[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Gaseinbringung in eine Flüssigkeit gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren zur Gaseinbringung gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 10.
[0002] Zum Auffinden von Leckagen in flüssigkeitsführenden Leitungen ist es bekannt, ein
Gas, bspw. Helium, in die Flüssigkeit einzubringen und gemeinsam mit der Flüssigkeit
in die zu überprüfende Leitung einzuleiten. Das Helium tritt an einer beschädigten
Stelle der Leitung aus und kann über Detektoren geortet werden. Hierdurch ist es möglich,
die beschädigte Stelle sehr genau zu lokalisieren und gezielt zu reparieren.
[0003] Zum Einbringen eines Gases in eine Flüssigkeit ist aus der
DE 28 26 259 bspw. eine Düsenvorrichtung mit einer Vielzahl von Mischkammern bekannt, in die die
Flüssigkeit gemeinsam mit dem Gas eingebracht und vermischt wird. Aus der
US 5049 320 ist es wiederum bekannt, das Gas über ein Filtergewebe in die Flüssigkeit zu leiten.
[0004] Die bekannten Vorrichtungen weisen jedoch zahlreiche Nachteile auf. So erfolgt für
die Leckageortung durch die bekannten Vorrichtungen keine ausreichend gleichmäßige
Verteilung des Gases in der Flüssigkeit, sodass die Gasmenge in der Flüssigkeit erhöht
werden muss. Auch dauert die Herstellung der für die Leckageortung benötigten Menge
an mit Gas versetzter Flüssigkeit zu lange. Zudem führen bspw. verstopfte Düsen häufig
zu weiteren Verzögerungen, die die Leckageortung deutlich erschweren.
[0005] Hinzu kommt, dass Gas-Anreicherungssysteme auf Basis von Düsen ausgesprochen aufwendig,
groß und nicht für den mobilen Einsatz geeignet sind, während Gas-Anreicherungssysteme
für die Leckageortung mobil, leicht transportabel, somit besonders platzsparend und
im Falle einer Beschädigung/Wartung einfach zugänglich und leicht reparabel sein müssen.
[0006] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde ein Verfahren und eine Vorrichtung
zum besonders gleichmäßigen und schnellen Vermischen eines Gases mit einer Flüssigkeit
vorzuschlagen, die transportabel ist.
[0007] Die Erfindung löst die Aufgabe durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
1 und ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 10. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung sind in den unabhängigen Ansprüchen angegeben.
[0008] Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist eine in einem Mischbehälter angeordnete Mischeinheit
mit einem an der Mischeinheit angeordneten Schleuderrad mit einer radial angeordneten
Austrittsöffnung zum Ausströmen eines Gases in den Mischbehälter auf.
[0009] Zum Eintragen des Gases in die im Mischbehälter vorliegende, einströmende oder den
Mischbehälter durchströmende Flüssigkeit wird Gas in die Mischeinheit und in das Schleuderrad
eingeleitet. Durch die Drehbewegung des Schleuderrades wird das Gas durch die entstehenden
Zentrifugalkräfte aus der Austrittöffnung des Schleuderrads mit einer hohen Geschwindigkeit
in die Flüssigkeit eingetragen. Hierdurch wird eine besonders schnelle und gleichmäßige
Gas-Anreicherung der Flüssigkeit erreicht, so dass es möglich ist, eine den Mischbehälter
durchströmende Flüssigkeit ausreichend mit Gas zu vermischen, um eine spätere Leckortung
der von der gasangereicherten Flüssigkeit durchströmten Leitung vornehmen zu können.
Die durch die erfindungsgemäße Vorrichtung erzielbare homogene und feine Verteilung
des Gases in der Flüssigkeit erlaubt es dabei, die absolute Menge an Gas/Liter Flüssigkeit
besonders gering zu halten, was einen besonders kostengünstigen Betrieb der Mischeinheit
ermöglicht.
[0010] Die Rotationsgeschwindigkeit des Schleuderrades ist flexibel einstellbar, wobei auch
ein Betrieb mit kontinuierlich wechselnder Drehzahl möglich ist. Hierdurch kann die
einzutragende Gasmenge/Zeiteinheit sehr genau variiert werden, so dass es auch möglich
ist, mit einer besonders kompakten und einen geringen Bauraum einnehmenden Einbringungsvorrichtung
besonders große Mengen an Gas in einem kurzen Zeitraum gleichmäßig in eine grundsätzlich
beliebige Flüssigkeit, bspw. Wasser, einzutragen.
[0011] Unter einem Mischbehälter wird im Sinne der Anmeldung ein Mischgefäß, d.h. ein Behältnis
verstanden, in dem der Mischvorgang zwischen der Flüssigkeit und dem Gas erfolgt.
Dies ist zumeist ein abgeschlossener Kessel. Vorteilhaft kann der Kessel bspw. beheizt
werden, da die Gasaufnahmefähigkeit von Flüssigkeiten durch die erhöhte Temperaturen
beeinflusst wird. Auch verhindert ein abgeschlossener Kessel das Entweichen von Gas,
bspw. von Helium aus der Flüssigkeit.
[0012] Die Mischeinheit weist eine Antriebseinheit bspw. einen Motor und eine von dem Motor
angetriebene und mit dem Schleuderrad in Verbindung stehende Antriebswelle auf. Die
Antriebseinheit versetzt das vorzugsweise an einem Ende der Mischeinheit angeordnete
Schleuderrad in eine Rotationsbewegung.
[0013] Die Mischeinheit ist zur Aufnahme, bspw. zum Ansaugen oder zum Einleiten des Gases
ausgebildet. Hierfür kann die Antriebswelle, über welche dieses mit der Flüssigkeit
vermischt wird, bspw. rohrförmig, d.h. zum Durchströmen des Gases ausgebildet sein.
Von der Antriebswelle strömt das Gas in das Schleuderrad. Für die Aufnahme des Gases
im Schleuderrad weist dieses eine Gaskammer auf und ist somit als (zumindest teilweise)
Hohlkörper ausgebildet. Neben der Drehzahl können dabei auch über die grundsätzlich
frei wählbare Außengeometrie des Schleuderrades zusätzliche Mischeffekte erzielt werden,
um eine besonders effektive und feine Gasverteilung zu erreichen. Die Gaskammer kann
bspw. ringförmig ausgebildet sein und sich über den gesamten Umfang des Schleuderrades
erstrecken. Auch kann die Gaskammer sich nur teilweise, bspw. als eine sich in Radialrichtung
erstreckende Bohrung über den Schleuderradradius erstrecken. Auch kann das Schleuderrad
eine asymmetrische Form und/oder außenseitig angeordnete Mischelemente aufweisen,
die zu einer höheren Verwirbelung führen.
[0014] Durch die Rotationsbewegung des Schleuderrades im Betrieb und die dadurch entstehenden
Zentrifugalkräfte im Schleuderrad wird das Gas ausgehend von der Gaskammer durch die
radiale Austrittsöffnung aus dem Schleuderrad heraus geschleudert.
[0015] Damit bei der Radialbewegung jederzeit möglichst gleichmäßig viel Gas aus dem Schleuderrad
austritt, weist das Schleuderrad gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung
mindestens zwei Gaskammern mit jeweils einer radialen Austrittsöffnung auf. Alternativ
können bspw. auch drei, vier oder mehr Gaskammern mit jeweils eigener radialen Austrittsöffnung
angeordnet sein.
[0016] Die Gaskammern sind vorteilhafterweise gleichmäßig groß, durch Stege getrennt und
erstrecken sich in Radialrichtung des Schleuderrades. Die Kammern sind dabei bevorzugt
um eine Mittelachse, bspw. um eine zentrale Gas-Eingangsöffnung am Schleuderrad angeordnet.
[0017] Um eine besonders gute Verteilung des Gases im Schleuderrad zu erreichen, insbesondere
bei einer Ausführungsform mit mehreren Gaskammern, weist das Schleuderrad gemäß einer
vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung einen zentralen Gas-Verteilungsraum zum
Verteilen des Gases in die Gaskammern auf. Hierdurch wird ein besonders gleichmäßiges
Befüllen der Gaskammern erreicht.
[0018] Der Gas-Verteilungsraum ist vorteilhafterweise zentral, d.h. mittig im Schleuderrad
angeordnet und steht zum einen in direkter Verbindung mit der Eingangsöffnung zum
Einströmen des Gases in den Gas-Verteilungsraum und zum anderen in direkter Verbindung
mit der Gaskammer/n. Hierdurch kann ein besonders kompaktes Schleuderrad bereitgestellt
werden, das ein sehr gleichmäßiges Ausströmen des Gases aus dem Schleuderrad gewährleistet.
Dies ermöglicht es wiederum, die Mischereinheit besonders kompakt auszugestalten,
was die Herstellung besonders platzsparender Vorrichtungen erlaubt.
[0019] Um die in die Flüssigkeit einzubringende Gasmenge zu erhöhen und eine weitere Verbesserung
der Verteilungsqualität des Gases in der Flüssigkeit zu erreichen, weist nach einer
Ausführungsform der Erfindung das Schleuderrad eine zusätzliche vertikale Austrittsöffnung
zum Ausströmen des Gases in den Mischbehälter auf. Unter einer vertikalen Austrittsöffnung
wird dabei eine sich in Rotationsachsenrichtung des Schleuderrades erstreckende Austrittsöffnung
verstanden. Sie kann bspw. auf der der Eingangsöffnung gegenüberliegenden Seite des
Schleuderrads angeordnet sein. Auch kann Sie der Eingangsöffnung direkt gegenüberliegen,
wodurch eine besonders kompakte Bauweise des Schleuderrades ermöglicht wird.
[0020] Die Austrittsöffnung steht bspw. über einen Kanal mit der Eingangsöffnung in Verbindung.
Auch kann die vertikale Austrittsöffnung bspw. mit dem Gas-Verteilungsraum in Verbindung
stehen oder dessen Bestandteil sein.
[0021] Nach einer Weiterbildung der Erfindung weist der Gas-Verteilungsraum eine kegelstumpfartige
Form auf. Der Gas-Verteilungsraum erweitert sich dabei ausgehend von der Eingangsöffnung
zur der der Eingangsöffnung gegenüberliegenden Seite des Schleuderrades, bspw. einer
vertikalen Austrittsöffnung.
[0022] Insbesondere wenn die vertikale Austrittsöffnung Bestandteil des Gasverteilungsraums
ist, gewährleistet die kegelstumpfartige Form einen besonders breiten Austritt des
Gases in die Flüssigkeit, d. h. das Gas wird aus der vertikalen Austrittsöffnung in
einen großen Flüssigkeitsbereich eingeleitet. Hinzu fördert die kegelstumpfartige
Form ein leichtes Einströmen des Gases in die radialen Gaskammern.
[0023] Um die Verteilung des Gases in der Flüssigkeit weiter zu verbessern, d.h. eine möglichst
gleichmäßige Verteilung in einer besonders kurzen Zeit zu erreichen, ist ein hoher
Verwirbelungsgrad in der Flüssigkeit und im Gas von besonderem Vorteil. Um insbesondere
den Verwirbelungsgrad des Gases zu erhöhen, ist besonders bevorzugt eine erste sich
von der radialen Austrittsöffnung zu einer Eintrittöffnung der Gasammer erstreckende
Seitenwand der Gaskammer im Querschnitt bogenförmig ausgebildet und eine zweite sich
von der radialen Austrittsöffnung zu der Eintrittsöffnung erstreckende Seitenwand
der Gaskammer im Querschnitt linear ausgebildet.
[0024] Eine Seitenwand ist somit eben (flach) während die ihr gegenüberliegende Seitenwand
eine (zumindest teilweise) konvexe oder konkave Form aufweist. Überraschenderweise
wird hierdurch eine deutlich verbesserte Gasaufnahme der Flüssigkeit und eine besonders
gleichmäßige Gasverteilung in der Flüssigkeit erreicht, die auf die Erhöhung des Verwirbelungsgrades
des Gases/der Flüssigkeit zurückzuführen ist.
[0025] Besonders bevorzugt ist die Eintrittsöffnung in die Gaskammer im Querschnitt tropfenförmig
ausgebildet. Hierdurch wird dem Gas im Betrieb, d.h. bei Rotation des Schleuderrades
das Einströmen in die Gaskammer erleichtert, so dass eine höhere Gasmenge / Zeiteinheit
durch den Gas-Verteilungsraum und somit durch das Schleuderrad strömen kann.
[0026] Um den Austausch des Schleuderrades bei bspw. Beschädigungen oder für Wartungsarbeiten
zu erleichtern, weist die Vorrichtung besonders bevorzugt einen zur Verbindung mit
dem Schleuderrad und mit einer Antriebswelle ausgebildeten Schleuderraddorn auf.
[0027] Der Schleuderraddorn ist zwischen der Antriebswelle und dem Schleuderrad angeordnet.
Er kann die Antriebswelle verlängern, um das Schleuderrad tiefer im Mischbehälter
zu positionieren. So ist es bspw. möglich, bei der Verwendung von unterschiedlichen
Mischbehälterhöhen, unterschiedlich lange Schleuderraddorne zu verwenden.
[0028] Der Schleuderraddorn weist eine Gasdurchgangsleitung auf, die gasdicht mit der Gasleitung
in der Antriebswelle und der Eingangsöffnung im Schleuderrad verbindbar ist. Für eine
besonders dauerhafte (wartungsarm, wenig reparaturanfällig) Verbindung ist der Schleuderraddorn
gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung in die Antriebswelle einführbar und
über eine Schnellkopplung mit dieser fixierbar ausgebildet.
[0029] Die Schnellkopplung ist mit Schraubbolzen als Verbindungsmittel ausgebildet, um eine
besonders einfache Fixierung des Schleuderraddorns an der Antriebswelle zu erreichen.
Die Schraubbolzen sind diagonal nach oben, d.h. in Richtung der Gasleitung und in
Richtung der Antriebseinheit in die Antriebswelle einschraubbar. Ein in die Antriebswelle
eingeführter Schleuderraddorn wird von den auf ihn wirkenden Schraubbolzen fest (gasdicht)
in die Antriebswelle gepresst.
[0030] Die Aufgabe der Erfindung wird weiter gelöst durch ein Verfahren zum Einbringen eines
Gases in eine Flüssigkeit mit einem Schleuderrad, wobei das Gas in Radialrichtung
des Schleuderrades und mittels einer Zentrifugalkraft in die Flüssigkeit eingetragen
wird.
[0031] Durch das Eintragen des Gases in Radialrichtung und die hohe Geschwindigkeit, die
das Gas durch die Drehbewegung des Schleuderrades erhält, wird das Gas in einem sehr
großen Bereich um das Schleuderrad verteilt und mit der Flüssigkeit vermischt. Außerdem
erfolgt eine besonders feine und gleichmäßige Verteilung des Gases in der Flüssigkeit,
so dass für die Leckageortung die Gasmenge/ Liter Flüssigkeit besonders gering sein
kann. Hierdurch können insbesondere hohe Kosten für die Bereitstellung des Gases eingespart
werden. Ferner ermöglicht das Schleuderrad, eine besonders kompakte und somit transportable
(mobile) Gas-Anreicherungsanlage bereitzustellen.
[0032] Durch die variable und voneinander unabhängige Gestaltbarkeit der Durchflussmenge
an Flüssigkeit durch den Mischbehälter und von Gas durch die Mischeinheit ist es außerdem
möglich, mit einer sehr kompakten mobilen Anlage eine große Menge Gas in besonders
kurzer Zeit in die Flüssigkeit einzubringen, wodurch die zum Auffinden von Leckagen
in Leitungen notwendigen Mengen an mit Gas versetzter Flüssigkeit erzeugt werden können.
[0033] Im Weiteren wird die Erfindung anhand mehrerer Ausführungsbeispiele näher beschrieben.
Es zeigt:
- Fig. 1
- in perspektivischer Darstellung eine schematische Ansicht einer Ausführungsform einer
Anlage zum Anreichern einer Flüssigkeit mit Gas;
- Fig. 2
- in einer perspektivischen Darstellung eine schematische Ansicht einer Ausführungsform
einer Mischeinheit aus Fig. 1;
- Fig. 3
- schematisch einen Querschnitt durch eine Mischeinheit aus Fig. 2;
- Fig. 4
- in perspektivischer Darstellung einer schematischen Ansicht einer Ausführungsform
eines Schleuderrades;
- Fig. 5
- schematisch einen Querschnitt durch ein Schleuderrad aus Figur 4.
[0034] In einer perspektivischen Ansicht zeigt Figur 1 eine transportable Anlage 1 zum Anreichern
einer Flüssigkeit mit einem Gas. Die Anlage 1 weist einen kesselförmigen Mischbehälter
2 auf, in den über eine durch einen Motor 3a betriebenen Pumpe 3 eine Flüssigkeit
eingebracht werden kann.
[0035] Auf der Oberseite des Mischbehälters 2 ist eine eine Mischeinheit 10 (siehe Fig.
2) antreibende Antriebseinheit 5 mit einem Antriebsmotor 5a, einem Keilriemen (nicht
dargestellt) und einer Keilriemenscheibe 15 (siehe Figur 2) angeordnet.
[0036] Der Mischbehälter 2 weist im Bereich seines Bodens ein Auslassventil 4 auf, aus dem
die im Mischbehälter mit einem Gas angereicherte Flüssigkeit bspw. in eine auf eine
Leckage zu untersuchende Leitung (hier nicht dargestellt) eingespeist werden kann.
Weiter sind in der Wand des Mischbehälters 2 mehrere Schaugläser 9 und eine Temperaturanzeige
9a zum Anzeigen der im Mischbehälter 2 herrschenden Temperatur angeordnet.
[0037] Der Mischbehälter 2 und die motorbetriebene Pumpe 3 sind zum besonders einfachen
Transport auf ein Grundgerüst 6 montiert. Ferner sind auf dem Grundgerüst 6 eine zum
Steuern der Anlage 1 ausgebildete Schalteinheit 7 und eine Gaseinheit 8 angeordnet,
wodurch eine kompakte Anreicherungsanlage 1 entsteht, die besonders flexibel und standortunabhängig
zum Einsatz kommen kann.
[0038] Die Figur 2 zeigt die Mischeinheit 10 mit der Keilriemenscheibe 15, einer Antriebswelle
11, einem mit der Antriebswelle 11 verbundenen Schleuderraddorn 12 und einem mit dem
Schleuderraddorn 12 verbundenem Schleuderrad 13.
[0039] Die Antriebswelle 11 ist ausgehend von der Keilriemenscheibe 15 in einem Lagergehäuse
16 drehbar gelagert. Unterhalb des Lagergehäuses 16 ist ein Verbindungsflansch 14
zum Verbinden der Mischeinheit 10 mit dem Mischbehälter 2 angeordnet.
[0040] An der Außenseite des Lagergehäuses 16 ist ein Gaseinlassventil 18 angeordnet, über
das das in die Flüssigkeit einzubringende Gas in das Lagergehäuse 16 eingeleitet wird.
Ober- und unterhalb des Gaseinlassventils 18 sind Schmiermittelventile 19a, 19b zum
Einbringen von Schmiermittel angeordnet, über die eine im Lagergehäuse 16 angeordnete
Antriebswellenlagerung 21a, 21b (siehe Figur 3) mit Schmiermittel versorgt wird.
[0041] Die Antriebswelle 11 tritt unterhalb des Verbindungsflansches 14 aus dem Lagergehäuse
16 aus und befindet sich -im montierten Zustand der Mischeinheit 10 am Mischbehälter
2-innerhalb des Mischbehälters 2.
[0042] Der an die Antriebswelle 11 anschließende Schleuderraddorn 12 ist mit einem ersten
Ende über eine Schnellkopplung 17 gasdicht mit der Antriebswelle 11 verbunden. An
dem dem ersten Ende gegenüberliegenden zweiten Ende des Schleuderraddorns 12 ist das
Schleuderrad 13 an dem Schleuderraddorn 12 lösbar und ebenfalls gasdicht fixiert.
Die Schnellkopplung 17 ermöglicht einen besonders einfachen Austausch des Schleuderraddorns
12 und des Schleuderrads 13.
[0043] Figur 3 zeigt die Mischeinheit 10 im Querschnitt. Die Mischeinheit 10 ist über ihren
Verbindungsflansch 14 mit dem Mischbehälter 2 verschraubt. Die Keilriemenscheibe 15
ist mit der Antriebswelle 11 verbunden, die Antriebswelle 11 ist im Lagergehäuse 16
über zwei Gleitlager 21a, 21b drehbar gelagert. Der Schleuderdorn 12 und das Schleuderrad
13 sind im Inneren des Mischbehälters 2 angeordnet.
[0044] Die Antriebswelle 11 weist eine Gasleitung 20 auf, die zentral in der Antriebswelle
11 angeordnet ist und mit dem Gaseinlassventil 18 in Verbindung steht. Der Schleuderraddorn
12 ist über die Schnellkopplung 17 mit der Antriebswelle 11 verbunden. Die Schnellkopplung
17 ist als lösbare Schraubverbindung mit diagonal nach oben, d.h. in Richtung der
Gasleitung 20 und der Keilriemenscheibe 15 zeigenden Schraubbolzen ausgebildet, die
in die Antriebswelle 11 einschraubbar sind und in den Schleuderraddorn 12 eingreifen.
[0045] Eine -ebenfalls zentral- im Schleuderraddorn 12 angeordnete Gasdurchgangsleitung
22 grenzt im Bereich der Schnellkopplung 17 gasdicht an die Gasleitung 20 der Antriebswelle
11 und im Bereich des Schleuderrades 13 ebenfalls gasdicht an eine (Gas-) Eingangsöffnung
27 des Schleuderrades 13, so dass ein über das Gasventil 18 in das Lagergehäuse 16
eingeleitetes Gas durch die Gasleitung 20 und durch die Gasdurchgangsleitung 22 direkt
in die Eingangsöffnung 27 des Schleuderrads 13 strömt.
[0046] Die Eingangsöffnung 27 im Schleuderrad 13 mündet in einem zentralen Gas-Verteilungsraum
23. An den Gas-Verteilungsraum 23 schließen vier sich radial verlaufende Gaskammern
24 an, die jeweils eine radiale Austrittsöffnung 25 aufweisen. Die Anzahl der Gaskammern
24 ist dabei flexibel gestaltbar. So können bspw. auch nur eine, zwei oder drei Gaskammern
24 oder bspw. auch fünf oder mehr Gaskammern 24 ausgebildet sein.
[0047] Der zentrale Gas-Verteilungsraum 23 ist in Längsachsenrichtung der Mischeinheit 10
als offener Raum ausgebildet, d.h., der Gas-Verteilungsraum 23 weist zusätzlich zu
den radialen Austrittsöffnungen 25 der Gaskammern 24 eine in Längsachsenrichtung verlaufende
vertikale Austrittsöffnung 26 auf.
[0048] Figur 4 zeigt das Schleuderrad 13 in einer perspektivischen Ansicht. Das Schleuderrad
13 ist dreiteilig -jedoch einstückig- ausgebildet und besteht aus einer oberen Schleuderscheibe
35, einem unteren Schleuderring 36 und die Schleuderscheibe 35 und den Schleuderring
36 verbindende Stege 32. Das Schleuderrad 13 weist -wie bereits oben erwähnt- vier
Gaskammern 24 auf, die von einer Unterseite der oberen Schleuderscheibe 35, einer
Oberseite des unteren Schleuderrings 36 und den Seitenflächen (Flanken 24a, 24b) der
Stege 32 gebildet werden. Die obere Schleuderscheibe 35 weist ein zentral angeordnetes
Verbindungselement 33 zum Verbinden (Anschrauben) der oberen Schleuderscheibe 35 mit
dem Schleuderraddorn 12 auf. Der Schleuderring 36 weist eine zentral angeordnete vertikale
Austrittsöffnung 26 auf.
[0049] Ausgehend von der Unterseite 28 des Schleuderringes 36 weist die vertikale Austrittsöffnung
26 eine Fase 29 (alternativ bspw. eine Rundung) auf. Der sich an die Fase 29 anschlie-βende
zentrale Gas-Verteilungsraum 23 weist in Richtung der Schleuderscheibe 35 eine sich
verjüngende kegelstumpfartige Form auf.
[0050] Durch die kegelstumpfartige Form und die Fase 29 wird eine besonders breite Verteilung
des aus der Austrittsöffnung 26 austretenden Gases erreicht, wodurch das Gas besonders
leicht und gleichmäßig in der Flüssigkeit verteilt wird.
[0051] An der Mantelfläche 30 des kegelstumpfartigen Gasverteilungsraums 23 sind (Gaskammer-)
Eintrittsöffnungen 31 angeordnet. Das durch die Eingangsöffnung 27 in den Gas-Verteilungsraum
23 einströmende Gas dringt durch die Eintrittsöffnungen 31 in die Gaskammer 24 ein,
strömt durch diese hindurch und tritt aus der radialen Austrittsöffnung 25 direkt
in die im Mischbehälter 2 vorhandene Flüssigkeit ein.
[0052] Im Betrieb dreht sich das Schleuderrad 13 mit einer Geschwindigkeit von bspw. ca.
600
U/
min, wobei wegen der wechselnden Bedingungen durch Temperaturschwankungen und unterschiedlichem
Verfahrensdruck durch Drehgeschwindigkeitsanpassungen im Bereich von vorzugsweise
300 bis 1000
U/
min die Gaseinbringung konstant gehalten werden kann. Das Gas wird vorzugsweise mit einem
den Wasserdruck im Behälter um ca. 0,5 bar übersteigenden Druck in den Gas-Verteilungsraum
23 gepresst. Damit zum einen das Gas besonders einfach -in großer Menge- in die Gaskammern
24 eindringt und zum anderen ein hoher Verwirbelungsgrad und somit eine gleichmäßigere
Vermischung des aus den Gaskammern 24 ausströmenden Gases mit der Flüssigkeit erreicht
wird, weist jeweils eine erste Flanke 24a der Gaskammer 24 einen bogenförmigen und
eine zweite Flanke 24b der Gaskammer 24 einen linearen Querschnitt auf. Hierdurch
ergibt sich im Bereich der Eintrittsöffnung 31 eine Tropfenform, die das Einströmen
des Gases in die Gaskammer 24 fördert. Durch Drehen des Mixers wird das innen befindliche
Wasser nach außen katapultiert und saugt dabei durch die Öffnung 31 neues Wasser von
unten in den Schleuderspalt zwischen den Flanken 24a, 24b.
[0053] Figur 5 zeigt das Schleuderrad 13 schematisch im Horizontalschnitt. Das Schleuderrad
13 weist vier zentral um die Eingangsöffnung 27 angeordnete gleich große Gaskammern
24 auf. Die Gaskammern 24 sind durch Stege 32 getrennt. Die Seitenflächen der Stege
32 bilden die Flanken der Gaskammern 24a, 24b. Ebenfalls zentral um die Eingansöffnung
27 sind vier Schraubendurchgangslöcher (Verbindungselement 33) zum Anschrauben des
Schleuderraddorns 12 ausgebildet.
[0054] Auf der Oberseite der oberen Schleuderscheibe sind viertelkugelige Ausnehmungen 34
angeordnet die eine zusätzliche Verwirbelung der Flüssigkeit und somit eine verbesserte
Gasaufnahmefähigkeit der Flüssigkeit bewirken.
Bezugszeichenliste
[0055]
- 1
- Anlage
- 2
- Mischbehälter
- 3
- Pumpe
- 3a
- Motor
- 4
- Auslassventil
- 5
- Antriebseinheit
- 5a
- Antriebsmotor
- 6
- Grundgerüst
- 7
- Schalteinheit
- 8
- Gaseinheit
- 9
- Schaugläser
- 9a
- Temperaturanzeige
- 10
- Mischeinheit
- 11
- Antriebswelle
- 12
- Schleuderraddorn
- 13
- Schleuderrad
- 14
- Verbindungsflansch
- 15
- Keilriemenscheibe
- 16
- Lagergehäuse
- 17
- Schnellkopplung
- 18
- Gaseinlassventil
- 19a, 19b
- Schmiermittelventile
- 20
- Gasleitung
- 21a, 21b
- Antriebswellenlagerung/Gleitlager
- 22
- Gasdurchgangsleitung
- 23
- Gas-Verteilungsraum
- 24
- Gaskammern
- 24a, 24b
- Flanken
- 25
- radiale Austrittsöffnung
- 26
- vertikale Austrittsöffnung
- 27
- (Gas-) Eingangsöffnung
- 28
- Unterseite
- 29
- Fase
- 30
- Mantelfläche
- 31
- (Gaskammer-) Eintrittsöffnungen
- 32
- Stege
- 33
- Verbindungselement
- 34
- Ausnehmungen
- 35
- Schleuderscheibe
- 36
- Schleuderring
1. Vorrichtung zur Gaseinbringung in eine Flüssigkeit mit einer in einem Mischbehälter
(2) angeordneten Mischeinheit (10), die ein Schleuderrad (13) mit einer radial angeordneten
Austrittsöffnung (25) zum Ausströmen eines Gases in den Mischbehälter (2) aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Schleuderrad (13) mindestens zwei Gaskammern (24) mit jeweils einer radialen
Austrittsöffnung (25) aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass am Schleuderrad (13) ein zentraler Gas-Verteilungsraum (23) zum Verteilen des Gases
in die Gaskammern (24) angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schleuderrad (13) eine vertikale Austrittsöffnung (26) zum Ausströmen des Gases
in den Mischbehälter (2) aufweist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Gas-Verteilungsraum (23) eine kegelstumpfartige Form aufweist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ausgehend vom Gas-Verteilungsraum (23) eine Eintrittsöffnung (31) zum Einströmen
des Gases in die Gaskammer (24) ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- eine erste sich von der radialen Austrittsöffnung (25) zur Eintrittöffnung (31)
erstreckende Seitenwand (24a) der Gaskammer (24) bogenförmig ausgebildet ist und/oder
- eine zweite sich von der radialen Austrittsöffnung (25) zur Eintrittöffnung (31)
erstreckende Seitenwand (24b) der Gaskammer (24) im Querschnitt linear ausgebildet
ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Eintrittsöffnung (31) tropfenförmig ausgebildet ist.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein zur Verbindung mit dem Schleuderrad (13) und mit einer Antriebswelle (11) ausgebildeter
Schleuderraddorn (12) angeordnet ist.
10. Verfahren zum Einbringen eines Gases in eine Flüssigkeit, mit einem Schleuderrad (13),
wobei das Gas in Radialrichtung des Schleuderrades (13) und mittels einer Zentrifugalkraft
in die Flüssigkeit eingebracht wird.