[0001] Die Erfindung befasst sich mit einer Sicherungsvorrichtung für einen Zünder eines
Unterkalibergeschosses und einem entsprechenden Entsicherungsverfahren für die erfindungsgemäße
Sicherungsvorrichtung.
[0002] Es ist allgemein bekannt, dass Unterkalibermunition mit einem Treibkäfig, oder auch
Sabot genannt, und einem durchrutschenden Führungsband aus einem gezogenen Rohr verschossen
wird. Ist eine derartige Munition mit einer Wirkladung versehen, so muss der vorhandene
Zünder gemäß geltender Bestimmungen durch entsprechende Sicherungsvorrichtungen gesichert
sein. Die Sicherungsvorrichtung ist demnach Bestandteil des Zünders. Eine Entsicherung
muss durch das Eintreten zweier, voneinander unabhängiger Umweltbedingungen erfüllt
werden. Um eine ungewollte Entsicherung zu vermeiden, sind verschiedene Sicherungsvorrichtungen
bekannt.
[0003] Bei bisherigen Zündern flügelstabilisierter Munition, die aus Glattrohren verschossen
wird, sind in der Sicherungsvorrichtung z. B. Gasdruckschalter am Heck der Munition
vorgesehen, so dass ein Signal zur Entsicherung des Zünders beim Abschuss generiert
werden kann. Bei einer ungewollten Umsetzung der Treibladung an einer Unterkalibermunition,
bei der sich ein Teil der Treibladung zwischen Geschossheck und Heckteil befindet,
könnte zumindest durch den entstehenden Gasdruck im Munitionsmagazin eine ungewollte
Teilschärfung des Zünders herbeigeführt werden. Weiterhin kommen z. B. 3D-Beschleunigungssensoren
in Sicherungsvorrichtungen zur Messung der Beschleunigungen in drei Raumrichtungen
zur Anwendung, deren Prinzip auf der Sensierung der Flugbahn oder von Lenkmanövern
basiert. Allerdings bedingt dieses Verfahren signifikante Flugbahnen bzw. die Durchführung
von bestimmten Lenkmanövern, um eindeutige Signale zu erhalten. Letzteres kann zu
einer Reduzierung der Schussweite führen sowie die Flugstabilität des Geschosses negativ
beeinträchtigen.
[0004] Aus der US-Druckschrift
US 5,265,539 ist ein Sensorelement einer Sicherungsvorrichtung für einen Zünder bekannt, der eine
zweite Umweltbedingung sensiert. Das Sensorelement weist hierzu zwei sensierende Spulen,
welche im Zünder im Geschosskörper angeordnet sind, und einen Dauermagneten im Treibkäfig
auf. Die erste Spule dient zur Induktionsmessung, d. h. dass durch die Änderung der
magnetischen Flussdichte bei Entfernen des Dauermagneten eine Änderung des elektrischen
Feldes bewirkt wird. Durch die zweite Spule wird eine Gradientenmessung durch Differenzmessung
zwischen der ersten und der zweiten Spule ermöglicht, wodurch äußere Störfelder kompensiert
werden. Im Treibkäfig ist ein korrespondierender Dipolmagnet angeordnet, so dass der
Abgang des Treibkäfigs als Änderung des Magnetfeldes sensierbar ist. Nachteil dieses
Sicherungselementes ist, dass der Einbau der Spulen im Geschosskörper konstruktiv
aufwändig ist und einen erhöhten Platzbedarf erfordert. Zudem sind bei einer derartigen
Anordnung Störsignale zu erwarten, beispielsweise durch das Verlassen des Waffenrohres
beim Schuss, die ggf. in der Größenordnung der zu messenden Signale sind. Das bei
diesem Verfahren erzeugte Signal für einen gewollten schussbedingten Abgang weist
im Vergleich zu einer manuellen ungewollten Ablösung nur eine geringe Differenz auf,
so dass dieses Signal zur Entsicherung eines Zünders als nicht hinreichend eindeutig
zu bewerten ist. Durch das Messen mit Magnetspulen ist eine Signalverstärkung erforderlich.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, die Sicherheit von Zündern, insbesondere
von Zündern in Unterkalibergeschossen, zu erhöhen und das Risiko einer ungewollten
Schärfung zu minimieren. Darüber hinaus sollen kostengünstige Möglichkeiten zur Realisierung
einer Sicherungsvorrichtung eines Zünders geschaffen werden.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 und des nebengeordneten
Verfahrens-Anspruchs 4 gelöst.
[0007] Ein Zünder eines Unterkalibergeschosses mit einem Geschosskörper, einem durchrutschenden
Führungsband und einem Treibkäfig bestehend aus Treibkäfigsegmenten besitzt hierzu
eine Sicherungsvorrichtung. Die Sicherungsvorrichtung weist mindestens ein Sicherungselement
zur Sensierung von Umweltbedingungen auf, derart ausgebildet, dass ein Signal erzeugbar
ist. Die Sicherungsvorrichtung weist mindestens eine Logikeinheit auf und ist derart
ausgebildet, dass mittels der Logikeinheit das Signal des Sicherungselementes auswertbar
und ein Entsicherungssignal zur Zünderentsicherung erzeugbar ist. Die Sicherungsvorrichtung
ist dadurch gekennzeichnet, dass ein erstes Sicherungselement ein Sensorelement und
mindestens einen Dauermagneten aufweist. Das Sensorelement weist einen Magnetsensor,
insbesondere einen magnetoresistiven (MR-) Sensor, im Geschosskörper auf. Der Dauermagnet
ist dem Magnetsensor korrespondierend und vom Magnetsensor radial erstreckend im Führungsband
angeordnet. Das erste Sicherungselement ist derart ausgebildet, dass eine Rotationsfrequenz
des Führungsbandes als erste Umweltbedingung sensierbar ist und ein erstes Signal
erzeugbar ist. Ein zweites Sicherungselement weist ebenfalls ein Sensorelement und
mindestens einen Dauermagneten auf. Das Sensorelement weist mindestens einen Magnetsensor,
insbesondere einen magnetoresistiven (MR-) Sensor, im Geschosskörper auf. Der Dauermagnet
ist dem Magnetsensor korrespondierend und vom Magnetsensor radial erstreckend in mindestens
einem Treibkäfigsegment angeordnet. Das zweite Sicherungselement ist derart ausgebildet,
dass der Abgang des Treibkäfigsegmentes als zweite Umweltbedingung sensierbar ist
und ein zweites Signal erzeugbar ist.
[0008] Beim Verschuss eines Unterkalibergeschosses aus einem gezogenen Rohr wird das Führungsband
durch die Felder und Züge des Rohres gepresst. Hierbei wird eine Rotation auf das
Führungsband übertragen, welches jedoch durchrutschend ausgeführt ist, so dass der
Geschosskörper selbst entdrallt bleibt. Die Rotation des Führungsbandes ist rohrspezifisch
und abhängig von der jeweiligen Ladung, d. h. der Anfangsgeschwindigkeit beim Schuss,
und entspricht einigen hundert Hertz. Diese Rotation ist derart spezifisch, dass sie
sich für die Verwendung als Umweltbedingung besonders gut eignet. Die Sensierung der
Rotation wird durch die Verwendung des MR-Sensors in Verbindung mit dem Dauermagneten
ermöglicht, da der MR-Sensor im entdrallten Geschosskörper sitzt und der Dauermagnet
im rotierenden Führungsband. Der MR-Sensor ändert bei Einwirkung eines äußeren Magnetfeldes
seinen Widerstandswert. Bei jeder vollständigen Umdrehung des durchrutschenden Führungsbandes
passiert der Dauermagnet den MR-Sensor, so dass aus der Zeitspanne der periodisch
erzeugten Widerstandsänderung eine Rotationsfrequenz des Führungsbandes berechnet
werden kann und somit als erste Umweltbedingung sensierbar ist. Die periodische Widerstandsänderung
bzw. der Widerstand über die Zeit liefert ein eindeutiges Signal, welches als erste
Umweltbedingung ein Kriterium für den Entsicherungsvorgang darstellt. Dieses Signal
ist derart spezifisch, dass das Risiko einer Manipulation nahezu ausgeschlossen ist.
Das Sensorelement ist hierbei als Grundbauteil für die Realisierung des elektrischen
Zündsystems zu verstehen, beispielsweise im Hinblick auf Stromversorgung und Signalverarbeitung
und -berechnung. Ein besonderer Vorteil ist weiterhin, dass über die gemessene Rotationsfrequenz
die Abgangsgeschwindigkeit des Unterkalibergeschosses zurückgerechnet werden kann.
Diese Information lässt sich in einem programmierbaren Zünder nutzen, um beispielsweise
für einen vorgegebenen Zeitraum eine Überflugsicherheit durch Verzögerung der Entsicherung
zu gewährleisten oder um einen Zündzeitpunkt der Wirkladung zu optimieren.
[0009] Verlässt das Unterkalibergeschoss beim Verschuss das Rohr, so erfolgt auf Grund des
auftretenden Windwiderstandes die Abtrennung des Treibkäfigs. Dabei wird dieser an
Sollbruchstellen in seine einzelnen Treibkäfigsegmente zerlegt, so dass der Geschosskörper
seinen flügelstabilisierten Flug beginnt. Der Abgang des Treibkäfigs eignet sich daher
besonders als zweite Umweltbedingung. Die Sensierung der zweiten Umweltbedingung mit
dem zweiten Sicherungselement wird ebenfalls durch die Verwendung mindestens eines
MR-Sensors ermöglicht, der sich im Geschosskörper befindet und durch das Vorhandensein
eines korrespondierenden Dauermagneten im Treibkäfig einen konstanten Widerstand liefert.
Der Abgang des Treibkäfigs und somit das Separieren des Dauermagneten von dem Magnetsensor
bewirkt eine zeitliche Änderung des Widerstandes innerhalb von Millisekunden und somit
ein eindeutiges Messsignal, welches das Sicherungselement als ein zweites Signal aus
einer zweiten Umweltbedingung für die Sicherungsvorrichtung verwerten kann.
[0010] Dadurch, dass MR-Sensoren in Dünnschichttechnologie aus Silizium-Wafern gefertigt
werden, sind die Bauteile sehr klein, so dass ihr Einbau mit wenig Konstruktionsaufwand
erfolgen kann. Sie zeichnen sich darüber hinaus durch eine sehr hohe Empfindlichkeit
gegenüber äußeren Magnetfeldern aus, so dass die Sensierung auch bei erhöhtem Abstand
zum korrespondieren Dauermagneten möglich ist. Dabei ist keine Verstärkung des Signals
erforderlich. Besonders auf Grund ihrer Widerstandsfähigkeit, beispielsweise bei Schockbelastungen,
und ihrer Langlebigkeit eignet sich der Einsatz in Munition besonders, insbesondere
da MR-Sensoren kostengünstig und in großen Stückzahlen herstellbar und handelsüblich
verfügbar sind.
[0011] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist das erste Sicherungselement
ein Sensorelement und mindestens zwei Dauermagnete auf. Die Dauermagnete sind dem
Magnetsensor korrespondierend und vom Magnetsensor radial erstreckend im vorgegebenen
Winkel zueinander angeordnet. Das erste Sicherungselement ist derart ausgebildet,
dass zwei Rotationsfrequenzen des Führungsbandes als Umweltkriterium sensierbar sind.
Durch die Anordnung der Dauermagnete im vorgegeben Winkel zueinander erhält man ein
eindeutiges, codiertes Signal, welches nur beim Passieren dieser Magnete erzeugt wird,
z. B. durch eine Positionierung radial um 45° versetzt. Dadurch ist eine Manipulation
durch Magnetfelder von außen nicht möglich und das Risiko einer ungewollten Entsicherung
minimiert.
[0012] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung gemäß dem Anspruch 3
weist die zweite Sicherungsvorrichtung ein Sensorelement und mehrere Dauermagnete
auf. Das Sensorelement weist Magnetsensoren, insbesondere MR-Sensoren, der Anzahl
der Treibkäfigsegmente entsprechend im Geschosskörper auf. Mindestens ein Dauermagnet
ist jeweils einem Magnetsensor korrespondierend und vom Magnetsensor radial erstreckend
jeweils in jedem Treibkäfigsegment angeordnet. Das zweite Sicherungselement ist derart
ausgebildet, dass der Abgang jedes Treibkäfigsegments als zweite Umweltbedingung sensierbar
ist. Durch eine derartige Anordnung ist für jedes Treibkäfigsegment einzeln der Abgang
und somit das Separieren des jeweiligen Dauermagneten von dem zugehörigen Magnetsensor
gegeben, was in jedem MR-Sensor eine Änderung des Widerstandes innerhalb von Millisekunden
bewirkt. Jedes einzelne Treibkäfigsegment liefert somit ein eindeutiges Messsignal,
welches als Umweltbedingung bewertet werden kann. Dies hat den Vorteil, dass bei Defekt
eines MR-Sensors die Funktion gewährleistet bleibt. Zudem stehen mehrere Signale zur
Auswertung zur Verfügung, deren zeitlicher Verlauf bewertet werden können. Dies erlaubt
beispielsweise ein Sicherheitsbackup, derart, dass das Sicherungselement ein zweites
Signal an die Logikeinheit nur sendet, wenn der Abgang der einzelnen Treibkäfigsegmente
in einem vorgegebenen Zeitfenster erfolgte. Dies stellt ein Manipulationsausschluss
dar, da beispielsweise das manuelle Ablösen aller Treibkäfigsegmente gleichzeitig
innerhalb einer Sekunde nahezu unmöglich ist.
[0013] Gemäß dem nebengeordneten Anspruch 4 umfasst ein Entsicherungsverfahren einer Sicherungsvorrichtung
für einen Zünder eines Unterkalibergeschosses mit den Merkmalen nach einem der Ansprüche
1 bis 3 folgende Schritte:
- Das erste Sicherungselement sensiert eine Rotationsfrequenz des Führungsbandes als
erste Umweltbedingung und sendet ein Rotationsfrequenz-Signal an die Logikeinheit
- die Logikeinheit führt einen ersten Soll-/Ist-Abgleich des Rotationsfrequenz-Signals
durch
- das zweite Sicherungselement sensiert einen Abgang des Treibkäfigsegmentes als zweite
Umweltbedingung und sendet mindestens ein Treibkäfig-Abgangs-Signal an die Logikeinheit
- die Logikeinheit führt einen zweiten Soll-/Ist-Abgleich des Treibkäfig-Abgangs-Signals
durch
- die Logikeinheit sendet ein Entsicherungssignal oder kein Entsicherungssignal zur
Zünderentsicherung.
[0014] Das Sensieren der Rotationsfrequenz durch das erste Sicherungselement und durch die
anschließende Auswertung des ersten Signals, des Rotationsfrequenz-Signals, durch
die Logikeinheit, in Verbindung mit dem Soll-/Ist-Abgleich gewährleistet, dass das
erste Signal tatsächlich einem Abschuss des Unterkalibergeschosses zuzuschreiben ist.
Gleiches gilt für die anschließende Bewertung des Treibkäfig-Abgangs-Signals, so dass
die Erzeugung eines Entsicherungssignals zur Zünderentsicherung erst nach dem Auftreten
der ersten und zweiten Umweltbedingung stattfindet und die Logikeinheit bei Diskrepanzen
der Soll- und Ist-Parameter eine Entsicherung verhindert. Dabei ist weiterhin vorteilhaft,
dass sich die Signale der Rotationsfrequenz sowie des Treibkäfig-Abgangs-Signals grundlegend
voneinander unterscheiden. Dadurch ist die Gefahr durch ein ungewolltes Entsichern
minimiert.
[0015] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist das Entsicherungsverfahren
mindestens ein erstes Zeitglied auf, derart, dass die Logikeinheit das Entsicherungssignal
zur Zünderentsicherung nur sendet, wenn das Treibkäfigsegment-Abgangs-Signal, also
das zweite Signal, nach dem Rotationsfrequenz-Signal, also nach dem ersten Signal,
innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters erfolgt. Da der Ablauf beim Verschuss der
Unterkalibermunition stets der gleichen Reihenfolge innerhalb eines Zeitfensters mit
geringen produktions- oder schussparameterbedingten Abweichungen erfolgt, stellt die
Vorgabe der Reihenfolge und des Zeitfenster eine Erhöhung der Zündersicherheit dar
und kann als hier bezeichnetes Zeitglied als zusätzliches Sicherheitskriterium genutzt
werden. Zudem ist die Implementierung eines zeitlichen Zusatzkriteriums einfach in
einer Logikeinheit umzusetzen, ohne die Kosten signifikant zu erhöhen.
[0016] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist das Entsicherungsverfahren
mindestens ein zweites Zeitglied auf, derart, dass die Logikeinheit das Entsicherungssignal
zur Zünderentsicherung nur sendet, wenn der Abgang jedes einzelnen Treibkäfigsegmentes
in einem vorgegebenen Zeitfenster erfolgt. Dies stellt einen Manipulationsausschluss
dar, da das manuelle Ablösen aller Treibkäfigsegmente gleichzeitig innerhalb beispielsweise
einer Sekunde nahezu unmöglich ist, bei einer reellen Schussabgabe jedoch in einem
definierten, sehr kurzen Zeitfenster erfolgt.
[0017] Weitere Vorteile sowie die schematische Darstellung der Erfindung sind der Figur
1 A und B zu entnehmen. Dabei zeigt Figur 1 A und B ein Unterkalibergeschoss im TeilLängsschnitt
mit rotierendem Führungsband (A) und Abgang des Treibkäfigs (B) und skizzierten Elementen
der erfindungsgemäßen Sicherungsvorrichtung sowie zugehörige Signale.
[0018] Die Figur 1 A und B zeigt in einer Prinzipskizze ein Unterkalibergeschoss im TeilLängsschnitt.
Das Unterkalibergeschoss 10 weist einen Geschosskörper 11, ein durchrutschendes Führungsband
12 und einen Treibkäfig 13 bestehend aus Treibkäfigsegmenten 13.1, 13.2, 13.3 auf.
Die Sicherungsvorrichtung für den Zünder 14 des Unterkalibergeschosses 10 weist mindestens
ein Sicherungselement zur Sensierung von Umweltbedingungen auf und ist derart ausgebildet,
dass ein Signal erzeugbar ist. Die Sicherungsvorrichtung weist mindestens eine Logikeinheit
auf, welche sich im Zünder 14 in der Geschossspitze befindet. Die Sicherungsvorrichtung
ist derart ausgebildet, dass mittels der Logikeinheit das Signal des Sicherungselementes
auswertbar und ein Entsicherungssignal zur Entsicherung des Zünders 14 erzeugbar ist.
Ein erstes Sicherungselement 21 weist ein Sensorelement 22 und mindestens einen Dauermagneten
23 auf. Das Sensorelement 22 weist einen Magnetsensor, insbesondere einen MR-Sensor,
im Geschosskörper 11 auf. Der Dauermagnet 23 ist dem Sensorelement 22 korrespondierend
und vom Sensorelement 22 radial erstreckend im Führungsband 12 angeordnet. Das erste
Sicherungselement 21 ist derart ausgebildet, dass eine Rotationsfrequenz des Führungsbandes
12 als erste Umweltbedingung sensierbar und ein erstes Signal 31 erzeugbar ist. Der
Pfeil in Figur 1 A kennzeichnet die Rotation des Führungsbandes 12. Das Signal entspricht
in der Skizze einer Sinuswelle, wobei eine vollständige Umdrehung des Führungsbandes
einer Periodenlänge entspricht. Sofern ein zweiter Dauermagnet z. B. 45° versetzt
im Führungsband angebracht wird, ergibt sich eine zweite Sinuswelle, welche dann zeitlich
versetzt zum ersten Signal folgt.
[0019] Ein zweites Sicherungselement 24 weist ein Sensorelement 22 und mindestens einen
Dauermagneten 23 auf. Das Sensorelement 22 weist mindestens einen Magnetsensor, insbesondere
einen MR-Sensor, im Geschosskörper 11 auf. Der Dauermagnet 23 ist dem Magnetsensor
korrespondierend und vom Magnetsensor radial erstreckend in mindestens einem Treibkäfigsegment
13.1 bis 13.3 angeordnet. Das zweite Sicherungselement 24 ist derart ausgebildet,
dass der Abgang des Treibkäfigsegmentes 13.1 bis 13.3 als zweite Umweltbedingung sensierbar
ist und mindestens ein zweites Signal 32 erzeugbar ist. Der Treibkäfig 13 besteht
aus drei Treibkäfigsegmenten 13.1, 13.2, 13,3. In jedem Treibkäfigsegment 13.1 bis
13.3 ist jeweils ein Dauermagnet angeordnet und jedem gegenüber befinden sich im Geschosskörper
11 jeweils Magnetsensoren als Bestandteil verbunden mit dem Sensorelement, jedoch
sind diese im Teil-Längsschnitt nicht sichtbar dargestellt. Die Pfeile in Figur 1
B kennzeichnen den Abgang der Treibkäfigsegmente 13.1 bis 13.3. Dementsprechend sind
drei Signale 32.1 bis 32.3 pro abgehenden Treibkäfigsegment dargestellt. Die beim
Abgang der jeweiligen Treibkäfigsegmente 13.1 bis 13.3 erzeugten Signale müssen hierbei
innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters 33 erfolgen. Über die Auswertung der negativen
Steigung der Signalflanke aus der Änderung des Widerstandes über die Zeit wird die
Ablösegeschwindigkeit der Segmente bestimmt und zusätzlich über einen Soll-/Ist-Abgleich
ausgewertet. Es ist zu erkennen, dass alle Signale innerhalb des vorgegebenen Zeitfensters
33 liegen.
[0020] Die Sensorelemente 22 als Bestandteil des ersten Sicherungselementes 21 und zweiten
Sicherungselementes 24 sind Microcontroller bzw. ein "System on the Chip", welche
mit der Logikeinheit des Zünders 14 unmittelbar verbunden sind. Die Logikeinheit ist
ein Teil des Zünders 14 und ist ebenfalls ein Microcontroller. Die Energieversorgung
der Microcontroller wird durch den Zünder 14 gewährleistet. Das erste Sicherungselement
21 sensiert als erste Umweltbedingung die Rotationsfrequenz des Führungsbandes 12.
Hierzu registriert der MR-Sensor des Sensorelementes 22 des ersten Sicherungselementes
21 bei einsetzender Rotation des Führungsbandes 12 eine Änderung des Widerstandes.
Aus der periodischen Widerstandsänderung wird durch das Sensorelement 22 ein Signal
erzeugt, welches das erste Sicherungselement 21 mittels Sensorelement 22 an die Logikeinheit
im Zünder 14 überträgt. Die Logikeinheit prüft dieses Signal über einen Soll-/Ist-Abgleich.
Entspricht das Signal dem Soll-Wert bzw. Soll-Signal, so wird das Signal des zweiten
Sicherungselementes 24 überprüft. Hierdurch ist ein erstes Zeitglied im Entsicherungsverfahren
enthalten. Das zweite Sicherungselement 24 sensiert als zweite Umweltbedingung den
Abgang der einzelnen Treibkäfigsegmente 13.1 bis 13.3. Hierzu registrieren die einzelnen
MR-Sensoren des Sensorelementes 22 des zweiten Sicherungselementes 24 jeweils eine
sprunghafte Änderung des Widerstandes. Das Sensorelement 22 errechnet hieraus drei
Signale 32.1 bis 32.3. Die Signale 32.1 bis 32.3 werden vom zweiten Sicherungselement
24 mittels Sensorelement 22 an die Logikeinheit im Zünder 14 übertragen. Die Logikeinheit
prüft diese Signale 32.1 bis 32.3 über einen Soll-/Ist-Abgleich. Zudem überprüft die
Logikeinheit, ob der Abgang jedes Treibkäfigsegmentes 13.1 bis 13.3 innerhalb eines
Zeitfensters 33 erfolgte und sendet ein Entsicherungssignal zur Entsicherung des Zünders
14 nur, wenn der Abgang der einzelnen Treibkäfigsegmente 13.1 bis 13.3 innerhalb des
vorgegeben Zeitfensters 33 liegt. Die MR-Sensoren im Geschosskörper 11 befinden sich
in der äußersten Peripherie der Geschossachse 15, so dass der Abstand von jedem Sensor
zum korrespondierenden Dauermagnet 23 möglichst gering ist. Damit ist der Dauermagnet
23 sowohl in den Treibkäfigsegmenten 13.1 bis 13.3 als auch im durchrutschenden Führungsband
12 in Geschosskörpernähe angeordnet. Hierdurch sind die äußeren Magnetfelder jeweils
dicht am korrespondierenden MR-Sensor angeordnet und ein signifikantes Signal erzeugbar.
Bezugszeichenliste
[0021]
- 10
- Unterkalibergeschoss
- 11
- Geschosskörper
- 12
- Führungsband
- 13
- Treibkäfig
- 13.1 - 13.3
- Treibkäfigsegmente
- 14
- Zünder
- 15
- Geschossachse
- 21
- erstes Sicherungselement
- 22
- Sensorelement
- 23
- Dauermagnet
- 24
- zweites Sicherungselement
- 31
- erstes Signal
- 32.1 - 32.3
- zweites Signal
- 33
- Zeitfenster
1. Sicherungsvorrichtung für einen Zünder eines Unterkalibergeschosses, mit folgenden
Merkmalen:
- das Unterkalibergeschoss weist einen Geschosskörper, ein durchrutschendes Führungsband
und einen Treibkäfig bestehend aus Treibkäfigsegmenten auf,
- die Sicherungsvorrichtung weist mindestens ein Sicherungselement zur Sensierung
von Umweltbedingungen auf und ist derart ausgebildet, dass ein Signal erzeugbar ist
- die Sicherungsvorrichtung weist mindestens eine Logikeinheit auf
- die Sicherungsvorrichtung ist derart ausgebildet, dass mittels der Logikeinheit
das Signal des Sicherungselementes auswertbar und ein Entsicherungssignal zur Zünderentsicherung
erzeugbar ist,
die Sicherungsvorrichtung ist
dadurch gekennzeichnet, dass:
a. ein erstes Sicherungselement ein Sensorelement und mindestens einen Dauermagneten
aufweist und
- das Sensorelement einen Magnetsensor, insbesondere einen magnetoresistiven Sensor,
im Geschosskörper aufweist und
- der Dauermagnet dem Magnetsensor korrespondierend und vom Magnetsensor radial erstreckend
im Führungsband angeordnet ist und
- das erste Sicherungselement derart ausgebildet ist, dass eine Rotationsfrequenz
des Führungsbandes als erste Umweltbedingung sensierbar ist und ein erstes Signal
erzeugbar ist,
b. ein zweites Sicherungselement ein Sensorelement und mindestens einen Dauermagneten
aufweist und
- das Sensorelement mindestens einen Magnetsensor, insbesondere einen magnetoresistiven
Sensor, im Geschosskörper aufweist und
- der Dauermagnet dem Magnetsensor korrespondierend und vom Magnetsensor radial erstreckend
in mindestens einem Treibkäfigsegment angeordnet ist und
- das zweite Sicherungselement derart ausgebildet ist, dass der Abgang des Treibkäfigsegmentes
als zweite Umweltbedingung sensierbar ist und ein zweites Signal erzeugbar ist.
2. Sicherungsvorrichtung nach dem Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das erste Sicherungselement ein Sensorelement und mindestens zwei Dauermagnete aufweist
und
- die Dauermagnete dem Magnetsensor korrespondierend und vom Magnetsensor radial erstreckend
im vorgegebenen Winkel zueinander angeordnet sind und
- das erste Sicherungselement derart ausgebildet ist, dass eine erste Rotationsfrequenz
und mindestens eine zeitlich versetzte zweite Rotationsfrequenz des Führungsbandes
als erste Umweltbedingung sensierbar ist.
3. Sicherungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das zweite Sicherungselement ein Sensorelement und mehrere Dauermagnete aufweist
und
- das Sensorelement Magnetsensoren, insbesondere magnetoresistive Sensoren, der Anzahl
der Treibkäfigsegmente entsprechend im Geschosskörper aufweist und
- mindestens ein Dauermagnet jeweils einem Magnetsensor korrespondierend und vom Magnetsensor
radial erstreckend jeweils in jedem Treibkäfigsegment angeordnet ist
- das zweite Sicherungselement derart ausgebildet ist, dass der Abgang jedes Treibkäfigsegmentes
als zweite Umweltbedingung sensierbar ist.
4. Entsicherungsverfahren einer Sicherungsvorrichtung für einen Zünder eines Unterkalibergeschosses
mit den Merkmalen nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das erste Sicherungselement eine Rotationsfrequenz des Führungsbandes als erste
Umweltbedingung sensiert und ein Rotationsfrequenz-Signal an die Logikeinheit sendet
- die Logikeinheit einen ersten Soll-/Ist-Abgleich des Rotationsfrequenz-Signals durchführt
- das zweite Sicherungselement einen Abgang des Treibkäfigsegmentes als zweite Umweltbedingung
sensiert und mindestens ein Treibkäfig-Abgangs-Signal an die Logikeinheit sendet
- die Logikeinheit einen zweiten Soll-/Ist-Abgleich des Treibkäfig-Abgangs-Signals
durchführt
- die Logikeinheit ein Entsicherungssignal oder kein Entsicherungssignal zur Zünderentsicherung
sendet.
5. Entsicherungsverfahren nach dem Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Entsicherungsverfahren mindestens ein erstes Zeitglied aufweist, derart, dass
die Logikeinheit das Entsicherungssignal zur Zünderentsicherung nur sendet, wenn das
Treibkäfig-Abgangs-Signal nach dem Rotationsfrequenz-Signal innerhalb eines vorgegebenen
Zeitfensters erfolgt.
6. Entsicherungsverfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Entsicherungsverfahren mindestens ein zweites Zeitglied aufweist, derart, dass
die Logikeinheit das Entsicherungssignal zur Zünderentsicherung nur sendet, wenn der
Abgang jedes Treibkäfigsegmentes in einem vorgegebenen Zeitfenster erfolgt.