[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Element für den Straßenbau zum Verschluss
von Fugen mit Fugenflanken und einem Fugengrund.
[0002] Zum Verschluss von Fugen im Straßenbau sind insbesondere Fugenbänder bekannt, welche
zur Herstellung von Nähten und von Anschlüssen verwendet werden. Nähte entstehen bei
einem Verbund von nebeneinander liegenden Einbaubahnen aus Mischgut mit vergleichbaren
Eigenschaften, während als Anschlüsse Verbindungen von Einbahnbahnen aus Mischgut
mit unterschiedlichen Eigenschaften bezeichnet werden. Ein Bespiel hierzu ist ein
Anschluss von Walzasphalt an Gussasphalt und umgekehrt. Anschlüsse bilden sich insbesondere
auch bei einem Bauen "neu" gegen "alt", da allein durch die Liegedauer der alten Einbaubahn
ein Unterschied in den Eigenschaften zu der einzubringenden neuen Einbaubahn beziehungsweise
des hierfür verwendeten Deckschichtmateriales besteht. Ein derartiges Bauen alt gegen
neu findet nicht nur bei einer grundsätzlichen Sanierung von Einbaubahnen, sondern
auch im Rahmen kleinerer oder größerer Reparaturen von Einbaubahnen oder aber beim
Schließen von Leitungsgräben statt. Dabei kann auch vorgesehen sein, dass nicht in
einem Arbeitsgang herstellbare Einbaubahnen in mehrere kleinere Teilabschnitte aufgeteilt
werden, wobei dann wiederum die Notwendigkeit eines insbesondere dichtenden Anschlusses
der Einbaubahn aus dem neuen Deckschichtmaterial an die vorhandene Einbaubahn besteht.
Aber auch bei der Anpassung von Einbauten wie Abdeckungen von Abwasseranschlüssen
wie Kanaldeckel oder Schieberklappen und bei Randeinfassungen entstehen Anschlüsse,
welche verschlossen werden müssen.
[0003] Außer Fugenbändern ist zum Verschluss insbesondere von Nähten auch der Einsatz kalt
oder heiß verarbeitbarer Vergussmassen bekannt. Die Fugenbänder als auch die Vergussmassen
weisen dabei überwiegend eine bituminöse Basis auf, wobei jedoch insbesondere bei
kalt verarbeitbaren Vergussmassen auch solche eingesetzt werden können, welche kein
Bitumen umfassen.
[0004] Durch die aus dem Stand der Technik bekannten Fugenbänder und Vergussmassen wird
ein über die gesamte Fugentiefe verlaufender Bereich geschaffen, welcher im Wesentlichen
wasserundurchlässig ist. Allenfalls Risse, welche bei einer nicht ordentlichen Verarbeitung
entstehen können, ermöglichen den nicht gewünschten Durchtritt von Wasser, aber gegebenenfalls
auch von sonstigen Flüssigkeiten, wie bei Unfällen ausgelaufenes Benzin oder Motorenöle.
[0005] Werden jedoch die aus dem Stand der Technik bekannten Fugenbänder beziehungsweise
Vergussmaterialien eingesetzt zur Herstellung von Nähten beziehungsweise Anschlüssen
bei wasserdurchlässigen Einbaubahnen, welche unter den Begriffen Drainasphalt beziehungsweise
Flüsterasphalt bekannt sind und aus offenporigen Deckschichtmaterialien (offenporiger
Asphalt (OPA)) erstellt werden können, wird im schlechtesten Fall mittels den aus
dem Stand der Technik bekannten Techniken, insbesondere bei einer hinreichenden Fugentiefe,
ein Wasserabfluss verhindert aufgrund der durch Fugenbänder beziehungsweise Vergussmaterialien
gebildeten Barriere. Straßendecken mit wasserdurchlässigen Einbaubahnen umfassen eine
wasserdurchlässige Deckschicht, unter welcher eine Binderschicht angeordnet ist, deren
Oberfläche im Wesentlichen wasserundurchlässig zur Ableitung von Wasser entlang des
beispielsweise Straßengefälles ausgebildet ist. Aufgrund dieser Sperrschicht und dem
bestehenden Gefälle können daher die wasserdurchlässigen Deckschichten entwässert
werden.
[0006] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Lösung zur Verfügung zu stellen,
mittels welcher Fugen im Straßenbau insbesondere auch bei Einsatz wasserdurchlässiger
Straßenbaumaterialien eine Entwässerung ermöglicht ist.
[0007] Diese Aufgabe wird durch ein Element für den Straßenbau zum Verschluss von Fugen
mit Fugenflanken und einem Fugengrund gelöst, umfassend, einen Grundkörper und einen
ersten, dem Vergussmaterial zugewandten Teil, welcher für das Vergussmaterial im Wesentlichen
undurchlässig ist. Dieser erste Teil des Elementes dient dazu, eine vollständige Verfüllung
einer Fuge mit dem vom erfindungsgemäßen System weiterhin umfassten Vergussmaterial
zu verhindern, wodurch dann letztendlich wieder eine vollständig wasserundurchlässige
Barriere geschaffen werden würde. Des Weiteren wird durch diesen ersten Teil des Elementes
bei geeigneter Ausbildung desselben ein Freiraum gleich welcher Art geschaffen, durch
welchen Wasser ablaufen kann, so dass hier keine Barriere in einer Deckschicht für
Wasser geschaffen wird, und dieses vielmehr in Richtung des Gefälles oberhalb der
Sperrschicht ablaufen und damit die Fahrbahn entwässert werden kann, und wobei das
Element den Abfluss von Wasser ermöglicht. Erfindungsgemäß weist das Element im ersten
Teil jeder der Fugenflanken zugeordnet mindestens ein Anlageelement auf. Dieses Anlageelement
kann dabei bevorzugt flexibel ausgebildet sein, und ist insbesondere auch aufstellbar
ausgebildet, um sich so unterschiedlichen Fugenbreiten anzupassen. Eine gewisse Gelenkigkeit
des Anlageelementes ist dabei bevorzugt. Das Anlageelement kann dabei beispielsweise
schwalbenschwanzartig, bezogen auf den Querschnitt, ausgebildet sein. Aber auch jeder
andere, dem Fachmann sofort eingängiger Querschnitt eines derartigen Anlageelementes
ist vom Gegenstand der vorliegenden Erfindung umfasst. Die Anlageelemente sind dabei
beispielsweise ausgehend von der Oberseite oder aber dem oberen Bereich der Seitenflächen
des Grundkörpers des Elementes angeordnet. Der erste, für das Vergussmaterial undurchlässige
Teil kann bei einer derartigen Ausbildung gebildet werden durch den Oberflächenbereich
des Grundkörpers sowie die bevorzugt an diesem angeordneten und den Fugenflanken zugeordneten
Anlageelementen. Die Anlageelemente legen sich über die gesamte Länge des Elementes
an die Fugenflanken an. Alternativ sind auch Ausbildungen möglich, wobei lediglich
ein Anlageelement eingesetzt ist. Beispielsweise kann durch den Grundkörper selbst
eine dichtende Anlage an einer Fugenflanke erzielt werden, wohingegen eine dichtende
Anlage an die gegenüberliegende Fugenflanke durch ein Anlageelement zur Verfügung
gestellt ist. Das Anlageelement verhindert ebenso wie der erste Teil ein Durchsickern
des Vergussmateriales, und ist vorzugsweise auch wasserundurchlässig ausgebildet.
[0008] Ein System umfasst mindestens ein Vergussmaterial und mindestens eines der erfindungsgemäßen,
am Fugengrund anordbaren Elemente. Das Vergussmaterial kann dabei ein kalt, aber auch
heiß verarbeitetes Vergussmaterial sein. Bevorzugt ist das Vergussmaterial ein solches
mit einer bituminösen Basis, wobei dabei bevorzugt polymermodifiziertes Bitumen eingesetzt
wird, also ein Bitumen, welches durch Zusatz von Kunststoffen eingestellt wurde. Es
kann jedoch auch ein reines Bitumen eingesetzt werden, auch Mischungen von mindestens
einem Bitumen mit mindestens einem Polyurethan, auch Emulsionen, aber auch insbesondere
Mischungen verschiedener Bitumen und insbesondere Mischungen polymermodifizierter
Bitumen. Das eingesetzte bitumenhaltige Material kann dabei insbesondere auch Füllstoffe
umfassen, wie mineralische Gesteinmehle beziehungsweise Fasern. Das Vergussmaterial
weist vorzugsweise eine Konuspenetration [1/10 mm] gemäß BS2499-3 (TP2.4.6) in einem
Bereich von 50 bis 300, bevorzugt 50 bis 220, noch weiter bevorzugt 50 bis 100 auf.
Des Weiteren weist das Vergussmaterial vorzugsweise einen Erweichungspunkt RuK gemäß
DIN EN 1427 von mindestens etwa 70° C, weiter bevorzugt mindestens etwa 75° C, noch
weiter bevorzugt mindestens etwa 80° C auf. Heiß verarbeitbare Fugenmassen können
dabei bei allen Arten von Verkehrsflächen, das heißt solchen aus Beton und/oder Asphalt,
eingesetzt werden. Kalt verarbeitbare Fugenmassen können ebenso eingesetzt werden,
werden aber bevorzugt bei Verkehrsflächen aus Beton eingesetzt. Kalt verarbeitbare
Fugenmassen im Sinne der vorliegenden Erfindung sind dabei reaktiv, ohne Wärmezufuhr
einbaubare Ein- oder Zweikomponentensystem mit überwiegend elastischen Eigenschaften,
wobei besonders bevorzugt solche auf Polyurethanbasis sind. Diese weisen vorzugsweise
ein Dehn- und Haftvermögen (Dehnspanne) gemäß DIN EN 28340 bei 23° C von wenigstens
etwa 0,15 N/mm
2, weiter bevorzugt mindestens etwa 0,2 N/mm
2 auf. Bevorzugt weisen kalt verarbeitbare Fugenmassen ein Rückstellvermögen gemäß
DIN EN 27389 von mindestens etwa 70 %, bevorzugt mindestens 80 % auf.
[0009] Das Vergussmaterial beziehungsweise die Mischung von Vergussmaterialien, welche in
dem System eingesetzt werden, bilden einen bei fachgerechter Herstellung praktisch
für Wasser undurchlässigen Anschluss beziehungsweise Naht.
[0010] Das System kann weiterhin insbesondere einen Voranstrich umfassen, welcher vor Einbringung
des Fugenmateriales, gegebenenfalls auch vor Einbringung des Elementes, auf die Fugenflanken
und gegebenenfalls auf den Fugengrund verteilt wird. Um eine bevorzugte Zweiflankenhaftung
zur Verfügung zu stellen, erfolgt dabei jedoch bevorzugt eine Aufbringung eines Voranstrichs,
auch bekannt als Primer/Haftmittel, lediglich an einer oder beiden Fugenflanken.
[0011] Das erfindungsgemäße Element umfasst neben dem ersten, dem Vergussmaterial zugewandten
Teil einen zweiten, dem Fugengrund zugewandten Teil. Der erste und der zweite Teil
können zusammen die gesamte Bauhöhe des Elementes bilden, jedoch kann auch zwischen
diesen noch ein weiterer Bereich geschaffen sein. Der erste und der zweite Teil können
insbesondere auch vollständig im Grundkörper aufgenommen sein, sich jedoch auch an
diesen anschließen bzw. sich über diesen hinaus erstrecken. Bevorzugt ist vorgesehen,
dass der erste Teil zumindest teilweise durch die Oberseite des Grundkörpers gebildet
wird, wobei weiter bevorzugt der erste Teil sich über eine Stärke von bis zu 10 %,
bezogen auf die Gesamtbauhöhe des Grundkörpers des Elementes, erstrecken kann. Der
erste Teil kann dabei bevorzugt gebildet sein aus bituminösen Material, kann doch
jedoch auch aus jeglichem anderen, ein Durchfließen des Vergussmateriales verhinderndes
Material hergestellt sein. Bevorzugt unterscheidet sich bei Verwendung von bituminösem
Material für den ersten Teil des Elementes dieses von einem in der Vergussmasse eingesetzten
bituminösen Material. Vorzugsweise weist das für den ersten Teil eingesetzte bituminöse
Material dabei einen Erweichungspunkt RuK gemäß DIN EN 1427 von mindestens etwa 90°
C und eine Konuspenetration gemäß BS2499-3 von 20 bis 50 1/10 mm auf.
[0012] Besonders bevorzugt ist das erfindungsgemäße Element als Strangprofil ausgebildet.
Dabei kann das Einlegeelement als Vollprofil, beispielsweise als Rundprofil, oder
aber als offenes Profil, besonders bevorzugt jedoch als Hohlkammerprofil, ausgebildet
sein. Unter die vorliegende Erfindung fallen jedoch auch solche Ausführungsformen,
in welchen das Element in mehreren Teilstücken in eine Fuge eingelegt wird. Insbesondere
ist von der vorliegenden Erfindung umfasst auch eine Ausführung des Systems dergestalt,
dass in einer Fuge beabstandet voneinander mehrere Elemente angeordnet werden, so
dass ein zumindest teilweise für Wasser durchlässiger Fugenverschluss zur Verfügung
gestellt wird.
[0013] Der Abfluss von Wasser kann dabei auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen. Einmal
kann bei einer Ausbildung des Elementes dergestalt, dass dieses den Fugengrund nur
teilweise bedeckt, eine Wasserdurchlässigkeit erzielt werden. Dabei würde das Element
wie auch immer geartete Öffnungen aufweisen, welche einen Wasserdurchtritt in Richtung
des Gefälles ermöglichen. Das Element kann jedoch auch dergestalt ausgebildet sein,
dass dieses selbst wasserdurchlässig ausgebildet ist, wobei dann beispielsweise Wasser
über Poren und Kanäle, welche in dem Element aufgenommen sind, in Richtung Fugengrund
abgeleitet werden könnte, so dass eine Entwässerung der Straßendecke erfolgt. Aber
auch Kombinationen der vorgenannten Möglichkeiten sind bevorzugt.
[0014] In einer bevorzugten Ausführungsform legt sich das Element zumindest teilweise an
die Fugenflanken an. Bevorzugt erfolgt dabei eine dichtende Anlage an die Fugenflanken.
Dies kann beispielsweise dadurch ermöglicht sein, dass das Element, welches bevorzugt
flexibel und elastisch ausgebildet ist, beispielsweise in einer solchen Dimensionierung
als Rundprofil ausgebildet in eine Fuge eingelegt und auf dem Fugengrund angeordnet
wird, so dass sich das Element mit seinen Außenflächen an den Fugenflanken dichtend
anlegt, wobei durchaus eine vorherige Kompression des Elementes erfolgen kann. Der
erste, dem Vergussmaterial zugewandte Teil des Elementes, ist dabei vorzugsweise nicht
nur undurchlässig für das Vergussmaterial, sondern auch undurchlässig für Wasser.
Der erste Teil kann beispielsweise bei einer Ausbildung des Elementes in Form eines
Rundprofiles aus einem offenporigen Kunststoff auch gebildet sein durch eine Einlegung
des Elementes in eine Fuge eingebrachte Sperrlage, welche fest oder flüssig eingebracht
werden kann. Element und erstes Teil können somit ein- oder zweiteilig vorliegen und
gegebenenfalls miteinander verbunden sein, oder auch getrennt voneinander vorliegen.
Bei Verwendung einer flüssig aufbringbaren Sperrlage wird dann erst nach Aushärtung
derselben das Vergussmaterial vergossen. Wesentliche Voraussetzung bei Verwendung
eines flüssigen Sperrmateriales, welches den ersten, dem Vergussmaterial zugewandten
Teil bildet, ist dabei, dass dieses das Element selbst zumindest nicht so stark penetriert,
dass ein Wasserabfluss verhindert wäre. Somit kann der vom Element umfasste erste
Teil auch zweiteilig, insbesondere bei Ausbildung des ersten Teiles als Sperrschicht,
beispielsweise in Form einer Folie oder eines eingelegten, im Querschnitt beispielsweise
doppel-T-artig ausgebildeten Profilbandes, ausgebildet sein. Bevorzugt ist jedoch
der erste Teil in das Element integriert, und bevorzugt zumindest teilweise in den
Grundkörper desselben.
[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Grundkörper des Elementes zumindest
teilweise durchlässig für Wasser, weiter bevorzugt vollständig durchlässig für Wasser.
Hierunter ist auch eine Ausführungsform zu verstehen, in welcher der Oberflächenbereich
des Grundkörpers, welcher dem Vergussmaterial zugewandt ist, ein erstes Teil umfasst,
welches im Wesentlichen undurchlässig für das Vergussmaterial ist, gleich auf welche
Art dieses Teil gebildet ist. Auch bei einer einteiligen Ausbildung mit dem ersten
Teil kann im Sinne der vorliegenden Erfindung der Grundkörper durchlässig für Wasser
sein.
[0016] Vorteilhafterweise ist der Grundkörper gebildet aus Gitterstrukturen, offenporigen
Kunststoffen, Geweben, Geflechten, Vliesen und/oder stabförmigen Strukturen. Derartige
stabartige Strukturen sind dabei bevorzugt in Einbaulage zu einer Deckschicht senkrecht
stehender Elemente, wie Stifte oder Ähnliches. Besonders bevorzugt im Sinne der vorliegenden
Erfindung ist der Grundkörper aus Gitterstrukturen, stiftartigen Strukturen und/oder
grobporigem Schaumstoff gebildet. Wie bereits vorstehend erwähnt, kann dabei der Grundkörper
bei einer integralen Ausbildung mit dem ersten, für das Vergussmaterial undurchlässigen
Teil einteilig verbunden sein, beziehungsweise dieser erste Teil kann auch in den
Grundkörper hineinragen, so dass ein Teil der mit Öffnungen versehenden Struktur des
Grundkörpers durch das erste Teil gefüllt und damit die Öffnungen verschlossen sind,
um ein Durchfließen des Vergussmateriales bei Einbau desselben zu verhindern.
[0017] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform sind zumindest die Seitenflächen des
Grundkörpers wasserundurchlässig ausgebildet, zumindest teilweise. In einer weiter
bevorzugten Ausführungsform ist auch am Boden des Grundkörpers zumindest teilweise
wasserdurchlässig ausgebildet. Vorzugsweise ist der zweite Teil des Elementes, welcher
dem Fugengrund zugewandt ist, bevorzugt im Unterschied zum ersten Teil wasserdurchlässig
ausgebildet. Wie bereits vorstehend beschrieben, kann dabei der erste und der zweite
Teil Bestandteil des Grundkörpers sein, jedoch auch nicht mit diesem verbunden sein.
Unter die vorliegende Erfindung fallen somit auch solche Ausführungsformen, in welchen
der zweite Teil des Elementes wasserdurchlässig ausgebildet ist, und nicht integriert
in den Grundkörper des Elementes ist.
[0018] In einer weiter bevorzugten Ausführungsform umfasst das Element mindestens ein Aufstellelement
zur Aufstellung des Elementes auf dem Fugengrund. Hierdurch erfolgt vorteilhafterweise
keine vollständige Bedeckung des Fugengrundes durch das Element, so dass ein verbesserter
Wasserabfluss gewährleistet ist. Das Aufstellelement kann dabei wiederum flexibel
ausgebildet sein, gegebenenfalls auch kompressibel, und kann jeden möglichen Querschnittaufweisen,
beispielsweise wiederum schwalbenschwanzartig beziehungsweise trapezartig in Hinblick
auf den Querschnitt ausgebildet sein.
[0019] Schließlich betrifft die vorliegende Erfindung auch die Verwendung des erfindungsgemäßen
Elements für den Straßenbau zum Verschluss von Fugen in Deckschichten.
[0020] Diese und weitere Vorteile der vorliegenden Erfindung werden anhand der nachfolgenden
Figuren näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1:
- einen schematischen Querschnitt durch den Aufbau einer Straßendecke;
- Fig. 2:
- die Einzelheit I gemäß Fig. 1 in einer vergrößerten Darstellung;
- Fig. 3:
- eine erste Ausführungsform eines Systems, angeordnet in einer Fuge einer Deckschicht
einer Fahrbahn, umfassend das erfindungsgemäße Element; sowie
- Fig. 4:
- eine zweite Ausführungsform des erfindungemäßen Elements.
[0021] Zunächst sei darauf hingewiesen, dass die Erfindung nicht auf die in den Figuren
gezeigten Merkmalskombinationen beschränkt ist. Vielmehr sind die jeweils in der Beschreibung
einschließlich der Figurenbeschreibung offenbarten Merkmale mit denjenigen in den
Figuren angegebenen Merkmalen kombinierbar. Insbesondere ist die Ausbildung der in
den Fig. 3 und 4 gezeigten beiden Ausführungsformen des Elementes, insbesondere dessen
Querschnitt, nicht die einzig Mögliche. Das Element kann auch in jeder anderen Art
und Weise ausgebildet sein, soweit ein erstes Teil vorgesehen ist, welches eine Barriere
für ein Vergussmaterial bildet, und somit das Element eine Wasserableitung ermöglicht.
Und schließlich sei darauf hingewiesen, dass die in den Patentansprüchen aufgenommenen
Bezugszeichen in keiner Weise den Schutzbereich der vorliegenden Erfindung beschränken
soll, sondern lediglich auf die in den Figuren gezeigten Ausführungsbeispiele verweisen.
[0022] Fig. 1 zeigt einen Querschnitt durch den Aufbau einer Asphaltschicht 2 mit einer
Deckschicht 20, einer Binderschicht 6 und einer Tragschicht 8, wobei in der Deckschicht
20 eine Fuge 12 angeordnet ist. Nicht gezeigt in Fig. 1 ist, dass die Straßendecke
2 ein Gefälle aufweist, welches insbesondere der Entwässerung der Straßendecke 2 dient.
Die Fuge 12 ist zwischen zwei angrenzenden Teilabschnitten der Deckschicht 20 angeordnet.
Insbesondere kann ein offenporiger Asphalt zur Bildung der Deckschicht 20 vorgesehen
sein. Dann ist, wie Fig. 2 betreffend die Einzelheit I zu entnehmen ist, insbesondere
im oberen Bereich der Barriereschicht eine Sperrschicht angeordnet, oberhalb welcher
in Richtung eines Gefälles der Straßendecke 2 Wasser W abläuft.
[0023] Fig. 2 zeigt nun die Einzelheit I gemäß Fig. 1, wobei besonders gut die Anordnung
der Sperrschicht 4 im oberen Bereich der Binderschicht 6 ersichtlich ist. Ebenfalls
kann Fig. 2 der grundsätzliche Aufbau der Fuge 12 mit gegenüberliegenden Fugenflanken
14 und 16 und einem Fugengrund 18 entnommen werden, wobei in der Fuge 12 ein erfindungsgemäßes
System 10, bestehend aus einem verfestigten Vergussmaterial 22 und dem Element 24
mit einem Grundkörper 26, angeordnet ist.
[0024] Fig. 3 zeigt in einem Querschnitt die Fuge 12 mit einer ersten Ausführungsform des
erfindungemäßen Elements 24 in einem System 10, welches hier ein bereits ausgehärtetes,
wasserdichtes Vergussmaterial 22, welches einen Anschluss an den oberen Teil der beiden
Deckschichtabschnitte 20.1 und 20.2 bildet, die wasserdurchlässig sind, sowie das
Element 24, welches einen im Querschnitt gesehen trapezförmigen Grundkörper 26 aufweist,
umfasst, wobei in einem ersten, oberen Teil 28 des Elements 24 zwei Anlageelemente
30.1 und 30.2 angeordnet sind, welche an den Fugenflanken 14 und 16 dichtend anliegen.
Hierdurch wird nach Einstellung des Elements 24 in die Fuge 12 erreicht, dass das
eingefüllte kalte oder heiß verarbeitbare Vergussmaterial 22 nicht in den unteren
Bereich der Fuge 12 und insbesondere auf den Fugengrund 18 gelangt und so eine Barriere
für die Entwässerung darstellen würde. Der erste, obere Teil 28 des Elements 24 ist
somit durch die Anlageelemente 30.1 und 30.2 sowie die Oberseite des Grundkörpers
26, welche dem Vergussmaterial zugewandt ist, gebildet. Die Oberseite, gegebenenfalls
auch hineinreichend bis in eine gewisse Tiefe in den Grundkörper 26 hinein, ist wie
die Anlageelemente 30.1 und 30.2 für das Vergussmaterial 22 undurchlässig. Dies kann
beispielsweise erzielt werden durch eine Imprägnierung mit einem Bitumenmaterial,
wobei dieses bituminöse Material andere physikalisch chemische Eigenschaften aufweisen
wird als dasjenige bituminöse Material, welche gegebenenfalls in einer heißverarbeitbaren
Fugenmasse 22 eingesetzt werden würde. Der übrige Teil des Grundkörpers 26 ist in
der Ausführungsform gemäß Fig. 3 wasserdurchlässig ausgebildet. Insbesondere ist der
Grundkörper 26 des Elements 24 aus einem offenporigen Kunststoff oder aber beispielsweise
aus einer Gitterstruktur gebildet, bei welcher Wasser über Seitenflächen 34.1 bzw.
34.2 oder aber über einen Boden 40 aus dem Grundkörper 26 des Elementes 24 austreten
bzw. in diesen eintreten und auch wieder abfließen kann. Gegebenenfalls können zusätzlich
in einem unteren Teil 36 des Elementes 24, und dabei bevorzugt am Boden 40 des Grundkörpers
26, Aufstellelemente 38.1 und 38.2 angeordnet sein, mittels welchen eine nichtvollflächige
Auflage des Grundkörpers 26 und damit des Elements 24 auf dem Fugengrund 18 erzielt
ist. Hierdurch wird eine Wasserableitung auch im Bereich der Fuge 12 weiter verbessert.
[0025] Insbesondere sind die Anlageelemente 30.1 und 30.2 flexibel ausgebildet und dabei
auch gelenkig insoweit, als dass diese auch bei geringeren Fugenbreiten einsetzbar
sind, wobei dann die Anlageelemente 30.1 und 30.2 sich etwas weiter oben an die Fugenflanken
14 bzw. 16 der Fuge 12 anlegen können, wie durch einen Pfeil 32 angedeutet in Fig.
3.
[0026] Insbesondere der obere Teil 28 des Elements 24 kann im Unterschied zu der ersten,
in der Fig. 3 gezeigten Ausführungsform auch nicht integral mit dem Grundkörper bzw.
den Anlageelementen 30.1 und 30.2 verbunden sein. Beispielsweise kann der obere Teil
28 des Elementes 24 auch eine Einlegefolie darstellen, oder beispielsweise ein dünnes
Strangprofil aus einem hitzebeständigen Kunststoffmaterial sein, welches sich dichtend
an die Fugenflanken 14 und 16 der Fuge 12 anlegt.
[0027] Fig. 4 zeigt eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemäßen Elements 24, wobei
nunmehr das Element 24 als Rundprofil ausgebildet ist und unmittelbar auf dem Fugengrund
18 der Fuge 12 angeordnet ist. Das Element 24 ist dabei beispielsweise aus einem offenporigen
Kunststoff hergestellt, welcher wasserdurchlässig ist. Das Element 24 weist einen
Grundkörper 26 auf, welcher in einem oberen Teil 28 des Elements 24 Anlageelemente
30.1 bzw. 30.2 aufweist, welcher sich dichtend an die Fugenflanken 14 bzw. 16 anlegen.
Diese Anlageelemente 30.1 bzw. 30.2 könnten jedoch auch weggelassen werden, soweit
durch dem vom Fachmann gewählten Querschnitt des Elementes 14 dieses sich hinreichend
dichtend an die Fugenflanken 14 und 16 anlegt. In dieser Ausführungsform würde dann
das Element 24 aus dem Grundkörper 26 mit einem ersten, oberen Teil 28 bestehen, wobei
das obere Teil 28 beispielsweise eine unmittelbar auf den Grundkörper 26 aufgebrachte
Schutzschicht sein kann, welche undurchlässig für Vergussmaterial 22 ist, und beispielsweise
aus einem bituminösen Material gebildet sein kann. Umgekehrt kann jedoch das obere
Teil 28 auch beispielsweise aus einer Folie gebildet sein, welche ein Durchsickern
des Vergussmateriales 22 in Richtung auf den Fugengrund 18 zu verhindert.
[0028] Mit der vorliegenden Erfindung ist somit ein Element geschaffen, mit welchem Fugen
in Deckschichten insbesondere aus offenporigem Asphalt geschlossen werden können,
ohne dabei Gefahr zu laufen, dass auf Grund des in die Fuge eingebrachten Materiales
es zu einer zumindest teilweisen Unterbrechung des Wasserablaufes entlang eines Gefälles
einer Fahrbahn kommt und hierdurch die Entwässerung einer Deckschicht zumindest teilweise
gehemmt wird. Das erfindungsgemäße Element ist einfach zu verlegenin einem System
bestehend zumindest aus dem Vergussmaterial und dem Einlegeelement, soweit dieses
einteilig mit diesem verbunden den ersten, oberen Teil aufweist, welcher für das Vergussmaterial
im Wesentlichen undurchlässig ist. Dabei sei an dieser Stelle angemerkt, dass im Wesentlichen
undurchlässig im Sinne der vorliegenden Erfindung bedeutet, dass Vergussmaterial nicht
das Einlegelement derart in seiner Funktion als Mittel zur Erhaltung der Entwässerung
in Deckschichten wesentlich beeinträchtigen kann, das heißt also stets eine Wasserdurchlässigkeit
im Bereich einer Fuge zur Verfügung gestellt ist. Das System kann weiterhin auch beispielsweise
einen Voranstrich, insbesondere für die Vergussmasse, aufweisen und es kann auch vorgesehen
sein, dass das Element mehrteilig ausgebildet ist dahingehend, dass zumindest der
erste, obere Teil als Folie oder sonst wie ausgebildete Schutzschicht bzw. Schutzbarriere
ausgebildet ist, welche nicht unmittelbar insbesondere mit dem Grundkörper des Einlegelementes
verbunden ist.
1. Element (24), umfassend einen Grundkörper (26) und einen ersten, einem Vergussmaterial
(22) zugewandten Teil (28), welcher für das Vergussmaterial (22) im Wesentlichen undurchlässig
ist, und wobei das Element (24) den Abfluss von Wasser ermöglicht, wobei das Element
(24) im ersten Teil (28) jeder Fugenflanke (14, 16) zugeordnet mindestens ein Anlageelement
(30.1, 30.2) aufweist.
2. Element gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es sich zumindest teilweise an die Fugenflanken (14, 16) anlehnt.
3. Element gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich dichtend an die Fugenflanken (14, 16) anlegt.
4. Element gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Anlageelement (30.1, 30.2) flexibel ausgebildet ist.
5. Element gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (26) zumindest teilweise durchlässig für Wasser ist.
6. Element gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (26) gebildet ist aus Gitterstrukturen, offenporigen Kunststoffen,
Geweben, Geflechten, Vliesen und/oder stabförmigen Strukturen.
7. Element gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Seitenflächen (34.1, 34.2) des Grundkörpers (26) wasserdurchlässig ausgebildet sind.
8. Element gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein dem Fugengrund (18) zugewandter zweiter Teil (36) des Elementes (24) zumindest
teilweise wasserdurchlässig ausgebildet ist.
9. Element gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es mindestens ein Aufstellelement (38.1, 38.2) zur Aufstellung des Elementes (24)
auf dem Fugengrund (18) umfasst.
10. Element gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es den Fugengrund (18) teilweise bedeckt.
11. Verwendung eines Elementes gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10 zum Verschluss von Fugen
in Deckschichten von Straßendecken.