(19)
(11) EP 2 752 841 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
09.07.2014  Patentblatt  2014/28

(21) Anmeldenummer: 13000054.0

(22) Anmeldetag:  07.01.2013
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
G10D 7/10(2006.01)
G10D 7/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(71) Anmelder: Linder, Markus
3204 Rosshäusern (CH)

(72) Erfinder:
  • Linder, Markus
    3204 Rosshäusern (CH)

   


(54) Alphorn


(57) Die Erfindung betrifft ein Alphorn mit einem Alphornrohr (101) aus Holz oder Kunststoff (101).
Um einen Einfluss auf das Klangbild des Alphorns zu schaffen, wird vorgeschlagen, dass ausserhalb des Alphornrohrs (101) ein zusätzliches Material (302) angeordnet ist, wobei das zusätzliche Material (302) ein anderes Material umfasst als
- das Material des Alphornrohrs (101),
- den Trieb einer Rotangpalme und
- einen Schutzlack.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Alphorn mit einem Alphornrohr aus Holz oder Kunststoff.

[0002] Das Alphorn, als traditionelles Instrument der Alpenländer, umfasst ein konisches Alphornrohr aus Holz oder Kunststoff, welches üblicherweise mit einem Peddigrohr umwickelt ist. Dies dient dem Schutz des Instrumentes und hat, wenn auch nur einen geringen, Einfluss auf die Tonqualität des Instrumentes. Das Peddigrohr stammt von der sogenannten Rotangpalme aus der Gattung Calamus und der Unterfamilie der Calamoideae. Die Sprossen dieser Palmenart sind etwa 50 - 150 cm lang, werden getrocknet und maschinell in Längsstreifen geschnitten und in diesem Zustand als Flecht - und Wickelrohr exportiert. Das Rohr des Alphorns wird mit diesem Peddigrohr umwickelt. Bei den meisten herkömmlichen Alphörnern wird zum Schutze des Holzes ein Lack aufgetragen, bei mit Peddigrohr umwickelten Alphörnern auf das Peddigrohr, bei nicht umwickelten Alphörnern direkt auf das Alphornrohr.

[0003] Herkömmliche Alphörner weisen alle ein ähnliches Klangbild auf. Es wäre jedoch wünschenswert, die Klangpalette zu erweitern.

[0004] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Alphorn der eingangs erwähnten Art anzugeben, bei welchem ein Einfluss geschaffen wird, um das Klangbild beeinflussen zu können.

[0005] Diese Aufgabe wird durch Patentanspruch 1 gelöst. Die abhängigen Patentansprüche beschreiben bevorzugte Ausführungsformen.

[0006] Die Erfindung schlägt also vor, dass ausserhalb des Alphornrohrs ein zusätzliches Material angeordnet ist, wobei das zusätzliche Material ein anderes Material umfasst als
  • das Material des Alphornrohrs,
  • den Trieb einer Rotangpalme und
  • einen Schutzlack.
Vorzugsweise umfasst das zusätzliche Material die Körperhülle eines Tieres also Leder, Fell, Haut oder Pelz. Dadurch kann auf besonders effektive Weise eine Veränderung des Klangbildes hervorgerufen werden.
Erfindungsgemäss kann eine derartige Verwendung mindestens eines zusätzlichen Materials einen Einfluss auf die Tongebung des Instrumentes und/oder auf den Klangcharakter des Alphorns haben.

[0007] Ein vorteilhafter Einfluss auf den Klangcharakter kann insbesondere dadurch erreicht werden, dass durch das zusätzliche Material eine äusserste Schicht des Alphorns um das Alphornrohr gebildet ist. Die Schicht mit dem zusätzlichen Material kann auch mit einem Schutzlack versehen sein, der zuäusserst auf dem Alphorn angeordnet ist. In dieser Ausführungsform wird das zusätzliche Material also in die Aussenschicht(en) des Instrumentenrohrs implementiert, um derart den Abschluss des Alphorns gegen aussen zu bilden. Die so gebildeten Aussenschicht(en) werden vorzugsweise direkt auf ein Peddigrohr oder an Stelle eines Peddigrohrs direkt auf das Holz- bzw. Kunststoffrohr aufgebracht.

[0008] Bevorzugte Materialen zur Beeinflussung des Klangcharakters umfassen Leder, Fell, Stoff, Gummi und/oder ein anderes natürliches oder künstliches Material als das Alphornrohr.

[0009] In einer ersten bevorzugten Ausführungsform ist das zusätzliche Material direkt auf dem Aussenumfang des Alphornrohrs angebracht. In einer zweiten bevorzugten Ausführungsform ist auf dem Alphornrohr ein Peddigrohr angebracht und das zusätzliche Material auf dem Aussenumfang des Peddigrohrs angebracht.

[0010] Vorzugsweise ist das zusätzliche Material durch Verleimung oder andere Klebetechnik angebracht. Zusätzlich oder alternativ kann das zusätzliche Material durch Wicklung, Bespannung oder andere Befestigungstechniken angebracht sein.

[0011] Vorzugsweise erstreckt sich das zusätzliche Material über mindestens die Hälfte, vorzugsweise über mindestens zwei Drittel, der Länge des Alphornrohres. Weiter bevorzugt erstreckt sich das zusätzliche Material im Wesentlichen über die Gesamtlänge des Alphornrohres.

[0012] Vorzugsweise weist das zusätzliche Material eine Schichtdicke von mindestens 0,1 mm, vorzugsweise von mindestens 0,5 mm, auf.

[0013] Gemäss einer bevorzugten Weiterbildung umfasst das Alphorn einen Schutzlack. Vorzugsweise ist der Schutzlack weder auf der Oberfläche des Alphornrohrs noch auf der Oberfläche eines Peddigrohrs angeordnet.

[0014] Nachfolgend ist die Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsformen unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert, anhand welchen sich weitere Eigenschaften und Vorteile der Erfindung ergeben. Dabei zeigen:
Fig. 1
ein Alphorn gemäss einer üblichen Ausführungsform;
Fig. 2
einen Abschnitt des konischen Alphornrohres eines Alphorns gemäss Fig. 1;
Fig. 3
einen Abschnitt des konischen Alphornrohres eines Alphorns gemäss Fig. 1 mit der Beschichtung eines zusätzlichen Materiales;
Fig. 4
einen Abschnitt des konischen Alphornrohres eines Alphorns gemäss Fig. 1 mit Peddigrohrwicklung; und
Fig. 5
einen Abschnitt des konischen Alphornrohres eines Alphorns gemäss Fig. 1 mit Peddigrohrwicklung und Beschichtung eines zusätzlichen Materiales.


[0015] Fig. 1 zeigt ein handelsübliches Alphorn mit einem konischen Alphornrohr 101 aus Holz oder Kunststoff. Das konische Alphornrohr 101 weist üblicherweise eine Länge von etwa zwei bis vier Metern auf. Am oberen Ende des konischen Alphornrohrs 101 ist eine Öffnung 102 zum Einsetzen eines Mundstücks vorhanden. An seinem unteren Ende mündet das konische Alphornrohr 101 in ein gebogenes Becherstück 103.

[0016] Fig. 2 zeigt eine Detailansicht eines Abschnitts 104 des konischen Alphornrohres 101 in der oberen Rohrhälfte, wie er in Fig. 1 angedeutet ist.

[0017] Fig. 3 zeigt eine erfindungsgemässe Weiterentwicklung des Alphorns, bei welchem ein entsprechender Rohrabschnitt 104 des konischen Alphornrohrs 101 mit einem zusätzlichen Material 302 umgeben ist. Das zusätzliche Material 302 umschliesst im Wesentlichen den gesamten Umfang des Rohrabschnitts 104. Das zusätzliche Material 302 erstreckt sich über mindestens zwei Drittel der Gesamtlänge des konischen Alphornrohrs 101.

[0018] Fig. 4 zeigt wiederum einen Abschnitt 104 des konischen Alphornrohrs 101 eines handelsüblichen Alphorns, welcher mit einem Peddigrohr 301 umwickelt ist.

[0019] Fig. 5 zeigt eine erfindungsgemässe Weiterentwicklung des mit einem Peddigrohr 301 umwickelten Alphorns. Dabei ist an einem entsprechenden Abschnitt 104 des konischen Alphornrohrs 101 das Peddigrohr 301 mit einem zusätzlichen Material 302 umgeben. Das zusätzliche Material 302 umschliesst im Wesentlichen den gesamten Umfang des Peddigrohrs 301, welches seinerseits den Rohrabschnitt 104 umschliesst. Das zusätzliche Material 302 erstreckt sich über mindestens zwei Drittel der Gesamtlänge des konischen Alphornrohrs 101.

[0020] Erfindungsgemäss kann durch die äussere Anbringung des zusätzlichen Materials 302 auf das konische Alphornrohr 101 das Klangbild des Alphorns beeinflusst werden.

[0021] Aus der vorangehenden Beschreibung sind dem Fachmann Abwandlungen des erfindungsgemässen Alphorns zugänglich, ohne den Schutzbereich der Erfindung zu verlassen, der alleine durch die Patentansprüche definiert ist.


Ansprüche

1. Alphorn mit einem Alphornrohr (101) aus Holz oder Kunststoff (101), dadurch gekennzeichnet, dass ausserhalb des Alphornrohrs (101) ein zusätzliches Material (302) angeordnet ist, wobei das zusätzliche Material (302) ein anderes Material umfasst als

- das Material des Alphornrohrs (101),

- den Trieb einer Rotangpalme und

- einen Schutzlack.


 
2. Alphorn nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass durch das zusätzliche Material (302) eine Schicht des Alphorns um das Alphornrohr (101) gebildet ist, die am äussersten auf dem Alphorn angeordnet ist oder deren Oberfläche mit einem Schutzlack versehen ist, der am äussersten auf dem Alphorn angeordnet ist.
 
3. Alphorn nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das zusätzliche Material (302) Leder und/oder Fell und/oder Stoff und/oder Gummi und/oder einen Kunststoff und/oder einen organischen Stoff umfasst.
 
4. Alphorn nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das zusätzliche Material (302) direkt auf dem Aussenumfang des Alphornrohrs (101) angebracht ist.
 
5. Alphorn nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Alphornrohr (101) ein Peddigrohr (301) angebracht ist und das zusätzliche Material (302) auf dem Aussenumfang des Peddigrohrs (301) angebracht ist.
 
6. Alphorn nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das zusätzliche Material (302) durch Verleimung oder andere Klebetechnik angebracht ist.
 
7. Alphorn nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das zusätzliche Material (302) durch Wicklung, Bespannung oder andere Befestigungstechniken angebracht ist.
 
8. Alphorn nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass sich das zusätzliche Material (302) über mindestens die Hälfte, vorzugsweise über mindestens zwei Drittel, der Länge des Alphornrohres (101) erstreckt.
 
9. Alphorn nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass sich das zusätzliche Material (302) im Wesentlichen über die Gesamtlänge des Alphornrohres (101) erstreckt.
 
10. Alphorn nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das zusätzliche Material (302) eine Schichtdicke von mindestens 0,1 mm, vorzugsweise von mindestens 0,5 mm, aufweist.
 
11. Alphorn nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Alphorn einen Schutzlack umfasst, wobei der Schutzlack weder auf der Oberfläche des Alphornrohrs (101) noch auf der Oberfläche eines Peddigrohrs (301) angeordnet ist.
 




Zeichnung







Recherchenbericht












Recherchenbericht