Technisches Anwendungsgebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verbesserung der Benetzbarkeit
einer rotierenden Elektrode mit einem flüssigen Medium in einer Gasentladungslampe,
insbesondere zur Erzeugung von EUV-Strahlung oder weicher Röntgenstrahlung, in der
das flüssige Medium auf eine Randfläche der rotierenden Elektrode aufgebracht wird.
Die Erfindung betrifft auch eine Gasentladungslampe, bei der mindestens eine der Elektroden
eine gemäß dem Verfahren verbesserte Benetzbarkeit aufweist.
[0002] Das vorgeschlagene Verfahren sowie die zugehörige Gasentladungslampe lassen sich
bspw. in Anwendungen einsetzen, in denen Strahlung im extrem ultravioletten Spektralbereich
(EUV) oder im Bereich der weichen Röntgenstrahlung benötigt wird, d.h. im Wellenlängenbereich
zwischen etwa 1 nm und 20 nm. Dies betrifft bspw. die EUV-Lithographie oder die Messtechnik.
Stand der Technik
[0003] Aus der
WO 2005/025280 A2 ist eine Gasentladungslampe zur Erzeugung von EUV-Strahlung oder weicher Röntgenstrahlung
bekannt, bei der die Gasentladung in einem Metalldampf zwischen zwei rotierenden Elektroden
erzeugt wird. Hierzu wird das geschmolzene Metall auf die rotierenden Elektroden aufgebracht
und am Ort der Entladung durch einen Laserstrahl verdampft. Die beiden kreisscheiben-
bzw. radförmig ausgebildeten Elektroden tauchen zur Aufnahme des Metalls in Container
mit dem flüssigen Metall ein. Sie müssen aus einem Trägermaterial bestehen, das mit
dem flüssigen Metall benetzt werden kann, z.B. aus Wolfram. Durch die Rotation der
Elektroden wird gewährleistet, dass die komplette Randfläche der Elektroden und auch
der größte Teil der Seitenflächen mit dem flüssigen Metall benetzt werden. Aus technologischen
Gründen wird eine Dicke des flüssigen Metallfilms auf den Elektroden angestrebt, die
zum einen hinreichend dünn ist, um die Ablösung von Tröpfchen bei hohen Rotationsgeschwindigkeiten
der Elektroden zu vermeiden, und zum anderen hinreichend dick, um die thermische Belastung
des Trägermaterials zu reduzieren und die Oberfläche gegen die Entladung zu schützen.
In der Praxis wird daher am Ort der Entladung bzw. des Plasmas eine Dicke des flüssigen
Metallfilms um 10 µm bis zu einigen 10 µm angestrebt. Diese Dicke wird in der Regel
durch geeignete Abstreifer an den Seiten- und Randflächen der Elektroden kontrolliert.
Die kritische Dicke des flüssigen Metallfilms am Ort des Plasmas hängt dann von der
Einstellung der Abstreifer, der Geometrie der Elektroden sowie der Rotationsgeschwindigkeit
ab.
[0004] Aus der
WO 2012/007146 A1 ist ein Verfahren zur Verbesserung der Benetzbarkeit der Elektroden einer Gasentladungslampe
bekannt, bei der die Elektroden zunächst in einem Vorbehandlungsschritt in Kontakt
mit dem flüssigen Metall und anschließend bei einer Temperatur oberhalb von 800°C
wärmebehandelt werden, um eine Verbindung des Trägermaterials der Elektrode und des
flüssigen Metalls in einer Oberflächenschicht zu erreichen. Auch eine Abscheidung
eines die Benetzbarkeit verbessernden zusätzlichen Materials wird vorgeschlagen.
[0005] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Verfahren zur Verbesserung
der Benetzbarkeit einer rotierenden Elektrode in einer Gasentladungslampe sowie eine
Gasentladungslampe mit einer gut benetzbaren rotierbaren Elektrode anzugeben, die
keine thermische Vorbehandlung der Elektrode mit dem aufzubringenden flüssigen Medium
erfordern.
Darstellung der Erfindung
[0006] Die Aufgabe wird mit dem Verfahren und der Vorrichtung gemäß den Patentansprüchen
1 und 7 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen des Verfahrens sowie der Vorrichtung
sind Gegenstand der abhängigen Patentansprüche oder lassen sich der nachfolgenden
Beschreibung sowie den Ausführungsbeispielen entnehmen.
[0007] Bei dem vorgeschlagenen Verfahren wird die Randfläche der rotierenden Elektrode der
Gasentladungslampe, auf die das flüssige Medium aufgebracht wird, durch äußere Bearbeitung
mikrostrukturiert. Diese Mikrostrukturierung kann sich über die gesamte Randfläche
der Elektrode oder auch nur über den Bereich erstrecken, von dem das flüssige Medium
für die Gasentladung verdampft wird. Bei dem flüssigen Medium handelt es sich vorzugsweise
um ein flüssiges Metall. Unter der Randfläche der Elektrode ist hierbei die im Abstand
um die Rotationsachse umlaufende äußere Fläche zu verstehen, die sich zwischen den
sich gegenüber liegenden Seitenflächen erstreckt. Vorzugsweise sind die Elektroden
kreisscheibenförmig bzw. radförmig ausgebildet. Die Randfläche selbst kann auch ein
makroskopisches Profil, bspw. eine Stufenform, im Querschnitt parallel zur Rotationsachse
aufweisen.
[0008] Die Mikrostrukturierung der Randfläche der Elektrode erfolgt beim vorgeschlagenen
Verfahren durch äußere Bearbeitung, bspw. durch mechanische Bearbeitung der Oberfläche
oder durch Bearbeitung mit energetischer Strahlung, vorzugsweise durch Bearbeitung
mit einem oder mehreren Laserstrahlen. Selbstverständlich können für die Strukturierung
auch andere Arten von energetischer Strahlung, bspw. Ionenstrahlen oder Elektronenstrahlen
eingesetzt werden.
[0009] Die Strukturdimensionen der erzeugten Mikrostruktur werden vorzugsweise so gewählt,
dass zumindest die Tiefe oder die Breite oder die Länge der Strukturen ≤ 300 µm beträgt.
Die Mikrostruktur soll die Haftung des flüssigen Mediums auf dem Trägermaterial, d.h.
dem Oberflächenmaterial der Elektrode, verbessern. Die Strukturdimensionen müssen
dann so gewählt werden, dass die Kapillarkräfte für das flüssige Medium so groß werden,
dass sie die Haftung des flüssigen Mediums auf der Randfläche gegenüber einer glatten
Randfläche erhöhen. Für eine Abschätzung geeigneter Dimensionen kann bspw. die sog.
Bond-Konstante B herangezogen werden, die das Verhältnis der Kapillarkräfte zu den
von außen wirkenden Kräften, wie bspw. der Schwerkraft oder der Fliehkraft bei einem
rotierenden System, beschreibt. Die Bond-Konstante B ist gegeben durch:

[0010] Dabei entsprechen ρ der Dichte des flüssigen Mediums, r der typischen Strukturgröße
bzw. Strukturdimension, a der Beschleunigung und σ der Oberflächenspannung des flüssigen
Mediums. Bei dem vorgeschlagenen Verfahren sowie der vorgeschlagenen Gasentladungslampe
sollten die Kapillarkräfte sehr viel größer als die Fliehkraft auf der rotierenden
Elektrode sein, d.h. vorzugsweise B << 1. Im Folgenden wird beispielhaft für diesen
Fall die Strukturgröße r beim Einsatz von flüssigem Zinn als flüssigem Medium abgeschätzt.
Flüssiges Zinn weist eine Oberflächenspannung von σ = 500 mN/m und eine Dichte von
ρ = 7,0 g/cm
3 auf. Für den Anwendungsfall einer drehenden, mit Zinn benetzten Elektrode mit einem
typischen Radius R = 10 cm und einer Rotationsfrequenz von f = 10 Hz ergibt sich eine
Beschleunigung an der Randfläche der Elektrode von a = (2 πf)
2 *R = 395 m/s
2. Die Bedingung B << 1 führt dann mit den angegebenen Materialkonstanten für flüssiges
Zinn zu einer typischen Strukturgröße r << 300 µm. Dieser Wert von 300 µm kann als
obere Grenze angesehen werden. Die bevorzugte Strukturgröße bzw. Strukturdimension
auf der Randfläche der Elektrode wird daher in diesem Fall im Bereich von 10 µm oder
einiger 10 µm bis wenige 100 µm gewählt.
[0011] Bei dem vorgeschlagenen Verfahren und der zugehörigen Vorrichtung wird ausgenutzt,
dass Strukturen mit Abmessungen von wenigen µm ein anderes Oberflächenverhalten als
glatte Flächen zeigen. Die Mikrostrukturierung beeinflusst vor allem die Benetzbarkeit
von flüssigkeitstragenden Bauteilen. Durch die Strukturierung der rotierenden Elektroden
wird eine funktionalisierte Oberfläche im Mikromaßstab erhalten, die die Benetzung
und Haftung eines flüssigen Mediums auf dieser Oberfläche gegenüber einer glatten
Oberfläche erhöht. Die Struktur kann dabei auch so gewählt werden, dass sie den Flüssigkeitsfluss
bei der Rotation steuert, bspw. in eine bestimmte Vorzugsrichtung lenkt oder für eine
gleichmäßige Verteilung über der Fläche sorgt.
[0012] Die Mikrostruktur wird vorzugsweise so erzeugt, dass sie ein periodisches oder regelmäßiges
geometrisches Muster aufweist. Beispielsweise kann eine Mikrostruktur mit kreuzförmigen,
wabenförmigen, trapezförmigen, pyramidenförmigen, kreisförmigen, ringförmigen und/oder
linienförmigen Erhöhungen und/oder Vertiefungen erzeugt werden. Selbstverständlich
ist diese Aufzählung nicht abschließend. Die Form der Mikrostruktur wird vielmehr
so gewählt, dass sie jeweils die gewünschten Anforderungen erfüllt, bspw. neben der
verbesserten Haftung auch eine schnelle Verteilung des flüssigen Mediums über der
Oberfläche ermöglicht. In jedem Falle führt die Mikrostrukturierung zu einer verbesserten
Benetzbarkeit und Haftung des Flüssigkeitsfilms auf der Randfläche der rotierenden
Elektrode und ermöglicht damit höhere Drehfrequenzen und eine wiederum höhere Leistungseinkopplung
am Elektrodensystem. Über die Mikrosturkurierung kann damit auch eine verbesserte
Kontrolle der Filmdicke und eine homogene Verteilung des flüssigen Mediums auf der
Elektrode erreicht werden. Eine homogenere Verteilung des flüssigen Mediums führt
auch gleichzeitig zu einer Erhöhung der Standzeit des Elektrodensystems bzw. der Gasentladungslampe,
in der das Elektrodensystem zum Einsatz kommt.
[0013] Bei dem vorgeschlagenen Verfahren und der vorgeschlagenen Gasentladungslampe können
auch die Seitenflächen oder zumindest an die Randfläche angrenzende Bereiche der Seitenflächen
entsprechend mikrostrukturiert werden. Hierfür werden vorzugsweise die Seitenflächen
mit einer anderen Mikrostruktur versehen als die Randflächen. Eine unterschiedliche
Strukturierung ist auch in unterschiedlichen Bereichen der Randfläche möglich, insbesondere
eine andere Mikrostrukturierung in dem Bereich, in dem das flüssige Medium durch einen
Laserstrahl verdampft wird, als in den restlichen Bereichen.
[0014] Die vorgeschlagene Vorrichtung zur Erzeugung von Strahlung durch eine elektrisch
betriebene Entladung, in der vorliegenden Patentanmeldung als Gasentladungslampe bezeichnet,
weist zwei Elektroden auf, die an einer Stelle einen geringen Abstand für die Bildung
einer Entladungsstrecke aufweisen und von denen mindestens eine Elektrode um eine
durch ein Zentrum der Elektrode verlaufende Achse rotierbar gelagert und antreibbar
ist. Vorzugsweise sind beide Elektroden entsprechend als Elektrodenräder ausgebildet
und rotierbar gelagert. Die Vorrichtung weist auch eine entsprechende Einrichtung
zum Aufbringen eines flüssigen Mediums auf eine Randfläche der einen oder beiden Elektroden
auf. In einer Ausgestaltung umfasst diese Einrichtung ein Reservoir oder Behältnis
mit dem flüssigen Medium, in das die jeweilige Elektrode eintaucht. Durch die Rotation
nimmt die Elektrode dann das flüssige Medium auf der Randfläche auf und transportiert
es zum Ort der Entladung. Selbstverständlich stehen auch andere Möglichkeiten zum
Aufbringen des flüssigen Mediums auf die Oberfläche der Elektrode zur Verfügung, bspw.
über eine Düse oder über eine speziell an das Elektrodenrad angepasste Teilumrandung.
Die Vorrichtung kann dabei in gleicher Weise ausgestaltet sein, wie bspw. die in der
Beschreibungseinleitung genannte Gasentladungslampe der
WO 2005/025280 A2. Die Vorrichtung umfasst dabei in bekannter Weise selbstverständlich auch eine Einrichtung
zur Erzeugung der elektrischen Entladung über die beiden Elektroden sowie eine Einrichtung
zur Verdampfung des flüssigen Mediums am Ort der Entladung, beispielsweise eine Lasereinheit.
Bei der vorgeschlagenen Vorrichtung weist die Randfläche der mindestens einen Elektrode
eine durch gezielte äußere Bearbeitung erzeugte Mikrostruktur auf. Diese Mikrostruktur
und ihre möglichen Ausgestaltungen wurden bereits im Zusammenhang mit dem vorgeschlagenen
Verfahren erläutert, so dass an dieser Stelle nicht mehr näher darauf eingegangen
wird. Dies betrifft auch die Seitenflächen der mindestens einen rotierbaren Elektrode,
die ebenfalls entsprechend mikrostrukturiert sein können.
[0015] Das vorgeschlagene Verfahren sowie die vorgeschlagene Gasentladungslampe kommen vorzugsweise
in Bereichen zum Einsatz, in denen EW-Strahlung oder weiche Röntgenstrahlung erzeugt
werden müssen. Durch die verbesserte Benetzbarkeit der rotierenden Elektrode bzw.
Elektroden wird eine höhere Effizienz der Strahlungserzeugung ermöglicht. Die verbesserte
Benetzbarkeit kann selbstverständlich auch noch durch zusätzliche Maßnahmen, bspw.
eine zusätzliche Plasmabehandlung, erhöht werden, wie sie aus dem Stand der Technik
bekannt sind.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0016] Das vorgeschlagene Verfahren und die zugehörige Vorrichtung werden nachfolgend anhand
von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit den Zeichnungen nochmals näher erläutert.
Hierbei zeigen:
- Fig. 1
- ein Beispiel für eine Gasentladungslampe, die gemäß der vorgeschlagenen Erfindung
ausgestaltet sein kann;
- Fig. 2
- zwei Beispiele für das Querschnittsprofil eines Elektrodenrades einer derartigen Gasentladungslampe;
- Fig. 3
- verschiedene Beispiele für geometrische Muster der Mikrostruktur auf der Rand- oder
den Seitenflächen der Elektroden;
- Fig. 4
- drei Beispiele für eine linien- oder grabenförmige Mikrostruktur im Querschnitt; und
- Fig. 5
- zwei Beispiele einer Mikrostrukturierung der Seitenflächen der Elektroden in Draufsicht
auf die Seitenflächen.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0017] Das vorgeschlagene Verfahren zur Verbesserung der Benetzbarkeit der rotierenden Elektroden
kann bspw. bei einer Gasentladungslampe zur Erzeugung von EUV-Strahlung oder weicher
Röntgenstrahlung zum Einsatz kommen, wie sie schematisch in Figur 1 angedeutet ist.
Diese Gasentladungslampe weist zwei Elektrodenräder 1, 2 (Kathode, Anode) auf, die
in geringem Abstand zueinander angeordnet sind, so dass sie an einer Stelle einen
Spalt für eine Entladungsstrecke bilden. Die beiden Elektrodenräder 1, 2 rotieren
während des Betriebs der Gasentladungslampe um ihre Rotationsachsen und tauchen dabei
in zwei Container 3 ein, die ein flüssiges Metall, im vorliegenden Beispiel flüssiges
Zinn, enthalten. Aufgrund der Rotation in dem flüssigen Zinn wird ein dünner Zinnfilm
4 auf der äußeren Randfläche der Elektrodenräder gebildet. Die Elektrodenräder sind
über das flüssige Zinnbad elektrisch mit einer Kondensatorbank 5 verbunden, über die
sie mit einem gepulsten Stromfluss beaufschlagt werden. Die Gasentladung 8 wird durch
Verdampfen eines Teils des flüssigen Zinnfilms mit einem gepulsten Laserstrahl 6 einer
Laserquelle 7 gezündet, wie dies schematisch in der Figur angedeutet ist. Das Plasma
8 emittiert die gewünschte EUV-Strahlung oder weiche Röntgenstrahlung. Die Elektroden
sind in einer Vakuumkammer angeordnet, die in der Figur nicht dargestellt ist. Weitere
Elemente, wie bspw. Abstreifer zur Einstellung einer definierten Dicke des Zinnfilms
4 auf den Elektroden oder Abschirmungselemente sind ebenfalls Teil einer derartigen
Gasentladungslampe. Beispiele für derartige Elemente können bspw. der
WO 2005/025280 A2 entnommen werden.
[0018] Figur 2 zeigt einen Querschnitt durch einen Randbereich eines der Elektrodenräder
1 einer derartigen Gasentladungslampe in zwei Beispielen. Die Randfläche 9 eines derartigen
Elektrodenrades ist bei der vorgeschlagenen Gasentladungslampe gemäß dem vorgeschlagenen
Verfahren mikrostrukturiert. Im vorliegenden Beispiel erstreckt sich diese Mikrostruktur
11 auch über einen kleinen Bereich der beiden Seitenflächen 10 des Elektrodenrades
1. Die Randfläche 9 des Elektrodenrades kann hierbei auch eine makroskopische Struktur
in dem dargestellten Querschnitt aufweisen, wie dies im Beispiel des rechten Teils
der Figur zu erkennen ist.
[0019] Die Figuren 3a bis 3f zeigen Ausschnitte aus unterschiedlichen Mikrostrukturen in
Draufsicht auf die jeweilige Mikrostruktur 11 in schematischer Darstellung. Figur
3a zeigt eine Struktur mit einzelnen Kreuzen, die wie auch die anderen dargestellten
Strukturen regelmäßig bzw. periodisch über der mikrostrukturierten Fläche verteilt
sind. Figur 3b zeigt eine Struktur mit nebeneinander angeordneten Pyramiden, Figur
3c eine Struktur mit nebeneinander angeordneten Trapezen. Kreuzstrukturen lassen sich
sehr einfach fertigen. Die Pyramiden stellen einen Spezialfall der Trapeze dar, weisen
jedoch eine größere Oberfläche auf. Grundsätzlich lassen sich Trapeze mit einem verfügbaren
Laserprofil für die Strukturierung sehr einfach fertigen. Figur 3d zeigt eine Grabenstruktur
mit in der Darstellung von oben nach unten verlaufenden Gräben. Eine Grabenstruktur
ermöglicht die Mischung verschiedener Längenskalen, da die Gräben in Längsrichtung
auch unterbrochen sein können. In Figur 3e ist eine Wabenstruktur dargestellt, Figur
3f zeigt eine Struktur mit Kreisen oder Ringen. Die Wabenstruktur führt zu einer hohen
Stabilität des Flüssigkeitsfilms durch die mögliche Ausbreitung entlang der Wabenstruktur.
Die Ring- oder Kreisstruktur lässt sich besonders einfach mathematisch beschreiben,
um damit bspw. das Verhalten des Flüssigkeitsfilms simulieren zu können.
[0020] Grundsätzlich können die dargestellten Strukturen sowohl in Form von Erhöhungen,
bspw. pyramidenförmigen Erhöhungen, oder auch in Form von Vertiefungen, bspw. pyramidenförmigen
Vertiefungen, in der Mikrostruktur vorliegen.
[0021] Eine weitere einfache Strukturierung besteht in einem Linienmuster, bei der geradlinig
verlaufende Gräben 12 in der Oberfläche erzeugt werden. Jeder Graben 12 weist in guter
Näherung einen konstanten rechteckigen, runden oder dreiecksförmigen Querschnitt auf,
wie dies in den drei Beispielen der Figur 4 angedeutet ist. Durch diese Strukturen,
insbesondere die Art des Querschnitts, können Kontrollparameter für die Haftung und/oder
Verteilung des flüssigen Films über der Oberfläche, wie bspw. das Volumen des Zinnfilmes
oder dessen Benetzbarkeit, gezielt beeinflusst oder verändert werden.
[0022] Figur 5 zeigt schließlich zwei Beispiele für eine Mikrostrukturierung der Seitenflächen
10 eines Elektrodenrades 1 in Draufsicht auf eine der beiden Seitenflächen. Im linken
Teil der Figur wurde die gesamte Seitenfläche 10 des Elektrodenrades 1 mikrostrukturiert.
Der rechte Teil der Figur zeigt ein Beispiel, bei der lediglich ein an die Randfläche
angrenzender Bereich strukturiert wurde. Über die Art der Strukturierung der Seitenflächen
10 lässt sich der Zinnfluss über diese Seitenflächen zur Randfläche des Elektrodenrades
gezielt beeinflussen. Damit kann bspw. das Zinn gezielt den Randflächen zugeführt
werden, ohne große Tröpfchen zu bilden.
Bezugszeichenliste
[0023]
- 1
- erstes Elektrodenrad
- 2
- zweites Elektrodenrad
- 3
- Behälter mit flüssigem Zinn
- 4
- Zinnfilm
- 5
- Kondensatorbank
- 6
- gepulster Laserstrahl
- 7
- Laserlichtquelle
- 8
- Plasma
- 9
- Randfläche des Elektrodenrades
- 10
- Seitenfläche des Elektrodenrades
- 11
- Mikrostruktur
- 12
- Graben
1. Verfahren zur Verbesserung der Benetzbarkeit einer rotierenden Elektrode (1, 2) mit
einem flüssigen Medium (4) in einer Gasentladungslampe, insbesondere zur Erzeugung
von EW-Strahlung oder weicher Röntgenstrahlung, in der das flüssige Medium (4) auf
eine Randfläche (9) der rotierenden Elektrode (1, 2) aufgebracht wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Randfläche (9) der Elektrode (1, 2) durch äußere Bearbeitung mikrostrukturiert
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass auch an die Randfläche (9) angrenzende Seitenflächen (10) der Elektrode (1, 2) in
wenigstens einem an die Randfläche (9) angrenzenden Bereich mikrostrukturiert werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch die äußere Bearbeitung eine Mikrostruktur (11) mit einem periodischen geometrischen
Muster in der Randfläche (9) und/oder den Seitenflächen (10) erzeugt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch die äußere Bearbeitung eine Mikrostruktur (11) mit kreuzförmigen, wabenförmigen,
trapezförmigen, pyramidenförmigen, kreisförmigen, ringförmigen, streifenförmigen und/oder
linienförmigen Erhöhungen und/oder Vertiefungen in der Randfläche (9) und/oder den
Seitenflächen (10) erzeugt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch die äußere Bearbeitung eine Mikrostruktur (11) mit Strukturdimensionen in der
Randfläche (9) und/oder den Seitenflächen (10) erzeugt wird, von denen wenigstens
eine Breite, eine Länge oder eine Tiefe weniger als 300 µm beträgt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Randfläche (9) und/oder die Seitenflächen (10) durch Bearbeitung mit energetischer
Strahlung, insbesondere mit Laserstrahlung, mikrostrukturiert werden.
7. Vorrichtung zur Erzeugung von Strahlung durch eine elektrisch betriebene Entladung,
insbesondere zur Erzeugung von EUV-Strahlung oder weicher Röntgenstrahlung, mit zwei
Elektroden (1,2), die einen geringen Abstand zur Bildung einer Entladungsstrecke aufweisen
und von denen mindestens eine Elektrode (1, 2) um eine Achse rotierbar gelagert ist,
und einer Einrichtung zum Aufbringen eines flüssigen Mediums (4) auf eine Randfläche
(9) der mindestens einen Elektrode (1, 2)
dadurch gekennzeichnet,
dass die Randfläche (9) eine durch äußere Bearbeitung erzeugte Mikrostruktur (11) aufweist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Einrichtung zum Aufbringen eines flüssigen Mediums (4) einen Behälter (3) zur
Aufnahme des flüssigen Mediums (4) umfasst, in den die wenigstens eine Elektrode (1,
2) während der Rotation eintaucht.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass beide Elektroden (1, 2) um jeweils eine Achse rotierbar gelagert sind und in ihrer
Randfläche (9) die Mikrostruktur (11) aufweisen.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass Elektroden (1, 2) kreisscheibenförmig ausgebildet sind.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass an die Randfläche (9) angrenzende Seitenflächen (1, 2) der Elektrode oder Elektroden
(1, 2) in wenigstens einem an die Randfläche (9) angrenzenden Bereich ebenfalls mikrostrukturiert
sind.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Mikrostruktur (11) ein periodisches geometrisches Muster aufweist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Mikrostruktur (11) durch kreuzförmige, wabenförmige, trapezförmige, pyramidenförmige,
kreisförmige, ringförmige, streifenförmige und/oder linienförmige Erhöhungen und/oder
Vertiefungen gebildet ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Mikrostruktur (11) Strukturdimensionen aufweist, von denen wenigstens eine Breite,
eine Länge oder eine Tiefe weniger als 300 µm beträgt.
15. Elektrodenrad, das in einer Randfläche (9) eine durch äußere Bearbeitung erzeugte
Mikrostruktur (11) aufweist und als Elektrode (1, 2) für eine Vorrichtung nach einem
der vorangehenden Ansprüche 7 bis 14 ausgebildet ist.