[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Aufarbeitung von Alpeorujo nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Die
DE 4206006C1 vom 16.9.1993 (Düppjohann/Geissen) beschreibt ein Verfahren bei dem vermahlene Oliven
in Form eines Breies ohne Wasserzugabe in die Phasen "Öl" und nahezu "Ölfreie Pülpe"
getrennt werden. Diese Pülpe, die sich zusammensetzt aus den beiden Bestandteilen
Fruchtwasser (spanisch Alpechin) sowie öl-und wasserfreien Trester mit ca. 50% Feuchte
(spanisch Orujo), bezeichnet man als Flüssig-Trester oder "Alpe-Orujo".
[0003] Die
EP 1 260 571 A1 offenbart ein Verfahren zur Ölgewinnung aus Früchten oder Saaten, vorzugsweise Oliven
oder Avocados, mit einer Vollmantel-Schneckenzentrifuge und eine Anlage zur Ölgewinnung.
Dabei werden die Früchte oder Saaten zerkleinert und beim oder nach dem Zerkleinern
unter Hochdruck und einem nachfolgenden Entspannen ausgesetzt, woraufhin der zerkleinerte
Fruchtbrei der Vollmantel-Schneckenzentrifuge zugeführt wird. Diese trennt den eintretenden
Brei in Öl und Orujo (Wasser-/Feststoffgemisch) bzw. "Alpeorujo" auf.
[0004] Zum Stand der Technik seien ferner noch die
EP 0 718 397 A1; die
WO2007/042742 A1 und die
WO 2007/118920 A1 sowie die
WO 2006/005986A1 und die
WO 2005/021695 A1 genannt. Die
WO 2007/042742 offenbart die Herstellung eines Olivenpulvers unter anderem aus Alperujo, das einer
alkalischen Behandlung in Kombination mit einer natürlichen Fermentation in Lake unterworfen
wird. Das Wasser wird über ein Filter oder Zentrifugation vor einer Zugabe der Lake
abgezogen. Für die alkalische Behandlung sind unter anderem Lösungen oder Suspensionen
mit einer Reihe von Calziumverbindungen, u.a. Calziumcarbonat und calziumhydroxid
vorgesehen. Die Zugabe der Suspensionen oder Lösungen erfolgt unter kontinuierlichem
Rühren.
[0005] Die
EP 0 557 758 A1 offenbart ein Verfahren zur Gewinnung von Olivenöl, bei dem mittels einer Mühle ein
Fruchtbrei hergestellt wird, der in einem Mischer aufgeschlossen und anschliessend
einer Vollmantelschneckenzentrifuge zwecks Abtrennung des Öles aus dem Fruchtbrei
zugeführt wird. Dabei kann beim Einsatz frischer Oliven die Herstellung des Fruchtbreis
ohne Wasserzugabe, bei Einsatz eingetrockneter Oliven entsprechend dem Zustand der
Oliven unter geringer Wasserzugabe erfolgen. Der aufgeschlossene Fruchtbrei wird in
einem sogenannten Zweiphasen-Verfahren insbesondere in einer Zweiphasen-Vollmantelschneckenzentrifuge
in Öl und in ein Feststoff-Wasser-Gemisch, "Alpeorujo" genannt, aufgetrennt. Das Feststoff-Wasser-Gemisch
ist für eine nachfolgende Extraktion und Trocknung geeignet. Diese Vorgehensweise
ist aber nicht immer gewünscht.
[0006] Es stellt sich daher die Frage nach einer vorteilhaften Weiterverarbeitung des Alpeorujo,
wobei der Restfeuchtegehalt auf bis zu 50% oder weniger gesenkt werden soll. Die Lösung
dieses Problems ist die Aufgabe der Erfindung. Es soll also ein vorteilhaftes Verfahren
zur Weiterverarbeitung des Alpeorujo bereitgestellt werden, das im Anschluss an das
bzw. ein Zweiphasen-Verfahren zur Ölgewinnung durchgeführt werden kann.
[0007] Die Erfindung löst diese Aufgabe durch die Merkmale des Anspruchs 1. Ein erfindungsgemäßes
Verfahren zur Aufarbeitung von Alpeorujo weist zumindest die folgenden Schritte auf:
a) Bereitstellen von Alpeorujo; b) Zugabe einer Calciumverbindung und/oder einer Calciumlösung
zu dem Alpeorujo; und c) Klären des Alpeorujo unter Bildung einer Feststoffphase und
einer Flüssigkeitsphase in einer ersten Trennvorrichtung, wobei der Schritt b) vor
dem Schritt c) erfolgt.
[0008] Durch die Zugabe von Calcium in Form der Calziumverbindung bilden sich kompaktere
Feststoffteilchen im Alpeorujo aus. Gleichzeitig wird aufgrund des kompakteren Aufbaus
der Feststoffteilchen weniger Flüssigkeit durch den Feststoffanteil des Alpeorujo
gebunden bzw. im Alpeorujo zurückgehalten. Diese freigewordene Flüssigkeit lässt sich
mechanisch Abtrennen, so dass eine Aufarbeitung von Alpeorujo auch in Hinblick auf
die Endlagerung und auf eine verfahrensökonomische Prozessführung ermöglicht wird.
Durch das mechanische Abtrennen der Flüssigphase aus dem Alpeorujo kann der Restfeuchtegehalt
in der flüssigkeitsreduzierten Feststoffphase auf bis zu 50% oder weniger gesenkt
werden.
[0009] Die Effekte der Zugabe an Calziumverbindung bestehen in einer umfangreicheren Abtrennung
von Flüssigkeit bzw. Likör. Der Feststoff ist direkt deponiefähig. Aus dem Likör können
nach einer Phasentrennung und ggf. einer Weiterverarbeitung noch weitere Wertprodukte
(insbesondere Polyphenole und/oder eine Ölphase) gewonnen werden.
[0010] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0011] Als Calciumquelle bzw. -verbindung kann vorteilhaft Calziumoxid bzw. Kalk (Lebensmittelzusatzstoff
E 529) oder als Caziumhydroxid Löschkalk (Lebensmittelzusatzstoff E 526) und/oder
als Calcium(salz)lösung z.B. Wollastonit zum Alpeorujo zugegeben werden. Durch die
alkalische pH-Wertverschiebung durch die Zugabe dieser Kalke, Basen oder Salzlösungen
bzw. deren Gemische werden vorteilhaft auch Polyphenole aus dem Alpeorujo in die abgetrennte
Flüssigphase verschoben. Diese können im Anschluss durch zusätzliche Verfahrensschritte
einfach aus der Flüssigphase isoliert werden. Diese optionale Gewinnung von Polyphenolen
macht das neue Verfahren noch wirtschaftlicher.
[0012] Es ist zudem von Vorteil, wenn nach dem Bereitstellen von Alpeorujo, gemäß Schritt
a), und vorzugsweise vor der Zugabe der Calciumverbindung und/oder der Calciumlösung,
gemäß Schritt b), ein mechanisches Abtrennen von Kernen aus zumindest einer Teilmenge
der Gesamtmenge oder aus der Gesamtmenge an Alpeorujo im Anschluss an eine Olivenölgewinnung
erfolgt. Diese Kerne sind deponiefähig oder können beispielsweise als Brennstoff verwendet
werden (siehe auch Fig. 3). Dabei weist eine derartige weitgehend kernfreie Alpeorujomasse
typischerweise einen Feuchtegehalt von 70-75%, bezogen auf die Gesamtmasse an Alpeorujo,
und eine teilweise kernfreie Alpeorujomasse einen Feuchtegehalt von 65-70% auf.
[0013] Bislang konnte eine mechanische Entwässerung bei derart schlammig feuchten Massen
nur bis zu einem Restfeuchtegehalt der Feststoffphase von 60-64% erfolgen. Mit dem
erfindungsgemäßen Verfahren ist es jedoch möglich, auf mechanischem Wege eine Entwässerung
durchzuführen, wobei die Feststoffphase die hierbei gewonnen wird, nur noch einen
Restfeuchtegehalt von 50% ± 5% aufweist. Diese verbleibende Feststoffphase ist z.B.
deponiefähig.
[0014] Die Menge an zugesetztem Kalk sollte vorteilhafterweise maximal 5%, vorzugsweise
2-3%, bezogen auf das Gesamtgewicht an Alpeorujo, an Kalk bzw. Calciumoxid zu dem
Alpeorujo betragen. Bei einer höheren Zugabe an Kalk wird Flüssigkeit durch den Kalk
gebunden und kann nicht durch mechanisches Abtrennen aus dem Alpeorujo entfernt werden.
Um eine möglichst große Menge an Flüssigkeit aus dem Alpeorujo zu entfernen, hat sich
die mengenmäßige Zugabe von Kalk von 2-3% als besonders günstig erwiesen.
[0015] Ausgehend von der Menge an zugesetztem Kalk kann auch Löschkalk, also Calciumhydroxid,
und/oder Kalkwasser dem Alpeorujo in einer derartigen Menge zugegeben werden, dass
sie der Menge an zugegebenen Kalk entspricht.
[0016] Das mechanische Abtrennen einer Flüssigphase aus dem Alpeorujo unter Bildung einer
flüssigkeitsreduzierten Feststoffphase kann durch eine Trennvorrichtung insbesondere
in einer Presse erfolgen.
[0017] Dabei erfolgt die Verarbeitung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 16 zeitlich
vor dem Einsetzen einer nennenswerten Gärung/Fermentation des Produktes.
[0018] Als Presse ist insbesondere eine Schneckenpresse geeignet. Alternativ kann als Presse
beispielsweise auch eine Bandpresse eingesetzt werden.
[0019] Alternativ kann das Abtrennen mit einem Dekanter oder einer Filtervorrichtung erfolgen.
[0020] Insgesamt hat sich die Verwendung eines Dekanters oder Presse als besonders vorteilhaft
erwiesen, da der Anteil an kolloidalen Feststoffen in der abgetrennten Flüssigphase
nach dem Schritt c) vergleichsweise gering war.
[0021] Die Zugabe des Calciumoxids und/oder der Calciumlösung kann vorteilhaft durch eine
Dosieranlage, vorzugsweise als eine Pulver-in-Brei Dosierung oder durch Verwendung
einer Pulverdosiermaschine, erfolgen. Die bei der Zugabe durch die exothermische chemische
Reaktion sich entwickelnde Wärme, kann durch die Kalkmenge in der Dosieranlage gesteuert
werden. Darüber hinaus ermöglicht eine Dosieranlage eine materialsparende Zugabe des
entsprechenden Calciumoxids.
[0022] Die Prozesssteuerung kann vorteilhaft über die Ermittlung und den Abgleich der Temperaturänderung
in den einzelnen Verfahrensstufen erfolgen.
[0023] Ein besonders hoher Anteil an Flüssigphase nach dem mechanischen Abtrennen gemäß
Schritt c) konnte bei der Aufarbeitung von frischem Alpeorujo festgestellt werden.
Daher ist es von Vorteil, dass die Aufarbeitung des Alpeorujo von dessen Bereitstellen,
gemäß Schritt a), bis zum mechanischen Abtrennen der Flüssigphase aus dem Alpeorujo
unter Bildung der flüssigkeitsreduzierten Feststoffphase, gemäß Schritt c), nach der
Erfindung innerhalb von maximal 1 Stunde, vorzugsweise innerhalb von 30 Minuten, erfolgt.
[0024] Weiterhin konnte eine Verringerung des Restfeuchtegehaltes in der flüssigkeitsreduzierten
Feststoffphase erreicht werden, indem man das Alpeorujo aus Oliven mit einem Reifegrad
von 4-5, ausgehend von einer Skala von 1-7, verwendet, wobei der Reifegrad 7 die Überreife
einer Olive angibt.
[0025] Bei Alpeorujo, welches aus Oliven mit einem Reifegrad von 6-7 gewonnen wird oder
welches eine Standzeit vor dem mechanischen Abtrennen der Flüssigphase, gemäß Schritt
c), von mehr als 5h aufweist, hat sich ein Zudosieren von Pektin vor dem mechanischen
Abtrennen der Flüssigphase, gemäß Schritt c), als günstig erwiesen, um genügend Feststoffe
aus dem Alpeorujo abzutrennen.
[0026] Die in Schritt c) entstandene Flüssigphase kann in einer weiteren Trennvorrichtung
unter Bildung einer Feststoffphase, einer wässrigen Phase und ggf. einer Ölphase weiter
aufgearbeitet werden. Besonders vorteilhaft hat sich dabei die Gewinnung von Polyphenolen
aus der wässrigen Phase durch Aufkonzentrieren der wässrigen Phase und/oder durch
Adsorption erwiesen. Dadurch kann ein zusätzlicher Wertstoff aus einem Stoffgemisch
gewonnen werden, welches bislang stets als unerwünschter Abfall verworfen wurde. Die
wässrige Phase kann entsorgt werden (Kläranlage).
[0027] Die Reste an Feststoffphase, welche bei der Aufarbeitung der Flüssigphase mit einer
Dreiphasentrennung nach Schritt d) anfallen, kann auch in den Prozess rückgeführt
werden. Dadurch braucht diese Feststoffphase nicht gesondert gelagert zu werden.
[0028] Vorzugsweise weist eine Anlage zur Aufarbeitung von Alpeorujo zumindest eine Mischvorrichtung,
eine Dosieranlage zur Zudosierung einer Calziumverbindung und/oder einer Calziumlösung,
welche in die Mischvorrichtung mündet und eine Trennvorrichtung auf, in welche der
Zulauf des Alpeorujo von der Mischvorrichtung aus erfolgt und die ein mechanisches
Abtrennen einer Flüssigphase unter Bildung einer flüssigkeitsreduzierten Feststoffphase
ermöglicht.
[0029] Durch die Dosieranlage kann eine präzise und kontrollierte Zugabe von Calziumverbindung
oder -lösung zum Alpeorujo und eine gleichmäßige Verteilung derselben bzw. desselben
in dem Alpeorujo erfolgen.
[0030] Eine vorteilhafte Variante der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
- Figur 1 - 4:
- schematische Darstellungen verschiedener erfindungsgemäßer Anlagen zur Dürchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0031] Figur 1 zeigt einen beispielhaften Aufbau einer ersten Anlage, in welcher eine Entwässerung
von Alpeorujo erfolgt.
[0032] Als Alpeorujo wird der Trester bezeichnet, welcher bei der Gewinnung von Olivenöl
anfällt. Dabei stellt Alpeorujo ein Phasengemisch u.a. aus Wasser, Öl, Proteinen,
Pektine, Polyphenole, Lignine und andere Substanzen dar.
[0033] Ein derartiger Trester entsteht insbesondere bei der Verarbeitung von Oliven, im
frischen oder getrockneten Zustand in einem Zwei-Phasen-Trennvorgang bei dem die Oliven
zu Olivenöl und einem Wasser/Feststoffgemisch, dem besagten Alpeorujo, getrennt werden.
[0034] Fig. 1 zeigt einen ersten Vorratstank 2 für Alpeorujo 1. Dieser wird über ein Ablaufventil
3 in eine Transport- und Mischvorrichtung 4 überführt. Als Mischvorrichtung kann beispielsweise,
wie in Fig. 1 dargestellt, eine Mischvorrichtung 4 - hier mit einer Schnecke 5 - eingesetzt
werden.
[0035] In der Mischvorrichtung 4 wird dem Trester eine Calziumverbindung, hier insbesondere
Kalk oder Löschkalk, beispielsweise in wässriger Lösung, insbesondere als Kalkwasser
zugesetzt. Die Zuführung an Kalkwasser erfolgt über eine erste Zuleitung 7 in die
Mischvorrichtung 4, wobei das Zulaufvolumen an Kalkwasser durch ein Ventil 8 einstellbar
ist.
[0036] Aus der Mischvorrichtung 4 wird der hier mit Kalk oder Löschkalk versetzte Alpeorujo
am Überlauf 9 oder durch eine Leitung in eine erste Trennvorrichtung 10 zur Trennung
von Feststoffen und Flüssigkeit, zur Entwässerung des Alpeorujo, überführt. Die Entwässerung
erfolgt im vorliegenden Beispiel in einer Schneckenpresse. Alternativ können zur Entwässerung
auch andere mechanische Maschinen eingesetzt werden. Bevorzugte Maschinen zur Entwässerung
sind, neben der in Fig. 1 dargestellten Schneckenpresse, auch Dekanter, Bandpressen
oder Filter.
[0037] Die abgetrennten Feststoffe werden aus der ersten Trennvorrichtung 10 (vorzugsweise
eine Presse, insbesondere Schneckenpresse, eine Doppelschneckenpresse, eine Zentrifugalfeldtrennung,
insbesondere ein Dekanter und/oder ein Filter) abgeführt und über ein Transportband
11 abtransportiert. Die abgeführten Feststoffe können anschließend beispielsweise
als Brennmaterial verwendet werden.
[0038] Die abgetrennte Flüssigkeit wird in einen zweiten Vorratstank 12 überführt. Die abgetrennte
Flüssigkeit wird auch als "Likör" bezeichnet. Dieser Likör weist einen hohen Wassergehalt,
einen Anteil an gelösten und suspendierten Feststoffen und einen Restölgehalt auf.
[0039] Zur optionalen Weiterverarbeitung des Likörs kann eine zweite Trennvorrichtung 15
- beispielsweise ein Drei-Phasen-Dekanter - eingesetzt werden, welcher weitere verbliebene
Feststoffe aus der Flüssigkeit entfernt und den Anteil an Restöl von der wässrigen
Phase trennt.
[0040] Dieser Dekanter ist über eine zweite Überführungsleitung 13 mit dem zweiten Vorratstank
12 verbunden, so dass der Likör über die zweite Überführungsleitung 13 mittels einer
Pumpe 14 in den Dekanter 15 überführbar ist.
[0041] Die Feststoffe werden aus dem Dekanter 15 durch die erste Ableitung 18 abgeführt,
während die Ölphase und die Wasserphase über die zweite und dritte Ableitung 17 (Ölphase)
und 16 (wässrige Phase) aus dem Dekanter in entsprechende Tanks abgeleitet werden.
Die abgetrennten Feststoffe können über eine Rückführung 19 in die Überführungsleitung
9 rückgeführt werden.
[0042] Die wässrige Phase 16 kann aus dem Lagerbehältnis über eine vierte Ableitung 20 mittels
einer zweiten Pumpe 21 abgeführt werden oder zur Weiterverarbeitung an weitere nicht
dargestellte Vorrichtungen weitergeleitet werden.
[0043] Besonders vorteilhaft können aus der wässrigen Phase Polyphenole gewonnen werden.
Hierfür wird in einem nicht dargestellten Aufarbeitungsverfahren die wässrige Phase
aufkonzentriert. Dies erfolgt durch Eindampfen oder durch CFF (Cross-Flow-Filtration).
Die Polyphenolgewinnung erhöht insbesondere die Wirtschaftlichkeit, da Polyphenole
ein wertvolles Nebenprodukt darstellen.
[0044] Die vorteilhafte Möglichkeit zur Polyphenolgewinnung ergibt sich dadurch, dass die
wässrige Phase alkalisch ist (PH-Wert ca. 12 - 14), so dass die Polyphenole getrennt
von Zuckern in der Lösung vorliegen. Hierdurch sind die Polyphenole besonders gut
zugänglich.
[0045] Alternativ oder zusätzlich zum Konzentrieren der wässrigen Phase können auch Polyphenole
mittels Adsorbentien aus der wässrigen Phase gewonnen werden. Geeignete Adsorbentien
sind beispielsweise Bentonit, Zellulose oder ähnliche. Optional kann die Mischvorrichtung
4 eine zusätzliche Zuleitung 6 zum Einleiten von Pektinen aufweisen.
[0046] Nachfolgend wird eine Variante eines Verfahrens zur Entwässerung von Alpeorujo anhand
der Fig.1 näher beschrieben.
[0047] Nach der Bildung von Alpeorujo können aus diesem Trester vor der eigentlichen Entwässerung
Kerne entfernt werden. Somit wird der Anlage in Fig.1 Alpeorujo direkt aus dem Ölgewinnungsverfahren
zugeführt oder bevorzugt kernreduzierter Alpeorujo der Anlage zugeführt.
[0048] In einer dritten und ebenfalls bevorzugten Variante kann auch ein Gemisch aus Alpeorujo
eingesetzt werden, wobei aus einem Teil des Gemisches vorher Kerne entfernt wurden
und ein anderer Teil des Gemisches direkt aus dem Ölgewinnungsverfahren abgeführt
und folglich nicht entkernt wurde.
[0049] Der Feuchtegehalt bei unbehandelten bzw. nicht-entkernten Alpeorujo beträgt typischerweise
60-65%. Der Feuchtegehalt von kernreduzierten Alpeorujo beträgt typischerweise 70-75%.
Der Feuchtegehalt des Gemisches aus beiden Alpeorujoarten beträgt typischerweise zwischen
65-70%.
[0050] Der Alpeorujo wird nach dem Schritt des optionalen Entfernens von Kernen mit Kalk
oder Löschkalk versetzt. Die Zugabe von Kalk oder Löschkalk kann auch in Form von
Kalkwasser erfolgen. Im Anschluss oder zeitgleich mit der Zugabe von Kalk, Löschkalk
oder Kalkwasser erfolgt ein Vermischen mit dem Alpeorujo. Durch die Zugabe von Kalk,
Löschkalk oder Kalkwasser werden kompaktere Feststoffe gebildet und mehr Flüssigkeit
freigesetzt.
[0051] Die Menge an zugegebenen Kalk, also Calciumoxid CaO, beträgt vorzugsweise 2-3%, bezogen
auf das Gewicht des Alpeorujo. Die Menge an zugegebenen Löschkalk, also Calciumhydroxid
Ca(OH)
2, ist dementsprechend aufgrund der höheren zwischen 2,5-4%, bezogen auf das Gewicht
des Alpeorujo. Die Menge des alternativ zugegebenen Kalkwassers sollte derart gewählt
werden, dass die Menge an zugegebenen Kalk bzw. Calciumoxids im Kalkwasser ebenfalls
ca. 2-3% bezogen auf das Gewicht des Alpeorujo beträgt.
[0052] Es ist allerdings alternativ möglich ein Gemisch aus festem Kalk oder Löschkalk und
Kalkwasser dem Alpeorujo zuzugeben.
Eine höhere Menge an Kalk im Alpeorujo wirkt sich nachteilig aus, da Flüssigkeit nur
im verringerten Maße freigesetzt wird bzw. die Trennung von Feststoffen und Flüssigkeit
im Alpeorujo nur im verringerten Maße erfolgt und dadurch ein geringerer Anteil an
Flüssigphase aus dem Alpeorujo entfernt wird. Hierfür nimmt allerdings bei höherer
Dosage an Kalk, vorzugsweise im Bereich zwischen 3-5%, der Anteil an kolloidalen Feststoffen
in der Flüssigphase von 13% auf 8% ab.
[0053] Ein besonders hoher Anteil an Flüssigkeit bzw. Likör kann aus dem kernfreien oder
kernreduzierten Alpeorujo gewonnen werden. Durch die Zugabe von Kalk kann durch die
anschließende Entwässerung der Feststoffe bis auf einen Restfeuchtegehalt von 50%
(±5%) erfolgen. Derartige teilentkernte Trester waren derart schlammig und pastös,
dass eine mechanische Entwässerung der Feststoffe nur bis auf einen Restfeuchtegehalt
von ca. 60-64% erfolgen konnte.
[0054] Im Anschluss an die Zugabe von Kalk, Löschkalk oder Kalkwasser und das Vermischen
von Kalk, Löschkalk oder Kalkwasser mit dem Alpeorujo erfolgt die Phasentrennung bzw.
das Abpressen von Flüssigkeit aus dem Alpeorujo. Dies kann besonders bevorzugt durch
einen Dekanter erfolgen, da bei dieser mechanischen Trennvorrichtung zur Entwässerung
die abgegebene Flüssigphase einen besonders geringen Anteil an kolloidalen Feststoffen
aufweist. Alternativ können allerdings auch Schneckenpressen, Bandpressen oder Filtervorrichtungen
eingesetzt werden.
[0055] Optional kann im Anschluss an die vorgenannte Phasentrennung bzw. das Abpressen von
Flüssigkeit aus dem Alpeorujo eine Aufarbeitung des abgepressten Likörs erfolgen.
[0056] Hierfür wird der Likör einer weiteren Phasentrennung in eine Feststoffphase und eine
wässrige Phase, sowie optional einer Ölphase, unterzogen. Diese Phasentrennung kann
beispielsweise in einem Dekanter erfolgen.
[0057] Die abgetrennte Feststoffphase kann vorteilhaft in den Alpeorujo vor dem Schritt
der Entwässerung rückgeführt werden, so dass keine zusätzliche Feststoffphase als
Abfall anfällt.
[0058] Sofern eine Ölphase anfällt, so kann diese getrennt aufgearbeitet werden.
[0059] Aus der wässrigen Phase können Polyphenole gewonnen werden, welche beispielsweise
als Fungizide in der Landwirtschaft eingesetzt werden können.
[0060] In einer ersten Variante zur zusätzlichen Gewinnung von Polyphenolen erfolgt ein
Konzentrieren der wässrigen Phase. Dies erfolgt vorzugsweise durch Wasserentzug, beispielsweise
durch Eindampfen oder durch CFF. Die zusätzliche Gewinnung von Polyphenolen kann auch
alternativ durch Adsorption dieser Substanzen erfolgen. Als Adsorbentien werden vorzugsweise
Bentonit oder Cellulose verwandt. Das Aufkonzentrieren der wässrigen Phase kann auch
vorteilhaft mit der Adsorption kombiniert werden.
[0061] Eine besonders hohe Ausbeute an Likör bzw. abgepresster Flüssigkeit aus dem Alpeorujo
ergibt sich, sofern der Alpeorujo frisch, also direkt im Anschluss an die Olivenölgewinnung
dem vorgenannten Verfahren der Entwässerung, mit oder ohne vorheriger Abtrennung der
Kerne, unterzogen wird. Die Entwässerung des Alpeorujo sollte vorzugsweise innerhalb
von maximal 5h, vorzugsweise weniger als 1 h, vorzugsweise jedoch innerhalb von 30
min, nach der Olivenölgewinnung erfolgen. Innerhalb der besagten 30 min bildet sich
ein stabiler Filterkuchen aus, welcher bei Überschreiten dieses Zeitraumes zunehmend
geringere Stabilität aufweist.
[0062] Bei der Zugabe von Kalk findet eine Temperaturerhöhung des Alpeorujo statt. Dabei
hat sich gezeigt, dass die Steuerung der Entwässerung in Abhängigkeit von der Temperatur
erfolgen kann.
[0063] Neben dem Alter des Alpeorujos, spielt auch der Reifegrad der Oliven eine Rolle bei
der Verarbeitung. Besonders gute Ergebnisse mit einem Feuchtigkeitsgrad der Feststoffphase
nach dem Abpressen von weniger als 50% konnten bei Oliven erreicht werden, welche
einen Reifegrad von 4 bis 5 auf einer Skala von 1-7 aufwiesen, wobei 7 für überreife
Oliven steht. Bei der Verarbeitung von sehr reifen und überreifen Oliven empfiehlt
sich ein zusätzliches Zudosieren von Pektinen. Besonders bevorzugt ist dabei eine
Zugabe an Pektinen von 1-2%, bezogen auf das Gesamtgewicht an Alpeorujo.
[0064] Durch den Zusatz der Calziumverbindung, insbesondere Kalk, Löschkalk oder Kalkwasser
gehen die natürlichen im Alpeorujo enthaltenen Pektine mit Calcium Verbindungen ein
und bilden somit kompaktere Feststoffverbände aus. Unterstützt wird dieser Effekt
durch den Einsatz alkalischer Ca-Salze zur Bildung kompakter Feststoffe im Alpeorujo
unter Freisetzung von Flüssigkeit.
[0065] Ein besonderer Vorteil des Verfahrens wird in der Gewinnung der polyphenolreichen
Wasserphase gesehen. Die Gewinnung dieses Produktes bei der Verarbeitung des Alpeorujo
wird dadurch begünstigt, dass die Polyphenole bei Zugabe der alkalischen Ca-Salze,
insbesondere bei Zugabe von Kalk, Löschkalk oder Kalkwasser aufgrund der pH-Wertänderung
aus dem Alpeorujo in die Likörphase bzw. in die Flüssigphase verschoben werden.
[0066] Die anschließende Bearbeitung des Likörs ermöglicht die Gewinnung der Polyphenole.
[0067] Nach der Fig. 1 erfolgt Schritt "b", die Zugabe einer Calciumverbindung und/oder
einer Calciumlösung zu dem Alpeorujo, zeitlich "vor" dem Schritt "c", das heißt vor
einem ersten bzw. dem Klären des Alpeorujo unter Bildung einer Feststoffphase und
wenigstens einer Flüssigkeitsphase in einer ersten Trennvorrichtung.
[0068] Auch nach Fig. 2 erfolgt Schritt "b" vor Schritt "c". Allerdings wird hier als erste
Trennvorrichtung 10' zum Durchführen von Schritt "c" ein Dekanter 10' eingesetzt.
Es erfolgt vorzugsweise direkt eine Zweiphasentrennung in eine Flüssigkeitsphase L
und eine Feststoffphase S. Die Feststoffphase S ist dabei gut entwässert und deponiefähig.
[0069] Die aus dem Dekanter 10' abgeleitete Flüssigkeitsphase L kann optional mittels einer
weiteren Trennvorrichtung 23 (z.B. einer Presse) von weiteren Feststoffen S geklärt
werden, so dass der Feuchtegehalt im feststoffreduzierten Schlamm L' auf über 80%
ansteigen kann. Zwischen dem Dekanter und der weiteren Trennvorrichtung 23 kann eine
Zugabe weiterer Stoffe (z.B. Bentonit oder Flockungsmittel) erfolgen, z.B. in einem
Mischer 25 durch eine Leitung 26.
[0070] Die Flüssigkeitsphase(n) kann ggf. weiterverarbeitet werden, beispielsweise mit einem
weiteren Dekanter in eine wässrige Phase und eine Ölphase getrennt werden (beispielsweise
nach Art der Verarbeitung nach der ersten Trennvorrichtung 10 in Fig. 1).
[0071] Nach Fig. 3 erfolgt eine Art "Vorklären" des zu verarbeitenden Alpeorujos mit einer
Trennvorrichtung 24'. Diese erste Kern- und ggf. weitere Feststoffphasenabtrennung
(auch Häute oder dgl.) erfolgt bevorzugt mit einer Presse. Es kann auch (oder ergänzend)
eine Abtrennung im Wesentlichen nur von Kernen beispielsweise mit einem Kernseparator
erfolgen (Siebseparator; hier nicht dargestellt).
[0072] Die Flüssigkeitsphase wird sodann weiter verarbeitet, wozu nach dem Vorklären bei
7 zumindest die "Kalkzugabe" erfolgt. Auch erfolgt hier wiederum die optionale Zugabe
von Pektinen durch die Zuleitung 6 nach dem Abtrennen der Kerne. Sodann erfolgt Schritt
"c", also dass eigentliche Klären des vorgeklärten Alpeorujos in einer Trennvorrichtung
10", die hier ein Dreiphasendekanter ist. Auch mit dieser Verfahrensvariante werden
gute Ergebnisse erzielt.
[0073] In Fig. 4 wird der Spezialfall einer vorangestellten Öl-Wasser - Emulsionsabtrennung
L" mittels eines Dekanters 22 dargestellt, was in Einzelfällen sinnvoll sein kann.
Dazu kann ein Zweiphasendekanter verwendet werden. In der vorgeschalteten Trennvorrichtung
22 erfolgt das Abtrennen der Emulsion. Die noch relativ dünnflüssige "Feststoffphase"
S wird weiter von Feststoffen getrennt.
[0074] Dann erfolgt die "Kalkzugabe" bei 6 (und ggf. eine Pektinzugabe bei 7) in diese Feststoffphase
S, die sodann in der Trennvorrichtung 10'" weiter entwässert wird. Sodann ist die
weiter entwässerte Feststoffphase S deponiefähig. Die Flüssigkeitsphase kann ggf.
wiederum weiterverarbeitet werden, beispielsweise mit einem weiteren Dekanter 15,
beispielsweise entsprechend zu Fig. 1.
[0075] In sämtlichen Leitungen können ggf. hier nicht dargestellte Einrichtungen wie Dosierventile
oder Pumpen oder dgl. angeordnet sein.
Bezugszeichen
[0076]
- 1
- Alpeorujo
- 2
- Vorratstank
- 3
- Ablaufventil
- 4
- Mischvorrichtung
- 5
- Schnecke
- 6
- Zuleitung
- 7
- Zuleitung
- 8
- Ventil
- 9
- Überführungsleitung
- 10
- Trennvorrichtung (10', 10", 10'")
- 11
- Transportband
- 12
- Vorratstank
- 13
- Überführungsleitung
- 14
- Pumpe
- 15
- Trennvorrichtung
- 16
- Ableitung
- 17
- Ableitung
- 18
- Ableitung
- 19
- Rückführung
- 20
- Ableitung
- 21
- Pumpe
- 22
- Dekanter
- 23
- Trennvorrichtung
- 24
- Trennvorrichtung
- 25
- Mischer
- 26
- Leitung
1. Verfahren zur Aufarbeitung von Alpeorujo, welches zumindest die folgenden Schritte
aufweist:
a) Bereitstellen von Alpeorujo;
b) Zugabe einer Calciumverbindung und/oder einer
Calciumlösung zu dem Alpeorujo; und
c) Klären des Alpeorujo unter Bildung einer Feststoffphase und wenigstens einer Flüssigkeitsphase
in einer ersten Trennvorrichtung (10, 10', 10", 10"'), wobei der Schritt b) vor dem
Schritt c) erfolgt und wobei die Aufarbeitung des Alpeorujo von dessen Bereitstellen,
gemäß Schritt a), bis zum mechanischen Abtrennen der Flüssigphase aus dem Alpeorujo
unter Bildung der flüssigkeitsreduzierten Feststoffphase, gemäß Schritt c), innerhalb
von maximal 1 Stunde erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Calciumverbindung Calziumoxid auch genannt Brandkalk ist oder dass die Calciumverbindung
Calziumhydroxid auch genannt Löschkalk ist oder dass die Calciumverbindung oder die
Calziumlösung ein Calziumsalz ist.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass als das Calciumsalz Wollastonit zum Alpeorujo zugegeben wird.
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Bereitstellen von Alpeorujo, gemäß Schritt a), und vorzugsweise vor der
Zugabe der Calciumverbindung und/oder der Calciumlösung, gemäß Schritt b), ein mechanisches
Abtrennen von Kernen zumindest einer Teilmenge der Gesamtmenge an Alpeorujo im Anschluss
an eine Olivenölgewinnung erfolgt.
5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Bereitstellen von Alpeorujo, gemäß Schritt a), und vorzugsweise vor der
Zugabe der Calciumverbindung und/oder der Calciumlösung, gemäß Schritt b), eine mechanische
Abtrennung einer Phase, vorzugsweise einer Öl-Wasser-Emulsion, erfolgt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- eine Menge von maximal 5%, vorzugsweise 2-3%, bezogen auf das Gesamtgewicht an Alpeorujo,
an Kalk zu dem Alpeorujo zugegeben wird, oder
- eine Menge an Löschkalk und/oder Kalkwasser dem Alpeorujo zugegeben wird, welche
der Konzentration an Calcium im Alpeorujo. bei Zugabe einer Menge von maximal 5%,
vorzugsweise 2-3%, bezogen auf das Gesamtgewicht an Alpeorujo, an Kalk zu dem Alpeorujo
entspricht.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das mechanische Klären nach Schritt c) mittels einer Presse als Trennvorrichtung
erfolgt und/oder dass das mechanische Klären nach Schritt c) mittels einer Schneckenpresse
erfolgt und/oder dass das mechanische Klären nach Schritt c) mittels eines Dekanters
als Trennvorrichtung erfolgt und/oder dass das mechanische Klären nach Schritt c)
mittels einer Filtervorrichtung als Trennvorrichtung erfolgt.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugabe der Calciumverbindung durch eine Dosieranlage, vorzugsweise als eine Pulver-in-Brei
Dosierung oder durch Verwendung einer Pulverdosiermaschine, erfolgt.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugabe der Calciumlösung durch eine Flüssig-Flüssig - Dosieranlage erfolgt.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Prozesssteuerung durch Ermittlung der Temperatur des Alpeorujo, vor und/oder
nach der Zugabe der Calciumverbindung, gemäß Schritt b), und/oder vor und/oder nach
dem mechanischen Abtrennen der Flüssigphase, gemäß Schritt c), erfolgt.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufarbeitung des Alpeorujo von dessen Bereitstellen, gemäß Schritt a), bis zum
mechanischen Abtrennen der Flüssigphase aus dem Alpeorujo unter Bildung der flüssigkeitsreduzierten
Feststoffphase, gemäß Schritt c), innerhalb von 30 Minuten, erfolgt.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Alpeorujo aus Oliven mit einem Reifegrad von 4-5, ausgehend von einer Skala von
1-7, gewonnen wird, wobei der Reifegrad 7 die Überreife einer Olive angibt.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zu Alpeorujo, welches aus Oliven mit einem Reifegrad von 6-7 gewonnen wird oder welches
eine Standzeit vor Schritt c), von mehr als 1 h aufweist, zusätzliches Pektin vor
dem mechanischen Abtrennen der Flüssigphase, gemäß Schritt c), zudosiert wird.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren zur Aufarbeitung von Alpeorujo einen weiteren Schritt d) ein Aufarbeiten
der Flüssigphase aus Schritt c) in einer zweiten Trennvorrichtung (15), insbesondere
in einem Dekanter, unter Bildung einer Feststoffphase, einer wässrigen Phase und ggf.
einer Ölphase umfasst.
15. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Polyphenole aus der wässrigen Phase gewonnen werden, insbesondere derart, dass die
Polyphenole aus der wässrigen Phase durch Aufkonzentrieren der wässrigen Phase und/oder
durch Adsorption gewonnen werden.
16. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Feststoffphase, welche bei der Aufarbeitung der Flüssigphase gebildet wird, zu
dem Alpeorujo vor dem mechanischen Abtrennen einer Flüssigphase, gemäß Schritt c)
rückgeführt wird.
1. Method for processing wet olive pomace, which comprises at least the following steps:
a) providing wet olive pomace;
b) adding a calcium compound and/or a calcium solution to the wet olive pomace; and
c) filtering the wet olive pomace in a first separating device (10, 10', 10" , 10''')
to obtain a solid phase and at least one liquid phase, wherein the step b) takes place
prior to step c) and wherein processing the wet olive pomace from its provision, according
to step a), up to the mechanical separation of the liquid phase from the wet olive
pomace by forming the liquid-reduced solid phase, according to step c), takes place
within 1 hour maximum.
2. Method according to Claim 1, characterized in that the calcium compound is calcium oxide, also called quicklime, or in that the calcium compound is calcium hydroxide, also called slaked lime, or in that the calcium compound or the calcium solution is a calcium salt.
3. Method according to Claim 2, characterized in that wollastonite is added to the wet olive pomace as the calcium salt.
4. Method according to one of the preceding claims, characterized in that after providing the wet olive pomace, according to step a), and preferably before
adding the calcium compound and/or the calcium solution, according to step b), a mechanical
separation of the stones from at least a proportion of the total amount of wet olive
pomace is carried out following the olive oil extraction.
5. Method according to one of the preceding claims, characterized in that after providing the wet olive pomace, according to step a), and preferably before
adding the calcium compound and/or calcium solution, according to step b), a mechanical
separation of one phase, preferably an oil-water emulsion, is carried out.
6. Method according to one of the preceding claims,
characterized in that
- an amount of 5% maximum, preferably 2-3%, in relation to the total weight of wet
olive pomace, of lime is added to the wet olive pomace, or
- an amount of slaked lime and/or limewater is added to the wet olive pomace, which
(amount) corresponds to the concentration of calcium in the wet olive pomace when
adding an amount of 5% maximum, preferably 2-3%, in relation to the total weight of
wet olive pomace, of lime to the wet olive pomace.
7. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the mechanical filtering according to step c) takes place by means of a press as
the separating device and/or in that the mechanical filtering according to step c) takes place by means of a screw press
and/or in that the mechanical filtering according to step c) takes place by means of a decanter
as the separating device and/or in that the mechanical filtering according to step c) takes place by means of a filter device
as the separating device.
8. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the addition of the calcium compound is carried out through a dosing unit, preferably
as powder-in-pulp dosing or by using a powder dosing machine.
9. Method according to Claim 8, characterized in that the addition of the calcium solution is carried out by a liquid-liquid dosing unit.
10. Method according to one of the preceding claims, characterized in that a process control takes place by determining the temperature of the wet olive pomace,
before and/or after adding the calcium compound, according to step b), and/or before
and/or after the mechanical separation of the liquid phase, according to step c).
11. Method according to one of the preceding claims, characterized in that processing the wet olive pomace from its provision, according to step a), up to the
mechanical separation of the liquid phase from the wet olive pomace by forming the
liquid-reduced solid phase, according to step c), takes place within 30 minutes.
12. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the wet olive pomace is obtained from olives having a degree of ripeness of 4-5,
starting from a scale of 1-7, wherein the degree of ripeness 7 indicates the over-ripeness
of an olive.
13. Method according to one of the preceding claims, characterized in that before the mechanical separation of the liquid phase, according to step c), additional
pectin is added to the wet olive pomace which is obtained from olives with a degree
of ripeness of 6-7 or which has a holding time prior to step c) of more than 1 h.
14. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the method for processing wet olive pomace comprises a further step d), processing
the liquid phase from step c) in a second separating device (15), more particularly
in a decanter, by forming a solid phase, an aqueous phase and where applicable an
oil phase.
15. Method according to one of the preceding claims, characterized in that polyphenols are obtained from the aqueous phase, in particular in such a manner that
the polyphenols are obtained from the aqueous phase by concentrating the aqueous phase
and/or by adsorption.
16. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the solid phase, which is formed when processing the liquid phase, is returned to
the wet olive pomace prior to the mechanical separation of a liquid phase, according
to step c).
1. Dispositif de traitement de grignons d'olive humides qui comprend au moins les étapes
consistant à :
a) préparer des grignons d'olive humides,
b) ajouter un composé de calcium et/ou une solution de calcium aux grignons d'olive
humides, et
c) clarifier les grignons d'olive humides en formant une phase solide et au moins
une phase liquide dans un premier dispositif de séparation (10, 10', 10", 10"'),
l'étape b) étant mise en oeuvre avant l'étape c) et le traitement des grignons d'olive
humides entre leur préparation selon l'étape a) jusqu'à la séparation mécanique de
la phase liquide des grignons d'olive humides en formant la phase solide à teneur
réduite en liquide selon l'étape c) étant effectué pendant un laps de temps maximum
de une heure.
2. Procédé conforme à la revendication 1,
caractérisé en ce que
le composé de calcium est de l'oxyde de calcium ou chaux vive, ou le composé de calcium
est de l'hydroxyde de calcium ou chaux éteinte ou le composé de calcium ou la solution
de calcium est un sel de calcium.
3. Procédé conforme à la revendication 2,
caractérisé en ce qu'
en tant que sel de calcium on ajoute aux grignons d'olive humides de la wollastonite.
4. Procédé conforme à l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'
après la préparation des grignons d'olive humides, selon l'étape a) et de préférence
avant l'addition de composé de calcium et/ou de solution de calcium, selon l'étape
b) on effectue une séparation mécanique de noyaux d'au moins une partie de la quantité
totale de grignons d'olive humides en relation avec l'obtention d'huile d'olive.
5. Procédé conforme à l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'
après la préparation de grignons d'olive humides, selon l'étape a) et de préférence
avant l'addition du composé de calcium et/ou de la solution de calcium, selon l'étape
b) on effectue une séparation mécanique d'une phase, de préférence d'une émulsion
huile-eau.
6. Procédé conforme à l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'
- on ajoute aux grignons d'olive humides une quantité de chaux maximum de 5% de préférence
de 2 à 3 % par rapport au poids total de ces grignons humides, ou
- on ajoute aux grignons d'olive humides une quantité de chaux éteinte et/ou d'eau
de chaux qui correspond à la concentration de calcium dans les grignons d'olive humides
lors de l'addition dans les grignons d'olive humides d'une quantité de chaux maximum
de 5% de préférence de 2-3% par rapport au poids total de ces grignons humides.
7. Procédé conforme à l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
la clarification mécanique selon l'étape c) est effectuée au moyen d'une presse en
tant que dispositif de séparation, et/ou la clarification mécanique selon l'étape
c) est effectuée au moyen d'une presse à vis sans fin et/ou la clarification mécanique
selon l'étape c) est effectuée au moyen d'un décanteur en tant que dispositif de séparation
et/ou la clarification mécanique selon l'étape c) est effectuée au moyen d'un dispositif
mécanique en tant que dispositif de séparation.
8. Procédé conforme à l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
l'addition de composés de calcium est effectuée par l'intermédiaire d'une installation
de dosage, de préférence sous la forme d'un dosage de type poudre, dans de la pâte
ou en utilisant une machine de dosage de poudre.
9. Procédé conforme à la revendication 8,
caractérisé en ce que
l'addition de la solution de calcium est effectuée par une installation de dosage
liquide - liquide.
10. Procédé conforme à l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'
une commande de process par détermination de la température des grignons d'olive humides
est effectuée avant et/ou après l'addition du composé de calcium selon l'étape b)
et/ou avant et/ou après la séparation mécanique de la phase liquide selon l'étape
c).
11. Procédé conforme à l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le traitement des grignons d'olive humides entre leur préparation selon l'étape a)
jusqu'à la séparation mécanique de la phase liquide des grignons d'olive humides de
façon à former la phase solide à teneur réduite en liquide selon l'étape c) est effectué
pendant un laps de temps de trente minutes.
12. Procédé conforme à l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
les grignons d'olive humides sont obtenus à partir d'olives ayant un degré de maturité
de 4-5 sur une échelle de 1-7, le degré de maturité de 7 correspondant à la sur-maturité
d'une olive.
13. Procédé conforme à l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'
on ajoute à des grignons d'olive humides obtenus à partir d'olives ayant un degré
de maturité de 6-7, ou ayant un temps de séjour de plus d'une heure avant l'étape
c) de la peptine supplémentaire avant la séparation mécanique de la phase liquide
selon l'étape c).
14. Procédé conforme à l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le procédé de traitement de grignons d'olive humides comprend une autre étape d) consistant
en un traitement de la phase liquide issue de l'étape c) dans un second dispositif
de séparation (15) en particulier dans un décanteur pour former une phase solide,
une phase aqueuse et le cas échéant une phase huileuse.
15. Procédé conforme à l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
des polyphénols sont obtenus à partir de la phase aqueuse, en particulier ces polyphénols
sont obtenus à partir de la phase aqueuse par concentration de la phase aqueuse et/ou
par adsorption.
16. Procédé conforme à l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
la phase solide qui est formée lors du traitement de la phase liquide est renvoyée
vers les grignons d'olive humides avant la séparation mécanique d'une phase liquide
selon l'étape c).