TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die Erfindung betrifft eine Finishmaschine zur Finishbearbeitung gekrümmter Werkstückoberflächen
an Werkstücken gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
STAND DER TECHNIK
[0002] Das Finishen, das auch als Superfinishen bezeichnet wird, ist ein spanendes Feinbearbeitungsverfahren
mit unbestimmten Schneiden. Durch Finishen können Werkstückoberflächen von rotationssymmetrischen
oder nicht-rotationssymmetrischen Werkstückabschnitten an Werkstücken wie Kurbelwellen,
Nockenwellen, Getriebewellen oder anderen Bauteilen für Kraft- und Arbeitsmaschinen
zur Erzeugung einer gewünschten Oberflächenfeinstruktur bearbeitet werden. Beim Finishen
wird ein mit körnigem Schneidmittel besetztes Bearbeitungswerkzeug (Finishstein oder
Finishband) an die zu bearbeitende Umfangsfläche angedrückt. Zur Erzeugung der für
den Materialabtrag erforderlichen Schnittgeschwindigkeit wird das Werkstück um seine
Werkstückachse gedreht. Bei manchen Verfahrensvarianten des Finishens wird gleichzeitig
eine parallel zur Werkstückachse oszillierende Relativbewegung zwischen dem Werkstück
und dem an der Umfangsfläche anliegenden Bearbeitungswerkzeug erzeugt. Durch die Kombination
der Rotationsbewegung des Werkstückes und der überlagerten Oszillationsbewegung kann
ein so genanntes Kreuzschliffmuster erzeugt werden, wodurch die bearbeiteten Werkstückoberflächen
z.B. als Laufflächen für Gleitlager oder Wälzlager oder dergleichen besonders geeignet
sind. Bei dem zu bearbeiteten Werkstückabschnitt kann es sich beispielsweise um ein
Hauptlager oder ein Hublager einer Kurbelwelle oder um ein Nockenwellenlager handeln.
Auch rotationsunsymmetrische Werkstückoberflächen, wie z.B. die Außenflächen von Nocken,
können mittels Finishen bearbeitet werden. Finishverfahren ohne oszillierende Relativbewegung
sind ebenfalls möglich.
[0003] Im Unterschied zum Schleifen ist das Finishen ein thermisch neutrales Bearbeitungsverfahren,
bei dem keine mit Mikrorissen oder Oberflächenspannungen durchsetzte Weichhaut entsteht.
Das Finishen wird häufig nach einem Schleifprozess als letztes spanendes Bearbeitungsverfahren
einer Bearbeitungskette eingesetzt, um die Weichhaut zu entfernen, die ursprüngliche
Gefügestrüktur wieder freizulegen, den Traganteil der aufgerauten Oberflächenstruktur
zu erhöhen und die Bauteilgeometrie zu verbessern. Anders als beim Läppen kommen Bearbeitungswerkzeuge
mit gebundenem Korn zum Einsatz, so dass Waschoperationen und Einrichtungen zur Entsorgung
von Läppschlamm entfallen können.
[0004] Damit sich das Werkstück drehen kann, muss es durch eine geeignete Vorrichtung aufgenommen
und angetrieben werden. Hierfür hat eine Finishmaschine der in dieser Anmeldung betrachteten
Art mindestens eine Werkstückspindel, die mittels eines Spindelantriebs um eine Spindelachse
drehbar ist und eine Werkstückaufnahme zur Aufnahme eines Werkstücks aufweist. Die
Werkstückaufnahme ist derart ausgelegt, dass das durch die Werkstückaufnahme aufgenommene
Werkstück durch Drehung der Werkstückspindel um seine Werkstückachse drehbar ist.
Weiterhin ist mindestens eine Finisheinheit vorgesehen, die eine Andrückeinrichtung
zum Andrücken eines mit Schneidmittel besetzten Bearbeitungswerkzeugs an eine zu bearbeitende
gekrümmte Umfangsfläche des Werkstücks aufweist, wobei mit der Antriebseinrichtung
eine radial zur Werkstückachse gerichtete Andrückkraft auf das Bearbeitungswerkzeug
ausgeübt wird.
[0005] In der Regel hat eine Finishmaschine außerdem eine ggf. optional zuschaltbare bzw.
abschaltbare Oszillationseinrichtung, die eine parallel zur Werkstückachse oszillierende
Relativbewegung zwischen dem Werkstück und dem Bearbeitungswerkzeug erzeugen kann.
[0006] Beim Bandfinishen wird ein Finishband als Bearbeitungswerkzeug genutzt. Ein Finishband
hat einen bandförmigen flexiblen Träger, bei dem mit Hilfe eines Bindemittels Schneidkörner
auf der dem Werkstück zuzuwendenden Vorderseite aufgebracht sind. Bei einer Klasse
von Verfahren des Bandfinishens wird ein endliches (nicht endloses) Finishband verwendet,
dessen Bandenden jeweils an einer Bandrolle befestigt sind. Das frische, noch unbenutzte
Finishband wird auf einer Vorratsrolle vorgehalten und mit Hilfe von Bandführungseinrichtungen
über den Eingriffbereich am Werkstück zu einer angetriebenen Bandrolle geführt, die
das verbrauchte Finishband aufnimmt. Der Bandvorschub wird über einen Antrieb dieser
Bandrolle erreicht, welche das Band durch den Eingangsbereich hindurch zieht. Die
Bandrolle mit dem frischen Finishband wirkt als Bandbremse und erhält die Bandspannung
aufrecht. Vorrichtungen und Verfahren zum Durchführen dieser Varianten des Bandfinishens
sind beispielsweise in der
WO 2009/049868 A1 oder der
DE 199 25 077 A1 offenbart.
[0007] Bei einer anderen Klasse von Verfahren zur Finishbearbeitung von Werkstückoberflächen
an Werkstücken wird das Werkstück ebenfalls um seine Rotationsachse rotiert. Ähnlich
wie bei einem Bandschleifgerät wird ein kontinuierlich angetriebenes, endloses Finishband
verwendet, welches eine zu bearbeitende Werkstückoberfläche (Umfangsfläche) des Werkstückes
während der Bearbeitung teilweise umschlingt und in einem durch den Umschlingungswinkel
vorgegebenen Bereich flächig am Werkstück anliegt. Beispiele für derartige Verfahren
sind in der
EP 1 514 640 B1 oder der
EP 1 514 643 B1 angegeben. Das über Umlenkrollen laufende Finishband soll sich flexibel an die Geometrie
des rotierenden Werkstücks anpassen und für hohe Oberflächengüte sorgen. Dabei werden
in der Regel umlaufende Bearbeitungsspuren erzeugt.
[0008] In der
DE 100 16 897 A1 wird eine Vorrichtung zum mehrfachen Bearbeiten eines Werkstücks in einer Aufspannung
mit mehreren Bearbeitungsstationen beschrieben. Die Vorrichtung umfasst einen Rundtisch,
der um eine horizontale Rundtischachse drehbar ist und mehrere Werkstückspindeln aufweist.
Die Werkstücke werden jeweils mit Drei-Backen-Futtern gespannt. Bei einem Ausführungsbeispiel
ist an einer der Bearbeitungsstationen eine Schleifeinrichtung vorgesehen. Nach dem
Schleifen werden die Werkstücke zu einer nachgeschalteten Bearbeitungsstation zum
Superfinishen bewegt. Die zugehörige Finish-Einheit hat einen Honstein, der in eine
Oszillationsbewegung achsparallel zur Achse der bearbeiteten Werkstücke versetzt werden
kann. Beim Superfinishen entsteht die Schnittbewegung durch die Überlagerung der axialen
Oszillationsbewegung des Finish-Steins und der Drehbewegung des Werkstücks um seine
Achse.
[0009] Die
EP 1 518 643 A1 beschreibt eine Finish-Vorrichtung für eine Feinstbearbeitungsmaschine. Bei einem
Ausführungsbeispiel ist die Finish-Vorrichtung an einem von zwei Bearbeitungsarmen
einer Bearbeitungszange angebracht. Am freien Ende des anderen Bearbeitungsarms ist
ein Haltebock befestigt, an dem eine Lünette einteilig angeformt ist. Die Lünette
dient zur Aufnahme eines Einsatzes, in welchem zwei Anlagestücke angeordnet sind,
die am Werkstück anliegen. Die Lünette wird aufgrund der Zentrifugalkräfte lediglich
bei der Bearbeitung von Hublagern einer Kurbelwelle benötigt.
[0010] Alternativ kann bei einer Finisheinheit als Bearbeitungswerkzeug auch ein Finishstein
vorgesehen sein.
[0011] Es besteht ein Bedarf an Finishmaschinen, die große Stückzahlen gleichartiger Werkstücke
mit hoher Bearbeitungsqualität und großer Produktivität bearbeiten können und für
unterschiedliche Werkstückgeometrien genutzt werden können.
AUFGABE UND LÖSUNG
[0012] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Finishmaschine zur Finishbearbeitung
gekrümmter Werkstückoberflächen an Werkstücken bereitzustellen, mit der große Stückzahlen
von Werkstücken bei kurzen Taktzeiten mit hoher Bearbeitungsqualität einer Finishbearbeitung
unterzogen werden können. Die Finishmaschine soll für unterschiedliche Werkstückgeometrien
ohne Qualitätseinbußen nutzbar sein.
[0013] Zur Lösung dieser Aufgabe stellt die Erfindung eine Vorrichtung mit den Merkmalen
von Anspruch 1 bereit.
[0014] Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben. Der Inhalt
sämtlicher Ansprüche wird durch Bezugnahme zum Inhalt der Beschreibung gemacht.
[0015] Bei der Finishmaschine gemäß der beanspruchten Erfindung ist ein Rundtisch vorgesehen,
der taktweise um eine Rundtischachse drehbar ist. An dem Rundtisch sind mehrere Werkstückspindeln
in einer vorgegebenen Winkelteilung angeordnet. Ein durch eine Werkstückaufnahme aufgenommenes
Werkstück ist durch Drehung des Rundtischs in eine Bearbeitungsposition an der Finisheinheit
bewegbar und nach Abschluss der Finishbearbeitung aus dieser Bearbeitungsposition
heraus zu einer nachfolgenden Arbeitsstation transportierbar.
[0016] Vorzugsweise trägt der Rundtisch mindestens drei Werkstückspindeln, beispielsweise
drei oder vier Werkstückspindeln, ggf. aber auch mehr. Dadurch kann eine hohe Produktivität
erreicht werden. Es ist auch möglich, den Rundtisch mit nur zwei Werkstückspindeln
auszustatten.
[0017] Bei einer derartigen Finishmaschine ist es somit möglich, dass ein Werkstück, das
durch die Werkstückaufnahme einer Werkstückspindel aufgenommen ist, durch Drehung
des Rundtischs in seine Bearbeitungsposition an einer Finisheinheit bewegt und nach
Abschluss der Finishbearbeitung aus dieser Bearbeitungsposition heraus zu einer nachfolgenden
Arbeitsstation transportiert wird. Bei dieser Drehung kann gleichzeitig das nächste
zu bearbeitende Werkstück zur Finishmaschine transportiert werden. Hierdurch können
die Nebenzeiten für den Werkstückwechsel im Vergleich zu herkömmlichen Finishmaschinen
erheblich reduziert werden.
[0018] Zudem ist es auf einfache Weise möglich, die Finishbearbeitung in eine Prozesskette
mit weiteren vorgeschalteten und/oder nachgeschalteten Bearbeitungsoperation zu integrieren,
wobei die zugehörigen Bearbeitungseinheiten ebenfalls über den Rundtisch bedient werden
können.
[0019] Vorzugsweise ist der Rundtisch in jeder zu einer Bearbeitungsposition gehörenden
Winkelposition bzw. Winkelstellung mittels einer Indexiereinrichtung indexierbar.
Dadurch ist eine exakte Werkstückpositionierung möglich, die sich auch unter Einwirkung
von Bearbeitungskräften nicht ändert. Dies stellt eine hohe Bearbeitungsqualität sicher.
Alternativ oder zusätzlich kann eine Klemmeinrichtung zur Klemmung des Rundtischs
in der jeweiligen Winkelstellung vorgesehen sein.
[0020] Zur Erzielung ausreichender Oberflächengüten und zur Einhaltung der vorgesehenen
Formparameter beim Finishen ist es wichtig, dass das Werkstück während der Bearbeitung
exakt um seine werkstückspezifische Rotationsachse (Werkstückachse) gedreht wird.
Gleichzeitig wirken jedoch die Bearbeitungskräfte vor allem bei der Finishbearbeitung
in Bezug auf die Werkstückachse in radialer Richtung. Durch diese Querkräfte könnte
es zur Schrägstellung und/oder zur Durchbiegung des zu bearbeitenden Werkstücks und
zu entsprechenden Qualitätseinbußen kommen. Eine zur Spindelachse koaxiale und gegen
Querkräfte stabile Werkstückspannung ist also anzustreben.
[0021] Eine einseitige Werkstückaufnahme (Abstützung ausschließlich an der Werkstückaufnahme
der Werkstückspindel) ist möglich. Dies kann durch entsprechend robust dimensionierte
aktive Spannsysteme an den Werkstückspindeln realisiert werden, z.B. durch eine Spannzange
oder ein Spannfutter. Eine einseitige Werkstückspannung kann evtl. bei axial relativ
kurzen und im Vergleich zur Länge relativ dicken Werkstücken ausreichen. Bei längeren
und/oder dünneren und/oder konstruktiv labileren Werkstücken können die Querkräfte
jedoch zu Qualitätseinbußen führen.
[0022] Bei der beanspruchten Erfindung ist eine aktive Abstützung des Werkstücks gegen Querkräfte
an mindestens einem mit axialem Abstand von der Werkstückaufnahme liegenden Werkstückabschnitt
bzw. eine entsprechende Einrichtung vorgesehen. Hierfür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.
[0023] Manche Ausführungsformen haben eine mit axialem Abstand von der Werkstückaufnahme
an dem Werkstück angreifende Gegenlagereinrichtung zur Fixierung des Werkstücks in
einer koaxial zur Spindelachse der Werkstückspindel ausgerichteten Bearbeitungsstellung,
wenn sich die Werkstückspindel in einer zu einer Bearbeitungsstation gehörenden Bearbeitungsposition
befindet.
[0024] Das Werkstück kann dazu z.B. mit seinen axialen Enden zwischen zentrierend wirkenden
Spitzen aufgenommen werden. Bei manchen nicht zur beanspruchten Erfindung gehörenden
Finishmaschinen ist hierzu eine Reitstockeinrichtung mit mindestens einer Reitstockeinheit
vorgesehen, die eine um eine Reitstockspindelachse drehbare und vorzugsweise auch
parallel zur Reitstockspindelachse verfahrbare Reitstockspindel aufweist. Es können
zwei, drei oder mehr Reitstockspindeln vorgesehen sein. Insbesondere kann für jede
für eine Werkstückbearbeitung vorgesehene Bearbeitungsstation eine eigene Reitstockspindel
vorgesehen sein.
[0025] Die Reitstockspindeln können fest installiert sein. Sie werden dann vor dem Weitertakten
des Rundtischs zunächst zurückgezogen und danach vor Beginn der nachfolgenden Bearbeitungsoperation
wieder vorgeschoben, um die Werkstücke axial einzuspannen.
[0026] Gemäß der beanspruchten Erfindung ist vorgesehen ein oder mehrere Reitstockspindeln
an einem weiteren Rundtisch vorzusehen, der achsparallel bzw. koaxial mit dem die
Werkstückspindeln tragenden Rundtisch gedreht werden kann.
[0027] Gemäß der beanspruchten Erfindung ist vorgesehen, dass zusätzlich zu dem die Werkstückspindeln
tragenden Rundtisch (erster Rundtisch) ein weiterer Rundtisch (zweiter Rundtisch)
vorgesehen ist, der koaxial mit dem die Werkstückspindeln tragenden Rundtisch drehbar
ist und mindestens eine Gegenlagereinrichtung in Form einer Reitstockspindel, trägt.
Vorzugsweise ist an dem weiteren Rundtisch für jede Werkstückspindel des ersten Rundtischs
eine eigene Reitstockspindel vorgesehen.
[0028] Gemäß der beanspruchten Erfindung ist jedem der beiden Rundtische ein eigener Drehantrieb
zugeordnet, wobei die Drehantriebe (erster und zweiter Drehantrieb) unabhängig voneinander
über die Maschinensteuerung ansteuerbar sind. Eine synchrone Drehung der Rundtische
ist mittels Synchronisierung der Drehantriebe über die Maschinensteuerung möglich.
Dieses Konzept wird in dieser Anmeldung auch als "Zwillingsantrieb" bezeichnet, dessen
Vorteile im Zusammenhang mit einem Ausführungsbeispiel noch erläutert werden.
[0029] Der weitere (zweite) Rundtisch ist bei manchen Ausführungsformen parallel zu seiner
Drehachse in Richtung des die Werkstückspindeln tragenden (ersten) Rundtischs oder
in Gegenrichtung verfahrbar. Dadurch ist eine Anpassung an Werkstücke unterschiedlicher
Länge leicht möglich. Außerdem wird der Werkstückwechsel dadurch erleichtert.
[0030] Zusätzlich kann als Gegenlagereinrichtung eine Lünette oder ein anderes Stützelement
vorgesehen sein, das mit Abstand von der Werkstückaufnahme zwischen dieser und dem
freien Werkstückende an einen zur Abstützung geeigneten Werkstückabschnitt angreift.
[0031] Bei einer bevorzugten Ausführungsform wird eine aktive Abstützung des Werkstücks
gegen Querkräfte an mindestens einem mit axialem Abstand von der Werkstückaufnahme
liegenden Werkstückabschnitt dadurch erreicht, dass an einer Bearbeitungsstation zur
Finishbearbeitung eine erste Finisheinheit und mindestens eine zweite Finisheinheit
vorgesehen ist, die bei der Bearbeitung gleichzeitig am Werkstück angreifen, wobei
die radial zur Werkstückachse angreifenden Andruckkräfte der ersten und der zweiten
Finisheinheiten im wesentlichen symmetrisch zur Werkstückachse ausgerichtet sind.
Dadurch kompensieren sich die durch die Finisheinheiten aufgebrachten Andruckkräfte
gegenseitig, so dass eine gegen Querkräfte stabilisierte Bearbeitung möglich ist.
Bei einer Ausführungsform sind an einer Bearbeitungsstation zur Finishbearbeitung
zwei diametral gegenüberliegende, im Wesentlichen identische Finisheinheiten vorgesehen.
Auch eine sternförmige Anordnung von drei oder mehr Finisheinheiten ist möglich.
[0032] Bei manchen Ausführungsformen sind mehrere dem Rundtisch zugeordnete Bearbeitungseinheiten
zur Durchführung einer Bearbeitungsoperation an einem durch eine Werkstückaufnahme
aufgenommenen Werkstück vorgesehen, wobei mindestens eine der Bearbeitungseinheiten
eine Finisheinheit ist.
[0033] Zusätzlich zu einer oder mehreren Bearbeitungseinheiten, die eine oder mehrere das
Werkstück verändernde Bearbeitungsoperationen durchführen können, kann an einer Arbeitsstation
(Ladestation) eine Ladeeinheit vorgesehen sein, um den Rundtisch zu bestücken bzw.
die fertig bearbeiteten Werkstücke zu entnehmen.
[0034] Die Finishmaschine kann eine einzige Finisheinheit aufweisen. Bei manchen Ausführungsformen
sind mehrere Finisheinheiten vorgesehen, beispielsweise zwei, drei oder vier Finisheinheiten,
die vom gleichen Rundtisch bedient werden. Hierdurch können mehrere unterschiedliche
Finishoperationen (unterschiedliche Bearbeitungsparameter am gleichen Werkstückabschnitt
und/oder gleiche oder verschiedene Finisoperationen an unterschiedlichen Werkstückabschnitten)
am gleichen Werkstück in einer Aufspannung durchgeführt werden.
[0035] Bei manchen Ausführungsformen gibt es mehrere Bearbeitungsstationen, die jeweils
eine Finisheinheit aufweisen und die nacheinander vom Rundtisch bedient werden, z.B.
zwei drei oder vier Finisheinheiten. Es ist auch möglich, dass eine Bearbeitungsstation
zwei oder mehr Finisheinheiten aufweist. Diese können ggf. gleichzeitig dasselbe in
seiner Bearbeitungsposition befindliche Werkstück bearbeiten, also eine Parallelbearbeitung
am gleichen Werkstück durchführen.
[0036] Der Begriff "Finishmaschine" bezeichnet in dieser Anmeldung eine Feinbearbeitungsmaschine,
die für eine Finishbearbeitung am Werkstück eingerichtet ist und dafür mindestens
eine Finisheinheit aufweist. Die Finishmaschine kann als reine Finishmaschine konfiguriert
sein, die zwei oder mehr Finisheinheiten, aber keine für andere Bearbeitungsverfahren
eingerichtete Bearbeitungseinheiten hat. Zusätzlich kann z.B. noch eine Messeinheit
vorgesehen sein. Es ist auch möglich, mehrere unterschiedliche Bearbeitungsverfahren
an der Finishmaschine zu kombinieren. Daher kann eine Finishmaschine noch weitere,
für andere Bearbeitungsoperationen vorgesehene Bearbeitungseinheiten aufweisen, z.B.
eine Entgrateinheit und/oder eine Planfinisheinheit, um an einem Werkstück zusätzlich
zu einer oder mehreren Finishoperationen noch andere Bearbeitungsoperationen durchzuführen.
[0037] Für die Ausgestaltung der spindelseitigen Werkstückaufnahme gibt es unterschiedliche
Möglichkeiten. Beispielsweise kann für die spindelseitige Werkstückaufnahme ein zentrierendes
Spannfutter oder eine Spannzange vorgesehen sein, die mittels eines Spannantriebs
betätigt werden. Je nach Werkstücktyp kann z.B. eine Aufnahme am Außendurchmesser
durch Backenfutter oder einer Aufnahme am Innendurchmesser des Werkstücks durch einen
Spanndorn vorgesehen sein.
[0038] Bei bevorzugten Ausführungsformen ist die Werkstückaufnahme als passive Steckaufnahme
ausgebildet, so dass die Werkstückaufnahme keine über einen Spannantrieb betätigbaren
Spannmittel aufweist, weil diese nicht benötigt werden. Das Werkstück wird lediglich
aufgesteckt oder eingesteckt und gegebenenfalls gegen Verdrehen und/oder Herabfallen
gesichert, jedoch nicht zur Zentrierung eingespannt. Hierdurch ist ein besonders schneller
Werkstückwechsel möglich.
[0039] An der Werkstückaufnahme können mindestens eine Haltefeder und/oder mindestens ein
federbelastetes Halteelement vorgesehen sein, um das auf die Werkstückaufnahme aufgesteckte
oder in die Werkstückaufnahme eingesteckte Werkstück reibschlüssig zu halten und gegen
Herabfallen zu sichern.
[0040] Vorzugsweise ist die Steckaufnahme für eine drehfeste Aufnahme eines Werkstücks ausgelegt,
so dass die Spindelrotation ohne Schlupf auf das Werkstück übertragen werden kann.
[0041] Bei manchen Ausführungsformen weist die Werkstückaufnahme ein federbelastetes Mitnehmerelement
auf, das bei Aufnahme eines Werkstücks in eine Ausnehmung des Werkstücks in Umfangsrichtung
formschlüssig eingreift. Hierdurch ist einerseits eine passive Verdrehsicherung zur
Sicherung des aufgenommenen Werkstücks gegen Verdrehen geschaffen und andererseits
kann durch Andrücken des federbelasteten Mitnehmerelementes das Werkstück auch gegen
Herabfallen gesichert werden. Ein axiales Ein- oder Aufstecken des Werkstücks oder
eine Entnahme des hierdurch gehaltenen Werkstücks unter Überwindung des Reibschlusses
für den Werkstückwechsel ist jedoch ohne Weiteres möglich.
[0042] Die Werkstückspindeln müssen zum Aufnehmen eines Werkstücks nicht orientiert oder
in einer bestimmten Drehstellung fixiert werden.
[0043] Die Werkstückspindeln sind an dem Rundtisch derart angebracht, dass die Spindelachsen
parallel zur Rundtischachse verlaufen. Dadurch ist eine besonders günstige, kompakte
Bauform realisierbar.
[0044] Die Ausrichtung des Rundtischs bzw. der Rundtischachse kann der beabsichtigten Anwendung
angepasst werden. Bei manchen Ausführungsformen verläuft die Rundtischachse horizontal,
so dass der Rundtisch steht. Dann können die Werkstücke liegend bzw. horizontal eingespannt
werden. Es gibt auch Ausführungsformen mit liegendem Rundtisch, bei denen die Rundtischachse
vertikal verläuft.
[0045] Es ist bei manchen Finishoperationen möglich, ohne eine parallel zur Werkstückachse
wirksame oszillierende Relativbewegung zwischen dem Werkstück und Bearbeitungswerkzeug
zu arbeiten. Dabei können an der bearbeiteten Werkstückoberfläche drallfrei umlaufende
Bearbeitungsspuren erzeugt werden. Dies kann beispielsweise dann gewünscht sein, wenn
eine bearbeitete Werkstückoberfläche im bestimmungsgemäßen Gebrauch im Zusammenwirken
mit einer Gegenfläche als Dichtfläche genutzt werden soll. Bei anderen Verfahrensvarianten
wird eine parallel zur Werkstückachse oszillierende Relativbewegung zwischen dem Werkstück
und dem Bearbeitungswerkzeug, z.B. einem Finishband, erzeugt. Dadurch können im Bedarfsfall
Texturen an der bearbeiteten Werkstückoberfläche gebrochen werden, wodurch für bestimmte
Anwendungsfälle die Oberflächenstruktur im Hinblick auf die gewünschte Funktion beim
bestimmungsgemäßen Gebrauch verbessert werden kann. Beispielsweise kann an einer Werkstückoberfläche
eine Oberflächenstruktur mit gekreuzten Bearbeitungsspuren (Kreuzschliff) erzeugt
werden, was besonders bei tribologisch beanspruchten Lagerflächen vorteilhaft sein
kann.
[0046] Bei Ausführungsformen, die dafür eingerichtet sind, gleichzeitig zur Werkstückdrehung
auch eine parallel zur Werkstückachse oszillierende Relativbewegung zwischen dem Werkstück
und dem an der Umfangsfläche anliegenden Bearbeitungswerkzeug zu erzeugen, ist eine
entsprechende Oszillationseinrichtung vorgesehen. Vorzugsweise ist die Oszillationseinrichtung
in die Finisheinheit integriert, so dass auf Seiten der Werkstückaufnahme bzw. der
Werkstückspindeln keine Einrichtungen zur Erzeugung einer axialen Werkstückoszillation
realisiert werden müssen. Dies ist jedoch grundsätzlich auch möglich.
[0047] Diese und weitere Merkmale gehen außer aus den Ansprüchen auch aus der Beschreibung
und den Zeichnungen hervor, wobei die einzelnen Merkmale jeweils für sich allein oder
zu mehreren in Form von Unterkombinationen bei einer Ausführungsform der Erfindung
und auf anderen Gebieten verwirklicht sein und vorteilhafte sowie für sich schutzfähige
Ausführungen darstellen können. Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen
dargestellt und werden im Folgenden näher erläutert.
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0048]
Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht einer als Bandfinishmaschine ausgelegten Finishmaschine
gemäß einem nicht zur beanspruchten Erfindung gehörenden Beispiel;
Fig. 2 zeigt eine Draufsicht auf die Finishmaschine der Fig. 1 von oben;
Fig. 3 zeigt eine schrägperspektivische Ansicht einiger Komponenten der Bandfinishmaschine
auf Fig. 1 und 2 ;
Fig. 4 zeigt in 4A und 4B Details von Einrichtungen zur Werkstückspannung;
Fig. 5 zeigt eine Seitenansicht einer als Bandfinishmaschine ausgelegten Finishmaschine
gemäß einem nicht zur beanspruchten Erfindung gehörenden Beispiel; und
Fig. 6 zeigt eine Seitenansicht einer Ausführungsform mit zwei koaxial drehbaren Rundtischen,
wobei der erste Rundtisch die Werkstückspindeln trägt und der gegenüberliegende zweite
Rundtisch Einrichtungen zur Gegenlagerung der Werkstücke aufweist.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSBEISPIELE
[0049] Die schematische Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht einer als Bandfinishmaschine ausgelegten
Finishmaschine 100 in einer Richtung parallel zur z-Richtung des maschinenfesten Maschinenkoordinatensystems
MKS. In Fig. 2 ist eine Draufsicht auf die gleiche Finishmaschine von oben in Richtung
der senkrecht zur z-Richtung verlaufenden y-Richtung gezeigt. Fig. 3 zeigt eine schrägperspektivische
Ansicht einiger wesentlicher Komponenten der gleichen Bandfinishmaschine.
[0050] Die Bandfinishmaschine ist zur Bearbeitung von festen und variablen Nockenstücken
für einen Ventiltrieb mit Nockenumschaltung eingerichtet. Es werden nur die Umfangsflächen
der Nocken gefinisht, nicht die benachbarten zylindrischen Lagerflächen. Die Finishbearbeitung
ist dabei die letzte Material abtragende Feinbearbeitung, also eine Endbearbeitung.
Die Finishmaschine ist im Materialfluss hinter einer vorgeschalteten Schleifmaschine
und vor einer nachgeschalteten Waschanlage angeordnet.
[0051] Die zu bearbeitenden Werkstücke 200 werden der Finishmaschine in der gezeigten Darstellung
von rechts über eine horizontale Transporteinrichtung 205 zugeführt, mit Hilfe eines
Handlingsystems automatisch in die Finishmaschine geladen und nach Abschluss einer
mehrstufigen Bearbeitung (Bürstentgraten und nachfolgendes Bandfinishen) wieder entladen
und über die Transporteinrichtung 205 abgefördert.
[0052] Die Bandfinishmaschine ist als Rundtaktmaschine ausgelegt und erlaubt kurze Nebenzeiten
für den Werkstückwechsel und dadurch einen hohen Werkstückdurchsatz und kurze Taktzeiten,
so dass eine wirtschaftliche Bearbeitung bei hoher Bearbeitungsqualität möglich ist.
[0053] Die Finishmaschine hat einen Rundtisch 110, der mit Hilfe eines nicht gezeigten Drehantriebs
taktweise um eine parallel zur z-Richtung verlaufende horizontale Rundtischachse 112
drehbar ist. Der stehende Rundtisch ist mittels geeigneter Lager drehbar in einem
vertikalen Trägerelement des Maschinengestells gelagert und kann mittels eines elektromechanischen
Drehantriebs oder eines NC-gesteuerten Direktantriebs angetrieben werden.
[0054] An dem Rundtisch sind vier Werkstückspindeln radial außerhalb der Rundtischachse
112 angeordnet, nämlich eine erste Werkstückspindel 120, eine zweite Werkstückspindel
130, eine dritte Werkstückspindel 140 und eine vierte Werkstückspindel 150. Jede der
Werkstückspindeln ist um eine Spindelachse 122, 132, 142 bzw. 152 drehbar, wobei die
Spindelachsen parallel zueinander und parallel zur Rundtischachse 112 in horizontaler
Richtung verlaufen und den gleichen radialen Abstand zur Rundtischachse haben. Für
jede Werkstückspindel ist ein gesonderter Spindelantrieb vorgesehen, so dass die Drehung
jeder Werkstückspindel unabhängig von den Drehungen anderer Werkstückspindeln gesteuert
werden kann.
[0055] Jede der Werkstückspindeln hat eine Werkstückaufnahme, mit der ein einzelnes Werkstück
so aufgenommen werden kann, dass ein durch die Werkstückaufnahme aufgenommenes Werkstück
durch Drehung der Werkstückspindel um seine Werkstückachse gedreht werden kann. Die
Werkstückspindeln und die daran angebrachten Werkstückaufnahmen sind jeweils identisch.
Besonderheiten der hier vorgesehenen Werkstückaufnahmen werden später vor allem im
Zusammenhang mit Fig. 4 am Beispiel der Werkstückaufnahme 160 der zweiten Werkstückspindel
130 im Detail erläutert.
[0056] Der Rundtisch "bedient" vier im Umfang des Rundtischs angeordnete Arbeitsstationen.
An der ersten Arbeitsstation ist eine Ladeeinheit 210 zum Be- und Entladen der Werkstückaufnahmen
vorgesehen. In der in Fig. 1 dargestellten Situation befindet sich die erste Werkstückspindel
120 in der Be- und Entladeposition im Arbeitsbereich der Ladeeinheit 210. Diese ergreift
über ein Greifersystem ein fertig bearbeitetes Werkstück und transportiert es zum
Ablaufband der Transporteinrichtung 205. Danach wird vom Zulaufband der Transporteinrichtung
ein durch Schleifen vorbearbeitetes Werkstück gegriffen und zur Werkstückaufnahme
der ersten Werkstückspindel transportiert und dort angebracht.
[0057] Eine Drehung des Rundtisches um 90° im Uhrzeigersinn transportiert das zu bearbeitende
Werkstück dann in die zweite Arbeitsstation, die eine Bürstentgrateinheit 220 aufweist.
Mit Hilfe einer Entgratbürste 222, die am Ende eines Schwenkarms drehbar gelagert
ist, kann die Außenseite des sich drehenden Werkstücks durch Bürstentgraten bearbeitet
werden, um eventuell nach dem Schleifen noch vorhandene Grate zu beseitigen. Die zweite
Arbeitsstation ist somit eine Bearbeitungsstation, an der eine Werkstückbearbeitung
stattfindet.
[0058] Eine Weiterschaltung des Rundtischs um 90° bringt das entgratete Werkstück dann zu
einer weiteren Bearbeitungsstation, nämlich zur dritten Arbeitsstation in den Arbeitsbereich
einer ersten Finisheinheit 230. Diese ist als Bandfinisheinheit konstruiert und hat
zwei parallele Bandtransporteinrichtungen, so dass am Werkstück zwei axial gegeneinander
versetzte Werkstückabschnitte (Nocken) gleichzeitig mittels Bandfinishen bearbeitet
werden können. Die erste Finisheinheit ist bei dem hier beispielhaft erläuterten Prozess
zur Bearbeitung von rotationssymmetrischen Umfangsflächen an den sogenannten Nullhubnocken
eingerichtet.
[0059] Ist diese Bearbeitung abgeschlossen, wird der Rundtisch um 90° weitergeschaltet,
so dass das Werkstück schließlich zur vierten Arbeitsstation in den Arbeitsbereich
einer zweiten Finisheinheit 240 transportiert wird, mit welcher die nicht-rotationssymmetrischen
Umfangsflächen der Verstellnocken des Werkstücks bearbeitet werden. Auch die zweite
Finisheinheit ist als Zwillingsbandgerät konstruiert, so dass gleichzeitig zwei axial
zueinander versetzte Verstellnocken an ihrem Umfang durch Finishen bearbeitet werden
können.
[0060] Eine weitere Drehung des Rundtisches um 90° bringt das in drei aufeinanderfolgenden
Bearbeitungsoperationen mittels drei nacheinander angefahrener Bearbeitungsstationen
fein bearbeitetete Werkstück dann wieder zur ersten Arbeitsstation, wo es mit Hilfe
der Ladeeinheit 210 aus der Werkstückaufnahme entnommen und zum Abtransport befördert
wird.
[0061] Um die Werkstückspindeln bzw. die Werkstücke in einer Arbeitsstation exakt zu positionieren,
wird der Rundtisch in den jeweiligen Drehstellungen bzw. Winkelstellungen mittels
einer automatischen Indexiereinrichtung indexiert und mittels einer automatischen
Klemmeinrichtung geklemmt. Vor der Weiterschaltung wird er wieder freigegeben. Diese
Einrichtungen werden von der Maschinensteuerung angesteuert.
[0062] Für das Bandfinishen wird ein endliches (nicht endloses) Finishband verwendet, dessen
Bandenden jeweils an einer Bandrolle befestigt sind. Das frische, noch unbenutzte
Finishband wird auf einer Vorratsrolle vorgehalten und mit Hilfe von Bandführungseinrichtungen
über den Eingriffsbereich am Werkstück (Bereich der Andrückrolle) zu einer angetriebenen
Bandrolle geführt, die das verbrauchte Finishband aufnimmt. Der Bandvorschub wird
über einen Antrieb dieser Bandrolle erreicht, welche das Band durch den Eingangsbereich
hindurch zieht. Die Bandrolle mit dem frischen Finishband wirkt als Bandbremse und
erhält die Bandspannung aufrecht.
[0063] In der Draufsicht von Fig. 2 ist gut erkennbar, dass die erste Finisheinheit 230
zwei parallel zueinander verlaufende Finishbänder 232, 234 hat, die zeitgleich jeweils
die Umfangsfläche eines Verstellnockens des Werkstücks 200 bearbeiten. Bei der Bearbeitung
wird das Werkstück 200 mit Hilfe des Spindelantriebs der dritten Werkstückspindel
140 um seine Werkstückachse 202 gedreht. Die Finishbänder werden mit Hilfe einer Andrückrolle
236 mit einer radial zur Werkstückachse wirkenden Andrückkraft an die rotierende Umfangsfläche
des Werkstücks gedrückt. Die Andrückrolle besteht an ihrem Außenumfang aus einem hartelastischen
Werkstoff mit einer geringen Nachgiebigkeit, so dass Andrücckraftspitzen vermieden
werden können. Gleichzeitig wird die Andrückrolle mit Hilfe einer integrierten Oszillationseinrichtung
in eine kurzhubige Oszillationsbewegung parallel zur Werkstückachse 202 versetzt (siehe
Doppelpfeil). Durch die Kombination der Rotationsbewegung des Werkstücks und der überlagerten
Oszillationsbewegung des Bearbeitungswerkzeugs (Finishband) wird an der bearbeiteten
Umfangsfläche ein Kreuzschliffmuster erzeugt, dass für die Funktion der Nockenflächen
vorteilhaft ist.
[0064] Vorzugsweise wird bei diesen Werkstücken mit diskontinuierlichem Bandvorschub gearbeitet,
so dass das Finishband während der Bearbeitung ruht und die Schnittgeschwindigkeit
ausschließlich durch die Drehbewegung des Werkstücks in Kombination mit der überlagerten
axial oszillierenden Relativbewegung zwischen Werkstück und Finishband erzeugt wird.
In regelmäßigen oder unregelmäßigen Zeitintervallen wird ein gebrauchter Finishbandabschnitt
durch einen frischen Finishbandabschnitt ersetzt, indem in einer Bearbeitungspause
mit entlastetem Finishband das Finishband um eine vorbestimmte Bandvorschubstrecke
vorgeschoben wird. Es ist auch möglich, mit einem langsamen Bandvorschub während des
Bearbeitungseingriffs zu arbeiten, um zu erreichen, dass möglichst gleichmäßige Eingriffsbedingungen
mit jeweils frischem Schneidkorn vorherrschen. In jedem Fall können durch die kontinuierliche
oder diskontinuierliche Zufuhr von frischen, unverbrauchten Finishbandabschnitten
auch bei großen Serien von Werkstücken gut reproduzierbare Bearbeitungsergebnisse
erzielt werden.
[0065] Die zweite Finisheinheit 240 ist im Wesentlichen identisch aufgebaut.
[0066] Zur Erzielung ausreichender Oberflächengüten und zur Einhaltung der vorgesehenen
Formparameter ist es wichtig, dass das Werkstück während der Bearbeitung exakt um
seine werkstückspezifische Rotationsachse (Werkstückachse) gedreht wird. Gleichzeitig
wirken jedoch die Bearbeitungskräfte bei der Finishbearbeitung in Bezug auf die Werkstückachse
in radialer Richtung. Durch diese Querkräfte könnte es zur Schrägstellung des zu bearbeitenden
Werkstücks und zu entsprechenden Qualitätseinbußen kommen. Eine zur Spindelachse koaxiale
und gegen Querkräfte stabile Werkstückspannung ist also anzustreben.
[0067] Für eine wirtschaftliche Fertigung sollten weiterhin die Taktzeiten bei der Bearbeitung
möglichst gering gehalten werden, so dass auch ein Werkstückwechsel möglichst zügig
erfolgen sollte. Bei dem Beispiel ist für die Werkstückspannung eine Lösung realisiert,
die einerseits einen schnellen Werkstückwechsel und andererseits eine gegen Querkräfte
stabile koaxiale Spannung der Werkstücke erlaubt.
[0068] Auf Seiten der Werkstückspindel ist hierzu vorgesehen, dass die Werkstückaufnahme
als passive Steckaufnahme zur drehfesten Aufnahme eines Werkstücks ausgebildet ist.
Solche passiven Werkstückaufnahmen benötigen keine über einen Spannantrieb betätigbare
Spannmittel zum Einspannen des Werkstücks. Das Werkstück wird nicht radial eingespannt,
sondern lediglich mehr oder weniger in Axialrichtung aufgesteckt, kraftschlüssig gegen
Herabfallen gehalten und gegen Verdrehen gesichert. Hierdurch wird ein schnelles Aufnehmen
und Entnehmen der Werkstücke realisiert.
[0069] Weiterhin ist eine Gegenlagereinrichtung zur Fixierung eines in einer Werkstückaufnahme
aufgenommenen Werkstücks in einer koaxial zur Spindelachse der Werkstückspindel ausgerichteten
Bearbeitungsstellung vorgesehen, wobei die Gegenlagereinrichtung in einem axialen
Abstand von der Werkstückaufnahme an dem Werkstück angreift, wenn sich die Werkstückspindel
in einer zur Bearbeitungsstation gehörenden Bearbeitungsposition befindet.
[0070] Diese Einrichtungen erlauben eine Werkstückaufnahme zwischen Spitzen.
[0071] Anhand der Fig. 2 bis 4 werden diese Elemente nun am Beispiel der an der zweiten
Werkstückspindel 130 angebrachten Werkstückaufnahme 160 und einer zugeordneten Reitstockeinheit
300 näher erläutert. Die Reitstockeinheit 300 ist Bestandteil einer Reitstockeinrichtung
350, die mit axialem Abstand in z-Richtung vor dem Rundtisch und den an dessen Vorderseite
angebrachten Werkstückaufnahmen auf dem Maschinenbett angebracht ist. Bei dem Beispiel
hat die Reitstockeinrichtung 350 drei identisch aufgebaute Reitstockeinheiten 300,
360, 370 und zwar jeweils eine Reitstockeinheit für jede der Bearbeitungsstationen
220, 230 und 240. Wie vor allem aus Fig. 3 ersichtlich, ist die Reitstockeinheit 300
der Bürsteinheit zugeordnet, während die Reitstockeinheit 360 der ersten Finisheinheit
und die Reitstockeinheit 370 der zweiten Finisheinheit zugeordnet ist.
[0072] Die Reitstockeinheit 300 hat eine Reitstockspindel 310, die passiv, d.h. ohne eigenen
Antrieb, um eine Reitstockspindelachse 312 drehbar und mittels eines Vorschubantriebs
parallel zur Reitstockachse in Richtung auf die gegenüberliegende Werkstückaufnahme
bzw. von dieser weg verfahrbar ist. Die Reitstockspindelachse ist so angeordnet, dass
sie mit der Werkstückspindelachse derjenigen Werkstückspindel zusammenfällt, die sich
in der Bearbeitungsposition an der Bürsteinrichtung befindet, im Beispielsfall also
mit der Spindelachse 132 der zweiten Werkstückspindel 130.
[0073] Die spindelseitige Werkstückaufnahme 160 ist als passive Steckaufnahme zur drehfesten
Aufnahme des Werkstücks ausgebildet. Ein vorderer Endabschnitt der Werkstückaufnahme
bildet hierzu einen Dornabschnitt 162 mit einer zylindrischen Außenfläche, die einen
Außendurchmesser hat, der dem Innendurchmesser des zu spannenden Werkstücks (gestrichelt
angedeutet) so angepasst ist, dass der Dornabschnitt unter Bildung einer Spielpassung
axial in das Werkstück eingeführt werden kann. Das Werkstück ist dadurch bereits weitgehend
koaxial zur Spindelachse ausgerichtet. An den Dornabschnitt 162 schließt sich spindelseitig
ein konischer Zentrierabschnitt 164 mit einem zum Rundtisch größer werdenden Durchmesser
an. Ein auf den Dornabschnitt aufgestecktes Werkstück wird dadurch in Bezug auf die
Spindelachse 132 zentriert.
[0074] Fig. 4B zeigt einen senkrecht zur Spindelachse 132 verlaufenden Schnitt durch den
Dornabschnitt 162 und die darin enthaltenen Elemente einer passiven Verdrehsicherungseinrichtung
zur Sicherung eines aufgenommenen Werkstücks gegen Verdrehung. Ein Mitnehmerelement
166 ist um eine parallel zur Spindelachse verlaufende Drehachse schwenkbar gelagert
und hat eine nach radial außen vorspringende Rastnase 165, die im ausgeschwenkten
Zustand des Mitnehmerelementes durch ein Langloch 167 am Umfang des Dornabschnitts
nach außen vorsteht. Im Inneren des Dornabschnitts ist eine Druckfeder 168 angeordnet,
die das Mitnehmerelement in diese ausgerückte Stellung vorspannt. Gegen die Kraft
der Druckfeder kann das Mitnehmerelement nach innen gedrückt werden.
[0075] Wird nun ein Werkstück auf den Dornabschnitt im Wesentlichen axial von vorne aufgeschoben,
so wird es beim Anschlagen an den konischen Zentrierabschnitt 164 in Bezug auf die
Spindelachse 182 zentriert. Die hier als Werkstück vorgesehenen Nockenstücke haben
an ihrer Innenseite eine Innenverzahnung zur drehfesten Kopplung an axial benachbarte
Bauelemente der Nockenwelle. Die Rastnase 166 des Mitnehmerelements rastet in eine
der Zahnlücken ein, so dass in Umfangsrichtung ein Formschluss zwischen dem Mitnehmerelement
und dem Werkstück gebildet wird, wodurch dieses gegen Verdrehung relativ zum Dornabschnitt
gesichert ist. Außerdem drückt die Druckfeder das Mitnehmerelement gegen die Innenseite
des Werkstücks, wobei die Federkraft so bemessen ist, dass durch diesen Kraftschluss
das Werkstück auch gegen Herabfallen vom Dornabschnitt gesichert ist. Die axiale Steckverbindung
zwischen Werkstückaufnahme und Werkstück kann durch axiales Abziehen des Werkstückes
beim Werkstückwechsel auf einfache Weise gelöst werden.
[0076] Zur Zentrierung des Werkstücks an der Werkstückaufnahme hat die gegenüberliegende
Reitstockspindel an ihrem der Werkstückaufnahme zugewandten Ende einen konischen Zentrierabschnitt
364, der bei axialem Vorschub der Reitstockspindel in das Werkstück eingreift, wodurch
das Werkstück in Bezug auf die Spindelachse 132 zentriert wird. Das Werkstück wird
also bei dieser Ausführungsform im Prinzip axial zwischen Spitzen bzw. zwischen den
konischen Zentrierabschnitten 164 und 364 gespannt und ist dadurch gegen die beim
Bearbeiten wirkenden radialen Bearbeitungskräfte an beiden Enden stabilisiert.
[0077] Diese Art der Werkstückspannung zwischen Spitzen in Verbindung mit einem Rundtisch
kann selbstverständlich nicht nur bei den hier beispielhaft beschriebenen Werkstücken
vorgesehen sein, sondern ist auch für andere Werkstückgeometrien nützlich, insbesondere
für solche Werkstücke, die eine im Vergleich zu ihrem Durchmesser relativ große Länge
haben, also relativ weit über eine spindelseitige Werkstückaufnahme hinausragen. Diese
Werkstückspannung zwischen Spitzen ist auch für massive Werkstücke möglich, indem
beispielsweise der Reitstock eine Spitze hat, die in eine stirnseitige zentrische
Ausnehmung des Werkstücks greift. Anstelle eines Außenkonus auf der Werkstückspindelseite
könnte zur Spannung von massiven Werkstücken mit zylindrischen Endabschnitten auch
ein Innenkonus vorgesehen sein.
[0078] Die schematische Fig. 5 zeigt eine Seitenansicht einer als Bandfinishmaschine ausgelegten
Finishmaschine 500 gemäß einem zweiten Beispiel in einer Richtung parallel zur z-Richtung
des maschinenfesten Maschinenkoordinatensystems MKS. Die Finishmaschine ist im Beispielsfall
für die gleichen Werkstücke (Nockenstücke) konzipiert und im Materialfluss in Linie
hinter einer vorgeschalteten Schleifmaschine und vor einer nachgeschalteten Waschanlage
angeordnet.
[0079] Die zu bearbeitenden Werkstücke 200 werden der Finishmaschine in der gezeigten Darstellung
von rechts über eine horizontale Transporteinrichtung 605 liegend zugeführt, mit Hilfe
eines Handlingsystems (Ladeeinrichtung 610) automatisch in die Finishmaschine geladen
und nach Abschluss einer Bandfinishbearbeitung wieder entladen und nach links abgefördert.
Es gibt zusätzlich zur Ladestation nur eine Bearbeitungsstation zum Bandfinishen.
Zur Bandfinishbearbeitung sind zwei gleichzeitig am Werkstück angreifende Finisheinheiten
620, 630 vorgesehen.
[0080] Die Finishmaschine hat einen Rundtisch 510, der mit Hilfe eines nicht gezeigten Drehantriebs
taktweise um eine parallel zur z-Richtung verlaufende horizontale Rundtischachse 112
drehbar ist.
[0081] An dem Rundtisch sind zwei diametral gegenüberliegende Werkstückspindeln radial außerhalb
der Rundtischachse 512 angeordnet, nämlich eine um eine erste Spindelachse 522 drehbare
erste Werkstückspindel 520 und eine um eine zweite Spindelachse 532 drehbare zweite
Werkstückspindel 530. Die Spindelachsen liegen parallel zueinander und parallel zur
Rundtischachse 512 in horizontaler Richtung. Für jede Werkstückspindel ist ein gesonderter
Spindelantrieb vorgesehen, so dass die Drehung jeder Werkstückspindel unabhängig von
den Drehungen der anderen Werkstückspindel gesteuert werden kann.
[0082] Die Werkstückspindeln und die daran angebrachten Werkstückaufnahmen sind jeweils
identisch. Die Werkstückaufnahmen sind als Spannzangen ausgelegt, die über eigene
Spannantriebe betätigt werden und das eingespannte Werkstück durch Einklemmen drehfest
halten und zentrieren.
[0083] Der Rundtisch "bedient" zwei am Umfang des Rundtischs angeordnete Arbeitsstationen.
An der oben liegenden ersten Arbeitsstation ist die Ladeeinheit 610 zum Be- und Entladen
der Werkstückaufnahmen vorgesehen. In der in Fig. 5 dargestellten Situation befindet
sich die erste Werkstückspindel 520 in der Be- und Entladeposition im Arbeitsbereich
der Ladeeinheit 610. Die Beladung erfolgt von rechts, der Abtransport nach links.
[0084] Eine Drehung des Rundtisches um 180° im Uhrzeigersinn wird das zu bearbeitende Werkstück
dann in die zweite Arbeitsstation fördern, die die einzige Bearbeitungsstation der
Finishmaschine ist. Die Bearbeitungsstation hat zwei im Wesentlichen identische Finisheinheiten
620, 630, die von diametral gegenüberliegenden Seiten am Werkstück angreifen. Die
Finisheinheiten sind jeweils horizontal parallel zur x-Achse verfahrbar. Weiterhin
ist eine Linearachse in z-Richtung zur axialen Positionierung der Finisheinheiten
am Werkstück vorgesehen.
[0085] Sowohl die erste Finisheinheit 620 als auch die zweite Finisheinheit 630 ist als
Bandfinisheinheit konstruiert und hat zwei parallele Bandtransporteinrichtungen, so
dass am Werkstück zwei axial gegeneinander versetzte Werkstückabschnitte (Nocken)
gleichzeitig mittels Bandfinishen bearbeitet werden können. Die erste Finisheinheit
ist zur Bearbeitung von axial zueinander versetzen ersten Nocken eingerichtet, während
die zweite Finisheinheit axial zu den ersten Nocken versetze zweite Nocken bearbeitet.
Für das Bandfinishen wird jeweils ein endliches (nicht endloses) Finishband verwendet,
dessen Bandenden jeweils an einer Bandrolle befestigt sind. Es wird mit langsamem
kontinuierllichen oder diskontinuierlichem Bandvorschub gearbeitet. Insoweit wird
auf die obige Beschreibung verwiesen.
[0086] Ist die Finishbearbeitung abgeschlossen, wird der Rundtisch um 180° weitergeschaltet.
Diese Drehung bringt das feinbearbeitetete Werkstück wieder zur ersten Arbeitsstation,
wo es mit Hilfe der Ladeeinheit 610 aus der Werkstückaufnahme entnommen und zum Abtransport
befördert wird.
[0087] Im Gegensatz zum Beispiel von Fig. 1 bis 4 sind die Werkstücke hier nur einseitig
(in der Werkstückaufnahme) und nicht zwischen Spitzen gespannt und es gibt keine entsprechenden
Reitstockeinrichtungen. Dennoch ist auch bei großen radialen Andruckkräften beim Finishen
eine gegen Querkräfte stabilisierte, zur Werkstückspindel koaxiale Werkstückdrehung
sichergestellt. Die Anordnung der Finisheinheiten ist nämlich so gewählt, dass die
radial zur Werkstückachse angreifenden Andruckkräfte der ersten und der zweiten Finisheinheit
im Wesentlichen symmetrisch zur Werkstückachse ausgerichtet sind. Dadurch kompensieren
sich die durch die Finisheinheiten beim Bearbeiten aufgebrachten Andruckkräfte gegenseitig,
so dass eine gegen Querkräfte stabilisierte Bearbeitung möglich ist. Jede Finisheinheit
wirkt dabei als Abstützung bzw. Gegenlagerung zur Aufnahme der jeweils von der anderen
Finisheinheit eingebrachten Querkräfte.
[0088] Anhand von Fig. 6 werden besondere Einrichtungen zur Werkstückspannung bei einer
Finishmaschine 800 dargestellt, welche in Beispiel zur Bearbeitung von relativ langen
Werkstücken 805 in Form von Kurbelwellen eingerichtet ist. Zu den Bearbeitungseinrichtungen
gehören mehrere Finisheinheiten, die an einer in einer Bearbeitungsposition gehaltenen
Kurbelwelle gleichzeitig sowohl Hauptlager als auch Hublager der Kurbelwelle mittels
Bandfinishen bearbeiten können. Die Einrichtungen zur Werkstückspannung können gleichzeitig
vier Kurbelwellen jeweils zwischen Spitzen einspannen und taktweise zu unterschiedlichen
Arbeitsstationen bewegen.
[0089] Zur Werkstückspannung sind zwei koaxial drehbare Rundtische vorgesehen, wovon einer
zu einer Spindelstockeinheit gehört und vier separat angetriebene Werkstückspindeln
aufweist und der andere zu einer Reitstockeinheit gehört, die als Gegenlagereinrichtung
zur Fixierung der Werkstücke in einer koaxial zur Spindelachse der Werkstückspindeln
ausgerichteten Bearbeitungsstellung dient.
[0090] Zur Spindelstockeinheit gehört ein erster Rundtisch 810, der mit Hilfe eines elektrischen
ersten Drehantriebs 814 taktweise um seine horizontale Rundtischachse 812 gedreht
werden kann. Der erste Rundtisch ist in einem vertikalen Trägerelement gelagert, welches
in Axialrichtung fixiert auf dem Maschinenbett 802 der Finishmaschine montiert ist.
Am ersten Rundtisch 810 sind vier Werkstückspindeln radial außerhalb der Rundtischachse
angeordnet, von denen nur zwei Werkstückspindeln 820, 830 in der Seitenansicht erkennbar
sind. Zu jeder der Werkstückspindeln gehört ein unabhängig von den anderen Drehantrieben
ansteuerbarer Drehantrieb, der die Werkstückspindel um die zugehörige Spindelachse
822, 832 drehen kann. Die vier in die Spindelstock-Rundachse integrierten Werkstückspindeln
sind jeweils mit einer axial gefederten Spitze 824, 834 und Mitnehmern ausgestattet,
die dafür sorgen, dass die eingespannten Werkstücke bei Drehung der jeweiligen Werkstückspindel
in Umfangsrichtung formschlüssig ergriffen und mitgenommen werden. Der erste Rundtisch
810 wird um seine horizontale Rundtischachse 812 gedreht und ein vier diskreten Positionen
indexiert, die zu vier Arbeitsstationen der Finishmaschine gehören. In der gezeigten
Situation befindet sich die obere Werkstückspindel 820 in der Be- und Entladeposition
im Arbeitsbereich einer nicht gezeigten Ladeeinheit. In dieser Arbeitsposition wirkt
ein ortsfest montierter pneumatischer Antrieb 860 als Betätigung zum Zurückziehen
der Spitze der in der Be- und Entladeposition befindlichen Werkstückspitze.
[0091] In Axialrichtung gesehen gegenüber dem ersten Rundtisch 810 ist ein zweiter Rundtisch
910 angeordnet, der Teil der Reitstockeinheit ist. Der zweite Rundtisch kann mit Hilfe
eines elektrischen zweiten Drehantriebs 914 um seine horizontale Rundtischachse 912
gedreht, die koaxial zur Drehachse bzw. Rundtischachse 812 des ersten Rundtisches
verläuft. Der erste und der zweite Drehantrieb sind unabhängig voneinander über die
Maschinensteuerung ansteuerbar. Diese kann eine synchrone Drehung der Rundtische mit
steuerungstechnischen Mitteln sicherstellen. Dieses Konzept wird hier auch als "Zwillingsantrieb"
bezeichnet.
[0092] Die gemeinsame Drehachse bildet die Symmetrieachse der Anordnung. Der zweite Rundtisch
910 ist für den Umrüstbetrieb axial, d.h. parallel zur Symmetrieachse der Anordnung,
verfahrbar. Der Rundtisch ist hierzu in einem vertikalen Trägerelement gelagert, welches
auf einen Schlitten 970 montiert ist, der auf axialen Führungsschienen axial verschiebbar
geführt ist und mittels einer NC-Achse 975 mit Kugelgewindetrieb horizontal hin- und
herbewegt werden kann.
[0093] Der zweite Rundtisch 910 trägt vier identisch aufgebaute Reitstockspindeln in 90°-Winkelteilung,
wovon nur zwei Reitstockspindeln 920 und 930 dargestellt sind. Jede der Reitstockspindeln
hat eine passiv drehbare, wälzgelagerte, gefederte Spitze 924, 934, so dass jeweils
ein langes Werkstück zwischen den Spitzen der gegenüberliegenden Werkstückspindel
und der zugehörigen Reitstockspindel federbelastet eingespannt werden kann. Der Rundtisch
wird an vier diskreten Positionen entsprechend den Arbeitsstationen der Finishmaschine
indexiert. An der zur Beund Entladestation gehörenden Position ist ein ortsfester
pneumatischer Antrieb 960 zum Zurückziehen der reitstockseitigen Spitze vorgesehen.
[0094] Während des Betriebs der Finishmaschine 800 wird ein zu bearbeitendes Werkstück im
Bereich der Be- und Entladeposition eingespannt, indem eine freie Werkstückspindel
und eine zugehörige freie Reitstockspindel zunächst in die zur Be- und Entladestation
gehörende Arbeitsposition gefahren werden. Das Werkstück wird dann mittels einer Greifereinheit
gegriffen und zwischen den Spitzen gehalten, die durch die pneumatischen Antriebe
entgegen der Kraft der jeweils zugehörigen Rückstellfedern zurückgezogen werden. Zum
Einspannen des Werkstücks werden die Antriebe deaktiviert, so dass das Werkstück unter
der Kraft der zu den Spitzen gehörenden Federn axial zwischen Spitzen eingespannt
wird. Das Werkstück kann dann durch synchrones Drehen der beiden Rundtische 810, 910
mittels synchronisierter Ansteuerung des ersten und zweiten Drehantriebs in eine erste
Bearbeitungsstation und danach ggf. zu bis zu zwei weiteren Bearbeitungsstationen
gefahren werden, bevor es zurück zur Be- und Entladestation gefördert wird. Unterschiedliche
Drehrichtungen sind möglich. In den Bearbeitungsstationen können unterschiedliche
Bearbeitungsoperationen am Werkstück durchgeführt werden. Die Werkstücke bleiben jeweils
vom Einspannen bis zum nachfolgenden Ausspannen kontinuierlich zwischen Spitzen eingespannt
und können an den jeweiligen Arbeitsstationen mittels der Werkstückspindel um ihre
Längsachse gedreht werden.
[0095] Grundsätzlich wäre es möglich, nur einen einzigen, gemeinsamen Drehantrieb für beide
Rundtische vorzusehen und die Rundtische z.B. mechanisch so miteinander zu koppeln,
dass der angetriebene Rundtisch den anderen, passiven Rundtisch mitnimmt. Es könnten
auch ausgehend von einem gemeinsamen Drehantrieb zwei separate Antriebsstränge zu
den Rundtischen führen. Das erfindungsgemäße Konzept mit "Zwillingsantrieb" der beiden
Rundtische wird demgegenüber als vorteilhaft angesehen, insbesondere wenn mehr als
zwei Werkstücke einzuspannen sind und/oder wenn die Werkstücke relativ groß und schwer
sind.
[0096] Der als Gegenlager dienende zweite Rundtisch 910 beinhaltet die passive Werkstück-Gegenlagerungen
(z.B. Spitze, Lünette), welche durch die auf der gegenüberliegenden Hauptantriebsseite
induzierte Werkstückrotation angetrieben werden und die Werkstücke (im Falle einer
Zwischen-Spitzen-Lösung) durch eine konstante Spannkraft (z.B. Federkraft) in den
weiteren fünf Freiheitsgraden zwischen den Spitzen fixiert. Diese Spannkraft kann
durch eine externe Betätigung zur Werkstückentnahme gelöst werden (z.B. ortsfest angeordnet
an Be-/Entladestation).
[0097] Da der Rundtisch alleine durch den exzentrischen Abstand der Werkstücke und deren
Aufnahmen zur Rundtisch-Rotationsachse ein hohes rotatives Trägheitsmoment (Steiner-Anteil
des Massenträgheitsmoments) aufweist, ist beim Zwillingsantrieb vorgesehen, dass der
zweite Rundtisch nicht über den ersten Rundtisch 810 passiv mitgenommen wird, sondern
über einen eigenen Drehantrieb (zweiter Drehantrieb 914) verfügt, der vorteilhaft
ein servogeregelter Rotationsantrieb (NC-Achse) ist. Durch diese Ausführung werden
Vorteile hinsichtlich der geometrischen Genauigkeit sowie der Antriebsdynamik erzielt:
Zum einen können Winkelversätze zwischen beiden Rundtischen durch Abfrage und Vergleich
der beidseitigen Winkelgebersysteme der Drehantriebe praktisch eliminiert werden,
so dass immer (unabhängig von den Dimensionen der Anordnung) eine synchrone Drehung
der Runddtische sichergestellt ist. Die Rundtische sind maschinenseitig nur über die
Maschinensteuerung, nicht aber mechanisch gekoppelt. Unvermeidliche Nachgiebigkeiten,
die bei mechanischer Kopplung der Rundtische auftreten könnten, werden eliminiert.
Zum anderen kann die Ausführung des Zwillingsantriebs aufgrund der beschriebenen Massenträgheits-Thematik
die Dynamik sowie den Energieverbrauch im Vergleich zu einer passiven Mitnahme des
zweiten Rundtischs wesentlich verbessern.
[0098] Die Anordnung erlaubt höchste Produktivität auch bei der Bearbeitung von axial langen
Werkstücken. Die bei der Bearbeitung radial auf die Werkstücke wirkenden Querkräfte
werden durch die Werkstückspannung zwischen koaxialen Spitzen zuverlässig aufgenommen.
[0099] Einige Aspekte der Erfindung wurden am Beispiel von Bandfinishmaschinen erläutert,
die zwei als Bandfinisheinheiten eingerichtete Finisheinheiten aufweisen, in einem
Fall zusätzlich zu einer Entgrateinheit. Es ist auch möglich, dass eine oder mehrere
Finisheinheiten mit einem Finishstein als Bearbeitungswerkzeug ausgestattet sind.
Wie das Beispiel von Fig. 5 zeigt kann die Finishmaschine auch als reine Finishmaschine
ausgelegt sein, bei der alle Bearbeitungseinheiten Finisheinheiten sind.
[0100] Bei manchen, nicht bildlich dargestellten Ausführungsformen ist zusätzlich zu einer
Be- und Entladeeinheit nur eine einzige Finisheinheit vorgesehen. Es können auch mehr
als zwei Finisheinheiten vorgesehen sein, beispielsweise drei oder vier Finisheinheiten.
Diese können für gleichartige oder unterschiedliche Finishoperationen eingerichtet
sein. Bei den gezeigten Ausführungsbeispielen werden alle Bearbeitungsoperationen
am drehenden Werkstück ausgeführt, wobei es für die Bearbeitung nicht darauf ankommt,
das Werkstück in einer bestimmten Drehposition zu fixieren. Die Werkstückspindeln
können daher einen relativ einfachen Aufbau ohne Einrichtungen zur Einstellung und
Fixierung einer bestimmten Drehstellung haben.
[0101] Der mit Werkstückspindeln ausgestattete Rundtisch ist bei den Ausführungsbeispielen
um eine horizontale Rundtischachse drehbar. Es gibt auch Ausführungsformen mit einem
horizontalen, liegenden Rundtisch, der um eine vertikale Rundtischachse drehbar ist.
Entsprechend sind auch die Achsen von Finisheinheiten und gegebenenfalls anderen Bearbeitungseinheiten
unterschiedlich orientierbar. Die am Rundtisch angebrachten Werkstückspindeln drehen
im Beispielsfall achsparallel zum Rundtisch.
[0102] Diese Anmeldung offenbart unter anderem eine Werkstückhaltevorrichtung mit zwei koaxial
drehbaren Rundtischen, wobei der erste Rundtisch die (mittels eines Spindelantriebs
um eine Spindelachse drehbaren) Werkstückspindeln trägt und der gegenüberliegende
zweite Rundtisch Einrichtungen zur Gegenlagerung der Werkstücke aufweist. Diese Einrichtungen
zur Gegenlagerung können, wie bei der beanspruchten Erfindung, als Reitstockspindeln
ausgelegt sein, ggf. aber auch andere Ausgestaltung aufweisen. Eine solche Werkstückhaltevorrichtung
kann unabhängig von den sonstigen Merkmalen der beanspruchten Erfindung auch bei Bearbeitungsmaschinen
ohne Finisheinheiten genutzt werden, um Werkstücke, insbesondere relativ lange Werkstücke,
bei der Bearbeitung gegen Querkräfte abzustützen, die durch ein Bearbeitungswerkzeug
auf das sich ggf. drehende Werkstück ausgeübt werden.
1. Finishmaschine (100) zur Finishbearbeitung gekrümmter Werkstückoberflächen an Werkstücken
(200) mit:
mindestens einer Werkstückspindel, die mittels eines Spindelantriebs um eine Spindelachse
drehbar ist und eine Werkstückaufnahme zur Aufnahme eines Werkstücks aufweist derart,
dass das durch die Werkstückaufnahme aufgenommene Werkstück durch Drehung der Werkstückspindel
um eine Werkstückachse drehbar ist;
mindestens einer Finisheinheit, die eine Andrückeinrichtung zum Andrücken eines mit
Schneidmittel besetzten Bearbeitungswerkzeugs an eine gekrümmte Umfangsfläche des
Werkstücks mit einer radial zur Werkstückachse gerichteten Andrückkraft aufweist;
und
einem Rundtisch (110), der taktweise um eine Rundtischachse (112) drehbar ist, wobei
mehrere Werkstückspindeln (120, 130, 140, 150) an dem Rundtisch in einer vorgegebenen
Winkelteilung angeordnet sind und ein durch eine Werkstückaufnahme aufgenommenes Werkstück
durch Drehung des Rundtischs in eine Bearbeitungsposition an der Finisheinheit bewegbar
und nach Abschluss der Finishbearbeitung aus dieser Bearbeitungsposition heraus zu
einer nachfolgenden Arbeitsstation transportierbar ist, gekennzeichnet durch
eine Einrichtung zur aktiven Abstützung des Werkstücks gegen Querkräfte an mindestens
einem mit axialem Abstand von der Werkstückaufnahme liegenden Werkstückabschnitt,
wobei zusätzlich zu dem die Werkstückspindeln (820, 830) tragenden Rundtisch (810)
ein weiterer Rundtisch (910) vorgesehen ist, der koaxial mit dem die Werkstückspindeln
tragenden Rundtisch drehbar ist und mindestens eine Reitstockspindel (920, 930) trägt,
wobei jedem der beiden Rundtische (810, 910) ein eigener Drehantrieb (814, 914) zugeordnet
ist, wobei eine synchrone Drehung der Rundtische (810, 910) mittels Synchronisierung
der Drehantriebe über eine Maschinensteuerung der Finishmaschine erzielbar ist.
2. Finishmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Rundtisch in jeder zu einer Bearbeitungsposition gehörenden Winkelstellung mittels
einer Indexiereinrichtung indexierbar und/oder mittels einer Klemmeinrichtung festklemmbar
ist.
3. Finishmaschine nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch eine mit axialem Abstand von der Werkstückaufnahme an dem Werkstück angreifende Gegenlagereinrichtung
zur Fixierung des Werkstücks in einer koaxial zur Spindelachse der Werkstückspindel
ausgerichteten Bearbeitungsstellung, wenn sich die Werkstückspindel in einer zu einer
Bearbeitungsstation gehörenden Bearbeitungsposition befindet.
4. Finishmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, worin die Finishmaschine so
eingerichtet ist, dass ein Werkstück an mindestens einer Bearbeitungsstation mit seinen
axialen Enden zwischen zentrierend wirkenden Spitzen aufnehmbar ist.
5. Finishmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Variante mit dem weiteren Rundtisch (910) für jede Werkstückspindel eine
eigene Reitstockspindel vorgesehen ist.
6. Finishmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Variante mit dem weiteren Rundtisch (910) der weitere Rundtisch (910) parallel
zu seiner Drehachse (912) in Richtung des die Werkstückspindeln tragenden Rundtischs
(810) oder in Gegenrichtung verfahrbar ist.
7. Finishmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch mehrere dem Rundtisch zugeordneten Bearbeitungseinheiten (220, 230, 240) zur Durchführung
von Bearbeitungsoperationen an einem durch eine Werkstückaufnahme aufgenommenen Werkstück,
wobei mindestens eine der Bearbeitungseinheiten eine Finisheinheit (230, 240) ist,
wobei vorzugsweise mindestens eine Bearbeitungseinheit für eine andere Bearbeitungsoperation,
insbesondere zum Entgraten, konfiguriert ist.
8. Finishmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, worin die Finishmaschine mehrere
Finisheinheiten (230, 240, 620, 630) aufweist, die vom gleichen Rundtisch (110) bedient
werden, insbesondere genau zwei Finisheinheiten (230, 240, 620, 630), die vorzugsweise
so angeordnet sind, das sie nacheinander vom Rundtisch bedient werden.
9. Finishmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, worin eine Bearbeitungsstation
der Finishmaschine zwei Finisheinheiten (620, 630) aufweist, die dafür eingerichtet
sind, gleichzeitig dasselbe in einer zu der Bearbeitungsstation gehörenden Bearbeitungsposition
positionierte Werkstück zu bearbeiten, und/oder worin an einer Bearbeitungsstation
zur Finishbearbeitung eine erste Finisheinheit (620) und mindestens eine zweite Finisheinheit
(630) vorgesehen ist, die bei der Bearbeitung gleichzeitig am Werkstück derart angreifen,
dass radial zur Werkstückachse angreifende Andruckkräfte der ersten und der zweiten
Finisheinheit im Wesentlichen symmetrisch zur Werkstückachse ausgerichtet sind, wobei
vorzugsweise an einer Bearbeitungsstation zur Finishbearbeitung zwei diametral gegenüberliegende,
im Wesentlichen identische Finisheinheiten (620, 630) vorgesehen sind.
10. Finishmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, worin die Werkstückaufnahme
(160) als passive Steckaufnahme ausgebildet ist, wobei vorzugsweise die Werkstückaufnahme
(160) mindestens eine Haltefeder und/oder mindestens ein federbelastetes Halteelement
(166) aufweist, um das auf die Werkstückaufnahme aufgesteckte oder in die Werkstückaufnahme
eingesteckte Werkstück reibschlüssig zu halten und gegen Herabfallen zu sichern.
11. Finishmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, worin die Werkstückaufnahme
für eine drehfeste Aufnahme eines Werkstücks ausgebildet ist, wobei die Werkstückaufnahme
vorzugsweise eine passive Verdrehsicherungseinrichtung zur Sicherung eines aufgenommenen
Werkstücks gegen Verdrehung aufweist, wobei vorzugsweise die Werkstückaufnahme ein
federbelastetes Mitnehmerelement (166) aufweist, das bei Aufnahme eines Werkstücks
in eine Ausnehmung am Werkstück in Umfangsrichtung formschlüssig eingreift, und/oder
worin die Werkstückaufnahme (160) einen konischen Zentrierabschnitt (164) zur Zentrierung
des Werkstücks in Bezug auf die Spindelachse (132) aufweist.
12. Finishmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, worin die Werkstückspindeln
(120, 130, 140, 150) an dem Rundtisch (110) derart angebracht sind, dass die Spindelachsen
(122, 132, 142, 152) parallel zur Rundtischachse (112) verlaufen.
13. Finishmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, worin die Finisheinheit (230,
240) eine Oszillationseinrichtung zur Erzeugung einer Oszillationsbewegung des Bearbeitungswerkzeugs
parallel zur Werkstückachse aufweist.
14. Finishmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, worin mindestens eine Finisheinheit
(230, 240) eine Bandfinisheinheit ist.
1. A finishing machine (100) for the finish machining of curved workpiece surfaces on
workpieces (200), having:
at least one workpiece spindle, which is rotatable about a spindle axis by means of
a spindle drive and has a workpiece mounting for mounting a workpiece, such that the
workpiece mounted by the workpiece mounting is rotatable about a workpiece axis by
rotation of the workpiece spindle;
at least one finishing unit, which has a pressing device for pressing a machining
tool provided with cutting means against a curved circumferential surface of the workpiece
with a pressing force directed radially with respect to the workpiece axis; and
a rotary table (110), which is rotatable cyclically about a rotary table axis (112),
wherein a plurality of workpiece spindles (120, 130, 140, 150) are arranged on the
rotary table at a predetermined angular pitch and a workpiece mounted by a workpiece
mounting is movable into a machining position on the finishing unit by rotation of
the rotary table and, after completion of the finish machining operation, is transportable
out of this machining position to a subsequent workstation,
characterized by
a device for actively supporting the workpiece against transverse forces on at least
one workpiece section located at an axial distance from the workpiece mounting,
wherein in addition to the rotary table (810) carrying the workpiece spindles (820,
830), a further rotary table (910) is provided, which is rotatable coaxially with
the rotary table carrying the workpiece spindles and carries at least one tailstock
spindle (920, 930),
wherein each of the two rotary tables (810, 910) is assigned a separate rotary drive
(814, 914), wherein synchronous rotation of the rotary tables (810, 910) is achievable
by means of synchronization of the rotary drives via a machine control system of the
finishing machine.
2. The finishing machine according to claim 1, characterized in that the rotary table is indexable in any angular position pertaining to a machining position
by means of an indexing device and/or is clampable by means of a clamping device.
3. The finishing machine according to claim 1 or 2, characterized by a counter-bearing device, acting on the workpiece at an axial distance from the workpiece
mounting, for fixing the workpiece in a machining position oriented coaxially with
the spindle axis of the workpiece spindle, when the workpiece spindle is located in
a machining position pertaining to a machining station.
4. The finishing machine according to any of the preceding claims, wherein the finishing
machine is set up such that a workpiece is mountable at at least one machining station
with its axial ends between tips which have a centering effect.
5. The finishing machine according to any of the preceding claims, characterized in that in the variant with the further rotary table (910), a separate tailstock spindle
is provided for each workpiece spindle.
6. The finishing machine according to any of the preceding claims , characterized in that in the variant with the further rotary table (910), the further rotary table (910)
is movable parallel to its rotation axis (912) in the direction of the rotary table
(810) carrying the workpiece spindles or in the opposite direction.
7. The finishing machine according to any of the preceding claims, characterized by a plurality of machining units (220, 230, 240), assigned to the rotary table, for
carrying out machining operations on a workpiece mounted by a workpiece mounting,
wherein at least one of the machining units is a finishing unit (230, 240), wherein
preferably at least one machining unit is configured for a different machining operation,
in particular for deburring.
8. The finishing machine according to any of the preceding claims, wherein the finishing
machine has a plurality of finishing units (230, 240, 620, 630) which are served by
the same rotary table (110), in particular precisely two finishing units (230, 240,
620, 630), which are preferably arranged such that they are served successively by
the rotary table.
9. The finishing machine according to any of the preceding claims, wherein a machining
station of the finishing machine has two finishing units (620, 630), which are set
up to simultaneously machine the same workpiece positioned in a machining position
pertaining to the machining station, and/or wherein a first finishing unit (620) and
at least one second finishing unit (630) are provided on a machining station for finish
machining, said finishing units acting simultaneously on the workpiece during the
machining operation such that pressing forces, acting radially to the workpiece axis,
of the first and of the second finishing unit are oriented substantially symmetrically
with respect to the workpiece axis, wherein preferably two diametrically opposite,
substantially identical finishing units (620, 630) are provided on a machining station
for finish machining.
10. The finishing machine according to any of the preceding claims, wherein the workpiece
mounting (160) is configured as a passive plug-type mounting, wherein preferably the
workpiece mounting (160) has at least one retaining spring and/or at least one spring-loaded
retaining element (166) in order to hold the workpiece plugged onto the workpiece
mounting or plugged into the workpiece mounting in a frictional manner and to secure
it against falling out.
11. The finishing machine according to any of the preceding claims, wherein the workpiece
mounting is configured to mount a workpiece for conjoint rotation, wherein the workpiece
mounting preferably has a passive twist prevention device for securing a mounted workpiece
against twisting, wherein preferably the workpiece mounting has a spring-loaded driver
element (166) which, when a workpiece is mounted, engages in a recess in the workpiece
in a form-fitting manner in the circumferential direction, and/or wherein the workpiece
mounting (160) has a conical centering section (164) for centering the workpiece with
respect to the spindle axis (132).
12. The finishing machine according to any of the preceding claims, wherein the workpiece
spindles (120, 130, 140, 150) are fitted on the rotary table (110) such that the spindle
axes (122, 132, 142, 152) extend parallel to the rotary table axis (112).
13. The finishing machine according to any of the preceding claims, wherein the finishing
unit (230, 240) has an oscillation device for producing an oscillating movement of
the machining tool parallel to the workpiece axis.
14. The finishing machine according to any of the preceding claims, wherein at least one
finishing unit (230, 240) is a belt finishing unit.
1. Machine de finition (100) pour le traitement de finition de surfaces courbes de pièces
à usiner sur des pièces à usiner (200) avec :
au moins une broche de pièce à usiner pouvant tourner autour d'un axe de broche à
l'aide d'un entraînement de broche et comportant un logement de pièce à usiner pour
loger une pièce à usiner de telle sorte que la pièce à usiner reçue par le logement
de pièce à usiner peut tourner, par rotation de la broche de pièce à usiner, autour
d'un axe de pièce à usiner ;
au moins une unité de finition comportant un dispositif de pression pour presser un
outil de traitement équipé d'un moyen de découpe au niveau d'une surface périphérique
incurvée de la pièce à usiner avec une force de pression orientée dans le plan radial
par rapport à l'axe de pièce à usiner ; et
une table ronde (110) pouvant être tournée selon un certain tempo autour d'un axe
de table ronde (112), plusieurs broches de pièce à usiner (120, 130, 140, 150) étant
disposées au niveau de la table ronde avec un écart angulaire prédéfini et une pièce
à usiner reçue par un logement de pièce à usiner pouvant être déplacée dans une position
de traitement au niveau de l'unité de finition par rotation de la table ronde et pouvant
être transportée à la fin du traitement de finition hors de cette position de traitement
jusqu'à une station de travail suivante ;
caractérisée par un dispositif de maintien actif de la pièce à usiner à l'encontre des forces transversales
au niveau d'au moins une section de pièce à usiner reposant à une certaine distance
axiale du logement de pièce à usiner,
dans laquelle une table ronde (910) supplémentaire est prévue en sus de la table ronde
(810) supportant les broches de pièce à usiner (820, 830), ladite table supplémentaire
pouvant tourner dans le plan coaxial avec la table ronde supportant les broches de
pièce à usiner et supportant au moins une broche de contrepoupée (920, 930),
dans laquelle un entraînement en rotation (814, 914) propre est associé à chacune
des deux tables rondes (810, 910), une rotation synchrone des tables rondes (810,
910) pouvant être atteinte par synchronisation d'entraînements en rotation via une
commande de machine de la machine de finition.
2. Machine de finition selon la revendication 1, caractérisée en ce que la table ronde peut être indexée dans chaque position angulaire appartenant à une
position de traitement au moyen d'un dispositif d'indexation et/ou peut être serrée
fixement au moyen d'un dispositif de serrage.
3. Machine de finition selon la revendication 1 ou 2, caractérisée par un dispositif de contre-palier s'engrenant avec la pièce à usiner à une certaine
distance axiale du logement de pièce à usiner pour fixer la pièce à usiner dans une
position de traitement orientée dans le plan coaxial par rapport à l'axe de broche
de la broche de pièce à usiner lorsque la broche de pièce à usiner se trouve dans
une position de traitement appartenant à une station de traitement.
4. Machine de finition selon l'une quelconque des revendications précédentes, la machine
de finition étant conçue de telle sorte qu'une pièce à usiner peut être reçue, au
niveau d'au moins une station de traitement, avec ses extrémités axiales entre les
pointes agissant de façon à exercer un centrage.
5. Machine de finition selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que dans la variante présentant la table ronde (910) supplémentaire, une broche de contrepoupée
propre est prévue pour chaque broche de pièce à usiner.
6. Machine de finition selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que dans la variante présentant la table ronde (910) supplémentaire, la table ronde (910)
supplémentaire peut être avancée parallèlement à son axe de rotation (912), en direction
de la table ronde (810) supportant les broches de pièce à usiner ou dans la direction
contraire.
7. Machine de finition selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée par plusieurs unités de traitement (220, 230, 240) associées à la table ronde pour mettre
en œuvre des opérations de traitement au niveau d'une pièce à usiner reçue à travers
un logement de pièce à usiner, au moins une des unités de traitement étant une unité
de finition (230, 240), de préférence au moins une unité de traitement étant configurée
pour une autre opération de traitement, notamment d'ébavurage.
8. Machine de finition selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans laquelle
la machine de finition comporte plusieurs unités de finition (230, 240, 620, 630)
commandées par la même table ronde (110), notamment précisément deux unités de finition
(230, 240, 620, 630) disposées de préférence de telle sorte qu'elles étaient commandées
les unes après les autres à partir de la table ronde.
9. Machine de finition selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans laquelle
la station de traitement de la machine de finition comporte deux unités de finition
(620, 630) conçues pour traiter simultanément la même pièce à usiner positionnée dans
une position de traitement appartenant à la station de traitement et/ou dans laquelle
une première unité de finition (620) et au moins une deuxième unité de finition (630)
étant prévue au niveau d'une station de traitement pour le traitement de finition
s'engrenant, en cas de traitement, simultanément avec la pièce à usiner de telle sorte
que les forces de pression s'engrenant dans le plan radial par rapport à l'axe de
pièce à usiner de la première et de la deuxième unité de finition sont orientées pour
l'essentiel symétriquement à l'axe de pièce à usiner, deux unités de finition (620,
630) pour l'essentiel identiques de façon diamétralement opposée étant prévues de
préférence au niveau d'une station de traitement, pour le traitement de finition.
10. Machine de finition selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans laquelle
le logement de pièce à usiner (160) est réalisé sous la forme d'un logement d'enfichage
passif, au moins un ressort de maintien et/ou au moins un élément de maintien (166)
sollicité par ressort comportant de préférence le logement de pièce à usiner (160),
pour maintenir par complémentarité de frottements la pièce à usiner enfichée sur le
logement de pièce à usiner ou s'enfichant dans le logement de pièce à usiner et pour
la protéger contre la chute.
11. Machine de finition selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans laquelle
le logement de pièce à usiner est conçu pour un logement solidaire en rotation d'une
pièce à usiner, le logement de pièce à usiner comportant de préférence un dispositif
de sécurité antitorsion passif pour sécuriser contre la torsion une pièce à usiner
reçue, le logement de pièce à usiner comportant de préférence un élément de doigt
d'entraînement (166) sollicité s'engrenant par complémentarité de formes en cas de
logement d'une pièce à usiner dans un évidement au niveau de la pièce à usiner dans
la direction circonférentielle et/ou dans laquelle le logement de pièce à usiner (160)
comporte une section de centrage (164) conique pour le centrage de la pièce à usiner
par rapport à l'axe de broche (132).
12. Machine de finition selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans laquelle
les broches de pièce à usiner (120, 130, 140, 150) sont placées au niveau de la table
ronde (110) de telle sorte que les axes de broche (122, 132, 142, 152) s'étendent
parallèlement à l'axe de table ronde (112).
13. Machine de finition selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans laquelle
l'unité de finition (230, 240) comporte un dispositif d'oscillation pour produire
un mouvement d'oscillation de l'outil de traitement parallèlement à l'axe de pièce
à usiner.
14. Machine de finition selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans laquelle
au moins une unité de finition (230, 240) est une unité de finition de bande.