte Linien angedeutet sind. Auch die
Pfeilrichtungen sind innerhalb der gesamten Steuerungsabfolgen nicht absolut zu verstehen.
[0040] Da der Prozess des digitalen Druckens und der nachfolgenden Bearbeitung der Produkte
in der Regel langsamer abläuft als die stromab betriebene Einsteckoperation, werden
die zur ersten Zwischenpufferung 5 gehörenden Produktformationen 5a-5c vorzugsweise
für eine kontinuierliche Versorgung einer Einsteckmaschine 4 (auch kurz ESM genannt)
gebildet und herangezogen. Die Art dieser Zwischenpufferung 5 hinsichtlich der Produktformationen
5a-5c richtet sich nach der Bearbeitung der von der DDM hergestellten Druckprodukte,
es können beispielsweise Pakete, Stangen, oder Rollen vorgesehen werden.
[0041] Durch eine solche Zwischenpufferung 5 können die später zur Verarbeitung gelangenden
Druckprodukte von dem eigentlichen Druckvorgang in DDM entkoppelt werden.
[0042] Die Einsteckoperation beginnt nach einer von der übergeordneten Steuerung 1 berechneten
Differenzzeit zwischen der benötigten Zeit beim Druckvorgang in der DDM 2 und der
benötigten zeitlichen Komponente für die Einsteckoperation selbst entlang der Einsteckmaschine
4.
[0043] Die in den Produktformationen 5a-5c -welche in beliebiger Anzahl vorgesehen werden
können- abgelegten Druckprodukte oder Produktpakete werden entsprechend den Vorgaben
der übergeordneten Steuerung 1, also entsprechend der festgelegter Reihenfolge, abgerufen,
und über eine Förderstrecke 7a zu einer Einspeisungsstation 9 geleitet, von wo die
Druckprodukte dann an die Einsteckmaschine 4 weitergeleitet werden.
[0044] Stromauf dieser Einspeisungsstation 9 dient die Einsteckmaschine 4, d.h. deren Aufnahmetaschen
4a, gleichzeitig zur Aufnahme von weiteren Druckprodukten, Hauptprodukt 3a (auch kurz
HP genannt) und Vorprodukt 3b (auch kurz VP genannt), welche ihrerseits in der Einsteckmaschine
4 zu einem zusammengesetzten Teilendprodukt überführt werden können.
[0045] Die Einbringung der genannten HP 3a und VP 3b in die jeweilige Aufnahmetasche 4a
kann durch ein aktives oder inaktives Öffnen dieser Tasche durchgeführt werden, wobei
in der Regel das HP 3a zur Aufnahme mindestens eines VP 3b dient. Beliebige Kombinationen
innerhalb der Aufnahmetasche 4a sind möglich, so kann beispielsweise das erste VP
die Funktion eines Unter-HP für ein nachfolgendes Unter-VP übernehmen, wobei auch
mehrere VP nebeneinander eine Stapelung innerhalb des HP bilden können.
[0046] Die zur ESM 4 gehörenden Aufnahmetaschen 4a sind vorzugsweise mit Haltevorrichtungen
ausgestattet, welche ein Herausfallen der nach einer bestimmten Reihenfolge dort eingebrachten
Produkte verhindern, insbesondere wenn es sich bei der ESM um ein rotatives Förderorgan
handelt. Eine solche Haltevorrichtung macht auch dann Sinn, wenn es darum geht, die
Zusammenstellung der einzelnen Druckprodukte nach einer bestimmten Reihenfolge vorzusehen,
unabhängig davon, welches Förderorgan hier zum Einsatz gelangt.
[0047] Werden die HP und VP auf alle Fälle mit Druckprodukten aus der ersten Zwischenpufferung
5 ergänzt oder kombiniert, so muss auf eine taktkonforme Beistellung aller Druckprodukte
geachtet werden. Bei der Einspeisung der Druckprodukte aus der Zwischenpufferung 5
erfolgt die Beibringung ohnehin zeitgerecht mit dem inneren Takt der ESM, da die Einspeisung
der Station 9 von einer autarken Belieferungsstation (Zwischenpufferung 5) erfolgt.
Wird das Fertigdruckprodukt durch HP, VP und aus Druckprodukten aus der DDM gebildet,
so muss deren Zusammenführung ebenfalls taktkonform erfolgen.
[0048] Soweit die zur Produktion der HP 3a und VP 3b vorgesehene Druckmaschine 13 mit der
nachfolgenden Bearbeitung dieser Druckprodukte, beispielsweise durch Einbringung einer
Falzung, langsamer vonstatten geht gegenüber dem taktmässigen Einsteckprozess in der
Einsteckmaschine, sei es auf Grund des Druckprozesses selbst oder auf Grund der Taktgeschwindigkeit
des Einsteckprozesses, so sollen diese Produkte in einer nicht näher gezeigten Zwischenpufferung
ebenfalls zwischengelagert werden.
[0049] Auch hier wird die Art der Zwischenpufferung nach der Bearbeitung der Druckprodukte
stromab der Druckmaschine in der Regel auf Pakete, Stangen oder Rollen ausgerichtet
sein. Sollten aber die HP und VP aus Broschüren mit einer gewissen Produktdicke bestehen,
kann eine solche Zwischenlagerung andere logistische Vorkehrungen aufweisen.
[0050] So gesehen, besteht demnach für die Bildung eines gemeinsamen Fertigdruckprodukts
eine Taktinterdependenz zwischen der Bildung des aus HP und VP bestehenden Teilendprodukts
aus einer Sammelstrecke 14 und der Beistellung von Druckprodukten aus der ersten Zwischenpufferung
5 über die Förderstrecke 7a. Dabei sind, je nach Anzahl der vorgesehenen Anleger auf
der Sammelstrecke 14, unterschiedliche Kombinationen und Ausrichtungen möglich, beispielsweise
flexible Zeitungszusammenstellungen, kundenorientierte Druckprodukte, optimierte Werbemöglichkeiten,
feinere Regionalisierungen, etc.
[0051] Wird während des fortlaufenden Einsteckprozesses von der übergeordneten Steuerung
1 ein Fehler festgestellt, zum Beispiel das Fehlen einer Beilage aus der ersten Zwischenpufferung
5, also aus einer Produktformation 5a-5c, oder wird im Nachgang während des Transports
zu der Einsteckmaschine 4 die Ausscheidung eines fehlerhaften Druckprodukts vorgenommen,
kann diese fehlende oder ausgeschiedene Beilage nicht aus dem nachfolgenden Zyklus
einer Produktformation 5a-5c in der ersten Zwischenpufferung 5 entnommen werden, da
dadurch eine nachfolgende Fehlerkette generiert würde.
[0052] Erfindungsgemäss wird nun zur Behebung des Fehlers eine autonome Förderlinie 8, eine
sogenannte "fast lane", vorgesehen, über welche nach Bedarf fehlende Druckprodukte
geliefert werden können, ohne auf den Betrieb der Produktionslinie 100 interferieren
zu müssen.
[0053] Durch die Steuerung 1 wird veranlasst, dass die nun fehlende Beilage, in der Figur
mit Position 12 kennzeichnet, in der DDM 2 umgehend nachproduziert, und, falls notwendig,
in der Bearbeitungsstation 11 auch gleich verarbeitet wird.
[0054] Diese nachproduzierte Beilage 12 nimmt jetzt aber nicht den Weg über die erste Zwischenpufferung
5 in Angriff, sondern sie wird über diese autonome Förderlinie 8, "fast lane", auf
direktestem Weg zu der Einsteckmaschine 4 geleitet, wo die fehlerbehaftete Einstecktasche
4a durch diese Beilage dann ergänzt wird. Dies gilt auch, wie weiter unter näher eingegangen
wird, wenn die fehlende Beilage 12a aus einer zweiten Zwischenpufferung 16 nachgebracht
wird.
[0055] Das Fertigdruckprodukt wird nach dessen Fertigstellung einer Weiterverarbeitungsstation
6 zugeleitet.
[0056] Es liegt auf der Hand, dass die Nachproduktion oder Nachlieferung einer beizubringenden
Beilage 12, 12a und deren Transport entlang der "fast lane" 8 auch eine bestimmte
Zeit in Anspruch nimmt.
[0057] Übersteigt diese für die Nachproduktion und allenfalls Bearbeitung und Transport
des nachzuliefernden Druckproduktes die taktmässig zur Verfügung stehende Zeitspanne
beim Betrieb der Einsteckmaschine 4, so greift die Steuerung zur Vermeidung von Wartezeiten
und von subsequenten Störungen bei der Einbringung der Druckprodukte in die Einsteckmaschine
4 ein, und setzt jene Betriebsweise operativ um, welche fallspezifisch für die sicherste
Nachbringung des fehlenden Druckprodukts Gewähr bietet.
[0058] Hierzu kann die Steuerung 1 Befehl geben, dass das nachzubringende Druckprodukt aus
der oder aus einer von der ersten Zwischenpufferung 5 völlig losgelösten zweiten Zwischenpufferung
16 beigebracht wird. Diese zweite Zwischenpufferung 16 muss dann so bestückt sein,
dass die Lieferung eines nachzubringenden Druckprodukts 12a über die "fast lane" 8
jederzeit möglich ist und ohne zeitliche Verzögerung erfolgen kann.
[0059] Wahlweise kann die Steuerung 1 auch intern disponieren, dass die Einspeisung der
Einsteckmaschine 4 von der durch den aufgetretenen Fehler behafteten Produktformation
5a-5c auf eine andere Produktformation innerhalb einer im Betrieb stehenden ersten
Zwischenpufferung 5 umgestellt wird, beispielsweise von 5a auf 5b oder 5c, bis die
nachzubringende Beilage 12 oder 12a über die "fast lane" 8 erfolgen kann.
[0060] Die Steuerung 1 lässt sich auch so programmieren, dass im Zusammenhang mit der Einsteckmaschine
4 eine Betriebsweise vorgesehen werden kann, bei welcher die im Verbund der Druckprodukte
nachträglich eingebrachte Beilage 12 oder 12a in die betreffende Aufnahmetasche 4a
beim nächstfolgenden Takt der Einsteckmaschine 4 erfolgen kann. Diese Vorkehrung lässt
sich immer dann vorteilhaft abrufen, wenn die Zeitintervalle für eine Nachproduktion
der Beilage oder deren Abrufung aus einer im Betrieb stehenden zweiten Zwischenpufferung
16 mit Sicherheit nicht ausreichen würde, oder wenn die Einspeisung der Einsteckstation
4 durch eine Umstellung von einer Produktformation auf eine andere innerhalb der ersten
im Betrieb stehenden Zwischenpufferung 5 als nicht opportun erscheint. Mithin wird
zum Ausdruck gebracht, dass die Zwischenpufferungen 5, 16 mehrfach vorhanden sein
können.
[0061] Dabei kann diese "Reparatur" so ablaufen, dass sie nicht auf die interne Reihenfolge
oder Strukturierung der Druckprodukte innerhalb einer Aufnahmetasche 4a Rücksicht
nehmen muss. In einem solchen Fall wird die fehlende Beilage einfach während eines
nachfolgenden Takts der Einsteckmaschine über die "fast lane" 8 nachgeliefert, so
dass die betreffende unvollständig beladene Aufnahmetasche 4a, welche sich dann taktkonform
in Übergabeposition befindet, beladen werden kann. Wenn also die mit einem unvollständigen
Paket beladene Aufnahmetasche 4a an die dafür vorgesehene Aufnahmestelle ankommt,
kann die nachgebrachte Beilage 12 oder 12a in die Aufnahmetasche eingebracht werden.
Die im Verbund operierende nachfolgende Aufnahmetasche kann dann ordentlich mit Beilagen
aus der ersten Zwischenpufferung 5 wieder beladen werden.
[0062] Lässt sich diese "Reparatur" für die betroffene Aufnahmetasche 4a aus irgendeinem
Grund nicht beim nächstfolgenden Takt der Einsteckmaschine 4 durchführen, so wird
die "Reparatur" beim übernächsten oder bei einem noch späteren Takt der Einsteckmaschine
4 durchgeführt. Solange eine solche Aufnahmetasche also noch unvollständig beladen
vorliegt, also mit der/den spezifisch fehlenden Beilage/Beilagen noch nicht beladen
werden konnte, kann die autonome Förderlinie 8, also "fast lane", für andere Förderungen
benutzt werden.
[0063] Sollen die Druckprodukte eines Fertigdruckproduktes dann eine bestimmte Reihenfolge
aufweisen, so lässt sich diese bei einer einzigen Beilage leicht durch entsprechende
Aktivierung der Halterungselemente in der Aufnahmetasche erzielen.
[0064] Sind demgegenüber verschiedene Beilagen nach einer bestimmten Reihenfolge einzubringen,
so lässt sich die Fehlerbehebung gegenüber den einzubringenden Beilagen, welche in
Abhängigkeit der Schlussreihenfolge des Fertigdruckproduktes angeliefert werden müssen,
vorteilhaft über die "fast lane" 8 bewerkstelligen. Wenn also beispielsweise zwei
Beilagen nach einer vorgegebenen Reihenfolge eingebracht werden müssen, und die erste
Beilage 12, 12a temporär weder durch Nachproduktion noch durch Nachlieferung beigebracht
werden kann, so ergeht von der Steuerung 1 Befehl, die Einbringung der zweiten Beilage
zunächst zu stoppen, bis die erste Beilage für die betroffene Aufnahmetasche 4a über
die "fast lane" 8 angeliefert werden kann.
[0065] Die "fast lane" 8 kann zu diesem Zweck vorteilhaft so weitergebildet werden, dass
sie über mindestens eine angeschlossene Bypass-Strecke 15 verfügt, auf welcher die
später einzubringenden Beilagen temporär in Wartestellung gehalten werden kann.
[0066] Wenn dann eine Anzahl von Bypass-Strecken vorgesehen werden, so lässt sich damit
jede Fehlerbehebung hinsichtlich eines Pakets mit zwei oder mehreren Beilagen erzielen,
selbst dann, wenn diese Beilagen nach einer vorgegebenen Reihenfolge in die Aufnahmetasche
4a eingebracht werden müssen. Zu diesem Zweck kann die Einbringung der Beilagen sowohl
über die "fast lane" 8 als auch über die Bypass-Strecke(n) 15 unmittelbar in Kadenz
oder indirekt über eine vorgängig disponierte Paketierung erfolgen.
[0067] Bei einer solchen Konfiguration lässt sich auch vorsehen, dass über die Bypass-Strecke
15 der "fast lane" 8 die punktuelle Bildung von Fertigpaketen mit einer divergierenden
Anzahl von Beilagen gegenüber einer Produktion von Paketen mit monoton gleicher Zusammensetzung
umsetzen lässt, was insbesondere vorteilhaft ist, wenn individualisierte Druckerzeugnisse
hergestellt werden sollen.
[0068] Eine "fast lane" 8 mit mindestens einer Bypass-Strecke 15 hat auch den Vorteil, dass
der ursprüngliche Zweck und Einsatz der "fast lane" 8 zunächst unberührt bleibt, während
die Bypass-Strecke 15 selbst für eine Reihe von zusätzlichen Funktionen zum Einsatz
gelangen kann.
[0069] Werden mehrere Bypass-Strecken gegenüber der "fast lane" 8 vorgesehen, so können
diese in Serie und/oder subsequent und/oder quasi-subsequent zueinander disponiert
werden.
[0070] Seriell zueinander bedeutet, dass die einzelnen Bypass-Strecken von der "fast lane"
8 abzweigen und stromab dieser Abzweigung wieder in die "fast lane" eingeleitet werden.
[0071] Subsequent zueinander bedeutet, dass aus einer vorgeschalteten Bypass-Strecke eine
nachgeschaltete Bypass-Strecke abzweigt, und stromab dieser Abzweigung wieder in die
vorgeschaltete oder in eine der vorgeschalteten Bypass-Strecken eingeleitet wird.
[0072] Es ist aber auch möglich, dass sich einzelne Bypass-Strecken nach ihrer Abzweigung
nicht rein subsequent verhalten, sondern direkt in die "fast lane" 8 oder in eine
beliebige vor- oder nachgeschaltete Bypass-Strecke eingeführt werden. In einem solchen
Fall spricht man von einer quasi-subsequenten Schaltung.
[0073] Selbstverständlich kann auch die gleiche "fast lane" 8 hinsichtlich der Fehlerbehebung
bei der Herstellung und Einbringung von HP und VP in die Einsteckmaschine herangezogen
werden; allenfalls soll nach diesem Prinzip eine weitere autonome "fast lane" vorgesehen
werden, welche dann ausschliesslich für die HP und VP zur Verfügung steht.
1. Verfahren zum Betrieb einer Produktionslinie zur Herstellung und Zusammenführung von
Druckprodukten, wobei die mit einer Steuerung (1) in Wirkverbindung stehende Produktionslinie
(100) durch mindestens eine Druckmaschine (2) betrieben wird, deren Druckprozess auf
die Herstellung von Druckprodukten verschiedener Fertigungsstufen ausgelegt ist, wobei
stromab der Druckmaschine mindestens eine mit Druckprodukten beladene erste Zwischenpufferung
(5) betrieben wird, und stromab dieser ersten Zwischenpufferung mindestens eine Bearbeitungsstation
(4) operiert, in welcher die Druckprodukte zu Fertigdruckprodukten verarbeitet werden,
wobei bei einem festgestellten druckproduktbezogenen Fehler oder bei einem Fehlen
eines Druckprodukts innerhalb des Druckprozesses oder stromab desselben von der Steuerung
(1) mindestens ein Befehl an die Druckmaschine oder an mindestens eine zweite Zwischenpufferung
(16) ergeht, das jeweils fehlerbehaftete oder fehlende Druckprodukt nachzuproduzieren
oder nachzuliefern, und wobei ein solches Druckprodukt (12, 12a) über mindestens eine
autonome Förderlinie (8) direkt an die druckproduktbezogene fehlerbehaftete Stelle
(4a) in der Bearbeitungsstation (4) befördert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bearbeitungsstation (4) als Einsteckmaschine mit einer Anzahl von Aufnahmetaschen
(4a) operiert.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die autonome Förderlinie (8) in operativer Wirkverbindung einerseits mindestens mit
der Druckmaschine (2) und andererseits mit der von dem druckproduktbezogenen Fehler
betroffenen Stelle (4a) der Bearbeitungsstation (4) steht.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die autonome Förderlinie (8) in operativer Wirkverbindung einerseits mindestens mit
der zweiten Zwischenpufferung (16) und andererseits mit der von dem druckproduktbezogenen
Fehler betroffenen Stelle (4a) der Bearbeitungsstation (4) steht.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die autonome Förderlinie (8) mindestens mit einer Bypass-Strecke (15) betrieben wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bearbeitung der Druckprodukte zu Fertigdruckprodukten stromab der Druckmaschine
(2) mindestens über eine Trenn- und/oder Falz- und/oder Steck- und/oder Heft- und/oder
Leimoperation vorgenommen wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bearbeitungsstation (4) mindestens mit einem mit Aufnahmetaschen (4a) bestückten
Förderorgan betrieben wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Förderorgan als eine Taschenkette oder als eine rotative Vorrichtung betrieben
wird.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung (1) bei einem festgestellten druckproduktbezogenen Fehler eine auf
die betroffene Aufnahmetasche (4a) gerichtete Reparaturvorkehrung einleitet, dergestalt,
dass das nachproduzierte oder nachgelieferte Druckprodukt (12, 12a) über die autonome
Förderlinie (8) hinsichtlich der betroffenen Aufnahmetasche (4a) entweder beim laufenden
Takt oder in zeitlicher und örtlicher Übereinstimmung bei einem darauffolgenden Takt
des zur Bearbeitungsstation (4) gehörenden Förderorgans eingebracht wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das nachproduzierte oder nachgelieferte Druckprodukt (12, 12a) über mindestens eine
mit der autonomen Förderlinie (8) in Wirkverbindung stehende Bypass-Strecke (15) eingebracht
wird.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das nachproduzierte oder nachgelieferte Druckprodukt (12, 12a) gemäss der vorgegebenen
druckproduktspezifischen Reihenfolge des Fertigdruckproduktes in die betroffene Aufnahmetasche
(4a) eingebracht wird.
12. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einbringung der Druckprodukte (12, 12a) nach einer bestimmten Reihenfolge in
die Aufnahmetasche (4a) über die autonome Förderlinie (8) und/oder über die Bypass-Strecke
(15) erfolgt, und dass die Einbringung unmittelbar in fortlaufender Kadenz oder indirekt
über eine vorgängig disponierte Paketierung durchgeführt wird.
13. Verfahren nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckprozess aus mindestens zwei Druckmaschinen (2, 13) betrieben wird, welche
parallel oder intertemporär produzieren, und dass die erste Zwischenpufferung (5),
die zweite Zwischenpufferung (16), die autonome Förderlinie (8), die Bypass-Strecke
(15), durch die eine und/oder die andere Druckmaschine beliefert werden.
14. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Druckmaschine (2. 13) eine Digitaldruckmaschine ist.
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Versorgung der Aufnahmetaschen (4a) bei einem fehlerbehafteten Ausbleiben der
anzuliefernden Druckprodukte aus einer zur ersten Zwischenpufferung (5) gehörenden
Produktformation (5a-5c) auf die Versorgung der Aufnahmetaschen (4a) durch eine andere
Produktformation innerhalb derselben oder einer anderen ersten Zwischenpufferung (5)
umgestellt wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Umstellung von einer Produktformation (5a-5c) zu einer anderen so lange aufrechterhalten
wird, bis die Lieferung der nachzubringenden Beilage (12, 12a) über die autonome Förderlinie
(8) und/oder Bypass-Strecke (15) bewerkstelligt wird.
17. Produktionslinie für die Herstellung und Zusammenführung von Druckprodukten, wobei
die mit einer Steuerung (1) in Wirkverbindung stehende Produktionslinie (100) mindestens
eine Druckmaschine (2) aufweist, deren Druckprozess auf die Herstellung von Druckprodukten
verschiedener Fertigungsstufen ausgelegt ist, wobei stromab der Druckmaschine (2)
mindestens eine mit Druckprodukten beladene erste Zwischenpufferung (5) vorhanden
ist, wobei stromab dieser ersten Zwischenpufferung mindestens eine Bearbeitungsstation
(4) vorhanden ist, in welcher die Druckprodukte zu Fertigdruckprodukten bearbeitbar
sind, wobei bei einem festgestellten druckproduktbezogenen Fehler oder bei einem Fehlen
eines Druckprodukts innerhalb des Druckprozesses oder stromab desselben von der Steuerung
mindestens ein Befehl an den Druckprozess in der Druckmaschine oder an mindestens
eine zweite Zwischenpufferung (16) ergeht, das jeweils fehlerbehaftete oder fehlende
Druckprodukt nachzuproduzieren oder nachzuliefern, und wobei ein solches Druckprodukt
(12, 12a) über mindestens eine autonome Förderlinie (8) direkt an die druckproduktbezogene
fehlerbehaftete Stelle (4a) in der Bearbeitungsstation (4) beförderbar ist.
18. Produktionslinie nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die autonome Förderlinie (8) mindestens eine Bypass-Strecke (15) aufweist.
19. Produktionslinie nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Bypass-Strecken in Serie gegenüber der autonomen Förderlinie geschaltet sind,
und/oder subsequent und/oder quasi-subsequent zueinander geschaltet sind