[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erzeugen eines Druckbildes auf
einem rotierenden, dreidimensionalen Körper mit den Merkmalen des Oberbegriffs von
Anspruch 1.
[0002] Aus der
US 7,955,456 B2 ist bereits das Inkjet-Bedrucken von Blisterverpackungen bekannt. Diese weisen eine
im Wesentlichen zweidimensionale zu bedruckende Siegelfolie auf und werden linear
gefördert. Trotz hoher Produktionsgeschwindigkeiten ist das Bedrucken an sich daher
problemlos möglich. Weitaus schwieriger ist das Bedrucken von dreidimensional ausgeformten
Körpern mit im Raum gekrümmten Außenoberflächen, insbesondere da diese Körper für
das Bedrucken zumeist rotiert werden müssen.
[0003] Es ist jedoch auch bereits bekannt, rotierende, dreidimensionale Körper, z.B. Flaschen
in Abfüllanlagen, mittels einer Tintenstrahl- Druckeinheit zu bedrucken und es ist
dabei auch bereits das Problem erkannt worden, dass die rotierenden Körper Abweichungen
von ihrer Soll-Position aufweisen können und dadurch Störungen im zu erzeugenden Druckbild
hervor gerufen werden können.
[0004] Die
DE 10 2009 003 810 A1 beschreibt z.B. eine Anlage zum Bedrucken von Behältern. Es wird darin das Problem
angesprochen, dass die Zentrierung der Halterung bzw. des Behälters kritisch ist für
das Bedrucken bei üblichen 600 dpi und hohen Fördergeschwindigkeiten. Die Lösung des
Problems besteht nun darin, dass der Druckkopf selbsttätig verstellbar ist, wobei
Sensoren zum Einsatz kommen, die den Ort und die Winkellage des Behälters bestimmen
und diese Werte einer Steuereinrichtung zuleiten. Eine Anpassung der Taktung für die
Tintenstrahl-Druckeinheit ist jedoch nicht beschrieben.
[0005] Die
DE 10 2009 014 663 A1 beschreibt die berührungslose (elektrooptische o. elektromagnetische) Bestimmung
der Drehposition von Flaschen mittels Sensoreinheit und Messmarken. In Absatz 20 ist
dabei explizit beschrieben, dass die Behälterlängsachse BA näherungsweise der Drehachse
DA entspricht: exzentrisch rotierende Flaschen werden somit nicht als Problem erkannt
und entsprechend auch keine Lösung angeboten. Auch eine Anpassung der Taktung ist
nicht beschrieben.
[0006] Exzentrisch auf einem Drehteller positionierte Körper ändern jedoch, selbst bei konstanter
Winkelgeschwindigkeit des Drehtellers, ständig ihren Abstand zu einer ortsfesten Druckeinheit,
wodurch der der Druckeinheit zugewandte und zu bedruckende Oberflächenabschnitt des
Körpers eine ständige Änderung der Bahngeschwindigkeit erfährt. Hierdurch kann es
zu merklichen und daher unerwünschten Fehlern im zu erzeugenden Druckbild infolge
einer sich ändernden Druckauflösung kommen. Ähnliche Probleme können auftreten, wenn
der Körper zwar zentriert auf dem Drehteller aufgenommen ist, seine Außenoberfläche
im zu bedruckenden Abschnitt jedoch nicht zylinderförmig bzw. zylinderabschnittförmig
ist oder sich die Winkelgeschwindigkeit des Drehtellers ändert. Eine direkte Messung
der Bandgeschwindigkeit bzw. deren Änderung ist jedoch nicht mit einfachen Mitteln
möglich.
[0007] Vor diesem Hintergrund ist es
Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein gegenüber dem Stand der Technik verbessertes Verfahren
zu schaffen, welches es ermöglicht, rotierende, dreidimensionale Körper mit einer
gewünschten Druckauflösung zu bedrucken, selbst wenn sich die Bahngeschwindigkeit
des zu bedruckenden und daher einer Druckeinheit zugewandten Oberflächenabschnitts
ändert.
[0008] Diese Aufgaben werden erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen von Anspruch
1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den zugehörigen
Unteransprüchen sowie aus der Beschreibung und den zugehörigen Zeichnungen.
[0009] Ein
erfindungsgemäßes Verfahren zum Erzeugen eines Druckbildes auf einem rotierenden, dreidimensionalen Körper, wobei
eine Tintenstrahl-Druckeinheit mit mehreren, im Wesentlichen auf einer Geraden angeordneten
Tintenstrahldüsen zum Drucken mit einem Drucktakt vorgesehen ist, der Körper um eine
zur Geraden im Wesentlichen parallelen Rotationsachse rotiert, und ein Motor zum Antreiben
der Rotation des Körpers vorgesehen ist, und mit den Verfahrensschritten: Vorgeben
einer Grundfrequenz f
0(t) für das Ansteuern des Motors, Ansteuern des Motors mit der Grundfrequenz f
0(t), und Vorgeben eines mittleren Radius R
0 des Körpers, zeichnet sich durch die weiteren Verfahrensschritte aus: Bestimmen der
Radiusänderung ΔR(t) des Körpers während des Rotierens des Körpers, Berechnen eines
Korrekturwertes k(t) für einen Drucktakt der Druckeinheit, wobei k(t) = 1 + ΔR(t)
/ R
0, und Ansteuern der Druckeinheit mit einer Frequenz f(t) für den Drucktakt wobei f(t)
= f
0(t) · k(t).
[0010] Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht es in vorteilhafter Weise, rotierende,
dreidimensionale Körper, z.B. Flaschen, bzw. deren (Außen-) Oberflächen oder Abschnitte
davon mit einer gewünschten Druckauflösung, z.B. mit einem konstanten dpi-Wert, im
Tintenstrahlverfahren zu bedrucken, selbst wenn sich die Bahngeschwindigkeit des zu
bedruckenden und daher einer Tintenstrahl-Druckeinheit zugewandten Oberflächenabschnitts
ändert. Erfindungsgemäß wird während des Rotierens des Körpers dessen Radiusänderung
an einer bevorzugt festen Messstelle bestimmt. Diese Radiusänderung an der Messstelle
kann sich z.B. aus einer exzentrischen Positionierung des Körpers, aus dessen nicht
zylindrischer Form oder aus einer Änderung der Winkelgeschwindigkeit der Rotation
des Körpers ergeben.
[0011] Aus der Radiusänderung wird erfindungsgemäß ein Korrekturwert berechnet und die Druckeinheit
mit einer gegenüber der Grundfrequenz korrigierten Frequenz angesteuert. Somit wird
der Drucktakt für die Tintenstrahldüsen erfindungsgemäß an die Radiusänderung und
die damit einhergehende Änderung der Bahngeschwindigkeit des zu bedruckenden (Außen-)
Oberflächenabschnitts an der Druckstelle angepasst.
[0012] Die Messstelle und die Druckstelle sind daher bevorzugt so gewählt, dass diese zumindest
eine Korrelation aufweisen. Es kann z.B. die Messstelle in Rotationsrichtung des Körpers
vor der Druckstelle liegen und die räumliche Distanz in eine zeitliche Distanz umgerechnet
und bei der Ansteuerung der Druckeinheit berücksichtigt werden. Die Messstelle kann
auch im Wesentlichen identisch mit der Druckstelle sein oder parallel zur Rotationsachse
versetzt sein (letzteres bevorzugt im Falle eines sich in Richtung der Rotationsachse
nicht ändernden Radius des Körpers).
[0013] In dieser Anmeldung sind gewisse Variablen als von der Zeit t abhängig angegeben,
z.B. f
0(t), ΔR(t), k(t) und f(t). Alternativ dazu können diese Variablen auch als vom Winkel
α der Rotation abhängig angegeben werden, wobei α = ω(t) · t gilt, mit ω(t) als Winkelgeschwindigkeit
der Rotation. Bei konstanter Winkelgeschwindigkeit ω
0 ist es dabei ausreichend, die Variablen für die Werte α = 0 bis 360° anzugeben oder
sogar in einem engeren Winkelbereich, falls nur in diesem gedruckt werden soll.
[0014] Das Bestimmen der Radiusänderung erfolgt bevorzugt im Wesentlichen zeitlich unmittelbar
vor dem Bedrucken. Gemäß einer Alternative kann jedoch auch vorgesehen sein, das Bestimmen
der Radiusänderung bereits eine Zeitspanne, z.B. einige Sekunden oder Minuten, vor
dem Bedrucken durchzuführen und das Ergebnis in einer Steuerkurve abzulegen und diese
beim Bedrucken für die Frequenz-Korrektur zu nutzen. Sofern das Problem der Radiusänderung
im Wesentlichen allein durch die (Außen-) Form des Körpers hervorgerufen wird, kann
dessen Form bzw. Radiusänderung bei einer vollständigen Rotation auch dauerhaft gespeichert
werden und immer dann abgerufen werden, wenn solche Körper bedruckt werden.
[0015] Eine bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich dadurch
auszeichnen, dass das Bestimmen der Radiusänderung ΔR(t) als berührungsloses Messen
mit einem Entfernungsmesser erfolgt, insbesondere mit einem Triangulations-Messgerät.
Gegenüber nicht berührungslos arbeitenden Entfernungsmessern bzw. Sensoren ergibt
sich der Vorteil, dass keine störenden Einflüsse auf die zu bedruckende oder bereits
bedruckte Oberfläche, z.B. durch Verformung oder Abrieb, ausgeübt werden und dadurch
Fehler im Druckbild in vorteilhafter weise vermieden werden können. Triangulations-Messgeräte
bzw. -sensoren haben zudem den Vorteil, dass im Wesentlichen alle Materialien erfasst
werden können und dass diese sehr schnelle Messungen erlauben. Alternativ kann auch
vorgesehen sein, kapazitiv oder induktive arbeitende Abstandssensoren einzusetzen.
[0016] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich
dadurch auszeichnen, dass mit dem Entfernungsmesser der Abstand D(t) zwischen den
Tintenstrahldüsen und der Oberfläche des Körpers an der Stelle gemessen wird, an der
die Tintentropfen auf die Oberfläche treffen sollen, wobei ΔR(t) = D(t)
M - D(t) gilt, mit D(t)
M als zeitlicher Mittelwert von D(t). Insbesondere beim Einsatz eines Triangulations-Messgeräts
ist diese Vorgehensweise von Vorteil, da das Gerät die Distanz zur Oberfläche, also
den Abstand D(t) direkt zu messen erlaubt. Aus diesem Abstand lässt sind die Radiusänderung
berechnen.
[0017] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich
dadurch auszeichnen, dass für den zeitlichen Mittelwert D(t)
M = D
0 - R
0 gilt, mit D
0 als Abstand zwischen den Tintenstrahldüsen und der Rotationsachse. Sofern also D
0 und R
0 bekannt sind, ist die Bestimmung von D(t) und damit auch von ΔR(t) sehr einfach,
beispielsweise beim Bedrucken von Flaschen mit konstantem Radius R
0 im zu bedruckenden Oberflächenabschnitt und beim Positionieren dieser Flaschen auf
einem Drehteller mit Rotationsachse im konstanten Abstand D
0 zu den Tintenstrahldüsen.
[0018] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich
dadurch auszeichnen, dass das Vorgeben eines mittleren Radius R
0 des Körpers auf dem Bestimmen von R
0 = D
0 - D(t)
M beruht, mit D
0 als Abstand zwischen den Tintenstrahldüsen und der Rotationsachse und mit D(t)
M als zeitlicher Mittelwert von D(t). Sofern also z.B. der Körper eine unregelmäßige
(Außen-) Form aufweist, im Gegensatz z.B. zu einer Flasche mit bekanntem und konstantem
R
0, kann in vorteilhafter Weise über eine Mittelwertbildung über einen Zeitraum, der
einer Drehung um 360° entspricht (oder weniger, wenn nur ein Umfangsabschnitt bedruckt
werden soll), R
0 nach der angegebenen Formel berechnet werden.
[0019] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich
durch den weiteren Verfahrensschritt auszeichnen: Vorgeben einer Winkelgeschwindigkeit
ω(t) der Rotation des Körpers, wobei für die Grundfrequenz f
0(t) = ω(t) · R
0 /a gilt, mit a als Auflösung des Druckbildes. Aufgrund der Proportionalität zwischen
der Winkelgeschwindigkeit und der Grundfrequenz, kann letztere bei Kenntnis der beim
Drucken zu erzielenden Auflösung (z.B. als kleinster gewünschter Abstand der Druckpunkte
in Umfangsrichtung) auf einfache Weise berechnet werden.
[0020] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich
dadurch auszeichnen, dass die Winkelgeschwindigkeit eine Konstante ω
0 ist und somit auch die Grundfrequenz eine Konstante f
0 ist, wobei f
0 = (ω
0 · R
0 / a.
[0021] Eine weitere bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich
dadurch auszeichnen, dass das Berechnen des Korrekturwertes k(t) im Wesentlichen kontinuierlich
erfolgt. Es kann z.B. vorgesehen sein, die Radiusänderung kontinuierlich zu bestimmen,
zumindest kontinuierlich während einer vollständigen Umdrehung des Körpers (oder weniger,
wenn nur ein Umfangsabschnitt bedruckt werden soll) und aus dem Wert für ΔR(t) den
Wert von k(t) und daraus den Wert von f(t) für die Ansteuerung zu berechnen. Wenn
die Messstelle mit der Druckstelle im Wesentlichen zusammenfällt oder der zeitliche
Versatz Δt zwischen Messen und Drucken bekannt ist, kann in vorteilhafter Weise bei
Einsatz schneller Rechner und Datenverbindungen im Wesentlichen eine Echtzeitkorrektur
der Steuerfrequenz f(t) erfolgen, ggf. mit einem Zeitversatz um Δt.
[0022] Im Rahmen der Erfindung ist auch eine Vorrichtung zur Durchführung des oben genannten
erfindungsgemäßen Verfahrens und dessen Weiterbildungen zu sehen. Eine solche Vorrichtung
weißt die für die Durchführung der erfindungsgemäßen Verfahrensschritte erforderlichen
Komponenten auf: eine Tintenstrahl-Druckeinheit mit Steuerung, einen Motor mit Steuerung,
einen Entfernungsmesser und einen Rechner für die Berechnungen des Korrekturwertes.
[0023] Die beschriebene Erfindung und die beschriebenen, vorteilhaften Weiterbildungen der
Erfindung stellen auch in Kombination miteinander vorteilhafte Weiterbildungen der
Erfindung dar.
[0024] Die Erfindung als solche sowie konstruktiv und/oder funktionell vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung werden nachfolgend unter Bezug auf die zugehörige Zeichnung anhand eines
bevorzugten Ausführungsbeispiels näher beschrieben.
[0025] Die
Zeichnung zeigt:
- Fig. 1
- Eine schematische Darstellung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Verfahrens anhand der Abläufe beim Betrieb einer Vorrichtung zum Bedrucken von rotierenden
Körpern.
[0026] Figur 1 zeigt eine Vorrichtung 1 zum Bedrucken, d.h. zum Erzeugen eines Druckbildes, von
rotierenden, dreidimensionalen Körpern 2. Beispielhaft ist eine zu bedruckende Flasche
gezeigt, wobei nicht die komplette Oberfläche 3 der Flasche, sondern nur ein Abschnitt
4, z.B. ein Etikett oder eine Banderole, bedruckt werden soll. Die Flasche ist im
Wesentlichen rotationssymmetrisch, jedoch ist sie nicht zentriert auf einem Drehteller
5 aufgenommen, d.h. ihre Symmetrieachse fällt nicht mit der Rotationsachse A des Drehtellers
zusammen. Durch die (in der Regel unerwünschte) exzentrische Aufnahme auf dem Drehteller
kommt es während der Rotation des Drehtellers und damit des Körpers zu einem sich
mit der Zeit t ändernden Abstand D(t) zwischen der Oberfläche des Körpers und einer
Tintenstrahl-Druckeinheit 6 bzw. deren im Wesentlichen auf einer Geraden G angeordneten
Tintenstrahldüsen 7 und zu einem sich zeitlich ändernden Radius R(t). R(t) wird dabei
als Abstand der zur Tintenstrahl-Druckeinheit gerichteten Oberfläche des Körpers (die
Stelle der Oberfläche, an der die Tintentropfen 8 auf die Oberfläche treffen sollen)
zur Rotationsachse bestimmt. Die Rotationsachse ist im Wesentlichen parallel zur Geraden
G ausgerichtet. Mit D
0 ist der im Wesentlichen konstante Abstand zwischen den Tintenstrahldüsen und der
Rotationsachse und mit R
0 der mittlere Radius des Körpers, im Beispiel der im Wesentlichen konstante Radius
der Flasche, bezeichnet. ΔR(t) bezeichnet die Radiusänderung zwischen der zur Tintenstrahl-Druckeinheit
gerichteten Oberfläche des Körpers und der zur Tintenstrahl-Druckeinheit gerichteten
Oberfläche eines imaginären, zentriert auf dem Drehteller aufgenommenen Körpers 2'.
Der Abstand zwischen der zur Tintenstrahl-Druckeinheit gerichteten Oberfläche des
imaginären Körpers und der Tintenstrahl-Druckeinheit wird mit D(t)
M bezeichnet. D(t)
M kann auch als ein zeitlicher Mittelwert des sich mit der Zeit t ändernden Abstands
D(t) aufgefasst werden.
[0027] Die Vorrichtung 1 weist ferner einen Entfernungsmesser 8, insbesondere ein Triangulations-Messgerät,
auf, mit dem das Bestimmen der Radiusänderung ΔR(t) als berührungsloses Messen erfolgt.
Der Entfernungsmesser misst dabei zunächst den Wert von D(t). Aus diesem Wert und
seinem Mittelwert D(t)
M kann ΔR(t) nach der Formel ΔR(t) = D(t)
M - D(t) berechnet werden. Diese Berechnung kann in einer Steuereinheit 10 erfolgen,
der das Messergebnis D(t) zur Verfügung gestellt wird. Im einfachen Fall des Beispiels
der Flasche mit konstantem und bekanntem Radius R
0 kann D(t)
M einfach nach der Formel D(t)
M = D
0 - R
0 bestimmt werden, woraus sich ΔR(t) = D
0 - R
0 - D(t) ergibt. Andererseits kann das Vorgeben des mittleren Radius R
0 des Körpers (z.B. wenn dieser Körper nicht-rotationssymmetrisch, abgeflacht oder
unregelmäßig geformt ist) auf dem Bestimmen von R
0 = D
0 - D(t)
M beruhen.
[0028] Weiterhin zeigt Figur 1 einen Motor 11 zum Antreiben der Rotation des Körpers 2,
d.h. im gezeigten Beispiel zum rotativen Antreiben des Drehtellers 5. Der Motor wird
mit einer vorgegebenen Grundfrequenz f
0(t) angesteuert. Zum Beispiel kann eine Winkelgeschwindigkeit ω(t) der Rotation des
Körpers von der Steuereinheit 10 vorgegeben und einer Motorsteuereinheit 12 und von
dieser dem Motor übergeben werden, wobei für die Grundfrequenz f
0(t) = ω(t) · R
0 / a gilt, mit a als Auflösung des Druckbildes. Sofern die vorgegebene Winkelgeschwindigkeit
eine Konstante ω
0 ist, ist auch die Grundfrequenz eine Konstante fo, wobei f
0 = ω
0 · R
0 / a gilt. Im einfachen Fall wird z.B. ein rotationssymmetrischer Körper 2 mit kontantem
Radius R
0 mit einer konstanten Winkelgeschwindigkeit ω
0 gedreht, wobei der Körper exzentrisch rotiert.
[0029] Die Tintenstrahldüsen 7 benötigen zum Drucken einen Drucktakt f(t), mit welchem die
Tintentropfen ausgestoßen werden. Dieser Drucktakt wird von der Steuereinheit 10 als
eine Frequenz erzeugt und einer Drucksteuereinheit 13 und von dieser der Druckeinheit
6 übermittelt. Das Ansteuern der Druckeinheit mit einer Frequenz f(t) für den Drucktakt
erfolgt erfindungsgemäß nach der Formel f(t) = f
0(t) · k(t), wobei k(t) ein Korrekturwert gegenüber der Frequenz, mit der der Motor
11 angesteuert wird, ist. Das Berechnen dieses Korrekturwertes k(t) für den Drucktakt
der Druckeinheit erfolgt erfindungsgemäß nach der Formel k(t) = 1 + ΔR(t) / R
0. Folgendes Beispiel macht das zugrunde liegende Prinzip deutlich: Kommt der Körper
2 der Druckeinheit 6 mit seiner Oberfläche 3, z.B. aufgrund seiner exzentrischen Positionierung,
während der Rotation näher, so erhöht sich die Bahngeschwindigkeit der Oberfläche
an der Stelle, an der die Tintentropfen 8 auftreffen sollen, da diese Stellen nun
einen größeren Abstand (Radius R(t)) zur Rotationsachse A aufweisen. Daher müssen
die Tintentropfen, um eine vorgegebene Auflösung a beizubehalten, mit höherer Frequenz
ausgestoßen werden. Entfernt sich die Oberfläche, so verringert sich die Bahngeschwindigkeit
und die Frequenz muss entsprechend gesenkt werden.
[0030] Das Berechnen des Korrekturwertes k(t) erfolgt bevorzugt im Wesentlichen kontinuierlich.
Hierzu wird kontinuierlich (oder quasikontinuierlich bzw. getaktet mit einer Taktfrequenz
in der Größenordnung der Druckfrequenz oder höher) mit dem Entfernungsmesser 9 der
Abstand D(t) gemessen und dieser Wert in der Steuereinheit 10 für die Berechnen des
Korrekturwertes k(t) und für die Ansteuerung der Druckeinheit 9 mit dem Drucktakt
f(t) = f
0(t) · k(t) verwendet.
Bezugszeichenliste
[0031]
- 1
- Vorrichtung
- 2
- Körper
- 2'
- imaginärer Körper
- 3
- Oberfläche
- 4
- Abschnitt
- 5
- Drehteller
- 6
- Tintenstrahl-Druckeinheit
- 7
- Tintenstrahldüsen
- 8
- Tintentropfen
- 9
- Entfernungsmesser
- 10
- Steuereinheit
- 11
- Motor
- 12
- Motorsteuereinheit
- 13
- Drucksteuereinheit
- A
- Rotationsachse
- G
- Gerade
- D(t)
- Abstand
- D(t)M
- mittlerer Abstand
- D0
- Abstand
- R(t)
- Radius
- ΔR(t)
- Radiusänderung
- R0
- mittlerer Radius
1. Verfahren zum Erzeugen eines Druckbildes auf einem rotierenden, dreidimensionalen
Körper, wobei eine Tintenstrahl-Druckeinheit (6) mit mehreren, im Wesentlichen auf
einer Geraden (G) angeordneten Tintenstrahldüsen (7) zum Drucken mit einem Drucktakt
vorgesehen ist, der Körper (2) um eine zur Geraden (G) im Wesentlichen parallelen
Rotationsachse (A) rotiert, und ein Motor (11) zum Antreiben der Rotation des Körpers
(2) vorgesehen ist, und mit den Verfahrensschritten:
Vorgeben einer Grundfrequenz f0(t) für das Ansteuern des Motors (11),
Ansteuern des Motors (11) mit der Grundfrequenz f0(t), und
Vorgeben eines mittleren Radius R0 des Körpers (2),
gekennzeichnet durch die weiteren Verfahrensschritte:
Bestimmen der Radiusänderung ΔR(t) des Körpers (2) während des Rotierens des Körpers
(2),
Berechnen eines Korrekturwertes k(t) für einen Drucktakt der Druckeinheit (6), wobei
k(t) = 1 + ΔR(t) / R0, und
Ansteuern der Druckeinheit (6) mit einer Frequenz f(t) für den Drucktakt wobei f(t)
= f0(t) · k(t).
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Bestimmen der Radiusänderung ΔR(t) als berührungsloses Messen mit einem Entfernungsmesser
(9) erfolgt, insbesondere mit einem Triangulations-Messgerät.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass mit dem Entfernungsmesser (9) der Abstand D(t) zwischen den Tintenstrahldüsen (7)
und der Oberfläche (3) des Körpers (2) an der Stelle gemessen wird, an der die Tintentropfen
auf die Oberfläche treffen sollen, wobei ΔR(t) = D(t)M - D(t) gilt, mit D(t)M als zeitlicher Mittelwert von D(t).
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass für den zeitlichen Mittelwert D(t)M = D0 - R0 gilt, mit D0 als Abstand zwischen den Tintenstrahldüsen (7) und der Rotationsachse (A).
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Vorgeben eines mittleren Radius R0 des Körpers (2) auf dem Bestimmen von R0 = D0 - D(t)M beruht, mit D0 als Abstand zwischen den Tintenstrahldüsen (7) und der Rotationsachse (A) und mit
D(t)M als zeitlicher Mittelwert von D(t).
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
den weiteren Verfahrensschritt:
Vorgeben einer Winkelgeschwindigkeit ω(t) der Rotation des Körpers (2), wobei für
die Grundfrequenz f0(t) = ω(t) · R0 / a gilt, mit a als Auflösung des Druckbildes.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Winkelgeschwindigkeit eine Konstante ω0 ist und somit auch die Grundfrequenz eine Konstante f0 ist, wobei f0 = ω0 · R0 / a.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Berechnen des Korrekturwertes k(t) im Wesentlichen kontinuierlich erfolgt.