Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft eine Handgriffvorrichtung für eine Handwerkzeugmaschine.
[0002] Durch Inkrafttreten gesetzlicher Forderungen, die eine Begrenzung des Vibrationsverhalten
an handgeführten Elektrowerkzeugen beinhalten, findet in der Branche dieses Thema
eine immer größer werdende Bedeutung. Gerade bei schweren Bohr- und Schlaghämmern
ist aufgrund der hohen Einzelschlagstärke ein Vibrieren sehr ausgeprägt. Durch Norm
bzw. Gesetz wird nun festgeschrieben, wie lange der Anwender abhängig vom Vibrationsniveau
der Maschine fortwährend damit arbeiten darf. Übersteigt die Belastung aus der Vibration
festgelegte Grenzwerte, wird die zulässige Nutzungsdauer pro Tag entsprechend reduziert.
[0003] Infolgedessen wird bei der Produktentwicklung zunehmend an Maßnahmen zur Vibrationsreduktion
gearbeitet. Primärziel ist, den Bedienkomfort weiter zu steigern und ein praxisgerechtes
Maß für die damit verbundene Nutzungsdauer pro Tag aufrechtzuerhalten. Zur Senkung
von Vibrationen in Hämmern wird meist ein Teil der Maschinenbewegung direkt über Handgriffe
für einen Bediener entkoppelt. Bei der Art der Entkopplung bedient sich der Markt
grundlegend unterschiedlicher Konzepte. Neben einem Doppelschalengehäuse ist die meistverbreitete
Methode ein Handgriff mit elastischer Anbindung zum Hammer, um die auftretenden Schwingungen
über Federung und Dämpfung vom Bediener zu entkoppeln.
[0004] Antivibrationshandgriffe mit elastischer Anbindung am Hammer bewirken aufgrund der
erforderlichen Steifigkeiten als Nebeneffekt auch Relativbewegungen zwischen Hammer
und Handgriff selbst.
[0005] Daraus lassen sich Anforderungen für die Schnittstelle zwischen einem Hammer und
einem Antivibrationshandgriff neu ableiten:
□ Der Antivibrationshandgriff muss trotz seiner elastischen Anbindung zur Entkopplung
weiterhin eine präzise Führung der Handwerkzeugmaschine ermöglichen.
□ Anbindung und Führung des Antivibrationshandgriffs sollten den Hammer in seiner
Größe/Länge ergonomisch nicht beeinflussen.
□ Bei der Auslegung der im Antivibrationshandgriff innen liegenden Teile ist die zusätzliche
Bewegung aus der Entkopplung von der Handwerkzeugmaschine zu berücksichtigen.
□ Staubschutz muss sichergestellt werden.
□ Die Umschaltung vom Hammerschalter in Abhängigkeit von einer Betriebsart des Hammers,
insbesondere die Umschaltung der Schalterfunktion und die Arretierbarkeit des Hammerschalters,
soll weiterhin erhalten bleiben.
[0006] EP1303383B1 offenbart eine Handgriffvorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Offenbarung der Erfindung
[0007] Die Erfindung geht aus von einer Handgriffvorrichtung für eine Handwerkzeugmaschine,
die eine Betriebsartenumschaltvorrichtung und eine Antriebsvorrichtung zum Antrieb
eines Einsatzwerkzeugs in unterschiedlichen Betriebsarten aufweist, mit zumindest
einem Federelement und mit einer an einem Maschinengehäuse zumindest begrenzt beweglich
angebrachten Handgriffeinheit, welche über das zumindest eine Federelement gegenüber
dem Maschinengehäuse zumindest teilweise schwingungsentkoppelt ist und einen Schalterbetätiger
zu einer Inbetriebnahme der Antriebsvorrichtung umfasst, wobei der Schalterbetätiger
sowohl mono-stabil als auch bi-stabil zwischen zwei Schaltpositionen geschaltet werden
kann.
[0008] Es wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, dass die Handgriffvorrichtung eine Zwischenplatte
aufweist, die im Maschinengehäuse vorgesehen ist und welche zumindest das Federelement
einseitig aufnimmt, und ein Steuermittel, über das der Schalterbetätiger mit der Betriebsartenumschaltvorrichtung
derart zusammenwirkt, dass in bestimmten Betriebsarten der Schalterbetätiger nicht
bi-stabil geschaltet werden kann. Unter "mono-stabil" soll in diesem Zusammenhang
insbesondere verstanden werden, dass der Schalterbetätiger nur eine stabile Schaltposition
aufweist, in die der Schalterbetätiger geschaltet werden kann bzw. in die der Schalterbetätiger
vorzugsweise selbstständig zurückfällt, während der Schalterbetätiger in zumindest
einer anderen Schaltposition von einem Bediener insbesondere gehalten werden muss.
Unter "bi-stabil" soll in diesem Zusammenhang insbesondere verstanden werden, dass
der Schalterbetätiger zwei stabile Schaltpositionen aufweist, in die der Schalterbetätiger
geschaltet werden kann. Der Schalterbetätiger ist vorzugsweise als Ein-Aus-Schalter
der Handwerkzeugmaschine gebildet.
[0009] Die erfindungsgemäße Handgriffvorrichtung mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs
1 löst die gestellte Aufgabe auf einfach montierbare und kostengünstige Weise. Sie
erfüllt dabei alle an sie gestellten Anforderungen.
[0010] Durch die in den abhängigen Ansprüchen 2-9 und in der nachfolgenden Beschreibung
der Ausführungsbeispiele aufgeführten Maßnahmen ergeben sich vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen der im unabhängigen Anspruch 1 angegebenen Merkmale.
[0011] Erfindungsgemäß wird ferner vorgeschlagen, dass das Steuermittel als ein Zugband
ausgebildet ist.
[0012] Das Zugband ist erfindungsgemäß aus einem Kunststoff gefertigt. Das Zugband weist
vorzugsweise einen zumindest im Wesentlichen rechteckigen Querschnitt mit einer zumindest
im Wesentlichen kreisähnlichen, insbesondere kreisrunden Mittelfaser auf. Es ist ferner
denkbar, dass die Mittelfaster einen zumindest im Wesentlichen vier- oder sechseckigen
oder einen anderen, einem Fachmann als sinnvoll erscheinenden Querschnitt aufweist.
Die Mittelfaser ist vorzugsweise dazu vorgesehen, zumindest teilweise als Füllkanal
insbesondere bei einem Spritzprozess zu dienen und/oder eine vorteilhaft schmale Berührlinie
zur Blattfeder zu bilden. Dadurch kann eine vorteilhaft kostengünstige Ausgestaltung
erreicht werden.
[0013] Zudem wird vorzugsweise vorgeschlagen, dass das zumindest eine Federelement von einer
Blattfeder gebildet wird. Dadurch kann insbesondere eine bevorzugt kostengünstige
Umsetzung und eine vorteilhaft einfache Montage der Handgriffvorrichtung erreicht
werden.
[0014] Des Weiteren wird vorzugsweise vorgeschlagen, dass die Handgriffvorrichtung mindestens
ein Sekundärfederelement aufweist, das von einem Elastomerfederelement gebildet ist.
Dadurch kann das von der Blattfeder gebildete Federelement in einer Federwirkung vorteilhaft
unterstützt werden und ein Einsatz der Handgriffvorrichtung insbesondere in größeren
und leistungsfähigeren Handwerkzeugmaschinen kann erreicht werden.
[0015] Ferner wird vorzugsweise vorgeschlagen, dass das Sekundärfederelement erst nach einem
bestimmten Einfederweg beaufschlagt wird. Es wird vorzugsweise vorgeschlagen, dass
die Federsteifigkeit des von der Blattfeder gebildeten Federelements so eingestellt
wird, dass mit einem Einfederweg zwischen 2 mm und 10 mm, vorzugsweise zwischen 3
mm und 7 mm, besonders bevorzugt zwischen 4 mm und 5 mm minimale Betriebsandruckpunkte
für die meisten wichtigen Anwendungsfälle erreicht werden. Ab dieser Andruckschwelle
fängt das Sekundärfederelement an zu wirken. Je mehr Volumen des Elastomerfederelements
bei Einfederung verformt wird, desto steifer wird eine Kennlinie des Sekundärfederelements.
[0016] Es wird deshalb weiterhin vorzugsweise vorgeschlagen, dass eine Volumenverpressung
des Elastomerfederelements derart gestaltet wird, dass bei einem zusätzlichen Einfedern
von 2 mm bis 5 mm, insbesondere von 3 mm bis 4 mm über einen minimalen Betriebsandruckpunkt
hinaus das Elastomerfederelement zu 70 % seines Ausgangsvolumens komprimiert wird.
Bei einem weiteren Einfedern von 1 mm bis 2 mm wird quasi das ganze Volumen des Elastomerfederelements
beaufschlagt, so dass die Federsteifigkeit relativ schnell ansteigt. Dies hat den
Vorteil, dass bei einem Fall auf den Antivibrationshandgriff sehr viel Energie aufgenommen
werden kann, so dass die stoßartig beaufschlagten Bauteile weniger belastet werden.
Zeichnung
[0017] Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden Zeichnungsbeschreibung. In der Zeichnung
sind mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
[0018] Es zeigen:
- Fig. 1a
- eine Handwerkzeugmaschine mit einer erfindungsgemäßen Handgriffvorrichtung in einer
schematischen Seitenansicht,
- Fig. 1b
- einen Ausschnitt der erfindungsgemäßen Handgriffvorrichtung in einer Schnittdarstellung,
- Fig. 2
- eine Baugruppe der erfindungsgemäßen Handgriffvorrichtung in einer perspektivischen
Darstellung,
- Fig. 3a
- einen Ausschnitt der erfindungsgemäßen Handgriffvorrichtung in einer Schnittdarstellung,
- Fig. 3b
- die Baugruppe der erfindungsgemäßen Handgriffvorrichtung in einer Schnittdarstellung,
- Fig. 4a
- einen Ausschnitt der erfindungsgemäßen Handgriffvorrichtung in einer Schnittdarstellung,
- Fig. 4b
- einen alternativ ausgestalteten Ausschnitt der erfindungsgemäßen Handgriffvorrichtung
in einer Schnittdarstellung,
- Fig. 4c
- einen Ausschnitt der erfindungsgemäßen Handgriffvorrichtung in einer Schnittdarstellung,
- Fig. 5
- einen Ausschnitt der erfindungsgemäßen Handgriffvorrichtung in einer Schnittdarstellung,
- Fig. 6a
- einen Teil der Baugruppe der erfindungsgemäßen Handgriffvorrichtung in einer perspektivischen
Darstellung,
- Fig. 6b
- einen Teil der Baugruppe der erfindungsgemäßen Handgriffvorrichtung in einer Seitenansicht,
- Fig. 6c
- einen Teil der Baugruppe der erfindungsgemäßen Handgriffvorrichtung in einer Seitenansicht,
- Fig. 7a
- ein Steuermittel der erfindungsgemäßen Handgriffvorrichtung in einer schematischen
Darstellung,
- Fig. 7b
- das Steuermittel der erfindungsgemäßen Handgriffvorrichtung in einer Schnittdarstellung,
- Fig. 7c
- das Steuermittel der erfindungsgemäßen Handgriffvorrichtung in einer Schnittdarstellung,
- Fig. 8a
- einen Ausschnitt der erfindungsgemäßen Handgriffvorrichtung in einer Schnittdarstellung,
- Fig. 8b
- einen Ausschnitt der erfindungsgemäßen Handgriffvorrichtung in einer Schnittdarstellung,
- Fig. 8c
- einen Ausschnitt der erfindungsgemäßen Handgriffvorrichtung während einer Montage
in einer Schnittdarstellung,
- Fig. 9
- einen Ausschnitt der erfindungsgemäßen Handgriffvorrichtung in einer schematischen
Darstellung,
- Fig. 10
- einen Ausschnitt der erfindungsgemäßen Handgriffvorrichtung in einer Schnittdarstellung,
- Fig. 11
- einen Ausschnitt der erfindungsgemäßen Handgriffvorrichtung in einer Schnittdarstellung
entlang der Schnittlinie XI-XI,
- Fig. 12a
- einen Ausschnitt der erfindungsgemäßen Handgriffvorrichtung in einer Schnittdarstellung,
- Fig. 12b
- einen Ausschnitt der erfindungsgemäßen Handgriffvorrichtung in einer Schnittdarstellung,
- Fig. 13
- einen Ausschnitt der erfindungsgemäßen Handgriffvorrichtung in einer Explosionsdarstellung,
- Fig. 14a
- einen Ausschnitt der erfindungsgemäßen Handgriffvorrichtung in einer Schnittdarstellung,
- Fig. 14b
- einen Ausschnitt der erfindungsgemäßen Handgriffvorrichtung in einer Schnittdarstellung
entlang der Schnittlinie XIVb-XIVb und
- Fig. 15
- einen Ausschnitt der erfindungsgemäßen Handgriffvorrichtung in einer Schnittdarstellung.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0019] Figur 1 zeigt eine schematische Ansicht eines Bohr- und/oder Meißelhammers als Beispiel
einer Handwerkzeugmaschine 10 mit einem Maschinengehäuse 20, einem am Maschinengehäuse
20 beweglich angeordneten Werkzeughalter 54 zur wechselbaren Aufnahme eines Einsatzwerkzeugs
16 und mit einer im Maschinengehäuse 20 aufgenommenen, eine Antriebseinheit und eine
Getriebeeinheit aufweisenden Antriebsvorrichtung 14 zum Antrieb des Einsatzwerkzeugs
16 in unterschiedlichen Betriebsarten. Der Werkzeughalter 54 ist dabei vorzugsweise
an einer Stirnseite des Maschinengehäuses 20 drehbar angeordnet. An einer der Stirnseite
des Maschinengehäuses 20 gegenüberliegenden Seite des Maschinengehäuses 20 ist im
Beispiel nach Figur 1 weiters eine Handgriffvorrichtung vorgesehen. Die Handgriffvorrichtung
umfasst im vorliegenden Beispiel einen Schalterbetätiger 24 zu einer Inbetriebnahme
des Bohr- und/oder Meißelhammers. Der Schalterbetätiger 24 kann sowohl mono-stabil
als auch bi-stabil zwischen zwei Schaltpositionen geschaltet werden. Weiters ist am
Maschinengehäuse 20 des Bohr- und/oder Meißelhammers eine Zusatzhandgriffvorrichtung
56 angeordnet, insbesondere verstellbar angeordnet. Die Handwerkzeugmaschine 10 weist
eine Betriebsartenumschaltvorrichtung 12 auf. Darüber hinaus ist am Maschinengehäuse
20 ein Bedienhebel für eine Betriebsartenumschaltung angeordnet, mit welchem ein Bediener
zwischen verschiedenen Antriebsarten für das im Werkzeughalter 54 eingesetzte Einsatzwerkzeug
16 wählen kann.
[0020] Die Handgriffvorrichtung für die Handwerkzeugmaschine 10 umfasst ein Federelement
18 und eine an dem Maschinengehäuse 20 zumindest begrenzt beweglich angebrachten Handgriffeinheit
22, welche über das Federelement 18 gegenüber dem Maschinengehäuse 20 schwingungsentkoppelt
ist und den Schalterbetätiger 24 zu einer Inbetriebnahme der Antriebsvorrichtung 14
umfasst. Die Handgriffeinheit 22 umfasst einen Antivibrationshandgriff 58. Die Handwerkzeugmaschinenvorrichtung
weist ferner ein Steuermittel 28 auf, über das der Schalterbetätiger 24 mit der Betriebsartenumschaltvorrichtung
12 derart zusammenwirkt, dass in bestimmten Betriebsarten der Schalterbetätiger 24
nicht bi-stabil geschaltet werden kann. Das Steuermittel 28 ist als ein Zugband 30
ausgebildet. Die u.a. in Figur 2 dargestellte Baugruppe setzt sich aus folgenden Funktionseinheiten
zusammen: einer Zwischenplatte 26, dem Federelement 18 und einer Schaltschieberbaugruppe.
Die Zwischenplatte 26 ist dabei das zentrale Bauteil dieser Baugruppe. Ihr Aufbau
ermöglicht eine Reihe von Möglichkeiten für die einfache Umsetzung bestehender Funktionen
in der von dem Hammer gebildeten Handwerkzeugmaschine 10 bei einer Verwendung des
Antivibrationshandgriffs 58 und einer mechanischen Schalterbetätigung mit Umschaltung.
[0021] Eine der zentralen Aufgaben der Zwischenplatte 26 ist die Aufnahme und Führung des
Federelements 18, wie in den Figuren 3a und 3b dargestellt. Das Federelement 18 wird
durch die Zwischenplatte 26 in den Antivibrationshandgriff 58 eingespannt und an der
Einspannstelle über eine Kontur fixiert. Die Kontur ist dabei vorzugsweise in einer
Anlagefläche an der Zwischenplatte 26 realisiert, an welcher sich das Federelement
18 abstützen kann. Die Kurve dieser Kontur bestimmt Steifigkeit, Biegelinie und Wege
des Federelements 18. Das Federelement 18 ist als Blattfeder 32 ausgebildet.
[0022] Des Weiteren dient die Zwischenplatte 26 der Aufnahme von oder als Anschlag für ein
oder mehrere Sekundärfederelemente 34, 34', 34", die als Dämpfungselemente dienen
können. In den Figuren 4a bis 4c sind denkbare Varianten und Ausgestaltungen der Sekundärfederelemente
34, 34', 34" dargestellt. Dabei sorgen gemäß den Figuren 4a bis 4c Taschen mit Abstützrippen
60 und einem Rahmen 62 zusätzlich für das Einbringen von Dämpfungselementen in die
Zwischenplatte 26. Die Sekundärfederelemente 34, 34', 34" können dabei vorzugsweise
aus Schaumstoff, einem Zellkautschuk, einem Moosgummi, einem anderen Kunst- oder Naturschaum,
Elastomer, TPE, Gummi, einem Gel oder einem ähnlichem elastischen Material gebildet
sein. Der Grad der Dämpfung oder Federung kann dabei zusätzlich über Volumen einzelner
Kammern eingestellt werden. Durch den Rahmen 62 wird ein Verklemmen mit anderen umliegenden
Bauteilen verhindert.
[0023] Federung und Dämpfung werden folglich zentral über die Aufnahme des Federelements
18 und der Sekundärfederelemente 34, 34', 34" in der Zwischenplatte 26 aufeinander
eingestellt. Es entsteht die kompakte Baugruppe, die zu einer Vormontage vorgesehen
ist und die alle wesentlichen Bauteile für den Wirkzusammenhang der Entkopplung miteinander
vereint. Das Prinzip erleichtert die Abstimmung der Komponenten zur Entkopplung und
eröffnet darüber hinaus die Möglichkeit, durch Weglassen der Baugruppe ohne großen
Aufwand einen starren Handgriff der Handgriffeinheit 22 ohne Umschaltung daraus abzuleiten.
[0024] Die besondere Ausgestaltung der Zwischenplatte 26 ermöglicht ferner eine verbesserte
Führung der Handwerkzeugmaschine 10 und insbesondere eine verbesserte Übertragung
von Bedienkräften am Antivibrationshandgriff 58 auf das Maschinengehäuse 20 der Handwerkzeugmaschine
10. Nach Figur 5 sind dazu im oberen Bereich eines Handgriffgehäuses 64 sowie an der
Anbindung zu der eine Motorbaugruppe umfassenden Antriebsvorrichtung 14 Stützstellen
und Aufnahmen der Zwischenplatte 26 so gestaltet, dass entlang dem Kraftfluss aus
dem Antivibrationshandgriff 58 Bedienkräfte ungefiltert bzw. ungefedert auf die Handwerkzeugmaschine
10 übertragen werden können. Daraus ergibt sich eine gute Bedienführung der Handwerkzeugmaschine
10.
[0025] Die Zwischenplatte 26 ist im Maschinengehäuse 20 vorgesehen und nimmt das Federelement
18 einseitig auf. Schließlich wird in der Zwischenplatte 26 die Schaltschieberbaugruppe
aufgenommen Die Schaltschieberbaugruppe besteht dabei gemäß den Figuren 6a bis 6c
aus einem Schaltschieber 66, dem Zugband 30 und einer Kompensationsfeder 68. Sie bildet
neben der Zwischenplatte 26 eine weitere wichtige Einheit speziell bei der Übertragung
von Schalt- bzw. Umschaltwegen zum Schalterbetätiger 24. Das als Zugband 30 ausgebildete
Steuermittel 28 ist aus Kunststoff gefertigt.
[0026] Dadurch lassen sich Maßabhängigkeiten, welche sich auf Wege der Betriebsartenumschaltung
vom Schalterbetätiger 24 auswirken, in nur einem Bauteil regulieren. Es wird wenig
Bauraum benötigt. Die Montage ist einfach. Die verbreiterte Kopfauflage am Schaltschieber
66 gepaart mit Sprüngen/Stufen in der Führung verhindert einen Staubeinschluss zwischen
Gleitflächen. Dadurch kann eine Fehlfunktion durch Klemmen am Schaltschieber 66 grundsätzlich
vermieden werden.
[0027] Der z-förmige, gekröpfte Schaltschieber 66 lässt sich mit einer einfachen Schiebebewegung
in die Zwischenplatte 26 hinein schieben und verrastet über eine nicht näher dargestellte
Schnapphakenverbindung in der vorgesehenen Einbaulage. Es ist ferner denkbar, dass
sich der z-förmige, gekröpfte Schaltschieber 66 mit einer einfachen Schwenkbewegung
in die Zwischenplatte 26 hinein drehen lässt. Das Längenverhältnis der Führungsflächen
untereinander sorgt für ausreichend Vorzentrierung während der gesamten Vormontage.
Eine Fehlmontage ist dadurch ausgeschlossen.
[0028] Für eine betriebsartenabhängige Umschaltung vom Hammerschalter gemäß der Druckschrift
DE 197 20 947 A1, auf deren Offenbarung an dieser Stelle explizit verwiesen wird, müssen der Weg und
die Kraft von einem Bedienhebel störungsfrei mechanisch auf einen Umschalter vom Schalterbetätiger
im Handgriff übertragen werden. In Kombination mit einem Antivibrationshandgriff erschließen
sich Lösungsansätze ähnlich der Druckschrift
DE 10 2010 038 753 A1, bei der ein Zugband in der neutralen Faser der Handgriffbewegung angeordnet wird.
[0029] Reibungsverluste, Verformung des Federelements 18 sowie Aspekte aus dem Herstellprozess
machen eine Umsetzung dieses Konzepts in der Praxis allerdings schwierig.
[0030] Aus diesem Grund sind für die Ausführung des Zugbands 30 speziell Werkstoff und Geometrie
entscheidend. Als Werkstoff bietet Kunststoff sehr vielfältige Variationen, um niedrige
Reibwerte mit guten Notlaufeigenschaften und geringer Staubanfälligkeit zu vereinen.
Deshalb ist ein Kunststoff grundlegend für diese Anwendung ein sehr geeigneter Werkstoff.
[0031] Um ausreichend Steifigkeit für die Übertragung von Zugkräften zu erreichen, ohne
gleichzeitig an Flexibilität für eine Mitnahme über das Federelement 18 zu verlieren,
sind Querschnittverhältnisse bestimmend.
[0032] Ein Bandquerschnitt des Zugbands 30 muss sehr flach in der Höhe und dafür lang in
die Breite verlaufen. In der vorliegenden Konstruktion wurde ein Rechteckquerschnitt
mit einem Seitenverhältnis von 1:10 kombiniert mit einer im Wesentlichen kreisähnlichen,
insbesondere kreisrunden, Mittelfaser gewählt (siehe Figuren 7a bis 7c), es können
jedoch auch Querschnitte mit abgerundeten Ecken und/oder abweichenden Seitenverhältnissen,
insbesondere im Bereich zwischen 1:2 bis 1:20, besonders bevorzugt von 1:5 bis 1:15
von Vorteil sein.
[0033] Flächenanteile sind über die gesamte Länge des Zugbands 30 variabel einstellbar,
müssen in der Summe jedoch ausgeglichen bleiben. Dadurch wird trotz Ösen und Umlenkung
im Einsatz eine immer gleich bleibende Spannung im Zugband 30 aufrechterhalten. Es
kann eine gleichförmige Beanspruchung des Werkstoffs sichergestellt werden.
[0034] Zwischen Steifigkeit und Flexibilität hilft auch die Variation der Flächenanteile.
Der im Wesentlichen kreisähnliche, insbesondere kreisrunde Anteil dient zum Füllen
der Form im Herstellprozess und erhöht gleichzeitig vorteilhaft die Festigkeit.
[0035] Aufgrund von Herstelltoleranz, thermisch-elastischen Längenänderungen, Schwindung/Nachkristallisierung
und dem ausgeprägten Fließverhalten von Kunststoff unter Belastung des Zugbands 30,
summieren sich bei der Übertragung der Zugkräfte und Wege am Zugband 30, das aus Kunststoff
gefertigt ist, Differenzen auf, die eine sichere und zufriedenstellende Funktion des
Schalterbetätigers 24 auf mechanischem Wege nur bedingt gewährleisten.
[0036] Mit Hilfe der Kompensationsfeder 68 (siehe Figur 6a) können diese Schwierigkeiten
einfach gelöst werden.
[0037] In der Vorspannung der Kompensationsfeder 68 wird durch die Einbausituation im Schaltschieber
66 ein Puffer geschaffen, der alle Unschärfen aus Herstellung und mechanischem Verhalten
des Zugbands 30, das aus Kunststoff gefertigt ist, ausgleichen kann.
[0038] Das Zugband 30 muss dafür einen Korpus zur Aufnahme der Kompensationsfeder 68 haben
und mit Hilfe von zwei Drehaufnahmen sicher im Schaltschieber 66 aufgenommen/geführt
werden. Der Schaltschieber 66 stützt die Kompensationsfeder 68 auf der Gegenseite
ab und bestimmt über die Einbaulänge das Maß für den Ausgleich.
[0039] Bei Betätigung der Umschaltung wird der Weg vom Schaltschieber 66 nun kraftabhängig
auf das Zugband 30 und den Schalterbetätiger 24 übertragen (siehe Figuren 8a und 8b).
Die Kopplung ist nicht mehr starr sondern linear-elastisch. Die Wege zwischen Schaltschieber
66 und Umschalthebel am Schalterbetätiger 24, der einen Hammerschalter bildet, sind
darauf ausgelegt, dass in der Kompensationsfeder 68 immer eine Reserve vorgehalten
bleibt. Diese Reserve aus der Länge der Kompensationsfeder 68 im Betrieb kann für
einen Toleranzausgleich und Ausgleich thermischer, elastischer wie auch plastischer
Längenänderungen am Zugband 30, das aus Kunststoff gefertigt ist, genutzt werden.
Es wird ein Überlastschutz sichergestellt und über die Kompensationsfeder 68 nun definiert
Zugkräfte auf das Zugband 30 aufgebracht.
[0040] Für eine einfache Montage wurde am Schaltschieber vorne eine Öffnung in der Führung
gelassen und dem Zugband 30 eine Schnappverbindung spendiert, d.h. vorgesehen (siehe
Figur 8c). Das Zugband 30 ist in der Breite auf die Aufnahme im Schaltschieber 66
abgestimmt. Dadurch lässt sich das Zugband 30 samt Kompensationsfeder 68 einfach durch
die Aufnahme im Schaltschieber 66 hindurchfädeln. Über die Kraft in vorgesehener Zugrichtung
werden die Bauteile anschließend automatisch in ihre Einbaulage gezogen und bleiben
darin gesichert.
[0041] Für einen effektiven Staubschutz ist über die Zwischenplatte 26 weiters ein Labyrinth
70 vorgesehen, welches zur Abdeckung des ein Schlagwerkgehäuse und einen Gehäusedeckel
umfassenden Maschinengehäuses 20, der eine Motorbaugruppe umfassenden Antriebsvorrichtung
14 und des Antivibrationshandgriffs 58 nach innen hinein erreicht (siehe Figur 9).
Das Labyrinth 70 greift an den Übergängen in die umliegenden Teile hinein und sorgt
speziell bei der Umschaltung des vom Hammerschalter gebildeten Schalterbetätigers
24 wirkungsvoll für Staubschutz und einen sicheren Betrieb. Zusätzliche Dichtelemente
sind dadurch nicht erforderlich.
[0042] Ein weiterer Aspekt der Offenbarung betrifft den Umstand, dass bei größeren und leistungsfähigeren
Handwerkzeugmaschinen 10, wie z.B. bei schweren Bohr- und Meißelhämmern, die oben
beschriebene Fixierung der Blattfeder 32 zwischen dem Antivibrationshandgriff 58 und
dem Maschinengehäuse 20 nicht mehr ausreicht. Beispielsweise reicht hier die Blattfeder
32 als alleiniges Federelement nicht mehr aus. Es müssen noch zusätzliche Sekundärfederelemente
34 zwischen dem Maschinengehäuse 20 und der Blattfeder 32 eingebracht werden, um die
zu weiche Blattfeder 32 in ihrer Federwirkung zu unterstützen. Die Sekundärfederelemente
34 sind jeweils von einem Elastomerfederelement 36 gebildet.
[0043] Gemäß der Druckschrift
DE 10 2006 029 630 A1 kann die Blattfeder durch ein Klemmstück und die Schraubplatte nur rückseitig funktionell
bzw. mit Kräften beaufschlagt werden. Auf der zur Geräteseite hingewandten Seite der
Blattfeder können keine Halte- bzw. Fixierfunktionen bzw. Kräfte eingeleitet werden.
Die Offenbarung stellt somit eine Erweiterung der aus der Druckschrift
DE 10 2006 029 630 A1 bekannten Lösung dar, um das dort vorgestellte Antivibrations-Handgriffkonzept auch
bei größeren und leistungsfähigeren Handwerkzeugmaschinen umsetzen zu können.
[0044] Der vom Bediener gehaltene Antivibrationshandgriff 58 beinhaltet den als Ein- Aus-Schalter
ausgebildeten Schalterbetätiger 24 und wird durch Verschrauben einer Griffschale des
Antivibrationshandgriffs 58 nach hinten hin abgeschlossen.
[0045] Oben ist die Blattfeder 32 zwischen dem Antivibrationshandgriff 58 und zwei Schraubplatten
48 eingespannt. Die beiden Schraubplatten 48 werden in Querrichtung beidseitig auf
die Blattfeder 32 aufgeschoben. Die Schraubplatten 48 umschließen somit einen oberen
Klemmbereich 50 der Blattfeder 32 bis auf die Anlagezone zum Antivibrationshandgriff
58 hin in allen Raumrichtungen. Dies gewährleistet eine dauerhafte und stabile Einfassung
der Blattfeder 32. In den Schraubplatten 48 befinden sich Schraubdome 52, die zur
Verschraubung der Schraubplatten 48 und damit einer der Blattfeder 32 mit dem Antivibrationshandgriff
58 dienen. Die Schraubplatten 48, die Blattfeder 32, der Antivibrationshandgriff 58
und ein verspannter Faltenbalg 72 bilden ein Befestigungssystem, das über Form- und
Kraftschluss vorteilhaft zusammengehalten wird. Der Formschluss wird über einander
gegenseitig abstützende und durchdringende Haltedome und Rippen gebildet, so dass
der Kraftschluss nur eine fixierende Funktion hat und die wesentlichen Kräfte durch
den Formschluss der Bauteile aufgenommen werden.
[0046] Ein wesentlicher Vorteil der beidseitig aufgeschobenen Schraubplatten 48 ist die
Schaffung von zusätzlichen Funktionsflächen vor einem Bereich und seitlich eines Bereichs
der Schraubplatten 48 der Blattfeder 32.
[0047] Im vorderen Bereich sind die Schraubplatten 48 so ausgebildet, dass sie die zusätzlichen
Sekundärfederelemente 34 aufnehmen können. Neben Federaufnahmen haben die Schraubplatten
48 noch zusätzliche Funktionen. Um ein Herausreißen des Antivibrationshandgriffs 58
und damit auch eine Überlastung der Blattfeder 32 zu verhindern, besitzen die Schraubplatten
48 seitliche Anlageflächen, welche sich rückseitig an zwei, als Gehäuserückplatten
ausgebildeten Rückplatten 38 abstützen. Dadurch besitzt der Antivibrationshandgriff
58 einen stabilen und definierten rückseitigen Anschlag. Eine weitere Funktion der
Schraubplatten 48 ist das seitliche Führen und das Abdecken des von dem Zugband 30
gebildeten Steuermittels 28 gegenüber dem aus einem Elastomer gebildeten Sekundärfederelement
34. Mit dem Zugband 30 wird der von dem Ein-Aus-Schalter gebildete Schalterbetätiger
24 während eines Meißelns blockiert, so dass der Bediener den Schalterbetätiger 24
nicht ständig drücken muss. Das Zugband 30 muss leichtgängig auf der Blattfeder 32
gleiten können und darf nicht verklemmt oder eingeklemmt werden.
[0048] Während des Zusammenschiebens der beiden Schraubplatten 48 auf die Blattfeder 32
wird das Zugband 30 in einem Schacht der Schraubplatten 48 gekammert. Auch der Faltenbalg
72 wird durch die Schraubplatten 48 im Antivibrationshandgriff 58 gekammert. Weiterhin
bilden die Schraubplatten 48 auch den Endanschlag in Längs- und Hochrichtung des Antivibrationshandgriffs
58.
[0049] Die untere Blattfederklemmung ist in die Verschraubungssystematik der Rückplatten
38 zum Maschinengehäuse 20 vorteilhaft integriert worden (siehe Figuren 14a und 14b).
Die vormals einteilige Rückplatte wurde in zwei spiegelsymmetrische Rückplatten 38
geteilt, um alle geforderten Funktionen, günstige Montierbarkeit und Werkzeugendformbarkeit
erfüllen zu können.
[0050] Wie schon bei der Druckschrift
DE 10 2006 029 630 A1 werden bei der Montage durch Zusammenschieben der beiden Rückplatten 38 die bereits
auf den Antivibrationshandgriff 20 montierten Faltenbälge 72 und Kipphebel (ohne Darstellung)
gekammert. Aufgrund der erforderlichen Vorspannung der Blattfeder 32 steht die Blattfeder
32 dann ein bisschen von den als Gehäuserückplatten ausgebildeten Rückplatten 38 ab.
Um die Blattfeder 32 bei der Montage einfach in ihre Betriebsstellung drücken zu können,
wird eine Federplatte 40 oben mit ihren zwei Halterippen 42 in zwei korrespondierende
Haltenuten 44 der als Gehäuserückplatten ausgebildeten Rückplatten 38 eingelegt und
dann entgegen einer Blattfederspannung in Richtung der Rückplatten 38 nach hinten
umgelegt. Um diese Stellung halten zu können, sind in den Rückplatten 38 zwei Schnapphaken
46 integriert, welche in die Federplatte 40 einrasten und diese in der Montagestellung
halten. Die so vormontierte komplette, als Handgriffbaugruppe ausgebildete Handgriffvorrichtung
kann dann in einer Montagelinie auf das Kerngerät appliziert werden.
[0051] Zur Klemmung der Blattfeder 32 werden sowohl kraft- als auch formschlüssige Elemente
verwendet. Als Formschluss besitzt die Blattfeder 32 an ihrem unteren Ende zwei Durchbrüche
und eine Abfalzung 74. Die Blattfeder 32, die Federplatte 40 und das Maschinengehäuse
20 sind auf zwei Dome der jeweiligen Seite der von den Gehäuserückplatten gebildeten
Rückplatten 38 aufgefädelt. Weiterhin umgreift die Federplatte 40 auch die beiden
Schraubdome des Maschinengehäuses 20. Die Abfalzung 74 der Blattfeder 32 wird zwischen
den Rückplatten 38 und der Federplatte 40 verspannt. Durch Verschrauben der von den
Gehäuserückplatten gebildeten Rückplatten 38 mit dem Maschinengehäuse 20 werden alle
Teile miteinander verspannt. Durch die vorteilhafte Schachtelung der Bauteile ineinander
entsteht eine dauerhafte Verbindung, die auch der großen Vibrationsbelastung in der
von einem schlagenden Elektrowerkzeug gebildeten Handwerkzeugmaschine 10 standhält.
[0052] Auch im Falle eines Vorspannungsverlusts in der Schraubverbindung aufgrund von Setz-
oder Lösungsvorgängen bleibt die Verbindung auf Grund des Formschlusses aufrechterhalten.
Die Federplatte 40 ist in ihrer Höhenkontur dermaßen gestaltet, dass die Blattfeder
32 auf ca. 25 % ihrer Länge unten fest eingespannt ist. Die restliche Länge kann beim
Einfedern frei auskragen.
[0053] Ein weiterer Erfindungsaspekt ist die Kombination der Blattfeder 32 als primäres
Federelement und des noch mindestens einen weiteren Sekundärfederelements 34, das
aber erst nach einem gewissen Einfederweg beaufschlagt wird.
[0054] Figur 15 zeigt einen Querschnitt durch den oberen Bereich des Antivibrationshandgriffs
58 mit der Blattfeder 32 und dem Sekundärfederelement 34. Die Schraubplatten 48, mit
denen die Blattfeder 32 umschlossen ist, sind nach vorne so ausgebildet, dass sie
noch das eine oder die zusätzlichen Sekundärfederelemente 34 aufnehmen können. In
der gezeigten Ausführung wird z.B. ein geschäumtes Elastomerformteil zwischen der
Schraubplatte 48 oder der Blattfeder 32 und der Federplatte 40 eingebracht. Das Elastomerformteil
ist als das Elastomerfederelement 36 ausgebildet und bildet das Sekundärfederelement
34.
[0055] Geschäumte Elastomerformteile haben den Vorteil der kostengünstigen Herstellung durch
einen kontinuierlichen Strangspritzprozess mit anschließendem Ablängen auf die benötigte
Baulänge. Weiterhin wirken sie quasi in allen Raumrichtungen, d.h. sie haben keine
Vorzugsrichtung wie z.B. eine Schraubendruckfeder.
[0056] Das vorteilhafte, als Elastomerfederelement 36 ausgebildete Sekundärfederelement
34 unterstützt die Blattfeder 32 bei Belastungen, die oberhalb eines optimalen Betriebsandruckpunkts
liegen. Der optimale Betriebsandruckpunkt ist der Mindestandruck, der vom Bediener
gerade noch erbracht werden muss, damit die von dem Bohrhammer gebildete Handwerkzeugmaschine
10 einen regelmäßigen und sauberen Schlagbetrieb ausführt. Dieser Bedienandruck ist
abhängig von der Leistungsklasse der Handwerkzeugmaschine 10 und vom jeweiligen Einsatzfall.
[0057] D.h. durch Vorsehen eines bestimmten Spiels des Elastomerfederelements 36 zwischen
den Anlageflächen wird eine mindestens zweistufige Federkennlinie erzeugt. Bis zum
Betriebsandruckpunkt wirkt ausschließlich die Blattfeder 32, so dass eine sehr gute
Entkopplung des Antivibrationshandgriffs 58 mit einem niedrigen Vibrationsniveau erreicht
werden kann. Eine gute Entkopplung wird in diesem Bereich vor allem auch deshalb erreicht,
weil die Blattfeder 32 eine sehr geringe Dämpfungskonstante hat. Bei einem Überdrücken
oder bei einem Fall der Handwerkzeugmaschine 10 auf den Antivibrationshandgriff 58
nimmt dann das Elastomerfederelement 36 den wesentlichen Anteil an Belastungen auf.
[0058] Es wird vorgeschlagen das die Federsteifigkeit der Blattfeder 32 so eingestellt wird,
dass mit einem Einfederweg zwischen 2 mm und 10 mm, vorzugsweise zwischen 3 mm und
7 mm, besonders bevorzugt zwischen 4 mm und 5 mm die minimalen Betriebsandruckpunkte
für die meisten wichtigen Anwendungsfälle erreicht werden. Ab dieser Andruckschwelle
fängt das Sekundärfederelement 34 an zu wirken. Je mehr das Volumen des Elastomerfederelements
36 bei der Einfederung verformt wird, umso steifer wird die Kennlinie des Sekundärfederelements
34. Es wird deshalb weiterhin vorgeschlagen, dass eine Volumenverpressung des Elastomerfederelements
36 derart gestaltet wird, dass bei einem zusätzlichen Einfedern von 2 mm bis 5 mm,
insbesondere von 3 mm bis 4 mm über den minimalen Betriebsandruckpunkt hinaus das
Elastomerfederelement 36 zu 70 % seines Ausgangsvolumens komprimiert wird. Bei weiterem
Einfedern von 1 mm bis 2 mm wird quasi das ganze Volumen des Elastomerfederelements
36 beaufschlagt, so dass die Federsteifigkeit relativ schnell ansteigt. Dies hat den
Vorteil, dass bei einem Fall auf den Antivibrationshandgriff 58 sehr viel Energie
aufgenommen werden kann, so dass die stoßartig beaufschlagten Bauteile weniger belastet
werden. Eine beschriebene Einfederungscharakteristik kann auch durch eine gezielte
Formgebung des Elastomerfederelements 36 bewirkt bzw. unterstützt werden. So können
auch schlauchförmige oder sonstige in einem Strangprozess erzeugbare Konturen verbaut
werden. Das Elastomerfederelement 36 ist dabei vorzugsweise aus geschäumten Elastomer
(Moosgummi), welches in einem kontinuierlichen Strangspritzprozeß mit anschließendem
Ablängen hergestellt wird.
1. Handgriffvorrichtung für eine Handwerkzeugmaschine (10), die eine Betriebsartenumschaltvorrichtung
(12) und eine Antriebsvorrichtung (14) zum Antrieb eines Einsatzwerkzeugs (16) in
unterschiedlichen Betriebsarten aufweist, mit zumindest einem Federelement (18) und
mit einer an einem Maschinengehäuse (20) zumindest begrenzt beweglich angebrachten
Handgriffeinheit (22), welche über das zumindest eine Federelement (18) gegenüber
dem Maschinengehäuse (20) zumindest teilweise schwingungsentkoppelt ist und einen
Schalterbetätiger (24) zu einer Inbetriebnahme der Antriebsvorrichtung (14) umfasst,
wobei der Schalterbetätiger (24) sowohl mono-stabil als auch bi-stabil zwischen zwei
Schaltpositionen geschaltet werden kann, und mit einer Zwischenplatte (26), die im
Maschinengehäuse (20) vorgesehen ist und welche zumindest das Federelement (18) einseitig
aufnimmt, und mit einem Steuermittel (28), über das der Schalterbetätiger (24) mit
der Betriebsartenumschaltvorrichtung (12) derart zusammenwirkt, dass in bestimmten
Betriebsarten der Schalterbetätiger (24) nicht bi-stabil geschaltet werden kann, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuermittel (28) als ein Zugband (30) ausgebildet ist, das aus Kunststoff gefertigt
ist.
2. Handgriffvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest eine Federelement (18) von einer Blattfeder (32) gebildet wird.
3. Handgriffvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch mindestens ein Sekundärfederelement (34), das von einem Elastomerfederelement (36)
gebildet ist.
4. Handgriffvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Sekundärfederelement (34) erst nach einem bestimmten Einfederweg beaufschlagt
wird.
5. Handgriffvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugband (30) einen im Wesentlichen rechteckigen Querschnitt mit einer im Wesentlichen
kreisähnlichen Mittelfaser aufweist.
6. Handgriffvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Zwischenplatte (26) eine Schaltschieberbaugruppe bestehend aus einem Schaltschieber
(66), dem Zugband (30) und einer Kompensationsfeder (68) aufgenommen ist.
7. Handgriffvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugband (30) einen Korpus zur Aufnahme der Kompensationsfeder (68) aufweist und
insbesondere mit Hilfe von zwei Drehaufnahmen im Schaltschieber (66) aufgenommen ist.
8. Handgriffvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugband (30) in der Breite auf eine Aufnahme im Schaltschieber (66) zum Hindruchfädeln
des Zugbands (30) samt Kompensationsfeder (68) abgestimmt ist.
9. Handwerkzeugmaschine (10), insbesondere Bohr- und/oder Meißelhammer, mit einer Handgriffvorrichtung
nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
1. Handle device for a hand-held power tool (10), which has an operating-mode switchover
device (12) and a drive device (14) for driving an application tool (16) in different
operating modes, having at least one spring element (18) and having a handle unit
(22) which is attached to a machine housing (20) so as to be movable at least to a
limited extent and is vibrationally decoupled at least partially from the machine
housing (20) via the at least one spring element (18) and comprises a switch actuator
(24) for setting the drive device (14) in operation, wherein the switch actuator (24)
can be switched both in a monostable and in a bistable manner between two switching
positions, and having an intermediate plate (26) which is provided in the machine
housing (20) and which accommodates at least the spring element (18) on one side,
and having a control means (28) via which the switch actuator (24) cooperates with
the operating-mode switchover device (12) such that it is not possible to switch the
switch actuator (24) in a bistable manner in particular operating modes, characterized in that the control means (28) is in the form of a tensile strip (30) manufactured from plastic.
2. Handle device according to Claim 1, characterized in that the at least one spring element (18) is formed by a leaf spring (32).
3. Handle device according to either of the preceding claims, characterized by at least one secondary spring element (34) which is formed by an elastomer spring
element (36).
4. Handle device according to Claim 3, characterized in that the secondary spring element (34) is acted upon only after a particular deflection
travel.
5. Handle device according to one of the preceding claims, characterized in that the tensile strip (30) has a substantially rectangular cross section with a substantially
circle-like central fibre.
6. Handle device according to one of the preceding claims, characterized in that a sliding-switch assembly made up of a sliding switch (66), the tensile strip (30)
and a compensation spring (68) is accommodated in the intermediate plate (26).
7. Handle device according to Claim 6, characterized in that the tensile strip (30) has a body for accommodating the compensation spring (68)
and is accommodated in the sliding switch (66) in particular with the aid of two rotary
receptacles.
8. Handle device according to one of the preceding claims, characterized in that the tensile strip (30) is coordinated in terms of width with a receptacle in the
sliding switch (66) for feeding through the tensile strip (30) together with the compensation
spring (68).
9. Hand-held power tool (10), in particular hammer drill and/or chipping hammer, having
a handle device according to one of the preceding claims.
1. Dispositif de poignée pour une machine-outil à main (10), qui présente un dispositif
de commutation de mode de fonctionnement (12) et un dispositif d'entraînement (14)
pour l'entraînement d'un outil d'insertion (16) dans différents modes de fonctionnement,
comprenant au moins un élément de ressort (18) et comprenant une unité de poignée
(22) disposée sur un boîtier de machine (20) avec une mobilité au moins limitée, qui
est au moins partiellement découplée en vibration par rapport au boîtier de machine
(20) par l'intermédiaire de l'au moins un élément de ressort (18) et qui comprend
un actionneur de commutation (24) pour une mise en service du dispositif d'entraînement
(14), l'actionneur de commutation (24) pouvant être commuté aussi bien de manière
monostable que bistable entre deux positions de commutation, et comprenant une plaque
intermédiaire (26) qui est prévue dans le boîtier de machine (20) et qui reçoit au
moins l'élément de ressort (18) d'un côté, et comprenant un moyen de commande (28),
par l'intermédiaire duquel l'actionneur de commutation (24) coopère avec le dispositif
de commutation de mode de fonctionnement (12) de telle sorte que, dans certains modes
de fonctionnement, l'actionneur de commutation (24) ne peut pas être commuté de manière
bistable, caractérisé en ce que le moyen de commande (28) est configuré sous la forme d'une bande de traction (30)
qui est fabriquée en matière plastique.
2. Dispositif de poignée selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'au moins un élément de ressort (18) est formé par un ressort à lame (32).
3. Dispositif de poignée selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par au moins un élément de ressort secondaire (34) qui est formé par un élément de ressort
élastomère (36).
4. Dispositif de poignée selon la revendication 3, caractérisé en ce que l'élément de ressort secondaire (34) n'est sollicité qu'après une course de compression
déterminée.
5. Dispositif de poignée selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la bande de traction (30) présente une section transversale essentiellement rectangulaire
comprenant une fibre centrale essentiellement quasi circulaire.
6. Dispositif de poignée selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un ensemble de coulisseau de commutation constitué d'un coulisseau de commutation
(66), de la bande de traction (30) et d'un ressort de compensation (68) est reçu dans
la plaque intermédiaire (26).
7. Dispositif de poignée selon la revendication 6, caractérisé en ce que la bande de traction (30) présente un corps pour la réception du ressort de compensation
(68) et est notamment reçue dans le coulisseau de commutation (66) à l'aide de deux
logements rotatifs.
8. Dispositif de poignée selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la bande de traction (30) est adaptée en largeur à un logement dans le coulisseau
de commutation (66) pour l'enfilage de la bande de traction (30) avec le ressort de
compensation (68).
9. Machine-outil à main (10), en particulier marteau perforateur et/ou burineur, comprenant
un dispositif de poignée selon l'une quelconque des revendications précédentes.