[0001] Die Erfindung betrifft ein Die Erfindung betrifft ein Treibriegelschloss für eine
einen Standflügel und einen Gangflügel aufweisende Tür, mit einem Fallenauswerfer,
einem parallel zu einer Stulp verschiebbaren Steuerschieber, einem Einzugsschieber
für eine Treibstange, wobei beim Betätigen des Steuerschiebers zuerst der Fallenauswerfer
verschoben und anschließend der Einzugsschieber angetrieben werden.
[0002] Bei einer bevorzugten Fluchttürlösung für zweiflügelige Türen kommen üblicherweise
Gangflügel- und Standflügelverschlusssysteme zum Einsatz. Auf der Standflügelseite
werden sogenannte Treibriegelschlösser verwendet. Bei einer Panikbetätigung des Standflügelschlosses
werden die obere und die untere Treibriegelstange eingezogen und gleichzeitig werden
über Auslöseschieber die Falle und der Riegel des Gangflügelschlosses in den Schlosskasten
zurückgedrückt, so dass das Türsystem geöffnet werden kann.
[0003] Die
EP 1 947 273 A zeigt ein derartiges Treibriegelschloss, welches beim Betätigen gleichzeitig die
Falle ausschiebt und die obere und untere Treibstange einzieht. Mit diesem Schloss
kann also nur der komplette Standflügel freigegeben werden. Es ist nicht möglich,
dass über das Treibriegelschloss nur der Gangflügel freigegeben wird, wohingegen der
Standflügel über die Treibstangen verriegelt bleibt.
[0004] Soll nun ein zweiflügeliges Türsystem durch den Einsatz von Drehflügelantrieben automatisiert
werden, müssen auch die Verschlusskomponenten elektrisch oder motorisch freigegeben
werden. Dies geschieht heute mittels eines im Treibriegelschloss integrierten elektrischen
Türöffners für die Freigabe der Falle des Gangflügelschlosses und eines in der Zarge
eingebauten Türöffners für die Freigabe der oberen Treibriegelstange. Auf die untere
Treibriegelstange muss verzichtet werden, da das Schloss nicht mechanisch, also über
eine Handhabe betätigt wird und somit die Stangen keine Hubbewegung ausführen würden.
[0005] Diese Art der Konstruktion zwingt den Verwender mindestens zwei kostenintensive,
für Feuerschutztüren geeignete elektrische Türöffner einzusetzen. Weiterhin schwächt
die fehlende untere Treibriegelstange die Eigenschaften der Tür bezüglich ihrer ursprünglichen
Eigenschaften in Bezug auf Feuerschutz, Rauchschutz und Einbruchhemmung.
[0006] Aus der
EP 2 264 268 A ist ein Treibriegelschloss bekannt, bei welchem über einen manuell über die Drückernuss
oder motorisch im Schlossgehäuse verschiebbaren Steuerschieber zuerst ein Fallen-
und ein Riegelauswerfer ausgeworfen und anschließend, d.h. verzögert, die untere und
die obere Treibstange eingezogen werden. Dabei erfolgt die Ansteuerung aller Bauteile
über den Steuerschieber.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Treibriegelschloss bereit zu stellen,
das sowohl manuell als auch motorisch ansteuerbar ist, das aber auch bei schwergängigen
Treibstangen noch sicher arbeitet, ohne dass große Antriebsmotoren erforderlich sind.
[0008] Diese Aufgabe wird mit einem Treibriegelschloss der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass der Steuerschieber über einen Steuerschlitz mit einem Umlenkhebel
mit dem Einzugsschieber gekoppelt ist.
[0009] Das erfindungsgemäße Treibriegelschloss besitzt den wesentlichen Vorteil, dass aufgrund
der zeitlichen Verzögerung des zweiten Bewegungsablaufes, d.h. der Entriegelung der
Treibstange, zuerst die Falle des Gangflügelschlosses aus dem Treibriegelschloss ausgeschoben
wird, so dass der Standflügel nach wie vor über die Treibstange oder die Treibstangen
verriegelt bleibt. Sodann erfolgt in einem zweiten Arbeitsschritt die Entriegelung
der Treibstangen, so dass der Standflügel vollständig entriegelt ist. Er kann nunmehr
ebenfalls geöffnet werden. Dies wird erfindungsgemäß dadurch erzielt, dass der Ausschub
der Falle und der Einzug der Treibstangen zeitlich nacheinander erfolgen. Außerdem
kann das erfindungsgemäße Treibriegelschloss nicht nur mittels eines Drückers manuell
betätigt sondern auch motorisch angesteuert werden.
[0010] Das sequentielle motorisch angetriebene Treibriegelschloss teilt also den Gesamtbewegungsablauf
beim Betätigen des Schlosses in zwei hintereinander ablaufende Bewegungsabläufe auf.
Die Falle und gegebenenfalls ein Riegel des Gangflügelschlosses werden beim ersten
Bewegungsablauf über den bzw. die Auswerfer ausgeschoben, was z.B. für die Verwendung
von Zutrittskontrollsystemen oder die automatisierte Öffnung des Gangflügels erforderlich
ist. Danach erfolgt mittels des zweiten Bewegungsablaufes das Einziehen der Treibriegelstangen,
was für die zusätzliche Freigabe des Standflügels erforderlich ist.
[0011] Im Gegensatz zu den oben erwähnten herkömmlichen Konstruktionen können bei der Erfindung
die Elektroöffner eingespart und sowohl die obere als auch die untere Treibriegelstange
verwendet werden.
[0012] Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass mittels des Steuerschiebers zwar der Fallenauswerfer
direkt betätigt, der Einzugsschieber aber über einen Umlenkhebel angetrieben werden.
Der Umlenkhebel ist schwenkbar gelagert und weist zwei Hebelarme auf, wobei der eine
Hebelarm für den Antrieb über den Steuerschieber und der andere Hebelarm für den Abtrieb
dient. Die Länge der Hebelarme kann so eingestellt werden, dass optimale Bewegungsabläufe
für den Einzugsschieber erreicht werden. Die Antriebsmotoren können dadurch kleiner
gestaltet werden und finden nunmehr Platz im Gehäuse des Treibriegelschlosses.
[0013] Bei einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Treibriegelschlosses ist der Steuerschieber
ausschließlich motorisch antreibbar, insbesondere verschiebbar. Bei einer manuellen
Betätigung mittels eines Drückers oder einer Drückersange bleibt der Steuerschieber
in Ruhe und wird nicht verlagert. Hierdurch werden die Betätigungskräfte reduziert
und es bedarf keines Freilaufs für den mit dem Steuerschieber gekoppelten Antriebsmotor.
[0014] Bei einer bevorzugten Weiterbildung des Treibriegelschlosses weist der Steuerschieber
eine erste Steuerkurve mit einem ersten und einem zweiten Steuerabschnitt für den
Fallenauswerfer auf, wobei über den ersten Steuerabschnitt der Fallenauswerfer ausgeworfen
wird, und der erste Steuerabschnitt einen Freischnitt aufweist, über den das Steuerelement
des Fallenauswerfers vom ersten Steuerabschnitt abheben kann. Befindet sich der Steuerschieber
in seiner Ruhelage, dann kann der Fallenauswerfer dennoch manuell ausgeschoben werden,
was durch den Freischnitt im Steuerschieber ermöglicht wird.
[0015] Sollte das Gangflügelschloss nicht nur mit einer Falle sondern auch mit einem Riegel
versehen sein, dann weist der Steuerschieber des erfindungsgemäßen Treibriegelschlosses
eine zweite Steuerkurve mit einem ersten und einem zweiten Steuerabschnitt für den
Riegelauswerfer auf, wobei über den ersten Steuerabschnitt der Riegelauswerfer ausgeworfen
wird, und der erste Steuerabschnitt einen Freischnitt aufweist, über den das Steuerelement
des Riegelauswerfers vom ersten Steuerabschnitt abheben kann. Somit besteht auch für
den Riegelauswerfer die Möglichkeit, dass dieser manuell betätigt werden kann, ohne
dass der Steuerschieber verlagert wird.
[0016] Der Freischnitt weist einen dreieckförmigen Querschnitt auf, so dass der Fallenauswerfer
und/oder der Riegelauswerfer in jeder Lage des Steuerschiebers manuell ausgeworfen
werden können.
[0017] Eine Weiterbildung des Treibriegelschlosses sieht eine Drückernuss und einem von
der Drückernuss antreibbaren Nussschwenkhebel vor, mit dem direkt oder indirekt der
Fallenauswerfer ausschiebbar ist. Das Treibriegelschloss kann bei dieser Ausgestaltung
nicht nur über eine Betätigung des Steuerschiebers sondern auch über einen Drücker
oder eine Drückerstange manuell betätigt werden. Durch mehr oder weniger weites Niederdrücken
des Drückers wird nur die Falle ausgeschoben oder es wird das gesamte Treibriegelschloss
entriegelt und der Standflügel kann aufgeschwenkt werden.
[0018] Mit Vorzug ist der Nussschwenkhebel mit einer schwenkbar gelagerten Einzugsschwinge
für einen Einzugsschieber für die Treibstange gekoppelt. Die Einzugsschwinge ist schwenkbar
gelagert und weist einen mit dem Einzugsschieber und einen mit dem Nussschwenkhebel
gekoppelten Schwingenarm auf, so dass durch geeignete Wahl der Armlängen optimale
Hebelverhältnisse eingestellt werden können.
[0019] Um bei einer motorischen Betätigung des Treibriegelschlosses, also wenn der Steuerschieber
im Schlossgehäuse verlagert wird, zu vermeiden, dass die Drückernuss gedreht wird,
ist der Nussschwenkhebel über einen Freilauf mit der Drückernuss gekoppelt.
[0020] Eine Weiterbildung des Treibriegelschlosses sieht vor, dass der Nussschwenkhebel
mit einem drehbar gelagerten ersten Koppelglied kämmt, welches einen Riegelauswerfer
ausschiebt. Dabei ist das erste Koppelglied mit einem zweiten Koppelglied gekoppelt
und das zweite Koppelglied treibt einen zweiten Einzugsschieber für eine zweite Treibstange
an.
[0021] Vorzugsweise sind mittels des Umlenkhebels der zweite Einzugsschieber, das ersten
und zweite Kopplungsglied, der Nussschwenkhebel, die Einzugsschwinge und der erste
Einzugsschieber betätigbar. Der erste Einzugsschieber besitzt also keine direkte Verbindung
zum Steuerschieber.
[0022] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
sowie der nachfolgenden Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnung ein
besonders bevorzugtes Ausführungsbeispiel im Einzelnen beschrieben ist. Dabei können
die in der Zeichnung dargestellten sowie in der Beschreibung und in den Ansprüchen
erwähnten Merkmale jeweils einzeln für sich oder in beliebiger Kombination erfindungswesentlich
sein.
[0023] In der Zeichnung zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer zweiflügeligen Tür mit einem Gang- und einem Standflügel;
- Figur 2
- eine Draufsicht auf ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Treibstangenschlosses
bei abgenommener Schlossdecke, wobei das Schloss sich in der Grundstellung befindet;
- Figur 3
- eine Ansicht auf die Rückseite des Treibstangenschlosses gemäß Figur 2 bei abgenommenem
Schlossboden;
- Figur 4
- das Schloss gemäß Figur 2 mit teilweise verschobenem Steuerschieber;
- Figur 5
- eine Ansicht auf die Rückseite des Treibstangenschlosses gemäß Figur 4;
- Figur 6
- das Schloss gemäß Figur 2 mit vollständig verschobenem Steuerschieber;
- Figur 7
- eine Ansicht auf die Rückseite des Treibstangenschlosses gemäß Figur 6; und
- Figur 8
- eine Explosionsdarstellung des erfindungsgemäßen Treibstangenschlosses.
[0024] In der Figur 1 ist eine insgesamt mit 10 bezeichnete Tür dargestellt, die einen Standflügel
12 und einen Gangflügel 14 aufweist. Sowohl der Standflügel 12 als auch der Gangflügel
14 sind über Scharniere 16 mit einem Rahmen 18 schwenkbar verbunden. Der Gangflügel
14 ist über ein Schloss 20 mit dem Standflügel 12 verriegelbar und der Standflügel
12 weist ein Treibriegelschloss 22 auf, an welchem eine obere Treibstange 24 und eine
untere Treibstange 26 angekoppelt sind. Die untere Treibstange 26 greift mit ihrem
nach unten weisenden freien Ende 28 in den Boden und die obere Treibstange 24 greift
mit ihrem nach oben weisenden freien Ende 30 in den Querbalken 32 des Rahmens 18 ein.
Ferner ist erkennbar, dass das Schloss 20 und das Treibriegelschloss 22 einander gegenüberliegen,
so dass die Falle des Schlosses 20 in das Treibriegelschloss 22 eingreift. Ebenso
greift der Riegel des Schlosses 20 in das Treibriegelschloss 22 ein.
[0025] Die Figuren 2 und 3 zeigen das Treibriegelschloss 22 ohne Gehäusedecke, wobei das
Treibriegelschloss 22 mit einer Stulpe 34 verschraubt ist. Im Inneren des Treibriegelschlosses
22 befindet sich ein Steuerschieber 36, der einen aus dem einen Ende eine Mitnehmeröffnung
38 aufweist, an welcher der Mitnehmer eines Antriebsmotors 40 angreift, über welchen
der Steuerschieber 36 in Längsrichtung des Treibriegelschlosses 22 beziehungsweise
parallel zur Stulpe 34 verschiebbar ist. Der Steuerschieber 36 weist eine erste Steuerkurve
42 (siehe Figur 8) mit einem ersten Steuerabschnitt 44 und einem zweiten Steuerabschnitt
46 für einen Fallenauswerfer 48 auf, der mit einem Steuerzapfen 50 in die erste Steuerkurve
42 eingreift. Zudem ist der Steuerzapfen 50 in einer Quernut 52 im Gehäuseboden 54
derart geführt, dass der Fallenauswerfer 48 sich ausschließlich quer zur Stulpe 34
bewegen kann.
[0026] Der Steuerschieber 36 weist außerdem eine zweite Steuerkurve 56 mit einem ersten
Steuerabschnitt 58 und einem zweiten Steuerabschnitt 60 für einen Riegelauswerfer
62 auf, der mit einem Steuerzapfen 64 in die zweite Steuerkurve 56 eingreift. Der
Steuerzapfen 64 ist ebenfalls in einer Quernut im Gehäuseboden 54 derart geführt,
dass der Riegelauswerfer 62 sich ausschließlich quer zur Stulpe 34 bewegen kann. Beide
Steuerkurven 42 und 56 und insbesondere die beiden zweiten Steuerabschnitte 44 und
58 besitzen jeweils einen Freischnitt 66, dessen Funktion später erläutert wird.
[0027] In den Figuren 4 und 5 ist der Mitnehmer des Antriebsmotors 40 um eine erste Wegstrecke
68 bewegt und dadurch der Steuerschieber 36 in eine erste Position verschoben. Die
beiden ersten Steuerabschnitt 44 und 58 haben die beiden Steuerzapfen 50 und 64 des
Fallenauswerfers 48 und Riegelauswerfers 62 quer zur Stulpe 34 verlagert und die beiden
Auswerfer 48 und 62 in eine Position gebracht, in welcher diese die Falle und den
Riegel des Schlosses 20 aus dem Treibriegelschloss 22 auswerfen. Der Gangflügel 14
kann nunmehr geöffnet werden.
[0028] In den Figuren 6 und 7 hat der Mitnehmer des Antriebsmotors 40 schließlich eine zweite
Wegstrecke 70 zurückgelegt und dadurch der Steuerschieber 36 in eine zweite Position
verschoben. Die beiden Steuerzapfen 50 und 64 des Fallenauswerfers 48 und Riegelauswerfers
62 befinden sich nun in den beiden zweiten Steuerabschnitten 46 und 60, die die beiden
Auswerfer 48 und 62 gegen Eindrücken sichern.
[0029] Der Steuerschieber 36 weist außerdem einen Steuerschlitz 72 auf, in welchen ein Zapfen
74 eines Umlenkhebels 76 eingreift. Der Umlenkhebel 76 ist schwenkbar gelagert und
weist einen ersten Schwenkarm 78 auf, von welchem der Zapfen 74 abragt. Der zweite
Schwenkarm 80 hintergreift mit seinem hakenförmigen Ende einen Mitnehmerzapfen 82
eines Mitnehmers 84, der verschieblich im Schlossgehäuse gelagert ist. An diesem Mitnehmer
84 ist eine Zugstange 86 angeschraubt, die bis ans untere Ende des Treibriegelschlosses
22 reicht und an welchem ein Einzugsschieber 88 für die untere Treibstange 26 befestigt
ist.
[0030] Der Mitnehmer 84 besitzt einen zweiten Mitnehmerzapfen 90, an welchem das hakenförmige
Ende eines zweiten Koppelgliedes 92 angreift. Das zweite Koppelglied 92 ist verschwenkbar
gelagert und bildet mit einem Fortsatz eine Schlitzführung 94 für einen Zapfen 96
eines ersten, drehbar gelagerten Koppelgliedes 98. Dem Zapfen 96 liegt ein Zahnkranzabschnitt
100 gegenüber, der mit einer Verzahnung 102 eines Nussschwenkhebels 104 kämmt. In
den Nussschwenkhebel 104 greifen zwei Mitnehmer einer Drückernuss 106 und am freien
Ende des Hebelarms 108 ist das Ende eines Arms 110 einer Einzugsschwinge 112 angekoppelt,
die mit einem Betätigungsfinger 114 einen Einzugsschieber 116 hintergreift.
[0031] Bei unbetätigtem Antriebsmotor 40 (Figuren 2 und 3) liegt der Zapfen 74 am einen
Ende des Steuerschlitzes 72 an. In der Zwischenstellung des Antriebsmotors 40 gemäß
der Figuren 4 und 5 liegt der Zapfen 74 am anderen Ende des Steuerschlitzes 72 an,
so dass der Umlenkhebel 76 weiterhin seine Ruhelage einnimmt. Dies bedeutet, dass
zwar der Fallenauswerfer 48 als auch der Riegelauswerfer 62 ihre Arbeitslage einnehmen,
die Treibstangen 24 und 26 aber nach wie vor ausgeschoben sind.
[0032] In der betätigten Endstellung des Antriebsmotors 40, die in den Figuren 6 und 7 gezeigt
ist, ist der Zapfen 74 mittels des Steuerschlitzes 72 mitgenommen und dadurch der
Umlenkhebel 76 in die Arbeitslage verschwenkt worden. Durch den zweiten Schwenkarm
80 wurde der Mitnehmerzapfen 82 verschoben. Der Mitnehmer 84 bewirkt über seinen zweiten
Mitnehmerzapfen 90 eine Verschwenkung des zweiten Koppelgliedes 92, das wiederum über
den in die Schlitzführung 94 eingreifenden Zapfen 96 eine Verdrehung des ersten Koppelgliedes
98 bewirkt. Der über die Verzahnung 102 angekoppelte Nussschwenkhebel 104 wird ebenfalls
verschwenkt und nimmt die Einzugsschwinge 112 mit.
[0033] Auf diese Weise werden während des zweiten Betätigungsabschnittes des Antriebsmotors
40, d.h. erst nach dem Auswerfen des Fallenauswerfers 48 und des Riegelauswerfers
62, durch Betätigen des Umlenkhebels 76 die Zugstange 86 mit Einzugsschieber 88 und
mittels der Einzugsschwinge 112 der Einzugsschieber 116 eingezogen und dadurch die
beiden Treibstangen 24 und 26 aus dem Querbalken 32 und dem Boden gelöst.
[0034] Wird das erfindungsgemäße Treibstangenschloss 22 manuell mittels eines Drückers oder
einer Druckstange betätigt, dann bewirkt eine erste Drehung der Drückernuss 106, bei
welcher der Nussschwenkhebel 104 über die beiden seitlichen Mitnehmer mitgenommen
wird, eine erste Drehung des Nussschwenkhebels 104 um die Achse der Drückernuss 106,
wobei nun der Nussschwenkhebel 104 als Antrieb für die Einzugsschwinge, das erste
und das zweite Koppelglied 98 und 92 dient. Die Einzugsschwinge 112 und der Hebelarm
des Nussschwenkhebels 104 bilden einen Fallenauswerferantrieb und die beiden Koppelglieder
92 und 98 einen Riegelauswerferantrieb. Der Fallenauswerfer 48 und der Riegelauswerfer
62 werden ausgeworfen. Mittels der Einzugsschwinge 112 und des zweiten Koppelgliedes
92 werden aber auch die beiden Einzugsschieber 116 und 88 eingezogen. Von Vorteil
ist, dass der Mitnehmerzapfen 82 des Mitnehmers 84 vom Umlenkhebel 76 abhebt und dadurch
der Steuerschieber 36 nicht betätigt wird und in seiner Ruhelage verbleibt. Ein Verschieben
des Fallenauswerfers 48 und des Riegelauswerfers 62 kann dennoch erfolgen, da die
beiden Steuerzapfen 50 und 64 im Freischnitt 66 von den beiden Steuerabschnitten 44
und 58 abheben können.
[0035] Selbst wenn nun der Antriebsmotor 40 betätigt wird, wird lediglich der Steuerschieber
36 verfahren, so dass die beiden Steuerzapfen 50 und 64 aus dem Freischnitt 66 in
die beiden ersten Steuerabschnitte 46 und 60 einfahren uns sich der Umlenkhebel 76
mit deinem zweiten Schwenkarm 80 am Mitnehmerzapfen 82 anlegt. Eine Rückstellung und
definierte Ruhelage erhalten die Bauteile über eine Rückstellfeder 118, die den Einzugsschieber
88 in seine ausgefahrene Lage drängt, was in den Figuren 2 bis 5 dargestellt ist.
1. Treibriegelschloss (22) für eine einen Standflügel (12) und einen Gangflügel (14)
aufweisende Tür (10), mit einem Fallenauswerfer (48), einem parallel zu einer Stulpe
(34) verschiebbaren Steuerschieber (36), und einem Einzugsschieber (88, 116) für eine
Treibstange (24, 26), wobei beim Betätigen des Steuerschiebers (36) zuerst der Fallenauswerfer
(48) verschoben und anschließend der Einzugsschieber (88, 116) angetrieben werden,
dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerschieber (36) über einen Steuerschlitz (72) mit einem Umlenkhebel (76)
mit dem Einzugsschieber (88, 116) gekoppelt ist.
2. Treibriegelschloss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerschieber (36) ausschließlich motorisch antreibbar, insbesondere verschiebbar
ist.
3. Treibriegelschloss nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerschieber (36) eine erste Steuerkurve (42) mit einem ersten und einem zweiten
Steuerabschnitt (44, 46) für den Fallenauswerfer (48) aufweist und dass über den ersten
Steuerabschnitt (44) der Fallenauswerfer (48) ausgeworfen wird, wobei der erste Steuerabschnitt
(44) einen Freischnitt (66) aufweist, über den das Steuerelement (50) des Fallenauswerfers
(48) vom ersten Steuerabschnitt (44) abheben kann.
4. Treibriegelschloss nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerschieber (36) eine zweite Steuerkurve (56) mit einem ersten und einem zweiten
Steuerabschnitt (58, 60) für den Riegelauswerfer (62) aufweist und dass über den ersten
Steuerabschnitt (58) der Riegelauswerfer (62) ausgeworfen wird, wobei der erste Steuerabschnitt
(58) einen Freischnitt (66) aufweist, über den das Steuerelement (64) des Riegelauswerfers
(62) vom ersten Steuerabschnitt (58) abheben kann.
5. Treibriegelschloss nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Freischnitt (66) dreieckförmig ist.
6. Treibriegelschloss nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Drückernuss (106) und einem von der Drückernuss (106) antreibbaren Nussschwenkhebel
(104), mit dem direkt oder indirekt der Fallenauswerfer (48) ausschiebbar ist.
7. Treibriegelschloss nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Nussschwenkhebel (104) mit einer schwenkbar gelagerten Einzugsschwinge (112)
für einen Einzugsschieber (116) für die Treibstange (24) gekoppelt ist.
8. Treibriegelschloss nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Nussschwenkhebel (104) über einen Freilauf mit der Drückernuss (106) gekoppelt
ist.
9. Treibriegelschloss nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Nussschwenkhebel (104) mit einem drehbar gelagerten ersten Koppelglied (98) kämmt,
welches einen Riegelauswerfer (62) ausschiebt.
10. Treibriegelschloss nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Koppelglied (98) mit einem zweiten Koppelglied (92) gekoppelt ist und das
zweite Koppelglied (92) einen zweiten Einzugsschieber (88) für eine zweite Treibstange
(26) antreibt.
11. Treibriegelschloss nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mittels des Umlenkhebels (76) der zweite Einzugsschieber (88), das ersten und zweite
Kopplungsglied (98, 92), der Nussschwenkhebel (104), die Einzugsschwinge (112) und
der erste Einzugsschieber (116) betätigbar sind.