[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Dübel, Verfahren und ferner Vorrichtungen zur
Montage von Dämmstoffplatten an einer Unterkonstruktion, wobei der Dübel einen Druckteller
und eine daran anschließende Dübelhülse zur Aufnahme eines Spreizelements mit einem
Spreizelementkopf umfasst, wobei die Dübelhülse eine Spreizzone aufweist, und wobei
während der Montage eine Vertiefung durch den Dübel selbst in der Dämmstoffplatte
ausgebildet wird.
[0002] Die handelsüblichen Dübel zur Montage von Dämmstoffplatten haben den Nachteil, dass
sie die Bildung von Wärmebrücken nicht völlig verhindern können, was auch für Dübel
mit Kunststoffumspritzung oder Köpfen aus Kunststoff gilt. Dies beruht hauptsächlich
auf der Unterschiedlichkeit der Materialien aus denen der Dämmstoff einerseits und
die Dübel andererseits gefertigt sind. Diese Unterschiedlichkeit kann auch zu unerwünschten
Dübelabzeichnungen in der Putzschicht an den Außenwänden führen, insbesondere bei
Einwirkung von Feuchtigkeit und Nässe. Bei der Verwendung einfacherer Putzqualitäten
tritt dieser Mangel besonders häufig in Erscheinung. Zur Erreichung einer besseren
Wärmedämmung, sowie zur Vermeidung von Dübelabzeichnungen in der Putzschicht wurde
vorgeschlagen, Dübel in die Dämmstoffplatten versenkt zu montieren.
[0003] Ein Verfahren, bei dem gleichzeitig mit dem Bohren des Bohrlochs für den Dübel eine
Vertiefung in der Dämmstoffplatte zur Aufnahme des Dübels erzeugt wird, ist aus
EP 0 086 452 bekannt. In diesem Fall wird mittels eines Senkbohrers, der einen Fräskopf und einen
scheibenförmigen Anschlag umfasst, beim Bohren des Bohrlochs im gleichen Arbeitsgang
eine dem Durchmesser des Drucktellers entsprechende Vertiefung in die Dämmstoffplatte
eingefräst und anschließend durch eine bereits auf den Druckteller aufgebrachte Abdeckung
ausgefüllt. Dadurch, dass die Abdeckung werkseitig auf dem Druckteller bzw. Dübelkopf
angebracht ist, wird bei der Montage ein zusätzlicher Arbeitsgang vermieden. Das Fräsen
führt allerdings zu einem erheblichen Abtrag von Dämmstoff. Bei der großen Anzahl
von Dübeln, die regelmäßig zur Befestigung von Dämmstoffplatten beim Bau eines Hauses
zum Einsatz kommen, stellt der entstehende Frässtaub jedoch eine erhebliche Verschmutzung
der Umwelt dar und kann in größeren Mengen auch beim Baupersonal zu gesundheitlichen
Beeinträchtigungen führen. Zudem sind die Montageeigenschaften der Dübel mit werkseitig
aufgebrachten Abdeckungen deutlich schlechter als bei vergleichbaren Dübeln ohne aufgebrachte
Abdeckung. Durch die mangelnde Druckfestigkeit des Isoliermaterials und die deshalb
begrenzten Einschlagkräfte sind nur geringe Dübelspreizkräfte möglich, was zu deutlich
schlechteren Werten bei der Ausziehlast führen kann. In der Herstellung sind solche
Dübel auch wesentlich kostspieliger als konventionelle Ausführungsformen. Zur Durchführung
des bekannten Verfahrens ist außerdem noch ein spezieller, ebenfalls kostenaufwendig
herzustellender Senkbohrer notwendig.
[0004] Eine weitere bekannte Lösung sieht eine Fräskrone z. B. aus Kunststoff vor, mit der,
nachdem das Bohrloch gebohrt wurde, eine Vertiefung in den Dämmstoff eingefräst wird.
Es wird dann der Dübel in das Bohrloch eingeführt und anschliessend gesetzt. Danach
wird die Abdeckung aufgesetzt. Diese Lösung beinhaltet zwei Arbeitsgänge mehr als
bei der
EP 0 086 452 und ist damit zeitaufwendiger als diese. Außerdem ist auch hier durch den entstehenden
Frässtaub eine erhebliche Belastung der Umwelt gegeben.
[0005] In der
EP 1 088 945 wird ein Dämmelement offenbart, das aus Mineralfasern besteht und Markierungen für
die Anordnung von Dämmstoffdübeln aufweist.
[0006] Dabei können die Markierungen in Vertiefungen im Dämmelement angeordnet, bzw. als
Vertiefungen ausgebildet sein. Die Vertiefungen werden vorzugsweise mechanisch herausgearbeitet
oder bei thermoplastischen Dämmstoffen durch lokale Erhitzung hergestellt. Die Herstellung
solcher Dämmelemente ist einerseits mit erheblichen Kosten verbunden, andererseits
lassen die vorgefertigten Vertiefungen dem Baupersonal vor Ort keinen Spielraum für
eine von dem vorgegebenen Muster abweichende Anbringung der Dämmstoffdübel. Dabei
wird auch nicht berücksichtigt, dass die jeweils günstigste geometrische Anordnung
der Dämmstoffdübel bezüglich der Dämmstoffplatte je nach räumlichen Gegebenheiten
und Witterungsverhältnissen stark variieren kann.
[0007] Des Weiteren sind Formteile aus Mineralwolle zur Schall- und Wärmedämmung von Haushaltsgeräten
aus dem Gebrauchsmuster
DE 296 22 196 bekannt. Diese weisen Materialbereiche auf, in denen Vertiefungen ausgebildet sind.
Die Materialbereiche werden dabei durch Einschnitte gegenüber dem Umgebungsmaterial
über die Tiefe der vorgesehenen Vertiefung freigestellt und bereits während der Produktion
durch Druckstempel vorkomprimiert. Dabei wird das Material so komprimiert, dass es
eine Restelastizität aufweist, um bei der Montage an Backöfen etc. begrenzt an gestalterische
Änderungen angepasst werden zu können. Auch in diesem Fall handelt es sich um kostenaufwendige
vorgefertigte Teile. Für die Bauindustrie, insbesondere im Hinblick auf die Montage
mit Dämmstoffdübeln, sind solchermaßen hergestellte Teile ungeeignet, da sie nicht
über die erforderliche Steifigkeit verfügen.
[0008] Aus der
EP 0 189 569 ist ein Befestigungselement für die Befestigung von Dämmstoffplatten an einer Unterkonstruktion
bekannt. Das Befestigungselement weist eine Druckplatte auf und eine mit der Druckplatte
verbundene Hülse, wobei ein Verankerungselement, zum Beispiel in Form eines Stifts,
in die Hülse einbringbar ist. Im Befestigungszustand greift ein Verankerungsbereich
des Verankerungselements unmittelbar in die Unterkonstruktion ein, der andere Teil
des Verankerungselements wirkt mit der Hülse beziehungsweise der Druckplatte zusammen
und hält diese. An der Unterseite der Druckplatte ist eine umlaufende Kante angeordnet,
die im Befestigungszustand in der Dämmstoffplatte steckt. Eine solche Kante ist jedoch
nicht geeignet, um eine glatte Stirnfläche in das Dämmstoffmaterial einzuschneiden.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde eine Vorrichtung zu schaffen, mit der die
Verschmutzung der Umwelt durch das Fräsen des Dämmstoffs vermieden werden kann, die
vertiefte Montage des Dübels im Dämmstoff mit möglichst wenig Arbeitsschritten gewährleistet
werden kann, eine sauber ausgeformte Stirnfläche im Dämmstoff erzeugt werden kann,
preisgünstigere Dübel eingesetzt werden können und schließlich eine feste Verankerung
des Dübels in der Unterkonstruktion erreicht werden kann. Dies soll für Schlagdübel
ebenso wie für Schraubdübel erreicht werden.
[0010] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Vorrichtung wie im unabhängigen Anspruch
1 beansprucht gelöst.
[0011] Der der Erfindung zugrunde liegende Gedanke umfasst auch ein hier nicht beanspruchtes
und nur beispielhaft beschriebenes Verfahren, bei dem a) ein Bohrloch durch die Dämmstoffplatte
in die Unterkonstruktion gebohrt wird, b) der Dübel und das Spreizelement in das Bohrloch
eingebracht werden, c) das Spreizelement in den Druckteller und die Dübelhülse eingetrieben
wird, und wobei gleichzeitig d) der Druckteller in die Dämmstoffplatte unter Kompression
der Dämmstoffplatte eingezogen wird, und die Dämmstoffplatte am Umfang des Drucktellers
mit Hilfe von Schneidvorrichtungen eingeschnitten wird. Dabei können alle Schritte
a) bis d) gleichzeitig ablaufen; die Schritte a) und b) können jedoch auch vor den
Schritten c) und d) erfolgen, und zwar gemeinsam oder getrennt.
[0012] Andererseits können in einem hier nicht beanspruchten und deshalb nur beispielhaft
beschriebenen Verfahren mindestens die folgenden Schritte durchgeführt werden a.)
Bohren eines Bohrlochs durch die Dämmstoffplatte in die Unterkonstruktion, b.) Einschneiden
eines Kreises mit mindestens dem Radius R in die Dämmstoffplatte mittels Schneidvorrichtungen,
c.) Einbringen des Dübels und des Spreizelements in das Bohrloch, d.) Eintreiben des
Spreizelements in den Druckteller und die Dübelhülse und gleichzeitiges e.) Einziehen
des Drucktellers in die Dämmstoffplatte unter Kompression der Dämmstoffplatte. Diese
Schritte können, müssen jedoch nicht in der genannten Reihenfolge ausgeführt werden.
[0013] Der Druckteller kann einen Drucktellerschaft aufweisen, der axial entlang der Dübelhülse
verschiebbar ist. Durch die Verschiebung des Drucktellerschafts entlang der Dübelhülse
kann die Länge des Dübels beim Eintreiben in das Bohrloch verkürzt werden. Die Verschiebbarkeit
kann auf vielfältige Weise erreicht werden, etwa durch Gleitrillen in beiden Teilen.
Statt einer Verschiebbarkeit der Bauteile gegeneinander können auch verformbare Bauteile
verwendet werden, etwa eine Dübelhülse mit einer Art Knautschzone.
[0014] Der Druckteller kann eine Ausnehmung zur Aufnahme eines Antriebs, beispielsweise
eines Sechskant-Antriebs aufweisen, damit dessen Drehbewegung auf den Druckteller
übertragen werden kann. Alternativ dazu kann zum Beispiel auch ein Innentorx im Druckteller
vorgesehen sein, in den das Spreizelement einrastet.
[0015] Der Dübel kann eine Verdrehsicherung aufweisen, um das anfängliche Eindrehmoment
beim Eintreiben des Spreizelements zu übertragen. Diese etwa kann in der Vormontageposition
mit dem bereits im Dämmstoff steckenden Druckteller erreicht werden oder im Bohrloch
mit Außenrippen an der Dübelhülse.
[0016] Bei einem Verfahren mit den Schritten a) bis d) kann nach dem vollständigen Einziehen
des Drucktellers in die Dämmstoffplatte in einem weiteren Schritt e) eine Abdeckung
auf den vollständig versenkten Druckteller aufgesetzt werden, was bei entsprechender
Arbeitsteilung unter Umständen zu schnelleren Abläufen führen kann, als wenn man die
Abdeckung vorher etwa auf den Sechskant-Antrieb eines Bits einzeln aufsetzt.
[0017] Zum versenkbaren Montieren eines konventionellen Dübels kann die erfindungsgemäße
Vorrichtung zum Eintreiben des Spreizelements in die Dübelhülse verwendet werden,
wobei die Vorrichtung einen Tiefenanschlag mit Schneidvorrichtungen zum Einschneiden
der Dämmstoffplatte entlang des Umfangs des Drucktellers aufweist.
[0018] Wie bereits oben erwähnt, kann in einem hier nur beispielhaft beschriebenen Verfahren
bereits vor dem Einbringen des Dübels und des Spreizelements in das Bohrloch, ein
Kreis in die Dämmstoffplatte eingeschnitten werden und zwar mit Hilfe von Schneidvorrichtungen,
die an einer Vorrichtung zum Bohren des Bohrlochs angeordnet sind. Anschließend wird
wiederum beim Eintreiben des Spreizelements der kreisförmige Ausschnitt in der Dämmstoffplatte
komprimiert.
[0019] Bei einer zweckmäßigen Variante des oben beispielhaft beschriebenen Verfahrens wird
Schritt b.) vor Schritt a.) ausgeführt, es wird also zunächst der Kreis in die Dämmstoffplatte
eingeschnitten und dann erst das Bohrloch gebohrt. Würde das Bohrloch exzentrisch
zum Einschnittkreis angeordnet, würde nämlich der Dübel während des Einziehens eine
mit dem Einschnittkreis überlappende kreisförmige Fläche komprimieren und es entstünden
nach dem Aufsetzen der Abdeckungen Löcher in der Dämmstoffplatte.
[0020] In einer bevorzugten Variante des oben beispielhaft beschriebenen Verfahrens laufen
die Schritte a.) und b.) gleichzeitig ab, so dass bei der Montage des Dübels Zeit
eingespart werden kann.
[0021] In einer weiteren vorteilhaften Variante des oben beispielhaft beschriebenen Verfahrens
wird nach dem Einziehen des Drucktellers eine Abdeckung auf den vollständig versenkten
Druckteller aufgesetzt, wodurch zwar ein Arbeitsgang mehr entsteht als bei werksseitig
auf den Dübel aufgebrachten Abdeckungen; insgesamt aber eine deutlich stabilere Verankerung
des Dübels in der Unterkonstruktion erreicht wird.
[0022] In einer weiteren Variante des oben beispielhaft beschriebenen Verfahrens umfassen
die Schneidvorrichtungen einen Tiefenanschlag, damit gleichmäßig tief in die Dämmstoffplatten
eingeschnitten werden kann, eine einheitliche Montagetiefe der Dübel gewährleistet
werden kann und letztendlich auch die Abdeckungen passgenau eingesetzt werden können.
[0023] Des Weiteren kann eine hier nur beispielhaft beschriebene Vorrichtung zum Bohren
eines Bohrlochs durch eine Dämmstoffplatte in eine Unterkonstruktion, einen Schaft
zum Einstecken eines Bohraufsatzes umfassen, wobei der Schaft derart gestaltet ist,
dass an ihm Schneidvorrichtungen zum Einschneiden eines Kreises in die Dämmstoffplatte
anordenbar sind. Mit Hilfe dieser beispielhaften Vorrichtung können die Kreise in
die Dämmstoffplatten entweder vor oder nach dem Bohren des Bohrlochs eingeschnitten
werden. Dies kann drehend aber auch nicht drehend erfolgen.
[0024] Bei der beispielhaft beschriebenen Vorrichtung weisen die Schneidvorrichtungen einen
Tiefenanschlag auf, um eine gleichmäßige Einschnitttiefe zu gewährleisten.
[0025] Des Weiteren kann eine hier nur beispielhaft beschriebene Vorrichtung zum Bohren
eines Bohrlochs durch eine Dämmstoffplatte in eine Unterkonstruktion, einen Bohrerschaft
umfassen, wobei an dem Bohrerschaft Schneidvorrichtungen zum Einschneiden eines Kreises
in die Dämmstoffplatte angeordnet sind. Dadurch muss beispielsweise nicht erst nach
dem Bohren des Bohrlochs bzw. der Bohrlöcher ein neuer Aufsatz in die Halterung der
Vorrichtung eingespannt werden, um den kreisförmigen Einschnitt in die Dämmstoffplatten
zu erzeugen. Außerdem wird auf diese Weise die konzentrische Anordnung des Einschnittkreises
bezüglich des Bohrlochs sichergestellt. Um eine gleichmäßige Einschnitttiefe zu gewährleisten,
können die Schneidvorrichtungen auch einen Tiefenanschlag umfassen.
[0026] Schneidvorrichtungen zum Einschneiden eines Kreises in eine Dämmstoffplatte, können
derart gestaltet sein, dass sie auf einer Vorrichtung zum Bohren eines Bohrlochs durch
eine Dämmstoffplatte in eine Unterkonstruktion anbringbar sind. Die Schneidvorrichtungen
können dabei einen Tiefenanschlag umfassen.
[0027] Anhand der Zeichnungen wird die Montage eines Dübels mit Schneidvorrichtungen und
eines konventionellen Dübels mit Hilfe der erfindungsgemäßen Vorrichtung veranschaulicht.
Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch einen Dübel mit Schneidvorrichtungen zu Beginn der Montage,
- Fig. 2
- einen Längsschnitt durch einen Dübel mit Schneidvorrichtungen in Endmontageposition,
- Fig. 3
- einen Längsschnitt durch einen Dübel mit Schneidvorrichtungen in fertig montiertem
Zustand mit aufgesetzter Abdeckung,
- Fig. 4
- einen Längsschnitt durch einen konventionellen Dübel und eine erfindungsgemäße Eintreibvorrichtung,
deren Tiefenanschlag mit Schneidvorrichtungen versehen ist.
- Fig. 5a
- einen Längsschnitt durch eine konventionelle Vorrichtung zum Bohren eines Bohrlochs,
- Fig. 5b
- einen Längsschnitt durch eine Vorrichtung zum Einschneiden eines Kreises in den Dämmstoff,
- Fig. 6
- einen Längsschnitt durch eine Vorrichtung zum Bohren eines Bohrlochs und gleichzeitigem
Einschneiden eines Kreises in den Dämmstoff,
- Fig. 7
- einen Längsschnitt durch einen Dübel mit Spreizelement vor der Montage,
- Fig. 8
- einen Längsschnitt durch einen Dübel in Endmontageposition,
- Fig. 9
- einen Längsschnitt durch einen Dübel in Endmontageposition mit aufgesetzter Abdeckung.
[0028] Fig. 1 zeigt den Dübel 1, der bereits durch eine Dämmstoffplatte 2 und eine Zwischenschicht
5 hindurch in das Mauerwerk 3 eingesteckt wurde. Der Drucktellerschaft 14 und die
Dübelhülse 15 sind in diesem Zustand miteinander verbunden, um den Dübel in voller
Länge einstecken zu können. Der an seiner Unterseite mit radial verlaufenden Schneidvorrichtungen
17 versehene Druckteller 13 liegt auf der Oberfläche der Dämmstoffplatte 2 auf, wobei
die Schneidvorrichtungen 17 im Dämmstoff stecken. Der Druckteller 13 ist üblicherweise
mit koaxial angeordneten Öffnungen versehen, es sind aber im Hinblick auf ein möglichst
gleichmäßiges Komprimieren des Dämmstoffes auch Ausführungsformen ohne Öffnungen möglich.
Das Spreizelement 11, vorzugsweise eine Innentorxschraube, ist hier mittels eines
entsprechenden Antriebs 32, 33 bis zur Spreizzone 18 in die Dübelhülse 15 eingebracht
worden, so dass der Spreizelementkopf 12 noch nicht in der Ausnehmung 16 aufliegt.
Das Spreizelement 11 kann ohne Kunststoffumspritzung oder Kunststoffkopf ausgeführt
werden, da kein Kontakt mit der Putzschicht und somit auch keine Korrosionsgefahr
besteht. Liegt der Kopf 12 der Schraube 11 schließlich in der Ausnehmung 16 auf, beginnt
der Vorgang des Komprimierens des Dämmstoffmaterials. Um zu erreichen, dass sich der
Druckteller 13 während der Montage mitdreht, verrastet der Antrieb 32, 33 in einer
dafür vorgesehenen Ausnehmung 19 im Druckteller 13. Eine andere Möglichkeit besteht
darin, dass die Schraube 11 über eine Rastvorrichtung, wie beispielsweise ein Innentorx
im Druckteller 13 einrastet. Der sich drehende Druckteller 13 schneidet sich durch
die an seinem äußeren Rand angeordneten Schneidvorrichtungen 17 in den Dämmstoff ein
und beginnt gleichzeitig damit den unterhalb des Drucktellers 13 gelegenen kreisrunden
Ausschnitt im Dämmstoff zu komprimieren. Die äußeren Schneidvorrichtungen bewirken,
dass eine saubere, d.h. glatte, hier radiale Stirnfläche geschaffen wird, was die
Grundvoraussetzung für ein passgenaues Einsetzen und einen festen Halt der Abdeckung
in der Dämmstoffplatte ist. Der Dämmstoff unter dem Druckteller 13 wird also hauptsächlich
zusammengepresst, statt weggefräst. Es kann dabei auch geringfügig Dämmmaterial abgelöst
werden, etwa durch die Schneidkanten an einem sich drehenden Druckteller 13. In jedem
Fall wird jedoch die Umweltbelastung durch die Reduktion der Fräsabfälle deutlich
vermindert. Die Verbindung zwischen Dübelhülse 15 und Druckteller 13 wird durch die
Zugkraft der Schraube gelöst, wodurch der Druckteller 13 für die Komprimierung axial
über die Dübelhülse 15 verschoben werden kann. Die Dübellänge wird dann sozusagen
um die Montagetiefe verringert. Die Montagetiefe beträgt vorzugsweise 20 mm. Der Bereich
zwischen Dübelhülse 15 und Druckteller 13, der in diesem Beispiel als Drucktellerschaft
14 ausgebildet ist und in dem der axiale Längenausgleich stattfindet, ist mit speziellen
Dichtbereichen, beispielsweise Dichtlippen, versehen, um die Dichtigkeit der Dübelhülse
15 zu gewährleisten. Während der Komprimierung des Dämmstoffes dreht sich die Schraube
mit zunehmender Einzugtiefe weiter axial in die Spreizzone 18 der Dübelhülse 15 hinein
und erzeugt zum Beispiel durch Reibschluss die gewünschte feste Verankerung im Mauerwerk
3. Der Begriff "Spreizzone" bezeichnet hier jede Form von Verankerungs- oder Verklemmungsmechanismus
des Dübels 1 in der Unterkonstruktion 3 infolge des Einführens des Spreizelements
11. Die Schraubenlänge ist auf den Endmontagezustand abgestimmt. Steckt das Gewinde
vor dem Komprimieren zum Beispiel 10 mm in der Spreizzone und wird der Dübel dann
in diesem Beispiel 20 mm tief im Dämmstoff montiert, so ergibt sich hier eine Einschraublänge
in das Mauerwerk von 30 mm. Diese Werte können nach Art des verwendeten Dämmstoffmaterials
sehr unterschiedlich ausfallen. Um gleichbleibende Montagetiefen sicherzustellen,
ist die Eintreibvorrichtung 30 mit einem Tiefenanschlag 31 ausgestattet.
[0029] Die Kompression des Dämmstoffes hat zur Folge, dass in den Dämmstoff bewußt Druckspannungen
durch das Zusammendrücken des Dämmstoffes eingeleitet werden, um diesen zu verdichten.
Dadurch wird das System aus Dämmstoffmaterial und Druckteller 13 im Belastungszustand
steifer. Der Grund dafür ist, dass im Belastungszustand beim Überziehen des Dämmstoffmaterials
über den Druckteller bzw. Durchziehen des Drucktellers durch das Dämmstoffmaterial,
dieses nicht mehr leicht zusammengedrückt werden kann, da es bereits komprimiert bzw.
verdichtet ist. Dadurch ist das Last-Verformungsverhalten steifer ausgebildet, weil
bei gleicher Last deutlich geringere Verformungswege vorliegen, als bei nicht komprimierten
bzw. gefrästen Dämmstoffen die nicht verdichtet sind.
[0030] Fig. 2 zeigt den Dübel 1 in Endmontageposition, wobei der Tiefenanschlag 31 der Eintreibvorrichtung
30 auf der Oberfläche der Dämmstoffplatte aufliegt, und wobei der Abstand zwischen
dem Tiefenanschlag 31 und der Unterkante 130 des Drucktellers 13 vorzugsweise 20 mm
beträgt. Die Dübellänge ist jetzt um die Montagetiefe verringert, d.h. der Druckteller
13 mit Drucktellerschaft 14 ist beim Komprimieren des Dämmstoffes auf der Dübelhülse
verschoben worden. Die anfängliche Verbindung zwischen der Dübelhülse 15 und dem Drucktellerschaft
14 ist gelöst. Der umfängliche Vorsprung 150 an dem zur Außenseite gewandten Ende
der Dübelhülse 15 und der korrespondierende umfängliche Vorsprung 140 an dem dem Mauerwerk
zugewandten Ende des Drucktellerschafts 14 sorgen für eine gleitende axiale Führung
des Drucktellerschafts 14 auf der Dübelhülse 15. Die Vorsprünge 140, 150 sind vor
der Montage kraft-, form- oder stoffschlüssig verbunden, zum Beispiel verklebt oder
über eine Sollbruchnaht miteinander verbunden; zu Beginn des Komprimiervorgangs wird
diese Verbindung aufgrund der Zugkraft des Spreizelements 11 beim Einschrauben gelöst.
Im Endmontagezustand liegt der umfängliche Vorsprung 150 der Dübelhülse knapp unterhalb
des in der Ausnehmung 16 aufliegenden Schraubenkopfes 12.
[0031] Fig. 3 zeigt den Dübel 1 in fertig montiertem Zustand mit aufgesetzter Abdeckung
21, wobei die Abdeckung 21 im Beispiel genau mit der Oberfläche der Dämmstoffplatte
2 abschließt. Ein nachträgliches Abschleifen einer teilweise hervorstehenden Abdeckung
21 ist allerdings auch möglich. In diesem Fall muss man jedoch wieder einigen Fräs-
bzw. Schleifabfall in Kauf nehmen. Die Abdeckung kann separat im Anschluss an die
Montage des Dübels eingesetzt werden, oder sie kann synchron mit der Montage gesetzt
werden, indem sie zuvor auf den Sechskant-Antrieb 32 eines Bit 33 aufgesetzt wird.
Um den Halt der Abdeckung besonders fest zu gestalten, ist es denkbar, die Schneidvorrichtungen
17 leicht nach Außen zu richten, um die entstehende Vertiefung leicht konisch zu gestalten.
Diese Verformung der Schneidvorrichtungen kann z. b. über eine Wölbung des Drucktellers
während der Montage erfolgen. Ebenso kann die Abdeckung bei einer zylindrischen Vertiefung
konisch gestaltet werden. Die Abdeckung ist vorzugsweise aus dem selben Material wie
die verwendeten Dämmstoffplatten hergestellt. Als Materialien kommen beispielsweise
in Frage Styropor, Polyurethanschaum, Isolierkork, Holzwolle, Holzfaser, Kokosfaser
oder Mineralwolle.
[0032] Fig. 4 zeigt schliesslich einen konventionellen Dübel 1, dessen Spreizelement 11
mit Hilfe eines Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Vorrichtung 30, bzw. deren
Antrieb 32, 33 in die Dübelhülse 15 eingebracht wird. Der Dübel 1 weist keine Schneidvorrichtungen
auf, dafür sind an dem Tiefenanschlag 31 Schneidvorrichtungen 17 entlang des Umfangs
des Drucktellers 13 angeordnet, die in die Dämmstoffplatte 2 einschneiden, während
der Druckteller 13 einzieht und den Dämmstoff komprimiert. Auf diese Weise können
auch konventionelle Dübel versenkt montiert werden.
[0033] Fig. 5a zeigt die Vorrichtung 40 zum Bohren eines Bohrlochs 4 mit dem am Bohrerschaft
44 eingespannten Bohrer 43 beim Bohren eines Bohrlochs 4 durch die Dämmstoffplatte
2, die Zwischenschicht 5 und das Mauerwerk 3.
[0034] Fig. 5b zeigt die Vorrichtung 40 zum Einschneiden in den Dämmstoff, mit den am Schaft
44' eingespannten Schneidvorrichtungen 42, die auch einen Tiefenanschlag 41 aufweisen.
Die Schneidvorrichtungen 42 mit Tiefenanschlag 41 können beispielsweise mit einem
Innentorx oder einer sechskantförmigen Öffnung ausgestattet sein und somit auf einen
korrespondierenden Schaft 44' bzw. ein korrespondierendes Montagebit aufgesteckt werden.
Es ist auch denkbar, dass die Schneidvorrichtungen 42 mit dem Tiefenanschlag 41 fest
an dem Schaft 44' angebracht sind oder mit diesem verrasten oder auf eine andere geeignete
Art und Weise mit ihm zusammenwirken. Die sich drehenden Schneidvorrichtungen 42 schneiden,
nachdem das Bohrloch 4 mit einer konventionellen Vorrichtung gebohrt wurde, in die
Dämmstoffplatte 2 ein und bewirken, dass eine saubere, d.h. glatte, in diesem Fall
radiale Stirnfläche geschaffen wird, was die Grundvoraussetzung für ein passgenaues
Einsetzen und einen festen Halt der Abdeckung 21 in der Dämmstoffplatte 2 ist. Hierbei
kann allerdings auch durch die sich drehenden Schneidkanten etwas Dämmstoffmaterial
abgelöst werden. Je nach Dämmstoffmaterial muss die Vorrichtung zum Einschneiden in
den Dämmstoff nicht drehend eingebracht werden, sondern kann auch als eine Art Ausstecher
lediglich in den Dämmstoff eingedrückt werden. In jedem Fall wird jedoch die Umweltbelastung
durch die erhebliche Reduktion der Fräsabfälle deutlich vermindert. Der Tiefenanschlag
41 sorgt für eine einheitliche Einschneidtiefe X in die Dämmstoffplatten 2.
[0035] Fig. 6 zeigt die Vorrichtung 40 zum Bohren eines Bohrlochs 4 mit dem am Bohrerschaft
44 eingespannten Bohrer 43, wobei die Schneidvorrichtungen 42 mit dem Tiefenanschlag
41 ebenfalls am Bohrerschaft 44 angeordnet sind. Es besteht auch bei dieser Ausführungsform
die Möglichkeit, dass die Schneidvorrichtungen 42 mit Tiefenanschlag 41 fest an dem
Bohrerschaft 44 angebracht sind oder dass sie, je nach Ausgestaltung des Bohrerschafts
44, auf diesen aufgesteckt werden können, mit ihm verrasten oder anderweitig mit ihm
in Wirkung stehen. Die Vorrichtung 40 ermöglicht es, dass gleichzeitig mit dem Bohren
des Bohrlochs 4 der kreisförmige Einschnitt mit der Tiefe X in die Dämmstoffplatte
2 erfolgt. Zudem wird mit Hilfe dieser Vorrichtung die gewünschte Anordnung des Einschnittkreises
bezüglich des Bohrlochs gewährleistet und damit Löcher bzw. Lücken im Dämmmaterial
vermieden.
[0036] Fig. 7 zeigt einen Dübel 1 im Vormontagezustand, der durch die Dämmstoffplatte 2
und die Zwischenschicht 5 hindurch in das Mauerwerk 3 eingesteckt wurde. Der Druckteller
13 mit der Ausnehmung 16 zur Aufnahme des Spreizelementkopfes 12 liegt dabei auf der
Oberfläche der Dämmstoffplatte 2 auf und zwar dergestalt, dass sich die durch den
Einschnittkreis definierte Dämmstofffläche genau unterhalb des Drucktellers 13 befindet.
Diese zur Kompression vorgesehene Fläche ist genauso groß oder auch etwas größer als
die Fläche des Drucktellers 13. Die Spreizzone 18 des Dübels 1 reicht bereits in das
Mauerwerk 3 hinein. Das Spreizelement 11 mit dem Spreizelementkopf 12 ist bereits
in die Dübelhülse 15 eingesteckt, aber liegt noch nicht in der Ausnehmung 16 des Drucktellers
13 auf. Das Spreizelement 11 ist in diesem Beispiel als Nagel ausgebildet, es kann
aber genauso gut eine Schraube verwendet werden. Das Spreizelement 11 kann des Weiteren
mit oder ohne Kunststoffumspritzung oder Kunststoffkopf ausgeführt werden, da kein
Kontakt mit der Putzschicht und somit auch keine Korrosionsgefahr besteht.
[0037] Fig. 8 zeigt einen Dübel 1 nach der Kompression des unter dem Druckteller 13 liegenden
kreisförmigen Dämmstoffausschnitts. Der Vorgang des Komprimierens des Dämmstoffmaterials
beginnt, wenn der Kopf 12 des Spreizelements 11 in der Ausnehmung 16 des Drucktellers
13 aufliegt und durch eine geeignete Vorrichtung zum Setzen von Dübeln 30 die notwendige
Kraft zum vollständigen Eintreiben des Spreizelements aufgebracht wird. Dies kann
im Fall von nagelförmigen Spreizelementen 11 auch manuell mittels eines Hammers 50
geschehen. Der Dämmstoff unter dem Druckteller wird also hauptsächlich zusammengepresst,
statt weggefräst. Während der Komprimierung des Dämmstoffs wird das Spreizelement
11 immer weiter axial in die Spreizzone 18 der Dübelhülse 15 eingebracht und erzeugt
beispielsweise durch Reib-, Form- oder Stoffschluss die gewünschte feste Verankerung
im Mauerwerk 3. Der Begriff "Spreizzone" bezeichnet hier jede Form von Verankerungs-
oder Verklemmungsmechanismus des Dübels 1 in der Unterkonstruktion 3 infolge des Einführens
des Spreizelements 11. Durch die hier dargestellte Verwendung eines Dübels 1 mit einer
Knautschzone 155, die sich während des Komprimiervorgangs innerhalb des Dämmmaterials
bildet, kann zudem verhindert werden, dass die Spreizzone 18 im Mauerwerk 3 nachrutscht.
Die dadurch hervorgerufene Verkürzung der Dübelhülse 15 ermöglicht außerdem die Verwendung
von kürzeren, also preisgünstigeren Spreizelementen 11.
[0038] Fig. 9 zeigt den Dübel 1 in fertig montiertem Zustand mit ausgebildeter Knautschzone
155 und aufgesetzter Abdeckung 21, wobei die Abdeckung 21 im Beispiel genau mit der
Oberfläche der Dämmstoffplatte 2 abschließt. Um ein nachträgliches Abschleifen der
Abdeckung zu vermeiden, kann auch ein Freiraum zwischen dem Druckteller und der Abdeckung
vorgesehen werden, dadurch kann die Abdeckung immer oberflächenbündig zur Dämmstoffplatte
positioniert werden. Die Abdeckung kann separat im Anschluss an die Montage des Dübels
eingesetzt werden, oder sie kann synchron mit der Montage gesetzt werden, indem sie
zuvor auf die Vorrichtung zum Setzen von Dübeln 30 aufgesetzt wird. Ebenso kann die
Abdeckung bei einer zylindrischen Vertiefung konisch gestaltet werden. Die Abdeckung
ist vorzugsweise aus dem selben Material wie die verwendeten Dämmstoffplatten hergestellt.
Als Materialien kommen beispielsweise in Frage Styropor, Polyurethanschaum, Isolierkork,
Holzwolle, Holzfaser, Kokosfaser oder Mineralwolle.
[0039] Die vorstehend beschriebenen Beispiele können nicht nur auf einen Schraubdübel, sondern
genauso auf einen Schlagdübel angewandt werden, wobei das zuletzt beschriebene Verfahren
vorzugsweise bei der Montage von Schlagdübeln zum Einsatz kommt.