[0001] Es ist bekannt sich zwei Getränke voneinander getrennt im Inneren eines Bechers servieren
zu lassen, dabei wird innen in einen leeren Becher mit einem bestimmten Volumen ein
Fläschchen von der Art "Mignon" gestellt welches ein erstes Getränk enthält und anschließend
ein zweites Getränk in den Becher geschüttet wobei der Spiegel dieses Getränkes nicht
den oberen Rand des vorher in den Becher gestellten Fläschchens überschreiten soll.
[0002] Auf diese Weise erfolgt, während der am Mund angesetzte Becher geneigt wird und das
zweite Getränk vom Becher in den Mund fließt, das progressive Ausfließen des ersten
Getränks welches sich, während des Ausfließens aus dem Fläschchen, progressiv mit
dem zweiten Getränk vermischt bevor es den Mund des Trinkenden erreicht.
[0003] Diese Gepflogenheit hat den Nachteil dass, bedingt durch die unterschiedlichen Formen
der Fläschchen und der Becher, während des Neigens des Bechers, das auf den Boden
des Bechers gestellt Fläschchen, während des Trinkvorganges, verrutscht und somit
der Mischvorgang zwischen den beiden Getränken nicht immer progressiv erfolgt. Weiters
sind die in das Getränk getauchten Fläschchen unhygienisch weil sie meist mit farbigen
Etiketten versehen sind, weil sie Kleberreste aufweisen können, weil sie von mehreren
Personen berührt werden und weil sie, je nach Transport- und/oder Lagerbedingungen,
Spuren von Staub, von Schmutz und/oder von Schimmel aufweisen können.
[0004] Aus der
US 2003/0205548 A1 ist ein "Flaschenadapter" (bottle adapter) bekannt welcher eine Mischfunktion hat
und am Ende des Halses einer Flasche befestigbar ist. Diese Vorrichtung ist im oberen
Bereich mit einem, mit Dichtung versehenen, Deckel und mit einem Schnabel ausgestattet
welcher zum Ausgießen oder als Mundstück dient, diese ist mit einer eher kleinen Öffnung
für den Austritt der im Inneren der Vorrichtung präparierten Mischung versehen. Das
Fläschchen enthält eine Flüssigkeit von welcher ein Teil mit einer, im Adapter enthaltenen,
"Verbindung" (composition) zu vermischen ist. Um die Flüssigkeit von der Flasche in
den Raum des "Adapters", welcher die "Verbindung" enthält, zu befördern sind zwei
Vorgänge möglich, indem die Flasche samt dem Adapter geneigt wird oder, wenn die Flasche
aus elastisch verformbarem Werkstoff ist, indem Druck auf die Flasche zwecks deren
Verformung ausgeübt wird; in beiden Fällen erfolgt der Durchfluss der Flüssigkeit
eher langsam weil dabei der Zufluss der Luft, welcher durch den kleinen Querschnitt
der Öffnung am Ausflussschnabel erfolgt, gehemmt ist. Der Fluss der Flüssigkeit von
der Flasche in den "Adapter" ist noch mehr gehemmt wenn der Deckel, zwecks Verhindern
dass während des Mischvorganges durch Schütteln Flüssigkeit austritt, dieser mit einer
Dichtung versehen ist welche den Durchfluss von Luft durch den Schnabel verhindert.
Während in den Adapter jedes Mal die Menge der "Verbindung" für die Zubereitung einer
Dosis der Mischung gegeben werden muss, ist die in der Flasche enthaltene Flüssigkeit
ausreichend für die Zubereitung von mehreren Dosiseinheiten der Mischung. Das Mischungsverhältnis
hängt von der Flüssigkeitsmenge ab welche von der Flasche in den Adapter gebracht
wird, in welchem sich die Verbindung befindet. Eine Mischvorrichtung dieser Art kann
für die Anbringung an einem Milchfläschchen oder an Trinkflaschen für Sportler geeignet
sein, sie ist ungeeignet um Getränke zu servieren welche sich progressiv während des
Trinkens vermischen, wobei die Vermischung unterbrochen wird sobald der Behälter abgestellt
wird oder in eine vertikale Position gebracht wird.
[0005] Aus der
US 2.203.476 ist ein Mundstück (mouthpiece) bekannt welches am Ende des Halses einer Flasche anbringbar
ist um das Trinken, direkt aus der Flasche, zu erleichtern. Diese trichterartige Vorrichtung
ist weder geeignet eine Flüssigkeit zu enthalten, noch während des Ausströmens der
Flüssigkeit aus der Flasche das Vermischen mit einer zweiten Flüssigkeit zu erreichen.
[0006] Aus der
WO 2005/070774 ist ein "Dosierverschluss zum Mischen zweier Flüssigkeiten" (dispensino cup for mixing
two liquids) bekannt welcher einen toroidalen Behälter aufweist der am Ende eines
Flaschenhalses anbringbar ist. Der toroidale Behälter kann eine Flüssigkeit aufnehmen
welche, durch Neigen der Flasche zwecks Ausgießen der in ihr enthaltenen Flüssigkeit,
durch eine ringförmige Öffnung im Bereich des äußersten Randes des Flaschenhalses
strömt um sich mit der aus der Flasche strömenden Flüssigkeit zu vermischen. Dieser
"Dosierverschluss" ist zum Trinken ungeeignet er dient für die Vermischung der Flüssigkeiten
während des Ausschenkens in einen normalen Becher. Das Mischverhältnis zwischen den
beiden Flüssigkeiten variiert merklich aufgrund des Füllstandes der Flasche und/oder
des an dieser angebrachten toroidalen Behälters. Die Vorrichtung ist für das Ausschenken
mehrerer Einheitsmengen in oft sehr unterschiedlichen Zeitabständen gedacht. Der toroidale
Behälter bleibt immer mit dem Inneren der Flasche in Verbindung was zu einem ungewünschten
Verlust und/oder zu einer Vermischung der Aromen und somit zu einer Einbuße der organoleptischen
Qualität führt.
[0007] Die Erfindung stellt sich die Aufgabe einen Becher zu schaffen welcher geeignet ist
auf absolut hygienische Weise und progressiv vermischt, außer dem im Becher enthaltenen
Getränk, auch ein Getränk zu servieren welches in einem Fläschchen von der Art "Mignon"
enthalten ist.
[0008] Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung einen Becher mit einem Boden vor
welcher derart ausgeformt ist dass er koaxial zum Becher vollständig ein geöffnetes
Fläschchen aufnehmen kann, wobei dieses mit dem Endbereich des eventuell mit Gewinde
versehenen Halses, dicht in eine Einsatzbuchse eingesetzt werden kann welche eventuell
mit einer Dichtung versehen ist. Die besagte Einsatzbuchse kann mit Innengewinde,
mit inneren Vorsprüngen oder Rippen ausgestattet sein welche das Einsetzen durch Einschrauben,
durch Einklipsen oder durch Eindrücken des Endbereiches des Fläschchens ermöglichen.
Auf diese Weise kommen die Außenflächen des Fläschchens nicht mit dem Getränk im Inneren
des Bechers in Berührung und das Fläschchen bleibt in seiner, zum Becher koaxialen,
Position während des Servierens und während des Trinkens blockiert. Insbesondere strömt
das im Fläschchen enthaltene Getränk, während der progressiven Neigung des Bechers,
progressiv aus um sich mit dem im Becher enthaltenen Getränk, vor es in den Mund des
Trinkenden rinnt, zu vermischen.
[0009] Die Einsatzbuchse kann erfindungsgemäß spezifischer Art sein, z.B. kann sie mit einem
Innengewinde versehen sein welches den Gewinden an unterschiedlichen Fläschchen entspricht
oder von universeller Art mit elastischer Dichtung und Klipsvorsprüngen sein um die
unterschiedlich ausgeformten Endbereiche des Halses der Fläschchen aufnehmen zu können.
Die Erfindung schließt nicht aus, dass die Einsatzbuchse Dichtungen aufnehmen kann
welche unterschiedliche Ausmaße und/oder Formen haben können.
[0010] Der im Boden des Bechers vorgesehene Aufnahmeraum für das Fläschchen kann, unabhängig
von der Form des Fläschchens, die Form eines Rotationskörpers haben, wobei durch Drehen
des Fläschchens dieses z.B. in eine Einsatzbuchse mit entsprechendem Innengewinde
eingesetzt werden kann. Die Erfindung schließt nicht aus, dass der besagte Aufnahmeraum
eine Form hat welche wesentlich der, eventuell abgeflachten, Außenform und den Außenmaßen
des Fläschchens entspricht, wobei in diesem Fall nur ein Einsetzen durch Einklipsen,
ohne Drehen des Fläschchens, möglich ist. Die Erfindung schließt weiters nicht aus,
dass am Ende des Halses der unterschiedlichen Fläschchen unterschiedliche Dichtungsbuchsen
aufgesteckt werden welche anschließend, zusammen mit dem Fläschchen, in die entsprechende
Einsatzbuchse im Boden des Bechers eingesetzt werden können.
[0011] Der erfindungsgemäße Becher kann aus Glas, Metall oder aus steifem oder elastischem
Kunststoff hergestellt werden.
[0012] Die Erfindung wird anschließend anhand eines, in den beigelegten Zeichnungen schematisch
dargestellten vorzuziehenden Ausführungsbeispieles eines erfindungsgemäßen Bechers
mit Aufnahme für ein Fläschchen, näher erklärt, dabei erfüllen diese Zeichnungen rein
erklärenden, nicht begrenzenden Zweck.
[0013] Die Fig. 1 zeigt den erfindungsgemäßen Becher mit Aufnahme für ein Fläschchen in
Schnittdarstellung gemäß einer vertikalen Schnittebene, wobei das Fläschchen eine
abgeflachter Form aufweist und durch axialen Druck eingesetzt wird.
[0014] Die Fig. 2 zeigt den in Fig. 1 dargestellten Becher in Schnittdarstellung gemäß der,
in Fig. 1 gezeigten, vertikalen Schnittebene II-II mit eingesetztem, vollständig im
Inneren der spezifischen Aufnahme enthaltenem, Fläschchen.
[0015] Die Fig. 3 zeigt in vergrößertem Massstab die Befestigung des Fläschchens gemäß Fig.
3.
[0016] Die Fig. 4 zeigt den erfindungsgemäßen Becher zusammen mit dem, in die Aufnahme im
Boden des Bechers, eingesetzten Fläschchen in geneigter Position, wobei die einzelnen
Getränke sich vermischen.
[0017] Der Becher 1 ist am Boden mit einer Aufnahme 1 a versehen welche eine Einsatzöffnung
1 b mit Einsatzbuchse 3 für das obere Ende 2a des Halses eines Fläschchens 2 aufweist.
Das geöffnete Fläschchen 2 nimmt, innerhalb der Aufnahme 1 a, eine zur vertikalen
Achse des Bechers 1 koaxiale Position ein. Die Einsatzbuchse 3 kann aus unterschiedlichem,
vorzugsweise aus elastischem aber auch aus unelastischem Werkstoff sein, sie kann
im Inneren der Einsatzöffnung1b des Bechers eingeklebt oder befestigt sein. Die Einsatzbuchse
3 kann ein Innengewinde, innere Vorsprünge oder Rippen aufweisen welche das Einschrauben,
das Einklipsen oder das Einsetzen unter Druckanwendung des oberen Endes 2a des Halses
des Fläschchens ermöglichen.
[0018] Die Erfindung schließt nicht aus, dass die Einsatzbuchse zuerst am oberen Ende 2a
des Halses des Fläschchens 1 angebracht wird um anschließend, zusammen mit dem Fläschchen,
in die Einsatzöffnung 1 b des Bechers eingeschraubt oder eingesetzt zu werden, natürlich
ist die Einsatzbuchse 3 in diesem Fall mit einem Außengewinde versehen und die Einsatzöffnung
1 b des Bechers 1 ist mit einem entsprechenden Innengewinde versehen oder die Buchse
ist mit äußeren Vorsprüngen versehen welche in entsprechende innere Ausnehmungen oder
Rillen im Inneren der Einsatzöffnung 1 b des Bechers eingreifen.
[0019] Durch Neigen des am Mund des Trinkenden angesetzten Bechers 1 beginnt die Flüssigkeit
B, welche im eingesetzten und festgehaltenen Fläschchen 2 enthalten ist, auszuströmen
und sich progressiv mit der im Becher enthaltenen Flüssigkeit A zu vermischen, bei
zunehmender Neigung des Bechers 1 trinkt also der Trinkende eine Mischung der Flüssigkeiten
A und B auf absolut hygienische Weise, ohne Verschmutzung des Getränkes seitens eventueller
Staubpartikel, Schmutzteilchen oder Schimmel welche außen am Fläschchen aufscheinen
könnten sowie ohne Spuren von Farben und Kleber der Etikette.
1. Becher geeignet um zwei getrennte Getränke zu servieren welche sich progressiv, während
des Neigens des Bechers beim Trinken, vermischen, dadurch gekennzeichnet, dass der Becher (1) einen Boden aufweist welcher koaxial zum Becher eine Aufnahme (1 a)
mit Öffnung (1 b) für den Einsatz des oberen geöffneten Endes (2a) eines Fläschchens
(2) aufweist, wobei dieses vollständig in der besagten Aufnahme (1a) enthalten ist.
2. Becher gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einsatzöffnung (1b) innen mit einem Gewinde, mit Vorsprüngen oder mit Rippen
für das Einschrauben, das Einklipsen oder das Eindrücken des geöffneten Endes (2a)
des Halses des Fläschchens (2) versehen ist.
3. Becher gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass innen in die Einsatzöffnung (1 b) eine Einsatzbuchse (3) fest oder austauschbar befestigt
ist welche außen geeignet Form und Abmaße hat um in die Einsatzöffnung (1b) eingesetzt
zu werden, wobei diese innen mit Gewinde, Vorsprüngen oder Rippen für die Befestigung
mittels Einschrauben, Einklipsen oder Eindrücken des oberen geöffneten Endes (2a)
des Halses des Fläschchens (2), ausgestattet ist.
4. Becher gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme (1a) für das Fläschchen (2) im Boden des Bechers (1) die Form eines
Rotationskörpers hat.
5. Becher gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme (1a) für das Fläschchen (2) im Boden des Bechers (1) eine Form hat welche
wesentlich der Form und den Außenmaßen des Fläschchens entspricht.