(19)
(11) EP 2 752 139 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
09.07.2014  Patentblatt  2014/28

(21) Anmeldenummer: 13005914.0

(22) Anmeldetag:  18.12.2013
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A47G 19/22(2006.01)
B65D 81/32(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(30) Priorität: 08.01.2013 IT BZ20130001

(71) Anmelder: Spirit Italia des Perpmer David
39038 San Candido (BZ) (IT)

(72) Erfinder:
  • Perpmer, David
    I-39038 San Candido (BZ) (IT)

(74) Vertreter: Oberosler, Ludwig 
Oberosler SAS, Via Dante, 20/A, CP 307
39100 Bolzano
39100 Bolzano (IT)

   


(54) Becher mit Aufnahme für Fläschchen


(57) Becher geeignet um zwei getrennte Getränke zu servieren welche sich progressiv, während des Neigens des Bechers beim Trinken, vermischen, wobei der Becher (1) einen Boden aufweist welcher koaxial zum Becher eine Aufnahme (1a) mit Öffnung (1 b) für den Einsatz des oberen geöffneten Endes (2a) eines Fläschchens (2) aufweist, wobei dieses vollständig in der besagten Aufnahme (1a) enthalten ist.




Beschreibung


[0001] Es ist bekannt sich zwei Getränke voneinander getrennt im Inneren eines Bechers servieren zu lassen, dabei wird innen in einen leeren Becher mit einem bestimmten Volumen ein Fläschchen von der Art "Mignon" gestellt welches ein erstes Getränk enthält und anschließend ein zweites Getränk in den Becher geschüttet wobei der Spiegel dieses Getränkes nicht den oberen Rand des vorher in den Becher gestellten Fläschchens überschreiten soll.

[0002] Auf diese Weise erfolgt, während der am Mund angesetzte Becher geneigt wird und das zweite Getränk vom Becher in den Mund fließt, das progressive Ausfließen des ersten Getränks welches sich, während des Ausfließens aus dem Fläschchen, progressiv mit dem zweiten Getränk vermischt bevor es den Mund des Trinkenden erreicht.

[0003] Diese Gepflogenheit hat den Nachteil dass, bedingt durch die unterschiedlichen Formen der Fläschchen und der Becher, während des Neigens des Bechers, das auf den Boden des Bechers gestellt Fläschchen, während des Trinkvorganges, verrutscht und somit der Mischvorgang zwischen den beiden Getränken nicht immer progressiv erfolgt. Weiters sind die in das Getränk getauchten Fläschchen unhygienisch weil sie meist mit farbigen Etiketten versehen sind, weil sie Kleberreste aufweisen können, weil sie von mehreren Personen berührt werden und weil sie, je nach Transport- und/oder Lagerbedingungen, Spuren von Staub, von Schmutz und/oder von Schimmel aufweisen können.

[0004] Aus der US 2003/0205548 A1 ist ein "Flaschenadapter" (bottle adapter) bekannt welcher eine Mischfunktion hat und am Ende des Halses einer Flasche befestigbar ist. Diese Vorrichtung ist im oberen Bereich mit einem, mit Dichtung versehenen, Deckel und mit einem Schnabel ausgestattet welcher zum Ausgießen oder als Mundstück dient, diese ist mit einer eher kleinen Öffnung für den Austritt der im Inneren der Vorrichtung präparierten Mischung versehen. Das Fläschchen enthält eine Flüssigkeit von welcher ein Teil mit einer, im Adapter enthaltenen, "Verbindung" (composition) zu vermischen ist. Um die Flüssigkeit von der Flasche in den Raum des "Adapters", welcher die "Verbindung" enthält, zu befördern sind zwei Vorgänge möglich, indem die Flasche samt dem Adapter geneigt wird oder, wenn die Flasche aus elastisch verformbarem Werkstoff ist, indem Druck auf die Flasche zwecks deren Verformung ausgeübt wird; in beiden Fällen erfolgt der Durchfluss der Flüssigkeit eher langsam weil dabei der Zufluss der Luft, welcher durch den kleinen Querschnitt der Öffnung am Ausflussschnabel erfolgt, gehemmt ist. Der Fluss der Flüssigkeit von der Flasche in den "Adapter" ist noch mehr gehemmt wenn der Deckel, zwecks Verhindern dass während des Mischvorganges durch Schütteln Flüssigkeit austritt, dieser mit einer Dichtung versehen ist welche den Durchfluss von Luft durch den Schnabel verhindert. Während in den Adapter jedes Mal die Menge der "Verbindung" für die Zubereitung einer Dosis der Mischung gegeben werden muss, ist die in der Flasche enthaltene Flüssigkeit ausreichend für die Zubereitung von mehreren Dosiseinheiten der Mischung. Das Mischungsverhältnis hängt von der Flüssigkeitsmenge ab welche von der Flasche in den Adapter gebracht wird, in welchem sich die Verbindung befindet. Eine Mischvorrichtung dieser Art kann für die Anbringung an einem Milchfläschchen oder an Trinkflaschen für Sportler geeignet sein, sie ist ungeeignet um Getränke zu servieren welche sich progressiv während des Trinkens vermischen, wobei die Vermischung unterbrochen wird sobald der Behälter abgestellt wird oder in eine vertikale Position gebracht wird.

[0005] Aus der US 2.203.476 ist ein Mundstück (mouthpiece) bekannt welches am Ende des Halses einer Flasche anbringbar ist um das Trinken, direkt aus der Flasche, zu erleichtern. Diese trichterartige Vorrichtung ist weder geeignet eine Flüssigkeit zu enthalten, noch während des Ausströmens der Flüssigkeit aus der Flasche das Vermischen mit einer zweiten Flüssigkeit zu erreichen.

[0006] Aus der WO 2005/070774 ist ein "Dosierverschluss zum Mischen zweier Flüssigkeiten" (dispensino cup for mixing two liquids) bekannt welcher einen toroidalen Behälter aufweist der am Ende eines Flaschenhalses anbringbar ist. Der toroidale Behälter kann eine Flüssigkeit aufnehmen welche, durch Neigen der Flasche zwecks Ausgießen der in ihr enthaltenen Flüssigkeit, durch eine ringförmige Öffnung im Bereich des äußersten Randes des Flaschenhalses strömt um sich mit der aus der Flasche strömenden Flüssigkeit zu vermischen. Dieser "Dosierverschluss" ist zum Trinken ungeeignet er dient für die Vermischung der Flüssigkeiten während des Ausschenkens in einen normalen Becher. Das Mischverhältnis zwischen den beiden Flüssigkeiten variiert merklich aufgrund des Füllstandes der Flasche und/oder des an dieser angebrachten toroidalen Behälters. Die Vorrichtung ist für das Ausschenken mehrerer Einheitsmengen in oft sehr unterschiedlichen Zeitabständen gedacht. Der toroidale Behälter bleibt immer mit dem Inneren der Flasche in Verbindung was zu einem ungewünschten Verlust und/oder zu einer Vermischung der Aromen und somit zu einer Einbuße der organoleptischen Qualität führt.

[0007] Die Erfindung stellt sich die Aufgabe einen Becher zu schaffen welcher geeignet ist auf absolut hygienische Weise und progressiv vermischt, außer dem im Becher enthaltenen Getränk, auch ein Getränk zu servieren welches in einem Fläschchen von der Art "Mignon" enthalten ist.

[0008] Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung einen Becher mit einem Boden vor welcher derart ausgeformt ist dass er koaxial zum Becher vollständig ein geöffnetes Fläschchen aufnehmen kann, wobei dieses mit dem Endbereich des eventuell mit Gewinde versehenen Halses, dicht in eine Einsatzbuchse eingesetzt werden kann welche eventuell mit einer Dichtung versehen ist. Die besagte Einsatzbuchse kann mit Innengewinde, mit inneren Vorsprüngen oder Rippen ausgestattet sein welche das Einsetzen durch Einschrauben, durch Einklipsen oder durch Eindrücken des Endbereiches des Fläschchens ermöglichen. Auf diese Weise kommen die Außenflächen des Fläschchens nicht mit dem Getränk im Inneren des Bechers in Berührung und das Fläschchen bleibt in seiner, zum Becher koaxialen, Position während des Servierens und während des Trinkens blockiert. Insbesondere strömt das im Fläschchen enthaltene Getränk, während der progressiven Neigung des Bechers, progressiv aus um sich mit dem im Becher enthaltenen Getränk, vor es in den Mund des Trinkenden rinnt, zu vermischen.

[0009] Die Einsatzbuchse kann erfindungsgemäß spezifischer Art sein, z.B. kann sie mit einem Innengewinde versehen sein welches den Gewinden an unterschiedlichen Fläschchen entspricht oder von universeller Art mit elastischer Dichtung und Klipsvorsprüngen sein um die unterschiedlich ausgeformten Endbereiche des Halses der Fläschchen aufnehmen zu können. Die Erfindung schließt nicht aus, dass die Einsatzbuchse Dichtungen aufnehmen kann welche unterschiedliche Ausmaße und/oder Formen haben können.

[0010] Der im Boden des Bechers vorgesehene Aufnahmeraum für das Fläschchen kann, unabhängig von der Form des Fläschchens, die Form eines Rotationskörpers haben, wobei durch Drehen des Fläschchens dieses z.B. in eine Einsatzbuchse mit entsprechendem Innengewinde eingesetzt werden kann. Die Erfindung schließt nicht aus, dass der besagte Aufnahmeraum eine Form hat welche wesentlich der, eventuell abgeflachten, Außenform und den Außenmaßen des Fläschchens entspricht, wobei in diesem Fall nur ein Einsetzen durch Einklipsen, ohne Drehen des Fläschchens, möglich ist. Die Erfindung schließt weiters nicht aus, dass am Ende des Halses der unterschiedlichen Fläschchen unterschiedliche Dichtungsbuchsen aufgesteckt werden welche anschließend, zusammen mit dem Fläschchen, in die entsprechende Einsatzbuchse im Boden des Bechers eingesetzt werden können.

[0011] Der erfindungsgemäße Becher kann aus Glas, Metall oder aus steifem oder elastischem Kunststoff hergestellt werden.

[0012] Die Erfindung wird anschließend anhand eines, in den beigelegten Zeichnungen schematisch dargestellten vorzuziehenden Ausführungsbeispieles eines erfindungsgemäßen Bechers mit Aufnahme für ein Fläschchen, näher erklärt, dabei erfüllen diese Zeichnungen rein erklärenden, nicht begrenzenden Zweck.

[0013] Die Fig. 1 zeigt den erfindungsgemäßen Becher mit Aufnahme für ein Fläschchen in Schnittdarstellung gemäß einer vertikalen Schnittebene, wobei das Fläschchen eine abgeflachter Form aufweist und durch axialen Druck eingesetzt wird.

[0014] Die Fig. 2 zeigt den in Fig. 1 dargestellten Becher in Schnittdarstellung gemäß der, in Fig. 1 gezeigten, vertikalen Schnittebene II-II mit eingesetztem, vollständig im Inneren der spezifischen Aufnahme enthaltenem, Fläschchen.

[0015] Die Fig. 3 zeigt in vergrößertem Massstab die Befestigung des Fläschchens gemäß Fig. 3.

[0016] Die Fig. 4 zeigt den erfindungsgemäßen Becher zusammen mit dem, in die Aufnahme im Boden des Bechers, eingesetzten Fläschchen in geneigter Position, wobei die einzelnen Getränke sich vermischen.

[0017] Der Becher 1 ist am Boden mit einer Aufnahme 1 a versehen welche eine Einsatzöffnung 1 b mit Einsatzbuchse 3 für das obere Ende 2a des Halses eines Fläschchens 2 aufweist. Das geöffnete Fläschchen 2 nimmt, innerhalb der Aufnahme 1 a, eine zur vertikalen Achse des Bechers 1 koaxiale Position ein. Die Einsatzbuchse 3 kann aus unterschiedlichem, vorzugsweise aus elastischem aber auch aus unelastischem Werkstoff sein, sie kann im Inneren der Einsatzöffnung1b des Bechers eingeklebt oder befestigt sein. Die Einsatzbuchse 3 kann ein Innengewinde, innere Vorsprünge oder Rippen aufweisen welche das Einschrauben, das Einklipsen oder das Einsetzen unter Druckanwendung des oberen Endes 2a des Halses des Fläschchens ermöglichen.

[0018] Die Erfindung schließt nicht aus, dass die Einsatzbuchse zuerst am oberen Ende 2a des Halses des Fläschchens 1 angebracht wird um anschließend, zusammen mit dem Fläschchen, in die Einsatzöffnung 1 b des Bechers eingeschraubt oder eingesetzt zu werden, natürlich ist die Einsatzbuchse 3 in diesem Fall mit einem Außengewinde versehen und die Einsatzöffnung 1 b des Bechers 1 ist mit einem entsprechenden Innengewinde versehen oder die Buchse ist mit äußeren Vorsprüngen versehen welche in entsprechende innere Ausnehmungen oder Rillen im Inneren der Einsatzöffnung 1 b des Bechers eingreifen.

[0019] Durch Neigen des am Mund des Trinkenden angesetzten Bechers 1 beginnt die Flüssigkeit B, welche im eingesetzten und festgehaltenen Fläschchen 2 enthalten ist, auszuströmen und sich progressiv mit der im Becher enthaltenen Flüssigkeit A zu vermischen, bei zunehmender Neigung des Bechers 1 trinkt also der Trinkende eine Mischung der Flüssigkeiten A und B auf absolut hygienische Weise, ohne Verschmutzung des Getränkes seitens eventueller Staubpartikel, Schmutzteilchen oder Schimmel welche außen am Fläschchen aufscheinen könnten sowie ohne Spuren von Farben und Kleber der Etikette.


Ansprüche

1. Becher geeignet um zwei getrennte Getränke zu servieren welche sich progressiv, während des Neigens des Bechers beim Trinken, vermischen, dadurch gekennzeichnet, dass der Becher (1) einen Boden aufweist welcher koaxial zum Becher eine Aufnahme (1 a) mit Öffnung (1 b) für den Einsatz des oberen geöffneten Endes (2a) eines Fläschchens (2) aufweist, wobei dieses vollständig in der besagten Aufnahme (1a) enthalten ist.
 
2. Becher gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einsatzöffnung (1b) innen mit einem Gewinde, mit Vorsprüngen oder mit Rippen für das Einschrauben, das Einklipsen oder das Eindrücken des geöffneten Endes (2a) des Halses des Fläschchens (2) versehen ist.
 
3. Becher gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass innen in die Einsatzöffnung (1 b) eine Einsatzbuchse (3) fest oder austauschbar befestigt ist welche außen geeignet Form und Abmaße hat um in die Einsatzöffnung (1b) eingesetzt zu werden, wobei diese innen mit Gewinde, Vorsprüngen oder Rippen für die Befestigung mittels Einschrauben, Einklipsen oder Eindrücken des oberen geöffneten Endes (2a) des Halses des Fläschchens (2), ausgestattet ist.
 
4. Becher gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme (1a) für das Fläschchen (2) im Boden des Bechers (1) die Form eines Rotationskörpers hat.
 
5. Becher gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme (1a) für das Fläschchen (2) im Boden des Bechers (1) eine Form hat welche wesentlich der Form und den Außenmaßen des Fläschchens entspricht.
 




Zeichnung










Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente