[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein mikrofluidisches Kanalsystem mit Blasenfängereinrichtung
sowie ein Verfahren zum Entfernen von Gasblasen mittels einer Blasenfängereinrichtung
in einem mikrofluidischen Kanalsystem.
Stand der Technik
[0002] In vielen Anwendungsbereichen werden mikrofluidische Kanalsysteme eingesetzt, beispielsweise
in der Analytik, in der medizinischen Diagnostik und beispielsweise auch für die Kultur
von Zellen oder von Geweben. Sogenannte Lab-on-a-Chip-Systeme erlauben es, komplexe
Analysen oder Reaktionen mit sehr geringen Mengen von Reagenzien auf einem einzigen
Chip durchzuführen. Die verschiedenen erforderlichen Reaktions- und Analysekammern
werden durch ein Kanalsystem realisiert. Auf diese Weise können beispielsweise molekulardiagnostische
Laboranwendungen miniaturisiert und automatisiert werden. Neben Kosteneinsparungen
und einer Reduzierung der Fehleranfälligkeit erlauben derartige mikrofluidische Kanalsysteme
die Durchführung von modernen Diagnostikmethoden beispielsweise auch in einer Arztpraxis
oder sogar bei einem Patienten zuhause.
[0003] In mikrofluidischen Systemen dominieren die Oberflächenkräfte gegenüber Volumenkräften,
so dass die Schwerkraft in der Regel keine Rolle spielt. Gegebenenfalls in der Flüssigkeit
vorhandene Gasblasen treiben in mikrofluidischen Systemen also nicht nach oben, sondern
werden mit der Flüssigkeit durch Kanäle und Kavitäten transportiert. Dies kann zu
Problemen führen, da durch die im System vorhandenen Gasblasen der Fluidfluss erheblich
beeinträchtigt werden kann und beispielsweise Sensoroberflächen oder Ähnliches blockiert
werden können, so dass sie nicht mehr mit Flüssigkeit benetzt werden.
[0004] Gasblasen in mikrofluidischen Systemen können auf unterschiedliche Weise entstehen.
Beispielsweise können sie mit den Reaktionsflüssigkeiten in das System eingebracht
werden oder sie entstehen durch Ausgasung innerhalb des Systems, beispielsweise bewirkt
durch Temperaturänderungen.
[0005] Um die Funktionsfähigkeit des mikrofluidischen Systems zu gewährleisten, ist es erforderlich,
derartige Gasblasen aus dem System zu entfernen. Hierzu wurde bereits vorgeschlagen,
gegebenenfalls vorhandene Gasblasen in einer Aufweitung eines mikrofluidischen Kanals
aufzufangen. Durch die Oberflächenkräfte neigen die Gasblasen dazu, an einer Aufweitungsstelle
hängenzubleiben, so dass sie aus dem Flüssigkeitsfluss herausgezogen werden können
und nicht mehr störend wirken. Eine weitere Möglichkeit ist, eine Aufweitung im Kanalsystem
mit einer Blockierungsstruktur am Auslass zu kombinieren. Die Gasblasen werden mit
Hilfe einer semipermeablen Membran, die für Gas durchlässig, jedoch für Flüssigkeiten
undurchlässig ist, durch ein Vakuum abgesaugt und aus dem Kanalsystem entfernt.
[0006] Die bekannten Verfahren und Vorrichtungen zur Entfernung von Gasblasen aus mikrofluidischen
Kanalsystemen haben entweder den Nachteil, dass die Entfernung von Gasblasen aus dem
System nur unzureichend erfolgt oder die Blasenfängervorrichtung ist verhältnismäßig
aufwendig, beispielsweise ist eine Vakuumpumpe zur Entfernung des Gasvolumens erforderlich,
so dass entsprechende Vorrichtungen verhältnismäßig teuer und damit nachteilig sind.
Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren
zum Entfernen von Gasblasen aus einem mikrofluidischen Kanalsystem bereitzustellen,
das Gasblasen zuverlässig aus der Flüssigkeit in einem mikrofluidischen Kanalsystem
entfernt und dabei gleichzeitig mit wenig Aufwand einsetzbar und im Betrieb sehr robust
ist.
[0007] Diese Aufgabe wird durch ein mikrofluidisches Kanalsystem mit einer Blasenfängereinrichtung
gelöst, wie es sich aus dem Anspruch 1 ergibt. Ein Verfahren zum Entfernen von Gasblasen
aus Flüssigkeiten in einem mikrofluidischen Kanalsystem ist Gegenstand des weiteren
unabhängigen Anspruchs. Bevorzugte Ausgestaltungen des mikrofluidischen Kanalsystems
mit der Blasenfängereinrichtung bzw. des Verfahrens zum Entfernen von Gasblasen ergeben
sich aus den abhängigen Ansprüchen.
Offenbarung der Erfindung
Vorteile der Erfindung
[0008] Das erfindungsgemäße mikrofluidische Kanalsystem umfasst eine Blasenfängereinrichtung,
wobei die Blasenfängereinrichtung wenigstens eine für Gas im Wesentlichen undurchlässige
und für Flüssigkeiten im Wesentlichen durchlässige semipermeable Membran umfasst.
Unter "im Wesentlichen" ist hierbei nachfolgend zu verstehen, dass die Membran unter
üblichen Laborbedingungen weitestgehend undurchlässig für Gas und weitestgehend durchlässig
für wässrige Flüssigkeiten ist. Die semipermeable Membran ist in der Einrichtung so
angeordnet, dass die Membran einen Zuleitungskanal für Flüssigkeiten und einen Auslasskanal
für Flüssigkeiten voneinander abgrenzt. In dem Bereich des Zuleitungskanals, der an
die semipermeable Membran grenzt, ist ein Blasenfängerraum vorgesehen ist. Dieser
Blasenfängerraum kann sehr klein ausgelegt sein und beispielsweise lediglich durch
eine sehr kleine Aufweitung des Zuleitungskanals gebildet sein. Der Blasenfängerraum
ist mit einem Überdruck beaufschlagbar, wobei beispielsweise in den Blasenfängerraum
ein pneumatischer Kanal mündet, über den der Blasenfängerraum mit einem Überdruck
beaufschlagt werden kann. Weiterhin geht von dem Blasenfängerraum ein Blasenauslasskanal
ab, über den zurückgehaltene Gasblasen abgeleitet werden können. Diese Anordnung ist
vorzugsweise als mehrschichtiger Aufbau realisiert, beispielsweise auf der Basis von
Polymeren, insbesondere Polycarbonat. Die Entfernung von in der Flüssigkeit enthaltenen
Gasblasen erfolgt so, dass die Flüssigkeit über den Zuleitungskanal bis zu der semipermeablen
Membran geführt wird. Durch das Anlegen eines Überdrucks wird die Flüssigkeit durch
die semipermeable Membran gedrückt, wobei aufgrund der Membraneigenschaften die Gasblasen
auf der Seite des Zuleitungskanals, also im sogenannten Blasenfängerraum, zurückgehalten
werden. Die von Gasblasen gereinigte Flüssigkeit kann durch die Membran und über den
Auslasskanal abfließen und einem weiteren fluidischen Netzwerk zugeführt werden. Das
zurückgehaltene Gasvolumen kann über den Blasenauslasskanal oder eine vergleichbare
Einrichtung abgezogen und aus dem System entfernt werden.
[0009] Als semipermeable Membran ist in besonderer Weise eine Membran aus Graphen geeignet,
die die genannten semipermeablen Eigenschaften aufweist. Eine solche Membran wurde
bereits
von Nair et al. (Science 335 (2012), pp 442-444) beschrieben. Die Membran kann beispielsweise aus Graphenoxiden hergestellt werden.
Die resultierende Membran ist für verschiedene Gase nicht durchlässig. Für Wasser
ist die Membran jedoch permeabel. Diese Membran wurde von Nair et al. allgemein im
Hinblick auf eine Eignung für die Filtration oder die Trennung von Gemischen beschrieben.
Im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung konnte von den Erfindern gezeigt werden,
dass eine solche Membran für die Verwendung in der Mikrofluidik und insbesondere als
Bestandteil des erfindungsgemäßen Blasenfängers besonders vorteilhaft ist, da sie
die geforderten semipermeablen Eigenschaften aufweist und aufgrund ihrer übrigen physikalischen
Eigenschaften sehr gut in der Blasenfängereinrichtung einsetzbar ist.
[0010] Die Übertragung des angelegten Überdrucks auf die Flüssigkeit kann vorteilhafterweise
mittels einer weiteren, auslenkbaren, insbesondere flexiblen Membran erfolgen. Geeignet
ist beispielsweise eine flexible Polymermembran, beispielsweise aus einem thermoplastischen
Elastomer. Die auslenkbare Membran ist so angeordnet und fixiert, dass sie beim Anlegen
eines Überdrucks eine Positionsveränderung erfährt, die das Volumen im Blasenfängerraum
verkleinert, wodurch die Flüssigkeit durch die semipermeable Membran gedrückt wird.
Die auslenkbare Membran ist hierbei insbesondere so angeordnet, dass sie zumindest
im Bereich des Blasenfängerraumes an der Innenwandung des Kanalsystems anliegt und
bei einem angelegten Überdruck in Richtung der semipermeablen Membran gedrückt wird.
[0011] Für den Betrieb des mikrofluidischen Kanalsystems mit der Blasenfängereinrichtung
ist es vorzugsweise vorgesehen, dass die verschiedenen Kanäle, also insbesondere der
Zuleitungskanal und/oder der Auslasskanal und/oder der Blasenauslasskanal und/oder
der pneumatische Zugang schaltbar sind. Vorteilhafterweise sind hierfür Ventile vorgesehen.
Die Ventile können beispielsweise in der externen Peripherie der Blasenfängereinrichtung
angeordnet sein, also im übrigen Kanalsystem, oder auch innerhalb des Kanalsystems
mit der Blasenfängereinrichtung, z.B. in Form von Membranventilen. Die Ventile können
die fluidischen Pfade zur externen Peripherie oder zu einem fluidischen Netzwerk öffnen
und schließen. Der Blasenauslasskanal kann über das Ventil mit einem offenen Auslass
verbunden sein. Das Ventil des Zuleitungskanals und das Ventil des Auslasskanals können
die Verbindung mit einem weiteren fluidischen Netzwerk herstellen. Der pneumatische
Zugang kann über ein Ventil mit einem pneumatischen Anschluss verbunden sein.
[0012] Wenn sich beim Betrieb des mikrofluidischen Kanalsystems mit der Blasenfängereinrichtung
an der semipermeablen Membran Gasvolumina ansammeln, steigt der Druck auf der Einlassseite
der semipermeablen Membran bei geschlossenem Blasenauslasskanal an, da kaum Flüssigkeit
durch die semipermeable Membran aufgrund des vorhandenen Gasvolumens fließen kann.
In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Blasenfängereinrichtung
ist daher zur Schaltung des Blasenauslasskanals ein Überdruckventil vorgesehen, das
bei einem bestimmten, insbesondere einem vorgebbaren und/oder einstellbaren Druck
automatisch öffnet, so dass die vorhandene Gasblase selbsttätig durch den Blasenauslasskanal
abgeleitet werden kann.
[0013] Das erfindungsgemäße mikrofluidische Kanalsystem weist gegenüber bekannten Blasenfängereinrichtungen
verschiedene Vorteile auf. Beispielsweise ist für die Blasenfängereinrichtung gemäß
der Erfindung nur ein sehr geringes Totvolumen als Blasenfängerraum erforderlich.
Im Gegensatz hierzu sind bei bekannten Blasenfängereinrichtungen deutlich größere
Totvolumen erforderlich, die zum Auffangen der Blasen benötigt werden. Diese Totvolumen
müssen für die Gesamtmenge der entsprechenden Flüssigkeit berücksichtigt werden, so
dass gerade in Anwendungsfällen mit sehr teuren Flüssigkeiten dies die Kosten des
Gesamtsystems erheblich erhöht. Dieser Nachteil ist bei dem erfindungsgemäßen Blasenfänger
nicht vorhanden, da das zusätzliche Volumen des Blasenfängerraumes gemäß der Erfindung
nahezu zu vernachlässigen ist. Zusätzlich kann der Inhalt des Blasenfängerraumes nahezu
vollständig durch das Auslenken der flexiblen Membran in das fluidische Netzwerk entleert
werden, sodass keine Flüssigkeit als nicht verwertbarer Rest zurückbleibt. Weiterhin
erfordert das erfindungsgemäße mikrofluidische Kanalsystem mit der Blasenfängereinrichtung
keine Vakuumpumpe zur Entfernung des Gasvolumens. Das Vorhalten von Vakuum trägt bei
herkömmlichen Systemen erheblich zu den Kosten und der Baugröße der Peripherie des
Kanalsystems bei, so dass herkömmliche Systeme im Hinblick auf die Kosten und auch
im Hinblick auf eine Portabilität mit erheblichen Nachteilen belastet sind. Das erfindungsgemäße
System kommt hingegen im Allgemeinen ohne Vakuum aus, so dass die Kosten für die Herstellung
und für den Betrieb des erfindungsgemäßen mikrofluidischen Kanalsystems deutlich niedriger
liegen und die Größe der gesamten Peripherie des erfindungsgemäßen mikrofluidischen
Kanalsystems ebenfalls deutlich kleiner als bei herkömmlichen Systemen ist. Der Betrieb
des Blasenfängers gemäß der Erfindung erfordert lediglich das zeitweise Anlegen eines
Überdrucks. Im Übrigen ergibt sich aus der erfindungsgemäßen Anordnung eine automatische
Pumpfunktion zur Entfernung der zurückgehaltenen Gasblasen, so dass auf eine weitere
Pumpe verzichtet werden kann. Mit diesem Funktionsprinzip können Gasblasen sehr schnell
und effizient aus einer Flüssigkeit in einem mikrofluidischen Kanalsystem entfernt
werden. In der Regel kann mit dem erfindungsgemäßen Blasenfänger das zurückgehaltene
Gas in wenigen Sekunden abgeleitet werden. Im Gegensatz hierzu dauert das Entfernen
von Gasblasen bei herkömmlichen Systemen wesentlich länger.
[0014] Das erfindungsgemäße mikrofluidische Kanalsystem ist für verschiedene Anwendungen
geeignet. Beispielsweise kann das erfindungsgemäße Kanalsystem für zellbiologische
und/oder analytische und/oder diagnostische Vorrichtungen eingesetzt werden. Besonders
geeignet ist es für sogenannte Lab-on-a-Chip-Systeme, bei denen auf kleinstem Raum
verschiedene chemische, biochemische oder biologische Reaktionen ablaufen können.
Im Prinzip kann das erfindungsgemäße mikrofluidische Kanalsystem für alle mikrofluidischen
Anwendungen eingesetzt werden, beispielsweise auch für die Zell- oder Gewebekultur
in kleinen Maßstäben.
[0015] Die Erfindung umfasst weiterhin ein Verfahren zum Entfernen von Gasblasen aus Flüssigkeiten
in einem mikrofluidischen Kanalsystem, bei dem wenigstens eine für Gas im Wesentlichen
undurchlässige und für Flüssigkeiten im Wesentliche durchlässige semipermeable Membran
eingesetzt wird, um Gasvolumina auf einer Seite der Membran zurückzuhalten, während
Flüssigkeiten die Membran passieren können. Erfindungsgemäß wird die Flüssigkeit mittels
Überdruck durch die semipermeable Membran gedrückt. Gegebenenfalls vorhandene Gasblasen
werden an der semipermeablen Membran zurückgehalten und durch einen Blasenauslasskanal
oder eine vergleichbare Einrichtung abgeleitet.
[0016] Als semipermeable Membran wird vorzugsweise eine Membran auf der Basis von Graphen,
insbesondere Graphenoxiden, eingesetzt.
[0017] Vorzugsweise wird die Flüssigkeit mithilfe einer weiteren, auslenkbaren, insbesondere
flexiblen Membran, die mittels des Überdrucks ausgelenkt wird, durch die semipermeable
Membran gedrückt. Die auslenkbare Membran ist hierbei insbesondere an der Innenwandung
des Kanalsystems im Bereich der Flüssigkeitszuleitung zu der semipermeablen Membran
derart befestigt, dass sie an der Innenwandung anliegt und bei einer Beaufschlagung
des Systems mit Überdruck eine Positionsveränderung erfährt, die zu einer Verkleinerung
des Innenvolumens des Kanalsystems und insbesondere des Blasenfängerraumes führt.
Hierdurch kann in besonders kontrollierter Weise die Flüssigkeit zuverlässig durch
die semipermeable Membran gedrückt werden, so dass gegebenenfalls vorhandene Gasblasen
von der Flüssigkeit abgetrennt und abgeleitet werden können.
[0018] Die an der semipermeablen Membran zurückgehaltenen Gasblasen werden vorzugsweise
durch ein Öffnen des Blasenauslasskanals abgeleitet, wobei das Öffnen insbesondere
mittels eines Ventils erfolgt. In besonders vorteilhafter Weise öffnet sich das Ventil
selbsttätig bei einem bestimmten Druck. Dem liegt zugrunde, dass der Druck in diesem
Bereich ansteigt, sobald sich ein Gasvolumen auf der Einlassseite der semipermeablen
Membran ansammelt, da hierdurch der Flüssigkeitstransport durch die semipermeable
Membran beeinträchtigt wird. Als Ventil für den Blasenauslasskanal wird demnach vorzugsweise
ein Überdruckventil eingesetzt, das bei einem vorgebbaren Druck selbsttätig öffnet.
[0019] Der Fluidfluss im mikrofluidischen Kanalsystem kann beispielsweise durch Druckdifferenzen
in dem oder den angeschlossenen fluidischen Netzwerk(en) angetrieben werden. In einer
besonders bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens und des erfindungsgemäßen
mikrofluidischen Kanalsystems ist es vorgesehen, dass der Fluidfluss im System durch
Positionsveränderungen einer auslenkbaren, insbesondere flexiblen Membran bewirkt
wird, die sozusagen eine Pumpfunktion übernimmt. Eine derartige flexible Membran kann
beispielsweise an der Innenwandung des Kanalsystems im Bereich der Flüssigkeitszuleitung
zu der semipermeablen Membran anliegen, wobei durch die Beaufschlagung mit Druck und/oder
bei einem Entlasten von Druck eine Positionsveränderung der Membran ausgelöst wird,
die die Flüssigkeit entsprechend verdrängt oder den Raum für die Flüssigkeit freigibt.
Hierfür geeignet ist insbesondere die auslenkbare Membran, die weiter oben bereits
beschrieben wurde.
[0020] Die Erfindung umfasst schließlich die Verwendung einer semipermeablen Membran, die
für Gas im Wesentlichen undurchlässig und für Flüssigkeiten im Wesentlichen durchlässig
ist, und die auf der Basis von Graphen, insbesondere Graphenoxiden, hergestellt ist,
für mikrofluidische Einrichtungen. Bezüglich weiterer Merkmale dieser Verwendung wird
auf die obige Beschreibung verwiesen.
[0021] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang mit den Zeichnungen. Hierbei können die
einzelnen Merkmale jeweils für sich oder in Kombination miteinander verwirklicht sein.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0022] In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen mikrofluidischen
Kanalsystems mit einer Blasenfängereinrichtung in Aufsicht;
- Fig. 2A-F
- Schnittdarstellung des mikrofluidischen Kanalsystems aus Fig. 1 entlang der Linie
AA' und
- Fig. 3
- Schnittdarstellung einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemäßen mikrofluidischen
Kanalsystems mit einer Blasenfängereinrichtung.
Beschreibung von Ausführungsbeispielen
[0023] Fig. 1 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen mikrofluidischen Kanalsystems
mit einer Blasenfängereinrichtung in Aufsicht, wobei sich diese Abbildung auf eine
schematische Darstellung des Bereichs der Blasenfängereinrichtung beschränkt. Neben
dem hier gezeigten Kanalsystem können weitere Kanäle oder Kanalsysteme oder fluidische
Netzwerke vorgesehen sein, die beispielsweise auf einem Chip angeordnet sind und die
eigentlichen Funktionalitäten des Kanalsystems, beispielsweise die Funktionalitäten
eines Lab-on-a-Chip-Systems, realisieren. Die in der Fig. 1 gezeigte Schnittdarstellung
zeigt gewissermaßen einen Ausschnitt aus einem mikrofluidischen Kanalsystem, das die
Funktionsweise der erfindungsgemäßen Blasenfängereinrichtung illustriert. Der zentrale
Bereich 10 deutet den Blasenfängerraum an, der als wesentliche Komponente eine semipermeable
Membran umfasst. Die semipermeable Membran ist für Gas im Wesentlichen undurchlässig
und für Flüssigkeiten im Wesentlichen durchlässig. Kern der Erfindung ist, dass die
Flüssigkeit im mikrofluidischen Kanalsystem, die erfindungsgemäß von Gasblasen befreit
wird, durch diese semipermeable Membran mithilfe eines Überdrucks gedrückt wird, so
dass Gasblasen an der semipermeablen Membran zurückgehalten werden und aus dem System
entfernt werden können. Dementsprechend ist ein Zuleitungskanal 21 für Flüssigkeiten,
der in den Bereich der Blasenfängereinrichtung 10 mündet, sowie ein Auslasskanal 22
vorgesehen, der die von Gasblasen befreite Flüssigkeit aus dem Bereich der Blasenfängereinrichtung
10 wegführt. Weiterhin ist ein pneumatischer Zugang 31 vorgesehen, über den der Bereich
10 der Blasenfängereinrichtung mit einem Überdruck beaufschlagt werden kann. Schließlich
ist ein Blasenauslasskanal 41 vorgesehen, über den die an der semipermeablen Membran
zurückgehaltenen Gasblasen abgeleitet und aus dem System entfernt werden können. Die
Kanäle 21, 22, 41 und der pneumatische Zugang 31 sind in dieser Ausführungsform über
Ventile 51, 52, 54 und 53 zu öffnen bzw. zu schließen, so dass die Blasenfängereinrichtung
gemäß der nachfolgenden Beschreibung betrieben werden kann.
[0024] Die dargestellte Blasenfängereinrichtung wird durch einen mehrschichtigen oder mehrlagigen
Aufbau realisiert, der in den Schnittdarstellungen der Fig. 2A-F entlang der Linie
AA' aus Fig. 1 näher dargestellt ist. Der Blasenfängerraum 10 sowie der Zuleitungskanal
21, der Auslasskanal 22, der pneumatische Zugang 31 und der Blasenauslasskanal 41
werden durch den mehrlagigen Aufbau aus den Polymersubstraten 101, 102 und 103 gebildet.
Die Basis dieser Anordnung bildet eine durchgehende Polymerschicht 104. Wesentliche
Komponente der gesamten Blasenfängereinrichtung ist die semipermeable Membran 11,
die in dieser Ausführungsform an der Basis des Blasenfängerraumes 10 angeordnet ist.
Die Ventile 51, 52, 53 und 54 sind in den Schnittdarstellungen der Fig. 2 nicht dargestellt.
Die Ventile können sich beispielsweise in der externen Peripherie des Kanalsystems
oder innerhalb des Systems, beispielsweise in Form von Membranventilen, befinden.
Die Ventile 51, 52, 53 und 54 öffnen und schließen die fluidischen Pfade zur externen
Peripherie oder zu einem fluidischen Netzwerk, das der erfindungsgemäßen Blasenfängereinrichtung
zugeordnet ist. In dieser Ausführungsform oberhalb des Blasenfängerraumes 10 ist der
pneumatische Zugang 31 angeordnet. Über diesen Zugang kann der Blasenfängerraum 10
mit einem Überdruck beaufschlagt werden, um das Fluid durch die semipermeable Membran
11 zu drücken. Dabei werden vorhandene Gasvolumina an der semipermeablen Membran 11
zurückgehalten und über den Blasenauslasskanal 41 abgeleitet. Der Blasenauslasskanal
41 kann beispielsweise mit einem offenen Auslass verbunden sein, der mit dem Ventil
54 zu öffnen oder zu schließen ist, so dass die aus dem Fluid entfernten Gasblasen
aus dem System entfernt werden können.
[0025] Als weitere Komponente ist in dieser Ausführungsform eine auslenkbare und flexible
Membran 201 vorgesehen, beispielsweise eine flexible Polymermembran. Diese flexible
Membran liegt an der Wandung oberhalb des Blasenfängerraumes 10 an und ist beweglich
gelagert, so dass sie sich außerhalb ihrer fest fixierten Bereiche in den Blasenfängerraum
10 hinein bewegen kann. Diese Bewegung nach unten wird durch das Anlegen eines Überdrucks
über den pneumatischen Zugang 31 bewirkt.
[0026] Die Darstellung in
Fig. 2A zeigt den Ausgangszustand, bei dem alle Ventile 51, 52, 53 und 54 geschlossen sind.
Die flexible Membran 201 liegt am oberen Polymersubstrat 103 an. In
Fig. 2B ist der Zustand gezeigt, bei dem der pneumatische Zugang durch Öffnen des Ventils
53 geöffnet und mit einem Überdruck belegt wird. Weiterhin wird der Blasenauslasskanal
41 geöffnet, so dass die flexible Membran 201 ausgelenkt wird und das unter ihr befindliche
Volumen durch den Blasenauslasskanal 41 nach außen verdrängt wird.
Fig. 2C zeigt den Zustand, nachdem der Blasenauslasskanal 41 durch Schließen des Ventils
54 geschlossen wurde. Der pneumatische Zugang 31 wird auf Atmosphäre gelegt und der
Zuleitungskanal 21 geöffnet, so dass sich die flexible Membran 201 entspannt und sich
zurück in ihren Ausgangszustand bewegt. Auf diese Weise wird Flüssigkeit 301 aus dem
fluidischen Netzwerk, mit dem der Zuleitungskanal 21 verbunden ist, in den Blasenfängerraum
10 eingesogen. Bei dieser Betriebsweise wirkt die flexible Membran 201 gewissermaßen
als Pumpe, um den Fluidfluss anzutreiben. Um diese Pumpfunktion noch zu verstärken,
kann der pneumatische Zugang 31 in diesem Stadium mit einem Vakuum beaufschlagt werden,
so dass sich die flexible Membran 201 noch besser an das Polymersubstrat 103 anlegt.
[0027] Fig. 2D illustriert den Zustand, bei dem die Flüssigkeit 301 durch die semipermeable Membran
11 gedrückt wird. Hierfür wird der Auslasskanal 22 geöffnet und der pneumatische Zugang
31 mit Überdruck belegt. Die flexible Membran 201 lenkt sich entsprechend aus und
verdrängt die Flüssigkeit durch die semipermeable Membran 11 in das fluidische Netzwerk,
das dem Auslasskanal 22 nachgeschaltet ist.
[0028] Fig. 2E illustriert den Fall, dass mit der Flüssigkeit 301 eine Gasblase 401 mit angesaugt
wird, die beim Passieren der semipermeablen Membran 11 an der Membran 11 aufgrund
von deren semipermeablen Eigenschaften zurückgehalten wird. Durch Öffnen des Blasenauslasskanals
41 kann das Gasvolumen durch diesen Kanal aus dem System entfernt werden und beispielsweise
über einen offenen Kanal in die Umgebung entlassen werden. Dieser Vorgang ist in der
Fig. 2F dargestellt, wobei die Verdrängung des Gasvolumens 401 durch den Blasenauslasskanal
41 durch den angelegten Überdruck, der zu einer Auslenkung der flexiblen Membran 201
in Richtung der semipermeablen Membran 11 führt, verstärkt wird.
[0029] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Blasenfängers
wird der Blasenauslasskanal 41 bzw. das Ventil 54 während des Durchdrückens der Flüssigkeit
durch die semipermeable Membran 11 zunächst geschlossen gehalten. Dies führt dazu,
dass der Druck auf der Einlassseite der semipermeablen Membran stark ansteigt, da
kaum Flüssigkeit durch die semipermeable Membran 11 fließen kann. Vorteilhafterweise
ist das Ventil 54, das den Blasenauslasskanal 41 verschließt, als Überdruckventil
ausgeführt, das sich bei einem einstellbaren Druck automatisch öffnet, so dass das
Gasvolumen 401 selbsttätig durch den Blasenauslasskanal 41 abgeleitet wird. In dem
Moment, in dem das Gasvolumen in den Blasenauslasskanal 41 verdrängt wird, wird die
semipermeable Membran 11 wieder mit Flüssigkeit benetzt, welche die Membran 11 durchdringen
kann. Dadurch fällt der Druck im Blasenfängerraum 10 wieder ab und das Auslassventil
54 schließt automatisch, bis der Durchlass über die Membran 11 von einer nächsten
Blase erneut blockiert wird.
[0030] Die beispielhaft erläuterte Funktionsweise der erfindungsgemäßen Blasenfängereinrichtung
nutzt die flexible Membran 201 auch für eine Pumpfunktion gemäß den Teilfiguren Fig.
2B und 2C, um den Fluidfluss in die Blasenfängereinrichtung anzutreiben. In anderen
Ausführungsformen kann der Fluidfluss allein durch Druckdifferenzen in den angeschlossenen
fluidischen Netzwerken angetrieben werden, so dass die flexible Membran 201 ausschließlich
für das Entfernen von Gasblasen aus dem Fluid gemäß den Teilfiguren Fig. 2E-F genutzt
wird.
[0031] Fig. 3 zeigt eine weitere Ausführungsform der Blasenfängereinrichtung gemäß der Erfindung,
wobei mit der vorherigen Ausführungsform vergleichbare Elemente mit den gleichen Bezugszeichen
bezeichnet sind. Hierbei ist eine weitere Polymerschicht 501 vorgesehen, die sich
in dieser Darstellung zwischen dem Polymersubstrat 102 und dem Polymersubstrat 101
befindet. Diese Ausführungsform hat Vorteile bei der Herstellung des Kanalsystems,
da hier die semipermeable Membran 11 beispielsweise mittels Laserdurchstrahlschweißen
über die Polymerschicht 501 an den Positionen 510 (beispielsweise ringförmig) fluiddicht
mit dem Polymersubstrat 102 verbunden werden kann.
[0032] Als Material für das mikrofluidische Kanalsystem mit der Blasenfängereinrichtung
können für die Polymersubstrate 101, 102 und 103 beispielsweise thermoplastische Werkstoffe
eingesetzt werden, beispielsweise auf der Basis von Polycarbonat, Polypropylen, Polyethylen,
Polymethylmethacrylaten, Cyclo-Olefin-Polymeren (COP) oder CycloOlefin-Copolymeren
(COC). Für die flexible Membran 201 können Elastomere, insbesondere thermoplastische
Elastomere, andere thermoplastische Werkstoffe oder Heißklebefolien eingesetzt werden.
Auch für die Polymerschicht 501 eignen sich Polymerfolien, beispielsweise selbstklebende
Polymerfolien. Die semipermeable Membran 11 besteht vorzugsweise aus Graphen-basierten
Materialien, insbesondere aus Graphenoxiden.
[0033] Der mehrschichtige Aufbau des Kanalsystems kann vorteilhafterweise durch Laserdurchstrahlschweißtechniken
hergestellt werden, beispielsweise kann das Polymersubstrat 101 mit der semipermeablen
Membran 11 verschweißt werden. In der Ausführungsform gemäß Fig. 3 kann die Polymerschicht
501 mit der semipermeablen Membran 511 verschweißt werden. In vergleichbarer Weise
ist auch das Kleben der Polymerschichten untereinander und mit der flexiblen Membran
11 möglich sowie beispielsweise ein Verschweißen mittels Ultraschall.
[0034] Das erfindungsgemäße mikrofluidische Kanalsystem mit der Blasenfängereinrichtung
kann in verschiedenen Dimensionen genutzt werden. Beispielhafte Abmessungen in Bezug
auf die Dicke der Polymersubstrate sind beispielsweise 0,1 bis 10 mm. Der Durchmesser
der verschiedenen Kanäle in den Polymersubstraten kann beispielsweise zwischen 200
µm bis 3 mm vorgesehen sein. Die Dicke der flexiblen Membran 201 und auch die Dicke
der semipermeablen Membran 11 kann beispielsweise zwischen 5 und 500 µm gewählt werden.
Als laterale Abmessungen des gesamten Kanalsystems können beispielsweise Bereiche
zwischen 10 x 10 bis 200 x 200 mm
2 vorgesehen sein.
1. Mikrofluidisches Kanalsystem mit einer Blasenfängereinrichtung, wobei die Blasenfängereinrichtung
wenigstens eine für Gas im Wesentlichen undurchlässige und für Flüssigkeiten im Wesentlichen
durchlässige semipermeable Membran (11) umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass die semipermeable Membran (11) einen Zuleitungskanal (21) für Flüssigkeiten und einen
Auslasskanal (22) für Flüssigkeiten voneinander abgrenzt, wobei in dem Bereich des
Zuleitungskanals (21), der an die semipermeable Membran (11) grenzt, ein Blasenfängerraum
(10) vorgesehen ist, der mit einem Überdruck beaufschlagbar ist und wobei von dem
Blasenfängerraum (10) ein Blasenauslasskanal (41) zur Ableitung von Gasblasen (401)
abgeht.
2. Mikrofluidisches Kanalsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die semipermeable Membran auf der Basis von Graphen, insbesondere Graphenoxiden,
herstellt ist.
3. Mikrofluidisches Kanalsystem nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass weiterhin eine auslenkbare, insbesondere flexible Membran (201) vorgesehen ist, die
zumindest im Bereich des Blasenfängerraumes (10) in einer Ausgangsposition an der
Innenwandung des Kanalsystems anliegt und bei der Beaufschlagung des Systems mit Überdruck
eine Volumenverkleinerung zumindest des Blasenfängerraumes (10) bewirkt.
4. Mikrofluidisches Kanalsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Zuleitungskanal (21) und/oder der Auslasskanal (22) und/oder der Blasenauslasskanal
(41) und/oder ein pneumatische Zugang (31) schaltbar sind, wobei vorzugsweise Ventile
(51, 52, 53, 54) vorgesehen sind.
5. Mikrofluidisches Kanalsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Schaltung des Blasenauslasskanals (41) ein Überdruckventil (54) vorgesehen ist.
6. Mikrofluidisches Kanalsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kanalsystem für zellbiologische und/oder analytische und/oder diagnostische Vorrichtungen,
insbesondere für Lab-on-a-Chip-Systeme, vorgesehen ist.
7. Verfahren zum Entfernen von Gasblasen (401) aus Flüssigkeiten in einem mikrofluidischen
Kanalsystem unter Verwendung von wenigstens einer für Gas im Wesentlichen undurchlässigen
und für Flüssigkeiten im Wesentlichen durchlässigen semipermeablen Membran (11), dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeit (301) mittels Überdruck durch die semipermeable Membran (11) gedrückt
wird, wobei gegebenenfalls vorhandene Gasblasen (401) an der semipermeablen Membran
(11) zurückgehalten werden und wobei die Gasblasen (401) insbesondere durch einen
Blasenauslasskanal (41) abgeleitet werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die semipermeable Membran auf der Basis von Graphen, insbesondere Graphenoxiden,
hergestellt ist.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass weiterhin eine auslenkbare, insbesondere flexible Membran (201) vorgesehen ist, die
in einer Ausgangsposition an der Innenwandung des Kanalsystems im Bereich der Flüssigkeitszuleitung
zu der semipermeablen Membran (11) anliegt und wobei die Beaufschlagung des Systems
mit Überdruck eine Positionsveränderung der flexiblen Membran (201) und damit eine
Verkleinerung des Innenvolumens bewirkt, wodurch die Flüssigkeit (301) durch die semipermeable
Membran (11) gedrückt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Ableiten von zurückgehaltenen Gasblasen (401) an der semipermeablen Membran (11)
durch ein Öffnen des Blasenauslasskanals (41) erfolgt, wobei sich der Blasenauslasskanal
(41) vorzugsweise selbsttätig bei einem bestimmten Überdruck öffnet.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Fluidfluss im mikrofluidischen Kanalsystem durch Druckdifferenzen in dem oder
den angeschlossenen fluidischen Netzwerk(en) angetrieben wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Fluidfluss im mikrofluidischen Kanalsystem durch Positionsveränderungen einer
auslenkbaren, insbesondere flexiblen Membran (201), die in einer Ausgangsposition
an der Innenwandung des Kanalsystems im Bereich der Flüssigkeitszuleitung zu der semipermeablen
Membran (11) anliegt, angetrieben wird, wobei die Positionsveränderung der flexiblen
Membran (201) durch ein Beaufschlagen mit Druck und/oder ein Entlasten von Druck bewirkt
wird.
13. Verwendung einer semipermeablen Membran, die für Gas im Wesentlichen undurchlässig
und für Flüssigkeiten im Wesentlichen durchlässig ist, und die auf der Basis von Graphen,
insbesondere Graphenoxiden, hergestellt ist, für mikrofluidische Einrichtungen.