[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Anordnung von Effusionslöchern und
Prallkühllöchern in einer Brennkammerwand einer Gasturbine gemäß dem Oberbegriff des
Anspruchs 1. Im Einzelnen bezieht sich die Erfindung auf die Anordnung und gegenseitige
Zuordnung der Effusionslöcher und der Prallkühllöcher in der Brennkammerwand sowie
in der an dieser befestigten Brennkammerschindel. Die Erfindung bezieht sich auch
auf eine Brennkammerwand, welche nach dem Verfahren hergestellt ist.
[0002] Aus dem Stand der Technik ist es bekannt, die Brennkammerwand bzw. den Schindelträger
mit Prallkühllöchern zu versehen. Durch diese Prallkühllöcher wird Kühlluft auf die
Oberfläche der Brennkammerschindel geleitet, um die Brennkammerschindel zu kühlen.
Die Kühlung der Brennkammerschindel erfolgt dabei durch die Prallkühlung von der kalten
Seite der Brennkammerschindel aus. Üblicherweise ist die Brennkammerschindel von der
Brennkammerwand beabstandet, so dass sich ein Zwischenraum bildet, durch welchen dann
die Kühlluft, die aus den Prallkühllöchern ausgetreten ist, bewegen kann. Auf diese
Weise wird die dem Innenvolumen der Brennkammer abgewandte Seite der Brennkammerschindel,
welche als kalte Seite bezeichnet wird, gekühlt.
[0003] Mittels der Effusionslöcher strömt Kühlluft durch die Brennkammerschindel und legt
sich als Film auf die heiße Oberfläche der Brennkammerschindel, um diese zu kühlen
und vor den heißen Verbrennungsgasen abzuschirmen.
[0004] Die
WO 92/16798 A1 beschreibt den Aufbau einer Gasturbinenbrennkammer durch mit Stehbolzen befestigten,
metallischen Schindeln, welche durch die Kombination von Prall- und Effusionskühlung
zu einer effektiven Kühlwirkung führt und somit die Reduktion des Kühlluftverbrauchs
erlaubt. Die geometrische Beziehung der Prall- zu den Effusionslöchern wird nicht
definiert, jedem Prallkühlloch ist ein Effusionsloch zugeordnet.
[0005] Die
US 6 237 344 B1 beschreibt eine zweischichtige Prall-Effusionskühlung unter Verwendung von zwei Blechen,
welche durch auf der kalten Seite eingedrückte Ausbuchtungen in einem definierten
Abstand gehalten werden. Hierbei wird eine 1:1-Beziehung von Ausbuchtungen und Prallkühllöchern
festgelegt, da die Ausbuchtungen die Prallkühlstrahlen vor der Querströmung in der
Prallkühlkavität schützen sollen. Eine geometrische Beziehung zwischen Prall- und
Effusionslöchern wird nicht beschrieben.
[0006] Die
EP 1 104 871 B1 beschreibt die Beziehung von einem großen Prallkühlloch zu einer Gruppe von Effusionslöchern,
zum Beispiel von 6 Effusionslöchern, gleichmäßig beabstandet von einem zentralen siebten
Effusionsloch, wobei der Prallkühlstrahl innerhalb der Gruppe auf die Effusionswand
trifft. Die Prallkühllöcher werden so in versetzten Reihen angeordnet, dass sich ein
gleichmäßiger Abstand zu den umgebenden Prallkühllöchern ergibt und somit ein gleichseitiges
Dreieck zwischen diesen gebildet wird, wobei eine Seite des Dreiecks in Umfangsrichtung
ausgerichtet ist.
[0007] Die
US 5 758 504 A beschreibt ein Prall-Effusionsmuster, bei dem die Prallkühllöcher in gleichseitigen
Vierecken auf der Brennkammerwand angeordnet sind, wobei eine Diagonale des Quadrats
in Umfangsrichtung ausgerichtet ist. Die Effusionslöcher sind relativ zu den Prallkühllöchern
nach verschiedenen Prinzipien angeordnet (z.B. relativ zu den Eckpunkten des Quadrates,
aber nicht in der Mitte).
[0008] Der Stand der Technik zeigt Konstruktionsprinzipien von Kühllochmustern, welche in
unterschiedlicher Art und Ausgestaltung angeordnet sein können. So sind Sprungmuster
bekannt, welche zwei oder mehr Ausnehmungen umfassen können. Der Stand der Technik
zeigt auch n-eckige Grundzellen, beispielsweise dreieckige oder viereckige oder quadratische
Grundzellen, wobei eine Seite oder Diagonale der Grundzelle meist in Umfangsrichtung
oder in axialer Richtung der Brennkammer (bezogen auf eine Mittelachse der Brennkammer)
ausgerichtet ist.
[0009] Wenn konstruktiv keine Beziehung von Prall- und Effusionslöchern vorgegeben ist,
dann kann es passieren, dass Prallkühlstrahlen direkt ein Effusionsloch treffen und
daher nicht im eigentlichen Sinne auf die Brennkammerwand prallen, sondern gleich
durch das Effusionsloch abfließen. Dann bildet sich kein Staupunkt auf der Brennkammerwand.
Ein hoher Wärmeübergang an dieser Stelle und somit die überlegene Kühlwirkung bleiben
somit aus.
[0010] Wird eine feste Beziehung zwischen Prall- und Effusionsstrahlen bei der Konstruktion
festgelegt (z.B. das Prallkühlloch trifft die Wand immer in einem Abstand x stromauf
auf den Symmetrielinien zwischen den beiden Effusionslöchern, durch die die Luft wieder
abfließt), dann muss die Konstruktion und auch die Fertigungsqualität dies auch ermöglichen,
sonst läuft man Gefahr, doch wieder ein Prallkühlloch direkt über einem Effusionsloch
zu platzieren und die Prallkühlwirkung zu verlieren. Bei der Summe von Bauteil- und
Montagetoleranzen ist es aber erfahrungsgemäß schwierig, eine große Anzahl von Löchern
bei allen möglichen Abweichungen der Bauteile voneinander richtig zu positionieren.
[0011] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Anordnung von Effusionslöchern
und Prallkühllöchern zu schaffen, welches bei einfacher Ausgestaltung und einfacher
Anwendbarkeit eine betriebssichere und zuverlässige Kühlung der Brennkammerschindeln
gewährleistet.
[0012] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmalskombination des Anspruchs 1 gelöst.
[0013] Erfindungsgemäß ist somit vorgesehen, die Muster der Effusionslöcher und der Prallkühllöcher
auszuwählen und anschließend abzugleichen, ob diese in ihrer gegenseitigen Zuordnung
die Anforderungen erfüllen. Diese Vorgehensweise kann insbesondere auch rechnergestützt
durchgeführt werden.
[0014] Es wird erfindungsgemäß jeweils ein unterschiedliches Ordnungsprinzip für die Prallkühllöcher
und die Effusionslöcher in der Art verwendet, dass die Möglichkeit, dass ein Prallkühlloch
direkt ein Effusionsloch trifft, minimiert wird, trotz der Bauteil- und Montagetoleranzen.
[0015] Wird auf der Effusionsseite ein n-Sprungmuster verwendet, so dass sich nach n Reihen
bzw. Spalten das Muster wiederholt, dann wird auf der Prallkühlseite eine m-seitige
Grundzelle zur Verteilung der Prallkühllöcher in der Art verwendet, so dass die Wahrscheinlichkeit,
ein Prallkühlloch direkt über einem Effusionsloch zu platzieren, unter Berücksichtigung
aller Bau- und Montagetoleranzen minimiert wird.
[0016] Eine Grundzelle ist hier so definiert, dass in jeder Ecke der Grundzelle ein Kühlluftloch
vorhanden ist.
[0017] Die ausgewählte Grundzelle wird dann in ihrer Kantenlänge und ihrer Ausrichtung gegenüber
der axialen Richtung und der Umfangsrichtung so gedreht, dass die Wahrscheinlichkeit
der Überschneidung trotz der Bauteil- und Montagetoleranzen minimiert wird. Ist die
Anzahl der Überschneidungen für die ausgewählte Grundzelle immer noch zu hoch oder
liegen die Treffer zu nahe beieinander, so wird eine Grundzelle mit einer höheren
oder niedrigeren Eckenanzahl ausgewählt und die Optimierung wiederholt.
[0018] Unter Axialrichtung wird erfindungsgemäß eine Richtung parallel zur Mittelebene der
Brennkammer und somit längs der Durchströmungsrichtung der Brennkammer verstanden.
[0019] Das gleiche erfindungsgemäße Verfahren kann auch bei einer Anordnung der Effusionslöcher
auf einem n-eckigen Grundmuster verwendet werden.
[0020] Aus dieser Überlegung ergibt sich erfindungsgemäß folgendes Verfahren zu Festlegung
der Lochmuster für Pralllöcher und Effusionslöcher, bei dem die Eingangsdaten aus
der Kühlungsauslegung die Summe der geometrischen Flächen aller Effusionslöcher, die
Summe der Flächen aller Prallkühllöcher und die zu kühlende Fläche als bekannt bzw.
gegeben vorausgesetzt werden:
- 1.) Festlegung der maximal erlaubten Treffer, bei welchem eine Prallkühllochachse
einen Effusionslochmittelpunkt in einem Abstand y trifft und des Mindestabstandes
zwischen den Treffern.
- 2.) Auswahl des Musters für die Effusionslöcher.
- 3.) Festlegung des Durchmessers der Effusionslöcher.
- 4.) Berechnung der Abmaße der Grundzelle für die Effusionslöcher, so dass alle vorgesehenen
Löcher in die zu kühlende Fläche passen.
- 5.) Verteilung der Effusionslöcher in der zu kühlenden Fläche gemäß der Auswahl in
2. und 3.
- 6.) Auswahl des Musters für die Prallkühllöcher.
- 7.) Festlegung des Durchmessers der Prallkühllöcher.
- 8.) Berechnung der Abmaße der Grundzelle, so dass alle vorgesehenen Prallkühllöcher
in die zu kühlende Fläche passen.
- 9.) Auswahl der Ausrichtung der Grundzelle für die Prallkühllöcher.
- 10.) Verteilung der Prallkühllöcher gemäß der Auswahl in 6. und 7.
- 11.) Überprüfung der Anzahl der Treffer und deren Abstand zueinander unter Berücksichtigung
der Bauteil- und Montagetoleranzen.
- 12.) Vergleich mit der erlaubten Anzahl und deren Mindestabstand.
- 13.) Wenn die Qualitätsvorgaben nicht erfüllt sind:
- a.) Wähle zuerst eine andere Ausrichtung der Grundzelle der Prallkühllöcher und gehe
zurück zu 10.
- b.) Wenn dies nicht zum Erfolg führt, dann wähle einen anderen Durchmesser der Prallkühllöcher
und gehe zurück zu 8.
- c.) Wenn dies nicht zum Erfolg führt, dann wähle ein anderes Muster und/oder eine
andere Grundzelle der Prallkühllöcher und gehe zurück zu 6.
- d.) Wenn dies nicht zum Erfolg führt, dann wähle einen anderen Effusionslochdurchmesser
und gehe zurück zu 4.
- e.) Wenn dies nicht zum Erfolg führt, dann wähle ein anderes Effusionslochmuster und
gehe zurück zu 3.
- f.) Wenn dies nicht zum Erfolg führt, überprüfe die Eingangsdaten von der Summe der
geometrischen Fläche aller Effusionslöcher, die Summe der geometrischen Flächen aller
Prallkühllöcher und die zu kühlenden Fläche.
- g.) Wenn dies nicht zum Erfolg führt, ändere die Qualitätsvorgaben.
- 14.) Wenn die Qualitätsvorgaben erfüllt sind, dann ist das endgültige Muster gefunden.
[0021] Eine vorteilhafte robuste Anordnung nach dem erfindungsgemäßen Verfahren ist auch
dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl der Effusionslöcher kein geradzahliges Vielfaches
der Anzahl der Prallkühlöcher ist.
[0022] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Auswahl eines nicht bezogenen Musters zwischen
Prall- und Effusionslöchern kann auf prall-effusionsgekühlte Schindeln, aber auch
auf andere zweiwandige Kühlschemata, zum Beispiel aus zwei Lagen Blech, angewendet
werden.
[0023] Durch das spezielle Suchprinzip der Beziehung von Prallkühlloch zu Effusionskühlioch
wird zwar nicht völlig ausgeschlossen, dass hier und da einmal dieser Fall eintritt,
dass ein Prallkühlloch genau in ein Effusionsloch bläst und daher keine Prallkühlwirkung
entsteht, aber der Abstand dieser Ausfälle der Prallkühlung wird maximiert. Er tritt
nicht zweimal direkt nebeneinander auf.
[0024] Die Prallkühlwirkung wird auch bei weiten Bauteil- und Montagetoleranzen in einem
hohen Maße ausgenutzt und somit eine hohe Kühlwirkung und dadurch eine lange Bauteillebensdauer
sichergestellt. Durch die weiten Toleranzen werden die Bauteilkosten gesenkt und es
entsteht trotzdem ein robustes Produkt.
[0025] In günstiger Weiterbildung der Erfindung ist weiterhin vorgesehen, dass zumindest
auf einem Teil der Brennkammerwand die Prallkühllöcher nach einer anderen Regel verteilt
werden als die Effusionslöcher, wobei eine feste geometrische Beziehung von Prallkühllöchern
und Effusionslöchern vermieden wird.
[0026] Die Erfindung bezieht sich auch auf eine Brennkammerwand, welche gemäß dem erfindungsgemäßen
Verfahren ausgebildet ist. Dabei ist insbesondere zu beachten, dass zumindest auf
einem Teil der Brennkammerwand die Prallkühllöcher unter Vermeidung einer festen geometrischen
Beziehung zwischen den Prallkühllöchern und den Effusionskühllöchern nach einer anderen
Regel verteilt sind als die Effusionslöcher.
[0027] Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels in Verbindung mit
der Zeichnung beschrieben. Dabei zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines Gasturbinentriebwerks gemäß der vorliegenden Erfindung,
- Fig. 2
- eine vereinfachte schematische Schnittansicht gemäß dem Stand der Technik durch eine
Brennkammerwand und Brennkammerschindeln,
- Fig. 3
- ein Beispiel gemäß dem Stand der Technik mit der Zuordnung von Prallund Effusionslöchern
und Prallkühllöchern gemäß konstruktiver Vorgabe,
- Fig. 4
- eine Anordnung, analog der Darstellung der Fig. 3, der realen Zuordnung von Effusionslöchern
und Prallkühllöchern,
- Fig. 5
- ein erfindungsgemäßes Ausführungsbeispiel, analog der Darstellung der Fig. 3, der
konstruktiven Zuordnung, und
- Fig. 6
- eine Darstellung, analog Fig. 4, der erfindungsgemäßen realisierten Lösung der Zuordnung
von Effusionslöchern und Prallkühllöchern.
[0028] Das Gasturbinentriebwerk 10 gemäß Fig. 1 ist ein allgemein dargestelltes Beispiel
einer Turbomaschine, bei der die Erfindung Anwendung finden kann. Das Triebwerk 10
ist in herkömmlicher Weise ausgebildet und umfasst in Strömungsrichtung hintereinander
einen Lufteinlass 11, einen in einem Gehäuse umlaufenden Fan 12, einen Mitteldruckkompressor
13, einen Hochdruckkompressor 14, eine Brennkammer 15, eine Hochdruckturbine 16, eine
Mitteldruckturbine 17 und eine Niederdruckturbine 18 sowie eine Abgasdüse 19, die
sämtlich um eine zentrale Triebwerksachse 1 angeordnet sind.
[0029] Der Zwischendruckkompressor 13 und der Hochdruckkompressor 14 umfassen jeweils mehrere
Stufen, von denen jede eine in Umfangsrichtung verlaufende Anordnung fester stationärer
Leitschaufeln 20 aufweist, die allgemein als Statorschaufeln bezeichnet werden und
die radial nach innen vom Triebwerksgehäuse 21 in einem ringförmigen Strömungskanal
durch die Kompressoren 13, 14 vorstehen. Die Kompressoren weisen weiter eine Anordnung
von Kompressorlaufschaufeln 22 auf, die radial nach außen von einer drehbaren Trommel
oder Scheibe 26 vorstehen, die mit Naben 27 der Hochdruckturbine 16 bzw. der Mitteldruckturbine
17 gekoppelt sind.
[0030] Die Turbinenabschnitte 16, 17, 18 weisen ähnliche Stufen auf, umfassend eine Anordnung
von festen Leitschaufeln 23, die radial nach innen vom Gehäuse 21 in den ringförmigen
Strömungskanal durch die Turbinen 16, 17, 18 vorstehen, und eine nachfolgende Anordnung
von Turbinenschaufeln 24, die nach außen von einer drehbaren Nabe 27 vorstehen. Die
Kompressortrommel oder Kompressorscheibe 26 und die darauf angeordneten Schaufeln
22 sowie die Turbinenrotornabe 27 und die darauf angeordneten Turbinenlaufschaufeln
24 drehen sich im Betrieb um die Triebwerksachse 1.
[0031] Die Fig. 2 zeigt eine vereinfachte Schnittansicht gemäß dem Stand der Technik, welche
eine Brennkammerwand 29 zeigt, die mit mehreren Prallkühllöchern 31 versehen ist.
In einem Abstand zu der Brennkammer 29 sind Brennkammerschindeln 30 angeordnet, welche
mit Effusionslöchern 32 versehen sind. Die Brennkammerschindeln 30 sind in üblicher
Weise mittels Bolzen 33 an der Brennkammerwand 29 (Schindelträger) so befestigt, dass
sich ein Zwischenraum 34 ergibt, durch welchen die Kühlluft in der dargestellten Weise
von den Prallkühllöchern 31 zu den Effusionslöchern 32 strömen kann.
[0032] Die Fig. 3 und 4 zeigen jeweils die Zuordnung von Prallkühllöchern 31 zu Effusionslöchern
32. Die Prallkühllöcher 31 sind als Stern dargestellt, während die Effusionslöcher
als Ellipse gezeigt sind. Diese Ausgestaltung muss nicht der realisierten Lochausbildung
entsprechen, sie wurde lediglich zur Verdeutlichung der Figuren ausgewählt.
[0033] Die Fig. 3 zeigt eine konstruktiv vorgesehene Anordnung gemäß einer Konstruktionszeichnung.
Dabei ist ersichtlich, dass die Prallkühllöcher 31 und die Effusionslöcher 32 auf
einem Linienraster angeordnet sind und jeweils, bezogen auf ihre Mittelpunkte, gleichmäßig
voneinander beabstandet sind.
[0034] Die Fig. 4 zeigt die Anordnung gemäß Fig. 3 in der realen Ausgestaltung mit Bauteiltoleranzen
und Montagetoleranzen. Dabei ist ersichtlich, dass die Prallkühllöcher 31 gegenüber
der Anordnung der Effusionslöcher 32 verschoben sind so dass die Prallkühllöcher 31
sich teilweise mit den Effusionslöchern 32 überdecken, so dass keine ausreichende
Prallkühlung stattfinden kann. Weiterhin wird die Durchströmung der Effusionslöcher
32 durch die direkte Kühlluftbeaufschlagung verändert.
[0035] Die Fig. 5 zeigt ein erfindungsgemäßes Ausführungsbeispiel gemäß dem erfindungsgemäßen
Verfahren. Dabei ergibt sich, dass die Prallkühllöcher 31 in unterschiedlicher Anordnung
zu der gleichmäßigen Anordnung der Effusionslöcher 32 vorgesehen sind. Erfindungsgemäß
erfolgt die Zuordnung so, dass bei der in Fig. 6 gezeigten realen Anordnung unter
Berücksichtigung der Bauteiltoleranz und der Montagetoleranz alle oder fast alle Prallkühllöcher
31 so platziert sind, dass die Luftströmung nicht oder nur unwesentlich auf die Effusionslöcher
32 trifft. Hierdurch ergeben sich die erfindungsgemäß beschriebenen Vorteile, so dass
eine zuverlässige und betriebssichere Kühlung gewährleistet ist.
Bezugszeichenliste:
[0036]
- 1
- Triebwerksachse
- 10
- Gasturbinentriebwerk / Kerntriebwerk
- 11
- Lufteinlass
- 12
- Fan
- 13
- Mitteldruckkompressor (Verdichter)
- 14
- Hochdruckkompressor
- 15
- Brennkammer
- 16
- Hochdruckturbine
- 17
- Mitteldruckturbine
- 18
- Niederdruckturbine
- 19
- Abgasdüse
- 20
- Leitschaufeln
- 21
- Triebwerksgehäuse
- 22
- Kompressorlaufschaufeln
- 23
- Leitschaufeln
- 24
- Turbinenschaufeln
- 26
- Kompressortrommel oder -scheibe
- 27
- Turbinenrotornabe
- 28
- Auslasskonus
- 29
- Brennkammerwand
- 30
- Brennkammerschindel
- 31
- Prallkühlloch
- 32
- Effusionsloch
- 33
- Bolzen
- 34
- Zwischenraum
1. Verfahren zur Anordnung von Effusionslöchern (32) und Prallkühllöchern (31) in einer
Brennkammerwand (29) und in Brennkammerschindeln (30) einer Gasturbine, wobei die
Brennkammer (15) eine Brennkammerwand (29) aufweist, welche mit Prallkühllöchern (31)
versehen ist, sowie Brennkammerschindeln (30), welche in einem Abstand zur Brennkammerwand
(29) und mit Effusionslöchern (32) versehen sind,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren folgende Verfahrensschritte umfasst:
1.) Festlegung der maximal erlaubten Treffer, bei welchem eine Prallkühllochachse
einen Effusionslochmittelpunkt in einem Abstand y trifft und des Mindestabstandes
zwischen den Treffern.
2.) Auswahl des Musters für die Effusionslöcher (32).
3.) Festlegung des Durchmessers der Effusionslöcher (32).
4.) Berechnung der Abmaße der Grundzelle für die Effusionslöcher (32), so dass alle
vorgesehenen Löcher in die zu kühlende Fläche passen.
5.) Verteilung der Effusionslöcher in der zu kühlenden Fläche gemäß der Auswahl in
2. und 3.
6.) Auswahl des Musters für die Prallkühllöcher (31).
7.) Festlegung des Durchmessers der Prallkühllöcher (31).
8.) Berechnung der Abmaße der Grundzelle, so dass alle vorgesehenen Prallkühllöcher
(31) in die zu kühlende Fläche passen.
9.) Auswahl der Ausrichtung der Grundzelle für die Prallkühllöcher (31).
10.) Verteilung der Prallkühllöcher (31) gemäß der Auswahl in 6. und 7.
11.) Überprüfung der Anzahl der Treffer und deren Abstand zueinander unter Berücksichtigung
der Bauteil- und Montagetoleranzen.
12.) Vergleich mit der erlaubten Anzahl und deren Mindestabstand.
13.) Wenn die Qualitätsvorgaben nicht erfüllt sind:
a.) Wähle zuerst eine andere Ausrichtung der Grundzelle der Prallkühllöcher (31) und
gehe zurück zu 10.
b.) Wenn dies nicht zum Erfolg führt, dann wähle einen anderen Durchmesser der Prallkühllöcher
(31) und gehe zurück zu 8.
c.) Wenn dies nicht zum Erfolg führt, dann wähle ein anderes Muster und/oder eine
andere Grundzelle der Prallkühllöcher (31) und gehe zurück zu 6.
d.) Wenn dies nicht zum Erfolg führt, dann wähle einen anderen Effusionslochdurchmesser
und gehe zurück zu 4.
e.) Wenn dies nicht zum Erfolg führt, dann wähle ein anderes Effusionslochmuster und
gehe zurück zu 3.
f.) Wenn dies nicht zum Erfolg führt, überprüfe die Eingangsdaten von der Summe der
geometrischen Fläche aller Effusionslöcher (32), die Summe der geometrischen Flächen
aller Prallkühllöcher (31) und die zu kühlenden Fläche.
g.) Wenn dies nicht zum Erfolg führt, ändere die Qualitätsvorgaben.
2. Brennkammerwand einer Gasturbine, welche zumindest auf einem Teil der Brennkammerwand
mit einem zweischichtigen Kühlsystem versehen ist und nach dem Verfahren gemäß Anspruch
1 ausgebildet ist.
3. Brennkammerwand nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest auf einem Teil der Brennkammerwand (29) unter Vermeidung einer festen geometrischen
Beziehung von Prallkühllöchern (31) und Effusionslöchern (32) die Prallkühllöcher
(31) nach einer anderen Regel verteilt sind als die Effusionslöcher (32).
4. Brennkammerwand nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest auf einem Teil der Brennkammerwand (29) keine ganzzahligen Vielfachen der
Anzahl der Prallkühllöcher (31) als der Anzahl der Effusionslöcher (32) ausgebildet
sind.